Krankheiten im Alter – Übersicht zu typischen Alterskrankheiten

Eines gleich vorweg: Das Alter an sich ist keine Krankheit und viele Senioren verbringen ihr Leben bis ins hohe Alter gesund und ohne körperliche oder mentale Leiden. Jedoch wird der menschliche Organismus mit zunehmendem Alter anfälliger für Krankheiten, die manchmal auch chronisch werden können. Typische Krankheiten, die vor allem ältere Menschen betreffen, sind zum Beispiel Demenz, Inkontinenz, Schlaganfall, Parkinson oder Arthritis. pflege.de informiert Sie in einer eigenen Rubrik über die typischen Alterskrankheiten.

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Was sind typische Alterskrankheiten?

Unter Alterskrankheiten versteht die Medizin körperliche und seelische Beeinträchtigungen, die vor allem im höheren Lebensalter auftreten.

Hinzu kommt, dass die sogenannten Alterskrankheiten häufig nicht oder nur schwer heilbar sind. Das liegt unter anderem daran, dass sich im Alter die Teilungs- und Regenerationsfähigkeit der Körperzellen vermindert. Typisch für Alterskrankheiten ist auch die sogenannte Latenzzeit – das heißt, es vergehen mitunter Jahre, ehe die Krankheit wirklich ausbricht.

Übersicht: Häufige Krankheiten im Alter

pflege.de hat Ihnen die häufigsten Alterskrankheiten sowie mehrere krankheitsbedingte Symptome in einer schnellen Übersicht von A bis Z zusammengestellt. Mehr Informationen zu den einzelnen Themen bekommen Sie in den jeweiligen Ratgebern:

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Multimorbidität im Alter

Vielleicht haben Sie schon einmal von „Multimorbidität“ gehört. Das steht für „Mehrfacherkrankung“ und bedeutet, dass ein Mensch gleichzeitig an mehreren Erkrankungen leidet. Das kommt im Alter häufig vor.

Psychische Erkrankungen im Alter

Der Schritt von Einsamkeit zu einer Erkrankung ist leider häufig, insbesondere im höheren Alter, schnell getan. Etwa 25 Prozent der über 65-jährigen Menschen leiden an psychischen Erkrankungen wie Depression oder Angst- und Schlafstörungen. Leider haben viele ältere Menschen eine große Scheu davor, wegen psychischer Störungen zum Arzt zu gehen oder gar eine Psychotherapie zu machen. Dabei ist es längst wissenschaftlich erwiesen, dass solche Therapien auch im Alter noch erfolgreich sind.

Altersdepression

Manchmal beginnt es ganz allmählich: Der Kontakt mit Freunden bricht ab, das Telefon klingelt immer seltener und auch die Nachbarn lassen sich nicht mehr oft blicken. Einsamkeit gehört gerade im Alter zu den häufigsten Quellen von Vereinsamung und einer Altersdepression. Das gilt nicht nur für ältere Menschen, die zuhause leben. Auch in Pflegeheimen gibt es viele Stunden am Tag, an denen sozusagen Stillstand herrscht: Niemand kommt, es gibt nichts zu tun.

Tipp
Über psychische Probleme sprechen

Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt darüber, wenn Sie das Gefühl haben, an einer psychischen Krankheit zu leiden. Es ist durchaus lohnenswert, auch im hohen Alter noch eine Psychotherapie zu machen. Ganz wichtig zu wissen: Es müssen nicht immer Tabletten wie Psychopharmaka sein. Eine Depression gehört zu den häufigsten psychischen Krankheiten im Alter – Sie wären also keineswegs ein Einzelfall. Nehmen Sie die Symptome ernst.

Demenz & Alzheimer

Demenzerkrankungen gehören zu den zweithäufigsten neurologischen Erkrankungen im Alter. Dabei ist das Krankheitsgeschehen durchaus physischer Natur, denn manchmal handelt es sich um Durchblutungsstörungen. Zwei Drittel aller demenzerkrankten Menschen leiden an einer Alzheimer-Demenz.

Chronische Krankheiten im Alter

Studien gehen davon aus, dass rund 20 Prozent der Bundesbürger an chronischen Krankheiten leiden. Die Liste dieser Erkrankungen ist lang, dazu gehören etwa Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Arthrose und Rheuma.

Chronische Krankheiten stellen den Betroffenen vor große Herausforderungen. Oft ist die Krankheit nicht heilbar und verschlechtert sich womöglich sogar mit der Zeit. Das bedeutet: Sind Sie betroffen, so müssen Sie lernen, mit der Krankheit umzugehen und zu leben. Das gilt auch für Ihre Familie oder Ihren Partner. Eine chronische Erkrankung im Alter hat nicht nur körperliche Einschränkungen, sondern oft auch psychische Belastungen zur Folge.

Tipp
Frühzeitig Hilfe suchen

Suchen Sie sich so früh wie möglich Hilfe. Nicht nur beim Arzt oder Facharzt, sondern auch in Selbsthilfegruppen. Hier sind Sie unter Gleichgesinnten, können sich austauschen, sich Tipps geben – und mitunter auch mal das Leben, trotz chronischer Krankheit, bei gemeinsamen Unternehmungen einfach genießen.

Parkinson

Deutschlandweit sind etwa 300.000 Menschen an Parkinson erkrankt. Männer erkranken häufiger daran als Frauen und die meisten Erkrankten sind zwischen 50 und 79 Jahre alt. Häufige Frühsymptome sind beispielsweise eine Veränderung der Handschrift (wird kleiner), leise monotone Sprache sowie eine veränderte Mimik. Daneben sind Muskelzittern, Muskelsteifheit und Bewegungsarmut die häufigsten Parkinson-Symptome.

Ursache der Erkrankung ist ein Mangel an Dopamin, einem Botenstoff des Gehirns, der Impulse der Nerven an den Bewegungsapparat weitergibt. Deshalb kommt es zu einer Verlangsamung der Bewegungen, zu Muskelsteifigkeit und Zittern. Die Symptome entwickeln sich so langsam, dass die Diagnose „Parkinson“ oft erst relativ spät gestellt wird. Eine Heilung gibt es für diese Erkrankung des zentralen Nervensystems noch nicht.

Patienten mit Parkinson haben ein höheres Sturzrisiko. In der Folge kommt es oftmals zum Oberschenkelhalsbruch.

Diabetes mellitus

Diabetes ist gemeinhin als Zuckerkrankheit bekannt. Es gibt verschiedene Diabetes-Typen, von denen einer besonders häufig im Alter auftritt. Die Ursachen eines Diabetes liegen in vielen Fällen in einem ungesunden Lebensstil begründet, bei einem Typ-1-Diabetes hingegen ist fast immer eine Autoimmunkrankheit ausschlaggebend. Diabetes-Tests können aufschlussreich sein, um das Risiko für Diabetes zu bestimmen. Eine sichere Diagnose stellt der Arzt.

Eine gefürchtete Folge der Zuckerkrankheit ist der diabetische Fuß.

Arthritis (Gelenkentzündung) und Arthrose (Gelenkverschleiß)

Die Arthritis ist eine Entzündung der Gelenke und sie gehört zu den typischen Alterserscheinungen. Die Arthritis kann beispielsweise in der Hand, im Fuß oder in den Beinen vorkommen. Dabei können ein, wenige oder mehrere Gelenke betroffen sein. Eine der häufigsten Arthritis-Formen ist die Arthrose: Mit dem Alter nutzen sich die Knorpeloberflächen der Gelenke ab (Gelenkabrieb). Die Gelenke sind dann gereizt und es kommt zu einer Entzündungsreaktion. Es gibt zahlreiche Arthritis-Formen, die unterschiedliche Ursachen haben können.

Inkontinenz

Eine Stuhl- oder Harninkontinenz wird meist schamhaft verschwiegen – leider auch vor dem Arzt. Dabei ist die Erkrankung zwar unangenehm und tabu-behaftet, obwohl sie sich sehr gut behandeln lässt. So gibt es Therapien wie Beckenbodentraining, Medikamente oder auch eine Operation.

Mit den passenden Hilfsmitteln und Hygieneprodukten kommt man auch im Alltag gut mit der Krankheit zurecht.

Tipp
Führen Sie ein offenes Gespräch mit Ihrem Arzt

Stuhl und Urin nicht halten zu können, ist sehr unangenehm und schränkt im Alltag extrem ein. Umso wichtiger ist es, dass Sie mit Ihrem Arzt ins Gespräch kommen. So kann er abklären, welche Art von Inkontinenz bei Ihnen vorliegt und welche Therapie oder welches Medikament Ihnen am besten helfen kann. Manchmal lässt sich eine Inkontinenz operativ beseitigen, weil etwa eine vergrößerte Prostata der Grund dafür ist.

Ernährungsbedingte Krankheiten im Alter

Das „Gute“ bei einer ernährungsbedingten Erkrankung ist, dass Betroffene oft gute Möglichkeiten haben, die Erkrankung zu lindern oder sogar im Vorwege ganz zu vermeiden.

Typische ernährungsbedingte Krankheiten sind:

  • Übergewicht (Adipositas)
  • Lebensmittelallergien
  • Diabetes mellitus Typ 2
    Hinweis: Gerade bei diesem Typ können eine Ernährungsumstellung, eine Diät und körperliche Aktivität zumindest den Krankheitsverlauf bremsen.
  • Die koronare Herzkrankheit (KHK), bei der sich die Herzkranzgefäße verengen, ist zumindest zum Teil auch ernährungsbedingt.
    Hinweis: Auch hier erweisen sich eine Diät und Bewegung oft als sehr förderlich.

Verstopfung (Obstipation)

Verstopfung ist zwar keine Krankheit, allerdings ist sie ein häufiges Symptom bei älteren und/oder pflegebedürftigen Menschen. Die Ursachen liegen meistens in der individuellen Lebensweise und betreffen die Ernährung sowie Bewegung. Je nach Ausmaß kann eine Verstopfung für Betroffene sehr schmerzhaft sein. Mit gezielten Maßnahmen können Sie einer Obstipation im Pflegealltag vorbeugen. pflege.de informiert Sie hierzu umfassend in einem eigenen Ratgeber.

Tipp
Ernährungsempfehlungen der DGE

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat zehn einfache Regeln formuliert, auf die Senioren bei Ihrer Ernährung achten sollten. Zu einer vollwertigen Ernährung gehören demnach Obst, Gemüse, Getreideprodukte und reichlich Flüssigkeit. Zucker, Salz und fettreiche Lebensmittel sollten in Maßen genossen werden. Das gilt auch für Fisch, Fleisch, Milch und Eier.

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Erstelldatum: 6102.70.8|Zuletzt geändert: 2202.50.42
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