Digitale Apps für die Pflege & Gesundheit

Digitale Pflege-Gesundheits-Apps

Immer mehr digitale Helfer, wie bspw. Apps, werden entwickelt. Sie sollen dabei helfen, die Pflege und den Gesundheitsverlauf zu verbessern. Begriffe wie DiPAs und DiGAs kursieren in den Medien – ohne dass dabei klar wird, was genau sich dahinter verbirgt. Voraussichtlich werden sie in naher Zukunft als wichtiger Begleiter für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige kaum noch wegzudenken sein. pflege.de erklärt Ihnen den Nutzen von digitalen Pflege- und Gesundheitsanwendungen und wann Ihre Kasse für die Kosten aufkommt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine DiPA?

Unter einer DiPA versteht man eine digitale Pflegeanwendung, die helfen soll, den Pflegealltag besser zu bewältigen. Einige davon bieten Pflegebedürftigen Übungen an, um ihren Gesundheitszustand zu stabilisieren oder zu verbessern. Sie können entweder als App auf mobilen Endgeräten (z. B. Smartphone, Tablet) oder als browserbasierte Webanwendung am Computer oder Laptop genutzt werden. Im Augenblick gibt es dazu schon einige interessante Entwicklungen, die für Pflegebedürftige und für die pflegenden Angehörigen eine echte Unterstützung darstellen können.

Wo könnten DiPAs im Pflegealltag künftig genutzt werden?

Eine Situation, in der eine DiPA nützlich sein kann, ist die Vernetzung von Pflegenden untereinander: Gerade die mangelnde Kommunikation bereitet den Pflegenden oft Schwierigkeiten. Wurde die Medikamentengabe richtig eingehalten, wer kümmert sich um welche Angelegenheit und liegen dem Hausarzt die aktuellen Blutzuckerwerte bereits vor? Fragen, die Ihnen vielleicht schon aus Ihrem eigenen Pflegealltag bekannt sind. Mit einer App tauschen sich pflegende Angehörige, Hausarzt und falls beteiligt, auch der Pflegedienst aus. So können DiPAs einen reibungslosen Pflegealltag unterstützen.

DiPAs könnten aber auch Sensoren sein, die z. B. bei einer Inkontinenz  zum Einsatz kommen: Ein Sensor benachrichtigt den pflegenden Angehörigen über die App, wann das Inkontinenzmaterial gewechselt werden muss. Damit wird nicht nur der Pflegende in seinen Abläufen unterstützt, sondern auch der Pflegebedürftige selbst gewinnt dadurch wieder mehr an Lebensqualität.

Aber auch Anwendungen für Trainingseinheiten mit bedarfsgerechten Übungen, die den Gesundheitszustand des Pflegebedürftigen verbessern, gehören zu den Möglichkeiten von DiPAs.

DiPA auf Rezept?

DiPAs gibt es noch nicht auf Rezept. Hier ist zu erwarten, dass eine rechtliche Grundlage geschaffen wird und sie in ein digitales Pflegehilfsmittelverzeichnis aufgenommen werden. Wer dann eine DiPA nutzen will, muss einen Antrag bei der Pflegekasse stellen, damit die Kosten ggf. übernommen werden.

Info

Der Entwurf zum digitalen Pflegehilfsmittelverzeichnis

DiPAs werden bisher noch nicht erstattet. Es ist geplant, dass es zukünftig ein digitales Pflegehilfsmittelverzeichnis geben wird, in dem die erstattungsfähigen DiPAs gelistet werden. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat Mitte November 2020 den Entwurf für ein Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege (DVPMG) veröffentlicht

Was ist eine DiGA?

Unter einer DiGA versteht man eine digitale Gesundheitsanwendung. Als App auf einem mobilen Endgerät oder als browserbasierte Anwendung unterstützt eine DiGA Sie dabei, Ihre Erkrankung besser kennenzulernen und die Symptome zu überwachen bzw. gezielt zu lindern. Beispielsweise erinnert Sie die App daran, Ihre täglichen Medikamente einzunehmen. Oder Sie können Ihre Gesundheitsdaten abspeichern, wie z. B. Ihre Blutzuckerwerte, um sie dann gemeinsam mit Ihrem Arzt zu besprechen.

DiGA auf Rezept?

Die Kostenerstattung für eine digitale Gesundheitsanwendung ist bereits jetzt schon möglich. Grundlage hierfür ist das Digitale-Versorgungs-Gesetz (DVG), das am 19. Dezember 2019 in Kraft getreten ist. Nach diesem können DiGAs als ein sog. Medizinprodukt zertifiziert werden, das der behandelnde Hausarzt im Bedarfsfall verschreiben kann. Um eine DiGA auf Rezept zu erhalten, muss sie im Verzeichnis der digitalen Gesundheitsanwendungen gelistet sein (s. Quelle 1).

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) prüft genau, welche DiGAs im Verzeichnis aufgenommen werden. Im DiGA-Verzeichnis befinden sich aktuell nur wenige zugelassene Apps. 21 Anwendungen sind in der Prüfung und weitere 75 Anwendungen werden demnächst in das Prüfverfahren aufgenommen (Stand: 11/2020, s. Quelle 2).

Gibt es eine App, die Sie bei Ihrer Erkrankung unterstützt und in diesem Verzeichnis gelistet ist, kann Ihr Arzt oder Ihr Therapeut sie Ihnen verschreiben. Dazu erhalten Sie ein Rezept, das Sie bei Ihrer Krankenkasse einreichen können. Wenn Sie Ihrer Krankenkasse den Nachweis über eine entsprechende heilende Wirkung (Indikation) vorlegen, erhalten Sie die gewünschte DiGA sogar i. d. R. auch ohne ärztliche Verordnung. Ihre Kasse teilt Ihnen dann einen Code mit, über den Sie kostenfreien Zugang zum jeweiligen Programm bekommen.

Info

Digitale Gesundheits-App finden: So geht’s

Welche DiGA Sie bei Ihrer Erkrankung unterstützen kann, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt oder Ihrem Therapeuten. Allerdings sind bisher nur wenige Gesundheits-Apps zugelassen, die von den Krankenkassen übernommen werden.

Wer selbst auf die Suche nach einer geeigneten App gehen möchte, kann direkt das DiGA-Verzeichnis auf der Internetseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) durchsehen. Dort gibt es zu jeder Gesundheitsanwendung detaillierte Informationen zur Erkrankung und dem Nutzen der jeweiligen DiGA.

Unterschied von DiPA und DiGA in der Übersicht

Digitale Pflegeanwendung

(DiPA)

Digitale Gesundheitsanwendung 

(DiGA)

Fokus: verbesserte Versorgung von Pflegebedürftigen Fokus: selbstständige Gesundheitsüberwachung
noch nicht erstattungsfähig teilweise schon jetzt erstattungsfähig
werden zukünftig in einem digitalen Pflegehilfsmittelkatalog gelistet sind im Verzeichnis digitaler Gesundheitsanwendungen gelistet
erstattungsfähig bei den Pflegekassen bei vorhandenem Pflegegrad (Antrag ist erforderlich) erstattungsfähig bei den Krankenkassen bei Vorlage eines Rezeptes oder eines Nachweises über eine entsprechende heilende Wirkung, unabhängig vom Pflegegrad (Antrag ist erforderlich)

Nutzen von digitalen Anwendungen für Pflege & Gesundheit

Unabhängig davon, ob es um eine App für die Pflege oder für die Gesundheit geht – die App soll den Nutzer bei der Pflege unterstützen oder einen gesundheitlichen Mehrwert bieten.

Nutzen einer DiPA

Eine offizielle Definition für den Nutzen einer DiPA, also einer digitalen Pflegeanwendung, steht noch aus und muss erst noch festgelegt werden.

Nutzen einer DiGA

Der Nutzen einer DiGA bzw. Gesundheitsapp wurde von den Krankenkassen bereits klar definiert. Sie hat die Aufgabe, den Anwender dabei zu unterstützen, seine Krankheit näher zu verstehen und seinen Gesundheitszustand zu verbessern.

Je nach Erkrankung kann eine App den Nutzer auch bei einer Therapie begleiten mit dem Ziel, seine Lebensqualität zu verbessern. Ob dies auch gelingen kann und wie erfolgreich diese medizinische Innovation ist, werden Studien in Zukunft zeigen.

Alle DiGAs werden vor der Zulassung durch die Krankenkasse geprüft und müssen folgenden Nutzen nachweisen:

  • Eine DiGA hilft, die Erkrankung besser zu verstehen und/oder frühzeitig zu erkennen.
  • Sie unterstützt bei der Behandlung mit dem Ziel, den Behandlungserfolg zu verbessern.
  • Sie lindert und überwacht die Erkrankung.

Datenschutz – wie sicher ist eine App für Pflege & Gesundheit?

Jede digitale Gesundheitsanwendung – DiGA sowie vermutlich später auch für die DiPA – durchläuft eine strenge Prüfung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf Datensicherheit und Datenschutz. Gesundheitsdaten unterliegen einem besonderen Schutz und müssen den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) entsprechen.

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Erstelldatum: 0202.11.42|Zuletzt geändert: 1202.10.4
Bildquelle
© Seventyfour - stock.adobe.com
Quelle 1: Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
www.bundesgesundheitsministerium.de/digitale-versorgung-gesetz.html (letzter Abruf am 23.11.2020)
Quelle 2: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
https://diga.bfarm.de/de/verzeichnis (Stand: 11/2020, letzter Abruf am 23.11.2020)
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