Kurzzeitpflege – jederzeit gut versorgt

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Kurzzeitpflege

Entlastung für pflegende Angehörige und ein Tapetenwechsel für Pflegebedürftige: Die Möglichkeit der Kurzzeitpflege kann für beide Parteien in Veränderungsphasen eine sichere Betreuungsform und eine Entlastung der Pflegesituation darstellen. Daher sollten Sie den Anspruch auf eine maximal achtwöchige, bezuschusste Kurzzeitpflege unbedingt bei Ihrer Pflegekasse geltend machen. Was Kurzzeitpflege im Detail ist, wer Anspruch darauf hat und wie man sie beantragt, erfahren Sie im ausführlichen Ratgeberartikel auf pflege.de.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Kurzzeitpflege? – Die Definition

Wenn Sie einen Angehörigen zu Hause pflegen, dann kennen Sie diesen Fall bestimmt: Es kann Situationen geben, in denen der Pflegebedürftige vorübergehend nicht zuhause versorgt werden kann. Genau für diesen Fall sieht der Gesetzgeber die Möglichkeit einer Kurzzeitpflege vor:

Man spricht von Kurzzeitpflege, wenn eine pflegebedürftige Person für eine begrenzte Zeit einer vollstationären Pflege bedarf. Häufig ist das nach einem Krankenhausaufenthalt der Fall oder wenn die häusliche Pflege für eine bestimmte Zeit ausgesetzt werden muss oder soll.


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Dauer der Kurzzeitpflege

Die Kurzzeitpflege ist auf eine Dauer von 56 Tagen im Jahr beschränkt, für diese Zeit übernehmen die Pflegekassen die Kosten einer stationären Unterbringung. Die Kurzzeitpflege kann zusätzlich mit der Verhinderungspflege kombiniert werden. Was ist der Unterschied zwischen Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege? Im Gegensatz zur Verhinderungspflege ist eine Kurzzeitpflege zu Hause nicht möglich. Kurzzeitpflege kann laut Definition nur in einer entsprechenden Pflegeeinrichtung wie einem Pflegeheim durchgeführt werden.

Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege kombinieren

Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege können gekoppelt werden. Wenn Sie nicht die gesamten sechs Wochen der Verhinderungspflege aufgebraucht haben, können Sie die verbleibende Zeit für eine Ausdehnung der Kurzzeitpflege umlagern. Die Kurzzeitpflege können Sie mit solchen Restkontingenten auf bis zu acht Wochen ausweiten, so dass Ihnen für die verlängerte Pflege 3.224 Euro zur Verfügung stehen.

Im Umkehrschluss können ungenutzte Kurzzeit-Pflegezeiten auch für Verhinderungspflege verwendet werden. Allerdings kann hier nur der halbe Betrag aus der Kurzzeitpflege angesetzt werden. Es gibt sich also ein Höchstbetrag von 2.418 Euro. Zusammengefasst: Es lohnt sich, diese beiden Formen der Pflege zu kombinieren!

Leistung Pflegegrad 1 Pflegegrad 2 bis 5
Kurzzeitpflege 0 Euro 1.612 Euro pro Jahr plus 100 Prozent des nicht genutzten Budgets der Verhinderungspflege, d. h. insgesamt bis zu 3.224 Euro pro Jahr
Verhinderungspflege 0 Euro 1.612 Euro pro Jahr plus 50 Prozent des nicht genutzten Budgets der Kurzzeitpflege, d. h. insgesamt bis zu 2.418 Euro


Voraussetzungen: Wer hat Anspruch auf Kurzzeitpflege?

Anspruch auf Kurzzeitpflege haben alle anerkannt Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 und Pflegegrad 5 sowie Menschen, die durch eine Krankheit oder einen Unfall plötzlich pflegebedürftig sind und Kurzzeitpflege benötigen. Nähere Informationen dazu finden Sie im Absatz „Kurzzeitpflege ohne Pflegestufe / Pflegegrad“ (s. u.).

Bis 31.12.2016 hatten alle Pflegeversichterten mit anerkannter Pflegestufe (Pflegestufe 0, Pflegestufe 1, Pflegestufe 2 und Pflegestufe 3) Anspruch auf Kurzzeitpflege.

Tipp

Werden Sie frühzeitig aktiv, wenn Sie einen Angehörigen in der Ferienzeit in einer Kurzzeitpflege-Einrichtung unterbringen möchten. Während der Schulferien sind diese Plätze ganz besonders gefragt. Rechtzeitig anmelden lohnt sich!

Info

Wussten sie, dass …

Wussten Sie, dass die Kosten für eine Kurzzeitpflege nur dann von den Pflegekassen übernommen werden, wenn die entsprechende Einrichtung auch tatsächlich dafür zugelassen ist?

  • Nur wenn der Pflegebedürftige zusätzlich eine Behinderung hat, ist auch eine anderweitige Unterbringung für die Kurzzeitpflege möglich. Es kann dann auf eine Spezialeinrichtung ausgewichen werden, die auf die speziellen Bedürfnisse behinderter Menschen ausgerichtet ist.
  • Eine weitere Ausnahme: Wenn Sie als Pflegender einer stationären Vorsorge- oder Reha-Maßnahme bedürfen, können Sie Ihren Angehörigen „mitnehmen“. Er kann entweder in der gleichen oder einer nahegelegenen Einrichtung auch ohne Pflegezulassung untergebracht werden.


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Kosten und Kostenübernahme bei der Kurzzeitpflege

Was kostet eine Kurzzeitpflege? Diese Frage haben Sie sich als pflegender Angehöriger sicher auch schon einmal gestellt. Grundsätzlich setzen sich die Kosten für eine stationäre Kurzzeitpflege aus den üblichen drei Hauptposten einer Pflegeheimunterbringung zusammen:

  1. Unterbringung und Verpflegung
  2. Investitionskosten (Instandhaltung etc.) und
  3. Pflegekosten

Die Pflegekassen bezuschussen im Rahmen einer Kurzzeitpflege die anfallenden Pflegekosten mit einem Pauschalbetrag von 1.612 Euro. Dieser wird unabhängig vom Pflegegrad bezahlt, aber erst ab Pflegegrad 2. Menschen ab Pflegegrad 2 haben Anspruch auf Kurzzeitpflege in Höhe von 1.612 Euro pro Jahr plus 100 Prozent des nicht genutzten Budgets der Verhinderungspflege, d. h. insgesamt bis zu 3.224 Euro pro Jahr.

Pflegegrad Zuschüsse für
Kurzzeitpflege
pro Jahr
Pflegegrad 2 1.612 Euro
Pflegegrad 3 1.612 Euro
Pflegegrad 4 1.612 Euro
Pflegegrad 5 1.612 Euro

Wenig bekannt ist bislang, dass die Kosten durch zusätzliche Betreuungsleistungen aufgestockt werden können. Für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen erhalten Pflegebedürftige einen monatlichen Betrag in Höhe von 125 Euro. Diese Beträge können im Rahmen einer Kurzzeitpflege für die Unterbringungskosten verwendet werden.

Alle weiteren Kosten für Kurzzeitpflege müssen Pflegebedürftige aus eigener Tasche bezahlen. Hat der Pflegebedürftige selbst nicht die finanziellen Mittel für diese Zusatzkosten, so springt entweder das Sozialamt ein oder es entstehen aus der Kurzzeitpflege Kosten für Angehörige.

Info

Im Überblick: Kurzzeitpflege – Kostenübernahme, Zuzahlungen, Pflegegeld

  • Zuzahlung: Bei einer Kurzzeitpflege ab Pflegegrad 2 gewähren die Pflegekassen eine pauschale Zuzahlung von 1.612 Euro pro Jahr.
  • Eigenanteil: Die Pflegekassen subventionieren nur den Pflegeanteil. Die restlichen Kosten müssen Pflegebedürftige selbst bezahlen.
  • Pflegegeld: Das Pflegegeld bei Kurzzeitpflege wird den Pflegebedürftigen bis zu vier Wochen lang in halber Höhe weiter ausgezahlt.
  • Kurzzeitpflege steuerlich absetzen: Unter Umständen können die Zusatzkosten einer Kurzzeitpflege als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden. Informieren Sie sich dazu bei Ihrem Finanzamt.

Kurzzeitpflege mit Pflegegrad – In diesen Situationen haben Pflegebedürftige Anspruch auf Kurzzeitpflege

Kurzzeitpflege dient dazu, Krisensituationen zu überbrücken sowie Sicherheit und Entlastungsräume für Sie als pflegenden Angehörigen zu schaffen. Typischerweise ist eine Kurzzeitpflege für Pflegebedürftige mit Pflegegrad (bis 31.12.2016: Pflegestufen) nötig oder sinnvoll, wenn

  • ein Pflegebedürftiger, der bislang zuhause gepflegt wurde, nach einem Krankenhausaufenthalt noch nicht wieder fit genug für die häusliche Pflege ist („Kurzzeitpflege nach Krankenhausaufenthalt“).
  • ein bislang allein lebender Senior nach einer Erkrankung oder einem Unfall für eine begrenzte Zeit professionell gepflegt werden muss („Kurzzeitpflege nach Unfall“).
  • die Pflegebedürftigkeit Ihres zuhause gepflegten Angehörigen spontan steigt und Sie den erhöhten Pflegebedarf selbst nicht auffangen können.
  • die Pflegebedürftigkeit unerwartet auftritt und erst einmal Zeit benötigt wird, um im häuslichen Umfeld die Rahmenbedingungen für eine Pflege zu schaffen.
  • Sie als Angehöriger selbst krank sind oder in die Reha müssen und somit vorübergehend nicht zum Pflegen imstande sind.
  • Sie als Angehöriger aufgrund hoher psychischer und physischer Belastung eine Auszeit brauchen oder einfach einmal in den Urlaub fahren möchten.
  • Ihr pflegebedürftiger Angehöriger langfristig in einer Pflegeeinrichtung untergebracht werden muss, aber noch kein Platz gefunden oder frei ist.
  • eine Einrichtung im Rahmen der Kurzzeitpflege für eine dauerhafte Pflege „getestet“ werden soll.

Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad

Die Voraussetzung einer anerkannten Pflegebedürftigkeit schloss bislang Personen ohne Pflegegrad (bis 31.12.2016: Pflegestufe) von der Kurzzeitpflege aus – Eine Versorgungslücke, die mit dem 1. Januar 2016 geschlossen wurde. Seither besteht auch ohne Pflegegrad bzw. ehemals ohne Pflegestufe Anspruch auf Kurzzeitpflege, wenn durch eine Krankheit oder einen Unfall eine plötzliche Pflegebedürftigkeit eintritt. Die Voraussetzungen für Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad / Pflegestufe unterscheiden sich allerdings von denen mit Pflegegrad / Pflegestufe: Erstere wird ausschließlich zur Überbrückung von pflegerischen Engpässen gewährt. Sie kann aber nicht im Sinne einer Entlastungspflege von Angehörigen beantragt werden.

Wer zahlt die Kosten einer Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad / bzw. früher ohne Pflegestufe?

Anders als bei Kurzzeitpflege mit Pflegegrad / Pflegestufe werden die Kosten ohne Pflegegrad / Pflegestufe nicht von den Pflege- sondern von den Krankenkassen (SGB V) getragen. Die Kostenübernahme für Kurzzeitpflege ohne Pflegestufe / Pflegegrad bezieht sich nur auf die Pflegeleistungen, der Satz entspricht der Leistung mit Pflegestufe / Pflegegrad. Die Hotelkosten sowie die Investitionskosten für Kurzzeitpflege müssen vom Patienten selbst getragen werden.

Tipp
Kurzzeitpflege nach Krankenhausaufenthalt: Hier hilft man Ihnen weiter!

Sehr häufig wird eine Kurzzeitpflege akut nach einem Krankenhausaufenthalt benötigt. Wenden Sie sich in solch einem Fall am besten direkt an den Sozialdienst der jeweiligen Klinik. Die Mitarbeiter haben Erfahrung mit der Beantragung von Kurzzeitpflege nach einem Krankenhausaufenthalt und helfen Ihnen weiter. Die Sozialdienste verfügen über die notwendigen Anträge für Kurzzeitpflege bei den Pflegekassen oder, ohne Pflegegrad, bei den Krankenkassen.

Kurzzeitpflege beantragen – So geht‘s

Einen Antrag auf Kurzzeitpflege kann entweder der Pflegebedürftige selbst oder Sie als sein gesetzlicher Betreuer bzw. Vertretungsberechtigter unterschreiben. Wenn der Betroffene einen Pflegegrad (seit 01.01.2017; davor: Pflegestufe) hat, erhalten Sie die entsprechenden Antragsformulare zum Beantragen der Kurzzeitpflege bei den Pflegekassen oder Ihrer Krankenkasse. Personen ohne anerkannten Pflegegrad wenden sich mit dem Antrag an ihre Krankenkasse. Unterstützung beim Ausfüllen des Antrags können Sie sich bei den Pflege- und Krankenkassen, Sozial- und Pflegediensten oder den Sozialdiensten von Krankenhäusern holen.

Unterschied Kurzzeitpflege – Verhinderungspflege

Neben der Kurzzeitpflege, die Bedürftige bis zu 56 Tage im Jahr in Anspruch nehmen können, steht Pflegebedürftigen der zusätzlich eine sog. Verhinderungspflege oder Ersatzpflege zu. Der Unterschied zwischen Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege gestaltet sich wie folgt:

  • Im Gegensatz zur Kurzzeitpflege wird Verhinderungspflege zu Hause geleistet. Dabei werden Sie als pflegender Angehöriger durch eine Ersatzperson vertreten, die entweder tage- oder stundenweise angefordert werden kann. Dafür kommen Angehörige, Bekannte oder professionelle Pflegekräfte in Frage. Die Kurzzeitpflege ist zu Hause nicht möglich.
  • Verhinderungspflege wird im Gegensatz zur Kurzzeitpflege bis zu sechs Wochen im Jahr bezuschusst, dafür gibt es einen Pauschalbetrag von 1.612 Euro.
  • Anders als bei der Kurzzeitpflege wird Verhinderungspflege nur gewährt, wenn Sie als Pflegender davor bereits sechs Monate im Einsatz waren.
  • Wird die Verhinderungspflege von Verwandten ersten und zweiten Grades übernommen, zahlen die Pflegekassen maximal das 1,5-fache des Pflegegeldes aus. Geht die Ersatzpflege mit Verdienstausfällen einher, gibt es bis zu 1.612 Euro.
Info

Kurzzeitpflege für Demenzkranke

Wenn Sie einen Angehörigen mit Demenz pflegen, bedürfen Sie regelmäßiger Entlastung. Ziehen Sie daher die Möglichkeit der Kurzzeitpflege für Demenzkranke in Erwägung. Demenzkranke haben vollen Anspruch auf Kurzzeitpflege, den Pauschalbetrag von 1.612 Euro und weitere 125 Euro für zusätzliche Betreuungsleistungen. Der Betrag kann für die Unterbringungskosten bei der Kurzzeitpflege aufgewendet werden. So halten sich die Kosten für die Kurzzeitpflege für Demenzkranke im Rahmen.

 Pflegeeinrichtungen in Deutschland

Tipp

Werden Sie frühzeitig aktiv, wenn Sie einen Angehörigen in der Ferienzeit in einer Kurzzeitpflege-Einrichtung unterbringen möchten. Während der Schulferien sind diese Plätze ganz besonders gefragt. Rechtzeitig anmelden lohnt sich!

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Erstelldatum: 6102.10.82|Zuletzt geändert: 9102.11.02
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