Barrierefreies Wohnen und Bauen

Mit dem Alter wird der Alltag zunehmend beschwerlicher und es lauern einige Stolperfallen im Haushalt. Barrierearme Lösungen ermöglichen es, länger selbstbestimmt zuhause wohnen zu bleiben und sich im Alter sicher zu fühlen. pflege.de stellt Lösungen für das barrierearme Zuhause und Badezimmer sowie unterschiedliche Treppenlifte vor. Extra: So erhalten Sie finanzielle Unterstützung für Ihre Umbaumaßnahmen.

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Wer seine Wohnung oder sein Haus barrierefrei umrüstet, kann auch mit körperlichen Einschränkungen im Alter selbstbestimmt leben und im eigenen Zuhause wohnen bleiben. pflege.de klärt auf, worauf Sie bei der barrierefreien Umgestaltung Ihres Wohnumfelds achten müssen, welche Stolperfallen Sie günstig umbauen können und welche Fördermöglichkeiten es gibt.

So lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben – Das ist der Wunschtraum der meisten Menschen. Das eigene Zuhause ist über Jahre hinweg der persönliche Rückzugsort geworden, in dem man sich wohl fühlt, einen Großteil seines Alltags verbringt und seine Habseligkeiten aufbewahrt. Oft stecken viele Erinnerungen in der eigenen Wohnung oder im Haus, und neben dem emotionalen Wert hat man über Jahre hinweg meistens auch immer wieder Geld für die Instandhaltung der Immobilie investiert. Das eigene Zuhause ist somit Heimathafen und Altersvorsorge zugleich.

Doch mit zunehmendem Alter oder etwaigen Krankheiten wird der Alltag beschwerlicher. Während man früher flink jede Treppe erklommen hat, wird plötzlich die kleine Erhebung im Boden zur Stolperfalle und nimmt älteren Menschen Sicherheit.

Viele Senioren investieren dann in einen Hausnotruf, um im Notfall Hilfe rufen zu können. Die passende Lösung für ihren individuellen Bedarf finden Sie dann mit dem pflege.de Notruflotsen.

Spätestens wenn die Kraft nachlässt und die schwergängige Haustür nicht mehr aufgedrückt werden kann, die Augen nicht mehr so gut sehen und die Muskeln in Beinen und Oberkörper schwinden, besteht eine akute Gefahr für die Betroffenen, sofern diese nicht in einem barrierefreien Zuhause wohnen. Es lohnt sich daher für jeden auch schon im frühen Alter, sein Zuhause frühzeitig umzubauen, um im Alter barrierefrei wohnen zu können. Spätestens jedoch, wenn die ersten Beschwerden auftreten oder ein Angehöriger bspw. durch einen Schlaganfall oder einen Oberschenkelhalsbruch plötzlich pflegebedürftig wird, ist eine Modernisierung zwingend erforderlich. Alternativen zum barrierefreien Ausbau sind in dieser Situation dann oft nur der Umzug in eine barrierefreie Wohnung, ein Pflegeheim oder in eine Einrichtung für betreutes Wohnen.

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Barrierefreies Wohnen – Definition

In Deutschland sind nur die wenigsten Wohnungen barrierefrei: laut einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung gerade einmal zwei Prozent aller Wohngebäude. Doch was ist barrierefreies Wohnen eigentlich? Das Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (BGG) definiert in § 4 den Begriff „barrierefrei“ folgendermaßen:

Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.

Für ältere Menschen heißt das, dass sie sich durch Barrierefreiheit ein Stück Selbstständigkeit zurückerobern. Sie können sich eigenständig in ihrem Wohnumfeld bewegen, fühlen sich sicher und gewinnen mehr Lebensqualität zurück.
Für pflegende Angehörige heißt das, dass sie sich über mehr Entlastung, Sicherheit und Unabhängigkeit freuen können. Der Pflegebedürftige ist nicht mehr in dem Maße wie vorher auf Hilfe angewiesen und Angehörige wissen ihn sicher aufgehoben.


Barrierefreies Bauen: Kriterien & Grundlagen

Im Bereich des Bauens sind die Kriterien für Barrierefreiheit klar festgelegt. Sie sind für Wohngebäude in der DIN-Norm 18040-2 (Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 2: Wohnungen) festgesetzt, die die beiden Vorgängernormen 18025-1 (Wohnungen für Rollstuhlbenutzer) und 18025-2 (Barrierefreie Wohnungen) ersetzt. Darin ist festgelegt, wie die einzelnen Bereiche einer Wohnung laut Norm gestaltet sein müssen, damit sie als barrierefrei gelten. In der Bauordnung Ihres Bundeslands finden Sie die detaillierten technischen Baubestimmungen zur Barrierefreiheit.

Sofern Sie für Ihre Umbauten einen KfW-Zuschuss in Anspruch nehmen, müssen alle Baumaßnahmen die DIN-Norm erfüllen. Um Unterstützung für die Umbauten bei der Pflegekasse zu erhalten, muss die festgelegte Norm jedoch nicht im Detail erfüllt sein. Wichtiger ist in diesem Fall der Bedarf aufgrund Ihres persönlichen Gesundheitszustandes.

Einige Inhalte und Vorgaben der Norm sind für den barrierefreien Ausbau im eigenen Zuhause nicht immer sinnvoll oder realisierbar. Ein Beispiel: Die festgelegte freie Bewegungsfläche in Bädern ist zum Beispiel auf 120 x 120 cm bzw. 150 x 150 cm definiert. Nur in den wenigsten Bädern steht jedoch ohne Weiteres so viel Platz zur Verfügung. Letzten Endes ist die Art der Umbauten in Ihrem Zuhause vor allem von Ihrer persönlichen Situation abhängig. Sind Sie lediglich bewegungseingeschränkt, jedoch nicht auf einen Rollstuhl angewiesen, dann reicht unter Umständen auch eine freie Bewegungsfläche von 100 cm x 100 cm. Wenn Ihr Krankheitsverlauf jedoch darauf hinausläuft, dass Sie in Zukunft immer zusammen mit einer Pflegeperson im Bad oder doch einmal auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind, so ist der frühzeitige Umbau zugunsten einer größeren Bewegungsfreiheit im Bad sinnvoll.

Tipp

Nur der Begriff „barrierefrei“ ist rechtlich definiert. In vielen Planungsunterlagen ist hingegen von „barrierearmen“ oder „barrierereduzierten“ Wohnungen die Rede. In der Regel sind dann die Kriterien aus der DIN-Norm für barrierefreies Bauen nicht oder nur zum Teil erfüllt. Schauen Sie also genau hin, was in den Unterlagen Ihres Architekten oder Bauunternehmens steht! In der Praxis ist ein barrierearmes Umfeld häufig ausreichend, hinsichtlich Fördermaßnahmen sollte dies aber im Vorfeld geprüft werden.

 

Barrierefrei bauen: Wer darf Wohnräume anpassen?

Grundsätzlich darf jeder – sowohl Eigentümer als auch Mieter – sein Wohnumfeld barrierefrei gestalten. Nach § 554a, Abs. 1, Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) zur Barrierefreiheit kann jeder Mieter von seinem Vermieter die Zustimmung für bauliche Veränderungen am Mietobjekt einfordern, wenn er ein berechtigtes Interesse hat. Ein berechtigtes Interesse liegt vor, wenn entweder er oder ein Familienmitglied eine körperliche Einschränkung hat. Für Sie als Betreuungsperson, die als weiterer Mieter mit im Haushalt lebt, bedeutet das, dass Sie zunächst Ihren Vermieter um Zustimmung bitten müssen, wenn Sie den Wohnraum barrierefrei ausbauen möchten. Der Vermieter kann daraufhin seine Zustimmung verweigern, wenn „sein Interesse an der unveränderten Erhaltung der Mietsache oder des Gebäudes das Interesse des Mieters an einer behindertengerechten Nutzung der Mietsache überwiegt“, so das Gesetz. Das gilt allerdings nur für Umbauten, die in die Bausubstanz eingreifen, wie z. B. die Installation eines Hublifts, ein substanzieller Badumbau mit barrierefreier Dusche oder das Entfernen von Schwellen an Türen. Keine Genehmigung benötigen Sie als Mieter für kleinere Maßnahmen der Wohnungsanpassung wie z. B. die Installation eines Notrufs, das Anbringen von Haltegriffen oder eines elektrischen Türöffners. In der Praxis weigern sich Vermieter nur selten – selbst bei größeren Umbauten –, denn ein barrierefreier Umbau bringt auch dem Vermieter Vorteile:

  • Der Mieter bleibt länger in der Wohnung wohnen.
  • Der Vermieter muss keinen neuen Mieter suchen.
  • Die Immobilie des Vermieters gewinnt durch den fachgerechten barrierefreien Ausbau zusätzlich an Wert.
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Fördermöglichkeiten für Umbaumaßnahmen

Wenn Sie als Mieter – ob Senior oder pflegender Angehöriger – die Kosten für den Umbau übernehmen, haben Sie wie Hauseigentümer Chancen auf Fördermittel. Informieren Sie sich dazu frühzeitig.

Als Hauseigentümer haben Pflegebedürftige und Angehörige bei der Gestaltung ihrer Immobilie weitgehend freie Hand. Beachten Sie lediglich, ob Sie eine Baugenehmigung für bestimmte Maßnahmen einholen müssen. Wohnungseigentümer in Mehrfamilienhäusern müssen einige Dinge zusätzlich bedenken: Solange der barrierefreie Umbau nur die Wohnung betrifft, gelten die gleichen Regeln wie für Hauseigentümer. Sind jedoch auch Gemeinschaftsflächen wie etwa der Hauseingang betroffen, benötigen Sie eine Einwilligung der Eigentümergemeinschaft.

Was braucht man für ein barrierefreies Leben?

Fast jedes Gebäude lässt sich so umbauen, dass die Bewohner darin barrierefrei leben und ihren Alltag selbstständig bewältigen können. Nicht immer ist es dabei möglich, völlige Barrierefreiheit nach den gesetzlichen Bestimmungen zu erreichen, aber zumindest doch eine deutliche Reduzierung der Barrieren. Wesentlich ist, dass sich die Bewohner ein Höchstmaß an Unabhängigkeit bewahren und sich im eigenen Wohnumfeld selbst versorgen können.

Barrierefreiheit Definition
Ratgeber
Barrierefreiheit – Die Definition

Tipps und Tricks: Barrierefreiheit für wenig Geld

Schon Kleinigkeiten können für ein barrierefreies Leben viel bewirken: Um sich auch mit Handicaps frei bewegen zu können, ist grundsätzlich eine ausreichend große Bewegungsfläche wichtig. pflege.de gibt Tipps, wie Sie sich und Ihrer Familie bereits mit wenig Aufwand und geringen Kosten den Alltag erleichtern können.

  • Misten Sie aus!
    Alles, was einfach nur rumsteht und im Grunde keinen wirklichen Zweck hat, sollten Sie entsorgen. Das heißt: Weg mit den Blumentöpfen auf der Treppe, dem Tischchen in der Ecke und dem kleinen Regal mit der Deko. So schaffen Sie Bewegungsfreiheit.
  • Erhöhen Sie Sitzmöbel und Bett!
    Mit zunehmendem Alter fällt es schwerer, von Sessel, Sofa oder dem Bett aufzustehen. Je höher die Möbel sind, desto komfortabler ist das Aufstehen und Hinsetzen. Tauschen Sie tiefe Möbelstücke gegen höhere aus oder lassen Sie sich vom Schreiner höhere Beine an die vorhandenen Möbel montieren.
  • Bringen Sie Verlängerungen an Fenstergriffen an!
    Durch Fenstergriff-Verlängerungen können auch Menschen im Rollstuhl das Fenster öffnen und schließen. Es gibt fest montierte und mobile Verlängerungsgriffe. Eine noch komfortablere Alternative zu den mechanischen Verlängerungen sind nachrüstbare elektrische Antriebe mit Fernbedienung.
  • Beseitigen Sie Stolperfallen!
    Fußabstreifer oder -matten sollten Sie zugunsten des barrierefreien Wohnens festkleben oder in den Boden einlassen, damit man nicht darüber stolpern kann. Rutschhemmende Folien und Beschichtungen auf dem Boden verhindern Stürze und schaffen ein sicheres Trittgefühl.
  • Platzieren Sie Hilfsmittel griffbereit!
    Generell sollten Sie Hilfsmittel zum Greifen oder Gehen dort unterbringen, wo Sie sie oder Ihr pflegebedürftiger Angehöriger brauchen. Anziehhilfen zum Zuknöpfen von Jacken oder Anziehhilfen für Schuhe gehören also in die Garderobe bzw. in den Eingangsbereich. Auch eine Gehhilfe mit Einkaufskorb sollte in der Nähe der Haustür parat stehen.
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Intelligente Lösungen für mehr Barrierefreiheit

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Hilfsmitteln für Senioren oder Menschen mit Behinderungen auf dem Markt. Das Angebot reicht dabei vom Duschhocker über Mobilitätshilfen bis hin zum sprechenden Schlüsselanhänger. Auch aus dem Bereich Smart Home bzw. des Ambient Assisted Living (AAL) eignen sich viele technische Systeme zur Alltags-Erleichterung von Senioren und ihren pflegenden Angehörigen. Diese Systeme ermöglichen beispielsweise die bequeme Bedienung und Steuerung von Rollladen, Beleuchtung und der Heizung – und das alles bequem vom Sessel oder Bett aus via Fernsteuerung. Noch komfortabler wird das barrierefreie Wohnen, wenn Geräte oder Sensoren an neuralgischen Punkten mit dem Bewohner kommunizieren. So kann zum Beispiel ein mit einem Sender ausgestatteter Briefkasten anzeigen, ob der Postbote etwas eingeworfen hat und sich der Weg zum Briefkasten lohnt, oder die Waschmaschine im Keller schickt eine SMS aufs Smartphone, wenn der Waschgang beendet ist. Das erspart Senioren unnötige Gänge und spart deren Kräfte auf. Automatische Herdabschaltungen und Wasser-Stopp-Systeme bieten Sicherheit bei beginnender Demenz eines Angehörigen. Moderne Fernsehgeräte und Tablets ermöglichen die Kommunikation mit Bekannten, Freunden und Verwandten via Video – so können sich auch Angehörige aus der Ferne besser vom Zustand des Seniors überzeugen.

Leitfaden für ein barrierefreies Leben

Ein barrierefreies Leben umfasst viele Bereiche. In der Regel bedarf es einiger Detaillösungen, um umfassende Barrierefreiheit im Wohnbereich zu gewährleisten. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht mit den wichtigsten Aspekten für barrierefreies Wohnen:

  • Barrierefreier Eingangsbereich

    • Zum Hauseingang führen häufig Stufen, die von Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit nicht oder nur schwer überwindbar sind. Rollstuhlrampen & Rampensysteme helfen, die Treppe mit einem Rollstuhl oder Rollator zu überwinden. Es gibt sowohl fest installierbare Systeme als auch mobile, ausfahrbare Rampen.
    • Für größere Höhenunterschiede bis zur Haustür, kann ein Außenaufzug (z. B. ein Hublift) die barrierefreie Lösung für den Eingangsbereich sein.
    • Schwellen an Fenstertüren zur Terrasse sind gerade in Gebäuden älteren Baujahrs keine Seltenheit, jedoch typische Stolperfallen für Senioren. Kleinere Hindernisse überwinden beidseitige Türschwellen-Rampen. Größere Hindernisse erfordern eine bauliche Maßnahme, um einen schwellenfreien Übergang zu schaffen.
  • Treppensteigen erleichtern

    • Gerade die Treppe wird mit zunehmendem Alter ein unüberwindbares Hindernis. Durchgängige Handläufe an beiden Seiten und eine Ausleuchtung der Stufen durch LEDs machen sie sicherer.
    • Anti-Rutsch-Beläge und -Beschichtungen der Stufen sind eine weitere Möglichkeit, Treppen sicherer zu gestalten. Allerdings ist das nicht immer die beste Lösung. Denn wenn der Fuß beim Treppensteigen durch einen Anti-Rutsch-Belag abrupt stoppt, können Sie schnell das Gleichgewicht verlieren. Wägen Sie daher gut ab, ob ein Anti-Rutsch-Belag wirklich Sicherheit schafft.
    • Wesentlich komfortabler und sicherer sind Liftsysteme, die fest an der Treppe montiert sind. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Ausführungen vom Treppenlift, Sitzlift, Kurvenlift und Stehlift über den Homelift,  Plattformlift bis zum Außenlift.
  • Barrierefreies Bad

    • Im barrierefreien Badezimmer ist eine ausreichende Bewegungsfläche besonders wichtig. Als Minimum ist in der DIN-Norm eine freie Fläche von 120 x 120 cm definiert, besser sind 150 x 150 cm. Dieser Platz ist für Rollstuhlfahrer oder Personen mit Pflegeperson notwendig, für rein bewegungseingeschränkte Personen reicht aber auch eine kleinere Fläche aus. Für alle Umbauten gilt der persönliche Gesundheitszustand als entscheidend.
    • Die Dusche sollte bodengleich und mit einem rutschfesten Bodenbelag ausgestattet sein. In vielen Fällen ist aber auch ein rutschhemmender Belag ausreichend. Er ist für den Hausgebrauch zudem viel praktikabler, da er ebenso sicher ist und sich leichter reinigen lässt.
    • Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Badewanne barrierearm bzw. barrierefrei zu gestalten. Beispiele sind die Sitzbadewanne, der Badewannenlift oder der Umbau von der Wanne zur Dusche.
    • Neben der Toilette sollte auf einer Seite mindestens 90 cm Platz sein, damit ein Rollstuhlfahrer sie eventuell auch seitlich anfahren kann.
    • Haltegriffe und Duschsitze geben Sicherheit.
    • Bei Waschtisch und Toilette sollten Sie auf die Höhe achten. In manchen Fällen empfehlen sich Sanitärobjekte, die Sie per Fernbedienung in eine höhere oder niedrigere Position fahren können.
    • Bei den Armaturen lohnt es sich, auf Ergonomie zu achten. Diese sind leichter zu handhaben und meist auch einfacher zu reinigen.
    • Sicherer wird ein Badezimmer auch durch seine Zugangstür. Statt Türen, die sich nach innen öffnen, bieten sich Schiebetüren oder nach außen öffnende Türen an. Diese beide Varianten kann man immer gut öffnen, selbst wenn der Pflegebedürftige im Bad gestürzt ist und sein Körper das Öffnen der Tür behindert.
  • Wohnräume barrierefrei gestalten

    • Beim Austausch der Fenster sollte man auf niedrigere Griffe oder Fenstergriff-Verlängerungen achten, damit Senioren die Fenster auch im Sitzen öffnen können. Wer zudem elektrisch betriebene Rollläden wählt, sorgt dadurch für den Komfort im hohen Alter vor.
    • Bei Möbeln ist die Standsicherheit von großer Bedeutung, damit sich Senioren unter Umständen darauf abstützen können.
    • Ein elektrisches Bett, dessen Matratze sich motorbetrieben in Sitzposition fahren lässt, hilft beim Aufstehen und bietet auch bei Mobilitätseinschränkungen eine sichere Hilfe.
    • Für barrierefreie Türen und Fenstern sollten Sie generell auf Leichtgängigkeit achten.
    • Eine gute Beleuchtung, die sich am besten automatisch über Bewegungsmelder ein- und ausschaltet, verhindert Stürze und schafft Sicherheit im barrierefreien Zuhause.
    • Zugunsten der Barrierefreiheit können Sie auch die sogenannte Raumgeometrie der Räume verbessern. Dazu gehört die Verbreiterung der Türdurchgänge für Rollstuhlfahrer ebenso wie der Abbau von Schwellen (z. B. zu Balkon oder Terrasse) und mögliche Änderungen des Raumzuschnitts.
  • Barrierefreie Küche

    • In der barrierefreien Küche ist alles darauf ausgelegt, dass Bewohner die Kochutensilien gut erreichen können – auch Rollstuhlfahrer. Höhenverstellbare Oberschränke und unterfahrbare Arbeitsplatten sind somit ideal.
    • Generell gilt: Komplett-Ausziehschubladen sind besser geeignet als Schränke, da man hier auch noch im Sitzen gut an Töpfe, Pfannen und Co. kommt.
    • Arbeitsstühle, die sich unter die Arbeitsplatte fahren lassen, erleichtern gehandicapten Menschen die Küchenarbeit ungemein.
    • Kleinere Utensilien wie besonders leichtgängige Dosenöffner oder spezielles gut greifbares Besteck sind ebenfalls praktische Hilfsmittel.

Grundrisse für barrierefreies Wohnen und Bauen

Ein rollstuhlgerechter und barrierefreier Grundriss zeichnet sich durch möglichst viel Freifläche zum Rangieren mit dem Rollstuhl aus. Im Übrigen erleichtert ausreichend Platz auch Ihnen als pflegender Angehöriger die Arbeit mit dem Betreuungsbedürftigen.

Beispiel zur barrierefreien Modernisierung einer Zwei-Zimmer-Wohnung:

Wenn Sie wie viele Deutsche in einem kleinen mehrstöckigen Haus wohnen, wägen Sie bei der Neugestaltung Ihres Wohnraums genau ab, welche Zimmer im Erdgeschoß und welche in den oberen Stockwerken untergebracht sein sollten. Auch wenn das Schlafzimmer immer im Obergeschoß war, können Sie sich den beschwerlichen Weg treppauf, treppab mehrmals am Tag sparen, wenn Sie das Schlafzimmer und das dazugehörige Bad ins Erdgeschoß verlegen. Überlegen Sie deshalb bei der Planung genau, welche Räume Sie wie häufig benutzen und gestalten Sie Ihr Haus entsprechend um.


Finanzierung und Fördermöglichkeiten für barrierefreies Bauen

Eine Wohnung oder ein Haus barrierefrei umzubauen und einzurichten, kostet Geld. Die gute Nachricht: Der Staat unterstützt Bau- und Umbaumaßnahmen, die Barrieren vermeiden oder abbauen, u. a. über das Programm „Altersgerecht Umbauen“ der KfW-Förderbank. Hier können Sie zwischen einem zinsvergünstigten Kredit bis zu 50.000 Euro oder einem Investitionszuschuss von maximal 6.250 Euro pro Wohneinheit wählen. Die genauen Förder-Bedingungen sind online unter www.kfw.de in einem Merkblatt aufgelistet. Wichtig zu wissen ist, dass die Förderung unbedingt vor Beginn der Bauarbeiten über die Hausbank beantragt werden muss, und dass die Vorgaben aus der entsprechenden DIN-Norm eingehalten werden müssen.

Info

4.000 Euro-Zuschuss von der Pflegekasse

Bei einem anerkanntem Pflegegrad kann Ihre Pflegekasse barrierefreie Maßnahmen wie einen Badumbau oder den Einbau eines Treppenlifts mit bis zu 4.000 Euro fördern. Leben mehrere Personen mit anerkannter Pflegebedürftigkeit zusammen, können bis zu vier mal 4.000 Euro, also insgesamt 16.000 Euro, bezuschusst werden. 

Die meisten Bundesländer und vereinzelt auch Kommunen haben eigene Förder-Programme zur Wohnraumanpassung aufgelegt. Ist ein Bewohner pflegebedürftig, beteiligt sich unter bestimmten Voraussetzungen auch die Pflegekasse im Rahmen der Wohnraumanpassung an den Umbaukosten. Versicherte können dabei mit bis zu 4.000 Euro Unterstützung rechnen, die einmalig für alle Maßnahmen der Barrierereduzierung bezahlt werden, wenn sie auch tatsächlich für den Zustand des Versicherten erforderlich sind. Das bedeutet: Die Maßnahme muss die Lebenssituation des Versicherten deutlich verbessern und die Einschränkung bis zu einem sinnvollen Grad beheben. Eine weitere Bezuschussung der Pflegekasse von bis zu 4.000 Euro ist immer dann wieder möglich, wenn sich die Lebenssituation des Versicherten verändert hat und Maßnahmen erforderlich werden, die bislang nicht benötigt wurden.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Ihr Angehöriger lebt in einem zweistöckigen Haus. In die Duschkabine mit Sockel kann er noch ohne Probleme steigen, aber die Treppenstufen schafft er nicht mehr ohne Hilfe. Sie denken über den Einbau eines Treppenlifts nach und stellen einen Antrag. Nach individueller Prüfung gewährt die Pflegekasse eine Unterstützung von bis zu 4.000 Euro für die Treppenlift-Kosten. Später (Zeitraum ist nicht entscheidend) verschlechtert sich die Mobilität Ihres Angehörigen weiter und er kann den Sockel zur Duschkabine nicht mehr überwinden. Sie stellen erneut einen Antrag bei der Pflegekasse auf eine bodenebene Dusche und die Pflegekasse gewährt erneut einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro. Die Bezuschussung ist jedoch immer eine Einzelfallentscheidung und hängt von Ihrer individuellen Situation ab.

Tipp

Beratung zu Finanzierung und dem Beantragen von Fördermitteln bieten die regionalen Wohnberatungsstellen.

Ausblick: Wann lohnt es sich, die Wohnung barrierefrei umzubauen?

Erst zum Zeitpunkt der motorischen Einschränkung des Pflegebedürftigen mit dem Umbau zu beginnen, ist für viele Menschen eine große Belastung, da sie Planung, Ausführung und Finanzierung unter Zeitdruck organisieren müssen. Daher raten Experten: Bauen Sie frühzeitig und kontinuierlich Hindernisse ab. Auch mit einem höheren Pflegegrad (Pflegegrad 3 oder Pflegegrad 4) kann der Pflegebedürftige so später im Allgemeinen zuhause wohnen bleiben, vorausgesetzt er erhält Hilfe bei bestimmten Tätigkeiten. Wenn allerdings bereits die Pflegebedürftigkeit mit Bettlägerigkeit und einer Pflegebedürftigkeit rund-um-die-Uhr erreicht ist, macht es für diesen Bewohner nur noch wenig Sinn, Barrierefreiheit zu schaffen. Aber vielleicht für die anderen Familienmitglieder? Für eine barrierefreie Wohnung ist es nie zu früh – schließlich ist ein solcher Umbau immer auch mit einem Plus an Wohnkomfort verbunden und steigert in aller Regel den Wert Ihrer Immobilie.

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Erstelldatum: .22.215102|Zuletzt geändert: .02.809102
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