Pflegeheim-Kosten – Was kostet ein Platz im Pflegeheim?

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Altenheim Kosten

Wenn Sie sich zusammen mit Ihrem Angehörigen für die Unterbringung im Pflegeheim entschieden haben, taucht bestimmt die Frage nach den Kosten auf. Die Unterbringung im Pflegeheim kostet, schließlich muss die Rundumversorgung im Altersheim auch bezahlt werden. Dafür gibt es mehrere Komponenten wie Pflege, Unterkunft, Verpflegung und die sog. Investitionskosten, die die monatlichen Kosten für ein Pflegeheim ergeben. pflege.de beschreibt, welche Komponenten zu den Kosten im Pflegeheim gehören und wer diese Kosten trägt.

Inhaltsverzeichnis

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Pflegeheim-Preise: Woraus bestehen die monatlichen Kosten für ein Pflegeheim?

Sicherlich wollen Sie nur das Beste für Ihre Angehörigen und vielleicht haben Sie auch schon eine Ahnung, dass das nicht günstig wird. Die größten Posten auf der monatlichen Rechnung der Pflegeheimkosten sind:

  1. Pflege
  2. Unterkunft & Verpflegung
  3. Investitionskosten.

Gelegentlich werden Sie dort auch Zuschläge wie eine Ausbildungsvergütung (für Auszubildende, die in der Einrichtung beschäftigt werden), Kosten für eine integrierte Versorgung und weitere Forderungen, wenn Ihr Angehöriger Zusatzleistungen braucht (etwa Artikel für die Versorgung bei Inkontinenz), entrichten müssen.

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Generell können Sie davon ausgehen, dass die Pflegeheim-Zuzahlung – also der Teil der Heimkosten, den Sie bzw. Ihr Angehöriger aufbringen muss – bei monatlich rund 1.500 Euro liegt, wenn der Versicherte eine anerkannte Pflegestufe (bis 31.12.2016) bzw. einen Pflegegrad (seit 01.01.2017) hat.

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Teil 1: Die Kosten für die pflegerische Versorgung im Heim

Eine gute und umfassende Pflege ist Ihnen und Ihrem Angehörigen sehr wichtig und oft der Hauptgrund für den Umzug ins Pflegeheim. Jeder Versicherte, der einen anerkannten Pflegegrad (seit 01.01.2017; bis 31.12.2016: Pflegestufe) hat, hat Anspruch auf Pflegeleistungen für die Pflege in einer stationären Einrichtung wie einem Pflegeheim. Diese Leistungen variieren je nach Pflegebedürftigkeit. Die Pflegeheim-Kosten verringern sich stets um die Leistungen, die die Pflegeversicherung übernimmt.

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Die Leistungen der Pflegeversicherung für die unterschiedlichen Pflegegrade betragen für die vollstationäre Pflege im Pflegeheim derzeit:

Zum Vergleich die Leistungen für die stationäre Pflege, die Versicherten mit anerkannter Pflegestufe (gültig bis 31.12.2016) zustanden:

Sonderfall: Pflegeheim-Kosten ohne Pflegegrad / Pflegestufe?

Die Altenpflege im Heim ohne Pflegegrad (seit 01.01.2017) bzw. Pflegestufe (bis 31.12.2016) zu finanzieren ist möglich, aber teuer. Die Leistungen der Pflegeversicherung entfallen, das Sozialamt finanziert nicht mit. Außerdem muss grundsätzlich eine Heimbedürftigkeitsbescheinigung vorliegen. Hat Ihr Angehöriher keinen Pflegegrad, möchte aber dennoch in ein Heim? Es lohnt sich, mit einem Pflegeheim zu sprechen, ob eine Aufnahme auch ohne anerkannte Pflegebedürftigkeit möglich ist und wie hoch die Altersheimkosten sind. Auf die Frage, was ein Altersheim ohne Pflegestufe / Pflegegrad kostet, gibt erst das Gespräch mit dem jeweiligen Betreiber eine detaillierte Auskunft. Pro Monat kostet ein Pflegeheimplatz in Deutschland durchschnittlich ca. 3.000 Euro. Die Preise variieren allerdings stark und sind abhängig vom Heim, der Zimmerausstattung, dem Standort des Heims und dem Bundesland.

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Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen für Menschen mit Demenz

Wenn bei Ihrem Angehörigen die Alltagskompetenz eingeschränkt ist, er also etwa an einer Demenz erkrankt ist, erhält er pro Monat zusätzlich 125 Euro für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen.

Teil 2: Die Kosten für Unterkunft & Verpflegung im Pflegeheim

Im Grunde ist ein Zimmer oder ein Apartment in einem Pflegeheim nichts anderes als ein Hotelzimmer mit Vollpension. Daher gehören auch Unterkunft und Verpflegung zu den monatlichen Pflegeheim-Kosten. Die Finanzierung dieser Pflegeheimkosten gehört zum Eigenanteil, den Versicherte selbst tragen müssen, denn schließlich hätte er diese Kosten auch ohne Pflegebedürftigkeit gehabt.

Neben der Vollpension gehören zu den Unterkunftskosten folgende Posten:

  • Reinigung des Zimmers und der Gemeinschaftsräume
  • Wartung und Unterhalt des Gebäudes
  • Wäscheversorgung
  • Müllentsorgung
  • Leistungen für Veranstaltungen

Die Pflegeheim-Kosten für Unterkunft & Verpflegung sind abhängig von der Zimmergröße und den Leistungen, die das Pflegeheim bietet. Sie liegen bei mehreren hundert Euro und sind zudem abhängig von der Region und der Einrichtung.

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Unterschiedliche Zimmer kosten unterschiedlich viel Geld

Bei der Unterkunft haben Sie – wenn Sie nicht gerade ein kleines Heim auf Ihrem Wunschzettel haben – durchaus Wahlmöglichkeiten. Es ist etwa so wie auf dem Mietwohnungsmarkt: Schicke City-Apartments mit Balkon kosten nun einmal mehr als kleine Erdgeschosswohnungen am Stadtrand. Auch im selben Altenheim sind nicht alle Zimmer gleich. Manche liegen dicht am Fahrstuhl (was laut sein kann, aber auch bequem ist); andere Zimmer liegen auf der Schattenseite oder zur lauten Hauptverkehrsstraße hinaus. Das kann sich auf den Preis auswirken.

Fragen Sie deshalb genau nach, wie die Preisgestaltung für die einzelnen Zimmer aussieht. Ein Balkon oder eine Terrasse werden sicherlich mit ein paar Euro mehr zu Buche schlagen.

Teil 3: Die Investitionskosten im Pflegeheim

Ein wichtiger Teil der monatlichen Kosten sind die Pflegeheim-Investitionskosten, die jedes Pflegeheim erhebt und anteilig auf die Bewohner umlegt. Das können im Monat einige hundert bis über 1.000 Euro sein. Im Bundesdurchschnitt schlagen die Investitionskosten mit rund 500 Euro im Monat zu Buche.

Vergleichbar sind diese Investitionskosten fürs Pflegeheim mit der Instandhaltungsrücklage, wie Sie sie z. B. aus Ihrer Mietwohnungsabrechnung oder Ihrer Eigentumswohnung kennen. Auch ein Pflegeheim ist letztlich ein Mehrparteienhaus und muss instand gehalten werden. Ob nun das Dach undicht ist oder neue Fenster eingesetzt werden müssen – der Betreiber darf die Kosten auf alle Mieter bzw. Bewohner umlegen.

Zu den Pflegeheim-Investitionskosten gehören:

  • Bau- bzw. Erwerbskosten der Einrichtung
  • Instandhaltungskosten
  • Miet- und Pachtzahlungen, die der Betreiber zu zahlen hat oder Abschreibungen und Darlehenszinsen
  • Kosten für Gemeinschaftsräume und -flächen, Küchen, Pflegebäder und deren Ausstattung
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Pflegeheim-Investitionskosten sind unterschiedlich hoch – Achten Sie daher auf Alter und Zustand des Pflegeheims!

Jeder Mieter weiß es: In einem Neubau dürfte es in den ersten Jahren wohl kaum zum Austausch von Fenstern und Türen kommen, genauso wenig fallen teure Fassadendämmungen an. Bei einem Altbau könnte sich der Investitionsbedarf dagegen schnell summieren. Das ist bei einem Pflegeheim nicht anders. Die alte Villa im Grünen könnte durchaus erheblich mehr Investitionskosten pro Monat aufrufen als der Neubau auf der grünen Wiese.

Auch der Standort des Pflegeheimes bestimmt die Investitionskosten. Einrichtungen in großen Städten wie etwa Hamburg oder München sind immer teurer als Heime in eher ländlichen Gegenden wie bspw. Mecklenburg-Vorpommern.

Tipp: Nicht immer müssen Sie alle Investitionskosten zahlen – Fragen Sie nach, ob Ihr Pflegeheim gefördert wird

Früher wurden Pflegeheime stärker öffentlich gefördert und die Bewohner mussten sich deshalb nicht an allen Investitionskosten beteiligen. Aber die öffentliche Förderung findet – wegen klammer kommunaler Kassen – heute kaum noch statt. Wird ein Pflegeheim aber gefördert, so müssen die Bewohner folgende Kosten nicht bezahlen (vgl. § 82 Abs. 3 und 4 SGB XI):

  • Aufwendungen für den Erwerb und die Erschließung von Grundstücken
  • Aufwendungen für den Anlauf oder die innerbetriebliche Umstellung von Pflegeeinrichtungen
  • Aufwendungen für die Schließung von Pflegeeinrichtungen oder ihre Umstellungen auf andere Aufgaben
  • Aufwendungen, die bereits durch öffentliche Fördermittel gedeckt sind (keine Doppelfinanzierung).
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    Neuer Pflege-TÜV zur Bewertung von Pflegeheimen

    Ab Herbst 2019 werden Benotungen für Pflegeheime über den neuen sogenannten Pflege-TÜV vorgenommen. Dabei wird die Ergebnisqualität der Pflege in den Fokus genommen. Es wird also danach gefragt, welche Ergebnisse die Pflege erzielt. 

Pflegewohngeld in Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein

Wenn Sie in Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein einen Pflegeheim-Platz für Ihren Angehörigen suchen, gibt es einen kleinen Zuschuss zu den Kosten: das Pflegewohngeld. Die Höhe variiert je nach Bundesland.

Pflegewohngeld: In 3 Schritten zum Zuschuss

  1. Erkundigen Sie sich – ggf. über die Pflegeheimverwaltung – welche Vermögensgrenzen eingehalten werden müssen, um Ansprüche auf das Pflegewohngeld zu haben.
  2. Fordern Sie das Pflegeheim auf, einen entsprechenden Antrag beim zuständigen Sozialamt zu stellen.
  3. Stellt das Heim keinen Antrag, können Sie das selbst tun.

 

Tipp
Pflegewohngeld – jedes Jahr neu beantragen

Den Antrag auf Pflegewohngeld müssen Sie jedes Jahr neu einreichen. Das Pflegewohngeld erhält übrigens die Einrichtung, nicht der Antragsteller.

Taschengeld im Pflegeheim – das Sozialamt hilft

Neben Kost, Logis und tollen Veranstaltungen möchte sich wohl jeder Pflegeheimbewohner auch mal den einen oder anderen Wunsch erfüllen. In vielen stationären Einrichtungen gibt es dafür Kioske für Zeitungen oder eine Tafel Schokolade oder das hauseigene Café, in dem man mit Besuch gemütlich zusammensitzen kann. Daneben brauchen auch Bewohner manchmal neue Kleidung oder möchten an Sonderaktivitäten teilnehmen, die extra kosten. Gut situierte Bewohner verwenden dazu ihr Vermögen. Wer auf Sozialhilfe angewiesen ist, erhält für die kleinen Wünsche des Alltags mindestens 109,08 Euro pro Monat Taschengeld im Pflegeheim. So regelt es § 27b Sozialgesetzbuch Zwölf (SGB XII).

Schonvermögen und Vermögen im Pflegeheim

Um den Eigenanteil für die Kosten im Pflegeheim zu decken, müssen die Bewohner auch ihr Vermögen in Form von Haus, Aktien und sonstigem Eigentum zur Bezahlung der Heimkosten verwenden, falls sie keine anderen finanziellen Rücklagen mehr haben. Was ihnen noch bleibt, ist das sog. Schonvermögen: Pflegebedürftigen steht ein Schonbetrag von 5.000 Euro (Stand: 07/2017) zu, den sie nicht für die Finanzierung der Pflege verwenden müssen, der gleiche Betrag wird auch beim Ehepartner verschont. Besitzt der Pflegebedürftige eine Immobilie, die vom Ehepartner bewohnt wird, wird diese zum Schonvermögen gezählt – sofern sie als angemessen anzusehen ist.

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Elternunterhalt im Pflegeheim: Wann müssen Kinder für ihre Eltern zahlen?

Kinder haften in Form des Elternunterhalts für ihre Eltern, wenn deren Rente und eigenes Vermögen die Kosten für einen Heimplatz nicht decken. In intakten Familien werden sich Kinder nicht lange bitten lassen, doch diese Unterhaltspflicht der Kinder gilt auch, wenn sich Kinder und Eltern schon jahrzehntelang spinnefeind waren. So entschied der Bundesgerichtshof am 12. Februar 2014 (Az.: XII ZB607/12): Auch verstoßene Kinder können von den Sozialämtern für ihre im Pflegeheim lebenden Eltern zur Kasse gebeten werden.

Aber tatsächlich haben Kinder einen großen Freiraum. Denn nach der „Düsseldorfer Tabelle“ steht ihnen als den Unterhaltspflichtigen immer ein angemessener Selbstbehalt zu. Hat der Unterhaltspflichtige Partner und Kind, so liegt der Selbstbehalt bei mindestens 3.105 Euro monatlich.

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Wenn das Sozialamt nachfragt, lohnt sich scharfes Rechnen

Das Sozialamt hat Ihnen den Fragebogen für die Zahlungspflicht zugeschickt? Dann heißt es für Sie, sich einen lückenlosen Überblick über Einnahmen und Ausgaben zu verschaffen. Dazu nehmen Sie eine sog. Einkommensbereinigung vor: Von Ihrem monatlichen Einkommen können Sie folgende Beträge abziehen:

  • für die Altersvorsorge
  • für eine private Kranken- und Pflegeversicherung
  • Aufwendungen für Kinderbetreuung
  • Unterhaltskosten
  • berufsbedingte Aufwendungen, Werbungskosten
  • laufende Ratenzahlungen
  • in manchen Fällen auch Rücklagen für baldige Anschaffungen

Vorsicht: Vergessen Sie die Einkünfte aus Vermietung/Verpachtung oder die Erträge aus Geldanlagen nicht. Denn die steigern Ihr Monatseinkommen.

Wohlgemerkt: Es geht hier gar nicht darum, den Eltern den Lebensabend zu missgönnen. Doch Sie und Ihre Familie dürfen auch die gesetzlichen Spielräume ausnutzen. Ihr Eigenheim steht übrigens auch nicht auf dem Spiel. Das gehört, ebenso wie angemessene Rücklagen fürs Alter, zum sogenannten Schonvermögen.

Nachbemerkung: Das Urteil des Bundesgerichtshofs macht aber auch eindeutig klar: Kinder haften für ihre Eltern, sofern sie die finanziellen Möglichkeiten haben. So wurde in dem o. g. Urteil ein Sohn dazu verpflichtet, seinen Vater bei der Finanzierung der Heimkosten zu unterstützen. Dabei hatte der Vater seinen damals 17-jährigen Sohn und dessen Mutter verlassen und sich nie mehr um ihn gekümmert. Später enterbte er seinen Sohn sogar testamentarisch. Erst nach 30 Jahren, als die Rente des Vaters für die Heimkosten nicht ausreichte, erinnerte er sich an seinen Sohn. Der war, mittlerweile Beamter, durchaus gut situiert und der Bundesgerichtshof verpflichtete ihn zum Unterhalt. Das Gericht fand, dass sich der Vater zumindest in den ersten Lebensjahren des Sohnes um diesen gekümmert habe. Damit hatte er Anspruch auf die familiäre Kostenhilfe.

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Mutter im Pflegeheim – wer zahlt?

Nicht jedes Kind muss für seine Eltern Zahlungen zum Heimplatz entrichten. Ganz genau formuliert es § 1611 Abs. 1 BGB: „Ist der Unterhaltsberechtigte durch sein sittliches Verschulden bedürftig geworden, hat er seine eigene Unterhaltspflicht gegenüber dem Unterhaltspflichtigen gröblich vernachlässigt oder sich vorsätzlich einer schweren Verfehlung gegen den Unterhaltspflichtigen oder einen nahen Angehörigen des Unterhaltspflichtigen schuldig gemacht, so braucht der Verpflichtete nur einen Beitrag zum Unterhalt in der Höhe zu leisten, die der Billigkeit entspricht. Die Verpflichtung fällt ganz weg, wenn die Inanspruchnahme des Verpflichteten grob unbillig wäre.“ (Quelle)

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Schenkungen müssen ggf. rückgängig gemacht werden

Wenn der nun Pflegebedürftige innerhalb der letzten zehn Jahre Vermögenswerte per Schenkung an den Partner oder die Kinder übertragen hat, so müssen diese Schenkungen evtl. rückgängig gemacht werden.

Pflegekosten durch den Hausverkauf decken

Wohnen und Pflege im Heim kosten durchschnittlich 3.000 Euro im Monat. Wenn Rente und Pflegeversicherung zur Deckung dieser Ausgaben nicht ausreichen, ist der Verkauf des Eigenheims eine Option, auf die viele Menschen zurückgreifen. Dieser Verkauf ist oft gerade emotional nicht einfach.

Ein erster Schritt ist oft die unverbindliche Schätzung des Immobilienwerts. Allein zu wissen, welchen Preis das Haus oder die Wohnung bei einem Verkauf erzielen würden, ist oftmals sehr hilfreich für die weitere Planung.

Sozialhilfe und Sozialamt im Pflegeheim – Was tun, wenn Rente und Vermögen nicht reichen?

Eine Faustformel können Sie sich merken: Die Kosten für einen Platz im Pflegeheim sind immer höher als die Leistungen der Pflegeversicherung. Gut, wenn Ihre Rente für den Eigenanteil ausreicht. Denn das ist die erste Quelle, wenn es um die Kosten für den Pflegeheimplatz geht, die die Pflegeversicherung nicht übernimmt. Übrigens: Ihre Rente müssen Bewohner – maximal bis auf ein Taschengeld von 109,08 Euro – zur Deckung der Heimkosten verwenden.

Ist das Vermögen aufgebraucht und die Rente maximal herangezogen, bleibt der Antrag auf „Hilfe zur Pflege“, wie er in § 61 SGB XII formuliert wurde. Die Hilfe zur Pflege steht grundsätzlich jedem Pflegebedürftigen zu. Denn Sozialhilfe im Pflegeheim ist nicht nur möglich, sondern oft auch unumgänglich.

Tipp
Unbedingt rechtzeitig beantragen

Stellen Sie diesen Antrag auf Sozialhilfe im Pflegeheim unbedingt rechtzeitig. Nämlich bereits dann, wenn Sie absehen können, dass Rente, eigenes Vermögen und Unterhaltsverpflichtung etwaiger Gatten/Kinder die Heimkosten nicht decken können. Die Hilfe zur Pflege wird nicht rückwirkend ausgezahlt, sondern erst, wenn das Sozialamt über die Bedarfslage informiert wurde.

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Interview

So setzen sich Pflegeheimkosten zusammen

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Ulrike Kempchen
Im Interview
Ulrike Kempchen
Rechtsanwältin

Ulrike Kempchen ist Rechtsanwältin, arbeitet seit 2010 bei der Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V. (BIVA-Pflegeschutzbund) und leitet seit 2014 den rechtlichen Bereich des Vereins. Sie ist Expertin zum Thema Heimrecht.

In Deutschland werden die meisten Pflegebedürftigen zuhause von ihren Angehörigen versorgt. In vielen Fällen ist ein Umzug ins Pflegeheim aber eine gute Alternative. Doch was kostet das Leben in einem Pflegeheim und wie setzen sich diese Kosten genau zusammen? Rechtsanwältin Ulrike Kempchen vom Pflegeschutzbund BIVA spricht mit pflege.de über die Zusammensetzung der Pflegeheimkosten und macht deutlich, worauf Bewohner und ihre Angehörigen achten sollten.

 

Frau Kempchen, als Rechtsanwältin beim BIVA-Pflegeschutzbund setzen Sie sich für die Rechte von Pflegebedürftigen ein und sind Expertin im Heimrecht. Für viele Pflegebedürftige und Angehörige, die sich erstmals mit der stationären Versorgung auseinandersetzen, sind vor allem die Kosten unbekanntes Terrain. Mit welchen Ausgaben müssen Senioren bzw. deren Familien rechnen?

An sich gibt es fünf Komponenten:

  1. Kosten für die Pflege
  2. Unterkunft
  3. Verpflegung
  4. Investitionskosten
  5. Ausbildungskosten

Die Kosten für Pflege, Unterkunft und Verpflegung (1, 2 und 3) werden zwischen dem Leistungserbringer, also dem Pflegeheim, und dem Kostenträger, sprich den Pflegekassen und Sozialhilfeträgern, für die Betroffenen verhandelt. Von den verhandelten Pflegekosten sind die Zuschüsse der Pflegekassen je nach Pflegegrad des Betroffenen abzuziehen. Den Rest der anfallenden Pflegekosten zahlt der Pflegebedürftige selbst, ebenso wie die Kosten für Unterkunft und Verpflegung.

Die Investitionskosten (4) hängen hingegen stark von der Region ab. Sie sind z. B. in Nordrhein-Westfalen sehr hoch, während sie in den neuen Bundesländern im Verhältnis niedriger sind. Das hat vor allem mit dem Bau und der Entstehung der Einrichtung zu tun. Die Investitionskosten sind grundsätzlich von den Bewohnern selbst zu zahlen.

Die Ausbildungskosten (5) werden entweder auch mit den jeweiligen Landesbehörden verhandelt oder durch einen Umlagefonds finanziert. Auch sie sind von den Bewohnern zu tragen. Die durchschnittlichen Kosten für einen Heimplatz belaufen sich auf rund 3.500 Euro pro Monat. Das kann aber tatsächlich auch bis über 4.000 Euro hinaus gehen oder, wie in den neuen Bundesländern, darunter liegen.

Wer muss für die Kosten aufkommen, wenn die Rente des Pflegebedürftigen die Pflegekosten nicht deckt?

Bei vielen Menschen reicht die Rente nicht für einen Heimplatz aus. Es gibt dann die Möglichkeit der Hilfe zur Pflege, bei welcher der Sozialhilfeträger die Kosten übernimmt. In Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein gibt es zudem die Möglichkeit des Pflegewohngeldes, welches die Investitionskosten decken soll, wenn das eigene Einkommen bzw. Vermögen nicht dafür ausreicht.

Das Pflegewohngeld wird in der Regel von der stationären Pflegeeinrichtung selbst beantragt und dann auch direkt vom Sozialamt an das Pflegeheim gezahlt.
Ulrike Kempchen

Der Sozialhilfeträger schaut natürlich generell immer, ob er das Geld, welches im Rahmen von Hilfe zur Pflege gewährt wurde, wiederbekommen kann und geht dann im Rahmen des Elternunterhalts auf die Kinder zu. Die Einkommensgrenzen sind hier jedoch relativ hoch und es gibt Freibeträge.

Unterscheidet sich der zu leistende Eigenanteil je nach Pflegegrad des Bewohners oder bezahlen alle den gleichen Anteil?

Seit 2017 bezahlen alle Pflegebedürftigen den gleichen Eigenanteil im Pflegeheim. Die Kosten für die Pflege werden natürlich anhand des Pflegebedarfs kalkuliert. Mit steigendem Pflegebedarf steigen auch die Kosten, weil z. B. mehr Leistungen erbracht werden müssen und mehr Personaleinsatz erforderlich ist. Dadurch entstehen für Personen, die z. B.  Pflegegrad 4 haben, höhere Kosten als bei einer Person mit Pflegegrad 2. Aber damit Personen, die ohnehin schon von einer schweren Pflegebedürftigkeit betroffen sind, nicht zusätzlich mit höheren Kosten belastet werden, hat man sich im Rahmen des zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) für den einrichtungseinheitlichen Eigenanteil entschieden.

Das bedeutet, vereinfacht ausgedrückt, dass eine Art Mittelwert der Bewohner in dem Heim gebildet wird. Damit bezahlen nach Abzug des jeweiligen Zuschusses der Pflegeversicherung alle den gleichen Betrag für die Pflege. Das hat natürlich auch zur Folge, dass jemand mit Pflegegrad 2 im Verhältnis mehr für die Pflege bezahlt als jemand, der schwerstpflegebedürftig ist. Der Vorteil dabei: Ändert sich der Pflegebedarf, kann eine Leistungsanpassung einfacher erfolgen, weil sich der Eigenanteil nicht ändert.

Müssen Bewohner in einem Pflegeheim eine Mietsicherheit zahlen?

Grundsätzlich kann auch eine Pflegeeinrichtung eine Sicherheit verlangen. Die Einrichtungen wissen in der Regel aber, dass die Pflegeversicherung für einen Teil der Kosten aufkommt und der Rest über die Rente oder die Hilfe zur Pflege gedeckt wird. Von daher ist es eher unüblich, dass eine Kaution genommen wird. Diese Situation kommt eher in den hochpreisigen Seniorenresidenzen vor.

Darf der Betreiber die Heimkosten jederzeit erhöhen? Was sind die Voraussetzungen für eine Preiserhöhung?

Grundsätzlich kann jede Kostenkomponente erhöht werden, wenn sich die sog. Berechnungsgrundlage verändert, also wenn ersichtlich wird, dass die bis dato erhobenen Entgelte nicht ausreichen, um die bestehenden Kosten zu decken. Das bedeutet nicht, dass ein Betreiber die Kosten willkürlich erhöhen darf, aber es gibt auch keine Kappungsgrenzen. So kann es durchaus auch zu einer Entgelterhöhung von größerem Ausmaß kommen, wenn das gerechtfertigt ist.

Da die Entgelte für Pflege, Unterkunft und Verpflegung im Rahmen von Pflegesatzverhandlungen vereinbart werden, prüfen die Kostenträger die Angemessenheit der Veränderung. Hinsichtlich der Investitionskosten gibt es, wenn die Einrichtungen gefördert werden, nach Landesrecht ebenfalls Prüfbehörden, welche die Kosten genehmigen müssen.

Erstelldatum: .62.909102|Zuletzt geändert: .72.909102
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