Essen auf Rädern – Menüservice für Senioren

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Essen auf Rädern

Weniger einkaufen, nicht mehr kochen, sondern nur noch zur Haustüre gehen, wenn der Menüservice klingelt: Das ist Essen auf Rädern. Für viele Senioren, aber auch für pflegende Angehörige, ist Essen auf Rädern eine ideale Unterstützung im Alltag und eine hilfreiche Dienstleistung für Senioren. pflege.de klärt über den Service Essen auf Rädern auf und gibt Tipps, worauf man bei der Auswahl eines Anbieters achten sollte.

Inhaltsverzeichnis

Essen auf Rädern – Definition

Unter „Essen auf Rädern“ versteht man

die Lieferung von fertig zubereiteten Mahlzeiten an die Tür der Kunden.

In Deutschland gibt es mittlerweile rund 2.000 Anbieter. Darunter sind private Träger, aber auch viele Wohlfahrtsverbände.

Zielgruppe dieses Service sind Menschen, die vorübergehend oder längerfristig nicht selbst kochen können. Dabei gehen die Anbieter auch auf besondere Ernährungsformen ein und führen z. B. auch Schonkost, laktosefreie Ernährung oder Mahlzeiten für Diabetiker in ihrem Angebot.

In der Regel kochen die Anbieter nicht selbst, sondern kaufen Fertiggerichte, die sie erst kurz vor dem Transport erhitzen bzw. zu Ende garen. Manche Menübringdienste arbeiten auch mit regionalen Großküchen zusammen und liefern das gekochte Essen an ihre Kunden aus. Die müssen es nur noch in der Mikrowelle aufwärmen.

Vor- und Nachteile von Menuservices für Senioren
  • Eine gute Entlastung für Menschen, die nicht (täglich) kochen möchten, denn der Einkauf von Lebensmitteln und deren Zubereitung entfallen.
  • Ideal für Menschen, die nicht mehr kochen sollen/können, z. B. aufgrund (fortgeschrittener) Demenz. So entfällt die Gefahr, den Herd unbemerkt anzulassen oder mit scharfen Gegenständen zu hantieren.
  • Eine Unterstützung für pflegende Angehörige, die die gewonnene Zeit für die Pflege oder sich selbst nutzen können.
  • Es gibt eine große Vielfalt an unterschiedlichen Menüs für fast jeden Geschmack.
  • Viele Diät- bzw. Spezialkostempfehlungen können mit den Menüs genau eingehalten werden.
  • Eine Fehl- oder Mangelernährung kann vermieden werden.
  • Die Speisen können aus einem Prospekt ausgewählt und bestellt werden.
  • Viele Anbieter liefern auch Tiefkühlware für mehrere Tage im Voraus.
  • Geschmack und Aussehen der Mahlzeiten leiden hin und wieder unter der industriellen Produktion.
  • Manche Menüs enthalten viele Fette und Salze.
  • Fertigmenüs sind in der Regel teurer als Selbstgekochtes.

Im Großen und Ganzen ist ein Menüservice eine gute Idee und steigert die Qualität des Lebens im Alter – nicht nur für hilfsbedürftige Senioren, sondern auch für alleinlebende Menschen. Da lohnt oft das Einkaufen und Kochen nicht bzw. es gibt mehrere Tage dasselbe, weil die Lebensmittel verbraucht werden müssen. Gerade bei speziellen Diäten punkten die Menüservices, denn sie liefern auch vegetarische, salzarme oder lactosefreie Speisen, Diabetikerkost sowie pürierte Speisen für Menschen mit einer Schluckstörung (Dysphagie).

Außerdem ist der Service Essen auf Rädern eine große Entlastung für pflegende Angehörige, da sie neben Beruf, Familie & Pflege nicht noch kochen müssen – vor allem, wenn Eltern, Großeltern oder der Partner aufgrund von Krankheiten auf Spezialkost angewiesen sind. Wie viel einfacher ist es da, sich ein oder zwei unterschiedliche Menüs liefern zu lassen!

Info

Essen auf Rädern

Essen auf Rädern lässt Ihnen die Wahl: Ob Sie täglich beliefert werden wollen oder nur an besonderen Tagen, ob Sie spezielle Kost brauchen oder Menüs ohne Einschränkung – alles ist möglich.

5 Tipps: Den richtigen Anbieter für Essen auf Rädern finden

  1. Informieren Sie sich über die Preise, bevor Sie einen Vertrag mit einem Menübringdienst abschließen. Ist in den Preisen z. B. auch die Anlieferung enthalten? Gibt es Wochenendlieferungen? Gibt es auch kleine Portionen?
  2. Erkundigen Sie sich genau, ob es spezielle Menüs gibt, die besonders auf sie abgestimmt sind (Diabetikerkost etc.).
  3. Vermeiden Sie lange Laufzeiten. Beachten Sie aber, dass sehr kurze Kündigungsfristen häufiger zu höheren Kosten führen.
  4. Wählen Sie möglichst abwechslungsreiche Speisen aus und nicht jeden Tag Ihr Leibgericht. So vermeiden Sie eine einseitige Ernährung im Alter.
  5. Klären Sie, wie flexibel Sie Ihre Bestellungen variieren können.

Manchmal wissen auch Nachbarn oder Freunde, welcher Menübringdienst gut ist. Sprechen Sie sie einfach mal an und fragen Sie nach. Vielleicht ergibt sich ja sogar die Gelegenheit, gemeinsam miteinander zu essen?

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Kosten für Menüservices

Die Preise für Essen auf Rädern variieren je nach Region. Eine Hauptmahlzeit kostet durchschnittlich ab 5,10 Euro, Spezialkost wie etwa ein gluten- oder lactosesfreies Menü ist mit rund 7,20 Euro deutlich teurer. Die Anlieferung der Mahlzeiten (und der Speisepläne, die Sie im Vorhinein ausfüllen müssen) ist im Preis enthalten. Weitere Kosten entstehen nicht.

Wer zahlt Essen auf Rädern?

In der Regel werden Sie als Kunde die Kosten für Ihr Essen auf Rädern selbst begleichen müssen. Einen Zuschuss für Essen auf Rädern erhalten Sie nur bei Vorliegen eines sog. „Mehrbedarfs“ (Abs. 5 § 30 SGB XII). Dafür müssen zwei Bedingungen erfüllt sein:

  1. Sie sind krank, erholen sich gerade nach einer Operation oder Erkrankung oder sind behindert.
  2. Sie brauchen deshalb eine kostenaufwändige Ernährung, die einer möglichen Mangelernährung vorbeugt, können es sich aber finanziell nicht leisten, die Mehrkosten für eine solche Ernährung selbst zu bezahlen.

Beide Bedingungen werden vor allem dann zutreffen, wenn Sie als Senior Anspruch auf Grundsicherung im Alter haben. Allerdings entscheidet jedes Sozial- und/oder Grundsicherungsamt, ob und in welcher Höhe Zuschüsse gewährt werden. Das ist immer von der individuellen Situation des Betroffenen sowie vom jeweiligen Bundesland abhängig. Einen allgemeinen Richtwert kann pflege.de an dieser Stelle nicht geben, da der Zuschuss einzelfallabhängig ist. Fragen Sie am besten bei Ihrem Sozial-  und/oder Grundsicherungsamt nach, ob für Ihre Region ein Zuschuss für Essen auf Rädern gewährt werden kann und welche Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen. Die Pflegeversicherung gewährt keinen Zuschuss für Essen auf Rädern.

Tipp
Nachweis für das Sozialamt

Bevor sich das zuständige Sozialamt an den Kosten für Essen auf Rädern beteiligt, müssen Sie nachweisen, dass Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sind, sich ein warmes Mittagessen selbst zuzubereiten. Bitten Sie daher den zuständigen Arzt um ein Attest mit Diagnose und Begründung.

Essen auf Rädern im Test

Menübringdienste stehen regelmäßig im Fokus der Warentester. Hygienisch gibt es meistens nichts zu beanstanden und auch die Lieferkonditionen bestehen die Tests: Die Menüs kommen pünktlich, regelmäßig und in ordentlicher Verpackung zum Kunden. Doch mit den Inhaltsstoffen sind die Tester häufig unzufrieden. „Zu viel Fett, zu viel Salz, zu viele Kalorien“, monierten die Tester von Stiftung Warentest, als sie 2011 mehrere große Dienstleister für „Essen auf Rädern“ prüften.

Info

Informieren Sie sich!

Lesen Sie durchaus ein paar Testberichte, bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden. Dann wissen Sie zum einen, was Sie erwartet und wo Sie evtl. selbst eingreifen können, wenn es um die richtige Ernährung geht. Manchmal reicht es schon aus, einfach den Nachtisch wegzulassen. Das spart nicht nur Kalorien, sondern auch Geld, denn der Preis eines Menüs wird auch von seinen Komponenten (Salat, Nachtisch etc.) bestimmt.

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Erstelldatum: .9.806102|Zuletzt geändert: .2.709102
BildquellenBild 1: © PixelPower / Fotolia.com, Bild 2: © Ingo Bartussek / Fotolia.com
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