Themenwelt Dekubitus

Ein Dekubitus ist ein großes Problem in der Altenpflege. Für Pflegepersonen ist die Diagnose ein Schock, weil sie darauf hinweisen kann, dass nicht richtig gepflegt wurde und damit ein sogenannter Pflegefehler vorliegt. Für Betroffene, die meist mobil stark eingeschränkt sind, ist ein Dekubitus sehr schmerzhaft. Umso wichtiger ist es, dass Sie wissen, was Sie dagegen tun können. pflege.de gibt Ihnen daher Informationen sowie praktisches Pflegewissen an die Hand.

Dekubitus

Inhaltsverzeichnis

Dekubitus: Definition

Ein Dekubitus, auch Druckgeschwür, Wundliegen oder Durchliegegeschwür, ist eine lokal begrenzte Schädigung der Haut und/oder des darunter liegenden Gewebes. Der Begriff Dekubitus leitet sich vom lateinischen Wort „decumbere“ ab, das auf deutsch „sich niederlegen“ bedeutet. Umgangssprachlich hat sich der Begriff „Druckgeschwür“ eingebürgert. Dekubitus entsteht typischerweise über knöchernen Vorsprüngen infolge von Druck oder Druck in Verbindung mit Scherkräften. Es gibt eine Reihe weiterer Faktoren, die mit Dekubitus assoziiert werden. Ihre Bedeutung ist aber noch zu klären.(1)

Viele professionelle Pflegefachkräfte sehen Druckgeschwüre oder Dekubitusgeschwüre als eines der größten Risiken für ihre Patienten an. Viele Krankheiten im Alter führen zu einer Bewegungseinschränkung für den Betroffenen und damit zu einem erhöhten Dekubitusrisiko. Sobald jemand länger liegen muss (zum Beispiel nach einer Operation) oder in Folge einer Krankheit oder eines Unfalls bewegungseingeschränkt ist, gehört die Dekubitusprophylaxe zur täglichen Aufgabe im Pflegealltag.

Ein Fallbeispiel einer pflege.de-Leserin:

Es war ein ganz belangloser Satz ihrer Mutter, aber er ließ Margret M. aufhorchen. „Ich glaube, ich habe mir eine Blase am Fuß gelaufen“. Margret M. war verblüfft, schließlich verbrachte ihre Mutter seit ihrem Schlaganfall die meiste Zeit in ihrem Bett oder Sessel. Laufen war zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr möglich.

Margret M. sah sich die Fersen ihrer Mutter an und machte folgende Beobachtung: Die rechte Ferse war gerötet, bei der linken zeigte sich sogar eine leichte Abschürfung. „Ich konnte mir gar keinen Reim darauf machen“, berichtet Margret M. und hätte damals fast zu einem Blasenpflaster gegriffen. Als Margret M. am nächsten Tag zufällig ihrem Hausarzt von der abendlichen „Fersenschau“ erzählte, setzte dieser eine nachdenkliche Miene auf. Er machte umgehend einen Hausbesuch bei der Mutter und diagnostizierte: „Dekubitus, Kategorie 2.“

Dekubitus-Entstehung & Dekubitus-Ursachen

Wie genau entsteht ein Dekubitus? Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten Prof. Dr. med. Matthias Augustin erklärt es Ihnen.

Experten-Info
Prof. Dr. med. Matthias  Augustin
Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

So entsteht ein Dekubitus:

Ein Dekubitus entsteht, wenn auf ein begrenztes Areal Druck ausgeübt wird im darunter liegenden Gewebe. Wie schnell sich ein solches Druckgeschwür entwickelt, ist individuell unterschiedlich. Da die oberste Hautschicht (Oberhaut) weder Blutgefäße noch Nerven besitzt, kann sie Druck relativ lange standhalten, bevor sie Schaden nimmt. Ein Dekubitus entsteht daher zuerst in den tieferen Schichten wie Muskulatur oder Fettgewebe und wird erst später auf der Haut sichtbar.

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Es spielen dabei drei Faktoren eine Rolle:

  1. Druck (Auflagedruck) und Scherkräfte
  2. Dauer (Druckverweildauer) und Intensität
  3. Disposition (Risikofaktoren)

Druck und Dauer als Ursache für die Dekubitusentstehung

Es ist unerheblich, ob kurzzeitig starker Druck oder über längere Zeit leichter Druck auf die Haut ausgeübt wird.

Mediziner unterscheiden zwischen

  • dem Druck von außen (zum Beispiel Falten im Bettlaken oder der Kleidung, Schienen, Katheter, Sonden etc.) und
  • dem Druck von innen (zum Beispiel Knochen, die nur wenig von Fett- und Muskelgewebe umgeben sind, etwa die Fersen)

Wenn dann noch Reibung – etwa durch Stoffe oder Infusionsleitungen – und Scherkräfte – zum Beispiel beim unbeabsichtigten Herunterrutschen des Pflegebedürftigen im Bett oder Sessel – dazu kommen, können die betroffenen Hautpartien darunter leiden. Durch den Druck kann die Haut nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden und es kommt zur Minderdurchblutung und damit zur Entstehung eines Dekubitus. Bei zu langem oder zu starkem Druck sterben die Zellen letztendlich ab. Dieser Gewebetod wird in der medizinischen Fachsprache als „Nekrose“ bezeichnet.

Bei der Entstehung eines Dekubitus liegt die Ursache also immer in einer verminderten Durchblutung der Haut. Es reicht schon das Eigengewicht des Körperteils aus, um einen Dekubitus auszulösen. Deshalb sind besonders übergewichtige Menschen, die sich nicht mehr ausreichend bewegen, von einem Dekubitus bedroht. Aber auch untergewichtige Personen, deren knöcherne Strukturen direkt unter der Hautoberfläche liegen und nicht durch eine Fettschicht geschützt sind, haben ein erhöhtes Dekubitusrisiko.

Wenn der Druck nicht schon bei einer sichtbaren Rötung vollständig vermieden wird, drohen massive Schäden – bis hin zu offenen Geschwüren, die ein Infektionsrisiko bergen, vor allem aber Schmerzen für den Betroffenen bedeuten.

Info

Ein Vergleich aus der Praxis

Wenn die Haut bei gesunden Menschen zu viel Druck und zu wenig Sauerstoff bekommt, fängt das jeweilige Körperteil an zu kribbeln. Durch Verlagerung des Körperteils oder des Körpers kann die Sauerstoffzufuhr leicht wiederhergestellt werden. Bei kranken und alten Menschen ist die Druckverlagerung manchmal nicht mehr möglich, zum Beispiel aufgrund von stark eingeschränkter Mobilität, Empfindungsstörungen oder Lähmung.

Dekubitus: Risikofaktoren

Wer häufig liegt oder sitzt – und das tun viele Pflegebedürftige, wenn sie unter Bewegungseinschränkungen leiden – ist immer in der Gefahr, einen Dekubitus zu bekommen. Zu den besonders gefährdeten Patienten gehören Säuglinge und Kinder, aber auch Erwachsene. Bei Neugeborenen und Kindern sind die Ursachen etwas anders gelagert als bei Erwachsenen: Ihre Haut ist besonders zart und empfindlich und sie können Druck nicht wahrnehmen und sich auch nicht entsprechend äußern.

Bei Erwachsenen kommen unter anderem andere Risikofaktoren in Betracht:

  • Hautschäden (zum Beispiel durch Feuchtigkeit, Inkontinenz, Pergamenthaut bei Behandlung mit Kortison oder unzureichende Pflege der Haut im Alter)
  • Übergewicht (Adipositas) oder Untergewicht (Kachexie)
  • Mangelernährung und Flüssigkeitsmangel (Dehydration)
  • Lähmungen (zum Beispiel nach einem Schlaganfall)
  • Erkrankungen wie Arthrose, Rheuma, Diabetes mellitus, Herzschwäche, Schlaganfall etc.

Für alle Risikopersonen gilt:

  • Medizinische Hilfsmittel oder Geräte (wie etwa Katheter) erhöhen das Risiko eines Dekubitus, weil sie an der Haut reiben oder darauf Druck ausüben.
  • Das richtige Bewegen des bewegungseingeschränkten Patienten ist sehr wichtig, denn Ziehen oder Zerren kann dazu führen, dass die Haut durch sogenannte Scherkräfte verletzt wird.
  • Langes unbewegliches Liegen oder Sitzen führt fast zwangsläufig zu einem Druckgeschwür.

Gefährdete Körperstellen für Dekubitus

Beim permanenten Liegen oder Sitzen sind einige Körperstellen besonders gefährdet:

  • Ohren
  • Hinterkopf
  • Schultergelenk und Schulterblatt
  • Wirbelsäule
  • Ellenbogen
  • Beckenkamm
  • Sitzbein
  • Kniegelenk
  • Fersen
  • Fußknöchel

Häufige Arten von Dekubitus

Zwei Arten von Dekubitalgeschwüren treten besonders häufig auf:

  1. Dekubitus im Bereich am Sitzbein/Gesäß (circa 40 Prozent aller Druckgeschwüre)
  2. Dekubitus an der Ferse (circa 18 Prozent aller Druckgeschwüre)
Info

2 Tipps zur Vermeidung von Dekubitus

  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr pflegebedürftiger Angehöriger möglichst bequem, aber abwechslungsreich liegt oder sitzt. Setzen Sie dazu auch Hilfsmittel wie zum Beispiel Lagerungskeile, Antidekubitusmatratzen oder Wechseldruckmatratzen ein.
  • Machen Sie die Hautkontrolle bei Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen zu Ihrer täglichen Aufgabe. Dann entgeht Ihnen keine möglicherweise verdächtige Rötung. Kontrollieren Sie dabei besonders die Gesäßregion und die Fersen.

Risikoeinschätzung bei Dekubitus: Braden-Skala bei Dekubitus

Im Zusammenhang mit einem Dekubitus hört man häufig den Begriff „Braden-Skala bei Dekubitus“. Die amerikanische Professorin Barbara Braden entwickelte vor gut 30 Jahren eine Punkteskala, um ein Dekubitusrisiko professionell einschätzen zu können. Bekannt sind auch die Norton-Skala oder die Waterlow-Skala zur Einschätzung eines Dekubitusrisikos.

Wichtiger Hinweis Diese Skalen bieten keine zuverlässigen Aussagen

Nach dem Expertenstandard des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) werden diese Skalen allerdings nicht mehr im Rahmen der routinemäßigen Anwendung empfohlen, da sie keine zuverlässige Aussage bieten.

Dekubitusrisiko-Skalen gehören in die Hände von Experten, denn die Punktevergabe ist nicht immer ganz einfach. Nur bei richtiger Anwendung hilft eine Skala auch sehr gut bei der Verlaufskontrolle. Außerdem unterstützt sie bei der Auswahl der richtigen Antidekubitus-Hilfsmittel. Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hat dafür verschiedene Erhebungsbögen entwickelt: diese finden Sie hier.

Fingertest bei Dekubitus

Nicht jede Rötung ist ein Dekubitus. Aber jeder Dekubitus beginnt mit einer Rötung! Deshalb ist der Dekubitus-Fingertest so wichtig. Und der geht so:

Drücken Sie mit einem Finger auf die gerötete Hautpartie und achten Sie auf diese Zeichen:

Reaktion der Haut  Fingertest-Ergebnis
Die Rötung verblasst und wird weiß.
  • Es liegt kein Dekubitus vor.
Nach Heben des Fingers verbleibt kurze Zeit ein weißer Fleck auf der Rötung.
  • Es liegt kein Dekubitus, aber es besteht ein Dekubitusrisiko.
Die Rötung bleibt. Sie ist nicht „wegdrückbar“.
  • Es liegt ein Dekubitus vor.
Wichtiger Hinweis

Wenn die Rötung bleibt, müssen Sie von einem Dekubitus ausgehen und sofort dafür sorgen, dass die Hautstelle von jeglichem Druck entlastet wird. Benachrichtigen Sie bitte einen Arzt, der weitere Maßnahmen veranlassen wird.

Dekubitus: Kategorien, Grade & Stadien

Früher wurde ein Dekubitus in vier unterschiedliche Grade oder Stadien eingeteilt, inzwischen spricht man in der Pflege nach dem DNQP Expertenstandard von Dekubitus Kategorien. (2) Geblieben ist die Erkenntnis, dass es keine Kategorie gibt, in der nicht reagiert werden sollte. Unglücklicherweise werden Hautrötungen nicht immer wahrgenommen. Oft wird ein Dekubitus erst dann entdeckt, wenn er schon in Kategorie 2 ist, also bereits Wunden entstanden sind.

  • Dekubitus Kategorie 1: Gerötete Hautstelle, die sich beim Fingertest als nicht wegdrückbar erweist.
  • Dekubitus Kategorie 2: Oberflächliche, offene Wunde oder farblose Hautblase.
  • Dekubitus Kategorie 3: Tiefe Wunde bis in die Unterhaut.
  • Dekubitus Kategorie 4: Sehr tiefe Wunde, die bis auf Knochen, Sehnen und Muskeln blicken lässt.
Experten-Info
Prof. Dr. med. Matthias  Augustin
Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Nicht jeder Druckschaden wird einer Kategorie zugeordnet

Einige Druckschäden werden keiner Kategorie zugeordnet. Dies betrifft beispielsweise geschlossene verfärbte Blasen, die somit schon auf eine tieferliegende Schädigung hinweisen oder auf Beläge, die das Ausmaß der Wunde verdecken. Das internationale Klassifikationssystem für Dekubitus und die entsprechende Einteilung finden Sie in der Leitlinie „Prävention und Behandlung von Dekubitus“ (zuletzt aktualisiert in 2014) des European Pressure Ulcer Advisory Panel (EPUAP) und des amerikanischen National Pressure Ulcer Advisory Panel (NPUAP).

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Dekubitusbehandlung & Therapie

Ist ein Dekubitus entstanden, so gehört dessen Behandlung in die fachkundigen Hände einer Pflegefachkraft und eines Arztes. Die Behandlung bzw. Therapie richtet sich nach der Kategorie des Dekubitus, wobei die Basis jeder Behandlung die sofortige Druckentlastung und -verteilung ist. Durch diese Druckentlastung kommt die Durchblutung wieder in Gang, beschädigte Zellen können sich regenerieren und auch die Versorgung des Gewebes stabilisiert sich.

Die Behandlung eines Dekubitus ist ein komplexer Prozess, der in die Hände von ausgewiesenen Experten gehört, zum Beispiel von Wundexperten. Einige wichtige Faktoren im Wundmanagement eines Dekubitus sind:

  • Die Positionierung (abhängig von der betroffenen Körperstelle) des Betroffenen.
  • Die Auswahl der passenden Lagerungshilfsmittel.
  • Das individuelle Zeitintervall für die regelmäßigen Umpositionierung des Betroffenen.
  • Die individuell angepasste Wundbehandlung (Reinigung, Abdeckung, gegebenenfalls chirurgische Entfernung von abgestorbenem Gewebe).
  • Die Verminderung oder Beseitigung von Risikofaktoren (zum Beispiel Mangelernährung, Behandlung von Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Rheuma etc.).
  • Die Förderung der Mobilität des Betroffenen.

Jede Behandlung eines Dekubitus muss genauestens dokumentiert werden. Hierzu verfügen professionell Pflegende über standardisierte Handlungsleitlinien, mit denen sie den Fortschritt der Therapie beurteilen und nachweisen können. Das beginnt bei der Dokumentation der Wunde und endet – im besten Fall – bei der erfolgreichen Heilung.

Info

Dekubitus und Schmerztherapie

Sie müssen immer davon ausgehen, dass ein Betroffener durchaus Schmerzen verspürt. Manchmal kann es sein, dass er diese nicht (mehr) äußern kann, zum Beispiel bei einer fortgeschrittenen Demenz. Dennoch sollten Sie darauf achten, dass zur Dekubitus-Behandlung auch eine Schmerzmedikation gehört. Mit einem Medikamentenplan behalten Sie eine gute Übersicht über alle Medikamente.

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Wundversorgung bei Dekubitus

Jeder Dekubitus ist eine Wunde und muss behandelt werden. Doch die Wundversorgung bei Dekubitus ist ein sehr komplexer Prozess, denn Dekubitalgeschwüre heilen nur sehr langsam und schwer. Unabhängig davon, ob es sich um einen Dekubitus von Kategorie 2, 3 oder 4 handelt: Jede Wundversorgung bei einem Dekubitus besteht aus den folgenden grundlegenden Schritten.

  1. Entfernung des abgestorbenen Gewebes (sogenanntes Débridement) sowie Reinigung der Wunde und deren Umgebung.
  2. Bekämpfung bzw. Verhinderung von Infektionen der Wunde.
  3. Phasen-/stadiengerechte Wundversorgung mit individuell angepassten Verbandmitteln, die vor allem das feuchte Wundmilieu und damit die Heilung unterstützen.
  4. Gegebenenfalls plastische Chirurgie, wenn es sich um einen großen Dekubitus handelt.

Die Industrie hat im Laufe der Jahre sehr spezielles Verbandsmaterial für solche Wunden entwickelt, zum Beispiel Schaumverbände. Sie sind Teil der sogenannten modernen Wundversorgung. Ihr Einsatz gehört in jedem Fall die Hände von Experten. Als pflegender Angehöriger sollten Sie hier immer dem Rat der Experten vertrauen und keinesfalls „heimlich“ in guter Absicht mit Salben, Cremes oder dergleichen hantieren.

Die 5 wichtigsten Tipps bei Dekubitus für pflegende Angehörige

Soll der Dekubitus heilen, so müssen nicht nur Ärzte, Pflegefachpersonal und Wundexperten zusammenarbeiten. Auch Sie als pflegender Angehöriger spielen eine wichtige Rolle. Sie können sich nicht nur aktiv an der Heilung beteiligen, sondern gleichermaßen etwas für die Dekubitus-Vorbeugung tun. pflege.de gibt Ihnen nachfolgend die fünf wichtigsten Tipps dafür.

  1. Lassen Sie sich über das Dekubitusrisiko und die damit verbundenen Folgen aufklären. Lassen Sie sich zeigen, wie Sie weiteres Wundliegen durch gezielte Positionierungen verhindern können. Besuchen Sie dafür spezielle Schulungen und Pflegekurse. Dort lernen Sie auch, wie Sie Ihre Mobilisationstechniken verbessern und Ihren eigenen Rücken damit schonen können.
  2. Holen Sie sich professionelle Unterstützung in Ihren Pflegealltag. Geschultes Fachpersonal kennt geeignete Lagerungstechniken und weiß daher, auf was es beim Positionswechsel ankommt.
  3. Beantragen Sie bei anerkanntem Pflegegrad geeignete Hilfsmittel, wie etwa Umsetz- und Hebehilfen oder Aufstehhilfen für den Betroffenen, um seine Mobilität oder Positionierung zu verbessern.
  4. Achten Sie in der häuslichen Pflege auf eine strenge Hygiene und schützen Sie sich selbst sowie Ihren pflegebedürftigen Angehörigen vor Infektionen. Bei anerkanntem Pflegegrad unterstützt Sie dabei die zuständige Pflegekasse mit monatlichen kostenlosen Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch, wie zum Beispiel Desinfektionsmittel oder Einmalhandschuhe.
  5. Lesen Sie auch zwischen den Zeilen und regieren Sie entsprechend, wenn Sie das Gefühl haben, dass sich Ihr pflegebedürftiger Angehöriger nicht wohlfühlt oder Schmerzen hat. Seien Sie besonders achtsam, wenn sich der Betroffene selbst dazu nicht mehr äußern kann, zum Beispiel in Folge einer fortgeschrittenen Demenz oder anderen Erkrankung.

Dekubitusprophylaxe

Ein Dekubitus wird oft als „Pflegefehler“ bezeichnet und in vielen Fällen ist er das sicherlich auch. Deshalb sagen Experten auch, dass die meisten Dekubitalgeschwüre vermeidbar sind. Zu einer Dekubitusprophylaxe gehören fünf wesentliche Faktoren:

  1. Die Kenntnis und Verminderung/Vermeidung der Risikofaktoren.
  2. Die tägliche Beobachtung der Haut.
  3. Die druckentlastende Positionierung.
  4. Die Mobilisation des Pflegebedürftigen.
  5. Die adäquate Hautpflege mit individuell ausgesuchten Pflegeprodukten.

Eine dieser Maßnahmen können Sie jeden Tag ganz einfach durchführen: die Beobachtung der Haut. Machen Sie als pflegender Angehöriger den Fingertest zu einer täglichen Handlung. Im Rahmen der Körperpflege geht das besonders gut. Sie kennen die besonders gefährdeten Hautpartien und Sie wissen jetzt auch, wie der Fingertest funktioniert. Wenn Sie das beherzigen und bei einem Dekubitus-Verdacht rasch handeln, können Sie sich und Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen viel Leid und Schmerzen ersparen.

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Erstelldatum: 8102.50.71|Zuletzt geändert: 1202.80.32
(1)
Quelle 1: National Pressure Ulcer Advisory Panel, European Pressure Ulcer Advisory Panel & Pan Pacific Pressure Injury Alliance (2014)
www.epuap.org/wp-content/uploads/2016/10/german_quick-reference-guide.pdf (letzter Abruf 01.04.2021)
(2)
Quelle 2: Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) (2017)
Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege (2. Aktualisierung 2017). Osnabrück: DNQP
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Interview

Expertentipps Dekubitus: „Die Leute denken: Was für eine Babyhaut gut ist, ist für die Erwachsenenhaut auch gut!“

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Karolin Sobczyk
Im Interview
Karolin Sobczyk
Wundexpertin

Karolin Sobczyk ist staatlich geprüfte Gesundheits- und Krankenpflegerin. Nach einer Weiterbildung zur Wundexpertin baute sie das Wundmanagement einer Klinik auf und beschäftigte sich insbesondere mit Gefäßerkrankungen. Seit 2013 arbeitet sie bei der Paul Hartmann AG im Bereich Wundmanagement und Care.

Auch wenn die Versorgung eines Dekubitus in die Hände von Fachleuten gehört, übernehmen pflegende Angehörige oftmals die Körperpflege und Mobilisation. Wundberaterin Karolin Sobczyk gibt praktische Tipps, worauf pflegende Angehörige bei der Hautpflege von Betroffenen mit Druckgeschwür achten sollten. Zudem gibt sie Ratschläge, mit welchen Mobilisierungsmaßnahmen Angehörige einem Dekubitus vorbeugen können.

Frau Sobczyk, Sie haben als Fachberaterin Wundmanagement & Care viel Erfahrung mit der Beratung von Patienten mit Dekubitus. Was sind die größten Herausforderungen, die auf Betroffene mit einem Dekubitus oder deren pflegende Angehörige zukommen?

Die größte Herausforderung sind die Ängste, die so eine Wunde mit sich bringt. Je nachdem wie groß das Druckgeschwür ist, haben Betroffene und pflegende Angehörige Sorge, dass dieses nie wieder zuheilt. Sie sind dann wie erstarrt und fragen sich, was sie jetzt tun können. Wenn sich ein Dekubitus in der Häuslichkeit entwickelt hat, – aus welchem Grund auch immer – haben Angehörige meist große Angst etwas falsch gemacht zu haben und fühlen sich als Mitverursacher. Dann rechtfertigen sie sich, dass sie allen Anweisungen des ambulanten Pflegedienstes gefolgt sind und nachts aufgestanden sind, um den Pflegebedürftigen zu lagern.

Gleichzeitig sind sie auch verärgert und wütend, wenn der Pflegebedürftige zuhause gut versorgt wurde, sich aber bei einem Klinikaufenthalt ein Dekubitus entwickelt hat. Insbesondere ärgerlich ist es dann, wenn der Dekubitus erst nach der Entlassung bei der Körperpflege zuhause entdeckt wird. Dann gibt es im Entlassungsbrief natürlich keine Anweisung darüber, was jetzt zu tun ist.

Wie können Angehörige mit dieser Angst bzw. Wut umgehen?

Erst einmal muss allen Beteiligten bewusst werden, dass das, was passiert ist, nicht zu ändern ist. Man muss überlegen, was man jetzt akut unternehmen kann, damit die Wunde sich nicht verschlechtert, sondern abheilt. Dazu muss dringend ein Arzt eingebunden werden. Die Angehörigen sind verständlicherweise oft aufgebracht und wollen zur Krankenkasse, um sich zu beschweren – doch das ist zweitrangig. Es ist erst einmal wichtiger, den Pflegebedürftigen richtig zu versorgen.

Was muss bei der Körperpflege und Versorgung eines Dekubitus beachtet werden?

Wenn sich bei einer Person z. B. ein Dekubitus an der Ferse entwickelt hat, wird die Wunde und somit auch ein Körperteil i. d. R. zum Schutz verbunden. Als Folge wird die verbundene Körperstelle von pflegenden Angehörigen bzw. dem Pflegebedürftigen bei der Körperpflege oftmals einfach ausgelassen. Man sieht dann beim Verbandswechsel, dass die Haut dort sehr schuppig ist.

In vielen Familien übernehmen pflegende Angehörige die Körperpflege und der Pflegedienst die Wundversorgung.  Was der eine bei der Körperpflege beobachtet, fehlt demjenigen an Wissen, der den Dekubitus versorgt – und andersrum. Selbst wenn Körperpflege und Wundversorgung nicht zwischen Angehörigen und einem Pflegedienst aufgeteilt werden, sondern beides vom Pflegedienst durchgeführt wird, lauern Gefahren: Dann kommt manchmal eine Pflegehelferin morgens zur Grundpflege (Körperpflege) und eine andere Pflegekraft zur medizinischen Behandlungspflege (Wundversorgung), da dafür eine andere Qualifikation notwendig ist. Dann muss ein Betroffener noch öfters in eine bestimmte Position gedreht werden, obwohl ihm das vielleicht aufgrund seiner Wunde Schmerzen bereitet. Außerdem muss, wenn die Wundumgebung dann bereits wieder verschmutzt ist, erneut gewaschen werden. Deswegen sollte die Versorgung immer gut koordiniert werden. Für mich ist das eine Sache, die man gar nicht trennen kann.

Welche Regeln gelten bei der Körperpflege einer Person mit Dekubitus?

Wichtig ist, dass Pflegebedürftige und pflegende Angehörige bei der Körperpflege professionell angeleitet werden.
Karolin Sobczyk

Ich muss als pflegender Angehöriger oder professionell Pflegender u. a. auf die Waschrichtung achten und darf nicht zu viel Wasser verwenden. Denn wenn verschmutztes Wasser unter den Wundverband läuft, kann dies die Wunde verunreinigen. Da muss ich definitiv vorsichtiger als sonst sein. Grundsätzlich sollte ich auch nur reizarme und hautfreundliche Waschzusätze oder einfach nur klares Wasser verwenden. Ebenso sollte ich sehr vorsichtig beim Abtrocknen der Haut sein und diese besser abtupfen als trockenreiben, um die Haut nicht weiter zu schädigen.

Wichtig ist, dass Pflegebedürftige und pflegende Angehörige bei der Körperpflege professionell angeleitet werden. Wir waschen uns alle jeden Tag und denken, das ist selbsterklärend, aber Menschen mit Dekubitus haben schon andere Bedürfnisse.

Welche Hautpflegemittel darf ich bei einem Dekubitus verwenden und welche sollte ich eher meiden?

Bei einer Wunde sollte ich definitiv eine Creme zum Schutz des Wundrands anwenden. Sie verhindert, dass der Wundrand z. B. durch ausgetretene Wundflüssigkeit aufweicht. Für die Wundumgebung eignen sich wiederum spezielle Hautschutzcremes oder sog. Hautprotektoren. Diese bilden einen Film auf der gefährdeten Haut. Hierbei sollte man darauf achten, wie lange sie auf der Haut halten und nicht zu häufig cremen, da sich die Haut sonst verschließt und keinerlei Schutz mehr zulässt. In dem Fall müsste ich die Haut erst wieder reinigen, um neuen Schutz auftragen zu können. Achten Sie also darauf, wie lange der Schutz ausreicht. Hält er sechs Stunden, muss ich z. B. nicht nach zwei Stunden wieder cremen. Bei einem bestimmten Hautprotektor gibt es sogar einen Schutz von bis zu 72 Stunden – das muss ich natürlich vorher wissen. Da ist dann mehr definitiv nicht mehr!

Die Leute denken, was für eine Babyhaut gut ist, ist für die Erwachsenenhaut auch gut – das ist ein großer Irrtum!
Karolin Sobczyk

Was ich oft erlebe: Die Leute denken, was für eine Babyhaut gut ist, ist für die Erwachsenenhaut auch gut – das ist ein großer Irrtum! Die Ehefrau erinnert sich z. B. daran, was bei ihren Kindern gut geholfen hat und kauft das dann auch für ihren pflegebedürftigen Mann. Viele haben das Bild im Kopf, dass ein Pflegebedürftiger wie ein Kind versorgt werden muss. Das funktioniert aber nicht, da die Haut im Alter ganz anderer Produkte bedarf.

Die Haut ist das größte Organ und trotzdem kümmern wir uns so wenig darum. Wenn wir Herzstolpern haben, rennen wir sofort zum Arzt, aber eine Hautrötung interessiert uns eher weniger – geht schon irgendwann wieder weg. Dabei ist die Haut so wichtig! Da spielt neben der Pflege dann natürlich auch noch die Ernährung und das Trinkverhalten eine wichtige Rolle.

Am besten ist es natürlich, wenn ein Dekubitus gar nicht erst entsteht. Welche Hautpflegemittel eignen sich denn zur Vorbeugung eines Druckgeschwürs?

Grundsätzlich entsteht ein Dekubitus aufgrund einer dauerhaften Druckeinwirkung, sodass es keine Creme gibt, die allein einem Druckgeschwür vorbeugen kann.
Karolin Sobczyk

Grundsätzlich entsteht ein Dekubitus aufgrund einer dauerhaften Druckeinwirkung, sodass es keine Creme gibt, die allein einem Druckgeschwür vorbeugen kann. Jedoch erhöht sich das Risiko für einen Dekubitus, wenn die Haut nicht richtig gepflegt wird. Denn eine ausgetrocknete, schuppige und rissige Haut ist nicht widerstandsfähig. Daher ist es wichtig, die richtigen Hautpflegemittel einzusetzen, um sie belastbarer zu machen. Hierzu eignen sich hautneutrale Pflegemittel mit einem pH-Wert von 5,5. Diese sollen die Haut mit Feuchtigkeit versorgen und den Säureschutzmantel unterstützen. Hierzu eignen sich z. B. sogenannte Wasser-in-Öl-Lotionen. Pflegende Inhaltsstoffe sind bspw. essentielle Fettsäuren, Aminosäuren, Mandelöl oder Kreatin. Pflegende Angehörige sollten darauf achten, dass die Haut atmen kann. Daher sollten sie auf reine Fettsalben, Pasten sowie Puder verzichten. Zudem sollte die Haut sauber gehalten werden, damit sie nicht durch Urin, Schweiß oder Stuhl ständiger Feuchtigkeit ausgesetzt ist.

Welche Mobilisationsmaßnahmen können Sie zur Verhinderung eines Dekubitus empfehlen?

Mobilisation ist das A und O, um einen Dekubitus zu vermeiden. Die Frage ist dabei, was man unter Mobilisation versteht. Wenn ich meinen Angehörigen in den Rollstuhl setze und ihn dann sechs Stunden da drin lasse – ja, dann wurde er zwar mobilisiert, aber er ist trotzdem gefährdet. Denn wenn ich jemanden sechs Stunden in einer Position lasse – ganz egal ob im Pflegebett oder im Rollstuhl – trägt das zur Entstehung eines Dekubitus bei. Deswegen müssen pflegende Angehörige dafür sensibilisiert werden, was Mobilisation bedeutet: Die regelmäßige Änderung der Körperposition. Im Idealfall heißt das dann natürlich auch, dass der Pflegebedürftige mal ein paar Schritte geht oder sich hinstellt.

In welchen Abständen sollte eine Person mobilisiert werden?

Es ist wahnsinnig wichtig, die Lagerung individuell an die pflegebedürftige Person anzupassen.
Karolin Sobczyk

Früher hat man immer von Intervallen von zwei Stunden gesprochen. Heute weiß man, dass das auch nicht unbedingt den Bedürfnissen eines jeden Menschen entspricht. Der eine kann zwei Stunden auf einer Stelle liegen, der andere hat aber schon nach 30 Minuten rote Stellen und muss umpositioniert werden. Daher ist es wahnsinnig wichtig, die Lagerung individuell an die pflegebedürftige Person anzupassen.

Welche Möglichkeiten zur Lagerung bieten sich für bettlägerige Patienten an?

Ich bedauere es immer, wenn bettlägerige Patienten unabhängig von ihren Bedürfnissen einfach eine Weichlagerungsmatratze bekommen. Die wird dann einfach geliefert, weil sie schnell zu genehmigen ist, ganz egal ob der Patient damit gut zurechtkommt oder nicht. Dabei gibt es heute sehr viele gute Lagerungshilfsmittel. Diese ersetzen zwar nicht die persönliche Unterstützung beim Positionswechsel, aber sie helfen dennoch ungemein.

Für einen Positionswechsel eignen sich z. B. auch gut Mikrolagerungen. Denn als pflegender Angehöriger bin ich vielleicht auch nicht immer dazu in der Lage, den Pflegebedürftigen um 30 Grad zu drehen. Aber oft reicht schon ein zusammengerolltes Handtuch unter der Schulter, der Hüfte oder der Ferse. Das kostet mich nur eine Minute, hat aber eine große Wirkung. Und meist sind diese Lagerungen auch noch angenehmer für den Patienten, weil sie nicht unbedingt gerne auf der Seite liegen.

Welche Mobilisierungsmaßnahmen eignen sich insbesondere für Personen, die im Rollstuhl sitzen?

Zur Vorbeugung eines Dekubitus können spezielle Lagerungskissen für den Rollstuhl genutzt werden. Da gibt es wirklich viel: von Kissen zur Weichlagerung bis hin zu Kissen, die mit wechselndem Druck arbeiten. Wenn wir alles zur Dekubitusprophylaxe nutzen würde, was der Markt zu bieten hat, dann hätten wir jetzt kein Problem. Dabei ist der Dekubitus weit mehr als eine einfache Wunde und ein wirklich ernstzunehmendes Problem.

Wie kann ich den Überblick über die durchgeführten Lagerungen behalten?

Ich empfehle pflegenden Angehörigen, einen Lagerungsplan zu benutzen. So haben Sie im Blick, wann der letzte Positionswechsel stattgefunden hat und können diesen abhaken. Gerade wenn der Pflegebedürftige auch stundenweise von anderen Personen wie Freunden oder Nachbarn betreut wird, ist ein Lagerungsplan hilfreich.

Warum kann eine nicht-fachgerechte Mobilisation genau das Gegenteil bewirken und Dekubitalgeschwüre fördern?

Umso wichtiger ist es, sich zu fragen: Würde ich so selbst gerne liegen?
Karolin Sobczyk

Wenn ich eine zu steile Lagerung vornehme, also eine Person ganz auf die Seite drehe, dann ist der Druck zwar verlagert, aber dafür umso stärker auf einem anderen Körperteil. Daher sollte man als pflegender Angehörige z. B. darauf achten, dass die Schulter immer frei liegt und auch die Hüfte nur teilweise belastet wird. Man kennt das von sich selbst: Wenn man zu doll auf einem Arm oder einfach unbequem liegt, dann ändert man seine Position automatisch. Ich bleibe nicht auf meinem Arm oder meiner Hand liegen. Viele Pflegebedürftige können das aber genau nicht und haben vielleicht auch nicht die Möglichkeit sich zu äußern. Umso wichtiger ist es, sich zu fragen: Würde ich so selbst gerne liegen?

Welche drei Tipps geben Sie unseren pflege.de-Lesern zum Thema Dekubitus mit auf den Weg?

Meine drei wichtigen Tipps zum Thema Dekubitus sind:

  1. Mobilisation

Erhalten und fördern Sie Bewegung! Ganz gleich, ob Sie sich alleine in den Rollstuhl setzen, kurz vor dem Bett stehen oder bei der Drehung auf die Seite aktiv mithelfen – jede Bewegung zählt!

  1. Risikofaktoren

Erkennen Sie Risikofaktoren für einen Dekubitus wie erhöhten Druck auf eine Körperstelle und werden Sie vorbeugend z. B. durch regelmäßige Lagewechsel tätig.

  1. Ernährung

Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß sowie Vitaminen und trinken Sie genügend.

Vielen Dank für das Interview Frau Sobczyk.

Erstelldatum: 9102.60.11|Zuletzt geändert: 1202.70.02
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