24-Stunden-Pflege und Betreuung

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24-Stunden-Pflege

Immer häufiger entscheiden sich Familien dazu, ihre pflegebedürftigen Angehörigen von einer Betreuungskraft aus Osteuropa oder anderen europäischen Ländern unterstützen zu lassen. Die Betreuungskräfte leben in der Regel im Haushalt der älteren Menschen und leisten eine umfassende Betreuung und Pflege. Dadurch können Ihre Angehörigen länger und gut versorgt in ihren eigenen vier Wänden leben. Auch für Sie als Angehöriger bedeutet die sog. 24-Stunden-Betreuung eine große Entlastung. pflege.de definiert die „24-Stunden-Betreuung“ und beschreibt die Vorteile dieser Versorgungsform für die ganze Familie.

Inhaltsverzeichnis

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Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Rund um die Uhr kümmert sich jemand um Ihren pflegebedürftigen Angehörigen und unterstützt ihn bei der täglichen Hygiene, der Nahrungs- und Medikamentenaufnahme und begleitet ihn zu sozialen Aktivitäten ebenso wie zum Arzt. Wie kann eine Betreuungsperson oder Haushaltshilfe aus anderen EU-Staaten das leisten? Und ist das legal?

„24-Stunden-Pflege“ und „24-Stunden-Betreuung zu Hause“: Definition

Im Rahmen einer 24-Std-Pflege bzw. Rund-um-die-Uhr-Betreuung zu Hause lebt die betreuende Hilfskraft üblicherweise im Haus oder in der Wohnung zusammen mit dem Pflegedürftigen und ist rund um die Uhr vor Ort. Damit gewährleistet sie eine intensive und umfängliche Betreuung für den Senior und ist in vielen Fällen die einzige Alternative zum Pflegeheim. Diese umfassende Pflege mit deutschen Betreuungskräften zu leisten, ist für viele Familien nicht finanzierbar, weshalb sie auf günstigere Arbeitskräfte aus Osteuropa zurückgreifen. Daher hat sich auch die „polnische Pflegekraft“ als Synonym einer 24-Stunden-Betreuungperson etabliert.

Was ist die 24-Stunden-Betreuung? Eine Begriffserklärung

Zunächst eine kurze Begriffserklärung: Für diese umfassende Art der Betreuung und Versorgung wird sowohl der Begriff „24-Stunden-Betreuung“ als auch der Begriff „24-Stunden-Pflege“ verwendet.

Unterstützt die Hilfskraft überwiegend im Haushalt und bei der Körperhygiene, betreut den Betroffenen tagsüber, begleitet ihn zum Arzt und anderen Unternehmungen, dann handelt es sich um eine sog. 24-Stunden-Betreuung. Diese kann sowohl von Angehörigen, Freunden, Bekannten oder durch Pflegedienste und privat organisierte Betreuungspersonen (z. B. aus dem Ausland) geleistet werden.

Info

24 Stunden arbeiten: Geht das?

Mit 24-Stunden-Betreuung oder 24-Stunden-Pflege zu Hause verbinden die meisten Menschen eine bestimmte Form der Betreuung: Frauen aus einem osteuropäischen Land wohnen in Deutschland im Haushalt älterer Menschen, um sie pflegerisch und hauswirtschaftlich zu versorgen, zu betreuen und sie zu unterhalten.

Das bedeutet aber nicht, dass die osteuropäischen Helfer rund um die Uhr arbeiten dürfen. Dies verbietet das deutsche Arbeitszeitgesetz, da die maximal zulässige Wochenarbeitszeit für Angestellte ca. 60 Stunden pro Woche beträgt. Der Begriff „24-Stunden-Betreuung“ oder „24-Stunden-Pflege“ steht vielmehr sinnbildlich für den Umfang der Betreuung sowie die Rufbereitschaft rund um die Uhr. Zutreffender wäre der Begriff „Betreuung in häuslicher Gemeinschaft“ (BihG). Dieser ist jedoch noch nicht im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert.

In jedem Fall ist es besonders wichtig, die genaue Stundenanzahl und damit einhergehend ein Maximum der Wochenarbeitszeit schriftlich zu vereinbaren.

Der Begriff „24-Stunden-Pflege“ impliziert eigentlich den Fokus auf pflegerische Leistungen, die praktisch nur im Rahmen der Intensivpflege in vollem Umfang rund um die Uhr geleistet werden können. Die Pflege rund um die Uhr können ausschließlich professionelle Pflegekräfte abwechselnd leisten. Diesem Thema widmen wir einen eigenen Beitrag. Da jedoch im Zusammenhang mit der Rund-um-die-Uhr-Betreuung meistens beide Begriffe genannt werden, werden im folgenden Artikel auch beide Bezeichnungen verwendet.

Info

Bezeichnung Pflegekraft

Auch die Bezeichnung „Pflegekraft“ ist in diesem Fall also nicht immer korrekt. Die meisten Osteuropäerinnen, die in deutschen Haushalten ältere Menschen betreuen, sind keine examinierten Pflegekräfte, sondern vielmehr Betreuungspersonen. Da sie aber die grundpflegerische Versorgung sichern und sich in diesem Zusammenhang die Bezeichnung „Pflegekraft“ etabliert hat, verwendet pflege.de auch Begriffe wie „polnische Pflegekraft“ oder „Pflegekraft aus dem Ausland“. 

Die Vorteile einer 24-Stunden-Betreuung auf einen Blick
  • Professionelle Rund-um-die-Uhr-Betreuung für Ihren Angehörigen
  • Gute Unterhaltung und individuelle Betreuung für Ihren Angehörigen
  • Große Entlastung für Sie und zu jederzeit ein gutes und beruhigtes Gefühl
  • Die richtige Unterstützung für Ihren Angehörigen und Gewissheit für Sie

Die Leistungen einer 24-Stunden-Pflege & Betreuung

  • Hauswirtschaftliche Tätigkeiten
    Die ausländischen Betreuungskräfte oder Haushaltshilfen führen hauswirtschaftliche Tätigkeiten durch und helfen den Pflegebedürftigen u. a. beim Einkaufen und Kochen, dem Putzen und Aufräumen der Wohnung.
  • Grundpflege
    Betreuungskräfte helfen im Rahmen der Grundpflege pflegebedürftigen Menschen bei ihren Grundverrichtungen. Dazu gehören: Körperpflege (Waschen, Duschen, Baden, Kämmen usw.), Mundpflege und Zahnpflege, Toilettengang (Blasen- und Darmentleerung), Aus- und Anziehen, Zubereiten und Aufnahme der Nahrung. Dagegen müssen alle Tätigkeiten der sog. medizinischen Behandlungspflege (z. B. Blutdruckmessen, Kompressionstrümpfe an- und ausziehen, Spritzen geben) durch eine examinierte Pflegekraft z. B. eines ambulanten Pflegedienstes durchgeführt werden. Diese Aufgaben kann und darf die ausländische Betreuungskraft nicht übernehmen. Medizinische Behandlungspflege wird vom Arzt verordnet und ist eine Leistung der Krankenkasse. Man braucht dafür keinen Pflegegrad!
Info

Qualifizierung polnischer Pflegekräfte

Weil es sich beid er sog. 24-Stunden-Pflege teilweise um grundpflegerische Hilfeleistungen von Frauen aus Polen handelt, hat sich in Deutschland der Begriff „polnische Pflegekraft“ etabliert. Kaum eine osteuropäische Betreuungskraft, die eine 24-Std-Betreuung oder eine sog. 24-Std-Pflege zu Hause durchführt, hat tatsächlich eine Ausbildung zur Krankenschwester bzw. Altenpflegekraft absolviert. Für die Grundpflege muss man aber auch keine examinierte Pflegekraft sein. Auch Familienangehörige, Verwandte, Freunde, Nachbarn, Pflegehilfskräfte oder Hauswirtschaftskräfte können grundpflegerische Tätigkeiten nach einer entsprechenden Anleitung durchführen.

  • Aktivierende Pflege
    Zu einer Rund-um-Betreuung gehört es auch, den pflege- oder betreuungsbedürftigen Menschen zu aktivieren, sich mit ihnen zu beschäftigen, sie zu unterhalten und aufzumuntern (aktivierende Pflege).
  • Motivation und Aktivitäten
    Betreuer gestalten oft einen Alltag, wie ihn die Betreuten zuvor oft schon lange nicht mehr erlebt haben: Ihre fortwährende Anwesenheit kann alte Menschen, die sich möglicherweise bereits resignierend aus der Welt zurückgezogen haben, von Neuem motivieren und vitalisieren. Folgende Aktivitäten sind möglich:
  • Gemeinsame Spaziergänge und Ausflüge
  • Begleitung bei Arzt-, Therapie- und Friseurbesuchen
  • wenn gesundheitlich möglich: gemeinsame Einkäufe
  • wenn gesundheitlich möglich: gemeinsame Spazierfahrten mit dem Auto (sofern vorhanden und die polnische Hilfskraft einen Führerschein besitzt – dies sollten Sie überprüfen)
  • Gesellschaftsspiele und Singen
  • sich über frühere Erlebnisse austauschen, Geschichten erzählen – abhängig von den Deutschkenntnissen der osteuropäischen Betreuungsperson
  • Einbeziehen in alle Tätigkeiten, die in Haushalt und Garten anfallen und die dem Pflegebedürftigen im Rahmen seiner Fähigkeiten möglich sind

Wie finden Sie eine 24-Stunden-Betreuungskraft?

Es gibt im Wesentlichen drei Möglichkeiten, um eine Betreuungsperson zu beauftragen:

  1. Entsendemodell: Sie treten lediglich als Auftraggeber auf und engagieren über eine deutsche Vermittlungsagentur eine 24-Stunden-Betreuung für Ihren Angehörigen.
    Ihre Rolle: Auftraggeber
  2. Beauftragung von Gewerbetreibenden: Sie beauftragen eine selbstständige osteuropäische Betreuungsperson.
    Ihre Rolle: Auftraggeber
  3. Anstellung als Arbeitgeber: Sie stellen die Person direkt bei sich an und stellen selbst sicher, dass die Person nach deutschem Arbeitsrecht angestellt ist.
    Ihre Rolle: Arbeitgeber

Im Folgenden stellt pflege.de die drei Varianten vor und gibt Ihnen Tipps, wie Sie sichergehen können, dass die beauftragte Betreuungsperson legal in Deutschland beschäftigt wird.

Das Entsendemodell (1)

Beim sog. „Entsendemodell“ treten Sie als Angehöriger des Betreuungsbedürftigen i. d. R. als Auftraggeber gegenüber einer (deutschen) Agentur auf, die eine 24-Stunden-Betreuung für Ihren Angehörigen organisiert. Die Betreuungskraft ist bei einem weiteren Unternehmen, dem sog. Entsendeunternehmen, in ihrem Heimatland angestellt und wird nach Deutschland entsendet (daher der Name des Modells). Die komplette Abwicklung und Kommunikation läuft über die deutsche Vermittlungsagentur.

Der Entsender (z. B. der ausländische Pflegedienst) übernimmt die Versicherung der Betreuungsperson und sorgt dafür, dass im Heimatland die notwendigen Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden. Dies wird durch die sog. A1-Bescheinigung bestätigt und sollte nachgewiesen werden können.

 

Die Vermittlung, Organisation und den Transport der Betreuungspersonen übernimmt die Vermittlungsagentur für Sie. Als Auftraggeber zahlen Sie einen vertraglich festgelegten monatlichen Betrag an die deutsche Agentur oder das Unternehmen im Ausland. Von diesem, also ihrem Arbeitgeber, erhält die Betreuungskraft ihr Lohnentgeld. Aufgrund des deutschen Mindestlohns kann beim Entsendemodell eine ausländische Betreuungskraft nicht unter 2.000 Euro pro Monat legal beauftragt werden. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit dem 1. Januar 2019 9,19 Euro und steigt zum 1. Januar 2020 auf 9,35 Euro pro Stunde.

Tipp
Lassen Sie sich die A1-Bescheinigung vorlegen

Kann die Vermittlungsagentur die A1-Bescheinigung nicht vorzeigen, sollten Sie diese nachdrücklich einfordern, bevor das Betreuungsverhältnis beginnt.

Info

Angestelltenverhältnis einer Pflegekraft zuhause

Beim Entsendemodell steht die Betreuungsperson nicht im direkten Angestelltenverhältnis zum Kunden. Sie bzw. der Kunde dürfen der Betreuungskraft daher keine direkten Weisungen erteilen. Informieren Sie sich über die Rahmenbedingungen bei Ihrer Agentur, damit die Beauftragung legal praktiziert wird.

Beauftragung von Gewerbetreibenden (2)

Als Angehöriger des Pflegebedürftigen können Sie auch eine selbstständige Betreuungsperson mit einem Gewerbe mit der sog. 24-Stunden-Betreuung beauftragen. Beachten Sie jedoch folgendes Risiko: Obwohl die selbstständigen Unternehmer in aller Regel für mehrere Pflegebedürftige arbeiten, besteht das Risiko der sog. „Scheinselbstständigkeit“. Das kann zur Folge haben, dass Sie als Auftraggeber Sozialabgaben und Versicherungsleistungen nachzahlen müssen.

Es gibt jedoch auch für dieses Modell Agenturen, die Sie beraten, Sie auf mögliche Risiken aufmerksam machen und diese wirksam ausschließen. Somit sind Sie als Angehöriger und Auftraggeber auf der sicheren Seite.

Da die selbstständigen Betreuungspersonen ihren Stundensatz selbst bestimmen können, variieren die Kosten bei diesem Modell stark. Meist bewegen sich die Kosten für eine selbstständige Person aus Osteuropa zwischen 2.000 und 3.000 Euro monatlich.

Anstellung als Arbeitgeber (3):

Es gibt außerdem die Möglichkeit, dass Sie nicht als nur Auftrag-, sondern als Arbeitgeber auftreten und die Betreuungsperson direkt als Arbeitnehmer anstellen. Bei diesem Modell müssen Sie sicherstellen, dass die bspw. osteuropäische Betreuungsperson dem deutschen Arbeitsrecht unterliegt und somit einen angemessenen Anspruch auf Freizeit und Urlaub hat. Die Betreuungskraft wird direkt von Ihnen als Arbeitgeber angestellt – so dass Sie mit allen Rechten und Pflichten auftreten. Diese Pflichten umfassen: Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Kündigungsschutz, Versicherungsschutz, Arbeitszeiten, Urlaubsansprüche und Anspruch auf Sozialleistungen.

Aufgrund des deutschen Arbeitszeitgesetzes müssen Sie als Arbeitgeber i. d. R. mehrere Kräfte im Turnus beschäftigen und parallel bezahlen. Daher ist dieses Modell das teuerste. Die Kosten belaufen sich auf monatlich mindestens 5.000 Euro.

Info

Verwechslungsgefahr: Europäische Haushaltshilfen sind keine sog. 24-Stunden-Kräfte

Die Zentrale Arbeitsvermittlungsstelle der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) vermittelt sog. Europäische Haushaltshilfen. Das sind meist osteuropäische Menschen, die in Westeuropa als Haushaltshilfen inklusive Kost und Logis angestellt werden. Die Europäische Haushaltshilfe darf max. 40 Stunden die Woche arbeiten. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um die sog. 24-Stunden-Pflegekraft bzw. 24-Stunden-Betreuungskraft, die neben dem Haushalt auch die Grundpflege und Betreuung von pflegebedürftigen Personen übernimmt. Die sog. Europäische Haushaltshilfe ist nur für den Haushalt zuständig und nicht für Betreuung und Grundpflege.

24-Stunden-Betreuung: Kosten

Wer eine Bereuungsperson zuhause anstellen möchte, fragt sich natürlich: Was kostet eine sog. 24-Stunden-Pflege bzw. eine 24-Stunden-Betreuung? Das kommt ganz auf das Anstellungsmodell an, für das sich die Familien entscheiden.

24-Stunden-Betreuung: Kosten

Anstellungsmodell Kosten pro Monat
Entsendemodell ca. 2.000 Euro
Anstellung einer selbstständigen Person (Gewerbetreibende) ca. 2.000 bis 3.000 Euro
Anstellung als Arbeitegber ca. 5.000 Euro

3 Tipps: Legale Anstellung von 24-Stunden-Betreungskräften

  • Ein bezeichnendes Indiz für die legale Vermittlung von Betreuungskräften aus dem Ausland ist die notwendige A1-Bescheinigung. Sie bestätigt, dass die Steuern und Sozialabgaben im Heimatland korrekt abgeführt werden. Lassen Sie sich diese Bescheinigung vom Vermittlungsunternehmen zeigen, wenn Sie sichergehen wollen, dass die Betreuungskraft legal beschäftigt wird.
  • Um ganz sicher zu gehen, müssten Sie letztlich alle Verträge prüfen, welche die Betreuungsperson mit ihrem Arbeitgeber im Heimatland geschlossen hat. Dies kann niemand leisten, weshalb Sie sich im Zweifel an Selbsthilfegruppen und Verbände (VHBP e. V.) wenden können, wie in der folgenden Infobox beschrieben.
  • Wenn das Vermittlungsunternehmen eine deutsche Gesellschaftsform (z. B. GmbH) hat, unterliegt es dem deutschen Recht und muss sich auch an deutsche Gesetze halten. Dies ist ein erstes, jedoch beileibe nicht ausreichendes Anzeichen für ein seriöses Angebot.
Tipp
Verband für häusliche Betreuung und Pflege

Damit Sie als Angehöriger die unübersichtlichen und oft illegalen Angebote am Markt besser überblicken können, hat pflege.de den Verband für häusliche Betreuung und Pflege, VHBP e.V., mitgegründet. Der VHBP verfolgt das Ziel, eine qualitativ hochwertige, umfassende und zugleich legale Betreuung und Pflege im häuslichen Umfeld zu garantieren. Damit schwarze Schafe auf dem Markt stigmatisiert werden und Legalität und Qualität transparent gemacht wird, hat der VHBP Qualitätsstandards für die häusliche Betreuung und Pflege entwickelt, zu denen sich die Mitglieder verpflichten.

Checkliste: So finden Sie die richtige Agentur für die Vermittlung einer 24-Stunden-Betreuung

  1. Haben Sie schon von positiven Erfahrungen mit dieser Agentur von Freunden oder Bekannten gehört?
  2. Hat Sie die Agentur ausführlich und umfassend informiert?
  3. Haben Sie einen positiven Eindruck von der Agentur (Sprache, Freundlichkeit, Qualifikation usw.)?
  4. Geht die Agentur individuell auf Sie ein und nimmt sie sich Zeit, um alle relevanten Anforderungen für die optimale Betreuungskraft zu erfassen?
  5. Liegt der Preis einer Betreuungsperson bei ca. 2.000 Euro (Selbstständigenmodell & Entsendemodell) monatlich? Das ist ein erstes Zeichen für Legalität.
  6. Bietet die Agentur Unterstützung, falls die Betreuungskraft einmal ausfällt und krank ist?
  7. Ist die Agentur jederzeit für Sie erreichbar?
  8. Setzt die Agentur einen schriftlichen Vertrag über die Vermittlung auf?
  9. Hat die vermittelte Betreuungsperson eine sog. A1-Bescheiningung?

 

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Interview

So stellen Sie eine 24-Stunden-Betreuung legal an

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Frederic Seebohm
Im Interview
Frederic Seebohm

Rechtsanwalt Frederic Seebohm ist Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des Verbandes für häusliche Betreuung und Pflege e.V. (VHBP) in Berlin.

In Deutschland pflegen ausländische sog. 24-Stunden-Pflegekräfte schätzungsweise 250.000 pflegebedürftige Menschen. Ohne diese Hilfe aus dem Ausland würde das deutsche Pflegesystem nicht funktionieren, meint der Geschäftsführer des Verbandes für häusliche Betreuung und Pflege e.V. (VHBP) Frederic Seebohm. Im pflege.de-Interview verrät er, wie Familien eine 24-Stunden-Betreuung legal beschäftigen.

Herr Seebohm, was ist eine 24-Stunden-Pflegekraft?

Der Begriff „24-Stunden-Pflegekraft“ ist eine doppelte Unwahrheit. Es handelt sich i. d. R weder um ausgebildete Pflegekräfte, noch arbeiten diese Menschen 24 Stunden am Tag. Es ist wichtig, dass wir von Betreuungspersonen sprechen, die in häuslicher Gemeinschaft mit den Pflegebedürftigen leben.

Info
Die „24-Stunden-Pflege“ im Sprachgebrauch

Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich der Begriff „24-Stunden-Pflege“ für die Rund-um-die-Uhr-Betreuung bzw. eine sog. 24-Stunden-Betreuung durch ausländische Kräfte durchgesetzt. Anfangs handelte es sich nur um sog. polnische Pflegekräfte. Heute kommen die Kräfte auch aus anderen osteuropäischen Ländern. Die Bezeichnung „Pflegekraft“ ist oft nicht korrekt: Die meisten Osteuropäer, die in deutschen Haushalten ältere Menschen betreuen, sind keine examinierten Pflegekräfte, sondern Betreuungspersonen. Da sich aber in diesem Zusammenhang die Bezeichnung „Pflegekraft“ etabliert hat, verwendet pflege.de Begriffe wie „polnische Pflegekraft“, „Pflegekraft aus dem Ausland“ oder „24-Stunden-Pflege“.

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Was leistet die sog. 24-Stunden-Pflegekraft?

Die Personen aus Osteuropa haben ganz unterschiedliche Erwerbsbiografien, in aller Regel aber keine pflegerische Qualifikation. Sie leisten das, was auch jeder Familienangehörige tut, wenn er sich um den Pflegebedürftigen kümmern würde. Die Statistiken zeigen, dass ungefähr 25 Prozent der Arbeitszeit auf die Grundpflege entfallen und 40 Prozent auf Hauswirtschaft. 35 Prozent sind Betreuungsaufgaben. Das heißt: 75 Prozent der Arbeitszeit ist keine Pflege.

Der Begriff „24-Stunden-Pflegekraft“ ist eine doppelte Unwahrheit. Es handelt sich i. d. R weder um ausgebildete Pflegekräfte, noch arbeiten diese Menschen 24 Stunden am Tag.
Frederic Seebohm

Wie kann ich eine sog. 24-Stunden-Pflege legal anstellen?

Grob gesagt gibt es drei Modelle: Das Entsendemodell, die Beauftragung einer gewerbetreibenden Person oder die direkte Anstellung einer Betreuungskraft als Arbeitnehmer. Eine Agentur kümmert sich um die Vermittlung der sog. 24-Stunden-Pflege. Dazu habe ich folgende Tipps:

  1. Die Agentur muss transparent sein! Wenn Sie mit einer Vermittlungsagentur zusammenarbeiten, dann sollte Ihnen das Unternehmen die Abläufe der Vermittlung erklären können. Ist die Agentur in der Lage, nachvollziehbar darzulegen, was die rechtliche Grundlage für die Vermittlung ist? In aller Regel befindet sich die Vermittlungsagentur in Deutschland, die Mitarbeiter sprechen Deutsch und kennen die deutschen Strukturen.
  2. Bewerten Sie Preise richtig! Die sog. 24-Stunden-Pflegekraft erhält aktuell netto zwischen 1.100 und 1.400 Euro. Alles, was darunter liegt, kann nicht mit rechten Dingen zugehen. Das hängt vom Anstellungsmodell, von den Sprachkenntnissen, der Erfahrung und der Fortbildung ab, die die Betreuungskraft hat. Darauf kommen dann noch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, die sowohl von selbständig Gewerbetreibenden als auch von angestellten Personen entrichtet werden müssen. Hinzu kommt ggf. die Gebühr der Vermittlungsagentur. Sie ist ja im Zweifelsfall auch Problemlöserin, also bspw., wenn ein Ersatz wegen Nichtgefallen oder Urlaub oder Krankheit gefunden werden muss. Realistisch kann ich eine Betreuungsperson mit allen zusätzlichen Kosten unter 2.000 Euro pro Monat nicht engagieren, egal ob sie selbständig angestellt oder durch eine Agentur entsendet ist.
  3. Schauen Sie nach der Stetigkeit des Anbieters! Es sollte sich bei der Vermittlungsagentur um ein angemeldetes Unternehmen handeln, z. B. eine GmbH. So haben Sie die Gewähr, dass es sich um eine seriöse Firma handelt, die auch greifbar ist für die deutschen Behörden und Gerichte.

Gibt es die Möglichkeit, die Betreuungsperson persönlich kennenzulernen und zu treffen, bevor sie beim Pflegebedürftigen einzieht?

Das ist höchst unwahrscheinlich, weil die Betreuungsperson ja im Ausland ist oder noch bei einem anderen Kunden arbeitet. Ein vorheriges Treffen ist also meist nicht möglich. Sie können aber mit der Person telefonieren, um zu schauen, wie man miteinander klarkommt und wie gut die Sprachkenntnisse tatsächlich sind.

Ein vorheriges Treffen ist meist nicht möglich. Sie können aber mit der Person telefonieren, um zu schauen, wie man miteinander klarkommt und wie gut die Sprachkenntnisse tatsächlich sind.
Frederic Seebohm

Wie kann ich sichergehen, dass Standards in der Pflege und Betreuung eingehalten werden?

Standards gibt es nur für ausgebildete Pflegekräfte und da wir es bei den sog. 24-Std-Pflegekräften nicht mit ausgebildeten Pflegekräften zu tun haben, gelten auch keine Standards. Sie können sich als Familie oder Freund des Pflegebedürftigen Fortbildungen, Referenzen und Zeugnisse früherer Kunden zeigen lassen. Wenn die Betreuungsperson da ist, können Sie einen ambulanten Pflegedienst hinzuzuziehen. Der erhält dann die Aufgabe, zu überprüfen, ob die Grundpflege, die die Betreuungsperson leistet, auch sachgerecht durchgeführt wird.

Wie viel Sicherheit kann mir eine Vermittlungsagentur geben, wenn ich die Betreuungskraft über sie beschäftige? Was passiert bspw., wenn die Betreuungsperson kurzfristig ausfällt?

Wenn die Betreuungsperson ausfällt, aufgrund von Krankheit, Unfall, Urlaub oder auch, weil sie einfach keine Lust mehr hat — das kommt leider sehr häufig vor — dann beschafft die Vermittlungsagentur eine Ersatzperson. Bei der Familie bleibt immer ein gewisses Risiko, dass die Betreuung schlagartig ausfällt. Möglicherweise muss dann eine Kurzzeitpflege eingeplant werden. Eine Vermittlungsagentur wird Ihnen eine ununterbrochene Präsenz i. d. R. nicht garantieren können. Das ist organisatorisch nicht möglich.

Welche Dokumente muss ich prüfen, bevor ich eine Betreuungskraft engagiere?

Das Wesentliche, was sich Familien anschauen müssen, ist der Vertrag, den sie schließen – entweder mit der Betreuungsperson selbst, wenn es sich um eine gewerbetreibende handelt, oder aber den Dienstleistungsvertrag mit einem Entsendeunternehmen aus Osteuropa, welches die Betreuungsperson schickt. Im zweiten Fallen sollten Sie sich die A1-Bescheinigung vorlegen lassen, um sicher zu sein, dass die Person in ihrem Heimatland sozialversichert ist. Diese Bescheinigung beweist, dass eine Person im dortigen Kranken- und Rentenversicherungssystem registriert ist. Wenn die Betreuungskräfte selbständige Gewerbetreibende sind, lassen Sie sich die Haftpflichtversicherung vorlegen. Damit Sie bei Schäden abgesichert sind, welche die Person verursacht.

Bei der Familie bleibt immer ein gewisses Risiko, dass die Betreuung schlagartig ausfällt. Möglicherweise muss dann eine Kurzzeitpflege eingeplant werden.
Frederic Seebohm

Für viele sind die Sprachkenntnisse der Betreuungskraft ein wichtiges Auswahlkriterium. Wie kann man die Deutschkenntnisse einer 24-Stunden-Betreuungskraft nachweisen?

Kreative Formulierungen wie „überdurchschnittlich gut“ helfen nicht weiter, weil sie subjektiv sind. Bestehen Sie also besser darauf, dass der Sprachstand entsprechend den Vorgaben des europäischen Referenzrahmen für Sprachen eingeordnet wird, also von A1 für Anfänger bis C2 für annähernd muttersprachliche Kenntnisse. Der europäische Referenzrahmen beschäftigt sich allerdings mit vier Dimensionen: Sprechen, Lesen Verstehen und Schreiben. Für unsere Branche spielen Lesen und Schreiben keine Rolle. Es muss genügen, dass die Betreuungskraft spricht und versteht.

Wie werden freie Zeiten und Urlaub für die sog. 24-Stunden-Betreuungskräfte geregelt?

Die Betreuer können natürlich nicht Tag und Nacht arbeiten kann. Entweder wird am Tag oder in der Nacht gearbeitet. Beides geht nicht. Jeder braucht Zeiten, um wieder zu Kräften zu kommen.

Bei Arbeitnehmern in einem Angestelltenverhältnis gelten sämtliche Schutzvorschriften des deutschen Arbeitsrechtes. Das heißt, die Betreuungskräfte haben Anspruch auf Urlaub. Sie haben i. d. R. eine 40- bis 48-Std-Woche und können die Stunden verteilen. Die Betreuungskraft braucht mindestens einen freien Tag pro Woche. Arbeitgeber müssen arbeitsfreie Zeiten gewährleisten. Für Familien heißt das, dass sie überlegen müssen, wer die Betreuungskraft dann vertritt.  Arbeitsrechtlich ist das eine Herausforderung, auf die sich Familien gut vorbereiten sollten.

Gewerbetreibende haben vertraglich keinen Urlaub, sondern arbeitsfreie Zeiten. Das heißt, sie sind vertraglich zu bestimmten Zeiten und Dienstleistungen verpflichtet. Diese Zeiten sind Verhandlungssache.

Die Betreuer können natürlich nicht Tag und Nacht arbeiten kann. Entweder wird am Tag oder in der Nacht gearbeitet. Beides geht nicht. Jeder braucht Zeiten, um wieder zu Kräften zu kommen.
Frederic Seebohm

Wie lange bleiben die 24-Stunden-Betreuungskräfte in den Haushalten?

Es gibt Einsatzzeiten, die dauern vier Wochen und es gibt welche, die dauern ein halbes Jahr. Typischerweise liegen sie bei zwei bis drei Monaten. Das hängt auch von der Jahreszeit ab. Wenn Weihnachten bevorsteht, möchten die Betreuungspersonen meist zuhause bei ihren Familien sein, das ist ja ganz verständlich.

Was passiert, wenn die Chemie zwischen der 24-Stunden-Betreuungskraft und dem Pflegebedürftigen nicht stimmt? Welche Möglichkeiten haben Familien, die Betreuungskraft wieder „loszuwerden“ und welche Möglichkeiten hat die Betreuungskraft, vorzeitig abzubrechen?

Das ist ein sehr ungleiches Machtverhältnis. Die Betreuungsperson kann jederzeit gehen und tut das faktisch auch. Dagegen können Sie als Familie oder Angehöriger des Pflegebedürftigen nichts tun. Also wenn die Chemie nicht stimmt und die Betreuungsperson sich nicht willkommen und schlecht behandelt fühlt, dann geht sie eben wieder. Und zwar sehr schnell, denn es gibt genug andere Haushalte in Westeuropa, die ebenfalls eine Betreuungsperson suchen.

Wenn Sie sich als Familie trennen möchten, haben Sie die Schwierigkeit, schnell eine neue Betreuungsperson finden zu müssen. Dann ist es wertvoll, eine Vermittlungsagentur an der Seite zu haben. Mit der ist in aller Regel vereinbart, dass die Familie die Betreuungsperson ohne Begründung austauschen kann. Das dauert dann natürlich einige Tage. Alle Beteiligten möchten, dass es zwischen den Menschen harmoniert. Und wenn das nicht der Fall ist, dann hat auch die Vermittlungsagentur ein Interesse daran, dass es zu einem Austausch kommt.

Ein Klassiker ist, die Wäsche des Sohnes noch eben mitzuwaschen oder doch bitte auch noch die Küche der Schwiegertochter sauber zu machen.
Frderic Seebohm

Wo liegen die Grenzen des Tätigkeitsgebiets einer 24-Stunden-Betreuungskraft? Sind Ihnen Fälle bekannt, bei denen man der Betreuungskraft zu Unrecht Aufgaben aufgetragen hat?

Das gibt es leider schon, z. B. in Mehrgenerationen-Haushalten. Ein Klassiker ist, die Wäsche des Sohnes noch eben mitzuwaschen oder doch bitte auch noch die Küche der Schwiegertochter sauber zu machen. Das ist aber in aller Regel durch den Vertrag ausgeschlossen. Darin steht explizit, dass sich die Betreuungsperson oder das Entsendeunternehmen verpflichtet, sich um die zu betreuende Person zu kümmern. Und eben nur um diese.

Außerdem gibt es eine Grenze, was die Pflege angeht: Seriöse Unternehmen legen Wert darauf, dass die Betreuungsperson nur Grundpflege leistet und keine Behandlungspflege. Die medizinische Behandlungspflege (wie z. B. Injektionen bei Diabetes) darf aus Versicherungsgründen nur der ambulante Pflegedienst ausführen.

Die Kombination aus sog. 24-Stunden-Betreuung und dem ambulanten Pflegedienst klingt wie die perfekte Mischung.

Sie ist sogar ideal. Als Familie schlagen Sie mehrere Fliegen mit einer Klappe:

  • Die Betreuungsperson aus dem Ausland wird pflegefachlich beaufsichtigt.
  • Es gibt eine Art Nothilfe, wenn sich bspw. der Gesundheitszustand des Pflegebedürftigen verschlechtert: Der Pflegedienst kann dann reagieren und ggf. Anweisungen geben. Ich schließe damit eine enorme Sicherheitskomponente mit ein.
  • Zudem kann ich sicherstellen, dass die Betreuungsperson eben nicht in die Behandlungspflege hineingerät.
  • Durch die Kombination entlaste ich die Betreuungsperson psychisch. Sie hat eine kundige, neutrale Instanz als Hilfsperson an der Seite. Die unterstützt, gibt Ratschläge, zeigt Handgriffe und leitet ggf. an.

Der Nachteil: Die Kombination aus der sog. 24-Stunden-Betreuung und dem ambulanten Pflegedienst ist teurer. Die Leistung des ambulanten Dienstes, und sei es auch nur einmal in der Woche ein Kontrollbesuch, muss die Familie zusätzlich bezahlen. Sie wird zwar als Pflegesachleistung mit der Pflegekasse abgerechnet, aber das wird dann anteilig vom Pflegegeld abgezogen.

Sind Ihnen viele Fälle bekannt, bei denen die Betreuung in der häuslichen Gemeinschaft gut geklappt hat und vielleicht sogar richtig gute Gemeinschaften daraus geworden sind?

Ja, etliche. Die Betonung liegt aber auf „geworden“. Ich kenne viele, die wirklich froh und glücklich GEWORDEN sind. Am Anfang ist das oft kein Spaß. Niemand findet es lustig, wenn plötzlich eine wildfremde Person nicht nur in meiner Häuslichkeit auftaucht, sondern auch bis zu meinem Intimbereich vordringt. Ich habe aber schöne Beispiele vor Augen, in denen die Familien und insbesondere die Betreuungsbedürftigen regelrecht aufblühen und Ängste verlieren, einfach weil sie zuhause wohnen bleiben können. Und nach und nach entwickelt sich auch eine Beziehung zwischen der Betreuungskraft und der pflegebedürftigen Person. Man lernt sich mit der Zeit schätzen.

Ich muss die Betreuungsperson so behandeln, wie ich auch gute Freunde behandeln würde: mit Wertschätzung, Freundlichkeit, Liebenswürdigkeit.
Frederic Seebohm

Haben Sie noch ein paar Tipps für unsere pflege.de-Leser zur Beschäftigung von Betreuungskräften aus dem Ausland?

Ja! Folgende drei Dinge haben sich meiner Erfahrung nach am meisten bewährt:

  1. Die Betreuungsperson muss sich wirklich wohlfühlen. Ich muss sie so behandeln, wie ich auch gute Freunde behandeln würde: mit Wertschätzung, Freundlichkeit, Liebenswürdigkeit. Und das, indem ich nicht knauserig bin, sondern dankbar.
  2. Machen Sie sich bewusst, dass die Betreuungsperson auch nur ein Mensch ist. Sie kann nicht mehr leisten, als Sie selbst auch. Das heißt: keine „24-Stunden-Betreuung“ im wörtlichen Sinn. Letztlich kann jeder nur sieben bis acht Stunden am Tag arbeiten. Und die darf ich nicht zerstückeln auf 24 Stunden. Die Betreuungsperson braucht eine ausreichende Nachtruhe. Wenn sie jede Nacht dreimal aufstehen muss und ich als Kunde dann erwarte, dass sie tags darauf fröhlich und munter ihren Dienst erfüllt, dann kann ich nur sagen: Das ist Selbstbetrug!
  3. Erwarten Sie nicht zu viel von den Sprachkenntnissen. Meistens ist es ohnehin so, dass es vielmehr auf das Herz ankommt und nicht auf die Sprache. Das heißt: Wenn die Betreuungsperson eine liebevolle Grundhaltung gegenüber alten, kranken und schwachen Menschen hat, dann ist das viel wichtiger als ausgezeichnete Deutschkenntnisse.
Erstelldatum: .11.609102|Zuletzt geändert: .12.609102
Bildquelle© Frederic Seebohm
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