24-Stunden-Pflege und Betreuung

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24-Stunden-Pflege

Immer häufiger entscheiden sich Familien dazu, ihre pflegebedürftigen Angehörigen von einer Betreuungskraft aus Osteuropa oder anderen europäischen Ländern unterstützen zu lassen. Die Betreuungskräfte leben in der Regel im Haushalt der älteren Menschen und leisten eine umfassende Betreuung und Pflege. Dadurch können Ihre Angehörigen länger und gut versorgt in ihren eigenen vier Wänden leben. Auch für Sie als Angehöriger bedeutet die sog. 24-Stunden-Betreuung eine große Entlastung. pflege.de definiert die „24-Stunden-Betreuung“ und beschreibt die Vorteile dieser Versorgungsform für die ganze Familie.

Inhaltsverzeichnis

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Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Rund um die Uhr kümmert sich jemand um Ihren pflegebedürftigen Angehörigen und unterstützt ihn bei der täglichen Hygiene, der Nahrungs- und Medikamentenaufnahme und begleitet ihn zu sozialen Aktivitäten ebenso wie zum Arzt. Wie kann eine Betreuungsperson oder Haushaltshilfe aus anderen EU-Staaten das leisten? Und ist das legal?

Definition: 24-Stunden-Pflege bzw. 24-Stunden-Betreuung zu Hause

Zunächst eine kurze Begriffserklärung: Für diese umfassende Art der Betreuung und Versorgung wird sowohl der Begriff „24-Stunden-Betreuung“ als auch der Begriff „24-Stunden-Pflege“ verwendet.

Unterstützt die Hilfskraft überwiegend im Haushalt und bei der Körperhygiene, betreut den Betroffenen tagsüber, begleitet ihn zum Arzt und anderen Unternehmungen, dann handelt es sich um eine sog. 24-Stunden-Betreuung. Diese kann sowohl von Angehörigen, Freunden, Bekannten oder durch Pflegedienste und privat organisierte Betreuungspersonen (z. B. aus dem Ausland) geleistet werden.

Der Begriff „24-Stunden-Pflege“ impliziert eigentlich den Fokus auf pflegerische Leistungen, die praktisch nur im Rahmen der Intensivpflege in vollem Umfang rund um die Uhr geleistet werden können. Die Pflege rund um die Uhr können ausschließlich professionelle Pflegekräfte abwechselnd leisten. Diesem Thema widmen wir einen eigenen Beitrag. Da jedoch im Zusammenhang mit der Rund-um-die-Uhr-Betreuung meistens beide Begriffe genannt werden, werden im folgenden Artikel auch beide Bezeichnungen verwendet.

Info

Bezeichnung Pflegekraft

Auch die Bezeichnung „Pflegekraft“ ist in diesem Fall nicht immer korrekt. Die meisten Osteuropäer, die in deutschen Haushalten ältere Menschen betreuen, sind keine examinierten Pflegekräfte, sondern vielmehr Betreuungspersonen. Da sich aber auch in diesem Zusammenhang die Bezeichnung „Pflegekraft“ etabliert hat, verwendet pflege.de auch Begriffe wie „polnische Pflegekraft“ oder „Pflegekraft aus dem Ausland“. 

Was ist die 24-Stunden-Betreuung?

Im Rahmen einer 24-Std-Pflege bzw. Rund-um-die-Uhr-Betreuung zu Hause lebt die betreuende Hilfskraft üblicherweise im Haus oder in der Wohnung zusammen mit dem Pflegedürftigen und ist rund um die Uhr vor Ort. Damit gewährleistet sie eine intensive und umfängliche Betreuung für den Senior und ist in vielen Fällen die einzige Alternative zum Pflegeheim. Diese umfassende Pflege mit deutschen Betreuungskräften zu leisten, ist für viele Familien nicht finanzierbar, weshalb sie auf günstigere Arbeitskräfte aus Osteuropa zurückgreifen. Daher hat sich auch die „polnische Pflegekraft“ als Synonym einer 24-Stunden-Betreuungperson etabliert.

Info

Mit 24-Stunden-Betreuung oder 24-Stunden-Pflege zu Hause verbinden die meisten Menschen eine bestimmte Form der Betreuung: Frauen aus einem osteuropäischen Land wohnen in Deutschland im Haushalt älterer Menschen, um sie pflegerisch und hauswirtschaftlich zu versorgen, zu betreuen und sie zu unterhalten.

Das bedeutet aber nicht, dass die osteuropäischen Helfer rund um die Uhr arbeiten dürfen. Dies verbietet das deutsche Arbeitszeitgesetz, da die maximal zulässige Wochenarbeitszeit für Angestellte ca. 60 Stunden pro Woche beträgt. Der Begriff „24-Stunden-Betreuung“ oder „24-Stunden-Pflege“ steht vielmehr sinnbildlich für den Umfang der Betreuung sowie die Rufbereitschaft rund um die Uhr. Zutreffender wäre der Begriff „Betreuung in häuslicher Gemeinschaft“ (BihG). Dieser ist jedoch noch nicht im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert.

In jedem Fall ist es besonders wichtig, die genaue Stundenanzahl und damit einhergehend ein Maximum der Wochenarbeitszeit schriftlich zu vereinbaren.

Die Vorteile einer 24-Stunden-Betreuung auf einen Blick
  • Professionelle Rund-um-die-Uhr-Betreuung für Ihren Angehörigen
  • Gute Unterhaltung und individuelle Betreuung für Ihren Angehörigen
  • Große Entlastung für Sie und zu jederzeit ein gutes und beruhigtes Gefühl
  • Die richtige Unterstützung für Ihren Angehörigen und Gewissheit für Sie

Die Leistungen einer 24-Stunden-Pflege & Betreuung

  • Hauswirtschaftliche Tätigkeiten
    Die ausländischen Betreuungskräfte oder Haushaltshilfen führen hauswirtschaftliche Tätigkeiten durch und helfen den Pflegebedürftigen u. a. beim Einkaufen und Kochen, dem Putzen und Aufräumen der Wohnung.
  • Grundpflege
    Betreuungskräfte helfen im Rahmen der Grundpflege pflegebedürftigen Menschen bei ihren Grundverrichtungen. Dazu gehören: Körperpflege (Waschen, Duschen, Baden, Kämmen usw.), Mundpflege und Zahnpflege, Toilettengang (Blasen- und Darmentleerung), Aus- und Anziehen, Zubereiten und Aufnahme der Nahrung. Dagegen müssen alle Tätigkeiten der sog. medizinischen Behandlungspflege (z. B. Blutdruckmessen, Kompressionstrümpfe an- und ausziehen, Spritzen geben) durch eine examinierte Pflegekraft z. B. eines ambulanten Pflegedienstes durchgeführt werden. Diese Aufgaben kann und darf die ausländische Betreuungskraft nicht übernehmen. Medizinische Behandlungspflege wird vom Arzt verordnet und ist eine Leistung der Krankenkasse. Man braucht dafür keinen Pflegegrad!
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Was macht die polnische Pflegekraft genau?

Weil es sich also teilweise um grundpflegerische Hilfeleistungen handelt, hat sich in Deutschland der Begriff „polnische Pflegekraft“ etabliert, wobei kaum eine osteuropäische Betreuungskraft, die eine 24-Std-Betreuung oder 24-Std-Pflege zu Hause durchführt, tatsächlich eine Ausbildung zur Krankenschwester bzw. Altenpflegekraft absolviert hat. Für die Grundpflege muss man aber auch keine examinierte Pflegekraft sein. Auch Familienangehörige, Verwandte, Freunde, Nachbarn, Pflegehilfskräfte oder Hauswirtschaftskräfte können grundpflegerische Tätigkeiten nach einer entsprechenden Anleitung durchführen.

  • Aktivierende Pflege
    Zu einer Rund-um-Betreuung gehört es auch, den pflege- oder betreuungsbedürftigen Menschen zu aktivieren, sich mit ihm zu beschäftigen, ihn zu unterhalten und aufzumuntern (aktivierende Pflege).
  • Motivation und Aktivitäten
    Betreuer gestalten oft einen Alltag, wie ihn die Betreuten zuvor oft schon lange nicht mehr erlebt haben: Ihre fortwährende Anwesenheit kann alte Menschen, die sich möglicherweise bereits resignierend aus der Welt zurückgezogen haben, von Neuem motivieren und vitalisieren. Folgende Aktivitäten sind möglich:
  • Gemeinsame Spaziergänge und Ausflüge
  • Begleitung bei Arzt-, Therapie- und Friseurbesuchen
  • wenn gesundheitlich möglich: gemeinsame Einkäufe
  • wenn gesundheitlich möglich: gemeinsame Spazierfahrten mit dem Auto (sofern vorhanden und die polnische Hilfskraft einen Führerschein besitzt – dies sollten Sie überprüfen)
  • Gesellschaftsspiele und Singen
  • sich über frühere Erlebnisse austauschen, Geschichten erzählen – abhängig von den Deutschkenntnissen der osteuropäischen Betreuungsperson
  • Einbeziehen in alle Tätigkeiten, die in Haushalt und Garten anfallen und die dem Pflegebedürftigem im Rahmen seiner Fähigkeiten möglich sind

Wie finden Sie eine 24-Stunden-Betreuungskraft?

Es gibt im Wesentlichen drei Möglichkeiten, um eine Betreuungsperson zu beauftragen:

  1. Sie treten lediglich als Auftraggeber auf und engagieren über eine deutsche Vermittlungsagentur eine 24-Stunden-Betreuung für Ihren Angehörigen. (Entsendemodell)
  2. Sie selbst oder der Pflegebedürftige fungieren als Arbeitgeber und Sie stellen für Ihren Angehörigen eine Betreuungskraft an. (Vermittlung von Pflegekräften durch die Arbeitsagentur)
  3. Sie beauftragen eine selbstständige osteuropäische Betreuungsperson. (Beauftragung einer selbstständigen Betreuungsperson)

Im Folgenden stellt pflege.de alle drei Varianten vor und gibt Ihnen Tipps, wie Sie sichergehen können, dass die beauftragte Betreuungsperson legal in Deutschland beschäftigt wird.

Das Entsendemodell (1)

Beim sog. „Entsendemodell“ treten Sie als Angehöriger des Betreuungsbedürftigen i. d. R. als Auftraggeber gegenüber einer deutschen Agentur auf, die eine 24-Stunden-Betreuung für Ihren Angehörigen organisiert. Die Betreuungskraft ist bei einem weiteren Unternehmen, dem sog. Entsendeunternehmen, in ihrem Heimatland angestellt und wird nach Deutschland entsendet (daher der Name des Modells). Die komplette Abwicklung und Kommunikation läuft über die deutsche Vermittlungsagentur.

Der Entsender (z. B. der ausländische Pflegedienst) übernimmt die Versicherung der Betreuungsperson und sorgt dafür, dass im Heimatland die notwendigen Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden. Dies wird durch die sog. A1-Bescheinigung bestätigt und sollte nachgewiesen werden können. Kann die Vermittlungsagentur diese Bescheinigung nicht vorzeigen, sollten Sie dies unbedingt einfordern, bevor das Betreuungsverhältnis beginnt.

Die Vermittlung, Organisation und den Transport der Betreuungspersonen übernimmt die Vermittlungsagentur für Sie. Als Auftraggeber zahlen Sie einen vertraglich festgelegten monatlichen Betrag an die deutsche Agentur oder das Unternehmen im Ausland. Von diesem, also ihrem Arbeitgeber, erhält die Betreuungskraft ihr Lohnentgeld. Aufgrund des deutschen Mindestlohns kann beim Entsendemodell eine ausländische Betreuungskraft nicht unter 2.000 Euro pro Monat legal beauftragt werden. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit dem 1. Januar 2019 9,19 Euro und steigt zum 1. Januar 2020 auf 9,35 Euro pro Stunde.

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Angestelltenverhältnis einer Pflegekraft zuhause

Beim Entsendemodell steht die Betreuungsperson nicht im direkten Angestelltenverhältnis zum Kunden. Sie bzw. der Kunde dürfen der Betreuungskraft daher keine direkten Weisungen erteilen. Informieren Sie sich über die Rahmenbedingungen bei Ihrer Agentur, damit die Beauftragung legal praktiziert wird.

Vermittlung von 24-Stunden-Kräften durch die Arbeitsagentur (2)

Eine Anlaufstelle für die direkte Anstellung von Betreuungskräften für Ihren pflegebedürftigen Angehörigen ist die Agentur für Arbeit (hier die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung, ZAV).

Dieses Modell stellt sicher, dass die bspw. osteuropäische Betreuungsperson dem deutschen Arbeitsrecht unterliegt und somit einen angemessenen Anspruch auf Freizeit und Urlaub hat. Die Betreuungskraft wird direkt von Ihnen als Auftraggeber angestellt – so dass Sie als Arbeitgeber mit allen Rechten und Pflichten auftreten. Diese Pflichten umfassen: Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Kündigungsschutz, Versicherungsschutz, Arbeitszeiten, Urlaubsansprüche und Anspruch auf Sozialleistungen. Aufgrund des deutschen Arbeitszeitgesetzes müssen Sie als Arbeitgeber mehrere Kräfte im Turnus beschäftigen und parallel bezahlen. Daher ist dieses Modell das teuerste Modell. Die Kosten belaufen sich auf monatlich mindestens 5.000 Euro.

Info

Bezeichnung 24-Stunden-Betreuung

Die Bezeichnung „24-Stunden-Betreuung“ ist aufgrund des Arbeitszeitgesetzes juristisch nicht belastbar, da die maximal zulässige Wochenarbeitszeit für Angestellte ca. 60 Stunden beträgt. Vielmehr versteht man unter der Bezeichnung „24-Stunden-Betreuung“ die Rufbereitschaft rund um die Uhr sowie umfassende Betreuungsleistungen. Es ist daher wichtig, mit der Betreuungsperson die Wochenarbeitszeit genau zu besprechen und schriftlich festzuhalten.

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Beauftragung einer selbstständigen Betreuungsperson (3)

Neben den genannten Varianten können Sie als Angehöriger des Pflegebedürftigen auch einen selbstständigen Betreuer oder Pfleger mit der 24-Stunden-Betreuung beauftragen. Beachten Sie jedoch folgendes Risiko: Obwohl die selbstständigen Unternehmer in aller Regel für mehrere Pflegebedürftige arbeiten, besteht das Risiko der sog. „Scheinselbstständigkeit“. Das kann zur Folge haben, dass Sie als Auftraggeber Sozialabgaben und Versicherungsleistungen nachzahlen müssen.

Es gibt jedoch auch für dieses Modell Agenturen, die Sie beraten, Sie auf mögliche Risiken aufmerksam machen und diese wirksam ausschließen. Dann sind Sie als Angehöriger und Auftraggeber auf der sicheren Seite.

Da die selbstständigen Betreuungspersonen ihren Stundensatz selbst bestimmen können, variieren die Kosten bei diesem Modell stark. Meist bewegen sich die Kosten für eine selbstständige Person aus Osteuropa zwischen 2.000 und 3.000 Euro monatlich.

Der Vorteil dieses Modells liegt in den oftmals niedrigeren Kosten.

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Wann kann ich sicherstellen, dass eine entsendete Betreuungskraft legal beschäftigt wird?

  • Wenn das Vermittlungsunternehmen eine deutsche Gesellschaftsform (z. B. GmbH) hat, unterliegt es dem deutschen Recht und muss sich auch an deutsche Gesetze halten. Dies ist ein erstes, jedoch beileibe nicht ausreichendes Anzeichen für ein seriöses Angebot.
  • Ein bezeichnendes Indiz für die legale Vermittlung von Betreuungskräften aus dem Ausland ist die notwendige A1-Bescheinigung. Sie bestätigt die korrekte Abfuhr von Steuern und Sozialabgaben im Heimatland. Lassen Sie sich diese Bescheinigung vom Vermittlungsunternehmen zeigen, wenn Sie sichergehen wollen, dass die Betreuungskraft legal beschäftigt wird.
  • Um ganz sicher zu gehen, müssten Sie jedoch letztlich alle Verträge prüfen, welche die Betreuungsperson mit ihrem Arbeitgeber im Heimatland geschlossen hat. Dies kann niemand leisten, weshalb Sie sich im Zweifel an Selbsthilfegruppen und Verbände (VHBP e. V.) wenden können, wie in der folgenden Infobox beschrieben.
Tipp

Damit Sie als Angehöriger die unübersichtlichen und meist illegalen Angebote am Markt besser überblicken können, hat pflege.de den Verband für häusliche Betreuung und Pflege, VHBP e.V., mitgegründet. Der VHBP verfolgt das Ziel, eine qualitativ hochwertige, umfassende und zugleich legale Betreuung und Pflege im häuslichen Umfeld zu garantieren. Damit schwarze Schafe auf dem Markt stigmatisiert werden und Legalität und Qualität transparent gemacht wird, hat der VHBP Qualitätsstandards für die häusliche Betreuung und Pflege entwickelt, zu denen sich die Mitglieder verpflichten.

Checkliste: So finden Sie die richtige Agentur für die Vermittlung einer 24-Stunden-Betreuung

  1. Haben Sie schon von positiven Erfahrungen mit dieser Agentur von Freunden oder Bekannten gehört?
  2. Hat Sie die Agentur ausführlich und umfassend informiert?
  3. Haben Sie einen positiven Eindruck von der Agentur (Sprache, Freundlichkeit, Qualifikation usw.)?
  4. Geht die Agentur individuell auf Sie ein und nimmt sie sich Zeit, um alle relevanten Anforderungen für die optimale Betreuungskraft zu erfassen?
  5. Liegt der Preis einer Betreuungsperson bei mind. 1.800 Euro (Selbstständigenmodell) oder 2.000 Euro (Entsendemodell) monatlich? Das ist ein erstes Zeichen für Legalität.
  6. Bietet die Agentur Unterstützung, falls die Betreuungskraft einmal ausfällt und krank ist?
  7. Ist die Agentur jederzeit für Sie erreichbar?
  8. Setzt die Agentur einen schriftlichen Vertrag über die Vermittlung auf?
  9. Hat die vermittelte Betreuungsperson eine sog. A1-Bescheiningung?

 

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Erstelldatum: .82.106102|Zuletzt geändert: .11.609102
BildquellenBild 1: © Ocsay Bence / Fotolia.com, Bild 2: © Sandor Kacso / Fotolia.com, Bild 3: ©istock.com/SilviaJansen | Pflegeeinrichtungen in Deutschland
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Interview

So stellen Sie eine 24-Stunden-Betreuung legal an

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Frederic Seebohm
Im Interview
Frederic Seebohm
Rechtsanwalt Frederic Seebohm ist Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des Verbandes für häusliche Betreuung und Pflege e.V. (VHBP) in Berlin.

In Deutschland pflegen ausländische sog. 24-Stunden-Pflegekräfte schätzungsweise 250.000 pflegebedürftige Menschen. Ohne diese Hilfe aus dem Ausland würde das deutsche Pflegesystem nicht funktionieren, meint der Geschäftsführer des Verbandes für häusliche Betreuung und Pflege e.V. (VHBP) Frederic Seebohm. Im pflege.de-Interview verrät er, wie Familien eine 24-Stunden-Betreuung legal beschäftigen.

Herr Seebohm, was ist eine 24-Stunden-Pflegekraft?

Der Begriff „24-Stunden-Pflegekraft“ ist eine doppelte Unwahrheit. Es handelt sich i. d. R weder um ausgebildete Pflegekräfte, noch arbeiten diese Menschen 24 Stunden am Tag. Es ist wichtig, dass wir von Betreuungspersonen sprechen, die in häuslicher Gemeinschaft mit den Pflegebedürftigen leben.

Info
Die „24-Stunden-Pflege“ im Sprachgebrauch

Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich der Begriff „24-Stunden-Pflege“ für die Rund-um-die-Uhr-Betreuung bzw. eine sog. 24-Stunden-Betreuung durch ausländische Kräfte durchgesetzt. Anfangs handelte es sich nur um sog. polnische Pflegekräfte. Heute kommen die Kräfte auch aus anderen osteuropäischen Ländern. Die Bezeichnung „Pflegekraft“ ist oft nicht korrekt: Die meisten Osteuropäer, die in deutschen Haushalten ältere Menschen betreuen, sind keine examinierten Pflegekräfte, sondern Betreuungspersonen. Da sich aber in diesem Zusammenhang die Bezeichnung „Pflegekraft“ etabliert hat, verwendet pflege.de Begriffe wie „polnische Pflegekraft“, „Pflegekraft aus dem Ausland“ oder „24-Stunden-Pflege“.

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Was leistet die sog. 24-Stunden-Pflegekraft?

Die Personen aus Osteuropa haben ganz unterschiedliche Erwerbsbiografien, in aller Regel aber keine pflegerische Qualifikation. Sie leisten das, was auch jeder Familienangehörige tut, wenn er sich um den Pflegebedürftigen kümmern würde. Die Statistiken zeigen, dass ungefähr 25 Prozent der Arbeitszeit auf die Grundpflege entfallen und 40 Prozent auf Hauswirtschaft. 35 Prozent sind Betreuungsaufgaben. Das heißt: 75 Prozent der Arbeitszeit ist keine Pflege.

Der Begriff „24-Stunden-Pflegekraft“ ist eine doppelte Unwahrheit. Es handelt sich i. d. R weder um ausgebildete Pflegekräfte, noch arbeiten diese Menschen 24 Stunden am Tag.
Frederic Seebohm

Wie kann ich eine sog. 24-Stunden-Pflege legal anstellen?

Grob gesagt gibt es drei Modelle: Das Entsendemodell, die Beauftragung einer gewerbetreibenden Person oder die direkte Anstellung einer Betreuungskraft als Arbeitnehmer. Eine Agentur kümmert sich um die Vermittlung der sog. 24-Stunden-Pflege. Dazu habe ich folgende Tipps:

  1. Die Agentur muss transparent sein! Wenn Sie mit einer Vermittlungsagentur zusammenarbeiten, dann sollte Ihnen das Unternehmen die Abläufe der Vermittlung erklären können. Ist die Agentur in der Lage, nachvollziehbar darzulegen, was die rechtliche Grundlage für die Vermittlung ist? In aller Regel befindet sich die Vermittlungsagentur in Deutschland, die Mitarbeiter sprechen Deutsch und kennen die deutschen Strukturen.
  2. Bewerten Sie Preise richtig! Die sog. 24-Stunden-Pflegekraft erhält aktuell netto zwischen 1.100 und 1.400 Euro. Alles, was darunter liegt, kann nicht mit rechten Dingen zugehen. Das hängt vom Anstellungsmodell, von den Sprachkenntnissen, der Erfahrung und der Fortbildung ab, die die Betreuungskraft hat. Darauf kommen dann noch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, die sowohl von selbständig Gewerbetreibenden als auch von angestellten Personen entrichtet werden müssen. Hinzu kommt ggf. die Gebühr der Vermittlungsagentur. Sie ist ja im Zweifelsfall auch Problemlöserin, also bspw., wenn ein Ersatz wegen Nichtgefallen oder Urlaub oder Krankheit gefunden werden muss. Realistisch kann ich eine Betreuungsperson mit allen zusätzlichen Kosten unter 2.000 Euro pro Monat nicht engagieren, egal ob sie selbständig angestellt oder durch eine Agentur entsendet ist.
Erstelldatum: .11.609102|Zuletzt geändert: .12.609102
Bildquelle© Frederic Seebohm
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