Themenwelt Pflegematratzen

Mit durchschnittlich acht Stunden verbringen viele Pflegebedürftige den Großteil ihres Tages im Bett. In schweren Fällen sogar bis zu 24 Stunden. Daher ist der Einsatz von Pflegematratzen besonders wichtig. Pflegematratzen sind Funktionsmatratzen, die auf bestimmte Krankheitsbilder und auch auf die Belastung durch langes Liegen ausgelegt sind. Welche Arten von Pflegematratzen es gibt, was der genaue Unterschied zwischen einer herkömmlichen Matratze und einer Pflegematratze ist und wie diese finanziert werden, hat pflege.de für Sie zusammengefasst.

Pflegematratzen

Inhaltsverzeichnis

Pflegematratzen helfen nicht nur den Pflegebedürftigen, sondern auch den pflegenden Angehörigen oder Fachkräften, denn die Pflegematratzen sind leichter zu reinigen und haben weniger Gewicht. Besonders wichtig ist es, die richtige Matratze für das entsprechende Krankheitsbild und die persönlichen Bedürfnisse des Pflegebedürftigen zu finden. Den Weg zur passenden Pflegematratze zeigt Ihnen pflege.de.

Pflegematratzen zuhause

Pflegematratzen sind sogenannte Funktionsmatratzen. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen und sie richten sich nach dem individuellen Bedarf der Betroffenen. Wer zum Wundliegen neigt, benötigt eine Matratze mit anderen Funktionen als eine Person mit Demenz oder jemand, der unter Inkontinenz leidet. Pflegematratzen müssen immer auf das Gewicht der pflegebedürftigen Person ausgelegt sein. Wie bei den herkömmlichen Matratzen können unterschiedliche Härtegrade je nach Gewicht und auch persönlichem Geschmack gewählt werden. Für eine einfachere Handhabung bei der Reinigung oder dem Wenden ist es sehr wichtig, dass die Matratzen besonders leicht sind. So wird pflegenden Angehörigen oder dem Pflegepersonal die Arbeit erleichtert. Eine weitere Eigenschaft der Pflegematratzen ist zudem die einfache Reinigung.

Besonders häufig werden Pflegematratzen für die Krankheitsbilder Demenz, Inkontinenz sowie Dekubitus eingesetzt:

Demenz Inkontinenz Dekubitus
Funktion Fördern das Durschlafen und mindern Bettflucht Verhindern das Eindringen von Körperausscheidungen in die Matratze Entlastet bei langem Liegen
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Pflegematratzen bei Inkontinenz

Viele bettlägerige Menschen leiden auch unter Inkontinenz. Wichtigste Funktion für Pflegematratzen in diesem speziellen Anwendungsgebiet ist, dass sie einfach und gut zu reinigen sind und keine Ausscheidungen in die Matratze gelangen können. Als Alternative gibt es auch Inkontinenzauflagen oder Matratzenschoner. Wenn keine Gefahr des Wundliegens (Dekubitus) besteht, kann auch ein wasserdichter Bezug genutzt werden. Allerdings empfiehlt sich bei langen Liegezeiten eine spezielle Inkontinenzmatratze oder eine Antidekubitusmatratze mit einer wasserdichter Inkontinenzauflage.

Wichtiger Hinweis Inkontinenz-Matratzenbezüge gelten nicht als Inkontinenzhilfen

Dadurch erfolgt keine Kostenübernahme durch die Krankenkasse. Sollte ein Pflegegrad vorliegen werden Inkontinenzauflagen zum Einmalgebrauch und zur Wiederverwendung als Pflegehilfsmittel über die Pflegekasse abgerechnet.

Pflegematratzen bei Dekubitus

Neben der Inkontinenz ist bei bettlägerigen Menschen auch das Wundliegen (Dekubitus) ein zentrales Problem.

Info

Was ist Dekubitus?

Dekubitus ist eine Störung der Haut, die durch Druck oder Reibung entsteht. Es entstehen offene, meist entzündete und sehr schmerzende Stellen. Diese können durch regelmäßige Druckentlastung gemindert werden. Wird der Druck nicht gemindert, kann es zu einem Dekubitus-Geschwür führen. Diese sind meist nässend und sehr anfällig für Infektionen. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einem Absterben der Haut kommen. 

Um das Wundliegen zu verhindern, sind Dekubitusmatratzen so aufgebaut, dass sie den Druck auf die betroffene Haut mindern. Dies geschieht durch den Einsatz spezieller Viskoauflagen oder auch Wechseldruckmatratzen, die durch eine spezielle Verteilung für eine Druckentlastung sorgen. Bei einem Körpergewicht von bis zu 100 Kilogramm eignet sich eine Wechseldruckmatratze, die sowohl das statische Liegen als auch die Wechseldrucklagerung unterstützt.(1)

Eine andere Möglichkeit ist der Einsatz von Weichlagerungsmatratzen. Diese sind so aufgebaut, dass der Körperdruck um bis zu 45 Prozent reduziert und somit das Liegen sehr viel angenehmer wird. Meist wird bei diesen speziellen Pflegematratzen ein Viskoschaum verwendet, der bestmögliche Unterstützung beim Liegen bietet. Hinzu kommt ein Kaltschaumanteil, der besonders atmungsaktiv ist und die Körpertemperatur reguliert.(2)

Pflegematratzen bei Demenz

Demenzkranke leiden sehr häufig unter Schlafstörungen. Sie schlafen nur schwer ein und sind nachts oft unruhig. Spezielle Pflegematratzen für Demenzerkrankte optimieren das Liegegefühl und sorgen dafür, dass sich der Schlafende weniger hin und her wälzt. Durch ein integriertes Federungssystem werden die nächtlichen Bewegungen abgefangen und sanft zurückgegeben. Ein ähnliches Prinzip ist auch der Einsatz spezieller Schaumstoffwürfel, die in der Pflegematratze eingearbeitet sind und wie kleine Stoßdämpfer wirken.(3)

Tipp
Sieben persönliche Tipps zur Prävention einer Demenz

Hendrik Dohmeyer, dessen Vater an einer Demenz litt, hat seine sieben persönlichen Tipps zur Prävention einer Demenz auf pflege.de geteilt. Den Link dazu finden Sie hier.

Besonderheiten und Eigenschaften

Nicht alle Pflegematratzen passen in die handelsüblichen Betten. Manche sind bewusst für eigens dafür vorgesehene Pflegebetten konzipiert worden. In den meisten Pflegebetten werden Matratzen mit einer Größe von 90 x 200 Zentimeter verwendet.(4) Pflegematratzen können etwas dünner als die herkömmlichen Matratzen sein, daher ist es wichtig, vor dem Kauf die Höhe des Bettes auszumessen. Dies ist neben Länge und Breite ein entscheidender Faktor.

Passt die Pflegematratze nicht optimal von ihrer Höhe zum Bett, kann das Ein- und Aussteigen aus dem Bett erschwert werden. Auch ist es wichtig, vor dem Kauf einer Pflegematratze einen Blick auf den vorhandenen Lattenrost zu werfen. Nicht alle Matratzen sind kompatibel mit den gängigen Lattenrosten. Achten Sie darauf, dass der Abstand zwischen den einzelnen Latten nicht zu groß ist. Alle Pflegematratzen haben jedoch gemeinsam, dass sie leicht zu wechseln und schnell hygienisch zu reinigen sind.

Gegenüberstellung einer herkömmlichen Matratze und einer Pflegematratze:

Eigenschaft Normale Matratze Pflegematratze
Liegedauer Ausgelegt auf acht bis zehn Stunden Ausgelegt auf bis zu 24 Stunden
Gewicht Normal bis schwer Eher leicht
Härtegrad Unterschiedliche Härtegrade wählbar Unterschiedliche Härtegrade wählbar
Handhabung Normale Handhabung Leicht zu reinigen
Abmessungen Standardabmessungen Variieren in der Höhe und sind eher auf Pflegebetten und nicht auf die herkömmlichen Betten ausgelegt
Kosten Günstig bis teuer Günstig bis teuer
Funktion Schlafen Speziell ausgerichtet auf die Belastungsansprüche verschiedener Krankheitsbilder, wie bspw. Demenz, Inkontinenz, Dekubitus

 

Kosten für Pflegematratzen

Die Kosten für Pflegematratzen variieren je nach Größe sowie auch Funktionen. Es gibt schon Modelle für einhundert Euro, aber die Kosten können bei bestimmten Modellen auch auf mehrere hundert Euro steigen. Pflegematratzen für Demenzerkrankte mit integriertem Würfelsystem gibt es schon ab 300 Euro, die Kombination auf Schaumstoff- und Luftkissenmatratze aber erst ab 1.600 Euro.(5) Doch ein hoher Preis sagt nicht automatisch, dass dies auch die beste Matratze ist. Gerade bei Pflegematratzen müssen diese vorrangig den Zweck und die gewünschte Funktion erfüllen und darüber hinaus zum eingesetzten Bett oder auch dem speziellen Pflegebett passen.

 

Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse?

Wird eine Pflegematratze vom Arzt verschrieben und es besteht kein Pflegegrad, wird diese ganz oder anteilig von der Krankenkasse als Hilfsmitteln übernommen. Um ein Hilfsmittel bei der Krankenkasse zu beantragen, müssen zwei wichtige Voraussetzungen erfüllt sein: Zum einen muss eine medizinische Notwendigkeit vorliegen und darüber hinaus muss begründet werden, warum dieses Hilfsmittel benötigt wird.

Wenn neben dem Rezept vom Arzt auch ein Pflegegrad vorliegt, handelt es sich um ein Pflegehilfsmittel und die Übernahme der Kosten müssen bei der Pflegekasse beantragt werden. Pflegehilfsmittel müssen dazu beitragen, die Pflege zu erleichtern, Beschwerden zu lindern oder den Betroffenen eine selbstständigere Lebensführung zu ermöglichen. Die Kosten werden von der Pflegekasse übernommen, wenn keine Leistungsverpflichtung der Krankenkasse besteht. Zu den Kosten für technische Pflegehilfsmittel muss die pflegebedürftige Person einen Eigenanteil von zehn Prozent, maximal jedoch 25 Euro, zuzahlen.(6) Den Antrag für die Kostenübernahme eines Pflegehilfsmittels bekommen Sie von Ihrer Krankenkasse.

Wichtig: Klären Sie vor dem Kauf die mögliche Kostenübernahme der Pflegematratze mit der Pflegekasse ab.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Pflegematratze?

Eine Pflegematratze ist eine spezielle Funktionsmatratze, die auf die Bedürfnisse von Menschen ausgelegt ist, die mehr als nur die herkömmlichen acht bis zehn Stunden im Bett verbringen. Pflegematratzen sind in der Regel leichter als herkömmliche Matratzen. Auch die hygienische Handhabung wurde angepasst und diese sind leichter zu reinigen.

Gibt es Unterschiede bei Pflegematratzen?

Pflegematratzen erfüllen unterschiedliche Funktionen und sind auf die Belastungsansprüche verschiedener Krankheitsbilder ausgelegt. So gibt es spezielle Matratzen für beispielsweise Inkontinenz, Dekubitus oder auch Demenz.

Bekomme ich die Kosten für eine Pflegematratze von der Pflegekasse erstattet?

Liegt ein Rezept vom Arzt für eine entsprechende Pflegematratze vor und darüber hinaus auch ein Pflegegrad, werden die Kosten von der Pflegekasse übernommen.

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Erstelldatum: 1202.60.41|Zuletzt geändert: 1202.70.91
(1)
Pflegehilfe in Deutschland Verein Für soziales Leben e.V. (2020)
www.pflege-grad.org/pflegehilfsmittel/pflegematratze.html (letzter Abruf am 20.05.2021)
(2)
Kubivent (2021)
www.kubivent.de/produktkatalog/46/ (letzter Abruf am 20.05.2021)
(3)
Günther Schwarz, Alzheimer Beratung, Evangelische Gesellschaft Stuttgart (2016)
www.eva-stuttgart.de/fileadmin/Redaktion/2_unsere_angebote/im_alter/alzheimer_beratung/Technische_Hilfsmittel_Demenz.pdf (letzter Abruf am 20.05.2021)
(4)
Pflegebetten-24.de (2021)
www.pflegebetten-24.de/wie-gross-ist-ein-pflegebett-pflegebetten-masse-burmeier#:~:text=Gesundheitliche%20Situation%20und%20Schl%C3%A4ferkomfort%20bestimmen,bildet%20%2D%20bei%20Burmeier%20und%20anderswo (letzter Abruf am 20.05.2021)
(5)
Mobil-bleiben (2021)
www.mobil-bleiben.de/hilfsmittel/pflegebett-seniorenbett/pflegematratzen/ (letzter Abruf am 18.05.2021)
(6)
Bundesministerium für Gesundheit (BMG) (2021)
www.bundesgesundheitsministerium.de/leistungen-der-pflege/pflegehilfsmittel.html (letzter Abruf am 20.05.2021)
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