Herzinsuffizienz / Herzschwäche - Symptome, Therapie, Lebenserwartung

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Herzinsuffizienz: Was ist ein schwaches Herz?

Mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Herzschwäche, einer sog. Insuffizienz des Herzens. Jedes Jahr kommen 200.000 Patienten hinzu. Die Diagnose Herzschwäche gehört sogar zu den häufigsten Gründen für Klinikaufenthalte.

Inhaltsverzeichnis

Zwar klingt der Begriff Herzschwäche nicht besonders bedrohlich. Doch ein „schwaches“ Herz hat massive Auswirkungen auf den ganzen Körper. Das zeigt ein näherer Blick: Der menschliche Herzmuskel ist so groß wie eine Faust, besteht aus zwei Hälften und arbeitet unentwegt. Im Laufe eines einzigen Tages schlägt das Herz eines gesunden Erwachsenen rund 100.000 Mal und pumpt dabei rund fünf Liter pro Minute durch den Körper. Bei Anstrengung kann sich diese Menge sogar bis auf ca. 20 Liter Blut erhöhen. Wichtig ist bei der Blutzirkulation vor allem, dass Sauerstoff transportiert wird. 

Vorwissen: So funktioniert das Herz-Kreislaufsystem

Das Herz-Kreislaufsystem sorgt dafür, dass der Austausch zwischen sauerstoffarmen und sauerstoffreichem Blut unablässig weitergeht. Dabei kann zwischen dem Körper- und dem Lungenkreislauf unterschieden werden.

  1. Der Körperkreislauf (großer Kreislauf)

Das sauerstoffreiche Blut wird von der linken Herzkammer über die Hauptschlagader in die Arterien und in den gesamten Körper gepumpt. Der im Blut transportierte Sauerstoff wird dann abgegeben und Abfallstoffe sowie Kohlendoxid aufgenommen. Anschließend wird das sauerstoffarme Blut über die Venen zurück zum Herzen gepumpt, genauer gesagt zum rechten Vorhof und dann in die rechte Herzkammer.

  1. Der Lungenkreislauf (kleiner Kreislauf)

Von der rechten Herzkammer aus wird das sauerstoffarme und kohlenstoffreiche Blut in die Lunge pumpt. Dort wird Kohlendioxid abgegeben, um ausgeatmet zu werden. Frischer Sauerstoff wird durch die eingeatmete Luft vom Blut aufgenommen und das sauerstoffreiche Blut dann über den linken Vorhof in die linke Herzkammer transportiert.

Das Herz besteht aus zwei Hälften, die durch eine Scheidewand getrennt sind und über jeweils ein eigenes Pumpsystem verfügen. Jede Hälfte teilt sich noch einmal auf in

  • eine Kammer (= Ventrikel) und
  • einen Vorhof (= Atrium).

Die Herzklappen wirken wie kleine Schleusenkammern und verhindern, dass das Blut zurückfließt. Normalerweise verrichtet das Herz seine Arbeit ohne Probleme. Doch der Muskel kann erkranken und schwächer werden.

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Herzinsuffizienz: Definition

Bei einer Herzinsuffizienz ist die Leistungsfähigkeit des Herzens eingeschränkt. Häufig ist nicht das gesamte Herz von der Schwäche betroffen, sondern nur eine Hälfte, also die rechte bzw. die linke Herzkammer.

Herzinsuffizienzen: eine kurze Übersicht

Bei einer Herzinsuffizienz unterscheidet man generell zwischen einer Schwäche der linken oder der rechten Herzhälfte:

  • Linksherzinsuffizienz

Die Linksherzinsuffizienz beschreibt eine Schwäche der linken Herzhälfte, die normalerweise das sauerstoffreiche Blut in den Körperkreislauf pumpt. Bei dieser Form der Herzschwäche wird entsprechend zu wenig sauerstoffreiches Blut in den Körperkreislauf gepumpt, sodass die Organe schlechter durchblutet werden. Gleichzeitig staut sich das Blut zurück bis in die Lunge.

  • Rechtsherzinsuffizienz

Bei der Rechtsherzinsuffizienz liegt eine Schwäche der rechten Herzhälfte vor. Diese hat in der Regel die Aufgabe, das sauerstoffarme Blut zur Lunge zu pumpen. Durch die Schwäche ist das Herz allerdings nicht in der Lage das Blut weiter zu pumpen, sodass es sich zurück in den Körper staut.

  • Globalinsuffizienz/Globale Herzinsuffizienz

Als globale Herzinsuffizienz wird die Schwäche des gesamten Herzens beschrieben, bei der beide Herzkammern betroffen sind (biventrikulär). Häufig kommt es zu dieser Form, wenn die Herzinsuffizienz bereits weit fortgeschritten ist.

Weiterhin kann bei der Linksherzinsuffizienz noch detaillierter unterteilt werden in

  • Systolische (kongestive) Herzinsuffizienz

Das Blut staut sich in der Lunge, da die Pumpfunktion der Herzkammer eingeschränkt und das Herz nicht in der Lage ist, das Blut weiter zu transportieren. Die Ursache kann z. B. im Verlust von Herzmuskelzellen liegen (z. B. nach einem Herzinfarkt).

  • Diastolische Herzinsuffizienz

Das Herz pumpt noch normal, aber die Wände der linken Herzkammer dehnen sich nicht mehr weit genug, sodass weniger Blut aufgenommen werden kann. Das passiert sehr häufig bei chronischem Bluthochdruck oder bei einer Herzklappenerkrankung.

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Systole und Diastole

Als Systole wird die sog. Auswurfphase des Herzens beschrieben, in der sich das Herz zusammenzieht und das Blut aus den Kammern aktiv weiterpumpt. Die Diastole ist wiederum die Entspannungsphase des Herzens, in der das Blut in die Vorhöfe gelangt.

 

Die Folgen einer Herzinsuffizienz

Die Folgen einer Herzinsuffizienz können zu zwei Problemen führen:

Vorwärtsversagen: Die Organe erhalten nicht genug Sauerstoff und Nährstoffe. Symptome eines Vorwärtsversagens sind z. B.

  • Atemnot
  • Schwäche
  • geringere Belastbarkeit.

Rückwärtsversagen: Das verbrauchte Blut kann von der Lunge nicht vollständig zum Herzen zurückkommen. Es kommt sozusagen zu einem Stau im Herzen. Zu den Symptomen zählen Wassereinlagerungen (Ödeme), etwa in der Lunge oder den Beinen.

Alle diese Variationen von Herzinsuffizienzen können akut oder chronisch auftreten. In den allermeisten Fällen treten die Symptome zunächst so unmerklich ein, dass sie Monate oder Jahre gar nicht bemerkt werden. Daher leiden die meisten Betroffenen unter einer chronischen Herzinsuffizienz und bemerken dies erst, wenn die Beschwerden sich plötzlich verstärken ( = akut werden).

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Herzinsuffizienz: kompensiert/dekompensiert

Eine ganz grobe Einteilung der Herzinsuffizienz ist die in kompensierte und dekompensierte Herzinsuffizienz. Leider wird die Herzinsuffizienz meist erst in einem späten Stadium bei einer Dekompensation entdeckt, denn der Körper verfolgt erst einmal bestimmte Strategien, um eine schwache Herzleistung auszugleichen (zu kompensieren).

Schwaches Herz wird kompensiert: Das Gehirn registriert eine schwächere Herzleistung und vermutet einen zu niedrigen Blutdruck als Ursache. Der Verdacht ist bei einer Herzinsuffizienz falsch, aber die Gegenmaßnahmen dennoch wirksam. Mittels Hormonausschüttung wird der Blutdruck erhöht, die Gefäße enggestellt sowie die Gesamtblutmenge gesteigert und somit die Herzschwäche vermeintlich ausgeglichen.

Ausgleich bleibt unbemerkt: Der Betroffene selbst merkt die Notfallmaßnahmen seines Körpers lange Zeit nicht. Er registriert höchstens bei Anstrengung, dass er nicht mehr so belastbar ist, denn bei einer kompensierten Herzinsuffizienz macht sich die Schwäche nur bei starker Belastung bemerkbar.

Sobald der Betroffene sich ausruht, merkt er nichts mehr davon, dass sein Herz Schwierigkeiten hat. Doch es gibt eine Reihe von starken und schwachen Symptomen, die sich feststellen lassen.

Herzinsuffizienz: Symptome

Die Leitsymptome einer Herzinsuffizienz können auch bei einer kompensierten bzw. dekompensierten Herzinsuffizienz auftreten.

  • Atemnot bei körperlicher Belastung
  • Schnelles Schwitzen bereits bei geringer Belastung
  • Atemnot (nachts im Liegen), sodass Betroffene stets den Oberkörper hochlagern wollen
  • Engegefühle in der Brust
  • Zunehmende Schwellungen (Ödeme) an den Beinen (v. a. Knöchel, Unterschenkel)

Weitere Symptome einer Herzinsuffizienz

  • Gewichtszunahme
  • Starke Erschöpfung
  • Häufiger nächtlicher Harndrang (Nykturie)
  • Schwindel und Konzentrationsprobleme

Wenn Sie mehrere dieser Symptome bei sich feststellen, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Dieser wird mit Hilfe von gezielten Untersuchungen eine Diagnose stellen können, da bei einer kompensierten Herzinsuffizienz Veränderungen am Herzen auftreten.

Veränderungen am Herzen durch kompensierte Herzinsuffizienz: Zum einen dehnen und verdicken sich die Muskelfasern des Herzens, um eine bessere Pumpkraft zu erzielen, zum anderen weiten sich die Herzkammern, um größere Blutmengen ausstoßen zu können.

Akute Dekompensation: Tatsächlich kann das Herz Monate und Jahre mit einer Schwäche leben bzw. dagegen anarbeiten. Eine Herzinsuffizienz kann also lange unbemerkt bleiben und dann plötzlich in Form einer akuten Krise durch eine Dekompensation auftreten. Erst jetzt sendet das Herz deutliche Alarmsignale: Es schafft nun nicht mehr, die körperlichen Defizite zu kompensieren. Eine akute Krise tritt ein und die Symptome werden auch in ruhigem Zustand unübersehbar.

Akute Krise bei dekompensierter Herzinsuffizienz

  • Akute Atemnot/Husten
  • Brodelnde Atemgeräusche
  • Schneller Herzschlag
  • Blässe
  • Kalter Schweiß
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Herzinsuffizienz ist nicht heilbar

Heilbar ist eine chronische Herzinsuffizienz nicht, aber der Gesundheitszustand kann in einigen Fällen durch Therapien stabilisiert werden.

 

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Herzinsuffizienz: Ursachen

Alle Krankheiten, die den Herzmuskel schädigen, können zu einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) führen.

  • Koronare Herzerkrankung: Die häufigste Ursache ist eine koronare Herzerkrankung. Dabei handelt es sich in der Regel um Verengungen der Herzkranzgefäße (Koronararterien) oder sogar um Verschlüsse dieser Gefäße, die für die Durchblutung des Herzens zuständig sind. Wenn die Herzkranzarterien enger werden, wird der Herzmuskel schlechter durchblutet und es kommt zu einer sog. Ischämie. Symptome wie Brustschmerzen, Atemnot und Engegefühl (Angina Pectoris) können auftreten.
  • Herzinfarkt: Auch ein Herzinfarkt bewirkt eine akute Minderdurchblutung des Herzmuskels. Dabei stirbt ein Teil des Herzmuskelgewebes ab, sodass die Pumpleistung geschwächt wird.
  • Chronischer Bluthochdruck: Chronischer Bluthochdruck erschwert dem Herzen die Pumparbeit, weil er es dauerhaft zu einer höheren Leistung antreibt.
  • Herzklappenfehler: Herzklappenfehler wie eine verengte oder undichte Aortenklappe überfordern das Herz dauerhaft, weil es stärker pumpen bzw. schneller schlagen muss.
  • Herzrhythmusstörungen: Herzrhythmusstörungen können ebenfalls zu einer Herzschwäche führen.

Außerdem gibt es weitere Erkrankungen wie z. B. angeborene Herzfehler oder eine Überfunktion der Schilddrüse. Auch  übermäßiger Konsum von Alkohol, Drogen oder Medikamenten, die das Herz schädigen können.

Schweregrade & Stadien der Herzinsuffizienz

Je nach Symptomatik und Beschwerden wird eine Herzinsuffizienz in unterschiedliche Stadien bzw. Schweregrade eingeteilt. Die Grundlage dieser Einteilung liefert eine Klassifikation der New York Heart Association (NYHA) mit insgesamt vier Stadien:

NYHA-Stadium Beschwerdebild
I Keine Einschränkungen
Keine Beschwerden bei alltäglichen Belastungen trotz Herzinsuffizienz-Diagnose
II Leichte Einschränkungen
Keine Beschwerden bei alltäglichen Belastungen, allerdings Erschöpfung, Atemnot oder Herzrhythmusstörungen bei starker körperliche Belastung wie Bergaufgehen
III Höhergradige Einschränkung
Alltägliche Belastungen (z. B. Gehen) führen zu Erschöpfung, Atemnot oder Herzrhythmusstörungen, jedoch keine Symptome in Ruhe
IV Starke Einschränkung
Bei allen körperlichen Aktivitäten und selbst in Ruhe kommt es zu Beschwerden.

Eine weitere Stadieneinteilung ist die nach der American Heart Association (AHA), die sich nicht an den Symptomen der Herzinsuffizienz orientiert, sondern die Entwicklung der Erkrankung beschreibt:

AHA-Stadium  Beschwerdebild
A Keine Symptome, obwohl Risiken vorliegen, die die Entstehung einer Herzinsuffizienz begünstigen können
B Bestehen einer Herzerkrankung, die eine Herzinsuffizienz begünstigen kann, aber keine Symptome
C Bestehen einer Herzerkrankung und bereits Symptome einer Herzinsuffizienz
D Bestehen einer Herzerkrankung und schwere Symptome einer Herzinsuffizienz, die trotz Therapie auch in Ruhe weiterbestehen

Die Stadien NYHA IV bzw. AHA D sind terminale Stadien.

Herzinsuffizienz: Diagnose

Die Diagnostik bei einer vermuteten Herzinsuffizienz ist umfassend:

  • Anamnese: Abfrage der Krankengeschichte, der Beschwerden sowie der vorhandenen Risikofaktoren
  • Körperliche Untersuchung: Puls- und Blutdruckmessung, Bestimmung von Gewicht und Größe des Patienten, Abhören von Herz und Lunge mit dem Stethoskop, Inaugenscheinnahme der Haut
  • Elektrokardiogramm (EKG): Prüfung auf Herzrhythmusstörungen und Herzerkrankungen
  • Laboruntersuchung: Untersuchung von Blut und Urin (z. B. Blutuntersuchung auf die Herzinsuffizienz-Biomarker BNP – brain natriuretric peptide – und NT pro-BNP (N-terminales pro BNP. Beides sind bestimmte Eiweiße, die vermehrt im Blut auftauchen, wenn das Herz überlastet wird). Außerdem werden die Werte von Natrium, Kalium, Kalzium, Harnstoff, Kreatinin und den Leberenzymen bestimmt.
  • Echokardiografie: Ultraschalluntersuchung des Herzens, welche Aufschluss über den Zustand von Herzkammern, Herzwänden, Herzklappen und Pumpleistung des Herzens gibt

Weitere Untersuchungen zur spezifischen Abklärung:

  • Röntgenaufnahme des Brustkorbs (Röntgen-Thorax): Diagnostik weiterer Schädigungen wie eines Lungenödems oder einer Flüssigkeitsansammlung in der Brusthöhle (Pleuraerguss)
  • Koronarangiografie: Überprüfung auf verstopfte oder verengte Stellen in den Herzkranzgefäßen
  • Magnetresonanztomografie des Herzens (cMRT): Präzise Darstellung des Herzens und möglicher Veränderungen sowie Prüfung auf Entzündungen des Herzmuskels
  • Langzeit-EKG: Prüfung auf spezifische Therapieoptionen
Info

Biomarker weniger aussagekräftig als angenommen

Leider haben neuere Studien ergeben, dass die Biomarker (NT-proBNP-Werte) weniger aussagekräftig für die Therapie sind als ursprünglich angenommen. Die regelmäßige Bestimmung der Werte ist nach Expertenmeinung nicht relevant genug, um die Therapie einer Herzinsuffizienz danach auszurichten.

Therapien bei Herzinsuffizienz

Auch wenn eine Herzinsuffizienz nicht heilbar ist, so gibt es doch eine Reihe von Therapien, mit der sich die Beschwerden mindern bzw. weitere Verschlechterungen eindämmen lassen:

  • Medikamentöse Therapie: Behandlung mit Betablockern (Blockierung von Stresshormonen), ACE-Hemmern (Blutdrucksenker), Diuretika (Entwässerungs-Medikamente), Behandlung von Begleiterkrankungen
  • Chirurgische Therapie: unterschiedliche Verfahren wie z. B. Beseitigung einer Herzrhythmusstörung, Schrittmacher-Implantation, Operation eines Herzklappenfehlers oder sogar Herztransplantation
  • Nicht-medikamentöse Therapie: gezieltes körperliches Training, Gewichtsabnahme, Verzicht auf Alkohol und Nikotin, angepasste Flüssigkeits- und Kochsalzzufuhr, Kontrolle von Grunderkrankungen, Patientenschulung

Nur eine ausführliche Diagnostik kann Auskunft darüber geben, welche Therapien für einen bestimmten Patienten am erfolgversprechendsten sind. Neben der medikamentösen oder ggf. chirurgischen Therapie sollte jeder Patient selbst versuchen seine persönlichen Risikofaktoren zu minimieren.

Herzinsuffizienz und Sport/Bewegung

Bewegung bei einem schwachen Herzen? Ja, auf jeden Fall! Gerade in den NYHA-Stadien I bis III kann – bei einer medikamentös gut behandelten Herzinsuffizienz – ein adäquates Training helfen. Auch ein geschwächtes Herz profitiert von einem angemessenen Bewegungsprogramm wie z. B. einer Herzsportgruppe. Nur im NYHA-Stadium IV ist Bewegung nicht mehr empfohlen.

Herzinsuffizienz: Lebenserwartung

Tatsächlich verkürzt ein geschwächtes Herz die Lebenswartung, wobei diese vom Ausmaß der Erkrankung sowie der Entwicklung der Begleiterkrankungen und dem allgemeinen Zustand des Patienten abhängt. Studien haben ergeben, dass 50 Prozent der Patienten mit Herzinsuffizienz innerhalb von fünf Jahren nach Diagnosestellung versterben, da viele Herzinsuffizienzen erst sehr spät entdeckt werden. Allerdings sinkt die Anzahl der Patienten, die an der Erkrankung sterben jährlich, da die Therapien immer effektiver werden.

Festzustellen ist außerdem: Je achtsamer Patienten mit Symptomen umgehen, je frühzeitiger sie zum Arzt gehen und je schneller eine Therapie erfolgt, desto höher ist die Chance, noch längere Zeit gut zu leben.

Das sollten von einem schwachen Herzen Betroffene tun:

  • Zum Arzt gehen: Gehen Sie zügig zum Arzt, wenn Sie Symptome einer Herzschwäche feststellen.
  • Medikation einhalten: Nehmen Sie die verordneten Medikamente regelmäßig ein und sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt, wenn Sie unerwünschte Nebenwirkungen feststellen.
  • Bewegung & Sport: Treiben Sie Sport, wenn das in Ihrem Stadium angezeigt ist.
  • Reduzieren Sie bei Übergewicht Ihr Gewicht, um Ihr Herz zu entlasten.
  • Richtig essen: Stellen Sie ggf. Ihre Ernährung um: viel frisches Obst und Gemüse, wenig Fette, Fisch statt Fleisch, salzarme Kost und nach Rücksprache mit ihrem Arzt ggf. nicht zu viel Flüssigkeit.
  • Verzichten Sie auf Alkohol und Nikotin.
  • Arztbesuch: Suchen Sie – bei jeder Verschlechterung Ihres Befindens – Ihren Arzt auf.
  • Aktiv werden: Werden Sie Mitglied in einer Selbsthilfe- und Herzsportgruppe. Tauschen Sie sich mit Mit-Betroffenen aus.
Info

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Pflege bei Herzinsuffizienz

Wenn Ihr Angehöriger an Herzinsuffizienz leidet, dann müssen auch Sie als pflegender Angehöriger mit dieser Erkrankung leben.

4 Tipps für Angehörige von Herzinsuffizienz-Patienten

  1. Stellen Sie Ihr Alltagsleben darauf ein, dass Ihr Partner nicht mehr ganz so aktiv am Leben teilnehmen kann. Vielleicht mögen Sie auch am verordneten Sportprogramm teilnehmen?
  2. Achten Sie mit darauf, dass der Betroffene regelmäßig seine Medikamente einnimmt.
  3. Übernehmen Sie Aufgaben, die Ihrem Partner jetzt schwerfallen.
  4. Wenn Bettlägerigkeit eintritt und Sie nun auch mit anstrengender körperlicher Pflegearbeit konfrontiert werden: Holen Sie sich Hilfe! Achten Sie auf Ihre Belastungsgrenze! Nehmen Sie sich Zeit für sich. Sorgen Sie rechtzeitig dafür, dass Ihr Partner in einen Pflegegrad eingestuft wird, sodass er Leistungen der Pflegeversicherung beziehen kann.

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Erstelldatum: .32.809102|Zuletzt geändert: .32.809102
Studiehttps://www.kardiologie.org/chronische-herzinsuffizienz/herzinsuffizienz-biomarker-zur-therapiesteuerung-offenbar-sinnlo/14235312
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