Badewanne raus, Dusche rein: Im Nu Barrieren abbauen

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Wanne zur Dusche

Nicht immer muss das Bad komplett umgebaut werden, damit es barrierefrei wird. Manchmal reicht auch eine Teilsanierung. Der Fokus liegt dabei in aller Regel auf der Badewanne. Denn für viele ältere und körperlich eingeschränkte Menschen stellen vor allem die hohen Wannenränder ein Hindernis dar, das ihnen die eigenständigen Hygienemaßnahmen erschwert. Fällt Ihnen bzw. einem Familienmitglied der Einstieg in die Wanne von Mal zu Mal schwerer? Die Lösung: Bauen Sie die Wanne zur Dusche um! pflege.de erklärt, was hinter dem System steckt.

Inhaltsverzeichnis

Barrierefreies Bad. So einfach geht es!
Handwerker finden

Vor allem in älteren Bädern ist oft nur eine Wanne eingebaut, die die Bewohner gleichzeitig oder ausschließlich als Dusche benutzen. Ein Manko aber bleibt: Selbst wenn man körperlich noch fit ist, ist der Einstieg über den hohen Wannenrand alles andere als komfortabel und sicher. Was anfangs vielleicht nur lästig ist, kann im Alter zum Problem oder gar zum Risikofaktor werden. Dann nämlich fällt es den meisten Menschen zunehmend schwerer, die Hürde Badewannenrand zu nehmen. Sich möglichst ohne fremde Hilfe waschen zu können, ist aber die Voraussetzung dafür, um selbstbestimmt in der eigenen Wohnung leben zu können. Aus diesem Grund gibt es seit einigen Jahren spezielle Umbau-Systeme für das Bad: Wanne raus, Dusche rein – und das alles in der Regel in nur einem Tag.

Wanne zur Dusche umbauen: So funktioniert das Konzept

Mittlerweile haben sich viele Unternehmen auf den Umbau einer Badewanne zur Dusche zugunsten eines barrierefreien Badezimmers spezialisiert. Es gibt verschiedene Hersteller von Dusche-statt-Wanne-Systemen, das Einbauprinzip ist aber immer ähnlich:

  1. Ein Fachmann nimmt die Maße der alten Wanne vor Ort auf. Das Design wählen Sie als Auftraggeber aus. Gemeinsam mit dem Sanitärexperten legen Sie fest, wie die Dusche hinterher aussehen soll.
  2. Meist produziert der Hersteller die Dusche mit Duschfläche und Randerhöhungen genau nach Maß und Ihren Bedürfnissen. Auch Wannen unter Dachschrägen lassen sich so zur Dusche umfunktionieren, vorausgesetzt man kann an dieser Stelle aufrecht gut stehen.
  3. Das Handwerkerunternehmen rückt üblicherweise morgens im Team an, entfernt die alte Wanne, eventuelles Mauerwerk und entsorgt in aller Regel auch den entstandenen Schutt sowie die alte Wanne. Bei Bedarf verlegen die Fachleute Rohre neu, meist ist das jedoch nicht nötig. Fliesen an Boden und Wand und auch die Decke bleiben bestehen. Die neue Duschfläche überdeckt den Bereich, den vorher die Wanne eingenommen hat.
  4. Die Montage-Fachmänner setzen die Duschtasse bzw. Duschfläche ein.
  5. Die Rückwände und die Seitenteile der Kabine folgen. Es gibt auch Komplettsysteme, bei denen Rückwand und Duschfläche aus einem Guss bestehen. Das hat den Vorteil, dass es keine Fugen gibt, die der Sanitärfachmann mit Silikon schließen muss.
  6. Nun montiert der Fachmann noch die Armatur mit Brause. Bei Bedarf erhält die Dusche zusätzlich Haltegriffe, einen Duschsitz und Accessoires wie Seifenspender.
  7. Nach der Endreinigung ist der Umbau abgeschlossen. Wurden Silikonfugen eingesetzt, sollte das Ganze noch eine Nacht zum Aushärten ruhen, bevor die neue barrierefreie Dusche benutzt wird. Da in der Regel Fliesen nicht neu verlegt werden müssen, lässt sich der Umbau häufig in wenigen Stunden bis zu einem Tag realisieren.

 

Info

Bodengleicher Zugang nicht immer möglich

Nicht immer kann im Altbau ein komplett ebenerdiger Zugang zur Dusche realisiert werden – weder im Rahmen des Umbaus von der Wanne zur Dusche noch im Rahmen der bodengleichen Dusche. Häufig ist der Unterbodenaufbau zu dünn, um den Abwasseranschluss aufnehmen zu können. Die Rohre müssen dann in Kästen an der Decke im Zimmer darunter verlaufen. In Mietwohnungen ist das jedoch mit Schwierigkeiten verbunden: Selten stimmen Vermieter und der andere Mieter einem entsprechenden Umbau zu. Ist aus den genannten baulichen Gründen kein komplett ebenerdiger, barrierefreier Zugang möglich, sollte die Stufe im Sinne der Barrierearmut auch als solche erkennbar sein (ca. 7 bis maximal 15 cm hoch). Denn eine niedrige Schwelle von 1-2 cm ist erst recht eine Stolperfalle. Optional bieten viele Hersteller rutschfeste Rampen zur Überwindung der Stufe an, über die auch Rollstuhlfahrer in die Dusche gelangen. Einige Unternehmen bauen auch standardmäßig mit Schwelle, um den Umbau noch leichter und damit günstiger zu gestalten.

Tipp

Auch wenn Sie als Angehöriger jemanden bei sich zu Hause pflegen, ist eine seniorengerechte Dusche meist sinnvoller als eine Wanne. Denn auch für Sie als pflegender Angehöriger ist das Waschen des Betroffenen in einer Dusche oft einfacher als in der Badewanne. Achten Sie jedoch auf einen halbhohen Spritzschutz. Diese Abtrennung wird an der Wand oder an einem Haltegriff montiert und hält das Spritzwasser beim Duschen der anderen Person von Ihnen ab.

Ausstattung der neuen barrierefreien Dusche

Neben der Bodengleichheit oder barrierearmen niedrigen Einstiegshöhe gehört zu einer barrierefreien Dusche eine entsprechende Ausstattung.

Tipps für mehr Sicherheit beim Duschen:

  • Statten Sie die Dusche mit einem fest montierten Sitz aus. Es gibt Modelle, die sich bei Nichtgebrauch an die Wand klappen lassen. Der Vorteil: Dadurch können auch Menschen ohne Einschränkungen im Stehen duschen. Ein mobiler Duschstuhl ist nur eine Notlösung, da er leicht kippen kann.
  • Halte- und Stützgriffe in der Dusche geben Halt, etwa wenn man auf einem Bein stehend den Fuß abbrausen möchte. Es gibt Brausestangen, die gleichzeitig als Griff dienen – eine elegante und zugleich praktische Lösung.
  • Die Armatur sollte eine Thermostat-Mischbatterie sein. Mit einer solchen können Sie die maximale Wassertemperatur auf 45 Grad begrenzen. Die Gefahr, sich versehentlich zu verbrühen, ist damit gebannt.
  • Die Duschkopf-Halterung sollten Sie einhändig in alle Richtungen verschieben und neigen können, damit die andere Hand zum Festhalten frei bleibt.
  • Schalten Sie ggf. ein Hausnotrufsystem mit an, mit dem im Fall der Fälle ein Notruf ausgelöst werden kann, wenn man stürzen oder ausrutschen sollte. Da die Notrufknöpfe wasserfest sind, können sie Senioren auch beim Duschen tragen und haben so immer ein sicheres Gefühl.
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  • Schnell erledigt, i.d.R. innerhalb von 24 Stunden, meist innerhalb eines Werktages.
  • Wenig Schmutz während des Umbaus.
  • Keine Schäden an Fliesen und Mauerwerk. Die vorhandenen Fliesen an der Wand bleiben erhalten, so dass der mögliche Rückbau erleichtert wird.
  • Ansprechendes Design durch moderne Materialien und große Auswahl an Modellen.
  • Ausstattung mit Haltegriffen und Duschsitzen optional problemlos möglich.

Badewanne zur Dusche umbauen: Kosten richtig einschätzen

Der Preis für den Umbau einer Wanne zur Dusche hängt von der Größe und der Einbausituation ab. Sind bauliche Veränderungen notwendig, wird es teurer. Die meisten Unternehmen bieten Festpreise für den kompletten Umbau vom Abbruch der Wanne über die Entsorgung bis zur Endreinigung. Diese beginnen etwa bei 4.000 Euro und können bis zu ca. 6.000 Euro gehen. Neben der Qualität der verbauten Materialien bestimmt auch die Ausstattung der Dusche den Preis.

Tipp

Sollte der Umbau trotzdem zu teuer werden, weil ggf. kein Zuschuss gewährt wird, kann alternativ eine Tür in die Badewanne eingesetzt werden, die den Einstieg erleichtert. Diese Produktalternative ist meist etwas günstiger, aber auch weniger komfortabel und sicher.

Zuschuss von der Pflegekasse möglich?

Liegt bei einem Familienmitglied eine Pflegestufe bzw. ein Pflegegrad (ab 01.01.2017) vor, können Sie für den Umbau Ihrer Wanne zur Dusche einen Zuschuss bei der Pflegekasse beantragen. Bis zu 4.000 Euro schießt die Pflegeversicherung bei einer Bewilligung zu. Lassen Sie sich vor dem Umbau unbedingt vom beauftragten Umbauunternehmen hierzu beraten.

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Förderung durch die KfW

Auch die staatliche Förderbank KfW unterstützt Einzelmaßnahmen, die Barrierefreiheit in den eigenen vier Wänden schaffen. So können Sie auch hier finanzielle Unterstützung für den Umbau der Wanne zur altersgerechten Dusche mit Bodengleichheit und Duschklappsitz erhalten. Die KfW bietet unter dem Programmnamen „Altersgerecht Umbauen“ eine Zuschussvariante bis zu 5.000 Euro und eine Variante mit zinsvergünstigtem Kredit bis zu 50.000 Euro an. Erfahren Sie mehr dazu im Beitrag Altersgerecht umbauen – KfW-Zuschuss.

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Erstelldatum: .82.106102|Zuletzt geändert: .21.609102
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