Pflegeheime / Altenheime

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Altenheim

Im Alter ins Pflegeheim ziehen? Das wünschen sich die wenigsten Senioren und vielen mutet der Umzug in ein Heim wie eine „Reise ohne Wiederkehr“ an. Doch ein Umzug in ein gutes Pflegeheim kann viele Vorteile für Betroffene und Angehörige mit sich bringen: Die älteren Menschen verbringen zusammen mit Gleichaltrigen ihren Lebensabend, werden rundum versorgt und können an vielen Veranstaltungen teilnehmen. Und auch für pflegende Angehörige verbessert sich die Lage: Sie müssen sich keine Sorgen mehr machen, können sich von der Belastung erholen und haben mehr Zeit für ein entspanntes Miteinander mit dem Pflegebedürftigen. pflege.de klärt über Auswahlkriterien, Leistungen, Leben und Umzug ins Pflegeheim auf.

Inhaltsverzeichnis

Definition der Pflegeeinrichtungen Altenheim, Pflegeheim und Seniorenheim

Altenheim, Altersheim, Seniorenheim oder Pflegeheim – alle vier Begriffe beschreiben umgangssprachlich dasselbe:

eine stationäre Wohneinrichtung für pflegebedürftige Senioren.

Rechtlich geschützt ist jedoch keine der genannten Bezeichnungen. Das klassische Altenheim war ursprünglich eine Wohneinrichtung für Senioren, die keine Intensivpflege vorsah. Weil die Älteren zunehmend alternative Wohnformen wie betreutes Wohnen (eigenständige Wohnung mit Anschluss an eine stationäre Einrichtung mit umfassenden Serviceleistungen) bevorzugen, wurden die ursprünglichen Altersheime nach und nach ersetzt. Wer heute in ein Seniorenheim zieht, benötigt in der Regel bereits umfassende Unterstützung und Pflege. An die Stelle des Altenheims treten also nachfragebedingt das Pflegeheim bzw. Mischeinrichtungen, die betreutes Wohnen und Pflegeangebot kombinieren.

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Beginnend mit den 1990er-Jahren setzt man heute in Pflegeheimen auf das Konzept der Hausgemeinschaft. Die Bewohner sollen in den Heimen so viel Normalität wie möglich erfahren, in einem wohnungsähnlichen Umfeld leben und sich so gut wie möglich an den Haushaltsaktivitäten beteiligen.

Info

Häusliche 24-Stunden-Pflege als Alternative zum Pflegeheim

Als echte Alternative zum Pflegeheim hat sich in den letzten Jahren die sog. häusliche 24-Stunden-Pflege etabliert. Dabei wird der Pflegebedürftige individueller und bedürfnisorientierter versorgt als in einem Pflegeheim – und das alles von nur einer Person und nicht ständig wechselnden Betreuungspersonen wie im Pflegeheim. Der größte Vorteil einer 24-Stunden-Betreuung ist für viele Familien, dass der Pflegebedürftige in seiner gewohnten Umgebung bleiben kann, da die Betreuungskraft in die Wohnung bzw. in das Haus des Betroffenen mit einzieht. Die Kosten für eine 24-Stunden-Betreuung können unter Berücksichtigung der Pflegeleistungen niedriger ausfallen als die Kosten für die vollstationäre Pflege.

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Für wen sind Pflegeheime geeignet?

Pflegebedürftige akzeptieren den Umzug in ein Pflegeheim meistens erst, wenn sie nicht mehr ambulant oder teilstationär (Tagespflege und Nachtpflege) versorgt werden können. Dies kann der Fall sein,

  • wenn sie alleinstehend sind und zunehmend vereinsamen.
  • wenn der bisherige Wohnraum nicht angepasst ist.
  • wenn Angehörige oder der ambulante Pflegedienst den Pflegebedarf nicht mehr decken können.

Ein Pflegeheim ist oft auch bei schwer Demenzkranken eine alternativlose Form der Unterbringung, da sie ab einem bestimmten Stadium der Erkrankung kaum noch zuhause gepflegt werden können. Dementsprechend haben sich inzwischen viele Pflegeheime auf die Pflege und Unterbringung von Demenzpatienten spezialisiert.

Entscheidungshilfe: Vor- und Nachteile des Pflegeheims

  • Sicherheit durch 24-Stunden-Betreuung
  • medizinische Versorgung und schnelle Hilfe im Notfall
  • Belastung durch eigene Haushaltsführung entfällt
  • soziale Kontakte mit Gleichgesinnten
  • organisierte Freizeitaktivitäten und Beschäftigungsmöglichkeiten
  • Entlastung der Angehörigen und Zeit für entspannte gemeinsame Unternehmungen
  • Zusammenleben „nur mit anderen Senioren“ und z. T. Schwerst- und/oder Demenzkranken
  • nicht immer Möglichkeit zur individuellen Möblierung
  • lange Wartelisten bei begehrten Pflegeheimen
  • begrenzt psychosoziale Betreuung aufgrund Zeitmangels des Personals
  • starre Tagesabläufe

In 5 Schritten zum guten Heim – So bringen Sie Ihren Angehörigen gut unter

Plätze in guten Pflegeheimen sind begehrt, häufig gibt es lange Wartelisten. Es lohnt sich daher, sich schon frühzeitig zu informieren und nach einem passenden Heimplatz Ausschau zu halten, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie Ihren Angehörigen zuhause bald nicht mehr ausreichend versorgen können. Damit Sie dabei eine Einrichtung finden, die zu Ihrem Pflegebedürftigen passt und in dem er sich wohlfühlt, nimmt pflege.de Sie an die Hand und erklärt Ihnen, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

  1. Vorauswahl treffen
    Beschaffen Sie sich zunächst einmal Informationen über Altenheime in Ihrem bevorzugten Einzugsgebiet. Auskünfte über lokale Pflegeheime erhalten Sie bspw. bei pflege.de, bei den Kommunen, den Wohlfahrtsverbänden, beim Sozialamt oder, im akuten Fall, bei den Sozialdiensten der Krankenhäuser. Sehen Sie sich das Infomaterial genau an und vergleichen Sie z. B. nach Lage, Angebot und Pflegekonzept. Suchen Sie sich am besten mehrere infrage kommende Seniorenheime heraus.
  2. Besichtigen und vergleichen
    Diese Pflegeheime nehmen Sie im Anschluss persönlich in Augenschein. Suchen Sie vorab das Gespräch mit Bewohnern, deren Angehörigen und Pflegekräften. Sagen Ihnen Atmosphäre und Ausstattung zu, dann vereinbaren Sie einen offiziellen Besichtigungstermin. Betrachten Sie die Altenheime aus der Sicht des Angehörigen, für den Sie einen Pflegeplatz suchen: Wird das Angebot des Altersheims seiner persönlichen Situation gerecht? Würde er sich in der Umgebung und mit den Bewohnern und Pflegekräften wohl fühlen
  3. Pflegequalität überprüfen
    Große Bedeutung kommt bei der Pflegeheimsuche natürlich der Pflegequalität zu. Lassen Sie sich das Prüfungsprotokoll mit den Bewertungen des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) zeigen und sehen Sie sich die einzelnen Bewertungspunkte genau an. Besonders wichtig sind die Punkte Pflege und medizinische Versorgung. Fragen Sie nach, wie viele Vollpflegekräfte und Betreuungskräfte im Pflegeheim angestellt sind und wie das Pflegepersonal qualifiziert ist.
  4. Kosten vergleichen
    Wenn Sie mehrere potenzielle Pflegeheime finden, vergleichen Sie die Preise. Diese können nämlich sehr unterschiedlich und mitunter auch ziemlich hoch ausfallen. Bei den Pflegekassen erhalten Sie Preisvergleichslisten. Fordern Sie konkrete Angebote von den Seniorenheimen an und prüfen Sie diese genau. Die Kosten für einen Heimplatz betragen rund 2.000 bis 3.500 Euro pro Monat, bei einigen Trägern auch mehr. Die Zuschüsse der Pflegekassen decken diese Kosten nur zum Teil ab. Selbst der Höchstsatz für Schwerstpflegebedürftige liegt bei knapp unter 2.000 Euro. Den Restbetrag muss der Bewohner selbst bezahlen.
  5. Probewohnen
    Nutzen Sie bei der Pflegeheimsuche die Möglichkeit des Probewohnens für Ihren Angehörigen: Entweder durch ein spezielles „Schnupper-Angebot“ oder im Rahmen der Kurzzeitpflege. Dann lernt der Betroffene die Einrichtung schon vorab kennen und Sie können beobachten, ob das Heim zu ihm passt oder nicht.

Checkliste: Auswahlkriterien bei der Pflegeheimsuche

Überlegen Sie sich am besten im Vorfeld gemeinsam, welche Punkte Ihnen und Ihrem Angehörigen besonders wichtig sind.

  • Lage des Pflegeheims: Idealerweise ist das Heim im Umfeld des bisherigen Wohnorts gelegen, so dass den Senioren soziale Kontakte erhalten bleiben. Außerdem kann der Bewohner in vertrauter Umgebung bleiben. Wenn keine sozialen Kontakte mehr bestehen und Sie als Angehöriger woanders leben, kann es u. U. auch sinnvoll sein, ein Pflegeheim in Ihrer Nähe zu wählen, damit die regelmäßigen Besuche für Sie nicht zur Strapaze werden. Andernfalls bieten sich Besuchsdienste als Alternative an.
  • Größe des Seniorenheims: Wünschen Sie sich für Ihren Angehörigen lieber ein kleines, persönliches Haus oder ein großes Heim, das mit einem reichhaltigeren Leistungsspektrum punktet?
  • Ausstattung: Gibt es Einzelzimmer mit eigenem Bad? Dürfen Bewohner ihre eigenen Möbel mitbringen? Sind TV-, Telefon- und Internetanschlüsse in den Zimmern vorhanden? Wie sehen die Gemeinschaftsflächen aus? Wie sieht es mit einer Bibliothek, einem Bewohnertreff oder einer Cafeteria aus? Gibt es ansprechend gestaltete Außenbereiche?
  • Trägerschaft und Betreuungsqualität: Wer ist der Heimbetreiber, wie gestaltet sich die Finanzierung? Welche Qualifikation kann die Heimleitung vorweisen? Wie viele Pflegevollzeitkräfte arbeiten im betreffenden Seniorenheim?
  • Aktivierende Pflege: Wird aktivierende Pflege praktiziert? Werden die Bewohner zur Eigeninitiative animiert?
  • Tagesstrukturierung und Beschäftigungsangebote: Können Bewohner ihren Tagesablauf individuell gestalten? Können die Bewohner sich einbringen, z. B. hauswirtschaftliche Tätigkeiten übernehmen? Welche Beschäftigungs-/Fitnessangebote gibt es?
  • Verköstigung: Sind die Mahlzeiten frisch und abwechslungsreich, gibt es Wahlmenüs? Sind die Essenszeiten flexibel, die Speiseräume und das servierte Essen ansprechend?
  • Serviceleistungen: Können im betreffenden Altersheim Friseur, Fußpflege oder Einkaufsdienste organisiert werden?
  • Mitbestimmung und Einbeziehung der Angehörigen: Wie arbeitet der Heim- oder Bewohnerbeirat? Gibt es einen Angehörigenbeirat? Stehen Ansprechpartner für Beschwerden und Nachfragen von Bewohnern und Angehörigen bereit?
  • Haustiere: Ist es Bewohnern erlaubt, ihre Haustiere mit ins Heim zu bringen?

Die Liste lässt sich natürlich noch durch weitere Punkte ergänzen, z. B. (fach-)ärztliche Versorgung, Medikamentengabe, seelsorgerische Angebote, Wahrung der Privatsphäre der Bewohner etc.

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Welche Leistungen werden im Pflegeheim angeboten?

  • Langzeitpflege: Im Rahmen der Langzeitpflege werden Pflegebedürftige dauerhaft und umfassend in einem Pflegeheim betreut.
  • KurzzeitpflegePflegebedürftige haben im Rahmen der Pflegeleistungen Anspruch auf bis zu 56 Tage Kurzzeitpflege pro Jahr in einer stationären Einrichtung. Dieses Angebot können Pflegebedürftige in Anspruch nehmen, wenn sie nach einem Krankenhausaufenthalt noch stationär versorgt werden müssen, bevor sie wieder nach Hause können.
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  • Tagespflege und Nachtpflege: Tagespflege oder Nachtpflege sind als teilstationäre Pflegeform eine gute Ergänzung zur ambulanten Versorgung zu Hause. So können betreuungs- oder pflegebedürftige Personen tagsüber oder nachts stationär in einem Heim untergebracht werden, während ihre Pflegeperson tagsüber zur Arbeit geht oder nachts Schlaf braucht.

Spezielle Pflegeheime für Demenzkranke

Viele Pflegeheime haben sich inzwischen auf die Pflege und Unterbringung von Personen mit Demenz spezialisiert – sowohl in Bezug auf die Ausbildung der Pflegekräfte als auch in Bezug auf das Angebot zur Beschäftigung für Demenzkranke.  Aus diesem Grund sollten Sie sich für Ihren demenzkranken Angehörigen möglichst rechtzeitig auf die Suche nach einem speziellen Pflegeheim für Demenzkranke begeben. Plätze in guten Demenz-Pflegeheimen sind begehrt, häufig gibt es lange Wartelisten. Ideal sind Demenzpflegeheime, die auf dem Hausgemeinschaftskonzept basieren, oder Senioren WGs. Ihr Angehöriger lebt dabei in einer kleineren Wohngruppe in einem überschaubaren, gemütlichen Umfeld. Einschlägig geschultes Fachpersonal begleitet die Bewohner durch einen klar strukturierten Alltag und beteiligt sie an den häuslichen Tätigkeiten. Positiv ist, wenn für jeden Bewohner eine spezielle Bezugsperson vorgesehen ist, die ihn regelmäßig als Alltagshelfer unterstützt.

Tipp

Lassen Sie sich im Vorfeld Ihrer Suche nach einem Pflegeheim für Demenzkranke beraten. pflege.de hilft Ihnen gerne unverbindlich dabei!

Darauf sollten Sie bei der Auswahl eines Pflegeheims für Demenzkranke achten:

  • Wird die Demenzstation geschlossen oder offen geführt? Geschlossene Abteilungen dürfen die Pflegebedürftigen nicht mehr alleine verlassen.
  • Wie wird im Demenzpflegeheim mit den Themen Fixierung und medikamentöse Ruhigstellung umgegangen? Gute Einrichtungen verzichten heute in aller Regel weitgehend darauf.
  • Welche Förderangebote, Beteiligungsmöglichkeiten und Aktivitäten werden angeboten? Gibt es geführte Ausflüge, gemeinsame Einkaufsgänge etc.?
  • Was geschieht im Demenzpflegeheim, wenn Ihr Angehöriger schwerstpflegebedürftig und bettlägerig wird? Sogenannte „qualitätsgeleitete Pflegeoasen“ bilden einen Kompromiss aus Privatsphäre und passiver Teilhabe am Alltagsgeschehen im Demenzpflegeheim.


Info

Einweisung ins Pflegeheim

Eine zwangsweise Einweisung ins Pflegeheim ist der Albtraum vieler Betroffener und Angehöriger. Doch gerade im Falle einer Demenzerkrankung kann dies unter u. U. nötig werden. Demenzkranken fehlt häufig jegliches Krankheitsempfinden. Der eigene Zustand und Defizite können dann nicht mehr eingeschätzt werden. Wenn eine Selbst- oder Fremdgefährdung des oder durch den Pflegebedürftigen droht, bleibt Ihnen als Betreuer vielleicht gar keine andere Möglichkeit als eine Einweisung ins Pflegeheim. Die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Einweisung ins Pflegeheim finden sich im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) unter § 1906 Genehmigung des Betreuungsgerichts bei der Unterbringung. Die Unterbringung Ihres Angehörigen gegen seinen Willen in einem Pflegeheim ist eine freiheitsentziehende Maßnahme. Die Zwangseinweisung ins Pflegeheim muss vom Betreuungsgericht ausdrücklich angeordnet werden.

Eine Zwangseinweisung ins Pflegeheim ist nur unter den genannten Voraussetzungen möglich. Unter anderen Umständen ist eine Einweisung ins Pflegeheim nur mit der Einwilligung des Betroffenen realisierbar.

Bonus
Packliste für den Einzug in ein Pflegeheim – diese Dinge sollten Sie mitnehmen

Bewertung von Pflegeheimen

Bestimmt haben Sie in bei der großen Auswahl an Pflegeeinrichtungen auch schon mal den Überblick verloren, als Sie sich das erste Mal mit der Pflegeplatzsuche für Ihren Angehörigen beschäftigt haben. Vielleicht haben Sie sich dabei auch die Frage nach neutralen Bewertungskriterien für Altenpflegeeinrichtungen gestellt. Um es vorwegzunehmen: Diese gibt es nur bedingt. Das Preisniveau bspw. stellt kein nützliches Kriterium bei der Bewertung dar. Die Kostenunterschiede zwischen verschiedenen Seniorenheimen sind zwar zum Teil ganz erheblich, über die Qualität sagt das allerdings meist nur wenig aus. Wenn aber teuer nicht gleich gut ist, woran können Sie sich dann bei der Suche nach einem Pflegeheim orientieren und worauf sollten Sie bei der Altenheim Bewertung achten? Folgende Beurteilungen und Zertifizierungen bieten Ihnen erste Anhaltspunkte bei der Altenheim Bewertung:

  • Der medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) führt bei allen Alten- und Pflegeheimen Qualitäts- und Leistungskontrollen durch und vergibt Pflegenoten von 1 (sehr gut) bis 5 (mangelhaft). Das Prüfprotokoll ist zwar sehr umfangreich, jedoch auch sehr subjektiv und stark abhängig vom aktuellen Pflegepersonal. Die Untersuchungskriterien reichen bspw. vom Beschäftigungsangebot bis hin zur Dokumentation der Mitarbeiter. Die Stellungnahmen der Heimbewohner sind oft gezielt von den eher rüstigen und fitten Bewohnern, so dass diese nicht repräsentativ für alle Bewohner sind. Schauen Sie sich die Pflegenoten daher gerne an, behalten Sie dieses Wissen jedoch im Hinterkopf und machen Sie sich immer Ihren eigenen Eindruck.
    Tipp
    Neuer Pflege-TÜV zur Bewertung von Pflegeheimen

    Ab Herbst 2019 werden Benotungen für Pflegeheime über den neuen sogenannten Pflege-TÜV vorgenommen. Dabei wird die Ergebnisqualität der Pflege in den Fokus genommen. Es wird also danach gefragt, welche Ergebnisse die Pflege erzielt. 

  • Der Grüne Haken: Was ist eigentlich, wenn ich als Senior im Pflegeheim wohne und erst um 10:30 Uhr frühstücken möchte? Oder wenn ich mit meinem Hund ins Pflegeheim ziehen will? Viele Senioren haben Bedürfnisse, denen nicht jedes Pflegeheim entsprechen kann. Einrichtungen mit einem besonderen Konzept zeichnet der Grüne Haken aus. Dieses Siegel wird an Senioren- und Pflegeheime verliehen, die sich besonders für die Lebensqualität ihrer Bewohner einsetzen.
    Anhand eines Fragenkatalogs überprüfen die Gutachter des Grünen Hakens, ob in einer Einrichtung Selbstbestimmung, Teilhabe und Achtung der Menschenwürde gewährleistet sind. Die Senioreneinrichtung wird aus Sicht des Verbrauchers betrachtet. Die Gutachter führen dazu Gespräche mit dem Bewohnerbeirat, den Mitarbeitern des Heims und den Angehörigen. Sie versetzen sich in die Lage des Bewohners und lassen die Atmosphäre des Hauses auf sich wirken, indem sie bspw. an Aktivitäten oder am Essen teilnehmen.
    Hinter dem Grünen Haken steht das Heimverzeichnis, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Qualität der Pflegeeinrichtungen zu verbessern und Senioren und ihre Angehörigen bei der Suche nach einem passenden Heim zu unterstützen. Pflegeheimeinrichtungen präsentieren sich auf dem Heimverzeichnis, indem sie ihr Alleinstellungsmerkmal und das Leitbild ihres Hauses kostenlos öffentlich machen. Der grüne Haken ist ein anerkannter Nachweis für Pflegeeinrichtungen. Er bestätigt, dass sie ein sehr gutes Pflegekonzept verfolgen.
  • weitere Zertifizierungsverfahren, denen sich Altersheime freiwillig unterziehen können, z. B.
Info

Kommunikationshilfe

Tipps für Angehörige: Diese Argumente sprechen für den Umzug ins Pflegeheim

Kaum ein älterer Mensch zieht gerne in ein Pflegeheim – Diese Erfahrung haben Sie mit Ihrem Angehörigen vielleicht auch schon gemacht. Als Tochter, Sohn oder Partner des Pflegebedürftigen ist es schwierig, den richtigen Ton zu treffen und die richtigen Worte zu finden, ohne dass sich der Pflegebedürftige abgestoßen fühlt. Im Folgenden finden Sie einige Vorschläge, wie Sie Ihrem Angehörigen einen Umzug ins Seniorenheim schmackhafter machen können:

  1. Argumentieren Sie mit der Entlastung des Angehörigen durch den Rundumservice im Pflegeheim.
  2. Führen Sie auch Ihre eigene Entlastung als Pflegender an: Wenn Sie von den Pflegeaufgaben entbunden sind, haben Sie viel Zeit für Besuche und gemeinsame Unternehmungen.
  3. Im Altersheim besteht jederzeit die Möglichkeit, sich mit anderen zu unterhalten, gemeinsam zu speisen oder etwas zu unternehmen. Ihr Angehöriger kann hier neue soziale Kontakte knüpfen.
  4. Argumentieren Sie mit dem Sicherheitsaspekt: Im Altenheim ist ständig jemand verfügbar. Bei Unfällen oder anderen Problemen ist die Pflegekraft nur einen Knopfdruck entfernt.
  5. Binden Sie Ihren Angehörigen aktiv in den Entscheidungsprozess ein. Zeigen Sie auf, dass jetzt noch die Möglichkeiten des Auswählens und der eigenen Entscheidung besteht. Weisen Sie Ihren Angehörigen darauf hin, dass er im akuten Notfall vielleicht mit dem erstbesten verfügbaren Pflegeheim vorliebnehmen muss. Dies sollten Sie natürlich einfühlsam tun, damit sich ihr Angehöriger nicht unter Druck gesetzt fühlt.
Tipp
Wussten Sie, dass man auch in Pflegeheime investieren kann?

Bis zum Jahr 2030 werden rund 320.000 neue Pflegeheimplätze benötigt. – So die Prognosen des Statistischen Bundesamtes. Der Bedarf ist durch aktuelle Bauprojekte bei Weitem nicht gedeckt, so dass die Nachfrage nach Pflegeimmobilien enorm ansteigen wird. Das macht sie für Anleger zu einem besonders lukrativen Investment. Mehr Infos und weitere Vorteile finden Sie hier im Überblick.

Umzug ins Pflegeheim

Haben Sie sich zusammen mit Ihrem Angehörigen dafür entschieden, dass ein Heimplatz die beste Lösung für seine Situation ist, und haben Sie zusammen einen passenden Heimplatz gefunden, so steht der Umzug an. Der Umzug ins Pflegeheim ist in der Regel mit großem Aufwand verbunden, da dabei häufig ein kompletter Hausstand aufgelöst werden muss. Das betrifft jedoch meist eher Sie als Angehörigen als den Pflegebedürftigen selbst. Auch wenn Bewohner beim Umzug ins Altenheim eigene Möbel häufig mitnehmen können, werden sie in ihrem neuen Zimmer höchstens einen Sessel, einen Tisch und vielleicht ein Regal unterbringen. Neben der Frage, was mit der restlichen Einrichtung geschehen soll, müssen Sie sich um organisatorische Dinge kümmern. Dazu zählen die Kündigung des Mietvertrags, Behördengänge, Schönheitsreparaturen, ggf. die Suche eines Nachmieters etc. Inzwischen gibt es Unternehmen, die sich auf den Umzug ins Pflegeheim spezialisiert haben. Diese Umzugsmanager für Senioren übernehmen sämtliche Arbeiten rund um den Umzug ins Seniorenheim, beraten und geben praxisnahe Tipps. Zusätzlich bieten die Dienstleister auch eine persönliche Betreuung für den Betroffenen an, um ihm den Umzug ins Pflegeheim zu erleichtern.

Umzug ins Altenheim – Checkliste

Mit dieser Checkliste gelingt Ihnen der Umzug ins Pflegeheim stressfrei!

Wenn Sie den Umzug Ihres Angehörigen selbst organisieren möchten, müssen Sie an vieles denken. Hier ein kleiner Leitfaden:

  • Mietvertrag kündigen: Beachten Sie die üblichen Kündigungsfristen. Liegt ein Härtegrund vor, kann der Mietvertrag vorzeitig beendet werden.
  • Laufende Verträge und Versicherungen überprüfen und gegebenenfalls kündigen wie z. B. Hausratsversicherung, Lieferdienste und Abonnements.
  • Telefon und GEZ ab- oder ummelden
  • Unbedingt mitnehmen: Personalausweis, Versichertenkarte, Rezepte und Hilfsmittelverordnungen, Hygiene- und Toilettenartikel, Garderobe, etwas Bargeld.
  • Wohnort ummelden

Die genannten Punkte stellen natürlich nur eine Orientierungshilfe dar. Erarbeiten Sie im Vorfeld des Umzugs gemeinsam mit dem Betroffenen eine ausführliche individuelle To-Do-Liste für den Umzug ins Altenheim.

Tipp

Gerade älteren Menschen fällt die Eingewöhnung in ein neues Umfeld oft sehr schwer. Erleichtern Sie Ihrem Angehörigen die Umstellung, indem Sie ihn besonders in der ersten Zeit nach dem Umzug häufig besuchen. Regen Sie auch Besuche durch Freunde, Bekannte und andere Angehörige an.

Finanzierung des Heimplatzes

Die Höhe der Kosten für einen Heimplatz variieren stark und sind abhängig von Faktoren wie der Region, der Einrichtung, dem Anspruch des Pflegebedürftigen, Spezialleistungen usw.

Durch die Heimkosten werden in der Regel Kost, Logis und Pflege abgedeckt. Dennoch benötigen die Bewohner für persönliche Bedürfnisse im Altersheim „Taschengeld“. Wie hoch ist das Taschengeld im Pflegeheim anzusetzen? Ausführliche Informationen zu Kosten und Kostenübernahme können Sie in diesem Artikel zu den Pflegeheim-Kosten nachlesen.

Bei anerkannter Pflegegrad (seit 01.01.2017) bzw. früher anerkannter Pflegestufe (bis 31.12.2016) wird Ihr Pflegebedürftiger durch Zuschüsse der Pflegekasse unterstützt. Die Leistungen der Pflegekassen für die vollstationäre Pflege gestalten sich wie folgt:

Pflegegrad Leistungen der Pflegekasse pro Monat
Pflegegrad 1 125 Euro*
Pflegegrad 2 770 Euro
Pflegegrad 3 1.262 Euro
Pflegegrad 4 1.775 Euro
Pflegegrad 5 2.005 Euro

[* als Geldbetrag, der für die Erstattung von Betreuungs- und Entlastungsleistungen genutzt werden kann]

Zum Vergleich die Leistungen für stationäre Pflege, die Versicherten mit anerkannter Pflegestufe bis 31.12.2016 zustanden:

Pflegestufe Leistungen der Pflegekasse pro Monat
Pflegestufe 1 1.064 Euro
Pflegestufe 2 1.330 Euro
Pflegestufe 3 1.612 Euro
Härtefall 1.995 Euro
Info

Pflegeheime und ihre Träger

Stationäre Pflegeeinrichtungen werden in Deutschland von freien, öffentlichen und privaten Trägern betrieben und z. T. staatlich subventioniert.

  • Zu den freien bzw. freigemeinnützigen Trägern zählen Wohlfahrtsorganisationen, Kirchen und gemeinnützige Vereine. Sie dürfen nicht gewinnorientiert arbeiten.
  • Die öffentlichen Träger sind bspw. die Kommunen, Städte, Bundesländer oder der Bund. Diese Träger liegen in der Regel in der Verantwortlichkeit einer Behörde.
  • Private Träger arbeiten gewinnorientiert und unterliegen dem Wettbewerb. Es gibt privat betriebene Altenheime sowohl als Einzeleinrichtungen als auch als Ketten bzw. sog. Träger.
  • Über die Qualität eines Seniorenheims sagt die jeweilige Trägerschaft in der Regel wenig aus.
Tipp

Wussten Sie, dass die Pflegeheime dank des Pflegestärkungsgesetzes I seit dem Jahr 2015 rund doppelt so viele Betreuungskräfte finanzieren können wie bisher? Bezahlt wird dies von den Pflegekassen. Bei den zusätzlichen Kräften handelt es sich jedoch nicht um Pflegefachkräfte, sondern um Betreuer. Diese zeichnen vor allem für die Beschäftigung der Heimbewohner verantwortlich. Dem Pflegefachkräftemangel wirkt das nicht entgegen.

Der Heimvertrag

Beim Eintritt in ein Pflegeheim muss der künftige Bewohner einen Heimvertrag unterzeichnen. Das Vertragswerk schreibt die Rechte und Pflichten von Heimbetreiber und -bewohner fest. Der Heimvertrag sollte zum einen die Grundlagen und Philosophie der Heimführung und Pflegearbeit umreißen. Zum anderen muss er vollständig und nachvollziehbar alle Kostenpunkte auflisten. Die drei großen Bereiche sind dabei:

  1. Pflegekosten
  2. Kosten für Unterkunft und Verpflegung
  3. Investitionskosten (Gebäudeinstandhaltung, Pachtgebühren etc.)

 

Nicht immer entsprechen die Heimverträge in allen Punkten den Landesheimgesetzen, den Pflegeversicherungsgesetzen und dem Verbraucherrecht. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, einen Heimvertrag grundsätzlich vorab von einem Anwalt oder der Verbraucherzentrale überprüfen zu lassen.

Bonus
Checkliste für den Umzug in ein Pflegeheim – diese Dinge müssen Sie bedenken

Senioreneinrichtungen in Deutschland

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Erstelldatum: .92.106102|Zuletzt geändert: .11.709102
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Interview

Pflegealltag im Pflegeheim aus der Sicht einer Pflegekraft – 10 Fragen an Franziska Höppner

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Franziska Höppner
Im Interview
Franziska Höppner
Altenpflegerin und Fachkraft für gerontopsychiatrische Pflege und Betreuung
Franziska Höppner ist nach einer Ausbildung in einer Bank in die Pflege gekommen und hat sich seit 2009 durchgehend weitergebildet: von der Altenpflege-Ausbildung über die Fachwirtin im Gesundheitswesen bis hin zur Fachkraft für gerontopsychiatrische Pflege und Betreuung. Heute ist sie mit 27 Jahren stellvertretende Pflegedienstleitung.

Franziska Höppner ist stellvertretende Pflegedienstleitung eines Pflegeheims, dem Seniorenhaus Riedenburg. Im Interview mit pflege.de erzählt sie, was sie als junge Frau an der Pflege fasziniert, und gibt einen Einblick in den Alltag eines Pflegeheims. Dabei räumt sie mit dem verstaubten Image von Pflegeheimen auf und zeigt, dass es auch anders geht.

Liebe Franziska, wenn man sich Deinen beruflichen Werdegang ansieht, merkt man schnell, dass Du als junge Frau für die Pflege brennst. Du hast nach der Schule zunächst eine Ausbildung als Versicherungskauffrau gemacht, dann der Bank den Rücken gekehrt und eine Ausbildung zur Altenpflegerin angeschlossen. Nach einigen Fortbildungen bist Du inzwischen mit 27 Jahren stellvertretende Pflegedienstleitung.

1. Was macht die Pflege für eine junge Frau wie Dich so attraktiv? Und wie bist Du zur Pflege gekommen?

Als Versicherungskauffrau habe ich hauptsächlich im Büro gearbeitet und hatte relativ wenig Kontakt zu Menschen. Ich wünschte mir schnell mehr Bezug zu Menschen und sinnvollere Aufgaben. Parallel stellte sich innerhalb meiner Familie die Frage über die Nachfolge des elterlichen Betriebes, einem privaten Alten- und Pflegeheim. Von klein an habe ich Einblicke in die Aufgaben der Pflege und Betreuung gewonnen und schon immer in unserem Seniorenhaus mitgearbeitet. Diese verschiedenen Aspekte haben mich letztendlich dazu veranlasst, mich beruflich umzuorientieren.

2. Was fasziniert Dich am Thema Pflege?

Menschlich fasziniert mich der Austausch mit den älteren Menschen. Wenn man offen auf die Bewohner zugeht, erhält man sehr interessante Einblicke in die Lebensgeschichten der Senioren und bekommt oft sehr viel Dankbarkeit zu spüren. Für mich ist es besonders wichtig, unseren Bewohnern gerade im letzten Lebensabschnitt viele positive Erlebnisse zu ermöglichen und dazu beizutragen, dass sie sich wohl fühlen.

Fachlich fasziniert mich an der Pflege besonders, wie man durch aktivierende Pflege gezielt die Fähigkeiten und Ressourcen der Bewohner fördern und erhalten kann. Wenn man die Pflege ernst nimmt und aktivierende Ansätze verfolgt, kann man als Pflegekraft sehr viel zur Eigenständigkeit und Mobilität älterer Menschen beitragen. Das liegt mir am Herzen.

3. Was macht Dir an der täglichen Arbeit am meisten Spaß?

Ich schätze die Vielseitigkeit des Berufs sehr. Kein Tag gleicht dem anderen. Täglich passieren zahlreiche, schöne Erlebnisse, wenn man sich auf die älteren Menschen einlässt.

Zusammen mit meinen Kollegen arbeite ich in unserer Einrichtung zudem gezielt daran, kreative und abwechslungsreiche Angebote zu organisieren: von der Aromatherapie, Klangtherapie und der Basalen Stimulation über Freizeitangebote wie eine Schifffahrt und Marktbesuche bis hin zur gemeinsamen Gestaltung von jahreszeitlichen Festen und Feiern. Wir wollen den Bewohnern immer neue Reize und Erlebnisse bieten. Dabei ist es von besonderer Bedeutung, den biographischen Hintergrund der Bewohner zu erkennen. Das ist eine Aufgabe, die mir besonders viel Spaß macht und den Bewohner oftmals in ein völlig anders „Licht“ rückt. Wenn man die Bewohner und ihre Lebensgeschichte besser kennt, verstehe ich als Pflegekraft die eine oder andere Verhaltensweise viel besser, finde einen besseren Zugang zu ihr/ihm und kann sie/ihn durch gezielte Aktivitäten fördern.

Täglich passieren zahlreiche, schöne Erlebnisse, wenn man sich auf die älteren Menschen einlässt.
Franziska Höppner

4. Wie sieht ein typischer Tag in eurem Pflegeheim aus?

Aus Sicht der Pflege haben wir einen strukturgebenden Tagesablauf, aus der Perspektive des Bewohners kann dieser aber täglich anders sein – abhängig von seiner Stimmungslage, seinen Wünschen und Vorstellungen. Grundsätzlich merken wir, dass für viele Bewohner die Mahlzeiten ein wichtiger Tagesordnungspunkt sind. Wir lassen uns daher für dieses Event viel Zeit. Zwischen den Mahlzeiten bieten wir am Vormittag und Nachmittag zahlreiche soziale Aktivitäten an. Natürlich können Bewohner aber auch einfach mal „nur“ die Seele baumeln lassen und bei gutem Wetter in einem Sessel im Garten liegen.

Um dennoch einen beispielhaften Einblick in den Tagesablauf zu geben, kann ich ja mal einen möglichen Ablauf bei uns skizzieren:

Die Bewohner stehen morgens auf und wir helfen bei der Grundpflege und der Auswahl der Kleidung, anschließend frühstücken wir gemeinsam im Speisessaal. An das Frühstück schließt sich ein Gesprächskreis und eine Zeitungsrunde an, in der wir über das aktuelle Tagesgeschehen sprechen. Hier interessieren sich die Bewohner oft für die aktuellen Horoskope und den Lokalteil unserer Tageszeitung, da die meisten Bewohner aus der Gegend kommen. Nach dem Mittagessen stehen am Nachmittag unterschiedliche Angebote an. Dazu gehören z. B. der Männerstammtisch, Gottesdienste, Gymnastikgruppen, Bastelrunden, Spielenachmittage, Ausflüge in die Umgebung etc. – auch immer abhängig vom Wetter und der aktuellen Stimmung. Uns ist sehr wichtig, dass Bewohner nicht sozial isoliert werden. Von allen Bewohnern (derzeitig 70) sind aktuell nur zwei Bewohner dabei, die das Zimmer nicht verlassen können oder möchten. Teilhabe ist einer der zentralen Aspekte, an denen wir aktiv und kontinuierlich mit den Betroffenen arbeiten. Auch für die Bewohner, die das Zimmer nicht mehr verlassen können oder möchten, haben wir eine spezielle Angebotspalette entwickelt, um ihnen die Außenwelt nahe zu bringen. Abends essen wir gemeinsam und jeder lässt den Abend ausklingen wie er mag. Die einen unterhalten sich noch in den Gemeinschaftsräumen, die anderen sind lieber für sich auf ihrem Zimmer oder schauen noch fern.

5. Das klingt ja abwechslungsreich und anders als das Bild, das viele Menschen von Pflegeheimen im Kopf haben. Was glaubst Du würde Außenstehende am meisten überraschen, wenn sie einmal Mäuschen in einem Pflegeheim spielen würden?

Mit welcher Lebensfreude und Teilhabe einige Bewohner am Alltag teilnehmen! Das verstaubte Image von Pflegeheimen hält sich leider immer noch hartnäckig, ja, und viele denken immer noch, dass die Menschen zum Sterben in ein Pflegeheim ziehen. Das muss aber auf keinen Fall so sein. Durch die Aktivitäten und Einbindung in der Einrichtung entwickeln sich oft noch einmal ganz neue Seiten an den Bewohnern und die Menschen blühen richtig auf, übernehmen teilweise sogar neue Verantwortungen und freuen sich über die Gemeinschaft mit Gleichaltrigen und Gleichgesinnten. Viele waren ja auch oft alleine und einsam zuhause, bevor sie ins Heim gezogen sind.

Was viele überraschen würde? Mit welcher Lebensfreude und Teilhabe einige Bewohner am Alltag teilnehmen! Viele Menschen blühen im Pflegeheim nochmal richtig auf!
Franziska Höppner

6. Was ist Dir bei der Betreuung von Bewohnern wichtig? Worauf legst Du besonderen Wert, was ist Dein Anspruch?

Ich finde es wie gesagt sehr wichtig, die noch vorhandenen Fähigkeiten der Bewohner zu fördern und zu erhalten sowie ihre aktive Teilhabe am sozialen Leben zu fördern.

Durch meine Weiterbildungen habe ich auch speziell meinen Blick für die Möglichkeiten der Betreuung von Menschen mit Demenz geschärft. Im Umgang mit Menschen mit Demenz zählt der Moment und die Situation im „Hier und Jetzt“, geprägt von ehrlichen Gefühlsmomenten und intensiver Zuwendung. Dafür versuche ich mir im Alltag Zeit zu nehmen und Menschen mit Demenz gezielt zu betreuen.

7. Was sind Deiner Erfahrung nach Dinge, die Bewohnern und ihren Familien am meisten am Herzen liegen? Was erwarten Ehepartner, Kinder und Enkelkinder von Pflegekräften in einem Pflegeheim?

Den meisten Familien ist es wichtig, dass ihr Angehöriger sich wohl fühlt, die Zimmer und Räumlichkeiten ansprechend sind, das Essen gut schmeckt und die Kosten möglichst gering sind. Zudem haben wir schon öfter das Feedback bekommen, dass es Familienangehörigen wichtig ist, einen festen Ansprechpartner zu haben. Manchmal wohnt die Familie ja nicht am gleichen Ort und dann ist es gut, wenn man einen Ansprechpartner hat, der einem die gesundheitliche Situation des Angehörigen auch am Telefon ehrlich und vertraulich schildern kann.

8. Angehörige fühlen sich häufig schlecht und haben Schuldgefühle, wenn sie ihr pflegebedürftiges Familienmitglied nicht mehr zuhause versorgen (können), sondern an ein Pflegeheim „abgeben“. Mit welchen Argumenten kannst Du sie beruhigen?

Wir beobachten häufig, dass pflegebedürftige, ältere Menschen mit dem Heimeinzug regelrecht aufblühen und die sozialen Kontakte in der Gemeinschaft wieder neue Ressourcen aktivieren. Viele ältere Menschen waren in ihrer alten Umgebung isoliert und mit den täglich anfallenden Aufgaben überfordert, sodass sie das neue Zuhause in der Gesellschaft Gleichgesinnter schnell annehmen und genießen – und das versuchen wir den Angehörigen zu zeigen. Familien können außerdem vor der Entscheidung für ein Heim mehrmals in die Einrichtung gehen und sich ein Bild davon machen, ob die Einrichtung zu ihrem Angehörigen passt und er sich wohlfühlen kann. Wenn sie davon überzeugt sind, fällt es ihnen leichter, ihren Angehörigen „zu übergeben“.

Familienmitglieder sind weiterhin wichtige Bezugspersonen, auf die auch die Pflegekräfte bauen.
Franziska Höppner

Wichtig ist aber auch, dass sich Familienmitglieder klarmachen, dass sie weiterhin wichtige Bezugspersonen sind, auf die auch die Pflegekräfte bauen. Nur weil der Partner, die Eltern oder Großeltern nicht mehr zuhause wohnen, heißt das nicht, dass sie nicht mehr Teil der Familie sind. Durch Besuche und gemeinsame Unternehmungen können sich Familien vielmehr verstärkt wieder auf die schönen Dinge mit ihrem Familienmitglied konzentrieren – und die Pflege übernehmen wir.

9. Was ist Deiner Meinung nach der größte Vorteil der stationären Pflege im Vergleich zu anderen Versorgungsformen?

Der kontinuierliche Kontakt und der Aufbau einer mitunter sehr intensiven Beziehung zwischen dem Bewohner und den Pflegekräften sowie die Gemeinschaft der Bewohner mit Gleichaltrigen und Gleichgesinnten.

Expertenmeinung
Ich pflege, weil...
Ich pflege, weil…
Franziska Höppner

…ich weiß, dass die Pflege für den Bewohner aber gleichzeitig auch für mich als Pflegeperson Spaß und Lebensfreude bringen kann.

10. Vielen Dank für das spannende Interview. Hast Du abschließend noch ein paar Tipps für Familien, wie sie herausfinden können, wann der richtige Zeitpunkt für den Einzug in ein Pflegeheim ist?

Sehr gerne. Und na klar: Der richtige Zeitpunkt für eine stationäre Versorgung ist meiner Meinung nach immer dann gegeben, wenn es Anzeichen dafür gibt, dass sich der Betroffene isoliert fühlt und die Kontakte zur Außenwelt abbrechen. Ebenso wenn sich abzeichnet, dass die Alltagstätigkeiten nicht mehr erledigt werden können und der Betroffene sich damit überfordert fühlt. Ein weiterer Punkt ist, wenn z. B. bei Betroffenen mit einer Demenz ein Selbstgefährdungsrisiko vorliegt.

Auch wenn sich pflegende Angehörige mit der Pflege- und Betreuungssituation aus den unterschiedlichsten Gründen überfordert fühlen, ist es an der Zeit, über einen Platz in einem Pflegeheim nachzudenken. Das schafft Entlastung für die Familie und dennoch eine Rundum-Versorgung für das pflegebedürftige Familienmitglied.

Um die Versorgung in einem Pflegeheim erst mal zu „beschnuppern“, empfehle ich Familien immer die Kurzzeitpflege. Sie dient dazu, den Angehörigen Zeit für die langfristige Organisation der Pflege ihres bedürftigen Familienmitglieds zu verschaffen und auf der anderen Seite dazu, die Pflegeeinrichtungen kennenzulernen. Der Pflegebedürftige wohnt dann quasi erst einmal „zur Probe“. Dabei merkt man schnell, ob er sich wohl fühlt und der Pflegeansatz sowie das Klima im Pflegeheim zu den Wünschen der Familie passt.

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Interview

Der Grüne Haken: Hohe Lebensqualität im Pflegeheim

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Ute Hecht
Im Interview
Ute Hecht
Ute Hecht ist 49 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder und einen Hund. Mit ihrer Familie lebt sie in Frankfurt am Main. Sie hat Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte studiert. Seit 2017 ist sie für die Öffentlichkeitsarbeit von Heimverzeichnis und Grüner Haken zuständig.

Der Grüne Haken ist ein Prüfsiegel, das eine hohe Lebensqualität in Pflegeheimen und Seniorenresidenzen bescheinigt. Über ein Heimverzeichnis können Menschen auf der Suche nach einem Seniorenheimplatz Einrichtungen finden, die durch besondere Betreuungskonzepte überzeugen. Im Gespräch mit der Pressesprecherin vom Grünen Haken, Ute Hecht, erfahren wir, dass herausragende Einrichtungen oft erst durch eine engagierte Heimleitung zustande kommen.

Schön, dass Sie Zeit haben, mit uns zu sprechen, Frau Hecht. Erklären Sie uns doch einmal genau: Was ist der Grüne Haken und wie kam es dazu, das Projekt ins Leben zu rufen?

Der Grüne Haken ist ein Prüfsiegel, das Pflegeheimen und Seniorenresidenzen eine hohe Lebensqualität bescheinigt. Das Projekt wurde im Jahr 2007 aufgesetzt. Damals gab es einen runden Tisch mit Ilse Aigner, der damaligen Bundesministerin für Verbraucherschutz. Man hatte festgestellt, dass es kein Portal für den Verbraucher gibt, wo man sich über alle Pflege- und Seniorenheime informieren kann, die es in Deutschland gibt. Außerdem gab es das Anliegen, die Lebensqualität der Bewohner in den Pflegewohnheimen zu verbessern. Deswegen ist das Heimverzeichnis online gegangen, um nicht nur alle Einrichtungen zu verzeichnen, sondern auch diejenigen herauszustellen, die den Grünen Haken haben.

Kann man also sagen, dass die Einführung des Grünen Hakens eine Reaktion auf Missstände in der deutschen Pflegeheim-Landschaft ist?

Nein. Das Problem ist Folgendes: Das Pflegeheim ist eine Art Schreckgespenst. Man hat die Angst, dass man sein ganzes Menschsein zurücklässt, wenn man in ein Pflegeheim einzieht. Dass man nicht mehr selbst über sein Leben bestimmen kann, sondern dass man nun mehr oder weniger in einer Verwahranstalt ist. So soll es natürlich nicht sein. Idealerweise kann der Mensch in einem Pflegeheim seine Gewohnheiten fortführen. Wenn es bspw. für jemanden mehr Lebensqualität bedeutet, morgens spät aufzustehen und spät zu frühstücken, dann soll er das eben weiterführen können.

Aber ist der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) nicht eigentlich dafür da, die Qualität in den Pflegeheimen zu prüfen? Wo liegt der Unterschied zum MDK?

Grüner Haken Logo

Das Prüfsiegel „Der Grüne Haken“ bescheinigt Pflegeheimen eine hohe Lebensqualität.

Verkürzt gesagt: Der MDK prüft die Pflege, wir prüfen die Lebensbedingungen. Bei den von uns geprüften Einrichtungen handelt es sich nicht um Häuser, bei denen alles schiefläuft, eher im Gegenteil. Die Prüfung durch den MDK ist ja gesetzlich geregelt und vorgeschrieben. Unsere Prüfung wiederum ist freiwillig. Das heißt, es lassen sich Heime begutachten, die meistens von vorneherein schon ein ganz gutes Pflegekonzept haben und die davon ausgehen können, dass sie auch den Grünen Haken erhalten.

Bei der MDK-Prüfung werden die medizinischen und pflegerischen Standards überprüft. Zum Beispiel, ob es korrekt und detailliert genug dokumentiert wird, wenn ein Pfleger eine Wunde bei einem Heimbewohner feststellt. Der MDK schaut, ob die Leistungen erbracht werden, für die die Krankenkassen zahlen. Es gibt aber nichts, was darüber hinaus geht. Es wird nicht geprüft, ob der Mensch sich in dieser Einrichtung wohlfühlt. Und 2007 wurde eben festgestellt, dass es den Bedarf gibt, dahingehend etwas zu verbessern.

Wie läuft eine Begutachtung für den Grünen Haken ab und wer führt sie durch?

Die Begutachtung dauert ca. fünf bis sechs Stunden, es kann aber auch länger dauern. Wir haben ungefähr 60 Gutachterinnen und Gutachter: alles gut geschulte und ehrenamtlich arbeitende Menschen. Und die betrachten eine Senioreneinrichtung aus der Sicht des Verbrauchers, also so wie jemand, der einen Heimplatz für einen Angehörigen suchen würde.

Was machen die Gutachter in den Einrichtungen genau?

Sie lassen die Atmosphäre auf sich wirken, schauen, ob die Bewohner ordentlich angezogen sind, welche Gerüche es gibt oder ob das Haus freundlich gestaltet ist. Erst einmal sprechen die Gutachter mit der Einrichtungsleitung und der Pflegedienstleitung. Dann unterhalten sie sich ausführlich mit dem Bewohnerbeirat und gehen abschließend in die Zimmer und reden mit den Senioren selbst. Sie sind außerdem bei verschiedenen Aktivitäten und beim Essen dabei. So können sie sich ein gutes Bild von der Einrichtung machen.

Man hat die Angst, dass man sein ganzes Menschsein zurücklässt, wenn man in ein Pflegeheim einzieht.
Ute Hecht

Auf welcher Grundlage werden die Überprüfungen durchgeführt?

Die Gutachter haben einen Katalog dabei, der ungefähr 350 Fragen umfasst. Der ist in Zusammenarbeit mit dem Institut für Soziale Infrastruktur entstanden. Das heißt, er hat eine wissenschaftliche Grundlage. Und daran lässt sich viel nachweisen. Es geht z. B. darum, herauszufinden, ob jemand weiterhin seine Privatsphäre wahren kann.

Wie finden Sie das denn genau heraus?

Der Gutachter fragt z. B. in der Runde des Bewohnerbeirats: „Wie ist das, wenn morgens der Pfleger zu Ihnen kommt? Klopft er denn an?“ Und wenn die Antwort lautet „Ja, aber dann stehen die Pfleger auch schon bei mir im Raum“, dann ist das verbesserungswürdig.

Die Gutachter schreiben sich aber nicht nur Mängel auf, sondern haben vor allem eine beratende Funktion. Sie sind gut geschult und sehr erfahren. Und weil sie sich schon viele Einrichtungen angeschaut haben, haben sie auch einen Blick dafür, wo man etwas verbessern könnte.

Das heißt, als Heimleiter soll ich mich nicht wie in einer Prüfung fühlen, sondern das Ganze als Beratung begreifen?

Es geht z. B. darum, herauszufinden, ob jemand weiterhin seine Privatsphäre wahren kann.
Ute Hecht

Genau, so soll das sein. Was ganz erfreulich ist: Es gibt einige Einrichtungen, die sind von Anfang an dabei und die werden immer besser. Neulich hatten wir eine Einrichtung, die mittlerweile 100 Prozent unserer Anforderungen erfüllt. Das ist wirklich sehr erfreulich, denn erforderlich sind eigentlich nur 80 Prozent.

Die Gutachter kommen also in gewissen Abständen zur Neuüberprüfung?

Ja genau, den Grünen Haken hat man nicht für immer und ewig, es wird regelmäßig neu überprüft. Das Qualitätszeichen bekommt eine Einrichtung für ein oder zwei Jahre.

Woher wissen die Gutachter vom Grünen Haken, dass die Einrichtungs-Mitarbeiter sich nicht auf die Überprüfungen vorbereitet?

Unsere Gutachter haben große Erfahrungswerte und einen scharfen Blick dafür. In den Einrichtungen gibt es auch gar nicht die Zeit, die Begutachtung übermäßig aufwändig vorzubereiten. Und klar: So soll es auch nicht sein. Die begutachteten Heime haben den großen Gewinn, dass sich die Lebensqualität ihrer Bewohner verbessert. Oft sind es auch wirklich nur Kleinigkeiten, wie zum Beispiel, dass die Einrichtungsleiterin ihren Mitarbeitern klarmacht: „Wenn ihr an die Tür klopft, dann müsst ihr abwarten, bis ihr eine Antwort bekommt“. Oder dass man rät: „An der untersten Treppenstufe fehlt eine Markierung, die würde sehr viel zur Sicherheit betragen“. Es sind eben oft Kleinigkeiten, die eine große Auswirkung haben.

Expertenmeinung
Elisabeth Harms
Elisabeth Harms

r mich stand immer fest: Wenn der Umzug in eine Pflegeeinrichtung notwendig wird, dann in den Hasensprung. Vor meinem Einzug habe ich alte Bekannte, die hier schon wohnten, besucht, und so das Haus näher kennengelernt. Außerdem konnte ich damals schon an Veranstaltungen teilnehmen, z. B. am Sommerfest, dem Adventsbasar, dem Filmnachmittag und an vielem mehr.

Meine Kinder und Enkel haben dann im Internet recherchiert und sind neben der MDK-Bewertung auf die Auszeichnung mit dem Grünen Haken gestoßen. Das hat meiner Familie ein zusätzliches gutes Gefühl geben, weil sie wussten, dass ich hier gut untergebracht war.

Ich fühle mich wirklich sehr wohl im Hasensprung. Ich genieße die schönen Außenanlagen und das abwechslungsreiche Veranstaltungsangebot. Außerdem engagiere ich mich im Bewohnerbeirat und kann meine alten Gewohnheiten beibehalten. Dazu zählt z. B. Bingo spielen oder mit dem Sozialen Dienst den Obstmarkt, das Leichlinger Stadtfest oder den Wochenmarkt besuchen.


Elisabeth Harms ist 93 Jahre alt und wohnt seit 2015 im Evangelischen Altenzentrum Hasensprungmühle in Leichlingen.

Mir wurde auch berichtet, dass sich Pfleger gezielt in Einrichtungen mit dem Grünen Haken bewerben, weil sie wissen, dass dort ein gutes Arbeitsklima vorherrscht. Das ist ja auch eigentlich ganz logisch: Wenn das Arbeitsklima gut ist, überträgt sich das auf die Atmosphäre im Haus und erhöht damit die Lebensqualität der Bewohner.

Was sind die besonderen Konzepte in den Pflegeheimen?

An Demenz erkrankte Menschen sind bspw. eine große Herausforderung. Immer mehr Senioren in Pflegeheimen leiden an Demenz und das ist eine schwierige Situation. Aber es gibt glücklicherweise ganz viele Einrichtungen, die sich auf dem Gebiet immerzu fortbilden und die ein großes Angebot für ihre Bewohner haben. In manchen Einrichtungen gibt es zum Beispiel Snoezelen-Räume, also Räume, die durch warmes Licht, leise Klänge und eine angenehme Atmosphäre erwiesenermaßen Wohlbefinden hervorrufen.

Einige Einrichtungen arbeiten mit tiergestützten Therapien. Durch Tiere kann man z. B. zu demenziell erkrankten Menschen Zugang bekommen, zu denen sonst kaum mehr eine Kontaktaufnahme möglich ist. Solche Besonderheiten eines Heimes findet man über die Feinsuche im Heimverzeichnis.

Heute geht es immer mehr darum, die Selbständigkeit von Senioren aufrechtzuerhalten. Gibt es auch dahingehend besondere Ansätze? 

Ja, ein Aspekt der Lebensqualität ist eben auch, dass Selbstbestimmung und Eigenständigkeit bewahrt bleiben. Es geht darum, dass Menschen so mobil und aktiv wie möglich bleiben. Und manche Einrichtungen setzen sich ganz enorm dafür ein.

Wenn das Arbeitsklima gut ist, überträgt sich das natürlich auf die Atmosphäre im Haus und erhöht damit die Lebensqualität der Bewohner.
Ute Hecht

Es gibt z. B. ein Pflegeheim in Köln, das ein Abkommen mit den Kölner Verkehrsbetrieben geschlossen hat. Dort fährt ein Mitarbeiter mit einem Bus vor und gibt den Bewohnern zunächst eine theoretische Unterweisung. Dann übt er mit ihnen das sichere Einsteigen in den Bus, wie man sich gut festhält und wie man als Senior sicher Busfahren kann. Das hat das Ziel, dass Menschen sich weiterhin in ihrem gewohnten Umfeld bewegen können. Lebensqualität macht nämlich auch aus, dass es Kontakt nach außen gibt. Und natürlich auch umgekehrt: Dass die Bewohner eines Stadtviertels gern in dieses Seniorenheim gehen. Diesen Austausch zu schaffen ist wirklich eine große Leistung!

Wie kann man den Austausch zwischen Pflegeheimen und den Menschen im Viertel fördern?

In einer unserer zertifizierten Einrichtungen gibt es ein monatlich stattfindendes, ganz ausgezeichnetes Buffet. Nicht nur die Bewohner schwärmen, wie toll das ist. Es ist auch tatsächlich immer rappelvoll, weil dann wirklich das ganze Stadtviertel in dieses Seniorenheim kommt.

Viel bewirken können auch gute Bewohnerbeiräte: Sie informieren über Neuerungen in der Stadt oder wo es welche Probleme gibt. Die Bewohner ziehen dann raus und schauen sich an, wie man die Situation verbessern könnte. Die leben eben wirklich aktiv in ihrem Viertel. Und das ist der angestrebte Zustand. Das ist sehr schön, denn die Bewohner sollen natürlich nicht isoliert in ihrer Einrichtung sein, sondern es soll zum Austausch kommen.

Woran liegt es, dass manche Einrichtungen so gut sind und manche eher unattraktiv?

Einige Einrichtungen arbeiten mit tiergestützten Therapien. Durch Tiere kann man z. B. zu demenziell erkrankten Menschen Zugang bekommen, zu denen sonst kaum mehr eine Kontaktaufnahme möglich ist.
Ute Hecht

Eine Gutachterin sagte mir kürzlich: So etwas steht und fällt mit der Einrichtungsleitung. Es gibt einfach unglaublich engagierte Einrichtungsleiterinnen und -leiter, die mit wahnsinnig viel Herzblut und auch selbstaufzehrend daran arbeiten, dass es den Bewohnern gut geht und dass sie sich dort auch wirklich wohlfühlen können.

Es gibt viele solcher Beispiele, von denen man nichts mitbekommt. Ich habe neulich mit einer Einrichtungsleiterin gesprochen, die ihr Heim nach Kneippschen Richtlinien umgestaltet hat. Bei Kneipp wird mit Reizen gearbeitet, die den Menschen gezielt anregen und auch zur Ruhe kommen lassen. Diese Frau sagt, sie habe sehr gute Resultate erzielen können, gerade auch im Umgang mit demenziell erkrankten Menschen, die eigentlich nicht mehr als therapierbar galten.

Es ist einfach toll zu sehen, dass es Menschen gibt, die sich überlegen „Was kann ich tun, um die Einrichtung zu verbessern?“. Ich habe so viele Positivbeispiele (lacht)! Leider ist das nicht repräsentativ für die Pflegeheim-Landschaft.

Umso wichtiger ist es, dass der Grüne Haken gute Konzepte benennt, an denen man sich orientieren kann.

Genau, das ist total wichtig! Ein Einrichtungsleiter sagte mir, er leide sehr unter der Berichterstattung über Pflegeheime. Vor einem Jahr wurde in den Medien fast ausschließlich über Skandale und beklagenswerte Zustände gesprochen. Meistens ging es um Misshandlung und Gewalt in der Pflege. Und heute lernen wir aus der Presse, dass es große strukturelle Problem gibt.

Es geht darum, dass Menschen so mobil und aktiv wie möglich bleiben. Und manche Einrichtungen setzen sich ganz enorm dafür ein.
Ute Hecht

Dieser Einrichtungsleiter bemüht sich aber ungemein und er sagt, er führt eine gute Einrichtung. Seine Mitarbeiter sind ihm treu und arbeiten schon lange bei ihm. Er hat ein tolles Team, das eine klasse Arbeit leistet. Aber er ist dennoch ein Buhmann, einfach weil er eine Einrichtung leitet.

Deswegen ist es so schön und auch so wichtig, dass es den Grünen Haken gibt. Die Heimleiter haben einen guten Nachweis, dass ihr Pflegekonzept das richtige ist. Das ist eine wichtige Bestätigung!

Damit wünschen wir Ihnen auch weiterhin viel Erfolg. Vielen Dank für das Gespräch.

 

Erstelldatum: .71.018102|Zuletzt geändert: .82.509102
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