Pflegegrad 4 - Voraussetzungen, Bedingungen und Leistungen

Autor: Uwe Lötzerich
von Uwe Lötzerich
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Pflegegrad 4

Wer nachweislich unter einer „schwersten Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ leidet, erhält Pflegegrad 4 und damit verbundene Pflege- und Betreuungsleistungen aus der Pflegekasse. Neben Versicherten, die im Jahr 2017 erstmal einen Antrag auf Pflegegrad stellen, haben auch Pflegebedürftige mit bisheriger Pflegestufe 2 und eingeschränkter Alltagskompetenz sowie Pflegebedürftige mit Pflegestufe 3 zum 01.01.2017 den neuen Pflegegrad 4 erhalten. Welche Voraussetzungen gelten für Pflegegrad 4 und welche Leistungen sind damit verbunden? pflege.de klärt über Voraussetzungen und Leistungsansprüche bei Pflegegrad 4 im Detail auf.

Inhaltsverzeichnis

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Definition: Pflegegrad 4

Pflegegrad 4 beschreibt die

schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

von Pflegebedürftigen und garantiert ihnen entsprechende Leistungen aus der Pflegeversicherung. Um Pflegegrad 4 zu erhalten, müssen Versicherte zunächst einen Antrag auf Pflegegrad bei ihrer Pflegekasse stellen. Anschließend werden sie von einem Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK; bei gesetzlich Versicherten) oder MEDICPROOF (bei privat Versicherten) im Hinblick auf ihre noch vorhandene Selbstständigkeit untersucht und anhand eines Punktesystems in einen der fünf Pflegegrade eingestuft. Je selbstständiger der Antragsteller noch ist, desto weniger Punkte erhält er. Die Voraussetzung für Pflegegrad 4 sind, dass bei der Begutachtung zwischen 70 und unter 90 Punkte ermittelt werden.

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Wer schon vor der Begutachtung durch den MDK oder MEDICPROOF prüfen möchte, wie hoch sein Unterstützungsbedarf bzw. der seines pflegebedürftigen Angehörigen ist, kann den kostenlosen Pflegegradrechner von pflege.de nutzen und die vorhandenen Ressourcen in den Untersuchungsbereichen prüfen.

Neben der Begutachtung neuer Antragsteller erhalten auch Pflegebedürftige mit bereits anerkannter Pflegestufe 3 sowie Pflegebedürftige mit anerkannter Pflegestufe 2 und eingeschränkter Alltagskompetenz seit 01.01.2017 den Pflegegrad 4.

Info

Keine neuen Anträge, keine neue Begutachtung für anerkannt Pflegebedürftige mit bisheriger Pflegestufe

Wer bereits im Jahr 2016 eine anerkannte Pflegestufe nach dem alten System hatte, bekam zum 01.01.2017 automatisch einen der neuen Pflegegrade zugewiesen und musste dafür nicht noch einmal neu begutachtet werden oder Anträge stellen. Zudem erhalten Betroffene mit dem neuen Pflegegrad 4 auch weiterhin alle Leistungen im mindestens gleichen Umfang wie bisher und können nicht schlechter gestellt werden. Das regelt der sog. Bestandsschutz.

Kriterien und Voraussetzungen für Pflegegrad 4

Was sind die Voraussetzungen für Pflegegrad 4? Pflegegrad 4 erhält, wer bei der Begutachtung durch MDK oder MEDICPROOF zwischen 70 und unter 90 Punkte erhält. Dafür ermittelt der Gutachter anhand des „Neues Begutachtungsassessments (NBA)“ den Grad der Selbstständigkeit des Antragstellers in folgenden sechs Bereichen:

  1. Mobilität

    z. B. Umsetzen, Fortbewegen, Positionswechsel

  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
    z. B. örtliche und zeitliche Orientierung, Beteiligung an Gesprächen und Verständnis von Aufforderungen
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
    z. B. nächtliche Unruhe, verbale und körperlich Aggression, Sinnestäuschungen
  4. Selbstversorgung
    z. B. Körperpflege, Kleiden, Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme
  5. Bewältigung und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
    z. B. Injektionen, Stoma- und Wundversorgung, Arztbesuche
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte
    z. B. Kontakte pflegen, Beschäftigung, Gestaltung des Tagesablaufs.
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Leistungen bei Pflegegrad 4

Pflegegrad 4 – Wieviel Geld und welche Leistungen stehen Versicherten mit anerkanntem Pflegegrad 4 zu? Hilfsbedürftigen mit Pflegegrad 4 stehen vergleichsweise viele Leistungen der Pflegeversicherung zu, denn ihre Selbstständigkeit ist bereits sehr stark beeinträchtigt und sie sind daher auf Unterstützung angewiesen. Sind die Voraussetzungen für Pflegegrad 4 erfüllt, erhalten Versicherte folgende Sachleistungen und Geldleistungen, auch als Kombinationsleistung, bei Pflegegrad 4 von der Pflegekasse:

Pflegegeld und Pflegesachleistungen bei Pflegegrad 4

  • Pflegegeld bei Pflegegrad 4:

Wenn Pflegebedürftige durch Angehörige oder Freunde / Bekannte im eigenen Zuhause versorgt werden, steht ihnen mit Pflegegrad 4 Pflegegeld zur Verfügung. Sie haben Anspruch auf ein monatliches Pflegegeld in Höhe von 728 Euro.

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Zum Vergleich: Schon bisher erhielten Pflegebedürftige mit der vergleichbaren Pflegestufe 3 728 Euro Pflegegeld pro Monat. Pflegebedürftige mit Pflegestufe 2 und eingeschränkter Alltagskompetenz bekamen bisher nur 545 Euro Pflegegeld pro Monat.

  • Pflegesachleistungen bei Pflegegrad 4:

Werden Pflegebedürftige im häuslichen Umfeld professionell durch einen ambulanten Pflegedienst versorgt, erhalten sie mit Pflegegrad 4 Pflegesachleistungen für Pflege, Betreuung und Hilfen bei der Haushaltsführung in Höhe von 1.612 Euro pro Monat.

Zum Vergleich: Mit der vergleichbaren Pflegestufe 3 erhielten Pflegebedürftige bereits die gleichen Leistungen. Pflegebedürftige mit Pflegestufe 2 und Demenz hingegen, die in Pflegegrad 4 überführt wurden, bekamen bisher nur 1.298 Euro Pflegesachleistungen pro Monat.

Betreuungs- und Entlastungsleistungen bei Pflegegrad 4

Hilfs- und Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 4 steht seit 2017 der vereinheitlichte neue „Entlastungsbeitrag“ von monatlich 125 Euro für Betreuungs- und Entlastungsleistungen zu (bisher in der Regel 104 Euro, in Sonderfällen 208 Euro). Mit diesem Geld können Versicherte mit Pflegegrad 4 z. B.

  • an einer Betreuungsgruppe für leicht Hilfsbedürftige teilnehmen, die für geistige und körperliche Aktivierung sorgt,
  • einen Alltagsbegleiter z. B. für Spaziergänge und Einkaufshilfen z.B. für den gemeinsamen Einkauf oder die Einkaufslieferung bezahlen,
  • Haushaltshilfen honorieren, die ihnen z. B. beim Putzen der Wohnung oder bei beschwerlichen Hausarbeiten wie der Gardinenwäsche helfen.
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Mehr Betreuung und Entlastung für nicht voll ausgeschöpfte Pflegesachleistungen

Wer bei Pflegegrad 4 seine Sachleistungen für professionelle Pflege von monatlich 1.612 Euro nicht voll ausgeschöpft hat, kann 40 Prozent davon für weitere Betreuungs- und Entlastungsleistungen nutzen. Sie können daher bis zu 644,80 Euro zusätzlich für Betreuung und Entlastung verwenden.

Kurzzeitpflege bei Pflegegrad 4

Benötigt ein Pflege- und Hilfsbedürftiger mit Pflegegrad 4 Kurzzeitpflege (etwa nach einem Krankenhausaufenthalt), so stehen ihm dazu für 28 Tage im Jahr maximal 1.612 Euro Zuschuss zu.

Bei der Kurzzeitpflege mit Pflegegrad 4 gilt es Folgendes zu beachten:

  • Wer im laufenden Jahr keine Verhinderungspflege (s. u.) nutzt, kann sogar bis zu 3.224 Euro Zuschuss für bis zu acht Wochen Kurzzeitpflege im Jahr von seiner Pflegekasse beanspruchen.
  • Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 4 gewähren die Pflegekassen während der jährlich bis zu achtwöchigen Kurzzeitpflege zusätzlich auch die Hälfte ihres Pflegegeldes von monatlich 728 Euro, also 364 Euro im Monat.
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Verhinderungspflege bei Pflegegrad 4

Für den Fall, dass pflegende Angehörige einmal selbst krank sind oder Urlaub brauchen, können Pflegebedürftige mit Pflegegrad 4 Verhinderungspflege durch professionelle Pflegekräfte nutzen. Dafür gewähren Pflegekassen Versicherten mit anerkanntem Pflegegrad 4 einen Zuschuss von bis zu 1.612 Euro für höchstens vier Wochen im Jahr.

Info

Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege kombinieren

  • Wenn Versicherte im laufenden Jahr keine Kurzzeitpflege (s. o.) beansprucht haben, erhalten sie bis zu sechs Wochen Verhinderungspflege pro Jahr für maximal 2.418 Euro.
  • Während dieser Zeit steht Versicherten zudem die Hälfte ihres Pflegegeldes (d. h. monatlich 364 Euro) zu.

Tagespflege bei Pflegegrad 4

Für die Tagespflege und Nachtpflege erhalten Pflegebedürftige mit Pflegegrad 4 monatlich 1.612 Euro.

Zum Vergleich: Bislang erhielten Pflegebedürftige mit der vergleichbaren Pflegestufe 3 die gleiche Summe, Pflegebedürftige mit Pflegestufe 2 und Demenz lediglich 1.298 Euro pro Monat.

Die Zuschüsse für Tages- und Nachtpflege zahlen Pflegekassen dem Pflegebedürftigen übrigens zusätzlich zu seinem Pflegegeld und werden nicht mehr auf das Pflegegeld angerechnet wie früher.

Weitere Leistungen bei häuslicher Pflege und Pflegegrad 4

Welche Leistungen erhalten Pflegebedürftige mit Pflegegrad 4, wenn sie zuhause versorgt werden? Neben oben genannten Leistungen haben Pflegebedürftige mit Pflegegrad 4 zusätzlich Anspruch auf:

1. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch und medizinische Hilfsmittel

  • Pflegebedürftige mit Pflegegrad 4 erhalten monatlich bis zu 40 Euro für zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel wie z. B. Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel und Bettschutzeinlagen,
  • Zuschüsse für technische Hilfsmittel wie z. B. den Betrieb eines Hausnotrufsystems (monatlich bis zu 23 Euro) sowie
  • medizinische Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel, die im Hilfsmittelverzeichnis des Spitzenverbandes Bund der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gelistet sind.
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2. Zuschüsse für die Wohnraumanpassung

Für den altersgerechten Wohnraumumbau können Menschen mit Pflegegrad 4 einmalig für alle Maßnahmen der Wohnraumanpassung einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro von der Pflegekasse bekommen. Darunter fallen z. B. der Einbau eines Treppenlifts oder der barrierefreie Badausbau wie der Umbau einer Wanne zur Dusche.

3. Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen

Seit 2017 bieten Pflegekassen Angehörigen und ehrenamtlichen Helfern kostenlose Pflegekurse gemäß § 45 SGB XI an.

4. Förderung für Bewohner von Wohngruppen oder WGs

Leben Pflegebedürftige in Wohngemeinschaften oder ambulant betreuten Wohngruppen, so erhalten höchstens vier Bewohner die 4.000 Euro-Förderung für den altersgerechten Umbau. Zusätzlich steht jedem von höchstens vier Bewohnern ein einmaliger Gründungszuschuss von 2.500 Euro und ein monatlicher Zuschuss zur Beschäftigung einer Organisationskraft von 214 Euro pro Kopf zu.

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5. Beratung und Beratungsbesuche

Die Pflegeversicherung trägt die Kosten für die Beratung von Menschen mit Pflegegrad 4 z. B. zu ihrer besseren pflegerischen Versorgung oder zum altersgerechten Wohnraumumbau. Auch die gesetzlich nötigen regelmäßigen Beratungsbesuche durch geschulte Pflegekräfte nach § 37 Abs. 3 Pflegeversicherungsgesetz bezahlt sie.

Info

Neuerung bei Hilfsmitteln seit 01.01.2017: Keine Extra-Anträge mehr nötig

Eine gute Nachricht für alle Versicherten: Seit Januar 2017 entfallen aufwändige Anträge auf medizinische Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel. Sofern der Gutachter des MDK oder anderer Organisationen bei der Begutachtung Hilfsmittel für den Pflegebedürftigen empfiehlt, gelten diese künftig automatisch bei der Pflegekasse als beantragt. Das regeln die neuen Begutachtungsrichtlinien des Spitzenverbandes Bund der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Stationäre Pflege bei Pflegegrad 4

Welche Kosten entstehen für die Pflege im Pflegeheim bei Pflegegrad 4 und welche Leistungen erhalten Versicherte mit Pflegegrad 4 für die stationäre Pflege im Pflegeheim von ihrer Pflegekasse? Für die Pflege und Betreuung in einem Pflegeheim erhalten Pflegebedürftige mit Pflegegrad 4 seit 01.01.2017 monatlich 1.775 Euro von der Pflegekasse.

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Zum Vergleich: Bislang erhielten Pflegebedürftige mit der vergleichbaren Pflegestufe 3 monatlich nur 1.612 Euro für die stationäre Pflege, also 163 Euro weniger. Demenzkranke und pflegebedürftige Heimbewohner mit bisheriger Pflegestufe 2 haben noch stärker von der Pflegereform 2017 profitiert: Statt monatlich 1.330 Euro wie bislang erhalten sie seit 01.01.2017 445 Euro mehr für die Pflege im Heim.

Mit den Leistungen der Pflegekasse sind die Pflegeheimkosten bei Pflegegrad 4 jedoch nicht gedeckt. Bewohner müssen immer auch einen Eigenanteil tragen, der sich ähnlich wie die Leistungen zum 01.01.2017 geändert hat: Seitdem ist der pflegebedingte Eigenanteil (sog. „einrichtungseinheitlicher Eigenanteil“, kurz „EEE“) für alle Bewohner einheitlich gleich hoch und steigt nicht mehr wie bisher mit steigender Pflegestufe und steigendem Pflegebedarf. Zwischen den stationären Einrichtungen wird es jedoch nach wie vor Unterschiede geben. Zudem variieren neben dem pflegebedingten Eigenanteil weiterhin die Kosten für Unterkunft (je nach Zimmergröße), Verpflegung und anteilige Investitionskosten.

Info

Was ist der sog. einrichtungseinheitliche Eigenanteil? (EEE)

Der sog. einrichtungseinheitliche Eigenanteil führt aufgrund des allgemeinen Begriffs „Eigenanteil“ leicht zu Missverständnissen. Es handelt sich nämlich nicht um den kompletten Eigenanteil der Bewohner, welcher monatlich zu entrichten ist, nachdem die Kasse ihren Beitrag geleistet hat. Der „einrichtungseinheitliche Eigenanteil“ bezieht sich vielmehr ausschließlich auf die pflegebedingten Kosten, die nach Abzug der Kassenleistungen auf die Bewohner umgelegt werden. Alle weiteren individuellen Kosten wie Unterkunft, Verpflegung und anteilige Investitionskosten werden gesondert berechnet und können natürlich von Bewohner zu Bewohner unterschiedlich sein. Zum Beispiel dann, wenn es im Heim unterschiedlich große Zimmer gibt, die dann auch je nach Quadratmetern unterschiedlich teuer sind.

Bisherige Pflegestufe 3 oder Pflegestufe 2 mit Demenz: Keine Leistungsverluste zum Wechsel in Pflegegrade 2017

Kein Pflegebedürftiger mit bisheriger Pflegestufe wurde mit Umstellung auf die Pflegegrade zum 01.01.2017 durch das neue Pflegestärkungsgesetz II schlechter gestellt. Das hat die Bundesregierung versprochen und regelt der sog. Bestandsschutz. Daher wurden alle Versicherten mit Pflegestufen „0“, 1, 2 oder 3 automatisch in einen neuen Pflegegrad umgewandelt, die all ihre bisherigen Leistungen behalten und nicht erneut begutachtet werden müssen.

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Sonderfall: Höherstufung noch 2016 möglich!

Wenn sich der Zustand eines Pflegebedürftigen mit anerkannter Pflegestufe spürbar verschlechtert, kann er ausnahmsweise noch 2016 eine Höherstufung bei der Pflegekasse beantragen. In diesem Sonderfall können Gutachter bereits ab 01.11.2016 das neue Prüfverfahren NBA anwenden und den Versicherten nach dem Grad seiner vorhandenen Selbstständigkeit untersuchen.

  • Was dabei auch neu ist: Die Pflegekasse muss im Anschluss an das Gutachten innerhalb von 25 Arbeitstagen über die Höherstufung des Versicherten entscheiden.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet Pflegegrad 4?

Pflegegrad 4 erhält, wer in seiner Selbstständigkeit „schwerst beeinträchtigt“ ist.

Welche Voraussetzungen gelten für Pflegegrad 4?

Um Pflegegrad 4 zu erhalten, muss der Versicherte bei der Pflegebegutachtung gemäß „Neuem Begutachtungsassessment (NBA)“ zwischen 70 und unter 90 Punkte erreichen.

Ein bestimmter Zeitaufwand für die Pflege ist seit 01.01.2017 keine Voraussetzung mehr für die Anerkennung eines Pflegegrads.

Welche Leistungen stehen Betroffenen mit Pflegegrad 4 zu?

Pflegegrad 4 bescheinigt Versicherten eine „schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“. Damit haben sie Anspruch auf umfassende Leistungen aus der Pflegeversicherung. Die Leistungsansprüche mit Pflegegrad 4 im Detail:

  • Pflegegeld: 728 Euro pro Monat (bei der häuslichen Pflege durch Angehörige oder Freunde)
  • Pflegesachleistungen: 1.612 Euro pro Monat (bei der ambulanten Pflege durch einen professionellen Pflegedienst)
  • Tagespflege und Nachtpflege: 1.612 Euro pro Monat (für die teilstationäre Versorgung in einer Nachtpflege- oder Tagespflege-Einrichtung)
  • Verhinderungspflege: 1.612 Euro pro Jahr (für maximal sechs Wochen pro Jahr, entweder am Stück oder stundenweise)
  • Kurzzeitpflege: 1.612 Euro pro Kalenderjahr (für maximal acht Wochen pro Jahr)
  • Entlastungsbetrag: 125 Euro pro Monat (kann für die Erstattung zusätzlicher Betreuungs- und Entlastungsleistungen genutzt werden)
  • Leistungen für die stationäre Pflege im Pflegeheim: 1.775 Euro pro Monat
  • Pflegehilfsmittel-Pauschale: bis zu 40 Euro pro Monat für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch
  • Hausnotruf-Zuschuss: einmalig 10,49 Euro für die Anschlusskosten und monatlich 23 Euro für die Betriebskosten eines Hausnotrufs
  • Wohnraumanpassung: bis zu 4.000 Euro einmalig für alle wohnumfeldverbessernden Maßnahmen in der Häuslichkeit (z. B. Badumbau oder Einbau eines Treppenlifts)
  • Wohngruppenförderung: einmalig 2.500 bis 10.000 Euro Gründungszuschuss für eine Senioren-WG und monatlich 214 Euro Organisationszuschuss

Wie hoch ist das Pflegegeld bei Pflegegrad 4?

Pflegebedürftige Personen erhalten mit Pflegegrad 4 Pflegegeld in Höhe von 728 Euro pro Monat. Die Voraussetzung für Pflegegeld bei Pflegegrad 4 ist, dass die versicherte Person in der Häuslichkeit durch Angehörige oder Freunde versorgt wird.

Wie hoch sind die Pflegesachleistungen bei Pflegegrad 4?

Versicherte mit Pflegegrad 4 erhalten Pflegesachleistungen in Höhe von 1.612 Euro pro Monat im Falle der professionellen Versorgung durch einen ambulanten Pflegedienst.

Wie viel Geld bekommt man bei Pflegegrad 4?

Die Geldleistung bei Pflegegrad 4 hängt von der Form der Versorgung ab. Wird die pflegebedürftige Person in der Häuslichkeit versorgt, so hat sie Anspruch auf Pflegegeld oder Pflegesachleistung, teilstationäre Tages- und Nachtpflege, Verhinderungs- und Kurzzeitpflege, Entlastungsleistungen, Zuschüsse zum Hausnotruf, zur Wohnraumanpassung und die Hilfsmittel-Pauschale. Wird die Person stationär in einem Pflegeheim versorgt, stehen ihr 1.775 Euro für die vollstationäre Pflege zur Verfügung.

Erhalten Betroffene mit Pflegegrad 4 Kurzzeitpflege oder Verhinderungspflege?

Ja. Versicherte mit Pflegegrad 4 erhalten bei Bedarf sowohl Kurzzeitpflege als auch Verhinderungspflege. Pflegebedürftige mit Pflegegrad 4 erhalten 1.612 Euro pro Jahr für die Kurzzeitpflege (für maximal acht Wochen im Kalenderjahr) sowie jährlich 1.612 Euro für die Verhinderungspflege (für maximal sechs Wochen pro Kalenderjahr).

Gut zu wissen: Die Leistungen der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege kann man auch kombinieren (sog. Kombinationsleistung bei Pflegegrad 4). Weitere Informationen erhalten Sie im Beitrag über die Kurzzeitpflege.

Stehen Betroffenen mit Pflegegrad 4 Entlastungsleistungen zu?

Ja. Pflegebedürftige Versicherte haben Anspruch auf Entlastungsleistungen bei Pflegegrad 4 in Höhe von 125 Euro pro Monat. Diese Geldleistung können sie zur Erstattung zusätzlicher Betreuungs- und Entlastungsleistungen nutzen wie z. B. Besuchs- und Begleitdienste oder Alltagsbegleiter.

Können Pflegebedürftige mit Pflegegrad 4 eine Haushaltshilfe beschäftigen?

Ja. Versicherte mit Pflegegrad 4 bzw. deren Angehörige können den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat z. B. für eine Haushaltshilfe nutzen.

Wie hoch sind die Pflegeheimkosten bei Pflegegrad 4?

Die durchschnittlichen Kosten für einen Heimplatz liegen im Schnitt bei 2.700 bis 3.000 Euro pro Monat. Versicherte mit Pflegegrad 4 erhalten einen Zuschuss von 1.775 Euro pro Monat für die vollstationäre Pflege. Den Rest muss der Bewohner aus eigener Tasche bezahlen.

Welche Leistungen erhalten Pflegebedürftige mit Pflegegrad 4 für stationäre Pflege?

Versicherten mit Pflegegrad 4 stehen monatliche Leistungen in Höhe von 1.775 Euro für die vollstationäre Pflege im Pflegeheim zur Verfügung.

Bekommen Versicherte mit Pflegegrad 4 einen Zuschuss für einen Hausnotruf?

Ja. Sofern Personen mit Pflegegrad 4 in der Häuslichkeit versorgt werden, haben sie Anspruch auf Zuschüsse für den Hausnotruf. Die Pflegekassen gewähren monatlich 23 Euro für den Betrieb eines Hausnotrufgeräts und einmalig 10,49 Euro für die Installationskosten.

Wie legt man Widerspruch gegen Pflegegrad 4 ein?

Versicherte können innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Pflegekassen-Bescheids Widerspruch gegen Pflegegrad 4 einlegen. Details zum Widerspruchsverfahren und praktische Tipps erhalten Sie im Beitrag Widerspruch bei Ablehnung eines Pflegegrads.

Ein persönliches Beratungsgespräch kann außerdem sehr helfen, die Situation besser einzuschätzen und Ihre Erfolgschancen erhöhen.

 

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Erstelldatum: 6102.01.01|Zuletzt geändert: 9102.21.6
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