Thrombose: Definition, Arten, Folgen & Behandlung
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Thrombose: Definition
Als Thrombose bezeichnen Mediziner den vollständigen oder teilweisen Verschluss eines Blutgefäßes durch einen Blutpfropf (Thrombus). Geschieht dies in einer Schlagader (Arterie), wird von einer arteriellen Thrombose gesprochen. Bildet sich ein Thrombus hingegen in einer Vene, liegt eine Venenthrombose vor.
Dass unser Blut gerinnt, gehört zum lebensnotwendigen Schutzmechanismus unseres Körpers. Was bei Verletzungen und Entzündungen von höchster Bedeutung ist, um übermäßigen Blutverlust zu verhindern, kann in den Blutgefäßen allerdings massive Probleme verursachen: Bildet sich ein Blutgerinnsel in einer Arterie oder Vene, wird der Blutfluss gestört. Die lebensnotwendige Blutversorgung des Körpers ist damit durch die Thrombose in Gefahr.
Thrombus: Definition
Das Wort „Thrombus“ stammt aus dem Griechischen und heißt übersetzt Pfropf oder Klumpen. Der medizinische Begriff Thrombus ist dabei weniger verbreitet als die Bezeichnung Blutgerinnsel. Thromben entstehen, wenn das Blut gerinnt und die Blutplättchen einen Pfropf (Thrombus) bilden. Blutgerinnsel in Venen oder Arterien stören damit den Blutstrom und sind Auslöser von Thrombosen.(1)

Bei einer Thrombose verhindert ein Blutgerinnsel, dass das Blut weiterfließen kann.
Thrombose-Arten: Venenthrombose & arterielle Thrombose
Ein Thrombus (Blutpfropf) kann sich in jedem Blutgefäß bilden. Es sind die Blutplättchen, die Thrombozyten, die sich dabei an der Gefäßwand festsetzen und miteinander verklumpen. Folglich bildet sich ein Blutgerinnsel, welches den Blutstrom hindert.
Thrombose wird grundsätzlich danach bestimmt, wo der Thrombus im Körper sitzt. Je nachdem, in welchem Blutgefäß sich der Thrombus bildet, unterscheiden die Mediziner also zwischen den zwei folgenden Thrombose-Arten:(2)
- Arterielle Thrombose
- Venenthrombose
Thrombose-Arten
Die folgende Übersicht gibt einen Überblick über die zwei Thrombose-Formen und ihre üblichen Entstehungsorte:
Arterielle Thrombosen
Bei einer arteriellen Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel in einer Schlagader, der sogenannten Arterie. Arterien sind Gefäße, die das Blut vom Herzen weg hinzu den Organen transportieren. Meist entstehen arterielle Thromben dort, wo sich die Gefäße verzweigen oder enger werden, wie etwa in den Beinen oder im Gehirn. Schlimmstenfalls führt eine arterielle Thrombose zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Koronarthrombose: Thrombus im Herzen
Bildet sich ein Blutgerinnsel in einem Herzkrankgefäß, wird von einer Koronarthrombose gesprochen. Die Herzthrombose zählt zur Gruppe der arteriellen Thrombosen. Durch die verengten Blutgefäße gelangt kaum noch Sauerstoff zum Herzen, sodass im schlimmsten Fall ein Herzinfarkt folgt.
Ein Thrombus kann sich sowohl in einer Arterie, als auch in einer Vene bilden.
Venenthrombosen
Von einer venösen Thrombose wird gesprochen, wenn ein Blutgerinnsel in einer Vene entsteht. Venen sind Gefäße, die das Blut von den Organen und Muskeln zum Herzen zurücktransportieren. Meist entsteht der Gefäßverschluss in den Bein- und Beckenvenen.
Thrombosen in den Venen lassen sich noch weiter unterteilen:(3)
- Tiefe Venenthrombose (TVT): Hier steckt der venöse Thrombus in einer tiefen Vene. Häufig sind die Beinvenen im Ober- oder Unterschenkel betroffen. Typische Symptome einer tiefen Venenthrombose sind eine plötzliche Schwellung des Beins, Schmerzen sowie eine bläulich verfärbte, glänzende Haut. Mediziner sprechen auch von einer Phlebothrombose.
- Oberflächliche Venenthrombose (OVT): Hier geht eine Venenentzündung mit einem Blutgerinnsel in der betroffenen, oberflächlichen Vene einher. Meist tritt die OVT im Bein oder als Armthrombose auf. Typische Symptome sind ein gespanntes Hautgefühl an Arm oder Bein oder eine zunächst unauffällige Krampfader. Der medizinische Begriff lautet Thrombophlebitis.
Während die oberflächliche Venenthrombose eher seltener auftritt, gehört die tiefe Venenthrombose laut der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie zu den häufigsten Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. So erkrankt in Deutschland jedes Jahr etwa einer von 1000 Erwachsenen erstmals eine tiefe Venenthrombose.(1)
Venöse Thrombose: Formen
Insgesamt zeigen sich Venenthrombosen sehr vielfältig und werden in erster Linie anhand ihres Entstehungsortes unterschieden.
Mehretagen-Thrombose
Meist bilden sich Blutgerinnsel in den (tiefen) Beinvenen. Wird der Thrombus nicht rechtzeitig erkannt, dehnt sich die Thrombose womöglich aus und das Blut beginnt sich auch in den kleineren Nebengefäßen zu stauen. Schließlich kommt es zu weiteren Verschlüssen in Unterschenkel, Knie und Oberschenkel. Medizinier sprechen in diesem Fall von einer 3-Etagen-Thrombose.
In akuten Fällen breitet sich die Mehr-Etagen-Thrombose bis hinein ins Becken (Beckenvenenthrombose) aus. In dem Fall handelt es sich um eine 4-Etagen-Thrombose.
Reisethrombose
Langes Sitzen, zum Beispiel im engen Flugzeug, kann den Blutfluss in den Beinvenen langsamer werden lassen. Wenig Flüssigkeit und die geringe Luftfeuchtigkeit verringern die Strömungsgeschwindigkeit zusätzlich. Das Blut sammelt sich in den Unterschenkeln. Auf diese Weise kann sich ein Blutgerinnsel bilden und eine Thrombose auslösen. Betroffene leiden dann unter der sogenannten „Reisethrombose“.
Analthrombose, Analvenenthrombose, Perianalthrombose
Bei einer Thrombose am After verstopft ein Blutgerinnsel eine Vene im oder am Rand des Anus. Ausgelöst wird die Thrombose-Form meist durch thermische Einflüsse wie etwa Sitzen auf kalten Flächen oder schwülwarmes Wetter. Neben Schmerzen an der betroffenen Stelle, deutet ein bläulicher Knoten unter der Hat am Afterrand auf die Perianalthrombose hin. In vielen Fällen bildet sich die Analthrombose innerhalb von Tagen oder wenigen Wochen zurück.
Thrombose im Bauch: Pfortaderthrombose
Die Pfortader ist das Blutgefäß, das die Leber mit Blut aus dem Darm versorgt. Wird die Pfortader durch ein Blutgerinnsel verstopft oder verengt, kommt es zu einem erhöhten Blutdruck in der Ader. Die Thrombose im Bauch kann in zu einer vergrößerten Milz, starken Blutungen in der Speiseröhre oder einer Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum führen.
Thrombose im Kopf: Hirnvenenthrombose
Eine Hirnvenenthrombose ist eine spezielle und seltene Form einer Thrombose. Vom Gehirn wird über große venöse Blutgefäße sauerstoffarmes Blut in Richtung Herz transportiert. Bei einer Verstopfung durch ein Blutgerinnsel ist dieser Blutabfluss gestört. Wird der Thrombus im Kopf nicht rechtzeitig aufgelöst, kommt es zu einem Druckanstieg im Hirn.
Hirnvenenthrombosen kennzeichnen sich in erster Linie durch hefige Kopfschmerzen. In der Regel wird der Schmerz im Laufe der Zeit intensiver und kann auch in Form eines Donnerschlagkopfschmerzes auftreten. Begleitende Symptome einer Hirnvenenthrombose sind beispielsweise Übelkeit, epileptische Anfälle oder neurologische Ausfälle wie Sprachstörungen oder Lähmungen. Zu möglichen Ursachen einer Hirnvenenthrombose zählen Infektionen und Blutgerinnungsstörungen.
Thrombose-Ursachen: Entstehung eines Thrombus
Dass ein Thrombus in einem der Blutgefäße entsteht, kann unterschiedliche Ursachen haben. Im Großen und Ganzen lassen sich drei verschiedene Ursachen für die Entstehung einer Thrombose ausmachen:
- Gestörter Blutfluss: Das Blut kann nicht ungehindert durch die Blutgefäße fließen, weil die Blutgefäßwände Schäden oder Ablagerungen aufweisen oder weil sie von außen eingeengt werden, zum Beispiel durch Tumore oder Vernarbungen.
- Verlangsamter Blutfluss: Das Blut fließt langsamer, weil die Venen erweitert sind (Krampfadern) oder weil die Unterstützung durch die Muskulatur (Muskelpumpe) nicht ausreicht, zum Beispiel nach Operationen, bei Lähmungen, langer Unbeweglichkeit oder Flüssigkeitsmangel – das Blut wird „dicker“.
- Erhöhte Gerinnungsneigung: Das Blut gerinnt schneller als normal, weil die Blutgerinnung gestört (also erhöht) ist, zum Beispiel durch genetisch bedingte Gerinnungsstörungen, Autoimmun- oder Krebserkrankungen.
Diese drei Ursachen beschrieb der Deutsche Pathologe Rudolph Virchow erstmals als wesentliche Faktoren für die Entstehung einer Thrombose. Daher sind sie auch unter dem Namen „Virchow-Trias“ bekannt und in den medizinischen Lehrbüchern zu finden.(1)
Nichtsdestotrotz spielt auch hier der Entstehungsort der Thrombose eine entscheidende Rolle. Je nachdem, ob es sich um eine arterielle oder venöse Thrombose handelt, können unterschiedliche Faktoren den Blutfluss stören:
Thrombose: Risikofaktoren
Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko einer Thrombose-Erkrankung erhöhen. Neben einem erhöhten Risiko beispielsweise nach einer ambulanten Operation, können Gerinnungsstörungen auch erblich veranlagt sein. Darüber hinaus kann der eigene Lebensstil die Gefäßgesundheit negativ beeinträchtigen. So können zum Beispiel Bewegungsmangel oder Rauchen negative Auswirkungen haben. In der Regel kommen mehrere Risikofaktoren zusammen, bevor ein Blutgerinnsel in einem der Blutgefäße entsteht.(6)
Zu den häufigsten Thrombose-Risikofaktoren gehören:
- Frühere Venenthrombose
- Gerinnungsstörungen
- Krebserkrankungen
- Höheres Lebensalter
- Thrombosen bei Familienmitgliedern
- Herzschwäche
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- Akute Infektionen
- Krampfadern
Hinzu kommen Faktoren, die zwar weniger Einfluss auf die Entstehung einer Thrombose haben, aber dennoch (wenn möglich) gemieden werden sollten:
- Übergewicht
- Nikotin- und Alkoholkonsum
- Gipsverbände
- Bluthochdruck
- Hormonersatzpräparate (zum Beispiel gegen Wechseljahresbeschwerden)
Höheres Thrombose-Risiko im Alter
Je älter wir werden, desto höher ist unser Risiko, an einer Thrombose zu erkranken. Die Thrombose zählt zu den typischen Krankheiten im Alter. Zum einen, weil Ablagerungen in den Blutgefäßen, welche die Entstehung von Thrombosen begünstigen, mit zunehmendem Alter wahrscheinlicher werden.(5) Zum anderen, weil das Älterwerden oft damit einhergeht, dass sich die Senioren weniger bewegen und an Muskulatur abbauen. Dadurch wird der Bluttransport der Venen nicht mehr optimal unterstützt. Langes Liegen oder Sitzen führt zu Abschnürungen der Gefäße und kann ebenso den Blutstrom behindern.
Außerdem wird das Bindegewebe im Alter schwächer. Da es aber eine wichtige Stützfunktion für die Blutgefäße hat, lässt damit auch der äußere Druck auf die Venen nach. Es können sich Krampfadern bilden, sodass die Blutflussgeschwindigkeit sinkt.
Darüber hinaus existieren Risikofaktoren, auf die sich weniger Einfluss nehmen lassen. So haben manche Menschen eine (in den meisten Fällen genetisch bedingte) Blutgerinnungsneigung, die das Thrombose-Risiko erhöht.
Thrombose nach OP
Krankenhauspatienten sind einem erhöhten Thrombose-Risiko ausgesetzt. Operationen, langes Liegen, Venenverweilkatheter – all das belastet den Körper und kann zum Beispiel die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes verlangsamen oder Infektionen auslösen, die zu einer Thrombose führen können. In der Regel erhalten Krankenhauspatienten den bekannten Gerinnungshemmer Heparin, der das Risiko einer Thrombose verringern soll.
Thrombose und Flugreisen
„Lange Flugreisen erhöhen das Thromboserisiko!“ So heißt es gern in den Zeitschriften, wenn die Zeit des Sommerurlaubs gekommen ist. Nichtsdestotrotz halten Experten das Thromboserisiko auf Langstreckenflügen eher für gering. Gefährdet sind, wenn überhaupt, Passagiere, die ohnehin ein größeres Risiko haben, an Thrombose zu erkranken. Dazu gehören insbesondere ältere Menschen, Personen mit Krampfadern oder die, die bereits eine Venenthrombose erlitten haben und mehr als acht Stunden unbeweglich sitzen müssen.
Thrombose und Sauna
„Bei Thrombose nicht in die Sauna“ ist tatsächlich ein guter Rat. Zum einen, weil der Saunagang dem Körper viel Flüssigkeit entzieht, zum anderen weil sich bei Menschen mit einem postthrombotischen Syndrom die Beschwerden verstärken können. Mit einem offenen Unterschenkelgeschwür sollte daher auf einen Saunabesuch verzichtet werden. Insbesondere für ehemalige Thrombose-Patienten empfiehlt es sich in jedem Fall, vorab Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu halten.
Thrombose-Selbsttest: Haben Sie ein erhöhtes Thrombose-Risiko?
Am häufigsten treten Thrombosen in den tiefen Bein- und Beckenvenen auf. Spüren Sie ein Spannungsgefühl in dem Bereich, haben Sie Schmerzen ähnlich wie ein Muskelkater und fallen Ihnen Hautveränderungen auf, können dies Anzeichen für eine Thrombose sein.
Fragen Sie sich auch, ob sie anfällig dafür sind, an einer Thrombose zu erkranken. Falls Sie einen Großteil der folgenden Fragen mit „ja“ beantworten, könnten Sie ein erhöhtes Risiko für eine Thrombose haben:
- Sind Sie an Krebs erkrankt?
- Waren Sie kürzlich oder sind Sie zurzeit bettlägerig?
- Haben Sie Schmerzen oder Verhärtungen im Bein?
- Sind Ihnen Schwellungen an Ihrem Bein aufgefallen?
- Haben Sie ein eindrückbares Ödem (Schwellung) am Bein?
- Haben Sie schon einmal eine tiefe Venenthrombose erlitten?
- Konnte Ihr Arzt eine Blutgerinnungsneigung bei Ihnen feststellen?
Abgesehen von diesen Punkten gelten ältere Personen, Übergewichtige, Raucher sowie Personen mit einer Herz- oder Zuckerkrankheit als Thrombose-gefährdet.(1)
Selbsttests geben nur eine grobe Orientierung vor, ersetzen allerdings keinen Arztbesuch. Suchen Sie bei Beschwerden bitte immer einen Arzt auf.
Symptome
Während eine arterielle Thrombose sofort Schmerzen verursacht, die auch bei Ruhe nicht vergehen, können manche Venenthrombosen hingegen fast schmerzfrei („stumme Thrombosen“ genannt) verlaufen und lange unentdeckt bleiben. Die Symptome einer Thrombose können sich also stark voneinander unterscheiden.
Je nach Größe und Ort des Blutgerinnsels sind das die typischen Symptome:
Verdacht auf Thrombose: Test / Diagnose
Bei einem Verdacht auf Thrombose gilt es, rechtzeitig den Arzt aufzusuchen. Nach einem ersten Gespräch und einer klinischen Untersuchung des Körpers, folgt in der Regel eine Blutuntersuchung. Bluttests können erste Hinweise auf eine Thrombose geben. Denn Thromben hinterlassen charakteristische Spuren im Blut, die sogenannten D-Dimere. Sind die Blutwerte an D-Dimeren erhöht, kann ein Gefäßverschluss die Ursache dafür sein.
Für eine sichere Thrombose-Diagnose untersucht der Mediziner den Patienten in der Regel mittels Ultraschalluntersuchung. Per Ultraschall (zum Beispiel durch eine Dopplersonografie) wird das Geschehen in den Gefäßen heutzutage gut sichtbar.
Untersuchungen werden aber auch im Körper selbst vorgenommen, indem der Arzt Katheter in die Blutbahnen schiebt (Angiographien). So lässt sich eine Thrombose ebenfalls diagnostizieren.
Thrombose-Stadien: Folgen / Komplikationen
Thrombosen lassen sich schwer in Stadien unterteilen, da jeder Verlauf ganz individuell und abhängig von verschiedenen Faktoren ist:
- Wurde das Blutgerinnsel frühzeitig entdeckt?
- Wo befindet sich der Thrombus? Wie groß ist er?
- Leidet der Patient unter weiteren Krankheiten?
- Wie wird die Thrombose behandelt?
- Hat der Betroffene ein erhöhtes Thrombose-Risiko?
Es gibt beispielsweise Fälle, in denen bleibt die Thrombose im Anfangsstadium völlig unbemerkt und wird erst aufgrund ihrer Folgeerscheinung erkannt. Betroffene fragen sich daher: „Wie gefährlich ist eine Thrombose?“.
Sicher ist: Jeder Thrombose-Verlauf ist behandlungsbedürftig, weil er auf zwei Arten zur Gefahr werden kann:
- Der Thrombus verengt ein Gefäß und stoppt die Blutzufuhr zu einem Organ oder einer Extremität. Damit besteht die Gefahr, dass das Organ geschädigt wird oder eine Extremität abstirbt.
- Ein Thrombus bleibt nicht immer an dem Ort, an dem er entsteht. Gerade Thromben in den Beinvenen werden oft vom Blutstrom „mitgerissen“ und fließen im Körper weiter. Besonders kritisch ist es, wenn der Thrombus das Herz passiert und von dort in die Lunge gelangt. Das kann zu einer sogenannten Lungenembolie führen.
Folgen einer Thrombose im Herz (Herzstillstand), in der Lunge (Lungenembolie), oder im Gehirn (Schlaganfall) können einen tödlichen Ausgang nehmen.
Thrombose-Folge: Postthrombotisches Syndrom
Das postthrombotische Syndrom ist auch unter dem Begriff „Chronisch-venöse Insuffizienz (CVI)“ bekannt und gehört zu den typischen Thrombose-Folgen. Dabei handelt es sich um ein chronisches Leiden in Folge einer venösen Thrombose. Wenn die tiefe Venenthrombose die Gefäßwände oder Venenklappen beschädigt hat, kann es zu einem dauerhaften Stau im Blutgefäß kommen. Dadurch weiten sich die Venen und die Venenklappen können nicht mehr richtig schließen.
Ein postthrombotisches Syndrom kennzeichnet sich durch Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme), Hautveränderungen sowie Geschwüren am Unterschenkel. Wie sehr eine derartige Komplikation ausgeprägt ist, hängt von der vorangegangenen Thrombose ab. Eine rechtzeitige Kompressionstherapie an der betroffenen Stelle kann die Ausprägung des postthrombotischen Syndroms mindern.
Thrombose behandeln: Therapie
Jede Thrombose-Erkrankung erfordert eine schnelle medizinische Behandlung. Auch wenn der Betroffene bereits an einer Thrombose erkrankt ist und gegebenenfalls Mittel gegen Thrombose zuhause hat, sollte er umgehend einen Arzt aufsuchen. Eine Thrombose selbst zu behandeln, ist nicht empfehlenswert. Insbesondere, um eine sichere Diagnose stellen und die Ursache klären zu können, bedarf es einer ärztlichen Untersuchung.
Anhand seiner Befunde wird der behandelnde Arzt gemeinsam mit dem Patienten die drei Behandlungsmöglichkeiten besprechen:
- Medikamente: Eine Thrombose-Behandlung kann über die Gabe von Medikamenten erfolgen, zum Beispiel in Form von gerinnungshemmenden Medikamenten, die den Thrombus verkleinern. Durch die Einnahme von Heparin löst sich eine Thrombose bestenfalls wieder auf. Thrombose-Medikamente können als Infusion oder Injektion (in Form einer sogenannten Thrombose-Spritze) verabreicht werden. Meist wird die Thrombose-Behandlung ambulant durch den Patienten fortgeführt.
- Druck: Kompressionsverbände oder Kompressionsstrümpfe gehören meist ebenfalls zur Thrombose-Therapie. Mit der Kompressionstherapie wird Druck auf die Venen ausgeübt, sodass das Blut schneller fließen kann. Darüber hinaus wird sie auch zur Schmerzlinderung bei Thrombose eingesetzt.
- Operation: Thrombose behandeln geht auch mittels einer Operation. Verschiedene operative Eingriffe können hier möglich sein. Beispielsweise wird mit Hilfe eines Katheters der Thrombus direkt in der Blutbahn erfasst und entfernt.
Jede Thrombose-Behandlung hat das Ziel, den Thrombus aufzulösen, damit er nicht weiterwandern und eventuell in lebenswichtige Organe (zum Beispiel ins Herz) gelangen kann.
Thrombose-Behandlung auf lange Sicht
Eine Thrombose ist so lange gefährlich, wie sie unbehandelt bleibt. Ist der Pfropf beseitigt, ist zunächst auch die Thrombose-Gefahr vorüber. Aber das Risiko eines neuen Blutgerinnsels besteht womöglich weiterhin. Der Ansatz der Medizin ist es, die Blutgerinnung so zu vermindern, dass die Thrombozyten möglichst wenig zur Verklumpung neigen. Deshalb erhalten Patienten in vielen Fällen Tabletten, die die Gerinnung des Blutes hemmen. Diese Thrombose-Medikamente können meistens über einen längeren Zeitraum (Monate oder Jahre) verordnet werden und sollten konsequent eingenommen werden.
Thrombose natürlich auflösen?
Es gibt eine Reihe von naturheilkundlichen Stoffen, die Betroffenen dabei helfen können, eine Thrombose natürlich mitzubehandeln – aber immer in Absprache mit ihrem Haus- oder Facharzt! So sagt man Knoblauch oder Zwiebeln einen blutverdünnenden Effekt nach. Präparate aus Rosskastanie oder Beinwell können bei Spannungs- und Schweregefühlen in den Beinen helfen.
Thromboseprophylaxe: Gezielte Maßnahmen
Eine Thromboseprophylaxe muss nicht nur dann zum Einsatz kommen, wenn der Patient bereits an einer Thrombose erkrankt ist. In dem Fall wird versucht, mittels Medikamentengabe und Kompressionstherapie schwerwiegende Folgen der Thrombose zu vermeiden.
Eine Thromboseprophylaxe kann schon viel früher eingesetzt werden. Dann umfasst sie verschiedene Maßnahmen, die Personen selbst ergreifen können, um einer Thrombose-Entstehung vorzubeugen. So kann die Krankheit in vielen Fällen durch richtiges Verhalten verhindert werden. Wesentliche Grundbausteine der Thromboseprophylaxe sind Bewegung und ein gesunder Lebensstil.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Thrombose?
Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Blutgefäß und verhindert den Blutstrom. Grundsätzlich werden Thrombosen danach kategorisiert, wo sie im Körper vorkommen. Daher unterscheiden Mediziner zwischen
- Venenthrombosen (Verschluss einer Vene) und
- Arteriellen Thrombosen (Verschluss einer Schlagader (Arterie)
Was ist ein Thrombus?
Das Wort Thrombus stammt aus dem Griechischen und heißt übersetzt Pfropf oder Klumpen. Thrombus ist der medizinische Begriff für ein Blutgerinnsel. Thromben entstehen, wenn das Blut klumpt und einen Pfropf (Thrombus) bildet. Blutgerinnsel in Venen oder Arterien stören damit den Blutstrom und sind Auslöser von Thrombosen.
Wie sieht eine Thrombose aus?
Am häufigsten entwickeln sich Thrombosen in den Beinvenen. Diese kennzeichnen sich durch Schwellungen an Unter- und Oberschenkel und eine leicht bläuliche Verfärbung des betroffenen Beins. Zudem kann es vorkommen, dass die Venen deutlich unter der Hautoberfläche hervortreten.
Wie fühlt sich eine Thrombose an?
Eine arterielle Thrombose äußert sich in plötzlichen Schmerzen an der betroffenen Stelle. Bei venösen Thrombosen empfinden Betroffene neben Schmerzen ein Schwere- und Wärmegefühl der Extremität. Es kann auch vorkommen, dass die Haut spannt und Atembeschwerden auftreten.
Was sollte man bei Thrombose tun?
Spüren Sie erste Anzeichen einer Thrombose, sollten Sie umgehend Ihren Arzt kontaktieren. Zwar muss eine Thrombose nicht immer zu einem Schlaganfall oder Herzinfarkt führen, jedoch sollte sie trotzdem schnellstmöglich behandelt werden. So können schwerwiegende Thrombose Komplikationen und Folgen verhindert werden. Im Falle einer Venenthrombose gilt:
- Lagern Sie die Extremität hoch. So kann das Blut wieder besser zurückfließen.
- Bewegen Sie die betroffene Extremität so wenig wie möglich.
- Schlagen Sie die Beine nicht übereinander. Das stört den Blutstrom.
- Vermeiden Sie Anstrengungen.
Wie wird Thrombose behandelt?
Um zu verhindern, dass das Blutgerinnsel nicht in lebenswichtige Organe wie etwa die Lunge oder das Herz gelangt, ist das Ziel einer jeden Behandlung, den Thrombus aufzulösen. Das kann auf drei verschiedene Arten erfolgen:
- Medikamentöse Behandlung: Gerinnungshemmende Thrombose-Medikamente sollen den Thrombus verkleinern. In der Regel erhalten Patienten das Medikament Heparin. Heparin bremst die Gerinnungstendenz des Blutes und hat sich als sehr wirksam bewiesen.
- Drucktherapie: Diese Form der Behandlung ist primär für Beinvenenthrombosen gedacht. Sogenannte Kompressionsstrümpfe üben Druck auf die Venen aus, sodass das Blut wieder schneller strömen kann.
- Operation: Falls Medikamente und Druckausübung keine Wirkung erzielen, kann der Thrombus auch operativ entfernt werden.
Was tun gegen Thrombose?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten eine Thrombose zu behandeln oder ihr entgegenzuwirken. Thrombosen lassen sich nach der Diagnose entweder medikamentös oder operativ behandeln. Insbesondere bei Beinvenenthrombosen können Kompressionsstümpfe hilfreich sein, um Folgen und Komplikationen der Thrombose zu vermeiden.
Um das Risiko einer Thrombose Erkrankung schon von vornherein zu senken, empfiehlt sich folgendes:
- Bleiben Sie möglichst aktiv. Bewegung fördert die Blutzirkulation.
- Tragen Sie gegebenenfalls Kompressionsstrümpfe.
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung.
- Vermeiden Sie Übergewicht.
- Verzichten Sie auf Alkohol- und Zigarettenkonsum.
- Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich.
Besteht erhöhtes Thromboserisiko, wie etwa durch längeres Liegen nach einer Operation, können auch prophylaktisch Medikamente gegen Thrombose zum Einsatz kommen. Der Gerinnungshemmer Heparin soll das Risiko, an einer Thrombose zu erkranken, verringern.
Wie lange dauert eine Thrombose?
Wie lange eine Thrombose anhält, ist individuell und lässt sich nicht pauschal beantworten. Je nach Art, Schweregrad und Vorerkrankung kann die Thrombose Wochen bis Monate dauern. In diesem Prozess wird durch spezielle Medikamente bewirkt, dass das Gerinnsel nicht weiterwächst, sondern abgebaut wird.
Ist Thrombose heilbar?
Mit einer konsequenten Thrombose-Therapie lassen sich Thrombosen in vielen Fällen heilen. Voraussetzung ist, dass der Betroffene bei einem ersten Verdacht schnell handelt und rechtzeitig seinen Arzt aufsucht. Dann können schnellstmöglich Maßnahmen getroffen werden, um den Thrombus aufzulösen und die Gefahr einer lebensbedrohlichen Folgeerscheinung (zum Beispiel Lungenembolie) vorzubeugen.
Wie schnell löst sich eine Thrombose auf?
Durch eine medikamentöse Thrombose-Therapie, zum Beispiel in Form von Gerinnungshemmern, wird zunächst einmal das Wachstum des Gerinnsels gestoppt. Bestenfalls löst sich die Thrombose auf. Dieser Prozess kann einige Wochen bis hin zu Monaten dauern. Die Dauer der Therapie ist abhängig von der Ursache und dem Ausmaß der Thrombose.
Wie lange ist die Dauer einer Thrombose?
Wie lange eine Thrombose anhält, kommt auf verschiedene Faktoren an. Nicht nur die Größe des Blutgerinnsels, sondern auch die Thrombose-Art und der Zustand des Patienten spielen hier eine Rolle. Grundsätzlich können leichtere Fälle innerhalb weniger Wochen abheilen, wohingegen schwere Fälle (zum Beispiel bei Krampfadern) Monate dauern können.
Hinzu kommen langfristige Folgen, die nach einer Thrombose auftreten können wie etwa das postthrombotische Syndrom. In diesem Fall sind staut sich das Blut aufgrund beschädigter Gefäßwände oder Venenklappen dauerhaft, sodass der Betroffene langfristig unter Beschwerden leidet.
Wie lange ist eine Thrombose gefährlich?
Eine Thrombose ist so lange gefährlich, wie sie unbehandelt bleibt. Daher gilt: Bei ersten Anzeichen, sollten Betroffene unbedingt einen Arzt aufsuchen. Wird eine Thrombose rechtzeitig diagnostiziert und behandelt, bleiben Komplikationen und Folgeschäden in der Regel aus. Gefährlich wird es, wenn die Thrombose unbehandelt bleibt. So kann sich das Blutgerinnsel von der Gefäßwand lösen und beispielsweise bis in die Lunge gelangen, wodurch es zu einer lebensbedrohlichen Lungenembolie kommen kann.
Wie lange besteht bei einer Thrombose Emboliegefahr?
Eine Embolie gehört zu den gefährlichsten Folgen einer Thrombose. So kann es passieren, dass sich das Blutgerinnsel von der Gefäßwand abtrennt und mit dem Blutstrom in den Lungenkreislauf gerät. Dort kann es die Lungengefäße verschließen und Brustschmerzen sowie Atemnot verursachen. Die Gefahr, eine Embolie zu bekommen, bleibt so lange bestehen, wie die Thrombose unbehandelt bleibt.
Wie lange dauert eine Thrombose in der Wade?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Das ist unter anderem davon abhängig, wie groß der Thrombus ist, ob er sich in einer tiefen oder oberflächlichen Vene befindet und ob der Betroffene unter weiteren Krankheiten leidet. Der Verlauf und die Dauer einer Thrombose sind also immer von Patient zu Patient unterschiedlich. Bis zur (vollständigen) Heilung können Wochen oder Monate vergehen. Grundsätzlich kann eine rechtzeitige und konsequente Behandlung den Heilungsprozess beschleunigen.
Kann man trotz Blutverdünner Thrombose bekommen?
Blutverdünner sind die umgangssprachliche Bezeichnung für Gerinnungshemmer. Gerinnungshemmende Medikamente schalten die Gerinnungsfähigkeit des Blutes nicht komplett aus. Andernfalls würden Patienten bei einer Verletzung verbluten. Demnach ist es nicht auszuschließen, dass man trotz Gerinnungshemmer eine Thrombose bekommen kann.
Darf man in die Sauna bei Thrombose?
Nein, das sollten Sie vermeiden. In der Sauna verlieren Sie durch das Schwitzen eine große Menge an Wasser. Flüssigkeitsmangel kann dazu führen, dass das Blut „dicker“ wird und dazu neigt, Blutgerinnsel zu bilden. Daher sollten Sie unbedingt auf den Saunagang verzichten.