Themenwelt Thrombose

Gute 100.000 Mal schlägt unser Herz pro Tag und pumpt dabei täglich rund 10.000 Liter Blut durch den Körper. Normalerweise strömt es ungehindert durch Arterien und Venen und durchblutet unseren Körper. Aber manchmal kommt es zu einem unverhofften Stau: Ein Blutgerinnsel bildet sich und verstopft ein Blutgefäß. Dann liegt eine Thrombose vor. pflege.de zeigt Ihnen, wie eine Thrombose aussieht und welche Thrombose-Formen im Körper vorkommen können.

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Thrombose: Definition, Arten, Folgen & Behandlung

Inhaltsverzeichnis

Definition: Was ist eine Thrombose?

Als Thrombose bezeichnen Mediziner einen Blutpfropf (Thrombus) in einem Blutgefäß, bei dem es zu einem vollständigen oder teilweisen Verschluss eines Blutgefäßes kommt.

Ursache einer Thrombose ist die Eigenschaft des Blutes, gerinnen zu können. Was bei Wunden höchst erwünscht und überlebensnotwendig ist, verursacht in den Blutgefäßen massive Probleme: Gerinnt das Blut in einer Arterie oder Vene, staut es sich. Die lebensnotwendige Versorgung des Körpers ist damit durch die Thrombose in Gefahr.

Thrombose: Welche Arten & Ursachen gibt es?

Ein Thrombus (Blutpropf) kann sich in jedem Blutgefäß bilden. Es sind die Blutplättchen, die Thrombozyten, die sich dabei an der Gefäßwand festsetzen und miteinander verklumpen, bis sie ein Blutgerinnsel und damit ein echtes Hindernis für den Blutstrom bilden.

Je nachdem, wo der Thrombus sitzt, unterscheiden die Mediziner grundsätzlich zwischen zwei unterschiedlichen Thrombose-Arten.

Thrombose-Arten

Bezeichnung Entstehungsort Ursachen (Beispiele)
Arterielle Thrombose
(Arteriothrombose)
Schlagadern in

  • Herz
  • Bein
  • Veränderungen der Arterien, z. B. Verengungen durch Ablagerungen
Venenthrombose
(Phlebothrombose)
Venen in

  • Gehirn
  • Arm- und Schultergürtel
  • Beinen
  • Becken
  • Pfortader
  • After

 

  • Große (orthopädische) Operationen
  • Venenentzündungen
  • Krampfadern
  • Flüssigkeitsmangel
  • Krebserkrankungen

Die Venenthrombosen werden noch weiter unterschieden in

  • Mehretagen-Thrombosen: Hier staut sich das Blut aufgrund eines Gerinnsels zunächst in den tiefen Beinvenen, dann in den kleineren Nebengefäßen und schließlich weiter über Unterschenkel, Knie und Oberschenkel bis hinein ins Becken (Beckenvenenthrombose).
  • Reisethrombose: Langes Sitzen, z. B. im engen Flugzeug, kannn den Blutfluss in den Beinvenen langsamer werden lassen. Wenig Flüssigkeit und die geringe Luftfeuchtigkeit verringern die Strömungsgeschwindigkeit zusätzlich.
  • Bein-/Beckenvenenthrombose: Bei einer sog. Thrombose in den Bein-/Beckenvenen lassen sich zwei Formen unterscheiden:
    1. Tiefe Bein-/Beckenvenenthrombose (TVT): bei der das Gerinnsel tief in den Venen steckt, sog. Phlebothrombose
    2. Oberflächliche Bein-/Beckenvenenthrombose (OVT): oft bei Krampfadern und Venenentzündung, sog. Thrombophlebitis
  • Analthrombose, Analvenenthrombose, Perianalthrombose:Bei einer Thrombose am After verstopft ein Blutgerinnsel eine Vene im oder am Rand des Anus.
  • Sinusvenenthrombose: Blutgerinnsel in den großen venösen Zusammenflüssen des Gehirns. Gemeinhin spricht man von einer Thrombose im Kopf.
  • Thrombose im Bauch: Blutgerinnsel in der Aorta oder der Pfortader.

Thrombose-Ursachen: Wie entsteht eine Thrombose?

Im Großen und Ganzen lassen sich drei verschiedene Ursachen für die Entstehung einer Thrombose ausmachen:

  1. Das Blut kann nicht ungehindert durch die Blutgefäße fließen, weil die Blutgefäßwände Schäden oder Ablagerungen aufweisen oder weil sie von außen eingeengt werden, z. B. durch Tumore oder Vernarbungen.
  2. Das Blut fließt langsamer, weil die Venen erweitert sind (Krampfadern) oder weil die Unterstützung durch die Muskulatur (Muskelpumpe) nicht ausreicht, z. B. nach Operationen, bei Lähmungen, langer Unbeweglichkeit oder Flüssigkeitsmangel – das Blut wird „dicker“.
  3. Das Blut gerinnt schneller als normal, weil die Blutgerinnung gestört (d. h. erhöht) ist, z. B. durch genetisch bedingte Gerinnungsstörungen, Autoimmun- oder Krebserkrankungen.

Thrombose: Alter spielt eine wichtige Rolle

Je älter wir werden, desto höher ist unser Risiko für Thrombosen. Die Thrombose zählt zu den typischen Krankheiten im Alter. Zum einen, weil eine Thrombose in den Arterien zu Ablagerungen in den Blutgefäßen führt, an denen sich Pfropfe bilden können. Zum anderen, weil das Älterwerden oft damit einhergeht, dass Menschen sich weniger bewegen. Bei vielen Senioren kommt es zu einem langsamen Abbau der Muskulatur. Diese kann dann den Bluttransport der Venen nicht mehr optimal unterstützen. Langes Liegen oder Sitzen führt zu Abschnürungen der Gefäße und kann so den Blutstrom behindern.

Außerdem wird im Alter das Bindegewebe schwächer. Da es aber eine wichtige Stützfunktion für die Blutgefäße hat, lässt damit auch der äußere Druck auf die Venen nach. Es können sich Krampfadern bilden und die Blutflussgeschwindigkeit sinkt.

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Thrombose nach OP

Nach einer Operation ist das Risiko, eine Thrombose zu erleiden, besonders hoch. Durch die Wunde und das längere Liegen erhöht sich das Risiko einer Thrombose. Die „beliebten“ Gerinnungshemmer Heparin, die Sie vielleicht selbst schon im Krankenhaus erhielten, sollen das Risiko einer Thrombose verringern.

Tipp

Bewegung als zusätzliche Maßnahme
Bewegung wird nach neuesten Erkenntnissen zur Unterstützung der Thrombose-Therapie empfohlen. Sprechen Sie Ihren Arzt auf weitere Maßnahmen wie Muskelpumpe, Beinwippe und Thrombose-Strümpfe an.

 

Thrombose-Symptome: Wie sieht eine Thrombose aus?

Eine arterielle Thrombose verursacht sofort Schmerzen, die auch bei Ruhe nicht vergehen. Manche Venenthrombose verläuft dagegen fast schmerzfrei („stumme Thrombose“ genannt) und bleibt lange unentdeckt. Die Symptome einer Thrombose können sich also stark voneinander unterscheiden. Ist der Thrombus jedoch größer und seine Folgen schwerwiegender, so macht sich die Blutstauung nachhaltig bemerkbar.

Typische Symptome einer Thrombose sind:

  • Ziehende oder krampfartige Schmerzen, z. B. im Bein (ähnlich wie bei einem Muskelkater) – auch in Ruhe –, die sich bei Druck auf die betroffene Stelle verstärken
  • Hautveränderungen: glänzende Haut, bläulich-rötliches Aussehen, hervortretende Adern
  • Schwellungen, z. B. am Knöchel oder am Unterschenkel bei einer Beinvenenthrombose
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Schmerzen ernst nehmen

Wenn Sie plötzlich Schmerzen, etwa im Bein, verspüren, sollten Sie immer auch an eine Thrombose denken. Lagern Sie die betroffene Extremität hoch, sodass das Blut einigermaßen ungehindert strömen kann. Suchen Sie Ihren Haus- oder Facharzt auf.

Thrombose-Verlauf: Wie gefährlich ist eine Thrombose?

Betroffene fragen sich: „Ist eine Thrombose gefährlich?“. Sicher ist: Jeder Thrombose-Verlauf ist behandlungsbedürftig, weil er auf zwei Arten gefährlich ist:

  1. Der Thrombus verengt ein Gefäß und stoppt die Blutzufuhr zu einem Organ oder einer Extremität. Damit besteht die Gefahr, dass das Organ geschädigt wird oder eine Extremität abstirbt.
  2. Ein Thrombus bleibt nicht immer an dem Ort, an dem er entsteht. Gerade Thromben in den Beinvenen werden oft vom Blutstrom „mitgerissen“ und wandern im Körper weiter. Manchmal lösen sich auch nur Teile vom Thrombus. Diese sog. Emboli wandern durch den Blutkreislauf und sind sehr gefährlich. Besonders kritisch ist es, wenn das Blutgerinnsel das Herz passieren und von dort in die Lunge gelangen muss. Irgendwann sind die Emboli zu groß bzw. das Gefäß zu klein. Die Emboli bleiben stecken, z. B. in der Lunge, und können dort den Blutfluss versiegen lassen (Lungenembolie).

Folgen einer Thrombose in der Lunge (Lungenembolie), im Herzen (Herzstillstand) oder im Gehirn (Schlaganfall) können einen tödlichen Ausgang nehmen.

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Achten Sie auf Symptome

Nicht jeder Thrombus hat gleich tödliche Folgen. Unser Körper bildet selbst Heparin, ist also in der Lage, Verklumpungen aufzulösen. Wie oft er das tut, kann niemand sagen, denn solche Thrombus-Auflöse-Aktionen verursachen keinerlei Beschwerden. Sie können aber davon ausgehen, dass Sie bei den klassischen Thrombose-Symptomen auf jeden Fall ärztliche Hilfen brauchen! Abwarten ist hier keine Alternative. Schlimmstenfalls kann sich der Thrombus lösen und mit dem Blutstrom bspw. in die Lunge geschwemmt werden (Lungenembolie).

Thrombose: Diagnose – Wie kann der Arzt eine Thrombose diagnostizieren?

Per Ultraschall (z. B. Dopplersonografie) können Mediziner heutzutage sehr gut das Geschehen in den Gefäßen darstellen. Untersuchungen werden aber auch im Körper selbst vorgenommen, indem der Arzt Katheter in die Blutbahnen schiebt (Angiographien). So lässt sich eine Thrombose sicher diagnostizieren. Eine Blutuntersuchung gibt ebenfalls wertvolle Hinweise auf einen Thrombus, denn dieser hinterlässt charakteristische Spuren, nämlich die sog. D-Dimeren, die im Blut nachweisbar sind.

Info

Lungenembolie: Todesfälle sind vermeidbar

Laut der Deutschen Gesellschaft für Angiologie sterben in Deutschland jedes Jahr rund 100.000 Menschen an einer Lungenembolie. Meistens ist eine Thrombose die Ursache. Die meisten Todesfälle könnten verhindert werden, wenn Betroffene die Anzeichen einer Thrombose kennen würden und sich rechtzeitig behandeln ließen. 

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Thrombose: Behandlung & Therapie — Was machen Ärzte bei einer Thrombose?

Drei Behandlungsmöglichkeiten stehen im Fall einer Thrombose-Diagnose zur Auswahl:

  1. Medikamente: Eine Thrombose-Behandlung kann über die Gabe von Medikamenten erfolgen, z. B. in Form von gerinnungshemmenden Medikamenten, die den Thrombus verkleinern. Die Einnahme von Heparin kann gute Ergebnisse erzielen. So löst sich eine Thrombose bestenfalls wieder auf. Thrombose-Medikamente können als Infusion oder Injektion ( = Thrombose-Spritze oder auch Spritze gegen Thrombose) verabreicht werden.
  2. Druck: Eine Form der Thrombose-Therapie kann durch die Verwendung von Kompressionsstrümpfen ausgeübt werden. Kompressionsstrümpfe üben Druck auf die Venen aus, sodass das Blut schneller fließen kann.
  3. Operation: Eine Thrombose-Operation ist eine weitere Möglichkeit der Thrombose-Heilung: Mit Hilfe eines Katheters wird dabei der Thrombus direkt in der Blutbahn erfasst und entfernt.

Jede Behandlung einer Thrombose hat das Ziel, den Pfropf bzw. das Blutgerinnsel aufzulösen, damit er nicht weiterwandern kann und evtl. in lebenswichtige Organe (z. B. Herz) gelangt.

Thrombose: Therapie auf lange Sicht

Eine Thrombose ist so lange gefährlich, wie sie unbehandelt bleibt. Ist der Pfropf beseitigt, ist auch die Gefahr vorüber. Aber das Risiko eines neuen Blutgerinnsels besteht womöglich weiterhin. Der Ansatz der Medizin ist es, die Blutgerinnung so zu vermindern, so dass die Thrombozyten möglichst wenig zur Verklumpung neigen. Deshalb erhalten Thrombose-Patienten in vielen Fällen Tabletten, die die Gerinnung des Blutes hemmen. Diese Medikamente können meistens über einen längeren Zeitraum (Monate oder Jahre) verordnet werden und sollten konsequent eingenommen werden.

Info

Blutverdünner

Wenn Sie regelmäßig blutverdünnende Medikamente einnehmen, schränkt das Ihr Leben eigentlich in keiner Weise ein. Aber Sie müssen immer bedenken, dass Ihr Blut weniger gut gerinnt. Sollten Sie sich also verletzen, so können Wunden heftiger und länger bluten, blaue Flecken schneller entstehen und Sie sollten vor Operationen rechtzeitig – in Absprache mit dem Arzt – die Medikamente absetzen.

Thrombose natürlich (mit-)behandeln?

Es gibt eine Reihe von naturheilkundlichen Stoffen, die Ihnen dabei helfen können, eine Thrombose natürlich mitzubehandeln – aber immer in Absprache mit Ihrem Haus- oder Facharzt! So sagt man Knoblauch oder Zwiebeln einen blutverdünnenden Effekt nach. Präparate aus Rosskastanie oder Beinwell können bei Spannungs- und Schweregefühlen in den Beinen helfen.

Thromboseprophylaxe
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Thromboseprophylaxe: Ursachen / Risikofaktoren

Thrombose-Prophylaxe: Verringern Sie Ihr Thrombose-Risiko mit gezielter Vorbeugung

Zur Thromboseprophylaxe gehört eine Reihe von Maßnahmen, die Sie ganz einfach ergreifen können:

  • Bewegung: Wer sich regelmäßig bewegt, und sei es nur der tägliche Spaziergang, der tut viel Gutes, u. a. für die Blutzirkulation. Vor allem die Beinvenen sind darauf angewiesen, dass wir sie durch Bewegung, durch Muskelanspannung und -entspannung (Muskelpumpe) unterstützen. Langes Stehen, Sitzen oder Liegen tut also gerade den Beinvenen nicht gut. Wenn Sie sich zwischendurch nicht bewegen können, sollten Sie – etwa auf langen Flugreisen und bei einer früheren Venenthrombose – Kompressionsstrümpfe anziehen. Die fühlen sich nicht von ungefähr so stramm an. Sie sorgen durch ihr spezielles, Druck auslösendes Gewebe dafür, dass sich der Durchmesser der Venen verringert und das Blut umso schneller strömt.
  • Risikofaktoren ausschalten: Rauchen, Übergewicht, Alkohol – all das ist nicht gut für die Blutgefäße. Wenn Sie daran etwas ändern können, dann sollten Sie es tun! Ihre Arterien und Venen werden es Ihnen danken.
  • Flüssigkeit: Ihr Körper braucht Flüssigkeit! Experten raten dazu, zwei Liter pro Tag zu trinken. Allerdings keine zuckerhaltige Limonade oder Alkohol, sondern eher Tees, Wasser und verdünnte Fruchtsäfte (Schorlen). Auch Kaffee (möglichst allerdings ohne Milch und Zucker) darf es mal sein.

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Erstelldatum: .42.018102|Zuletzt geändert: .7.119102
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