Thromboseprophylaxe: Ursachen & Risikofaktoren vorbeugen

Thromboseprophylaxe

Jedes Jahr erkrankt in Deutschland eine Vielzahl von Menschen an einer Thrombose. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer.(1) Zudem steigt das Risiko mit zunehmendem Alter, eine Thrombose zu erleiden.(2) Die Thrombose zählt damit zu den typischen Krankheiten im Alter. Doch wie lässt sich eine Thrombose vermeiden?

pflege.de stellt Ihnen verschiedene prophylaktische Maßnahmen bei Thrombose vor, wie unter anderem geeignete Anti-Thrombose-Übungen oder Thrombosestrümpfe und deren Funktion.

Inhaltsverzeichnis

Thromboseprophylaxe: Definition & Ziele

Von einer Thrombose sprechen Mediziner, wenn eine Vene oder Arterie durch ein Blutgerinnsel entweder komplett oder teilweise verschlossen wird. Dadurch kann das Blut nicht mehr ungehindert fließen. Der Blutstau kann schwerwiegende Folgen haben. Das Ziel der Thromboseprophylaxe ist es, eine Thrombose und damit einhergehende Komplikationen sowie Langzeitfolgen zu verhindern. Dazu werden im Rahmen der Prophylaxe bei Thrombose sowohl medikamentöse als auch physikalische Mittel eingesetzt.

Vielen Personen ist die Thromboseprophylaxe aus dem Krankenhaus bekannt. Dort werden Patienten nach einer Operation oder bei längerer Bettlägerigkeit mit Thrombose-Strümpfen versorgt. Zudem erhalten sie nach einer OP in vielen Fällen eine Heparin-Spritze in die Bauchdecke, die auch unter dem Namen „Thrombose-Spritze“ bekannt ist. Beide Maßnahmen sollen eine Thrombose verhindern. Die sogenannten „Anti-Thrombose-Strümpfe“ unterstützen den venösen Rückfluss des Blutes aus den Beinen und die Heparin-Spritze vermindert die Blutgerinnung.

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Darum ist eine Thromboseprophylaxe so wichtig

Eine Thrombose kann gefährliche Komplikationen zur Folge haben. Lebensbedrohlich kann sie beispielsweise werden, wenn sich ein Thrombus von der Gefäßwand löst, mit dem Blutstrom Richtung Herz fließt und die Arterie eines lebenswichtigen Organes (zum Beispiel die Lunge) verschließt. In diesem Fall wird von einer Embolie gesprochen, die tödlich sein kann. Darum ist es wichtig, die Thrombose-Symptome zu kennen und einer Thrombose rechtzeitig vorzubeugen.

Thrombose: Ursachen / Entstehung

Um der Erkrankung frühzeitig vorbeugen zu können, ist es wichtig, die Thrombose-Ursachen zu kennen. Dass das Blut gerinnen kann, ist grundsätzlich ein Schutzmechanismus des Körpers. Dadurch wird verhindert, dass der Körper bei einer Verletzung zu viel Blut verliert. Jedoch kann die Blutgerinnung auch zur Thrombose-Ursache werden: Gerinnt das Blut in einem Blutgefäß entstehen Blutpfropfe, die größer werden und den Blutstrom hindern können. Wie es zu einer Thrombus-Entstehung in einer Vene oder Arterie kommt, kann verschiedene Ursachen haben:

  1. Verlangsamung des Blutflusses: Der Blutfluss ist langsamer zum Beispiel bei Krampfadern (erweiterten Venen) oder aufgrund von Bewegungsmangel.
  2. Veränderungen der Zusammensetzung des Blutes: Die Thrombose-Entstehung wird begünstigt, weil das Blut leichter gerinnt als normal beispielsweise bei einer angeborenen Gerinnungsstörung (Thrombophilie) oder bei Flüssigkeitsmangel.
  3. Schädigung an der Gefäßwand: Ist die Gefäßwand zum Beispiel aufgrund von Ablagerungen beschädigt (Arteriosklerose) oder wird das Gefäß aufgrund eines Tumors eingeengt, kann das Blut nicht ungehindert fließen.

Diese drei typischen Ursachen für Thrombose wurden erstmals von dem Berliner Pathologen Rudolf Virchow im Jahre 1856 beschrieben und sind daher auch unter dem Namen „Virchow Trias“ bekannt.(2)

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Was ist ein Thrombophilie?

Eine Thrombopholie haben Personen, deren Blut leichter dazu neigt, Blutgerinnsel zu bilden. Gemeint ist demnach also eine Gerinnungsstörung, die die Entstehung einer Thrombose begünstigen kann. In vielen Fällen wird die Blutgerinnungsstörung vererbt.(3) Damit gehören Thrombophilie-Patienten zu den besonders Thrombose-gefährdeten Personen.

Thrombose-Risiko: Das sind die Risikofaktoren

Neben einem erhöhten Thrombose-Risiko im Alter, können weitere Faktoren eine Thrombose-Entstehung begünstigen. Beispielsweise sind Krankenhauspatienten einem erhöhten Thrombose-Risiko ausgesetzt. Operationen, langes Liegen, Venenverweilkatheter – all das belastet den Körper und kann zum Beispiel die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes verlangsamen oder Infektionen auslösen, die zu einer Thrombose führen können.

Darüber hinaus existieren Risikofaktoren, auf die sich weniger Einfluss nehmen lassen. So haben manche Menschen eine (in den meisten Fällen genetisch bedingte) Blutgerinnungsneigung, die das Thrombose-Risiko erhöht.

Zu den häufigsten Thrombose-Risikofaktoren gehören:

  • Frühere Venenthrombose
  • Gerinnungsstörungen
  • Krankheit wie zum Beispiel Krebs
  • Höheres Lebensalter
  • Thrombosen bei Familienmitgliedern
  • Herzschwäche
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Akute Infektionen
  • Krampfadern(4)
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Thrombose nach einem Schlaganfall

Eine Thrombose kann schwerwiegende Erkrankungen zur Folge haben, wie etwa eine Lungenembolie oder einen Herzinfarkt. Aber auch umgekehrt kann es passieren, dass Personen beispielsweise in Folge eines schweren Schlaganfalls Thrombosen entwickeln: Wenn der Schlaganfall mit einer Lähmung von einzelnen Körperteilen oder sogar einer ganzen Körperseite einhergeht, werden die Muskeln an den betroffenen Stellen nicht mehr bewegt. Fällt die Muskelpumpe aus, die den Blutfluss unterstützt, stockt der Blutfluss und es können sich leichter Blutgerinnsel bilden.

Hinzu kommen Faktoren, die zwar weniger Einfluss auf die Entstehung einer Thrombose haben, aber dennoch (wenn möglich) gemieden werden sollten:

  • Übergewicht
  • Nikotin- und Alkoholkonsum
  • Gipsverbände
  • Bluthochdruck
  • Hormonersatzpräparate (zum Beispiel gegen Wechseljahresbeschwerden)

Thrombose und Flugreisen

„Lange Flugreisen erhöhen das Thromboserisiko!“ So heißt es gern in den Zeitschriften, wenn die Zeit des Sommerurlaubs gekommen ist. Nichtsdestotrotz halten Experten das Thromboserisiko auf Langstreckenflügen eher für gering. Gefährdet sind, wenn überhaupt, Passagiere, die ohnehin ein größeres Risiko haben, an Thrombose zu erkranken. Dazu gehören insbesondere ältere Menschen, Personen mit Krampfadern oder die, die bereits eine Venenthrombose erlitten haben und mehr als acht Stunden unbeweglich sitzen müssen.(5)

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Thrombose und niedriger Blutdruck

Bei niedrigem Blutdruck fließt das Blut langsamer, sodass es leichter dazu neigt, Pfropfe (Blutgerinnsel) zu bilden. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Betroffene bettlägerig sind oder aus anderen Gründen einen Mangel an Bewegung haben. Bewegungsmangel zählt zu den typischen Risikofaktoren für Thrombose. Aus dem Grund spielt regelmäßige Bewegung eine wichtige Rolle bei der Thromboseprophylaxe.

Thrombose und Sauna

„Bei Thrombose nicht in die Sauna“ ist tatsächlich ein guter Rat. Zum einen, weil der Saunagang dem Körper viel Flüssigkeit entzieht, zum anderen weil sich bei Menschen mit einem postthrombotischen Syndrom die Beschwerden verstärken können. Mit einem offenen Unterschenkelgeschwür sollte daher auf einen Saunabesuch verzichtet werden. Insbesondere für ehemalige Thrombose-Patienten empfiehlt es sich in jedem Fall, vorab Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu halten.(5)

Tipp
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt

Lange Flugreise nur mit Kompressionsstrümpfen? Keine Saunabesuche mehr? Ihr Arzt kennt Ihre persönliche Krankengeschichte, Ihre Risikofaktoren und wird Ihnen auf solche Fragen eine Antwort geben können.

Maßnahmen: Kompressionstherapie durch Thrombose-Strümpfe & IPK

Zur Prophylaxe bei Thrombose können sowohl physikalische Maßnahmen als auch medikamentöse Mittel eingesetzt werden. Physikalische Maßnahmen sollen das Blut in den Venen schneller fließen lassen. Dazu gehören beispielsweise medizinische Thromboseprophylaxe-Strümpfe, Kompressionsverbände sowie die Intermittierende pneumatische Kompression. Die Maßnahmen werden an den Beinen angewendet und sollen das Thrombose-Risiko senken.

Medizinische Thromboseprophylaxe-Strümpfe (MTPS)

Kompressionsstrümpfe sind besonders feste, enge Strümpfe, die mindestens den kompletten Unterschenkel bedecken. Die sogenannten Thrombosestrümpfe erzeugen Druck auf die (erweiterten) Venen in den Beinen, sodass die Venenklappen besser schließen. Dadurch versackt das Blut nicht in den Beinen und kann wieder effektiver aus den Beinen zurück zum Herzen fließen. Die Therapie mit sogenannten „Anti-Thrombose-Strümpfen“ kann nicht nur das Risiko einer Thrombose mindern, sondern auch zur Heilung nach einer Thrombose-Erkrankung beitragen.

Tipp
Ziehen Sie Ihre Thrombosestrümpfe morgens an

Medizinische Thrombosestrümpfe müssen sorgfältig angepasst und regelmäßig getragen werden. Da die Beine grundsätzlich über den Tag anschwellen, ist es sinnvoll, dass Sie Ihre Kompressionsstrümpfe morgens anziehen. Dann sind Ihre Beine am wenigsten geschwollen. Falls Ihnen das Anziehen schwerfällt, eignen sich An- und Ausziehhilfen, die Ihnen der Arzt gegebenenfalls verordnen kann. Achten Sie zudem darauf, dass die Haut beim Anziehen trocken ist.

Intermittierende pneumatische Kompression (IPK)

Bei der sogenannten intermittierenden pneumatischen Kompression werden die Beine eines Patienten in eine große Manschette gelegt, die mit Luft gefüllt wird, sodass sie Druck auf das Bein ausüben kann. Bei Patienten, die sich nicht bewegen können, kann so die Wadenmuskelpumpe unterstützt werden.

Thrombose-Prophylaxe: Medikamente

Neben der Kompressionstherapie erhalten Patienten in der Regel auch eine medikamentöse Prophylaxe gegen Thrombosen. Im Rahmen der medikamentösen Maßnahmen sollen Medikamente das Blut verdünnen und so der Bildung von Thromben vorbeugen. Umgangssprachlich werden solche Medikamente auch „Blutverdünner“ genannt. Abhängig vom Wirkstoff werden sie entweder in Tablettenform verabreicht oder unter die Haut gespritzt. Zu den Wirkstoffen gehören unter anderem Heparine oder Kumarine.

Heparin wird meist kurzfristig bei Krankenhauspatienten eingesetzt, um eine Thrombose nach einer OP zu verhindern. Heparinpräparate werden nicht in Tablettenform eingenommen, sondern unter die Haut gespritzt. Tabletten kommen meist bei Personen zum Einsatz, bei denen eine Blutverdünnung längerfristig notwendig ist.

Thrombose vorbeugen durch Thrombose-Spritze

Im Rahmen der Thromboseprophylaxe werden die sogenannten Thrombose-Spritzen (auch „Anti-Thrombose-Spritzen“ genannt) dann verordnet, wenn Personen für einen längeren Zeitraum immobil sind oder einzelne Körperteile ruhiggestellt werden müssen. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn das Bein nach einer Verletzung oder Operation gegipst wird. Durch die mangelnde Bewegung des betroffenen Beins, kann es dazu kommen, dass das Blut in den Venen langsamer fließt und einen Thrombus bildet (Beinvenenthrombose).

In solchen Fällen erhalten Betroffene Heparin per Spritze unter die Haut injiziert, um die Blutgerinnung zu hemmen. Meist muss die Behandlung auch zu Hause weiter fortgeführt werden, sodass sich Patienten die Thrombose-Spritze trotz Bewegung selbst verabreichen müssen.

Tipp
So injizieren Sie sich selbst Heparin

Sich selbst eine Spritze zu setzen, kann zur Herausforderung für Betroffene werden. Darum folgen hier Tipps für das Setzen der Spritze:(6)

  1. Waschen Sie Ihre Hände.
  2. Suchen Sie sich eine Stelle auf Ihrem Bauch, mindestens fünf Zentimeter von Ihrem Bauchnabel entfernt. Reinigen Sie die Stelle.
  3. Bilden Sie mit Ihrem Daumen und Zeigefinger eine Hautfalte an der entsprechenden Stelle. Halten Sie diese während des kompletten Vorgehens.
  4. Führen Sie die Nadel in einem 90 Grad Winkel ein und drücken Sie den Spritzenstempel vorsichtig, aber vollständig nach unten. 
  5. Zählen Sie langsam bis fünf und ziehen Sie die Nadel genauso langsam heraus.
  6. Werfen Sie die verwendete Spritze in einen durchstichsicheren Behälter und entsorgen Sie ihn sicher.

Frühmobilisation: Thrombose nach OP verhindern

Um eine Thrombose nach einer OP zu verhindern, erhalten Krankenhauspatienten in der Regel die sogenannten Thrombosestrümpfe (auch „Kompressionsstrümpfe“ genannt) und Spritzen gegen Thrombose. Doch das frühe Aufstehen kann in vielen Fällen ebenfalls zur Thromboseprophylaxe nach einer OP zählen.

Frühmobilisation“ nennen es die Ärzte, wenn sich Patienten nach einer Operation frühzeitig aus dem Bett bewegen müssen. So unangenehm das erste Sitzen am Bettrand oder das Aufstehen auch ist: Frühzeitige Bewegung ist gut für die Gesundheit der Blutgefäße. Gezielte Bewegungsübungen mit einem Physiotherapeuten können das Herz-Kreislaufsystem fördern.

Info

Elektrische Wadenstimulation als Thrombose-Vorbeugung

Eine Methode zur Vorbeugung einer Beinvenenthrombose, die in Deutschland weniger bekannt ist, ist die elektrische Wadenstimulation. Dabei werden Klebeelektroden am Unterschenkel befestigt und für zirka 15 Minuten täglich leicht unter Strom gesetzt. Diese äußere Unterstützung soll den venösen Rückfluss des Blutes fördern und damit einer Beinthrombose vorbeugen.

Thromboseprophylaxe: Pflegerische Maßnahmen

Eine längerfristige Bettlägerigkeit kann eine Thrombose-Erkrankung begünstigen. Daher bedarf es in der Pflege von hilfsbedürftigen, immobilen Personen einer besonderen Pflegeplanung für die Thromboseprophylaxe. Diese sollte mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden und umfasst in der Regel folgende pflegerische Maßnahmen:(7)

  • Entstauende Positionierung: Die Pflegeperson sollte den Betroffenen so lagern, dass die Beine höher als das Herz positioniert sind. Die Position fördert den venösen Rückfluss zum Herzen und dient der Vorbeugung einer Beinvenenthrombose.
  • Regelmäßige Mobilisation: Durch regelmäßiges Aufstehen und Umhergehen oder Bewegungsübungen im Bett mit Unterstützung des Pflegenden werden die Muskeln des Betroffenen beansprucht. Da die Muskelpumpe eine entscheidende Rolle für den einwandfreien Blutstrom spielt, gehört Bewegung ebenso zur Thrombose-Prävention.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Die Pflegeperson sollte darauf achten, dass der Patient genügend trinkt. Ausreichend Flüssigkeit verhindert, dass das Blut dicker wird und gerinnt.
  • Kompressionstherapie nach Verordnung: Der Pflegende unterstützt den Patienten beim Anlegen von Kompressionsverbänden oder Thrombose-Strümpfen nach Vorschrift des Arztes.
  • Medikamentöse Behandlung: Falls dem Patienten Medikamente zur Gerinnungshemmung verschrieben wurden, erfolgt die Medikamentengabe nach Vorschrift des Arztes.
Tipp
Prüfen Sie, welche Leistungen Ihnen zustehen

In vielen Fällen können bettlägerige Personen ihren Alltag nicht selbstständig meistern. Aus dem Grund sind sie meist pflegebedürftig und haben womöglich Anspruch auf umfangreiche Sach- und Geldleistungen, die bei der Pflegekasse beantragt werden können. Dazu bedarf es einem Pflegegrad, der dem Betroffenen im Rahmen einer Pflegebegutachtung zuerkannt wird. 

Finden Sie mit dem Pflegegradrechner von pflege.de heraus, ob und welcher Pflegegrad Ihnen zusteht.

Thrombose vermeiden: Übungen / Maßnahmen

Neben der Thrombose-Therapie durch Medikamente und Kompression, eignen sich weitere Maßnahmen der Thromboseprophylaxe, die in Eigeninitiative umgesetzt werden können. Um die Gefäße gesund zu halten, gilt: Regelmäßig aktiv zu sein, ist wichtig. Durch Bewegung und gezielte Bewegungsübungen erhalten Menschen ihre Muskulatur und aktivieren ihre Muskelpumpe. Das erzeugt Druck auf die Venen, sodass das Blut leichter wieder zurück zum Herzen transportiert werden kann. Sport ist aber nicht nur wichtig für einen gesunden Blutstrom, sondern auch um ein normales Körpergewicht zu halten. Denn Übergewicht gehört ebenso zu den Risikofaktoren für Thrombose. Schwimmen oder Radfahren gehören zu den optimalen Sportarten, die einer venösen Thrombose vorbeugen können.

Maßnahmen zur Prophylaxe bei Thrombose: Fünf Beispiele

Abgesehen vom wirksamsten und wichtigsten Schutz vor Thrombose, der Förderung der Mobilität(8), können die folgenden Maßnahmen zur Thromboseprophylaxe beitragen:

  1. Lagerung der Beine um 20 Grad erhöht
    Wer die Beine höher legt, tut – ganz ohne Anstrengung – etwas für seine Venen: Liegen Ihre Beine höher, entsteht ein Gefälle und Ihre Venen haben es leichter, das Blut zurück zum Herzen zu transportieren.
  2. Ausreichend viel trinken
    Trinken Sie ausreichend. Flüssigkeit (Wasser, Tee) löscht nicht nur den Durst, sie sorgt auch dafür, dass Ihr Blut möglichst dünnflüssig bleibt und ungehindert durch Ihren Körper strömen kann.(9)
  3. Thrombose vorbeugen durch gesunde Ernährung
    Eine ausgewogene Ernährung im Alter dient der Vorsorge. Ballaststoffreiche Lebensmittel sowie einfach ungesättigte Fettsäuren, wie sie in Nüssen und Fisch enthalten sind, können Ihr Thrombose-Risiko senken.(9)
  4. Bewegung tut gut
    Bewegen Sie sich. Das ist nicht nur gut für das allgemeine Wohlbefinden, sondern bringt auch Ihr Herz-Kreislaufsystem in Schwung.(9)
  5. Übergewicht vermeiden
    Übergewicht zählt zu den Ursachen beziehungsweise Risikofaktoren für Thrombose, denn zu viel Körperfett ist nicht nur anstrengend für Ihren Körper, sondern belastet auch Ihr Herz, Ihren Kreislauf und Ihre Gefäße.
Wichtiger Hinweis Nur in Absprache mit dem Arzt

Alle (pflegerischen) Maßnahmen müssen nach Anweisung des Arztes beziehungsweise in Absprache mit ihm durchgeführt werden. Punkt 1 sollten Sie beispielweise nicht anwenden, wenn Sie an Herzerkrankungen wie einer Herzinsuffizienz leiden.

Thrombose-Prophylaxe: Übungen im Bett

Viele Thrombose-Gefährdete haben auf lange oder kurze Sicht nicht die Möglichkeit, (regelmäßig) Sport zu treiben, weil sie zum Beispiel verletzt oder sogar bettlägerig sind. Für solche Fälle gibt es Übungen, die sich auch im Bett durchführen lassen. Die folgende Darstellung zeigt vier Übungen, die bettlägerigen Patienten zu einem gesunden Blutstrom verhelfen können:

Wichtiger Hinweis Nur unter Anleitung

Die Übungen sollten Betroffene allerdings nicht allein durchführen, sondern nur unter Anleitung, zum Beispiel durch einen Physiotherapeuten oder eine fachkundige Pflegekraft. 

Häufig gestellte Fragen

Was versteht man unter Thromboseprophylaxe?

Eine Thromboseprophylaxe umfasst alle (medikamentösen) Maßnahmen, die einer Thrombose vorbeugen sollen. Dazu gehören neben Medikamenten wie Heparin, besonders das Tragen von Kompressionsstrümpfen und körperliche Bewegung.

Wie entsteht eine Thrombose?

Die Blutgerinnung hilft dabei, blutende Wunden zu verschließen und den Körper somit vor dem Verbluten zu schützen. Jedoch kann sich ein Blutgerinnsel auch in einem Blutgefäß (Vene oder Arterie) bilden und den Blutstrom hindern. Dann wird von einer Thrombose gesprochen. Wieso sich ein Thrombus in einem Blutgefäß bildet, kann verschiedene Ursachen haben:

  • Gestörter Blutfluss etwa aufgrund von Bettlägerigkeit
  • Veränderungen an der Gefäßwand zum Beispiel bei Verletzungen
  • Veränderte Blutzusammensetzung beispielsweise durch eine angeborene Blutgerinnungsstörung

Am häufigsten entwickeln sich Blutpfropfe in den tiefen Beinvenen, sodass es zu einer Thrombose im Bein kommt.

Wie bekommt man eine Thrombose?

Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Thrombose-Erkrankung begünstigen können. In vielen Fällen kommen mehrere Faktoren zusammen, bevor ein Blutgerinnsel in den Blutgefäßen entsteht. Zu möglichen Risikofaktoren gehören:

  • Vorangegangene / frühere Venenthrombose
  • (Genetisch bedingte ) Blutgerinnungsstörungen
  • Krebserkrankungen
  • Höheres Lebensalter
  • Thrombosen bei Familienmitgliedern
  • Herzschwäche
  • Akute Infektionen
  • Krampfadern
  • Längeres Liegen
  • Bewegungsmangel
  • Orthopädische oder größere Operation
  • Genetisch bedingte Störung der Blutgerinnung

Hinzu kommen Faktoren, die zwar weniger Einfluss auf die Entstehung einer Thrombose haben, welche aber dennoch (wenn möglich) vermieden werden sollten. Dazu zählen beispielsweise Übergewicht, Nikotin- und Alkoholkonsum, Bluthochdruck oder die Einnahme von Hormonersatzpräparaten.

Wie entsteht ein Thrombus?

Ein Thrombus ist der medizinische Begriff für ein Blutgerinnsel. Normalerweise ist es ein Schutzmechanismus des Körpers, dass das Blut gerinnt. So verhindert die Blutgerinnung beispielsweise das Verbluten in Folge einer offenen Wunde. Jedoch können sich Thromben auch ohne äußere Verletzung in einem Blutgefäß (Arterie oder Vene) entwickeln, zum Beispiel wenn das Blut durch langes Liegen zu langsam fließt. Dann neigt es dazu, einen Blutpfropf zu bilden.

Wie kann man einer Beinthrombose vorbeugen?

Neben der Einnahme gerinnungshemmender Medikamente wie beispielsweise Heparin können folgende Maßnahmen einer Beinthrombose vorbeugen:

  • Kompressionsverbände oder -strümpfe
  • Bewegung (zum Beispiel Schwimmen oder Radfahren)
  • Frühmobilisation nach einer OP
  • Genügend Flüssigkeit
  • Ausgewogene Ernährung
  • Übergewicht vermeiden
  • Nikotinkonsum meiden

Wie lange dauert die Thromboseprophylaxe nach einer OP?

Die Dauer der Thromboseprophylaxe nach einer OP ist von Patient zu Patient unterschiedlich. In der Regel erhalten Patienten im Rahmen der Thromboseprophylaxe das Medikament Heparin in Form von sogenannten Thrombose-Spritzen. Die Thrombose-Spritze (auch Heparin-Spritze genannt) vermindert die Blutgerinnung und damit die Gefahr einer Thrombose.

Die Heparin-Spritze wird meist kurzfristig, in der Regel für maximal vier bis fünf Wochen eingesetzt. Je nach Heilungsprozess nach der OP, müssen Betroffene die Behandlung oftmals zu Hause fortführen, sodass sie sich die Thrombose-Spritze selbst verabreichen müssen.

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Erstelldatum: 8102.11.7|Zuletzt geändert: 1202.11.51
(1)
Ärztekammer für Oberösterreich 2020
www.aekooe.at/news/detail/thrombose-frauen-sind-besonders-gefaehrdet (letzter Abruf am 29.09.2021)
(2)
Deutsche Gesellschaft für Phlebologie e.V. (DGP)
www.phlebology.de/patienten/venenkrankheiten/thrombose/ (letzter Abruf am 29.09.2021)
(3)
Deutsche Gefäßliga e.V.
www.deutsche-gefaessliga.de/index.php/gefaesserkrankungen/thrombophilie (letzter Abruf am 08.08.2021)
(4)
Deutsche Gesellschaft für Angiologie (DGA)
www.dga-gefaessmedizin.de/patienten/venenerkrankungen/thrombose/risikofaktoren.html (letzter Abruf am 08.08.2021)
(5)
Deutsche Gesellschaft für Angiologie (DGA)
www.dga-gefaessmedizin.de/fileadmin/content/PDFs/Publikationen/VTE_Ratgeber_DGA_Auflage_2019.pdf (letzter Abruf am 29.09.2021)
(6)
ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V.
www.aponet.de/artikel/8-schritte-heparin-spritzen-22999 (letzter Abruf am 29.09.2021)
(7)
Bildungszentrum für Pflegeberufe und Hebammenwesen: Pflegeleitlinie Thromboseprophylaxe
www.ukgm.de/ugm_2/deu/ugi_pfl/PDF/handl_thrombose.pdf (letzter Abruf am 29.09.2021)
(8)
Aktionsbündnis Thrombose
www.risiko-thrombose.de/files/downloads/Downloads/Venenuebungen.pdf (letzter Abruf am 08.08.2021)
(9)
Deutsche Gesellschaft für Angiologie (DGA)
www.dga-gefaessmedizin.de/patienten/gesunder-lebensstil.html (letzter Abruf am 29.09.2021)
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