MRSA

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MRSA Krankheit

„Krankenhauskeime auf dem Vormarsch“ – solche Schlagzeilen sind häufig zu lesen. Einer dieser Keime ist ein Bakterium namens Methicillin resistenter Staphylococcus aureus (MRSA). Dieses Kleinstlebewesen kann lebensgefährliche Infektionen verursachen. Manchmal können sich immungeschwächte Menschen auch zuhause mit MRSA-Keimen anstecken. Dabei gibt es einen sehr wirksamen Schutz, den jeder Mensch anwenden kann: richtiges Händewaschen und Händedesinfektion. pflege.de zeigt Ihnen, wie typische Symptome einer MRSA-Erkrankung aussehen und worauf Sie achten müssen, um sich nicht mit MRSA-Erregern anzustecken.

Inhaltsverzeichnis

Auf unserer Haut (z. B. unter den Achseln oder in der Leistengegend) oder auf unseren Schleimhäuten (Nase, Rachen) leben oftmals MRSA-Erreger. Das ist noch kein Grund zur Beunruhigung. Ein MRSA-Keim ist nicht sofort eine Gefährdung. Gefährlich wird er erst dann, wenn er ins Körperinnere vordringt und auf ein geschwächtes Immunsystem trifft. Dann kann es innerhalb von wenigen Tagen zu einer Infektion kommen. Wenn die MRSA-Erreger durch den Mund (z. B. Speichel) aufgenommen werden, kann die Inkubationszeit nur wenige Stunden betragen. Die Inkubationszeit ist die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch einer Krankheit.

MRSA: Definition

Was ist MRSA? MRSA steht für Methicillin resistenter Staphylococcus aureus. Beim MRSA-Keim handelt es sich um goldgelbe (= aureus), kugelförmige (= coccus) Bakterien, die wie Trauben (= staphylo) einer Weinbeere zusammengehalten werden. Staphylococcen gibt es viele. Doch das MRSA weist eine Besonderheit auf: Es ist gegen bestimmte Antibiotika resistent und das macht es so gefährlich.

Info

Virus oder Bakterium: MRSA – was ist das?

Viele Menschen denken, es handelt sich bei der MRSA-Krankheit um einen MRSA-Virus. Der MRSA-Keim ist aber kein Virus, sondern ein Bakterium. Es sind also MRSA-Bakterien, die den Körper besiedeln.

Arten von MRSA-Erregern

MRSA-Typ Vorkommen Risikofaktoren
HA-MRSA (healthcare-associated MRSA) Klinken, Pflegeheime Vorhandensein von Kathetern, Beatmungsschläuchen etc.
CA-MRSA (community acquired MRSA) Orte, an denen sich viele Menschen aufhalten (z. B. Kindergärten) Offene Wunden oder Schrammen
LA-MRSA (livestock associated MRSA) Nutztiere Offene Wunden oder Schrammen

 

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MRSA: Symptome

Die Symptome einer MRSA-Infektion sind sehr unterschiedlich, je nachdem, wo der Keim hingelangt und welche Infektion er auslöst.

Typische Symptome einer MRSA-Infektion

  • Lokale Infektionen der Haut, z. B. Abszesse oder Wundinfektion nach einer Operation
  • Entzündungen von Mittelohr, Nasennebenhöhlen, Hirnhaut oder Brustdrüse
  • MRSA-Pneumonie (durch MRSA-Keime ausgelöste Lungenentzündung)
  • Eher selten sind Symptome, die durch einen Giftstoff des MRSA-Keims ausgelöst werden wie Kreislauf- oder Nierenversagen mit hohem Fieber.

Es gibt Menschen, die durch eine MRSA-Infektion besonders gefährdet sind.

Zu den Risikopatienten für MRSA zählen

  • Krankenhauspatienten, Pflegeheimbewohner
  • Dialysepatienten, Diabetiker
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem, eine Folge von vielen Krankheiten im Alter
  • Menschen mit Kathetern, Beatmungsschläuchen etc.
  • Menschen mit Hautverletzungen (Wunden)
  • Menschen, die vor Kurzem (sechs Monate) eine Antibiotikatherapie hatten, z. B. nach einer Infektionskrankheit.

MRSA: Ursachen

MRSA-Keime leben überall auf der Welt. Je höher der Antibiotika-Verbrauch weltweit steigt, umso mehr Bakterien werden dagegen immun. Es ist daher kein Wunder, dass die meisten MRSA-Infektionen in Krankenhäusern und Pflegeheimen auftreten – hier ist der Antibiotika-Einsatz noch höher als etwa zu Hause. Außerdem haben viele Patienten und Personen mit Pflegebedürftigkeit ein geschwächtes Immunsystem, (offene) Wunden oder Katheter.

Hygienemaßnahmen in der Pflege
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Hygienemaßnahmen in der häuslichen Pflege

MRSA-Übertragung

Wenn Sie die MRSA-Übertragungswege kennen, können Sie sich besser schützen. Die MRSA-Ansteckungsgefahr ist in Krankenhäusern und Pflegeheimen besonders hoch. Aber wie wird MRSA übertragen? Die Übertragung von MRSA-Keimen geschieht auf drei Wegen:

  1. Der häufigste Weg ist der von Mensch zu Mensch, z. B. über die Hände oder durch Niesen.
  2. MRSA-Bakterien haften an Gegenständen, z. B. an Türklinken, Bettwäsche, Ablagen am Bett etc.
  3. Bei der Nutztierhaltung können MRSA-Keime vom Tier auf den Menschen übertragen werden.
Info

Träger des MRSA-Keims

Experten gehen davon aus, dass rund 10 Prozent der Bevölkerung MRSA-Träger ist. Unter den Patienten oder Pflegeheimbewohnern bzw. ihren Besuchern, Ärzten und Pflegekräften können also MRSA-Träger sein. Solange sie aber gesund sind, ist das für sie selbst kein Problem. Allerdings können Träger die Keime übertragen und andere Menschen mit MRSA anstecken.

Auch im häuslichen Umfeld von pflegebedürftigen Menschen kann das Risiko von MRSA-Übertragungen bestehen, z. B. wenn Menschen nach einem Krankenhaus wieder zurück in die häusliche Pflege kommen. Pflegende Angehörige sollten deshalb das Infektionsrisiko einschätzen lernen und die häufigsten Übertragungswege kennen. Dazu zählen u. a.:

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Um einer Ansteckung wirksam vorzubeugen, gilt auch zuhause: Hygiene ist das A und O. Desinfektionsmittel für Hände und Flächen sollten pflegende Angehörige daher unbedingt verwenden, wenn ein Verdacht auf MRSA-Befall vorliegt.

Pflegebedürftige haben unter bestimmten Voraussetzungen (es liegt ein Pflegegrad vor, es wird zuhause gepflegt) einen monatlichen Anspruch auf sogenannte Pflegehilfsmittel zum Verbrauch im Wert von bis zu 40 Euro jeden Monat. Dazu zählen neben Einmalhandschuhen und Bettschutzeinlagen auch Desinfektionsmittel für Hände und Flächen. Mit der curabox bietet pflege.de einen komfortablen Service, bei dem Pflegebedürftige mit anerkanntem Pflegegrad jeden Monat kostenfreie Pflegehilfsmittel erhalten können — ganz bequem nach Hause geschickt ohne monatlichen Einkaufs-Aufwand.

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MRSA-Diagnostik

Ein MRSA-Test ist schmerzfrei und einfach. Zunächst wird ein Abstrich von Nasenhöhle, Rachen und/oder Wunden gemacht, weil der MRSA-Erreger dort am häufigsten vorkommt. Eine anschließende Laboruntersuchung ergibt dann innerhalb weniger Tage ein Resultat. Inzwischen gibt es in ausgewählten Laboren in Deutschland auch MRSA-Schnelltests.

Nachweise von MRSA-Keimen kann es u. a. an diesen Stellen im Körper geben:

  • MRSA auf den Schleimhäuten (Nasenhöhle, Rachen, Wunden)
  • MRSA auf der Haut
  • MRSA unter den Achseln
  • MRSA in der Leistengegend
  • MRSA im Stuhl
  • MRSA im Urin

Darüber hinaus kann MRSA auch im Blut und in der Hirnflüssigkeit nachgewiesen werden.

Info

Das passiert, wenn ein MRSA-Befall festgestellt wird

Wird MRSA bei einem Patienten im Krankenhaus oder im Pflegeheim festgestellt, werden die Betroffenen zunächst in Einzelzimmer verlegt. Sollte auf einer Station oder in einem Wohnbereich MRSA festgestellt worden sein, so werden alle Patienten bzw. Bewohner per Abstrich auf eine MRSA-Besiedlung getestet.

Meldepflicht: Ist MRSA meldepflichtig?

Krankenhäuser müssen den Gesundheitsämtern MRSA-Befunde melden, die sich bei der Untersuchung von Blut- oder Hirnflüssigkeit ergeben haben. Wenn Sie MRSA-Träger sind oder Ihr Angehöriger, so sollten Sie davon stets das Pflegepersonal und die Ärzte in Kenntnis setzen!

MRSA: Therapie

MRSA-Keime sind überaus widerstandsfähig. Es gibt aber eine Reihe von MRSA-Antibiotika, die MRSA-Keime bekämpfen können. Man spricht dann von einer MRSA-Sanierung oder von einer MRSA-Dekolonisation bzw. -Dekontamination.

Wenn ein Mensch nur MRSA-Träger, aber nicht erkrankt ist, dauert die Behandlung rund zwei Wochen. Die Behandlungszeit einer MRSA-Sanierung kann sich erheblich verlängern (mitunter auf mehrere Jahre), wenn:

  • der Patient zusätzlich eine Wunde hat
  • einen Katheter tragen muss (z. B. bei Inkontinenz)
  • bereits Antibiotika bekommt.

MRSA-Behandlung

Die Behandlung von MRSA-Patienten fußt auf vier Säulen:

  1. Antibiotika: Die Verabreichung von Reserve-Antibiotika, die die MRSA-Bakterien abtöten können.
  2. Salben/Mundspülung: Eine Behandlung mit Salben (z. B. bei einer Besiedlung der Nase mit MRSA), Mundspülungen oder mit speziellen Waschlotionen für die Haut.
  3. Isolierung: MRSA-Träger im Krankenhaus werden isoliert, so lange der Erreger nachweisbar ist.
  4. Hygiene: Besucher und Pflegepersonal müssen einen Nasen- und Mundschutz tragen und ggf. sogar richtige Schutzkleidung. Außerdem ist die gründliche Händehygiene und Umgebungshygiene z. B. durch Flächeninfektionsmittel und andere Hilfsmittel aus dem Hilfsmittelverzeichnis, besonders wichtig.

Leider kann jeder Mensch mehrmals MRSA-Träger werden, trotz erfolgreicher Behandlung.

Info

Nebenwirkungen bei MRSA-Behandlung

Die eingesetzten Antibiotika bei der MRSA-Therapie sind spezielle Medikamente, die sehr teuer sind und leider oft unangenehme Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Durchfall haben.

Die Sanierung von MRSA erfolgt nach einem festen Ablauf. Während der Behandlung ist es wichtig, dass Hygienemaßnahmen, Pausen und Kontroll-Termine eingehalten werden. Eine MRSA-Sanierung besteht aus fünf Phasen.

5 Phasen der MRSA-Sanierung:

  1. Screening: Es wird festgestellt, wo die MRSA-Besiedlung vorliegt (z. B. im Nasenvorhof, unter den Achseln, im Rachen oder am Rektum).
  2. Behandlung: Die Behandlung erfolgt individuell angepasst und abhängig von der Grunderkrankung (z. B. durch antibiotische Nasensalbe, Rachenspülung oder desinfizierendes Shampoo). Die Isolation und Hygiene spielen hier eine wichtige Rolle. Die Behandlungsdauer liegt bei ca. einer Woche.
  3. Pause: Um den Kontrolltest nicht durch Rückstände zu verfälschen, muss eine Behandlungs-Pause von zwei bis vier Tagen gemacht werden.
  4. Erfolgs-Kontrolle: Es müssen drei Abstriche an drei aufeinander folgenden Tagen an allen Stellen erfolgen, die vormals mit MRSA befallen waren. Es ist hier von Interesse, ob der Patient absolut MRSA-frei ist.
  5. Kontroll-Abstriche: 50 Prozent der sanierten Patienten werden innerhalb eines Jahres erneut mit MRSA-Keimen besiedelt. Deshalb ist die Nachuntersuchung äußerst wichtig. Je nachdem, ob der Patient ambulant oder stationär behandelt wird, sollten zwei bis drei Kontrollabstriche innerhalb von 12 Monaten nach der Behandlung gemacht werden.

MRSA: Schutz & Hygiene

Unglücklicherweise sind vor allem jene Menschen eine Gefahr, die sich um Patienten oder Pflegeheimbewohner kümmern: Pflegepersonal und Ärzte. Ein guter MRSA-Schutz ist deshalb für diese Personengruppe besonders wichtig. Eine ungenügende Handhygiene bei Ärzten und beim Pflegepersonal birgt ein hohes MRSA-Risiko.

Tipp

Lesen Sie sich schlau! In unserem Ratgeber Körperpflege & Hautpflege erfahren Sie alles Wissenswerte über Hygienetechniken und Körperpflege von Pflegebedürftigen. 

Das richtige Händewaschen ist der wichtigste und beste Schutz vor MRSA und vielen weiteren Krankheitserregern. Auch für pflegende Angehörige sollten die richtigen Hygienemaßnahmen oberste Priorität haben.

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MRSA-Prophylaxe: MRSA-Schutzmaßnahmen sind leicht umzusetzen

Ob Sie nun jemandem im Pflegeheim oder Krankenhaus besuchen oder aber zuhause einen Angehörigen pflegen: Nehmen Sie es mit der Handhygiene sehr genau und waschen Sie sich täglich mehrfach die Hände und nutzen Sie dafür professionelles Desinfektionsmittel.

VOR diesen Aktionen sollten Sie sich die Hände waschen

  • Vor den Mahlzeiten
  • Vor der Einnahme von Medikamenten
  • Vor dem Auftragen von Makeup
  • Vor der Essenszubereitung
  • Vor dem Kontakt mit erkrankten Menschen
  • Vor der Behandlung von Wunden wie bspw. Dekubitus

NACH diesen Aktionen sollten Sie sich die Hände waschen

Info

Richtiges Händewaschen in vier Schritten

Bis zu einer Minute sollte das gründliche Händewaschen dauern – und verwenden Sie bitte immer Seife!

  1. Hände mit warmem Wasser benetzen
  2. Hände gründlich und komplett einseifen (Fingernägel nicht vergessen)
  3. Hände unter fließendem Wasser abspülen
  4. Hände gründlich abtrocknen (Einmalhandtücher)

MRSA: Desinfektionsmittel-Spender sollten Sie immer nutzen

Vielleicht haben Sie sie schon einmal gesehen: In jedem Krankenhaus und auch in vielen Altenheimen stehen Spender für die Hand-Desinfektion. Betrachten Sie die praktischen Automaten als konkrete Aufforderung, sich noch einmal gründlich die Hände zu desinfizieren. Tun Sie dies vor und nach dem Besuch von Patienten. Im Gegensatz zu den in Drogeriemärkten erhältlichen handelsüblichen Desinfektionsmitteln werden in den Spendern im Krankenhaus i. d. R. nur medizinische Desinfektionsmittel ausgegeben. Diese Desinfektionsmittel werden bei Operationen verwendet und gelten als hochwertig und zuverlässig.

Tipp

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Bei der Pflege zuhause können Sie entscheidend zu einer guten Hygiene beitragen:

  • Hände waschen: Waschen Sie sich regelmäßig und täglich mehrfach die Hände – mit Wasser und Seife!
  • Wunden abdecken: Decken Sie Wunden oder andere Verletzungen sauber ab, um sie vor einem Keimbefall zu schützen.
  • Hygieneartikel nicht teilen: Tauschen Sie persönliche Hygieneartikel (Handtücher, Waschlappen, Rasierapparate, etc.) nicht untereinander.
  • Richtig waschen: Waschen Sie Textilien (z.B. Bettwäsche) bei mindestens 60 Grad und trocknen Sie sie im Wäschetrockner.
  • Informieren Sie: Sagen Sie dem Pflegepersonal, wenn Sie oder ein Angehöriger MRSA-Träger sind – dann können diese sofort Schutzmaßnahmen ergreifen!

 

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Erstelldatum: .21.218102|Zuletzt geändert: .31.809102
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