MRSA

MRSA Krankheit

„Krankenhauskeime sind auf dem Vormarsch“ – solche Schlagzeilen waren eine Zeit lang häufig zu lesen. Einer dieser Keime ist ein Bakterium namens Methicillin resistenter Staphylococcus aureus – kurz MRSA. Dieses Kleinstlebewesen kann lebensgefährliche Infektionen verursachen. Obwohl MRSA als Krankenhauskeim bekannt ist, können sich immungeschwächte Menschen genauso zuhause mit MRSA-Keimen anstecken. Dabei gibt es einen sehr wirksamen Schutz, den jeder Mensch anwenden kann: richtiges Händewaschen und Händedesinfektion. pflege.de zeigt Ihnen, wie typische Symptome einer MRSA-Erkrankung aussehen und worauf Sie achten müssen, um sich nicht mit MRSA-Erregern anzustecken.

Inhaltsverzeichnis

Was ist MRSA / Staphylococcus aureus? Definition / Bedeutung

Was ist MRSA? MRSA ist die Abkürzung für Methicillin resistenter Staphylococcus aureus. Dabei handelt es sich um einen Keim, bei dem spezielle Bakterien der Art Staphylokokken aureus (kurz S. aureus) den Körper besiedeln. Staphylokokken gibt es viele. Doch der MRSA-Keim weist eine Besonderheit auf: Er ist gegen viele Antibiotika, vor allem Methicillin, unempfindlich (resistent) und das macht ihn so gefährlich. Denn in besonderen Fällen führt der S. aureus zu Infektionen, die bei einer Antibiotika-Unempfindlichkeit nur schwer zu behandeln sind.(1)(2)

Die kugelförmigen Bakterien bei einem MRSA-Keim sind goldgelb und werden wie Trauben einer Weinbeere zusammengehalten. Daher kommt auch die medizinische Bezeichnung:

  • Methicillin ist ein Antibiotikum
  • Resistent bedeutet unempfindlich
  • Staphyle (altgriechisch) bedeutet Weintraube, occus (altgriechisch) steht für kugelförmig
  • Aureus (lateinisch) bedeutet golden
Info

MRSA: Virus oder Bakterium?

Viele Menschen denken, es handelt sich bei der MRSA-Krankheit um einen MRSA-Virus. Der MRSA-Keim ist aber kein Virus, sondern ein Bakterium.

Arten von MRSA-Erregern

Seitdem bekannt ist, dass MRSA-Erreger nicht nur in Krankenhäusern kursieren, können mehrere MRSA-Typen nach ihrem Auftreten unterschieden werden:(3)(4)

  1. Hospital acquired MRSA (kurz: HA-MRSA): MRSA wurde im Krankenhaus erworben.
  2. Health care acquired, community onset MRSA: MRSA wurde bereits im Gesundheitswesen (beispielsweise in einer Pflegeeinrichtung oder einem Dialysezentrum) erworben, ist aber erst in der Gemeinde aufgetreten.
  3. Community acquired, community onset MRSA (kurz: CA-MRSA): MRSA wurde in der Gemeinde erworben und ist dort aufgetreten.
  4. Livestock associated MRSA (kurz LA-MRSA): MRSA wurde durch Kontakt mit einem oder mehreren Nutztieren erworben.
Info

Weniger MRSA-Fälle durch Krankenhäuser

Ein erfreulicher Trend: In den letzten Jahren sind die MRSA-Fälle, die im Krankenhaus erworben werden (HA-MRSA), rückläufig.(1)

MRSA: Ursachen & Risikofaktoren

MRSA-Keime leben überall auf der Welt. Je höher der Antibiotika-Verbrauch weltweit steigt, umso mehr Bakterien werden dagegen immun. Es ist daher kein Wunder, dass die meisten MRSA-Infektionen in Krankenhäusern und Pflegeheimen auftreten – hier ist der Antibiotika-Einsatz noch höher als etwa zuhause. Außerdem sind viele Patienten und Personen mit Pflegebedürftigkeit den klassischen Risikofaktoren für MRSA ausgesetzt. Dazu gehören unter anderem ein geschwächtes Immunsystem, (offene) Wunden oder Katheter.

MRSA-Risikopatienten

Es gibt somit Menschen, die durch eine MRSA-Infektion besonders gefährdet sind. Zu den Risikopatienten für MRSA zählen:(5)

  • Krankenhauspatienten, Pflegeheimbewohnende
  • Dialysepatienten, Menschen mit Diabetes mellitus
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem, eine Folge von vielen Krankheiten im Alter
  • Menschen mit Kathetern, Beatmungsschläuchen, Gelenkersatz, et cetera
  • Menschen mit Hautverletzungen (zum Beispiel chronische Wunden)
  • Menschen, die vor Kurzem (sechs Monate) eine Antibiotikatherapie hatten, zum Beispiel nach einer Infektionskrankheit.

Bei gesunden Menschen ist das Infektionsrisiko eher gering. Selbst, wenn die Haut beziehungsweise die Schleimhäute bereits mit MRSA-Bakterien besiedelt sind. Doch bei den genannten Risikopatienten kann eine MRSA-Infektion besonders schwer verlaufen.

Tipp
Vielen dieser Risikopatienten steht ein Pflegegrad zu

Ein Pflegegrad ermöglicht dem pflegebedürftigen Versicherten, verschiedene Unterstützungsleistungen von seiner Pflegekasse zu erhalten. Voraussetzung für einen Pflegegrad ist, dass die betroffene Person in ihrer täglichen Selbstständigkeit eingeschränkt ist. Gerade bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann dies der Fall sein. Nutzen Sie gerne den kostenfreien Pflegegradrechner von pflege.de und prüfen Sie in nur wenigen Minuten, ob in Ihrem Fall möglicher Anspruch auf einen Pflegegrad besteht.

MRSA-Übertragung: Übertragungswege, Besiedlung & Ansteckung

Wenn Sie die MRSA-Übertragungswege kennen, können Sie sich besser schützen. Die MRSA-Ansteckungsgefahr ist in Krankenhäusern und Pflegeheimen besonders hoch. Aber wie wird MRSA übertragen? Die Übertragung von MRSA-Keimen geschieht auf drei Wegen:(5)

  1. Der häufigste Weg ist der von Mensch zu Mensch, zum Beispiel über die Hände oder durch Niesen.
  2. MRSA-Bakterien haften an Gegenständen, zum Beispiel an Türklinken, Bettwäsche, Ablagen am Bett et cetera.
  3. Bei der Nutztierhaltung können MRSA-Keime vom Tier auf den Menschen übertragen werden.

Besiedlung häufig an Nase, Rachen, Achseln und Leisten

In den meisten Fällen besiedeln MRSA-Bakterien den Nasenvorhof, Rachen, die Achseln oder Leisten. Eine Infektion beziehungsweise die Krankheit kann jedoch erst dann ausbrechen, wenn die Bakterien in den Körper eingedrungen sind. Durch Schleimhäute oder über Wunden ist dies möglich.(5)

Inkubationszeit bei MRSA

Die Inkubationszeit ist die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch einer Krankheit. Wenn die MRSA-Erreger durch den Mund wie etwa durch Speichel aufgenommen werden, kann die Inkubationszeit nur wenige Stunden betragen. MRSA-Bakterien müssen allerdings keine Erkrankung hervorrufen. Gesunde MRSA-Träger können über einen längeren Zeitraum symptomfrei bleiben. Ist ihr Abwehrsystem jedoch geschwächt oder die Bakterien dringen in den Körper, etwa durch eine offene Wunde ein, kann eine Erkrankung ausbrechen.(5)

Träger des MRSA-Keims

Experten gehen davon aus, dass rund zehn Prozent der Bevölkerung MRSA-Träger ist. Unter den Patienten oder Pflegeheimbewohnern beziehungsweise ihren Besuchern, Ärzten und Pflegekräften können also MRSA-Träger sein. Das heißt, dass ihre Haut beziehungsweise Schleimhäute mit MRSA-Bakterien besiedelt sind. Solange sie gesund sind, ist das für sie selbst kein Problem. Allerdings können Träger die Keime übertragen und andere Risikopatienten mit MRSA anstecken.(5)

Wie lange ist man ansteckend?

Erkrankte Menschen mit MRSA sind solange ansteckend, wie der Erreger nachgewiesen werden kann.(5) Ohne eine Sanierung  kann die MRSA-Tragedauer noch über ein Jahr andauern.(6)

Typische MRSA-Übertragungswege in der Pflege zuhause

Auch im häuslichen Umfeld von pflegebedürftigen Menschen kann das Risiko von MRSA-Übertragungen bestehen, zum Beispiel wenn Menschen nach einem Krankenhaus wieder zurück in die häusliche Pflege kommen. Pflegende Angehörige sollten deshalb das Infektionsrisiko einschätzen lernen und die häufigsten Übertragungswege kennen. Dazu zählen unter anderem:

  • Gemeinsam genutztes Badezimmer sowie die Toilette
  • Waschbecken und Dusche
  • Bestimmte Gebrauchsgegenstände der Körperpflege & Hautpflege bei Pflegebedürftigen (zum Beispiel Wasch-Handschuhe)
  • Pflegeutensilien wie Cremes, Zahnbürsten oder Lotionen
  • Pflegebetten und Haltegriffe

Um einer Ansteckung wirksam vorzubeugen, gilt auch zuhause: Hygiene ist das A und O. Desinfektionsmittel für Hände und Flächen sollten pflegende Angehörige daher unbedingt verwenden, wenn ein Verdacht auf MRSA-Befall vorliegt.

Tipp
Hygieneschutz bei MRSA: Kostenlose Pflegehilfsmittel nachhause

Pflegebedürftige haben unter bestimmten Voraussetzungen (es liegt ein Pflegegrad vor, es wird zuhause gepflegt) einen monatlichen Anspruch auf sogenannte Pflegehilfsmittel zum Verbrauch im Wert von bis zu 40 Euro jeden Monat (bis zum 31.12.2021 noch bis zu 60 Euro). Dazu zählen neben Einmalhandschuhen und Bettschutzeinlagen auch Desinfektionsmittel für Hände und Flächen. Mit der curabox bietet pflege.de einen komfortablen Service, bei dem Pflegebedürftige mit anerkanntem Pflegegrad jeden Monat kostenfreie Pflegehilfsmittel erhalten können – ganz bequem nachhause geschickt, ohne monatlichen Einkaufs-Aufwand.

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MRSA: Symptome & Anzeichen

Die Symptome und Anzeichen einer MRSA-Infektion sind sehr unterschiedlich, je nachdem, wo der Keim hingelangt und welche Infektion er auslöst.

Mögliche Symptome einer MRSA-Infektion sind:(5)

  • Lokale Infektionen der Haut, zum Beispiel Abszesse oder Wundinfektion nach einer Operation
  • Entzündungen einzelner Organe, zum Beispiel Mittelohr, Nasennebenhöhlen, Lunge, Harnwege
  • MRSA-Pneumonie (durch MRSA-Keime ausgelöste Lungenentzündung)

Eher selten sind Symptome, die durch einen Giftstoff des MRSA-Keims ausgelöst werden wie Kreislauf- oder Nierenversagen mit hohem Fieber.

MRSA-Test & Diagnose

Ein MRSA-Test ist schmerzfrei und einfach. Zunächst wird ein Abstrich von Nasenhöhle, Rachen und/oder Wunden gemacht, weil der MRSA-Erreger dort am häufigsten vorkommt. Eine anschließende Laboruntersuchung ergibt dann innerhalb weniger Tage ein Resultat. Inzwischen gibt es in ausgewählten Laboren in Deutschland auch MRSA-Schnelltests.

Nachweise von MRSA-Keimen kann es unter anderem an diesen Stellen im Körper geben:

  • MRSA auf den Schleimhäuten (Nasenhöhle, Rachen, Wunden)
  • MRSA auf der Haut
  • MRSA unter den Achseln
  • MRSA in der Leistengegend
  • MRSA im Stuhl
  • MRSA im Urin

Darüber hinaus kann MRSA auch im Blut und in der Hirnflüssigkeit nachgewiesen werden.

Info

Das passiert, wenn ein MRSA-Befall festgestellt wird

Wird MRSA bei einem Patienten im Krankenhaus oder im Pflegeheim festgestellt, werden die Betroffenen zunächst in Einzelzimmer verlegt. Sollte auf einer Station oder in einem Wohnbereich MRSA festgestellt worden sein, so werden alle Patienten beziehungsweise Bewohner per Abstrich auf eine MRSA-Besiedlung getestet.

Meldepflicht: Ist MRSA meldepflichtig?

Krankenhäuser müssen den Gesundheitsämtern MRSA-Befunde melden, die sich bei der Untersuchung von Blut- oder Hirnflüssigkeit ergeben haben. Wenn Sie MRSA-Träger sind oder Ihr Angehöriger, so sollten Sie davon stets das Pflegepersonal und die Ärzte in Kenntnis setzen!

MRSA: Behandlung / Therapie

MRSA-Keime sind überaus widerstandsfähig. Es gibt aber eine Reihe von MRSA-Antibiotika, die MRSA-Keime bekämpfen können. Man spricht dann von einer MRSA-Sanierung oder von einer MRSA-Dekolonisation beziehungsweise -Dekontamination.

Vier Säulen bei der MRSA-Behandlung

Die Behandlung von MRSA-Patienten fußt auf vier Säulen:

  1. Antibiotika: Die Verabreichung von Reserve-Antibiotika, die die MRSA-Bakterien abtöten können.
  2. Salben/Mundspülung: Eine Behandlung mit Salben (zum Beispiel bei einer Besiedlung der Nase mit MRSA), Mundspülungen oder mit speziellen Waschlotionen für die Haut.
  3. Isolierung: MRSA-Träger im Krankenhaus werden isoliert, solange der Erreger nachweisbar ist.
  4. Hygiene: Besucher und Pflegepersonal müssen einen Nasen- und Mundschutz tragen und ggf. sogar richtige Schutzkleidung. Außerdem ist die gründliche Händehygiene und Umgebungshygiene zum Beispiel durch Flächeninfektionsmittel und andere Hilfsmittel aus dem Hilfsmittelverzeichnis, besonders wichtig.

Leider kann jeder Mensch mehrmals MRSA-Träger werden, trotz erfolgreicher Therapie.

Info

Nebenwirkungen bei MRSA-Behandlung

Die eingesetzten Antibiotika bei der MRSA-Therapie sind spezielle Medikamente, die sehr teuer sind und leider oft unangenehme Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Durchfall haben.

MRSA-Sanierung in fünf Phasen

Mit der sogenannten Sanierung (auch Sanierungstherapie) sollen die MRSA-Bakterien von der Haut und den Schleimhäuten entfernt werden. Die Sanierung von MRSA erfolgt nach einem festen Ablauf. Während der Behandlung ist es wichtig, dass Hygienemaßnahmen, Pausen und Kontroll-Termine eingehalten werden.

Eine MRSA-Sanierung besteht aus fünf Phasen:(6)

  1. Screening: Es wird festgestellt, wo die MRSA-Besiedlung vorliegt (zum Beispiel im Nasenvorhof, unter den Achseln, im Rachen oder am Rektum).
  2. Behandlung: Die Behandlung erfolgt individuell angepasst und abhängig von der Grunderkrankung (zum Beispiel durch antibiotische Nasensalbe, Rachenspülung oder desinfizierendes Shampoo). Die Isolation und Hygiene spielen hier eine wichtige Rolle. Die Behandlungsdauer liegt bei ca. einer Woche.
  3. Pause: Um den Kontrolltest nicht durch Rückstände zu verfälschen, muss eine Behandlungs-Pause von zwei bis vier Tagen gemacht werden.
  4. Erfolgs-Kontrolle: Es müssen drei Abstriche an drei aufeinander folgenden Tagen an allen Stellen erfolgen, die vormals mit MRSA befallen waren. Es ist hier von Interesse, ob der Patient absolut MRSA-frei ist.
  5. Kontroll-Abstriche: 50 Prozent der sanierten Patienten werden innerhalb eines Jahres erneut mit MRSA-Keimen besiedelt. Deshalb ist die Nachuntersuchung äußerst wichtig. Je nachdem, ob der Patient ambulant oder stationär behandelt wird, sollten zwei bis drei Kontrollabstriche innerhalb von 12 Monaten nach der Behandlung gemacht werden.

Behandlungsdauer bei MRSA

Wenn ein Mensch nur MRSA-Träger, aber nicht erkrankt ist, dauert die Behandlung rund zwei Wochen. Die Behandlungszeit einer MRSA-Sanierung kann sich erheblich verlängern, wenn sogenannte sanierungshemmende Faktoren vorliegen. Dies ist der Fall, wenn der Patient:

  • zusätzlich eine Wunde hat.
  • einen Katheter tragen muss (zum Beispiel bei Inkontinenz).
  • bereits Antibiotika bekommt.
Info

MRSA-Sanierung: Wie hoch ist die Erfolgsrate?

Die Erfolgsaussichten bei einer Sanierung richten sich überwiegend danach, ob sanierungshemmende Faktoren vorliegen oder nicht:(6)

  • Ohne sanierungshemmende Faktoren gelingt eine Sanierung meistens innerhalb von zwei Wochen.
  • Liegen sanierungshemmende Faktoren hingegen vor, ist eine Sanierung nur selten erfolgreich. In diesen Fällen kann der Patient bis zu 40 Monate und länger MRSA-Träger sein.

MRSA: Schutz & Hygiene

Unglücklicherweise sind vor allem jene Menschen eine Gefahr, die sich um Patienten oder Pflegeheimbewohner kümmern: Pflegepersonal und Ärzte. Ein guter MRSA-Schutz ist deshalb für diese Personengruppe besonders wichtig. Eine ungenügende Handhygiene bei Ärzten und beim Pflegepersonal birgt ein hohes MRSA-Risiko.

Das richtige Händewaschen ist der wichtigste und beste Schutz vor MRSA und vielen weiteren Krankheitserregern. Auch für pflegende Angehörige sollten die richtigen Hygienemaßnahmen oberste Priorität haben.

 

MRSA-Prophylaxe: MRSA-Schutzmaßnahmen sind leicht umzusetzen

Ob Sie nun jemandem im Pflegeheim oder Krankenhaus besuchen oder aber zuhause einen Angehörigen pflegen: Nehmen Sie es mit der Handhygiene sehr genau und waschen Sie sich täglich mehrfach die Hände und nutzen Sie dafür professionelles Desinfektionsmittel.

VOR diesen Aktionen sollten Sie sich die Hände waschen

  • Vor den Mahlzeiten
  • Vor der Einnahme von Medikamenten
  • Vor dem Toilettengang
  • Vor dem Auftragen von Makeup
  • Vor der Essenszubereitung
  • Vor dem Kontakt mit erkrankten Menschen
  • Vor der Behandlung von Wunden wie beispielsweise Dekubitus

NACH diesen Aktionen sollten Sie sich die Hände waschen

  • Nach dem Nachhause kommen
  • Nach dem Toilettengang beziehungsweise der Intimhygiene bei Pflegebedürftigen
  • Nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten
  • Nach der Mund- und Zahnpflege bei Pflegebedürftigen
  • Nach der Essenszubereitung
  • Nach dem Kontakt mit erkrankten Menschen
  • Nach der Behandlung von Wunden
  • Nach dem Kontakt mit Abfällen, Tieren, Tierfutter
Info

Richtiges Händewaschen in vier Schritten

Bis zu einer Minute sollte das gründliche Händewaschen dauern – und verwenden Sie bitte immer Seife!

  1. Hände mit warmem Wasser benetzen
  2. Hände gründlich und komplett einseifen (Fingernägel nicht vergessen)
  3. Hände unter fließendem Wasser abspülen
  4. Hände gründlich abtrocknen (Einmalhandtücher)

MRSA: Desinfektionsmittel-Spender sollten Sie immer nutzen

Vielleicht haben Sie sie schon einmal gesehen: In jedem Krankenhaus und auch in vielen Altenheimen stehen Spender für die Hand-Desinfektion. Betrachten Sie die praktischen Automaten als konkrete Aufforderung, sich noch einmal gründlich die Hände zu desinfizieren. Tun Sie dies vor und nach dem Besuch von Patienten. Im Gegensatz zu den in Drogeriemärkten erhältlichen handelsüblichen Desinfektionsmitteln werden in den Spendern im Krankenhaus in der Regel nur medizinische Desinfektionsmittel ausgegeben. Diese Desinfektionsmittel werden bei Operationen verwendet und gelten als hochwertig und zuverlässig.

Bei der Pflege zuhause können Sie entscheidend zu einer guten Hygiene beitragen:

  • Hände waschen: Waschen Sie sich regelmäßig und täglich mehrfach die Hände – mit Wasser und Seife.
  • Wunden abdecken: Decken Sie Wunden oder andere Verletzungen sauber ab, um sie vor einem Keimbefall zu schützen.
  • Hygieneartikel nicht teilen: Tauschen Sie persönliche Hygieneartikel (Handtücher, Waschlappen, Rasierapparate, et cetera) nicht untereinander.
  • Richtig waschen: Waschen Sie Textilien (zum Beispiel Bettwäsche) bei mindestens 60 Grad und trocknen Sie sie im Wäschetrockner.
  • Informieren Sie: Sagen Sie dem Pflegepersonal, wenn Sie oder ein Angehöriger MRSA-Träger sind – dann können diese sofort Schutzmaßnahmen ergreifen.

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Erstelldatum: 8102.21.21|Zuletzt geändert: 1202.21.8
(1)
Bundesministerium für Gesundheit (BMG): MRSA (2021)
www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/gesundheitsgefahren/infektionskrankheiten/mrsa.html (letzter Abruf am 08.12.2021)
(2)
Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF): Staphylococcus aureus (ohne Jahr)
www.dzif.de/de/glossar/staphylococcus-aureus (letzter Abruf am 08.12.2021)
(3)
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Fragen und Antworten zu Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) (2014)
www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_methicillin_resistenten_staphylococcus_aureus__mrsa_-11172.html (letzter Abruf am 08.12.2021)
(4)
Healthcare Cost and Utilization Project (HCUP) Statistical Briefs: Agency for Healthcare Research and Quality (US) (AHRQ), J. P. Sutton & C. A. Steiner: Hospital-, Health Care-, and Community-Acquired MRSA: Estimates From California Hospitals, 2013. Statistical Brief #212 (2016)
www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK396238/ (letzter Abruf am 08.12.2021)
(5)
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): MRSA – Informationen über Krankheitserreger beim Menschen – Hygiene schützt! (2018)
www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/mrsa/ (letzter Abruf am 08.12.2021)
(6)
Kassenärztliche Bundesvereinigung (KVB): Informationsblatt zur Sanierung von MRSA-Patienten (ohne Jahr)
www.kvberlin.de/fileadmin/user_upload/qs_hygiene/hygiene_mrsa_merkblatt_sanierung.pdf (letzter Abruf am 08.12.2021)
(7)
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