Themenwelt Barrierefreies Bad

Ein barrierefreies Badezimmer verbinden immer noch viele Menschen mit Sterilität und kühler Atmosphäre. Dabei ist dies heutzutage schon längst nicht mehr der Fall: Der Abbau von Barrieren im Bad ermöglicht Ihnen nicht nur eine sichere Körperpflege bis ins hohe Alter, sondern wertet Ihre eigenen vier Wände durch moderne Sanitäranlagen hinzu mit auf.

Viele ältere Menschen wünschen sich ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause. Vor allem bei körperlichen Beeinträchtigungen ist der Badumbau eine gern gewählte Alternative zum Umzug in ein Pflegeheim. pflege.de gibt Ihnen einen Überblick zu den Möglichkeiten des Badumbaus, informiert Sie über alle relevanten Schritte – von der Planung bis zu den Kosten – und zeigt Ihnen Förderungsmöglichkeiten auf.

Barrierefreies Bad: Planung, Umbau & Zuschüsse

Inhaltsverzeichnis

In einem barrierefreien Bad können sich auch Bewohner mit körperlichen Einschränkungen selbstständig waschen oder bei Bedarf mit Unterstützung einer weiteren Person duschen oder baden. Wie aber sieht Barrierefreiheit im Badezimmer aus und welche Bedingungen muss ein barrierefreies Bad erfüllen?

Ein barrierefreies Bad unterliegt strengen Normen. In der Realität ist es nicht immer möglich, eine vollkommene Barrierefreiheit nach den definierten Bestimmungen zu erreichen. Ausschlaggebend hierbei sind immer die baulichen Gegebenheiten vor Ort.

Den Badumbau bedarfsgerecht planen

Bereits verschiedene Einzelmaßnahmen können vorhandene Barrieren reduzieren und damit die Pflegesituation zuhause erheblich erleichtern. Es lohnt sich daher immer zunächst zu prüfen, ob barrierefreie Umbaumaßnahmen im Sinne der Definition tatsächlich notwendig sind. Im Fokus sollte immer stehen, dass der Bewohner seine maximale Selbstständigkeit erhält und eine sichere Körperpflege in den eigenen vier Wänden möglich ist.

Auch ist zu prüfen, ob die Gegebenheiten vor Ort überhaupt einen barrierefreien Umbau zulassen. Womöglich bedarf es auch nur einzelner Maßnahmen, die eine rollstuhlgerechte Körperpflege ermöglichen. Vielleicht aber, möchten Sie Ihr Badezimmer auch altersgerecht umbauen? Doch wann ist ein Bad barrierefrei, rollstuhlgerecht und wann ist es altersgerecht?

Barrierefreies Bad: Anforderungen nach DIN-Norm

Wenn Sie einen barrierefreien Badumbau planen, besteht der erste Schritt darin, ausreichend Bewegungsflächen zu berücksichtigen. Eine grobe Orientierung, wie viel Platz an welchen Stellen vorhanden sein sollte, gibt die DIN-Norm 18040-2 „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 2: Wohnungen“ (Stand: 2011).  Im Abschnitt zum Bad, WC werden Planungsempfehlungen ausgesprochen, die es beim barrierefreien Bauen zu beachten gilt. Für ein barrierefreies Badezimmer gibt die DIN-Norm 18040-2 folgende Mindestanforderungen vor:

Bewegungsflächen:

  • Die Abstände vor den einzelnen Sanitäranlagen müssen mindestens eine Fläche von 120 x 120 cm betragen (im Vergleich dazu: Erwachsener ohne Einschränkungen benötigt 60 x 60 cm)
  • Abstände zwischen den einzelnen Sanitäranlagen: 20 cm
  • Der Waschtisch muss auch im Sitzen genutzt werden können (ausreichend Beinfreiraum)

Türen & Wände:

  • Breite der Badezimmertür: 80 cm
  • Türen müssen sich nach außen öffnen lassen, damit im Notfall eine Hilfsperson ungehindert Zugang zum Bad bekommen kann
  • Türschlösser müssen von außen entriegelt werden können
  • Wände müssen eine Montage von Stütz- und Haltegriffen ermöglichen

Duschbereich:

  • Der Duschbereich muss stufenlos begehbar sein
  • Der Duschbereich muss mit einem rutschhemmenden Bodenbelag ausgestattet sein
  • Für den Ablauf des Duschwassers gelten besondere Bestimmungen (u. a. Mindestgefälle am Untergrund zur Vermeidung von Pfützen oder Anpassungen der Entwässerungsleitungen)

Wichtiger Hinweis Strikte Einhaltung der DIN-Norm für KfW-Zuschuss

Diese Mindestanforderungen sind für den Privathaushalt keinesfalls zwingend einzuhalten und teilweise auch nicht immer sinnvoll. Entscheiden Sie daher individuell, welche Umbauten in welchem Ausmaß für Ihren Bedarf sinnvoll sind. Die strikte Einhaltung der DIN-Norm-Anforderungen spielt nur dann eine Rolle, wenn Sie für den Umbau einen KfW-Zuschuss beantragen möchten. Halten Sie sich in diesem Fall nicht an die vorgegebenen Maße, kann es sein, dass die Förderung nicht bewilligt wird. Finanzielle Unterstützung von der Pflegekasse ist hingegen im Bedarfsfall auch bei abweichenden Maßen möglich.

Behindertengerechtes Bad: Anforderungen nach DIN-Norm

Die Mindestanforderungen für ein behindertengerechtes bzw. rollstuhlgerechtes Badezimmer sind ebenfalls in der DIN-Norm 18040-2 „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 2: Wohnungen“ (Stand: 2011) verankert. Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, Rollstuhlfahrer und für sehbehinderte Menschen müssen höhere Abstandsflächen und Bewegungsflächen beachtet werden. Für ein behindertengerechtes bzw. rollstuhlgerechtes Badezimmer gibt die DIN-Norm 18040-2 folgende Mindestanforderungen vor:

Bewegungsflächen:

  • Die Abstände vor den einzelnen Sanitäranlagen müssen mindestens eine Fläche von 150 x 150 cm betragen (Im Vergleich dazu: Erwachsener ohne Einschränkungen benötigt 60 x 60 cm)
  • Abstände zwischen den einzelnen Sanitäranlagen: 20 cm
  • Der Waschtisch muss unterfahrbar sein und einen ausreichenden Beinfreiraum bieten
  • Der Spiegel muss unmittelbar über dem Waschtisch montiert werden
  • Neben der Toilette sollte auf einer Seite mindestens 90 cm Platz sein, damit ein Rollstuhlfahrer sie eventuell auch seitlich anfahren kann

Türen & Wände:

  • Breite der Badezimmertür: 90 cm
  • Türen müssen sich nach außen öffnen lassen, damit im Notfall eine Hilfsperson ungehindert Zugang zum Bad bekommen kann
  • Türschlösser müssen von außen entriegelt werden können
  • Türklinke sollte 85 cm über dem Fußboden montiert sein
  • Wände müssen eine Montage von Stütz- und Haltegriffen ermöglichen

Duschbereich:

  • Der Duschbereich muss stufenlos zu erreichen sein
  • Der Duschbereich muss mit einem rutschhemmenden Bodenbelag ausgestattet sein
  • Für den Ablauf des Duschwassers gelten besondere Bestimmungen (u. a. Mindestgefälle am Untergrund zur Vermeidung von Pfützen oder Anpassungen der Entwässerungsleitungen)

Barrierefreies Bad & behindertengerechtes Bad: DIN-Maße auf einen Blick

Barrierefreies Bad Behindertengerechtes/ Rollstuhlgerechtes Bad
 Bewegungsflächen*

*dürfen sich überlagern

120 x 120 cm vor WC, Waschtisch, Badewanne und in der Dusche 150 x 150 cm vor WC, Waschtisch, Badewanne und in der Dusche
 Tür zum Bad Durchgang: 80 cm breit, 205 cm hoch Durchgang: 90 cm breit, 205 cm hoch

Türklinke sollte 85 cm über dem Fußboden montiert sein

 Rund ums WC Abstand zur Wand oder anderen Sanitärobjekten: 20 cm Bewegungsfläche auf mind. einer Seite: 90 cm
Abstand zur Wand: 30 cm
Sitzhöhe: 46-48 cm
 Waschbecken Beinfreiraum unter dem Waschtisch muss gegeben sein Beinfreiraum: 90 cm breit,
55 cm tief
Unterfahrbarkeit: 67 cm
Einbauhöhe: max. 80 cm
Kniefreiraum in Tiefe: 30 cm
Tipp
Nutzen Sie Ihre Bewegungsfläche vollkommen aus

Eine bodenebene Dusche kann auch als zusätzliche Bewegungsfläche genutzt werden. Voraussetzung hierfür ist, dass sich die Duschtür zur Wand öffnen bzw. wegklappen lässt. Dies ist besonders für Rollstuhlfahrer nützlich, da die Duschfläche dann als erweiterter Wendekreis genutzt werden kann.

Umbaulösungen für ein altersgerechtes Bad

Viele Senioren verlieren im Alter an Beweglichkeit und Mobilität. Auch das Sturzrisiko ist bei älteren Menschen höher als bei jüngeren. Für die selbstständige und sichere Körperpflege im eigenen Zuhause sollte das Badezimmer entsprechend altersgerecht ausgerüstet sein. Für mehr Bewegungsfreiheit und Sicherheit in Ihrem Bad haben Sie verschiedene Möglichkeiten.

Sie können Ihr komplettes Badezimmer bspw. durch passende Handwerksbetriebe altersgerecht umbauen lassen. Eine weitere Möglichkeit ist eine altersgerechte Wohnraumanpassung, bei der auch nur einzelne Sanitärelemente angepasst werden, wie etwa der Umbau von Wanne zur Dusche.

Darüber hinaus können Sie Ihr Badezimmer mit zusätzlichen Hilfsmitteln ausstatten, die die Körperpflege noch sicherer machen, wie z. B. eine Toilettensitzerhöhung, Duschhocker oder Stütz- und Haltegriffe. Im Hilfsmittelverzeichnis bzw. Hilfsmittelkatalog sind alle anerkannten Hilfsmittel gelistet. Diese können ärztlich verordnet werden und im Bedarfsfall zahlen die Pflege- und/ oder Krankenkassen die Kosten für die Hilfsmittel anteilig oder vollständig.

Welche Elemente kann ein seniorengerechtes Bad beinhalten?

Die Gestaltung eines altersgerechten Badezimmers sollte sich immer an den individuellen Gegebenheiten orientieren. So können je nach Bedarf und Gegebenheit unterschiedliche Maßnahmen sowie (Pflege-)Hilfsmittel im Bad zum Einsatz kommen.

Halte- und Stützgriffe

Für die allgemeine Orientierung und Sicherheit bieten sich Halte- und Stützgriffe an. Diese können bspw. im Duschbereich, neben dem WC oder am Waschbecken montiert werden. Sie eignen sich im Grunde genommen an alle Stellen im Badezimmer, wo es auf den sicheren Stand ankommt. Deutliche Farbkontraste zwischen einzelnen Elementen im Badezimmer können zudem bei altersbedingt nachlassenden Sehkräften hilfreich sein. So lassen sich Unterschiede klarer trennen und sind dadurch besser zu erkennen. Das gibt den Betroffenen ein sichereres Standgefühl.

Barrierefreie Dusche

Eine barrierefreie Dusche sollte möglichst schwellenlos begehbar sein. Eine Restschwelle ist möglich, sollte jedoch kein erhöhtes Sturzrisiko für den Betroffenen bedeuten. Hier bietet sich der Umbau von Wanne zur Dusche an. In der altersgerechten Dusche können unterschiedliche Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Darunter fallen Sitzmöglichkeiten wie bspw. Duschhocker oder Duschstühle. Rutschhemmende Bodenbeläge sind im Alter besonders wichtig, damit die Rutschgefahr reduziert und ein sicherer Stand unterstützt wird.

Barrierefreie Badewanne

Auch eine Badewanne kann altersgerecht angepasst werden, wenn auf diese nicht verzichtet werden möchte. In einer Seniorenbadewanne ist der begehbare Einstieg durch eine Tür möglich. Diese kann jederzeit durch einen Fachmann nachgerüstet werden. Die Sitzbadewanne ist ebenfalls eine begehbare Badewanne mit integrierter Tür. Der Unterschied zur üblichen Badewanne liegt darin, dass in der Sitzbadewanne – wie es der Name schon verrät – das Baden nur im Sitzen möglich ist. Die Wannenränder einer Sitzbadewanne sind zudem wesentlich höher als bei herkömmlichen Wannen. Im Bereich der Badewanne bieten sich ebenfalls verschiedene Hilfsmittel an, die das Baden sicherer machen. Darunter fallen u. a. Badewannenlifter, aufblasbare Badekissen oder Badewannensitze.

Barrierefreies WC

Ein barrierefreies WC ermöglicht ein leichteres Hinsetzen und Aufstehen. Auch bei Rollstuhlfahrern erleichtert es das Umsetzen. Es gibt es in verschiedenen Varianten. Entweder wird es fest erhöht montiert oder es lässt sich in der Höhe individuell über einen Motor verstellen.

Grundriss barrierefreies Bad: Vorausschauend planen

Wenn Sie Ihr Bad umbauen, nehmen Sie wahrscheinlich viel Geld in die Hand. Um nicht in ein paar Jahren wieder Fliesen herausreißen und Sanitärobjekte versetzen zu müssen, sollten Sie bei der Planung des Grundrisses also möglichst vorausschauend planen. Denken Sie lieber großzügiger als zu eng.

Ein Beispiel: Setzen Sie die neue Toilette so, dass auf einer Seite in der Breite mindestens 90 cm bleiben. Das mag auf den ersten Blick viel verschenkter Platz sein. Sie müssen diesen jedoch nicht frei lassen, sondern können ihn erst einmal als Stellplatz für die Waschmaschine oder einen Badschrank nutzen. Sollten Sie oder ein anderes Familienmitglied später auf einen Rollstuhl angewiesen sein, ist kein weiterer Umbau nötig. Bei diesen Maßen kann der Rollstuhlfahrer das WC problemlos seitlich anfahren.

Und auch wenn Sie als pflegender Angehöriger den Betroffenen zur Toilette begleiten und ihm beim Hinsetzen helfen, sind Sie dankbar für jeden Zentimeter mehr Platz, den Sie zur Verfügung haben.

Ähnliches gilt für die Tragfähigkeit der Wände: Sofern die Wände nicht stabil genug sind, können Sie stabile Vorwandinstallationen und Verkleidungsplatten anbringen lassen, an denen Sie später jederzeit weitere Haltegriffe befestigen können, wenn es nötig wird.

Info

100 Modellbäder: Lassen Sie sich inspirieren!

Für alle, die ein barrierefreies Bad planen, bietet der Verein Barrierefrei Leben auf seiner Internetseite 100 Mustergrundrisse von barrierefreien Beispielbädern an. Mithilfe eines 3D-Planers können Sie Ihren Grundriss realitätsnah anlegen und ausprobieren, wie Ihr Bad in barrierefreier Form aussehen könnte. Einfach per Mausklick Sanitärobjekte auswählen und platzieren!

Kosten für ein barrierefreies Bad

Wie viel Sie Ihr barrierefreies Bad kosten wird, hängt stark von den örtlichen Gegebenheiten und dem Umfang der Umbauten ab. Möchten Sie bspw. nur Halte- und Stützgriffe anbringen und Badekissen für die Badewanne einbauen, dann müssen Sie nur wenige 100 bis wenige 1.000 Euro in die Hand nehmen.

Ein umfangreicher Umbau eines typischen 7-qm-Bads mit neuen Fliesen und Grundrissänderung kostet bei einer mittleren Ausstattung hingegen gut 10.000 Euro. Beachten Sie jedoch, dass diese Summen nur sehr grobe Richtwerte sind. Je hochwertiger die Ausstattung des Bads ist, desto teurer wird auch der Umbau.

Info

Kosten für ein barrierefreies Bad: Angebote richtig vergleichen

Lassen Sie sich am besten von gleich mehreren Handwerksunternehmen Angebote erstellen. Die darin enthaltenen Posten sollten so genau wie möglich aufgeführt sein. Geben Sie exakt an, was Sie wünschen. Bestehen Sie darauf, dass die Firmen statt schwammiger Oberbegriffe wie „barrierefreies WC“, Markenbezeichnungen und detaillierte Ausführungsvarianten im Angebot angeben. Nur dann können Sie vernünftig vergleichen. Denn die Preisunterschiede zwischen den Produkten sind enorm. Ein Beispiel: Während ein wandhängendes WC rund 320 Euro kostet, kostet eine Toilette mit elektrisch verstellbarer Sitzhöhe zwischen 2.500 Euro und ca. 4.500 Euro.

Zuschuss und Förderung für ein barrierefreies Bad

Damit Sie den barrierefreien Umbau Ihres Badezimmers nicht komplett selbst bezahlen müssen, können Sie sich über verschiedene Förderungsmöglichkeiten informieren.

  • KfW-Förderung
    Bund, Länder und Kommunen haben zahlreiche Förderprogramme zum Barriereabbau aufgelegt. So unterstützt bspw. die KfW-Förderbank bei Einzelmaßnahmen zu einem barrierefreien Bad im Rahmen des KfW-Programms „Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss (455)“.  Pro Einzelmaßnahme beträgt der KfW-Zuschuss i. d. R. 10 Prozent (bis zu 6.250 Euro) der förderfähigen Investitionskosten. Sie können darüber hinaus auch einen günstigen Kredit für den Umbau von der KfW erhalten („Altersgerecht Umbauen – Kredit“ (159)).
  • Pflegekasse
    Auch die Pflegekasse vergibt Zuschüsse. Verfügt ein Haushaltsmitglied über einen Pflegegrad, können Sie bei Ihrer Pflegeversicherung einen Zuschuss zu „wohnumfeldverbessernde Maßnahmen“ für den barrierefreien Badumbau beantragen. Bewilligt Ihre Pflegekasse, bezuschusst sie Ihren Badumbau mit bis zu 4.000 Euro.
  • Krankenkasse
    Auch die Krankenkasse übernimmt für bestimmte Anschaffungen im barrierefreien Bad die Kosten, wenn Sie selbst oder die Person, die Sie in Ihrem Haushalt pflegen, eine ärztliche Verordnung über das Hilfsmittel erhalten hat. Voraussetzung ist, dass die Anschaffung ein anerkanntes Hilfsmittel ist wie z. B. eine Toilettensitzerhöhung, Stützklappgriffe oder ein Badewannenlift.

Barrierefreies Bad: Geschulte Handwerksbetriebe finden

Wenn Sie keinen größeren Hausumbau planen, sondern lediglich Ihr Bad barrierefrei umbauen möchten, können Sie sich statt an einen Architekten auch an einen spezialisierten Handwerksbetrieb wenden. Mittlerweile gibt es verschiedene Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für Handwerker. Ob ein Unternehmen seine Mitarbeiter entsprechend hat schulen lassen, erkennen Sie oft an entsprechenden Zertifikaten und Auszeichnungen auf deren Websites.

Häufig gestellte Fragen

Wie kann ich mein Badezimmer seniorengerecht umbauen?

Viele Senioren sind mit zunehmendem Alter in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt. Auch das Sturzrisiko ist bei älteren Menschen höher als bei jüngeren. Für die selbstständige und sichere Körperpflege im eigenen Zuhause sollte das Badezimmer entsprechend altersgerecht ausgerüstet sein. Für mehr Bewegungsfreiheit und Sicherheit in Ihrem Bad haben Sie z. B. folgende Möglichkeiten:

  1. Sie können Ihr komplettes Badezimmer durch passende Handwerksbetriebe altersgerecht umbauen lassen. Gerne unterstützen wir Sie dabei mit unserem Badumbau-Service!
  2. Sie lassen nur einzelne Sanitärelemente altersgerecht anpassen (z. B. Wanne zur Dusche).

Für noch mehr Sicherheit empfehlen wir Ihnen zusätzliche Hilfsmittel im Badbereich (z. B. Toilettensitzerhöhung, Duschhocker, Halte- und Stützgriffe). Kostenträger für anerkannte Hilfsmittel sind im Bedarfsfall die Pflege- und/oder Krankenkassen.

Wie muss ein behindertengerechtes Bad aussehen?

In erster Linie sollte ein behindertengerechtes bzw. rollstuhlgerechtes Badezimmer möglichst viel Bewegungsfläche zwischen den einzelnen Sanitärobjekten bieten. Vorteilhaft sind zudem Halte- und Stützgriffe mit denen Sie sich schmerzfrei aufrichten und setzen können. Auch schwellenlose Türen, die sich nach außen öffnen lassen, können Ihnen und Ihrem pflegenden Angehörigen viel Erleichterung verschaffen.

Zusätzliche Sicherheit bietet ein durchdachtes Farb-und Lichtkonzept. Durch eine kontrastreiche Gestaltung in Material und Farbe können Senioren trotz nachlassender Sehkraft Unterschiede besser wahrnehmen. So können Unfälle wie Stürze oder Stöße vermieden werden.

Auf der Internetseite des Vereins „Barrierefrei Leben“ finden Sie Mustergrundrisse von behindertengerechten Bädern, von denen Sie sich inspirieren lassen können.

Was kostet ein behindertengerechtes Bad?

Mit welchen Kosten Sie bei einem behindertengerechten Bad-Umbau rechnen müssen, lässt sich pauschal nicht vorhersagen. Die Kosten richten sich nach den individuellen Begebenheiten Ihres Bads und dem entsprechenden Umfang der Umbauten. Auch schwanken die Kosten je nach gewünschtem Material und der Qualität. Bestenfalls vergleichen Sie die Angebote von mehreren Handwerksunternehmen, um eine grobe Preis-Vorstellung zu bekommen.

Was zahlt die Pflegekasse beim Badumbau?

Bei anerkanntem Pflegegrad und der Pflege von zuhause, gewährt die Pflegekasse ggf. den Zuschuss für „wohnumfeldverbessernde Maßnahmen“ in Höhe bis zu 4.000 Euro für Ihren Badumbau. Leben mehr anspruchsberechtigte Personen in einem Haushalt, kann die finanzielle Unterstützung der Pflegekasse pro Umbaumaßnahme auf bis zu 16.000 Euro aufgestockt werden.

Was zahlt die Krankenkasse beim Badumbau?

Die Krankenkassen tragen keine Kosten beim Badumbau. Bekommen Sie aber ein anerkanntes Hilfsmittel wie z. B. WC Stützklappgriffe von Ihrem Arzt verordnet, können Sie einen Antrag auf Kostenübernahme bei Ihrer Krankenkasse stellen. Bei anerkanntem Pflegegrad und der Pflege von zuhause erhalten Sie ggf. den Zuschuss für „wohnumfeldverbessernde Maßnahmen“ in Höhe bis zu 4.000 Euro für Ihren Badumbau – Anlaufstelle hierfür ist aber nicht Ihre Krankenkasse, sondern Ihre Pflegekasse.

Ab welchem Pflegegrad gibt es den Zuschuss zum Badumbau?

Der Anspruch auf finanzielle Unterstützung für einen pflegeerleichternden Badumbau besteht bereits ab Pflegegrad 1. Dabei ist die Höhe der maximalen Zuschüsse unabhängig vom Pflegegrad.

Beispiel: Personen mit Pflegegrad 5 erhalten ebenso den maximalen Zuschuss in Höhe von 4.000 Euro (pro Gesamtmaßnahme) wie Pflegebedürftige, die dem Pflegegrad 1 zugeordnet wurden.

Wichtig jedoch ist, dass die Pflege von zuhause stattfindet.

Wie stelle ich einen Antrag auf ein barrierefreies Bad?

Mit anerkanntem Pflegegrad und der Pflege von zuhause gewährt Ihnen Ihre Pflegekasse ggf. einen Zuschuss zum Badumbau.
Bevor die Umbaumaßnahmen also starten, empfehlen wir Ihnen im ersten Schritt, den „Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen“ bei Ihrer Pflegekasse zu beantragen.

Der Antrag erfolgt schriftlich und formlos. Folgende Informationen sollte dieser enthalten:

  • Name, Anschrift und Versichertennummer des Pflegebedürftigen
  • Kontoverbindung des Pflegebedürftigen (Alternativ: Kontoverbindung des Handwerkerbetriebes, falls die Rechnung direkt von der Pflegekasse an den Handwerker bezahlt werden soll)
  • Beschreibung der Baumaßnahme
  • Gründe für die notwendige Umbaumaßnahme
  • im besten Fall Kostenvoranschläge und Kontaktdaten der Handwerker
  • Information, ob früher bereits wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bezuschusst wurden

Was muss ich beim Badumbau beachten?

Wenn Sie einen behindertengerechten Badumbau planen, sind vor allem zwei Dinge wichtig:

  1. Schaffen Sie Platz: Achten Sie darauf, dass so viel Bewegungsfläche wie möglich entsteht. Genügend Fläche bedeutet gleichzeitig mehr Bewegungsfreiheit und erleichtert die Körperpflege für alle Beteiligten.
  2. Planen Sie langfristig: Ihr Badezimmer sollte nach dem Umbau so lange wie möglich nutzbar sein. Dazu ist es sinnvoll, den Badumbau vorausschauend zu planen, sodass Sie in ein paar Jahren nicht erneut umbauen müssen.

Wenn Sie zur Miete wohnen, holen Sie sich unbedingt im Vorfeld immer eine schriftliche Genehmigung von Ihrem Vermieter ein.

Braucht man für den Badumbau eine Zustimmung des Vermieters?

Ja, der Vermieter muss vor Beginn des Umbaus über jede Maßnahme(n) informiert werden und einer Durchführung zustimmen. Laut § 554a BGB haben Sie als Wohnraummieter einen Rechtsanspruch auf die Durchführung von baulichen Maßnahmen oder den Einbau von Hilfsmitteln (bspw. Toilettensitzerhöhung). Voraussetzung ist, dass Sie Ihrem Vermieter ein berechtigtes Interesse vorlegen. Ein solches besteht, wenn durch den Umbau wieder eine selbstständige und uneingeschränkte Lebensführung in den eigenen vier Wänden möglich ist.

Wie groß muss ein behindertengerechtes Bad sein?

Eine allgemeine Fläche lässt sich an dieser Stelle nicht nennen. Grundsätzlich ist aber behindertengerechter Umbau in nahezu jedem Bad möglich. Sie sollten immer so optimieren, dass Sie und Ihr pflegender Angehöriger das Badezimmer uneingeschränkt nutzen können. Eine erste Orientierung, wie viel Platz an welchen Stellen idealerweise vorhanden sein sollte, gibt Ihnen die DIN-Norm 18040-2 „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen: Wohnungen“. Die darin genannten Mindestanforderungen dienen aber zunächst nur der groben Orientierung und müssen beim altersgerechten Badumbau nicht zwingend eingehalten werden.

Ist ein barrierefreier Badumbau im kleinen Badezimmer möglich?

Ja, selbst auf kleinem Raum ist ein barrierefreier Badumbau möglich. Ein rollstuhlgerechtes Bad benötigt bspw. nur 5,7 qm Fläche. Auch Bäder mit einer Grundfläche von knapp 3,5 qm lassen sich bspw. seniorengerecht optimieren. Grundsätzlich gilt aber: Je mehr Platz Sie zur Verfügung haben, desto besser.

Wie lässt sich ein kleines Badezimmer behindertengerecht umbauen?

Auch in einem kleinen Badezimmer können Sie zusätzliche Bewegungsfläche schaffen, indem die einzelnen Sanitärelemente sinnvoll ausgewählt und angeordnet werden. Lassen Sie sich dazu am besten von einem spezialisierten Handwerksbetrieb in Ihrem Fall beraten.

Wo finde ich einen passenden Architekten für meinen Badumbau?

Einen Architekten, der gezielt auf barrierefreie Bäder spezialisiert ist, finden Sie in den einzelnen Länder-Architektenkammern. Die Internetseite der Bundesarchitektenkammer (BAK) bietet Ihnen dafür eine Architekten-Suchfunktion sowie weiterführende Beratungsangebote an.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

/ 5 Bewertungen

Sie haben bereits bewertet.
Vielen Dank! Haben Sie noch Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge?
Vielen Dank für Ihre Anmerkungen!
Erstelldatum: 6102.10.82|Zuletzt geändert: 0202.11.52
Quelle: DIN e.V. (Hrsg.) (DIN 18040-2:2011-11, 2011): DIN 18040-2 Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen - Teil 2: Wohnungen (Stand: 2011)
Wanne zur Dusche umbauen
Services
Barrierefreie Dusche. Ihr Badumbau in wenigen Stunden.
Pflegegradrechner
Services
Einfach, schnell und kostenlos zum persönlichen Ergebnis
Treppenlift Vergleich
Services
Treppenlift-Angebote vergleichen & bis zu 30% sparen
Barrierefreies WC
Ratgeber
Barrierefreies WC? » Behinderten-/Seniorengerecht und Maße
Badewanneneinsatz / Badewannenverkürzer
Ratgeber
Badewanneneinsatz / Badewannenverkürzer
Kostenlose Pflegehilfsmittel small
Services
Kostenlose Pflegehilfsmittel monatlich nach Hause
Haltegriffe Badezimmer
Ratgeber
Haltegriffe fürs Badezimmer
Notruflotse Serviceteaser
Services
Der Notruflotse - Geräte, Anbieter & Preise vergleichen!
Das könnte Sie auch interessieren