Hilfsmittelverzeichnis & Hilfsmittelkatalog

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Hilfsmittelkatalog

Im Hilfsmittelverzeichnis sind mittlerweile mehr als 30.000 Hilfsmittel gelistet, die Versicherten bei Krankheit oder Pflegebedarf zur Verfügung stehen. Dieses strukturierte Produktverzeichnis dient der Information von Versicherten, Krankenkassen und Vertragsärzten. pflege.de stellt in einem großen Überblick die einzelnen Bereiche und Produkte des Hilfsmittelverzeichnisses bzw. des Hilfsmittelkatalogs vor.

Inhaltsverzeichnis

Versicherte haben Anspruch auf Hilfs- bzw. Pflegehilfsmittel, wenn sie krank oder pflegebedürftig sind. Dafür tritt die zuständige Kranken- bzw. Pflegekasse des Versicherten ein. Alle Hilfsmittel haben den Zweck, die Einschränkung, die durch eine Krankheit oder Behinderung auftreten, möglichst gut zu mindern bzw. zu kompensieren. Im Hilfsmittelverzeichnis (Übersicht der gesetzlichen Krankenversicherung) und im Hilfsmittelkatalog (Übersicht der privaten Krankenversicherung) sind alle wichtigen Hilfsmittel gelistet.

Info

Kurz erklärt: Heilmittel, Hilfsmittel oder Medikament?

Die Krankenversicherung unterscheidet zwischen

  • Heilmittel (z. B. eine Massage)
  • Hilfsmittel (z. B. ein Rollstuhl)
  • Medikament.



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Hilfsmittelverzeichnis: Übersicht der Gesetzlichen Krankenversicherung

Im Hilfsmittelverzeichnis sind alle Hilfsmittel (derzeit rund 30.000 Artikel) verzeichnet, für die die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) die Kosten übernimmt. Der GKV-Spitzenverband sorgt gemäß dem Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelverordnung (HHVG) dafür, dass das Verzeichnis stets aktualisiert wird, ordnet die unterschiedlichen Produkte in Gruppen ein (entsprechend ihrer Einsatzgebiete) und nimmt nur Hilfsmittel auf, die bestimmte, festgelegte Eigenschaften und Qualitätsmerkmale aufweisen. Hierbei steht der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund sowie der MDK der Krankenkasse beratend zur Seite.

Info

Auswahl der Hilfsmittel für den Katalog

Bei der Prüfung der Hilfsmittel achtet der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen nicht nur auf den Nutzen des Produktes, sondern kontrolliert auch, ob dieses den Sicherheitsanforderungen entspricht, es qualitativ hochwertig und für den Zweck, für den es eingesetzt werden soll, tauglich ist.

Hilfsmittelkatalog: Übersicht der privaten Krankenversicherung

Bei den privaten Krankenversicherungen gibt es den sog. Hilfsmittelkatalog. Sein Inhalt: alle Hilfsmittel, die von der privaten Krankenversicherung erstattet werden. Je nach Tarif haben Sie Zugang zum offenen oder geschlossenen Hilfsmittelkatalog. Sog. „Offene Hilfsmittelkataloge“ enthalten weitaus mehr erstattungsfähige Hilfsmittel – allerdings ist eine private Krankenversicherung mit einem offenen Hilfsmittelkatalog auch teurer als eine mit einem geschlossenen Hilfsmittelangebot.

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Hilfsmittelverzeichnis des GKV & Rehadat

Das Hilfsmittelverzeichnis dient nicht nur Sanitätshäusern, Ärzten oder Krankenkassen zur Information, sondern auch Ihnen als Versicherten bzw. pflegenden Angehörigen. Dank des Internets können Sie z. B. relativ schnell herausfinden, ob Ihre Krankenversicherung bzw. die Ihres Angehörigen die Kosten für ein bestimmtes Hilfsmittel übernimmt oder nicht. Dabei können Sie eines der beiden Hilfsmittelverzeichnisse nutzen:

  1. Das Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes
  2. Die Rehadat-Hilfsmittel

 

Beide enthalten das gleiche Hilfsmittelverzeichnis und darin sind folgende Hilfsmittel, d. h. erstattungsfähige Produkte, gelistet:

  • Absauggeräte (z. B. bei Menschen mit Tracheostoma
  • Adaptionshilfen (z. B. Anzieh- oder Greifhilfen, Lesehilfen)
  • Applikationshilfen (z. B. Infusions- oder Ernährungspumpen)
  • Badehilfen (z. B. transportable Badewannenlifte oder Badewannensitze)
  • Bestrahlungsgeräte (etwa bei schweren Hauterkrankungen und nach ärztlicher Anordnung)
  • Sehhilfen (bis zum 18. Lebensjahr; danach nur noch, wenn ein Auge komplett erblindet ist und trotz einer Sehhilfe nur noch 30 Prozent Sehkraft vorhanden ist)
  • Blindenhilfsmittel (z. B. Taststöcke)
  • Elektrostimulationshilfen (z. B. beim Einsatz gegen Schmerzen oder zur Muskelstimulation)
  • Gehhilfen (z. B. Gehwagen,-übungsgeräte oder -gestelle)
  • Hilfsmittel gegen Dekubitus (z. B. spezielle Matratzen)
  • Hörhilfen
  • Inhalations- und Atemtherapiegeräte
  • Inkontinenzhilfen (Windeln & Windelhosen, Inkontinenzeinlagen, Inkontinenzvorlagen mit Fixierhosen, Pants & Slips, Inkontinenzunterlagen / Bettschutzeinlagen, auch Bestandteil der curabox)
  • Kommunikationshilfen (z. B. für Menschen mit Multipler Sklerose oder Morbus Parkinson)
  • Kranken- und Behindertenfahrzeuge (z. B. Rollstühle)
  • Körperersatzstücke (z. B. Prothesen)
  • Orthesen
  • Orthopädische Hilfsmittel (z. B. Einlagen oder spezielle Schuhe)
  • Hilfsmittel zur Kompressionstherapie (z. B. Kompressionsstrümpfe)
  • Krankenpflegeartikel (z. B. ein behindertengerechtes Bett, wenn handelsübliche, im Haushalt gebräuchliche Betten nicht benutzt werden können)
  • Lagerungshilfen (z. B. Lagerungskeile)
  • Messgeräte für Körperzustände und -funktionen (z. B. Blutzucker- oder Blutdruckmessgeräte)
  • Mobilitätshilfen (z. B. transportable Rollstuhlrampen)
  • Sitzhilfen (z. B. Sitzschalen oder -kissen)
  • Stehhilfen (z. B. Stehständer zur selbstständigen Fortbewegung)
  • Sprechhilfen (z. B. Sprachverstärker)
  • Hilfsmittel für die Stomaversorgung
  • Therapeutische Bewegungsgeräte (z. B. Arm- oder Beintrainer)
  • Toilettenstühle

Einen besonderen Status haben die sog. zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel wie z. B. Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel oder Bettschutzeinlagen. Solche Hilfsmittel können Versicherte mit anerkannter Pflegestufe bzw. anerkanntem Pflegegrad (ab 2017) einfach und schnell über einen Online-Anbieter ordern, z. B. über curabox.de. Für diese Pflegehilfsmittel gewährt die Pflegekasse jedem Pflegebedürftigen eine Kostenübernahme von monatlich bis zu 40 Euro.

Tipp

Jedes Produkt aus dem Hilfsmittelverzeichnis hat eine sog. Hilfsmittelnummer als Kennzeichen dafür, dass es nachweisbar wirksam ist. Stellen Sie sicher, dass Ihr Haus- oder Facharzt diese Hilfsmittelnummer auf dem Rezept notiert, indem Sie ihm genau schildern, warum Sie ein bestimmtes Hilfsmittel brauchen.

Nicht verwechseln: Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel

Hilfsmittel müssen von der Krankenversicherung genehmigt werden, damit Sie deren Zuschüsse erhalten. Hilfsmittel zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie beweglich sind. Eine mobile Rampe würde von Ihrer Krankenkasse bezuschusst werden, ein fest installierter Treppenlift hingegen nicht.

Pflegehilfsmittel sind Geräte (z. B. Pflegebett) und zum Verbrauch bestimmte Mittel (z. B. Bettschutzeinlagen oder Einmalhandschuhe, wie sie auch in der curabox zu finden sind). Für die Erstattung der Kosten ist die Pflegeversicherung zuständig. Pflegehilfsmittel müssen übrigens nicht ärztlich verordnet werden. Es reicht aus, wenn Sie einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Pflegekasse stellen und kurz mitteilen, welche Pflegehilfsmittel benötigt werden. Die Pflegekasse prüft (ggfs. durch den Besuch einer Pflegefachkraft oder den MDK) den Bedarf und bewilligt das entsprechende Pflegehilfsmittel.

Bonus
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  • Gesetzlichen Anspruch mit drei einfachen Fragen prüfen
Tipp

Wenn der Gutachter des MDK kommt, um Sie oder Ihren pflegebedürftigen Angehörigen zu begutachten, sollten Sie die Sprache immer auch auf das Thema „Hilfsmittel“ bringen. Der Gutachter sollte Ihnen Empfehlungen aussprechen können. Tut er das nicht und findet sich in seinem Gutachten auch kein Hinweis auf ein Hilfsmittel, kann es sein, dass Ihre Krankenkasse irritiert ist, wenn Sie nur wenige Tage später einen Antrag stellen.

Antrag auf Hilfsmittel stellen – So geht’s

Im Gegensatz zu den Pflegehilfsmitteln brauchen Versicherte für die Hilfsmittel zwingend eine ärztliche Verordnung.

  1. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über den Bedarf und die mögliche Entlastung durch ein Hilfsmittel. Wenn er das Hilfsmittel als geeignet erachtet, wird er Ihnen ein entsprechendes Rezept ausstellen.
  2. Reichen Sie das Rezept bei Ihrer Krankenkasse ein und warten Sie die Genehmigung ab.
  3. Sobald Ihre Krankenkasse das Hilfsmittel bewilligt, wird sie Ihnen zumeist ein Sanitätshaus empfehlen, in dem Sie das Hilfsmittel bestellen können. Manchmal sind Hilfsmittel vorrätig (wie z.B. ein Rollator), manchmal muss das Hilfsmittel auch bestellt werden.
  4. Das Sanitätshaus liefert Ihnen das Hilfsmittel je nach Größe nach Hause, unterweist Sie in der Handhabung und ist auch für Reparaturen zuständig.
  5. Sie bezahlen nur die gesetzliche Zuzahlung (pro Hilfsmittel bis max. 10 Euro).
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Hilfsmittel genehmigen lassen

Sparen Sie Geld und lassen Sie alle Hilfsmittel (ob Rollator oder Inkontinenzhilfen) von Ihrer Krankenkasse bzw. der Krankenkasse Ihres pflegebedürftigen Angehörigen genehmigen. So müssen Sie nur die gesetzliche Zuzahlung (maximal 10 Euro pro Hilfsmittel) leisten. Hörgeräte müssen Sie übrigens nicht vorab genehmigen lassen. Dafür gibt es einen festgelegten Höchstbetrag von der Krankenkasse (1.500 Euro je Ohr).

Hilfsmittel – Finanzierung & Instandhaltung: Wer bezahlt was?

  • Reparatur und Ersatzbeschaffung: Die Krankenversicherung unterstützt Versicherte nicht nur dabei, Hilfsmittel zu erhalten, sondern beteiligt sich auch an einer etwaigen Reparatur oder einer Ersatzbeschaffung. Außerdem haben Versicherte einen Anspruch darauf, hinsichtlich der Anwendung informiert und geschult zu werden.
  • Technische Überprüfung: Bei medizinischen Geräten, etwa einer elektrischen Infusionspumpe, kommt die Krankenkasse auch für die regelmäßige technische Überprüfung auf.
  • Betriebskosten: Selbst die Betriebskosten (Strom und Haftpflichtversicherung) für einen Elektrorollstuhl übernimmt die Krankenversicherung, sofern sie dieses Hilfsmittel bewilligt hat.
  • Selbstbeteiligung des Versicherten: Allerdings gibt es für jedes Hilfsmittel auch eine Selbstbeteiligung. Versicherte zahlen mindestens 5 und höchstens 10 Euro pro Hilfsmittel selbst, nie aber mehr als das Hilfsmittel an sich kostet.
  • Sonderfall: Zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel: Bei Hilfsmitteln, die zum Verbrauch bestimmt sind (z. B. Insulinspritzen oder Stomaartikel) zahlen Versicherte 10 Prozent der Kosten pro Packung dazu – maximal aber 10 Euro.
  • Wichtiger Hinweis: Die Krankenversicherung zahlt nur jene Preise, die sie zuvor mit ihrem Vertragspartner (dem Lieferanten des Hilfsmittels) vereinbart hat. Alles, was darüber hinausgeht, müssen Versicherte selbst aufbringen.
Tipp

Einige Hilfsmittel müssen Sie gar nicht kaufen, sondern können Sie z.B. auch einfach im Sanitätshaus ausleihen. Sollten Sie das Hilfsmittel nach ein paar Wochen, Monaten oder Jahren nicht mehr benötigen, so geben Sie es einfach zurück. Häufig erweist sich bspw. die Miete von Rollstühlen oder Rollatoren als sinnvoll.

 

Hilfsmittel im Pflegeheim – Was Pflegeheimbewohner wissen sollten

Pflegeheime müssen gemäß § 33 SGB V „allgemein übliche Hilfsmittel“ wie Schiebe-, Dusch- oder Toilettenrollstühle für ihre Bewohner vorhalten. Die Kosten dafür haben Bewohner mit ihrem Heimentgelt bereits bezahlt.

Allerdings ist ein Pflegeheim nur verpflichtet, einen Rollstuhl innerhalb des Hauses zur Verfügung zu stellen. Wollen sich Bewohner auch draußen, also abseits des Heimgeländes, damit bewegen, ist das Pflegeheim nicht verpflichtet, den Rollstuhl zu stellen. In diesem Fall sollten Sie direkt mit dem zuständigen Arzt sprechen und ein entsprechendes Rezept für sich oder Ihren Angehörigen anfordern.

Info

Rückmeldung von der Krankenkasse binnen drei Wochen

Die Krankenkasse ist gesetzlich dazu verpflichtet, dem Versicherten innerhalb von drei Wochen eine Bewilligung oder eine Ablehnung zukommen lassen (Patientenrechtegesetz), es sei denn, der MDK muss noch ein Gutachten anfertigen. Dann erhöht sich die Wartezeit auf maximal fünf Wochen. Reagiert die Krankenkasse innerhalb der drei bzw. fünf Wochen nicht, gilt das Hilfsmittel als genehmigt. Versicherte können es dann erwerben und sich die Kosten dafür von der Krankenkasse erstatten lassen.

„Mehrkostenerklärung“ – wenn das Hilfsmittel etwas teurer wird

Vielleicht haben Sie für sich oder Ihren Angehörigen ein spezielles Rollstuhl-Modell ausgesucht, die zuständige Krankenversicherung trägt jedoch nur die Kosten für das Standardmodell. In diesem Fall wird Ihnen das Sanitätshaus eine „Mehrkostenerklärung des Versicherten“ vorlegen und Sie zur Unterzeichnung auffordern. In diesem Fall können Sie mit der zuständigen Krankenkasse sprechen, ob Sie die Mehrkosten übernimmt, weil in Ihrem Fall vielleicht bestimmte medizinische Gründe dafür sprechen, vom Standardmodell abzuweichen.

Falls Sie erwägen, ein Hilfsmittel im Internet zu bestellen, sollten Sie vor dem Kauf unbedingt bei der zuständigen Krankenkasse nachfragen, ob sie diesen Weg auch unterstützt. In der Regel hat jede Krankenkasse feste Verträge mit ganz bestimmten Herstellern, an die Sie gebunden sind.

Neben „Kassen-Modellen“ können Sie natürlich jedes benötigte Hilfsmittel auch auf eigene Kosten anschaffen und privat bezahlen. Manche Hilfsmittel, die von der Kasse bezuschusst werden, können je nach Pflegesituation den hohen Qualitätsanforderungen von Versicherten manchmal nicht gereichen, so dass Versicherte für ein Premium-Modell auch mal eine höhere Zuzahlung leisten oder das Hilfsmittel komplett selbst finanzieren.

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Recht auf Widerspruch

Falls Ihre bzw. die Krankenkasse Ihres Angehörigen den Wunsch nach einem bestimmten Hilfsmittel ablehnt, obwohl es im Hilfsmittelkatalog gelistet ist, haben Sie das Recht auf Widerspruch. Dafür haben Versicherte einen Monat nach Eingang der Ablehnung Zeit. Gut ist es, wenn Sie mit dem zuständigen Arzt sprechen und er die Notwendigkeit des Hilfsmittels bescheinigt. Bewilligt die Krankenkasse auch im zweiten Anlauf das Hilfsmittel nicht, bleibt noch der Gang zum Sozialgericht. Diesen Schritt sollten Sie allerdings nur in Begleitung eines Anwalts für Sozialrecht gehen.

 

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Erstelldatum: .61.606102|Zuletzt geändert: .31.809102
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