Themenwelt Gehhilfen

Gerade das Gehen fällt vielen Menschen im Alter zunehmend schwerer. Doch es gibt eine ganze Reihe von Gehhilfen, mitunter sogar elektrische, die körperlich eingeschränkten Menschen helfen, länger mobil zu bleiben und ihre Gelenke zu entlasten. pflege.de gibt einen Überblick über die herkömmlichen Gehhilfen sowie deren Vor- und Nachteile.

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Gehhilfen für Senioren – herkömmliche & elektrische

Inhaltsverzeichnis

Gehhilfen für Senioren

Vom einfachen Gehstock bis zum schicken Rollator mit Einkaufskorb und Sitz für die Fahrt durch die Stadt – es gibt eine Fülle an Hilfsmitteln, die die Mobilität im Alter stark erleichtern. Mit dem Begriff „Gehhilfe“ werden Hilfsmittel für Senioren bezeichnet, die die Gelenke entlasten und die Mobilität fördern.

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Im Hilfsmittelverzeichnis & Hilfsmittelkatalog sind alle Produkte gelistet, an deren Kosten sich die Krankenversicherung beteiligt. Die Gehhilfen sind darin in der Produktgruppe 10 gelistet. Dort wird unterschieden nach:

Anwendungsort 46
Innenraum
Anwendungsort 50
Innenraum und Außenbereich/ Straßenverkehr
Anwendungsort 99
Ohne speziellen Anwendungsort/Zusätze
Gehgestelle Hand-/Gehstöcke Zubehör
Gehwagen Unterarmgehstützen Sonstige Gehhilfen
Gehübungsgeräte Achselstützen
Fahrbare Gehhilfen

 

Gehhilfe: Stock

Gehhilfe StockWenn für Senioren das Gehen zunehmend beschwerlicher wird, muss nicht immer gleich ein Rollator her. Vielleicht reicht Ihnen oder Ihrem Angehörigen zunächst ein Gehstock aus. Vom schicken Holzstock mit Silberknauf bis zum Faltstock mit ergonomisch geformten Griff bietet der Fachhandel eine Vielzahl an hilfreichen Produkten.

Wenn Sie einen Stock kaufen wollen, müssen Sie zunächst überlegen, wo und wie Sie ihn nutzen wollen bzw. Ihr Angehöriger. Ein Stock mit Spitze mag sich im Freien beweisen, auf glatten Böden in der Wohnung bietet er jedoch kaum Halt. Mehr Sicherheit verspricht da eine sog. „Mehrfußgehhilfe“, z.B. ein Drei-Punkt-Gehstock. Dieser Stock ist kippsicher und Sie können ihn deshalb auch stark belasten wie z. B. bei Drehungen.

  • im Fachhandel schnell verfügbar
  • faltbare Stöcke passen sogar in die Tasche und sind bei Bedarf schnell zur Hand
  • Teleskopstöcke sind ideal (auch für unwegsames Gelände)
  • schwächt bei ständiger Nutzung das Koordinationsvermögen und den Gleichgewichtssinn
  • kann Stolperfalle für Betroffene und deren Angehörigen sein

Gehhilfe: Krücke

Gehhilfe KrückeWas im normalen Sprachgebrauch als „Krücke“ bezeichnet wird, ist im Hilfsmittelkatalog als „Unterarmgehstütze“ gelistet. Dieser Begriff erschließt sich sofort, wenn Sie bedenken, dass über den Handgriff hinaus ein Rohr oder Kunststoffoberteil bis zur Höhe des Unterarms verläuft.

Eine Gehstütze gibt es ebenfalls in unterschiedlichen Ausführungen, etwa für Links- oder Rechtshänder, mit unterschiedlich geformten Handgriffen, faltbar oder in unterschiedlichen Farben. Wenn Sie bzw. Ihr Angehöriger Hände, Handgelenke und Ellenbogen entlasten möchten oder zugunsten der Gesundheit schonen müssen, ist eine Achselstütze ideal.

  • im Fachhandel schnell verfügbar
  • guter Halt durch rutschsichere Laufgummis
  • Gangbild verändert sich
  • Muskulatur wird stark beansprucht

 

Gehhilfe: Gehgestelle

Gehhilfe GehgestellEin Gehgestell sorgt für besonders hohe Sicherheit, denn Sie können sich fest auf ein Gestell stützen. Solche Gehgestelle eignen sich sehr gut, wenn Sie bzw. Ihr Angehöriger nach einem Schlaganfall das selbstständige Stehen und Gehen wieder lernen müssen.

  • besonders stabil
  • rutschfest durch Gummikappen
  • das Gestell muss stets angehoben und ein Stück nach vorne gesetzt werden

Gehhilfe: Rollator

Rollator / Gehwagen
Ratgeber
Rollator – Welcher Rollator für welchen Zweck?

Gehhilfe Rollator

Rollatoren, auch „Gehwagen“ genannt, gehören inzwischen fest zum Straßenbild dazu. Das ist gut so, denn für ältere Menschen ist der Rollator ein unverzichtbarer Begleiter, mit dem sie sicher mobil sind. Das sogenannte Deltarad ist auch eine Art Rollator, hat aber nur drei Räder und ist weniger flexibel als der Rollator mit vier Rädern. Diesen können Senioren in der Wohnung ebenso nutzen wie draußen.

  • unterstützt beim Aufstehen und Laufen
  • ist ideal für den Einkauf und auch für längere Wegstrecken
  • das Standardmodell gibt es auch leihweise im Sanitätshandel
  • der Umgang mit dem Rollator will gelernt sein, dafür gibt es Rollator-Kurse. Erkundigen Sie sich einmal bei Ihrer Krankenkasse oder einem Seniorenbüro.
Info

Rollstuhl und Elektromobil zählen nicht zu Gehhilfen

Laut Hilfsmittelverzeichnis zählen Rollstuhl und Elektromobil nicht zu den Gehhilfen, sondern gelten als Mobilitätslösungen. Der Vollständigkeit halber führt pflege.de jedoch auch diese beiden Hilfsmittel in der Übersicht der Gehhilfen mit an.

 

Gehhilfe: Rollstuhl

Gehhilfe RollstuhlFür viele ältere Menschen ist ein Rollstuhl das ideale Fortbewegungsmittel – egal ob mit oder ohne Elektro-Antrieb. Es macht natürlich einen Unterschied, ob der Rollstuhl nur im Haus oder auch für den Straßenverkehr benötigt wird.

  • individuell anzupassen
  • sicher und stabil
  • gut zu transportieren, weil klappbar (manueller Rollstuhl)
  • teuer (v.a. Elektrorollstühle)
  • Gefahr von Druckstellen durch langes Sitzen
  • weniger für lange Strecken geeignet
Tipp

Ein Kompromiss zwischen manuellem und Elektrorollstuhl ist übrigens der manuelle Rollstuhl mit Radnabenantrieb. Er ist so fast so wendig wie ein manueller Rollstuhl, lässt sich gut transportieren und wiegt wesentlich weniger als ein Elektrorollstuhl.

Elektromobile
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Elektromobile: Mehr Mobilität im Alltag

Elektrische Gehhilfen: Elektromobile und Miniscooter

Gehhilfe elektrisch: ElektromobilMit Preisen ab rund 1.700 Euro gehören Elektromobile bzw. Elektroscooter zu den teureren Gehhilfen. Allerdings sind die wendigen und leicht zu bedienenden Geräte für Senioren eine ideale Unterstützung im Alltag. Elektromobile werden in verschiedenen Leistungsklassen angeboten und erreichen Geschwindigkeiten von 6 bis 15 km/h.

Eine Variante der Elektromobile sind die Miniscooter. Die Preise hierfür liegen bei über 1.000 Euro. Falls Sie sich dafür interessieren, können Sie Elektromobile auch erst einmal mieten und unterschiedliche Modelle testen, ehe Sie sich für den Kauf eines Elektromobils entschieden.

  • Elektromobile dürfen in Deutschland auch auf Gehwegen gefahren werden (bis Schrittgeschwindigkeit) und bringen hohe Lebensqualität im Alter.
  • Manche Elektromobile sind sogar zerlegbar, können also z.B. auch im Auto transportiert werden
  • Elektromobile sind sicher, verfügen über eine Beleuchtung und können ohne Führerschein oder Helm gefahren werden.
  • teuer in der Anschaffung
  • Kosten für regelmäßige Kontrolle und Wartung
  • Nicht jede Krankenkasse übernimmt die Kosten für Elektromobile (obwohl sie als Sonderform von Elektrorollstühlen gelten). Deshalb: Fragen Sie nach, bevor Sie sich eingehend mit dem Thema beschäftigen.

 

Gehhilfe kaufen – Darauf sollten Sie achten

Gehhilfen wie Rollatoren gibt es inzwischen selbst beim Discounter und vielleicht überlegen Sie, doch erst einmal für wenig Geld rasch ein Modell für sich oder Ihren Angehörigen zu erwerben. Das Internet bietet eine Fülle von weiteren Bestellmöglichkeiten, doch wenn Sie sicher gehen wollen, dass die Gehhilfe auch die richtige für Sie oder Ihren Angehörigen ist, führt am Fachhandel kein Weg vorbei. Nehmen Sie sich daher ausreichend Zeit und probieren Sie die unterschiedlichen Modelle aus bzw. beraten Sie Ihren Angehörigen, damit die Gehhilfe gut zum Betroffenen passt.

Für manche Senioren kann es sich als sinnvoll erweisen, gerade wenn sie in einem Haus mit zwei Etagen wohnen, sich ein Zweit- oder Drittmodell anzuschaffen. Dann steht auf jeder Etage eine Gehhilfe zur Verfügung und lästiges Schleppen entfällt.

Tipp

Die Krankenkasse unterstützt Versicherte beim Kauf oder beim Leasen einer Gehhilfe – bis hin zum Elektromobil. Bevor Sie sich also kurzerhand auf eigene Kosten eine Gehhilfe kaufen, sollten Sie sich von Ihrem Arzt ein entsprechendes Rezept ausstellen lassen.

 

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