Rollstuhl: Modelle, Eigenschaften, Empfehlungen

Rollstuhl

Rollstühle sichern die Mobilität von Menschen, die keine langen Strecken oder gar nicht selbstständig laufen können. Verschiedene Modelle sind an die individuellen Bedürfnisse von Rollstuhlnutzern angepasst. pflege.de gibt einen Überblick und erklärt Vor- und Nachteile der einzelnen Rollstühle.

Inhaltsverzeichnis

Rollstuhl: Definition

Ein Rollstuhl ist ein Hilfsmittel , dass der Rollstuhlfahrer zur Fortbewegung nutzt, ohne dabei auf eigenen Beinen zu stehen. Laut Definition ist das Hilfsmittel Rollstuhl ein Sitz auf vier Rädern, der durch Muskelkraft angetrieben wird. Im Unterschied dazu gibt es auch den E-Rollstuhl mit elektrischem Betrieb.

Ein Rollstuhl macht Personen mobil, die wegen einer körperlichen Einschränkung nicht, nicht für längere Zeit oder für einen begrenzten Zeitraum nicht gehen können. Je nach Mobilität, vorhandener physischer Kraft und körperlicher Einschränkung gibt es verschiedene Rollstühle, die auf die individuellen Bedürfnisse von Rollstuhlnutzern angepasst sind.
Rollstühle sind im Hilfsmittelverzeichnis und -katalog der Krankenkassen als Krankenfahrstuhl gelistet und zählen in die Kategorie der Kranken- /Behindertenfahrzeuge.

Die verschiedenen Rollstuhl-Modelle im Vergleich

Manuelle Rollstühle bewegen Sie entweder durch Ihre eigene Muskelkraft oder dadurch, dass Sie jemand schiebt. pflege.de gibt einen Überblick über alle manuellen Modelle mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen. Diese Modelle sind:

  • Standardrollstuhl
  • Multifunktionsrollstuhl
  • Leichtgewichtrollstuhl
  • Aktivrollstuhl
Tipp
Manueller Rollstuhl oder E-Rollstuhl?

Wenn Sie nur wenig eigene Körperkraft haben, sich aber trotzdem selbstständig mit dem Rollstuhl bewegen möchten, kann ein E-Rollstuhl eine Alternative sein. Hier benötigen Sie kaum Körperkraft und oft nur ein wenig Feinmotorik. Ein Nachteil von E-Rollstühlen ist allerdings, dass sie oft breiter und sperriger sind und sich auch weniger gut in einem herkömmlichen PKW transportieren lassen. 

Der Standardrollstuhl

Ein Standardrollstuhl gehört zu den von Pflegekassen auf häufigsten bewilligten Modellen. Er hat keine Sonderausstattung und wird von vielen Nutzern auch nur vorübergehend genutzt, etwa wenn die Gehbehinderung voraussichtlich nicht von Dauer ist.

  • Stabil und langlebig
  • Preiswert
  • Lässt sich zusammengeklappt im PKW transportieren
  • Gut geeignet für den gelegentlichen Einsatz als Transportrollstuhl
  • Relativ schwer
  • Kaum Zusatzausstattung verfügbar

Multifunktionsrollstuhl

Ein Multifunktionsrollstuhl wird in der Regel vom Sanitätshaus individuell angepasst, sodass längeres Sitzen beschwerdefrei möglich ist. Er hat oft eine hohe Rückenlehne und eine Kopfstütze, ist also auch für Menschen geeignet, die nicht immer durch eigene Körperkraft eine aufrechte Haltung einnehmen können.

Der Multifunktionsrollstuhl kann in vielen Aspekten angepasst werden. Er ist allerdings auch recht sperrig und passt nicht in jeden Kofferraum. Die meisten Multifunktionsrollstühle sind zum Schieben, der Pflegebedürftige kann diese also nicht selbst fahren. Multifunktionsrollstühle heißen manchmal auch Pflegerollstuhl.

  • Viele Ausstattungs- und Einstellvarianten
  • Ideal als Lagerungshilfe
  • Gut geeignet für schwerbehinderte Menschen
  • Relativ schwer und sperrig

Der Leichtgewichtrollstuhl

Mit seinen unter 15 Kilogramm bestätigt der Leichtgewichtrollstuhl seinen Namen. Da sich bei ihm in der Regel auch die Räder abnehmen lassen, ist er ideal für den Transport im Auto geeignet.

Muskelkraft ist bei diesem leichten Rollstuhl dennoch gefragt, denn das eigene Körpergewicht muss auch hier manuell bewegt werden. Weil der Rollstuhl recht wendig ist, wird er häufig von Personen genutzt, die dauerhaft im Rollstuhl sitzen und mit ihm auch gekonnt Hindernisse wie Stufen, Absätze und manchmal sogar Rolltreppen bewältigen.

  • Leicht, weil aus Aluminium statt aus Stahl gefertigt
  • Wendig und belastbar
  • Hohe individuelle Anpassbarkeit
  • Ideal für den Transport im PKW
  • Gut geeignet während der Rehabilitation (z.B. nach einem Schlaganfall)
  • Stellt höhere Anforderungen an den Benutzer, weil die Wendigkeit kontrolliert sein will

Aktivrollstuhl

Leichter, wendiger und noch einfacher zusammenzufalten sind Aktivrollstühle, die häufig im Behindertensport zum Einsatz kommen. Manches Hightech-Modell wiegt gerade einmal sieben Kilo. Das bedeutet, der Rollstuhlfahrer bewegt fast nur noch sein eigenes Körpergewicht.

Übrigens: Der Aktivrollstuhl hat oft ganz bewusst keine Griffe zum Schieben. Menschen, die ihn nutzen, wollen größtmöglich selbstständig sein und sind es auch. Das Fehlen der Griffe verhindert das ungefragte Schieben durch andere Personen.

  • Extrem wendig
  • Fördert die Selbstständigkeit von fitten, aktiven Rollstuhlfahrern
  • Sehr leicht (ab 7 kg)
  • Stark individuell anpassbar
  • Große Auswahl an unterschiedlichen Designs
  • Kippt durch die Bauart leicht um, daher nicht geeignet für Menschen mit eingeschränktem Gleichgewicht
  • Durch die fehlenden Griffe ist das Schieben durch Dritte, etwa bei starken Steigungen, kaum möglich

Unterschiedliche Arten des Fahrens

Bei manuellen Rollstühlen gibt es noch eine weitere Unterscheidung: Die Art und Weise, wie die Muskelkraft eingesetzt und damit der Rollstuhl fortbewegt wird. Unterschieden wird zwischen:

  • Greifrollstuhl
  • Handhebelrollstuhl
  • Schieberollstuhl
  • Trippelrollstuhl

Greifrollstuhl

Die meisten Rollstühle sind Greifrollstühle, haben also am Reifen einen Greifrahmen, mit dem der Fahrer die Räder dreht und lenkt.

Handhebelrollstuhl

Als Alternative zum Greifrollstuhl gibt es den Handhebelrollstuhl. Hierbei werden die Räder durch Hebel bedient und gelenkt. Vor allem an Steigungen ist dies kräfteschonend, weswegen er oft als Rollstuhl für Menschen mit eingeschränkter Armkraft empfohlen wird.

Dieser Antrieb fördert außerdem die aufrechte Haltung im Rollstuhl und schont so Schultergelenke und die Handgelenke. Personen mit eingeschränkter Atmung profitieren zusätzlich vom aufrechten Sitz.

Info
Praktische Hybridsysteme aus Greif- und Handhebelrollstuhl

Es gibt von einigen Herstellern auch sogenannte Hybridsysteme, die beide Fortbewegungsmöglichkeiten haben. So kann zum Beispiel der Handhebel bei Steigungen zum Einsatz kommen und der Greifreifen bei besonders engen Kurven.

Schieberollstuhl

Der Schieberollstuhl ist vor allem zum Schieben durch eine andere Person gedacht und für Menschen geeignet, die sich nicht selbstständig im Rollstuhl fortbewegen können oder sollen – etwa bei Demenz oder eingeschränkter Gefahrenwahrnehmung.

Gerade bei schwereren Personen oder unwegsamem Gelände kann das Schieben jedoch anstrengend werden. Bei einem Rollstuhl mit Schiebehilfe kommt ein zusätzlicher, elektrischer Antrieb zum Einsatz. Hiermit werden die Vorteile eines manuellen Rollstuhls mit denen eines E-Rollstuhls verbunden.

Trippelrollstuhl

Beim Trippelrollstuhl bewegt sich der Rollstuhlfahrer mit Trippelschritten am Boden vorwärts. Das setzt voraus, dass die Sitzfläche so angepasst ist, dass der Nutzer gut mit den Füßen auf den Boden kommt.

Wenn Nutzer in der Lage sind, ihre Füße auf diese Art zu bewegen, können sie bei der Fortbewegung die Hände frei haben. Und der Trippelrollstuhl eignet sich auf für Menschen, die ihre Hände nicht für die Bewegung des Rollstuhls nutzen können.

Info
Sanitätshäuser können beraten

Nutzen Sie die Beratung in einem Sanitätshaus, wenn Sie noch nicht wissen, welcher Rollstuhl der passende für Sie ist. Größere Sanitätshäuser haben oft mehrere Modelle vor Ort und können Sie entsprechend Ihrer Bedürfnisse beraten. Außerdem können Sie einen geeigneten Rollstuhl dann gleich noch einmal Probe fahren. Das ist ein wichtiger Aspekt.

Fragen zu Maßen und Gewicht

Damit Sie den Rollstuhl gut bedienen oder schieben können und sich außerdem auch im Alltag damit zurechtfinden, sind ein paar Zahlen wichtig. Das gilt besonders, wenn Sie den Rollstuhl auch in kleineren Innenräumen, etwa Ihrer Wohnung, nutzen möchten.

Wie breit ist der Rollstuhl?

Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn es gibt unterschiedliche Sitzbreiten von circa 37 bis 52 Zentimetern, jeweils angepasst auf den Benutzer. Dazu kommen noch die Maße der Rahmen und Räder und die unterschiedlichen Typen von Rollstühlen. Als Richtwerte gelten:

  • Die Gesamtbreite eines Standardrollstuhls zwischen 56 bis 71 Zentimeter Sitzbreite + circa 19 Zentimeter für Armlehnen, Räder etc.
  • Bei einem Multifunktionsrollstuhl, der auch in unterschiedlichen Sitzbreiten lieferbar ist, beträgt die Gesamtbreite zwischen 67 und 75 Zentimeter.
  • Bei XXL-Rollstühlen, die für schwerere Menschen konzipiert sind, können es durchaus ein paar Zentimeter mehr sein.
Tipp
Türbreite vermessen

Bevor Sie einen Rollstuhl bestellen, sollten Sie einmal die Breite Ihrer Innentüren abmessen. Die meisten Türen haben zwar Standardmaße, aber die beginnen bei circa 61 Zentimetern. Das kann im Einzelfall knapp werden.

Wie schwer ist der Rollstuhl?

Ein simpler Standardrollstuhl bringt locker 20 Kilogramm auf die Waage. Ein Multifunktionsrollstuhl kommt schon auf rund 30 Kilogramm. Aber es gibt auch deutlich leichtere Modelle. Leichtgewichtrollstühle wiegen meistens etwas unter 15 Kilogramm. Aktivrollstühle in der Hightech-Variante wiegen kaum 7 Kilogramm. Grundsätzlich sind leichte Rollstühle wendiger, kippen aber auch leichter. Es ist daher wichtig, dass Fahrer von leichten Rollstühlen ein gutes Körpergefühl und eine gute Beweglichkeit im Rumpf haben.

Wissenswertes über Rollstuhl-Räder

Im Normalfall hat ein Standardrollstuhl Vollgummireifen. Das macht diese Räder zwar pannensicher, aber auch schwerer beweglich. Außerdem sind Vollgummireifen nicht wirklich komfortabel, sondern rollen eher steif über Unebenheiten, sodass der Rollstuhlfahrer jede Erschütterung spürt. Das kann sehr unangenehm sein.

Wer mit seinem Rollstuhl gerne auch draußen unterwegs ist, für den ist eine Luftbereifung besser geeignet. Hierbei sind je nach Modell alle Räder oder nur die großen Räder mit Luft gefüllt. Das sorgt dafür, dass die Räder einen geringeren Rollwiderstand haben und sich so einfacher bewegen lassen. Zudem werden Unebenheiten auf Wegen bei Luftbereifung besser ausgeglichen und das Sitzgefühl ist angenehmer.

Tipp
Haben Sie ein Pannenset dabei

Grundsätzlich sind Räder mit Luftbereifung nicht empfindlich und Sie brauchen auch nicht an jeder Ecke ein Loch im Reifen zu befürchten. Trotzdem ist es ratsam, für den Fall der Fälle ein kleines Pannenset bestehend aus Flicken und Luftpumpe dabei zu haben. Außerdem sollten Sie die Räder regelmäßig aufpumpen, denn auch bei intakten Reifen geht Luft mit der Zeit verloren.

Klappbarer und faltbarer Rollstuhl: Varianten und Vorteile

Brauchen Sie den Rollstuhl einmal nicht und möchten ihn in der Wohnung verstauen, oder nehmen Sie den Rollstuhl mit ihrem PKW mit, dann sollten Sie auf einen Klapp- oder Faltmechanismus achten. Meistens wird dieser aktiviert, wenn Sie die Sitzfläche nach hinten ziehen. Bei einigen Modellen können Sie zusätzlich die Räder mit einem einfachen Knopfdruck demontieren und den Rollstuhl so noch platzsparender verstauen.

Tipp
Selbstständig mit dem Auto unterwegs

Einige Menschen mit Behinderung lassen den Beifahrersitz ihres Autos ausbauen und stellen hier den zusammengeklappten Rollstuhl hin. So ist er am Zielort schnell griffbereit. Die Kosten für einen Umbau des eigenen Kraftfahrzeugs können in manchen Fällen von einem Rehabilitations-Träger übernommen werden. Nachzulesen ist dies in der Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabeverordnung (SchwbAV) Paragraf 20 Hilfen zum Erreichen des Arbeitsplatzes. (1)

Rollstuhl kaufen – Entscheidungshilfe

Vor dem Kauf eines Rollstuhls sollten Sie zunächst Ihr individuelles Anforderungsprofil oder das Ihres bedürftigen Angehörigen detailliert aufschreiben. Ein Besuch in einem Sanitätshaus hilft hier schon weiter. Auch während einer Rehabilitation (etwa nach einem Schlaganfall) können Sie oder kann Ihr Angehöriger ausprobieren, welches Rollstuhlmodell besonders gut geeignet ist. Diese Fragen sollten Sie am Ende Ihrer Auflistung geklärt haben:

 

  1. Wofür brauchen Sie einen Rollstuhl? Werden Sie ihn innerhalb der Wohnung oder auch außerhalb nutzen?
  2. Wie viel Kraft können Sie noch aufbringen? Reicht die Muskelkraft Ihrer Arme oder brauchen Sie Unterstützung durch einen Motorantrieb?
    Brauchen Sie besondere Zusatzausstattungen (etwa für druckentlastendes Sitzen?)
  3. Sollte der Rollstuhl transportabel sein, weil Sie ihn auch mitnehmen wollen (zum Beispiel in den Urlaub?)
  4. Welche Sicherheitseinrichtungen braucht der Rollstuhl? Bremsen, Sitzhilfen, Stabilität, Bedien- und Bremsfunktionen?

Je genauer Sie Ihre Anforderungen kennen, desto passgenauer kann Ihnen Ihr Arzt eine Verordnung ausschreiben. Das erspart Ihnen langwierige Nachverhandlungen mit Ihrer Krankenversicherung. In der Regel zahlen Sie bei einem verschriebenen Rollstuhl, der den im Rezept angegebenen Eigenschaften entspricht, lediglich 10 Euro als Selbstkostenbetrag dazu.

Rollstuhl leihen & mieten

Häufig müssen Sie einen Rollstuhl gar nicht kaufen, sondern mieten oder leihen ihn einfach über die Kranken- oder Pflegekasse. Gerade bei Standardmodellen wird Ihnen Ihre Versicherung ein Sanitätshaus vermitteln, bei dem Sie Ihren Rollstuhl ausleihen können. Wenn Sie ihn nicht mehr brauchen, wird er vom Sanitätshaus wieder abgeholt und an den nächsten verliehen.

Ihre Zuzahlung liegt hier – wie bei einem Kauf, etwa bei einem individuell stark angepassten Rollstuhl – bei maximal 10 Euro. Ob Sie einen Rollstuhl kaufen oder ein gebrauchtes Modell mieten, entscheidet die Krankenkasse.

Tipp
Zuzahlungsbefreiung beantragen

Wenn Sie viele Zuzahlungen im Jahr leisten, können Sie sich unter Umständen von der Zuzahlungspflicht befreien lassen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Antrag auf Zuzahlungsbefreiung bei Ihrer Krankenkasse stellen und wie Sie Ihre individuelle Belastungsgrenze berechnen.

 

In größeren Städten gibt es auch Rollstuhlverleihe. Hier können Sie tageweise die unterschiedlichsten Rollstühle mieten. Das ist ideal, wenn Sie eigentlich mit Ihrem Standardrollstuhl gut zurechtkommen und nur ausnahmsweise ein anderes Modell brauchen. Ein einfacher Faltrollstuhl kostet um die 5 Euro pro Tag, ein Elektromobil/Seniorenmobil dagegen schon rund 15 Euro.

Info
Übernimmt die Krankenkasse die Mietgebühr?

Klären Sie vor dem Anmieten eines Rollstuhls, ob Ihre Krankenversicherung die Mietgebühren eines tageweise gemieteten Rollstuhls übernimmt. Lohnenswert ist ein tageweises Mieten oft nur, wenn sie nur über eine kurze Dauer oder für einen Ausflug oder Krankentransport einen Rollstuhl brauchen.

Rollstuhl Kosten & Preise

Die Preise für Rollstühle beginnen ab circa 270 Euro für ein Standardmodell. Nach oben sind fast keine Grenzen gesetzt, schließlich kann ein Elektrorollstuhl durchaus 10.000 Euro kosten – je nach Ausstattung und Modell. Die folgende Übersicht soll Ihnen eine kleine Orientierung über die Rollstuhl-Kosten geben:

Modell Preise (ab circa)
Faltbarer Standardrollstuhl 270 Euro
Leichtgewichtrollstuhl 290 Euro
Multifunktionsrollstuhl 895 Euro
Aktivrollstuhl 500 bis 3.000 Euro

Die Krankenkasse entscheidet über Leihen und Kaufen

Wenn Sie eine Verordnung für einen Rollstuhl bei der Krankenkasse einreichen, wird diese zunächst prüfen, ob das kooperierende Sanitätshaus einen gebrauchten Rollstuhl bereithält, der für Ihre Bedürfnisse oder die Ihres Angehörigen ausreicht. Ist dies nicht der Fall, wird der Rollstuhl extra für Sie hergestellt.

Die Krankenkasse entscheidet darüber, ob Sie ihren Rollstuhl leihen oder kaufen. Sie erhalten Ihren Rollstuhl auf Rezept und müssen lediglich die gesetzliche Zuzahlung von 5 bis maximal 10 Euro zahlen.

Jede Krankenversicherung arbeitet mit einer Auswahl von Sanitätshäusern zusammen – und darauf sind auch Sie festgelegt. Es sei denn, Sie können nachweisen, dass Sie wegen einer außergewöhnlichen Behinderung ein Spezialgeschäft aufsuchen müssen.

Vorgehen bei Extraausstattung und bestimmten Wünschen

Wenn Ihre Anforderungen an einen Rollstuhl über „das Maß des Notwendigen“ hinausgehen, ist der Kostenträger (in der Regel die Krankenversicherung) nicht mehr in der Leistungspflicht. Sie können dann eine Mischfinanzierung anstreben: Ihre Krankenkasse zahlt den Standard und Sie übernehmen die Kosten, die darüber hinausgehen.

Wenn Sie keine besonderen Anforderungen an einen Rollstuhl nachweisen können, wird Ihnen die Krankenversicherung also mit ziemlicher Sicherheit ein Standardmodell zur Verfügung stellen.

Wenn Sie allerdings nachweisen können, dass Sie ein besonderes, eigens auf Ihre Bedürfnisse angepasstes Modell brauchen, etwa weil der Arzt dieses verordnet, erstellt das Sanitätshaus einen entsprechenden Kostenvoranschlag. Akzeptiert Ihre Krankenkasse diesen Vorschlag, wird sie auch die Kosten übernehmen – abzüglich Ihrer Zuzahlung von maximal 10 Euro.

Wartung & Reparatur Ihres Rollstuhls

In den meisten Fällen haben Sie den Rollstuhl vermutlich mit einem Zuschuss von der Krankenversicherung erworben oder von einem Sanitätshaus geliehen. Ist letzteres der Fall, so kommt die Krankenversicherung auch für die Wartung oder Reparatur auf.

Wenn Sie einen Rollstuhl privat gekauft haben, sind Sie für die Kosten allein verantwortlich. Haben Sie sich die Kosten sozusagen mit der Krankenkasse geteilt (also einen Eigenanteil bezahlt, weil Sie ein bestimmtes Modell wollten), sollten Sie vorher mit Ihrer Krankenkasse besprechen, wer die Kosten für Wartung und Reparatur übernimmt.

Für einen herkömmlichen Rollstuhl reicht eine jährliche Wartung aus, bei der unter anderem die Bremse und eventuelle andere Sicherheitsaspekte getestet werden. Für besonders ausgestattete Modelle gibt es in der Regel einen Wartungsplan vom Hersteller.

Ersatzteile für Rollstühle

In den meisten Fällen haben Sie den Rollstuhl vermutlich mit einem Zuschuss von der Krankenversicherung erworben oder von einem Sanitätshaus geliehen. Ist letzteres der Fall, so kommt die Krankenversicherung auch für die Wartung oder Reparatur auf.

Wenn Sie einen Rollstuhl privat gekauft haben, sind Sie für die Kosten allein verantwortlich. Haben Sie sich die Kosten sozusagen mit der Krankenkasse geteilt (also einen Eigenanteil bezahlt, weil Sie ein bestimmtes Modell wollten), sollten Sie vorher mit Ihrer Krankenkasse besprechen, wer die Kosten für Wartung und Reparatur übernimmt.

Für einen herkömmlichen Rollstuhl reicht eine jährliche Wartung aus, bei der unter anderem die Bremse und eventuelle andere Sicherheitsaspekte getestet werden. Für besonders ausgestattete Modelle gibt es in der Regel einen Wartungsplan vom Hersteller.

Rollstühle und Treppennutzung

Eine sehr gute Hilfe, um mit einem Rollstuhl eine Treppe zu überwinden, ist der Rollstuhl-Treppensteiger. Gerade bei engen, steilen oder sehr schmalen Treppen kann er einen Rollstuhllift gut ersetzen.

Allerdings sind Sie als Rollstuhlfahrer bei diesem Treppensteiger auf eine Begleitperson angewiesen, die sich mit der Technik gut auskennt. Treppensteiger gehören zu den anerkannten Hilfsmitteln im Hilfsmittelverzeichnis und -katalog. Damit ist eine Kostenübernahme bei der Krankenkasse im Falle der medizinischen Notwendigkeit möglich – bis auf eine Zuzahlung von maximal 10 Euro.

Rampen und einfache Stufen

Haben Sie in Ihrem Haus nur eine kleine Stufe, etwa, um auf ein Podest zu kommen, in dem die Wohnküche ist oder um mit dem Rollstuhl auf die Terrasse zu gelangen, kann in vielen Fällen eine Rollstuhlrampe schon ausreichend sein. Wichtig ist nur, dass Sie genug Platz für eine Rampe haben und diese nicht zu steil ist.

Treppenliftsysteme für einen Rollstuhl

Damit Sie in Ihrem Zuhause den Rollstuhl auch über Treppen hinweg transportieren können, gibt es im Fachhandel zwei Arten von Rollstuhlliften:

Variante 1: Plattformlift

Der Plattformlift ist ein gern gewählter Rollstuhl-Lift im Innenbereich. Er lässt sich gut an den meisten Treppen anbringen, also auch an schrägen und gewundenen, vorausgesetzt diese sind mindestens 80 Zentimeter breit. Bis zu 300 Kilogramm kann ein solcher Treppenlift bewegen. Die Kosten für einen Plattformlift beginnen bei circa 9.000 Euro.

Variante 2: Hublift

In vielen öffentlichen Gebäuden gibt es häufig Rollstuhl-Hebebühnen, die sogenannten Hublifte. Vor allem im Außenbereich sind diese Hebebühnen zur Überwindung von kleineren Höhen (maximal 3 Meter) ideal. Die Kosten für einen Hublift beginnen bei circa 6.000 Euro.

Tipp
Lassen Sie sich von einem Experten beraten

Rollstuhllifte werden bei anerkanntem Pflegegrad von Ihrer Pflegekasse mit einem Zuschuss von bis zu 4.000 Euro gefördert, denn sie zählen zu den wohnumfeldverbessernden Maßnahmen. Unsere Treppenliftberatung steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite und begleitet Sie von der Erstberatung bis zum passenden Treppenlift-Anbieter.

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Zubehör für Rollstühle

Mit dem passenden Zubehör für Rollstühle sind die Mobilitätshilfen für Rollstuhlfahrer noch bequemer und vielseitiger nutzbar.
In jedem Fall wichtig, um den Rollstuhl auch bei jedem Wetter draußen nutzen zu können:

  • Regencape für Rollstühle
  • Decke für Rollstühle
  • Fußsack für Rollstühle

Einiges Zubehör kann außerdem die Selbstständigkeit des Rollstuhlfahrers unterstützen:

  • Mit Taschen können Menschen im Rollstuhl selbstständig einkaufen
  • Ein Speichenschutz ist ein wichtiger Schutz, damit sich beim selbstständigen Fahren nichts in den Speichen verfangen kann (etwa ein Schal oder ein Ärmel) und die Hände geschützt sind.
  • Ein vom Arzt oder dem Sanitätshaus angepasstes Sitzkissen sorgt für einen gesunden Sitz, sodass der Rollstuhl auch über mehrere Stunden genutzt werden kann.
  • Für längere Strecken kann ein elektrisches, akkubetriebenes Zuggerät sinnvoll sein. Dies wird vor dem Rollstuhl angebracht und ermöglicht ein einfacheres Steuern des Rollstuhls. Mehr zu dem Thema Zuggeräte finden Sie in unserem Ratgeber E-Rollstühle.

Häufig gestellte Fragen

Wie breit ist ein Rollstuhl?

Je nach Modell können Sie mit einer Gesamtbreite von 56 cm bis 75 cm rechnen. Multifunktionsrollstühle sind dabei breiter als Standardrollstühle.

Was kostet ein Rollstuhl?

Die Preise variieren stark und reichen von knappen 300 Euro bis 3.000 Euro. Ist der Rollstuhl vom Arzt verordnet, zahlen Sie in der Regel nur 10 Euro Zuzahlung, den Rest übernimmt die Krankenkasse.

Wann bekommt man einen Rollstuhl verschrieben?

Sie bekommen einen Rollstuhl verschrieben, wenn Sie sich aufgrund einer Verletzung, Gehbehinderung oder auch einer fortgeschrittenen Demenz nicht mehr allein laufen können. Ein Rollstuhl kann auch dann verschrieben werden, wenn sie nur längere Strecken nicht mehr gehen können.

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Erstelldatum: 6102.70.22|Zuletzt geändert: 2202.11.12
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