Bobath-Konzept für die Pflege

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Bobath-Konzept

Sie kümmern sich um einen Angehörigen mit neurologischen Störungen bzw. Defiziten, die z. B. durch einen Schlaganfall verursacht wurden, oder pflegen ihn gar selbst? Dann haben Sie vielleicht schon einmal vom Bobath-Konzept gehört. Das Bobath-Konzept oder auch Neurodevelopmental Treatment (NDT) bietet weit mehr, als es eine rein konservative Pflegeform vermag: Mithilfe des therapieübergreifenden Bobath-Konzepts werden Patienten mit Störungen des Zentralnervensystems aktiv zur Bewegung animiert, ihr Muskeltonus normalisiert und Verknüpfungsprozesse im Gehirn ausgelöst. pflege.de stellt das Bobath-Konzept im Folgenden vor.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Bobath-Konzept?

Das Bobath-Konzept ist

ein auf Erfahrungen beruhendes Pflege- und Therapiekonzept zur Rehabilitation von Patienten mit Störungen des Zentralnervensystems. Beim Bobath-Konzept handelt es sich um ein berufsübergreifendes 24-Stunden-Konzept, das nicht nur im Rahmen der Krankengymnastik, sondern von allen an der Fürsorge für die Patienten beteiligten Personen angewandt werden sollte. Das bezieht also auch Ärzte und Angehörige sowie ganz besonders die Pflegefachkräfte und auch die Betroffenen selbst mit ein. Ziel der Anwendungen ist es, dass der Betroffene lernt, Muskelspannung und Bewegungsabläufe wieder selbst zu steuern.

Inhalte des Bobath-Konzepts: Lagerung, Mobilisation & Selbsthilfetraining

Streng schematisierte Therapievorgaben und Übungskataloge sind beim Bobath-Konzept nicht vorgesehen. Vielmehr bekommt der Betroffene Lernangebote in folgenden Bereichen:

  • Lagerung: um der Spastizität entgegenzuwirken
  • Mobilisation und Handling: mit dem Ziel der Bewegungsanbahnung
  • Selbsthilfetraining: um die Fähigkeiten zur Selbstpflege zu reaktivieren
Info

Konzept nach Bobath

Das Bobath-Konzept versteht sich NICHT als Behandlungsmethode oder -technik, sondern als problemlösender Ansatz zur Behandlung von Personen mit neurologisch bedingten Störungen in den Bereichen Bewegung und Muskeltonus.

Bobath-Konzept: Begründung durch Berta Bobath und Karel Bobath

Entwickelt wurde das Bobath-Konzept bereits in den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von dem Ehepaar Bertha Bobath und Karel Bobath. Der Anstoß dazu kam von Bertha Bobath: Die damals noch als Gymnastiklehrerin tätige Bertha Bobath befasste sich intensiv mit der Funktionsweise natürlicher menschlicher Bewegungsabläufe. Zudem war sie unter anderem darauf spezialisiert, Muskelspannungen mithilfe entsprechender Atemtechniken zu lösen.

1943 behandelte Bertha Bobath als pflegerische Krankengymnastin einen Patienten, der an schweren Spasmen litt. Unter Spasmus oder Spastizität versteht man eine erhöhte, krampfartige Eigenspannung der Skelettmuskulatur, die praktisch immer auf neurologische Störungen zurückzuführen ist. Zu dieser Zeit galt die gängige Lehrmeinung, dass Spastizität nicht behandelbar sei. Doch Bertha Bobath stellte während der Behandlung des besagten Patienten etwas anderes fest: Mittels normaler Bewegungsabläufe und Entspannungsübungen ließ sich der erhöhte Muskeltonus bei dem Patienten senken. Der Patient konnte sich durch Behandlung wieder eigenständig bewegen. Dies gab für die engagierte Krankengymnastik den Ausschlag für eine intensive Beschäftigung mit dem Thema.

Ihr Mann Karel Bobath, Mediziner und Facharzt für Neurologie, teilte das Interesse seiner Frau für die neue Entdeckung. Er näherte sich dem Thema von wissenschaftlicher Seite und lieferte die neurophysiologischen Erklärungen für das Bobath-Konzept.

Grundsätzlich basiert das Bobath-Konzept auf der Annahme, dass das Gehirn des Menschen lebenslang lernfähig ist. Durch stets wiederkehrende Bewegungsmuster sollen dabei die vorhandenen Verbindungen zwischen Gehirn und Nervenzellen aktiviert und die Bildung neuer Nervenzellen angeregt werden. Die Nervenbahnen sollen durch die stetigen Wiederholungen neu „programmiert“ werden.

Bedeutung des Bobath-Konzepts für die Pflege

Die positiven Effekte der Bobath-Therapie wurden für den pflegerischen Bereich vergleichsweise spät erschlossen. Zunächst arbeitete das Ehepaar Bobath vorrangig mit Ärzten und Krankengymnasten zusammen. Bis heute halten sich daher Bezeichnungen wie „Krankengymnastik nach Bobath“ oder „Physiotherapie nach Bobath“. Doch die heutige Anwendung im Pflegebereich geht weit darüber hinaus. Für Sie als pflegenden Angehörigen oder als Angehöriger, der die stationäre Pflege im Pflegeheim aktiv unterstützen möchte, bedeutet das: Das Bobath-Konzept gibt Ihnen eine Vielzahl an Möglichkeiten an die Hand, um Ihren Angehörigen zu fördern und zu aktivieren. Wenn Sie das Bobath-Konzept bei der Pflege Ihres Angehörigen anwenden möchten, heißt das konkret:

  • Die individuellen Fähigkeiten und neurologischen Defizite müssen vorab gründlich analysiert werden. Diese Analyse stellt danach die Grundlage für das persönliche Übungsprogramm Ihres Angehörigen dar.
  • Dieses Übungsprogramm und die therapeutischen Prinzipien des Bobath-Konzepts werden zum Bestandteil aller pflegerischen und Alltagsaktivitäten.
  • Alle an der Pflege nach Bobath beteiligten Personen müssen an einem Strang ziehen. Das Gehirn des Betroffenen kann sich nur umorganisieren, wenn stets die gleichen Bewegungsabläufe und Bewegungsabfolgen eingehalten werden.
  • Ihr Angehöriger wird soweit wie möglich zur Mitarbeit motiviert. Das kann unter Umständen sehr anstrengend für alle Beteiligten sein, ist aber wichtiger Bestandteil der Bobath-Therapie.

Vorteile des Bobath-Konzepts für Ihre pflegebedürftigen Angehörigen

Für Ihren Angehörigen bietet die Anwendung des Bobath-Konzepts viele Vorteile. Das Hauptaugenmerk bei der Altenpflege nach Bobath liegt darauf, den Betroffenen in seiner Alltagskompetenz zu fördern und wieder mehr Selbstständigkeit herzustellen. Je nach Krankheitsbild Ihres Angehörigen können folgende Ziele mit dem Bobath-Konzept angestrebt und in mehr oder weniger ausgeprägtem Maße erreicht werden:

Vorteile des Bobath-Konzepts
  • Der Muskeltonus Ihres Angehörigen normalisiert sich.
  • Spastizität bzw. deren Verschlimmerung wird vermieden.
  • Die Körper- und Umweltwahrnehmung Ihres Angehörigen wird gefördert.
  • Die Kontrolle der Motorik im Gesichts- und Halsbereich wird durch Bobath-Therapie unterstützt, ähnliches gilt für eine normale, beidseitige Bewegungsfähigkeit.
  • Ehemals beherrschte Bewegungsabläufe und -fähigkeiten werden wiedererlernt.
  • Eine dauerhafte Pflegebedürftigkeit ihres Angehörigen kann durch Anwendung des Bobath-Konzepts u.U. vermieden, bzw. seine Pflegebedürftigkeit verringert werden.
Info

Wussten Sie, dass…

Wussten Sie, dass das Bobath-Konzept zu den international am häufigsten und mit Blick auf seine über 50-jährige Tradition auch am längsten eingesetzten Therapieansätzen gehört? Interessant ist, dass es trotz der weit verbreiteten klinischen Anwendung bisher nur wenige Studien gibt, die sich mit der spezifischen Wirksamkeit des Bobath-Konzepts befassen. Untersuchungen legen nahe, dass das Bobath-Konzept besonders vielversprechend in Kombination mit neueren Therapieansätzen wirkt. Das ist freilich kein Widerspruch. Schließlich war und ist Bobath kein statischer, sondern ein sich stetig weiterentwickelnder Ansatz.

Bobath-Konzept: So können Sie es praktisch anwenden

Eine durchgängige Anwendung des Bobath-Konzepts im pflegerischen Alltag erfordert vom Pflegenden ein ausgedehntes Fachwissen. Professionelle Pflegekräfte erwerben dies in der Regel durch längere Fortbildungsmaßnahmen. Das bedeutet aber nicht, dass Sie als pflegender Angehöriger nicht auch selbst aktiv werden können und sich praktisches Pflegewissen aneignen können. Viele Krankenkassen und Wohlfahrtsverbände bieten mittlerweile Bobath-Kurse und Pflegekurse nach Bobath für pflegende Angehörige an.

Besonders zwei Bereiche aus dem Bobath-Konzept eignen sich für die Anwendung zuhause:

Die Lagerung nach Bobath sowie die Mobilisation nach Bobath bzw. die Transfers nach Bobath. Wenn Sie hierbei auf Bobath-Prinzipien zurückgreifen, können Sie Ihren Angehörigen relativ einfach fördern und unterstützen. Lassen Sie sich die Techniken aber vorab unbedingt von einem Profi zeigen und üben Sie einige Male unter professioneller Anleitung.

1. Lagerungen nach Bobath

Wenn Sie Ihren Angehörigen nach dem Bobath-Konzept lagern möchten, sollten Sie folgende Aspekte berücksichtigen: Der Betroffene soll so auf der Unterlage platziert werden, dass seine Muskulatur entspannt bleibt. Sorgen Sie außerdem für eine möglichst stabile Position. So erreichen Sie, dass sich Ihr Angehöriger nicht unsicher fühlt und ruhig bleibt. Achten Sie zudem darauf, dass die Schlüsselregionen an Rumpf, Armen und Beinen so ausgerichtet sind, dass sich der Betroffene gut bewegen kann. Näheres zu den Schlüsselregionen nach Bobath lesen Sie weiter unten im Text. Wichtige Bobath-Lagerungen sind die Rückenlage, die Lagerung auf der schwächer betroffenen Seite sowie die Lagerung auf der stärker betroffenen Seite.

Info

Tipps für den Alltag: Lagerung nach Bobath – Schritt für Schritt

Grundsätzlich gibt es zahlreiche Bobath-Lagerungen. Dabei soll besonders ein Bobath-Lagerungstyp das Gehirn stark anregen: die Bobath-Lagerung auf der stärker beeinträchtigten Körperseite. Bei dieser Lagerung nach Bobath lagern Sie die stärker betroffene Körperhälfte des Pflegebedürftigen auf einer eher harten Unterlage. Auf diese Art und Weise spürt Ihr Angehöriger die betroffene Seite besser, gleichzeitig kann die stärkere Seite besser bewegt werden. Im Idealfall wird so das Empfinden für die Körpersymmetrie gestärkt. Und so bringen Sie Ihren Angehörigen in die beschriebene Bobath-Lagerung (Quelle: Kurzlehrbuch Altenpflege; München 2009):

  1. Vorbereitung: Stellen Sie das Pflegebett auf eine für Sie passende Arbeitshöhe ein, senken Sie das Kopfteil ab. Holen Sie sich, falls nötig, eine zweite Person zur Unterstützung.
  2. Motivieren Sie Ihren Angehörigen zum Mitmachen: Bitten Sie den Pflegebedürftigen, sich mit der weniger betroffenen Körperseite Richtung Bettkante zu bewegen.
  3. Drehung vorbereiten: Lagern Sie den stärker betroffenen Arm etwas vom Körper entfernt, achten Sie auf die Unterstützung des Kopfes und helfen Sie Ihrem Angehörigen beim Aufstellen beider Beine auf der Matratze. Dabei sollen die Ober- und Unterschenkel unterstützt werden und die Fersen zum Erspüren des Geschehens über die Unterlage gleiten.
  4. Beginnen Sie die Drehung an den Beinen und ziehen Sie das Gesäß des Pflegebedürftigen an die rückwärtige Bettseite. Unterlagern Sie den stärker betroffenen Arm. Winkeln Sie das weniger betroffene, oben liegende Bein an und stützen Sie es vollflächig ab. Falls nötig, unterstützen Sie die Position mit weiteren Kissen.
  5. Fragen Sie Ihren Angehörigen, ob ihm diese Bobath-Lagerung angenehm ist.

2. Transfer und Mobilisation nach Bobath (Waschung, Transfer)

Bei der Mobilisation nach Bobath bzw. den Transfers nach Bobath geht es vor allem darum, den Betroffenen aktiv in sämtliche Positionswechsel miteinzubeziehen. Wenn Sie darauf konsequent achten, erzielen Sie als Pflegender beim Betroffenen maximale Trainingseffekte. Im Idealfall steigern Sie so die Bewegungsfähigkeiten des Betroffenen spürbar. Wenn Sie beginnen, bei Ihrem Angehörigen Mobilisation nach Bobath anzuwenden, starten Sie am besten mit einfachen unterstützten Bewegungsabläufen. Ein Beispiel hierfür ist das Aufsetzen im Bett.

Sobald das Bett verlassen werden soll, wird die Vorgehensweise deutlich komplizierter. Man unterscheidet bei Transfers nach Bobath die tiefen Transfers über die stärker oder weniger betroffene Seite sowie den hohen Transfer. Eine typische Alltagssituation ist der Transfer vom Bett in den Rollstuhl nach Bobath. Diese Mobilisationstechnik erfordert von Ihnen als Pflegendem einiges an technischem Wissen. Dies eignen Sie sich am besten in einem Bobath-Kurs an oder Sie lassen sich von einer Pflegefachkraft schulen. Fehler in der Ausführung gefährden Sie und Ihren Angehörigen!

Selbsthilfetraining nach Bobath: So integrieren Sie das Bobath-Konzept in den Pflegealltag

Ein besonders wichtiger Bestandteil des Bobath-Konzepts ist das sogenannte Selbsthilfetraining, kurz ATL-Training. Diesen Bereich der Bobath-Therapie können Sie besonders gut und sinnvoll in die Pflege zuhause einbinden. Beim Selbsthilfetraining nach Bobath geht es darum, den Betroffenen konsequent in alltägliche Tätigkeiten einzubeziehen. Durch diese wiederkehrenden Aktivitäten werden Lernprozesse angeregt und intensiviert. Im Idealfall erreichen Sie so, dass Ihr Angehöriger zunehmend auf ehemals bekannte Bewegungsabläufe zurückgreifen kann. Der Betroffene wird bei der Ausübung der Alltagstätigkeiten so geführt, dass er lernt, die beteiligten Körperregionen wieder selbst zu aktivieren. Bekannte Handlungsabläufe und Bewegungsmuster können auf diese Weise „erinnert“ und wieder verfügbar gemacht werden.

Besonders geeignet für das Selbsthilfetraining nach Bobath sind demnach vertraute Handlungen wie das An- und Ausziehen, Essen und Trinken, Zahnpflege oder die Körperpflege.

Körperpflege / Hautpflege
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Körperpflege & Hautpflege bei Pflegebedürftigen

Waschung nach Bobath

Eine gute Möglichkeit, auch körperlich stark beeinträchtigte Patienten vom Bobath-Konzept profitieren zu lassen, sind sog. Bobath-Waschungen. Damit unterstützen Sie Ihren Angehörigen bei der Körperwahrnehmung. Wie bei anderen Bobath-Techniken gilt auch beim Waschen nach Bobath: Lassen Sie sich vorab professionell einweisen!

Mit der Durchführung einer Bobath-Waschung bzw. einer Bobath-orientierten Waschung zielen Sie darauf ab, die Aufmerksamkeit Ihres Angehörigen auf die beeinträchtigten Körperregionen zu lenken.

  • Bitten Sie Ihren Angehörigen, sich die betroffenen Körperpartien bewusst zu machen und die Wahrnehmung aktiv dorthin zu lenken.
  • Beim Waschen nach Bobath arbeiten Sie stets von der gesunden zur kranken Seite hin. Erhöhen Sie leicht den Druck, wenn Sie beim Waschen beeinträchtigte Körperregionen erreichen.
  • Informieren Sie Ihren Angehörigen über jeden Arbeitsschritt und lassen Sie ihn das Geschehen gedanklich nachvollziehen.
  • Führen Sie die Bewegungen langsam durch, beteiligen Sie den Pflegebedürftigen gegebenenfalls durch geführte Bewegungen.

Zusammenfassung: Bobath-Übungen für zuhause

Wie oben dargestellt, kommt das Bobath-Konzept ohne starren Übungskatalog aus. Das Bobath-Training zuhause anzuwenden heißt also für Sie und Ihren Angehörigen, die Grundprinzipien des Bobath-Konzepts konsequent in den Alltag zu integrieren. Therapie Übungen nach Bobath finden im Idealfall ständig über den Tag verteilt statt. Sie als Pflegender sollten jedoch vorab unbedingt ein Bobath-Training absolvieren. In speziellen Kurse und Fortbildungen erhalten Sie das nötige Fachwissen und erlernen die nötigen Techniken, um Ihren Angehörigen mit individualisierten Übungen nach Bobath durch den Tag zu begleiten. Dort erhalten Sie auch Informationen über den richtigen Einsatz von Hilfsmitteln wie der Bobath-Rolle. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse: Kurse für die BobathKurse werden dort in der Regel vermittelt und die Kosten für pflegende Angehörige werden von vielen Kassen erstattet.

Schlüsselpunkte nach Bobath

Wussten Sie, dass beim Bobath-Konzept die sog. Schlüsselpunkte eine wichtige Rolle spielen? Gemeint sind damit bestimmte Körperregionen mit einer hohen Dichte an Rezeptoren. Unterschieden werden hier:

  • Zentraler Schlüsselpunkt: Er befindet sich grob gesagt im Bereich des Brustbeins. Dieser Bereich hält den Schwerpunkt des Oberkörpers, um ihn herum werden die Extremitäten bewegt.
  • Proximale Schlüsselpunkte: Körpernahe Schlüsselpunkte, z. B. Schultern und Becken.
  • Distale Schlüsselpunkte: Körperferne Schlüsselpunkte, z. B. Hände und Füße.

Die Position der Schlüsselpunkte zueinander zeigt den aktuellen Muskeltonus an, also ob eine Beugung oder Streckung vorliegt. Die Schlüsselpunkte nach Bobath spielen eine zentrale Rolle u. a. bei der Einleitung von Bewegungen.

Info

Vojta-Prinzip in der Altenpflege

Die Krankengymnastik nach Vojta stellt eine gute Ergänzung zum Bobath-Konzept dar. Das Vojta-Prinzip wurde zwischen 1950 und 1970 von Prof. Dr. Václav Vojta ursprünglich für die Therapie von Säuglingen entwickelt, die an durch Hirnschäden verursachten Bewegungsstörungen leiden. Bei seiner Arbeit mit betroffenen Kindern stellte Vojta fest, dass diese auf bestimmte Reize, die in verschiedenen Körperpositionen auf bestimmte Körperregionen ausgeübt wurden, mit motorischen Reaktionen an Armen und Beinen reagierten. Durch die wiederholte Reizsetzung und die dadurch ausgelösten Bewegungsreaktionen ließ sich eine deutliche Besserung der Krankheitsbilder erreichen.

Heute kommt das Vojta-Prinzip auch in der Altenpflege zum Einsatz. Ausgangspunkt sind bei der Physiotherapie nach Vojta die natürlichen menschlichen Bewegungsmuster. Bei der Krankengymnastik nach Vojta werden diese Bewegungsmuster über verschiedene Druckpunkte aktiviert. Dadurch lässt sich z. B. Spastizität nach Schlaganfällen etc. lindern. Übrigens: Der Unterschied Bobath/Vojta liegt im Anwendungsfeld. Bobath ist ein ganzheitliches 24-Stunden-Konzept, Vojta eine Form der Physiotherapie.

 

Aktivierende Pflege
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Aktivierende Pflege nach Bobath

Wenn Sie für Ihren Angehörigen einen stationären Pflegeplatz suchen, sollten Sie in aller Regel darauf achten, dass in der entsprechenden Einrichtung der Grundsatz der aktivierenden Pflege umgesetzt wird. Besonders profitieren kann Ihr Angehöriger, wenn Pflegekräfte im Pflegeheim arbeiten, die eine Zusatzqualifikation für die therapeutisch aktivierende Pflege nach Bobath vorweisen können. Qualitativ hochwertige Weiterbildungen in aktivierender Pflege nach Bobath bietet u. a. die Bobath-Initiative für Kranken- & Altenpflege (BIKA e. V.) an. Fragen Sie bei der Heimsuche gezielt nach entsprechend zertifizierten Mitarbeitern.

 Pflegeeinrichtungen in Deutschland

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Erstelldatum: .82.106102|Zuletzt geändert: .3.609102
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