Schlaganfall: Behandlung, Therapie & Reha

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Schlaganfall: Therapie

Ein Schlaganfall bedarf immer einer raschen Diagnose durch erfahrene Spezialisten. Damit die Ursachen eines Schlaganfalls – egal ob Hirnblutung oder Durchblutungsstörung – schnell behandelt werden können, ist das Absetzen des Notrufs nach einem Schlaganfall die wichtigste Sofortmaßnahme. Je länger die Durchblutungsstörung im Gehirn anhält, desto mehr Nervenzellen werden zerstört und umso gravierender sind die Schlaganfall-Folgen. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass Schlaganfall-Patienten gute Therapie-Chancen haben, sofern sie nach dem Schlaganfall schnell ärztliche Hilfe erhalten. Ein Überblick über die Möglichkeiten der Schlaganfall-Behandlung, -Therapie und -Reha.

Inhaltsverzeichnis

Sofern ein Schlaganfall-Patient schnell ärztlich versorgt wird und vielleicht sogar in speziellen „Stroke Units“ (Schlaganfall-Abteilungen) in Kliniken untergebracht wird, ist das Spektrum an Therapie- und Rehamaßnahmen glücklicherweise sehr groß. Die besten Aussichten auf Erfolg hat ein Schlaganfall-Patient, sofern er innerhalb der ersten ein bis zwei Stunden nach dem Schlaganfall ärztlich versorgt wird. Behandlung, Therapie und Reha eines Schlaganfalls richten sich ganz nach der Schlaganfall-Ursache sowie der Lokalisation des Schadens im Gehirn.

Behandlung nach Schlaganfall

Die Behandlung nach einem akuten Schlaganfall läuft nach dem Motto „Time is Brain“ (Zeit ist Gehirn) ab. Denn je schneller und effizienter ein Patient nach einem Schlaganfall behandelt werden kann, desto mehr Nervenzellen im Gehirn können „gerettet“ werden. Die wichtigste Frage der Ärzte ist zunächst nach der Ursache des Schlaganfalls: Wurde der Schlaganfall durch einen Gefäßverschluss (ischämischer Schlaganfall) oder durch eine Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall) verursacht?

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Bei der Schlaganfall-Diagnose wird diese Frage u. a. mittels CT und MRT in wenigen Minuten beantwortet. Steht die Ursache des Apoplex / Schlaganfalls fest, folgt die weitere Behandlung. Nach einem akuten Schlaganfall versuchen Ärzte zunächst die Schäden im Gehirn des Patienten möglichst zu minimieren. Dabei versuchen sie jenes Hirngewebe zu retten, das durch den Schlaganfall zwar gefährdet, aber unter Umständen noch zu retten ist.

  • Behandlung nach ischämischem Schlaganfall (Mangeldurchblutung)

Hat ein Blutgerinnsel den Apoplex ausgelöst, folgt i. d. R. die sog. „Thrombolyse“ oder „Lyse-Therapie“. Dabei werden dem Schlaganfall-Patienten Medikamente verabreicht, die das Blutgerinnsel auflösen soll. Dabei unterscheidet man zwischen zwei Formen der Lyse-Therapie: der systemischen Thrombolyse (bis ca. 4,5 Stunden nach Schlaganfall möglich) und der lokalen Thrombolyse (bis ca. 6 Stunden nach Schlaganfall möglich).

  • Behandlung nach hämorrhagischem Schlaganfall (Hirnblutung)

Ist der Apoplex Folge einer Hirnblutung, so wird der Patient i. d. R. am offenen Gehirn operiert. Das erhöhte Blutvolumen drückt im Gehirn auf die Umgebungsstruktur und schädigt Nervenzellen im Gehirn immer weiter. Im Rahmen der Operation versuchen Ärzte, Blut aus den Zwischenräumen der Hirnstruktur abzusaugen und den Druck so zu verringern.

Bewusstlose oder beatmungspflichtige Patienten kommen direkt auf die Intensivstation und werden ganzheitlich überwacht.

Schlaganfall-Therapie

Zur umfassenden Schlaganfall-Therapie gehören vier Therapiegrundsätze:

  1. Verbesserung der Vitalfunktionen

Blutdruck und Blutzucker des Schlaganfall-Patienten müssen exakt eingestellt werden. Der Patient muss ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden und er darf sich auf keinen Fall einen Infekt einfangen.

  1. Beseitigung von Gefäßverschlüssen

Ist ein Blutgefäß verstopft, versuchen Ärzte, das Gerinnsel durch eine medikamentöse Behandlung aufzulösen. Das gelingt in einigen Fällen mit Hilfe der sog. Lyse-Therapie (s. o.).

  1. Prävention vor einem erneuten Schlaganfall

Das Risiko, nach einem Schlaganfall einen weiteren Apoplex zu erleiden, ist groß. Deshalb ist die Schlaganfall-Diagnose sehr wichtig, um die genauen Ursachen des Schlaganfalls zu kennen (ischämischer oder hämorrhagischer Apoplex) und so einem wiederholten Schlaganfall vorbeugen zu können.

Blutverdünnende Medikamente gehören in der Regel zur Therapie, wenn der erste Schlaganfall ein ischämischer Schlaganfall war, d. h. eine Mangeldurchblutung den Schlaganfall ausgelöst hat.

  1. Verringerung/Vermeidung von Folgeschäden – die Sekundärprävention

Bei einer Hirnblutung kann u. U. eine Hirnoperation nötig sein, um z. B. den Blutungsherd auszuräumen oder um – durch eine Schädelknochenentfernung – Platz zu schaffen, damit ein Hirnödem (Hirnschwellung) möglichst folgenlos abheilen kann.

Eine besonders schwerwiegende Komplikation bei einem Apoplex ist das Hirnödem. Gelegentlich entfernen Chirurgen deshalb Teile der Schädeldecke, um den Druck vom Gewebe zu nehmen. Auch die Behandlung von Krampfanfällen (Epilepsie nach Schlaganfall) kann notwendig werden.

Schlaganfall: Heilung möglich?

Es gibt durchaus Schlaganfall-Patienten, die sich vollkommen erholen und keine schweren Folgeschäden davontragen. Das hängt u. a. davon ab, wie schwer der Schlaganfall war, wie schnell der Schlaganfall-Patient ärztliche Hilfe erhielt und wie schwerwiegend die Schlaganfall-Folgen waren.

Tatsächlich haben jüngere Patienten (unter 70 Jahren) ein größere Chance, einen Schlaganfall vollkommen auszuheilen bzw. etwaige Einschränkungen durch eine Rehabilitation vollkommen zu beseitigen. Jeder zweite Schlaganfall-Patient bleibt aber aufgrund der Hirnschädigungen dauerhaft pflegebedürftig.

Pflegebedürftigkeit als Folge eines Schlaganfalls

Leider können die Folgen eines Schlaganfalls nicht immer so weit verringert werden, dass die Betroffenen ihr Leben (fast) ohne jede Einschränkung weiterführen können. In etwa zwei Drittel aller Fälle bleiben körperliche Schäden zurück, oft auch eine zumindest vorübergehende Pflegebedürftigkeit. Mehr als 1,5 Millionen Menschen sind derzeit in Folge eines Schlaganfalls dauerhaft behindert und pflegebedürftig im Sinne des § 14 SGB XI.

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Häufige Folgen und Symptome eines Schlaganfalls sind:

  • Teillähmungen der Arme oder Beine
  • Sehstörungen
  • Sprachstörungen
  • Vergesslichkeit, Orientierungsprobleme

Pflege bei Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall ins Pflegeheim? Das kann eine Möglichkeit sein, aber es ist sicherlich nicht die einzige. Schon während der Reha oder sogar noch im Krankenhaus können sich Betroffene und ihre Angehörigen an die Sozialdienste oder Pflegeüberleitungen wenden. Es gilt zu klären, wie es jetzt am besten weitergeht:

  • Kann ausreichend ambulante Unterstützung organisiert werden, damit der Betroffenen zuhause wohnen bleiben kann?
  • Reichen vielleicht schon kleinere Umbaumaßnahmen aus, um die Wohnung und das Badezimmer barrierefrei zu gestalten?
  • Können die Angehörigen oder Freunde und Nachbarn helfen oder kann zusätzlich stundenweise Betreuung hinzugebucht werden?
  • Können Hilfsmittel dazu beitragen, die Selbstständigkeit des Schlaganfall-Patienten wiederherzustellen bzw. zu fördern?
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Hilfe in Anspruch nehmen

Die Pflege bei bzw. nach einem Schlaganfall kann aufwendig sein, z. B. aufgrund massiver Einschränkungen. Aber auch psychische Veränderungen (etwa eine Depression) können das Zusammenleben erschweren. Hier gilt: Machen Sie sich gemeinsam Gedanken, holen Sie sich Hilfe und gestalten Sie den Prozess gemeinsam. Dazu gehört auch, dass sich alle Beteiligten mit dem Thema Schlaganfall auseinandersetzen und sich nicht scheuen, Hilfe zu holen, z. B. in einem Pflegekurs.

Reha nach Schlaganfall

Die Rehabilitation nach einem Schlaganfall ist stets individuell, denn letztlich gleicht kaum ein Schlaganfall dem anderen. Primäres Ziel jeglicher Rehabilitationsmaßnahmen ist es, dass der Schlaganfall-Patient wieder größtmögliche Selbstständigkeit erlangt. Dabei kommen sowohl physiotherapeutische, sporttherapeutische und ergotherapeutische Maßnahmen zum Einsatz. Zudem orientiert sich die Reha nach Schlaganfall auch am Konzept der aktivierenden Pflege sowie am Bobath Konzept und bindet bei Bedarf auch Logopäden und Psychologen mit ein.

Die Reha-Maßnahmen richten sich ganz danach,

  • wie schwerwiegend die Folgen durch den Schlaganfall / Apoplex sind
  • wie stark die Einschränkungen des Betroffenen sind und
  • welcher Hirnbereich beim Schlaganfall geschädigt wurde (Schlaganfall im Kleinhirn oder Schlaganfall im Großhirn).
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Behandlungsdauer nach Schlaganfall

Schlaganfall-Patienten müssen auf jeden Fall eine Menge Geduld aufbringen. Oftmals müssen sie das Gehen und Sprechen wieder neu lernen und das dauert einfach seine Zeit. Zum anderen läuft das Leben im Alter insgesamt langsamer ab, wenn Schlaganfall-Schäden (etwa Lähmungen) dauerhaft bleiben.

Eine besondere Form der Rehabilitation ist die neurologische Reha. Dabei trainieren Schlaganfall-Patienten intensiv, zwischen 120 und 300 Minuten täglich, und müssen dafür in eine ausgewiesene Fachklinik für die neurologische Rehabilitation.

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Viele Reha-Maßnahmen werden heute bereits ambulant, aber auch in stationären geriatrischen oder neurologischen Reha-Kliniken angeboten. Leider erhalten nicht alle Schlaganfall-Patienten eine Reha – Krankenkassen argumentieren oft mit den hohen Kosten. Doch lassen Sie sich nicht irritieren: Seit 2007 haben viele ältere Patienten einen Rechtsanspruch auf eine geriatrische Rehabilitation. Die Voraussetzungen dafür sind, dass

  • der Versicherte mindestens 70 Jahr alt ist
  • der Versicherte mindestens zwei altersbedingte Krankheiten und Einschränkungen hat.
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Geriatrische Rehabilitation

Fragen Sie Ihren Arzt bzw. den Ihres Angehörigen gezielt nach der Verordnung einer „geriatrischen Rehabilitation“. Außerdem können Sie ihn darum bitten, dass er alle akuten und chronischen Krankheiten und Einschränkungen von Ihnen bzw. Ihrem Angehörigen auflistet. Das kann Ihnen dabei helfen, den Antrag auf Reha bei der Krankenkasse durchzusetzen.

Schlaganfall-Selbsthilfegruppen

Sowohl für Schlaganfall-Patienten selbst als auch für deren Angehörige können Schlaganfall-Selbsthilfegruppen eine große Unterstützung sein, um mit den Folgen und Auswirkungen eines Schlaganfalls zu leben. Der Kontakt mit anderen Betroffenen kann helfen, mit dem Schicksalsschlag Schlaganfall besser umzugehen, neue Menschen kennenzulernen oder von neuen Therapien zu erfahren.

Die Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist eine gute Adresse, wenn es darum geht, Kontakt zu Selbsthilfegruppen aufzunehmen. Unter http://www.schlaganfall-hilfe.de/adressen-selbsthilfegruppen finden Sie z. B. schnell eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe.

Das Leben nach dem Schlaganfall: Autofahren, Fliegen und Ernährung nach Schlaganfall

  • Ernährung nach Schlaganfall

Eine besondere Ernährung nach Schlaganfall kann eine gute Prävention sein, um einen weiteren Schlaganfall zu verhindern. Mit einer gesunden Ernährung im Alter können Risikofaktoren wie zu hohe Cholesterin- oder Zuckerwerte durchaus in Schach gehalten werden, die als Ursache für einen Schlaganfall gelten können. Generell gilt: Essen Sie ausgewogen und essen Sie nicht zu viel.

Trinknahrung
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Trinknahrung
  • Magensonde nach Schlaganfall

Ein Schlaganfall führt bei etwa der Hälfte der Betroffenen zu einer akuten Schluckstörung, rund ein Viertel der Betroffenen leidet an einer chronischen Schluckstörung (Dysphagie). In diesem Fall kann entweder spezielle Trinknahrung oder in schweren Fällen eine Magensonde (enterale Ernährung) zum Einsatz kommen, wenn der Schluckreflex gestört ist.

Medizinisch wird dabei häufig eine sog. PEG (perkutane endoskopische Gastrotomie) angelegt – ein künstlicher Zugang in den Magen, der von außen (durch Haut und Bauchwand) erfolgt.

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Vorsicht vor Mangelernährung

Ein gestörter Schluckreflex muss immer behandelt werden. Zum einen, weil der Betroffene sonst Gefahr läuft, mangelernährt zu werden; zum anderen, weil Nahrungsreste in die Lunge gelangen können.

  • Autofahren nach Schlaganfall

Darf man nach einem Schlaganfall wieder selbst Auto fahren? Das kommt ganz darauf an, unter welchen Folgen der Schlaganfall-Patient noch leidet und wie sich diese Einschränkungen auswirken.

Dysphagie / Schluckstörung
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Dysphagie / Schluckstörung – Ursachen und Behandlung

Ein Blick in die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahrereignung lohnt sich. Dort heißt es: „Wer an den Folgen einer Hirnblutung oder -ischämie leidet, ist bei Vorliegen relevanter neurologischer und/oder neuropsychologischer Ausfälle (z. B. Lähmungen, Aphasien, Gesichtsfeldausfällen) nicht in der Lage, den gestellten Anforderungen zum Führen von Kraftfahrzeugen … gerecht zu werden…“

Aber: „Nach erfolgreicher Therapie kann, abhängig von den besonderen Umständen des Einzelfalles, angenommen werden, dass der Betreffende bedingt wieder in der Lage ist, Kraftfahrzeuge der Gruppe 1 zu führen. Die Beurteilung setzt in der Regel eine stationäre Untersuchung voraus.

Bei Vorliegen transitorisch-ischämischer Attacken, die mit Bewusstseinsstörungen oder relevanten neurologischen Ausfällen einhergehen, ist risikolose Teilnahme am Straßenverkehr nur dann gegeben, wenn nach entsprechender Diagnostik und Therapie keine signifikant erhöhte Rezidivgefahr (Wiederholungsgefahr) mehr besteht.“

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Autofahren nach Schlaganfall?

Ob Sie wieder Auto fahren dürfen, sollten Sie zunächst mit Ihrem Arzt besprechen. Zur Überprüfung Ihrer Eignung können Sie sich bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde Ihrer Kommune melden. Die Behörde wird dann entscheiden, welche Untersuchung für Sie in Frage kommt. Zumeist ist dann ein Gutachten eines Facharztes mit verkehrsmedizinischer Zusatzqualifikation erforderlich.

  • Fliegen nach Schlaganfall

Sofern Personen mobil sind und der zuständige Arzt die Erlaubnis gegeben hat, dürfen sie nach einem Schlaganfall fliegen. Schlaganfall-Patienten sollten Flugreisen eingehend planen und stets wichtige Medikamente mit sich führen.

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