Körperpflege & Hautpflege bei Pflegebedürftigen

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Körperpflege / Hautpflege

Die Körperpflege und Hautpflege von pflegebedürftigen Personen gehört in der häuslichen Pflege zum Alltag – Tag für Tag. Für manche pflegende Angehörige ist es zwar nicht einfach, sich ihrem nahen Angehörigen so intim und persönlich zu widmen, jedoch machen es die meisten Pflegenden dennoch gerne, da sie schließlich keine fremde Person pflegen, sondern in vielen Fällen ihren Partner oder ein Elternteil. Manche haben eher Angst, dass sie ihrem Angehörigen Schmerzen zufügen oder etwas falsch machen. Diese Sorge müssen Sie nicht haben! Wie so oft hilft auch hier bei Unsicherheit vor allem eines: Pflegewissen für pflegende Angehörige und praktische Tipps für den Alltag.  Zudem hilft es vielen pflegenden Angehörigen erfahrungsgemäß auch, wenn sie sich überlegen, wie sie selbst gerne versorgt werden würden. So können Sie Ihr Handeln intuitiv auf den Pflegebedürftigen übertragen.

Inhaltsverzeichnis

Eines steht fest: Für Ihren Angehörigen ist die ganze Situation auch nicht leicht bzw. oftmals unangenehmer als für Sie als Pflegenden, da er sich abhängig und ausgeliefert fühlt, wenn er seine eigene Körperpflege nicht mehr selbst durchführen kann. pflege.de informiert Sie daher verständlich über alles, was Sie zur Körperpflege und Hautpflege Ihres Pflegebedürftigen wissen müssen und wie Sie eine angenehme Atmosphäre für beide Beteiligte schaffen können.

Info

Fallbeispiel von pflege.de-Lesern

Als Renate B. nach einem Schlaganfall pflegebedürftig wurde, war für ihren Mann Horst eines sofort klar: „Solange es geht, soll Renate zu Hause bleiben. Wir sind seit 50 Jahren verheiratet – da lasse ich sie doch jetzt nicht allein!“ Horst B. ist es – als gelernter Maschinenschlosser – gewohnt, alle Dinge überlegt anzugehen und deshalb besuchte er als Erstes einen Pflegekurs. „Mir war gar nicht klar, wie viel ich nicht wusste – und wie viel noch möglich ist.“

Besonders die tägliche Körper- und Hautpflege hat sich für Renate und Horst B. zu einem lieb gewordenen täglichen Ritual entwickelt. „Erst hatte ich Schwierigkeiten, meiner Frau so auf die Pelle zu rücken“, gesteht Horst B. „Aber da sie nicht sprechen kann und ihre linke Körperseite gelähmt ist, gibt uns die körperliche Nähe während der Körperpflege jetzt ein Stück Zweisamkeit, die wir vorher so gar nicht mehr hatten.“

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Körperpflege bei Pflegebedürftigkeit – Darauf sollten Sie achten

Die Körperpflege bei Pflegebedürftigen ist nicht nur aus hygienischen Gründen wichtig. Sie kann dort Nähe schaffen, wo z. B. die Sprache fehlt oder wo eine Demenz die Kommunikation erschwert. Sanfte Berührungen während des Waschens können Ängste und Einsamkeit lindern und so Wohlbefinden schaffen. Beachten Sie bei der Körperpflege ihres pflegebedürftigen Angehörigen Folgendes:

Bonus
Hygiene in der Pflege – 29 praktische Tipps & Tricks für pflegende Angehörige.
  • Wahren Sie Respekt

Nehmen Sie – auch bei schwierigen oder angespannten Pflegesituationen – Ihren pflegebedürftigen Angehörigen als gleichberechtigten Partner wahr, auch wenn er nicht mehr sprechen kann oder nicht mehr weiß, wo er ist.

  • Nutzen Sie das Angebot eines Pflegekurses

Sie müssen genau wissen, was Sie tun und wie Sie es tun. Ein Pflegekurs oder aber eine genaue Anleitung (z. B. von professionellen Pflegekräften) hilft Ihnen dabei. Ihren Angehörigen zu waschen (vor allem wenn er evtl. Schmerzen hat oder seine Bewegungen eingeschränkt sind), ist eine Aufgabe, die Wissen verlangt, das man lernen kann.

  • Sprechen Sie miteinander

Für Ihren Pflegebedürftigen ist es schwer genug, Sie oder andere Familienmitglieder mit der Pflege des eigenen Körpers ausgeliefert zu sein und von anderen Personen abhängig zu sein. Daher ist eine achtsame Kommunikation sehr wichtig – sowohl verbal als auch nonverbal. Pflegebedürftige sollen sich nicht plötzlich kontrolliert oder bevormundet fühlen.

Damit sich Ihr pflegebedürftiger Angehöriger weiterhin ernst genommen und als Gesprächspartner auf Augenhöhe fühlt, hilft es z. B., wenn Sie auch den Tagesablauf zusammen durchsprechen oder über den gestrigen Tag oder gemeinsame Ausflüge sprechen. So fühlen sich Pflegebedürftige auch als Gesprächspartner auf Augenhöhe ernst genommen.

  • Übung macht den Meister

Die richtige Art der Körperpflege müssen auch professionelle Pflegekräfte erst lernen. Seien Sie also nicht enttäuscht, wenn nicht alles von Anfang an glatt läuft und nehmen Sie es mit Humor. Mit jedem Mal wird der Vorgang besser funktionieren und Ihr Angehöriger wird sich auch daran gewöhnen. Sollte er sich anhaltend wehren, so fragen Sie ihn, was Sie ändern können, damit er sich wohler fühlt.

Beachten Sie, dass bei Personen mit Demenz manche Berührungen eine Gegenwehr auslösen können. Gehen Sie nicht darüber hinweg, sondern suchen Sie nach anderen Lösungen und besprechen Sie z. B. mit einer professionellen Pflegekraft passende Maßnahmen.

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  • Tauschen Sie sich mit anderen Pflegenden aus

Fast alle Pflegende stoßen früher oder später einmal an ihre persönliche Grenze oder geraten in eine Situation, mit der sie überfordert sind. Egal ob für Fragen zu besonderen Pflegesituationen oder praktischen Tipps für die Körperpflege hilft es vielen, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Das heißt: Sprechen Sie in Pflegekursen oder Selbsthilfegruppen mit anderen pflegenden Angehörigen, um sich gegenseitig weiterzuhelfen oder einfach mal zu erzählen, wie schwer Ihnen manche Situationen fallen oder wie erschöpft Sie aktuell sind.

Tipp

Wenn Sie mit einer pflegerischen Aufgabe überfragt sind, können Sie sich natürlich auch von den Profis Tipps und Unterstützung für die häusliche Pflege holen! Sie können im Rahmen der Kombinationsleistung aus Pflegegeld und Pflegesachleistungen die häusliche Pflege Ihres Angehörigen auf Sie als Privatperson und einem ambulanten Pflegedienst aufteilen.

Die 11 wichtigsten Tipps bei der Körperpflege Ihres Angehörigen

    1. Achten Sie auf eine angenehme Umgebung, wenn Sie Ihren Angehörigen waschen. Statt vieler konkreter Regeln hilft es auch hier, sich zu überlegen, was einem selbst wichtig wäre.
      Dazu gehört: Eine Raum- und Wassertemperatur, die Ihr Angehöriger als angenehm empfindet, das Schließen von Fenstern und Türen, um die Intimsphäre zu wahren und Zugluft zu vermeiden. In vielen Punkten können Sie Ihrer Intuition folgen und werden merken, dass Sie auch ohne Regeln schon sehr viel richtig machen!
    2. Erklären Sie Ihrem Angehörigen vor jedem Schritt immer, was Sie gleich tun werden und welches Körperteil Sie gleich reinigen oder eincremen.
      Tipp: Decken Sie nur das jeweilige Körperteil auf, das Sie gerade waschen, damit der Körper warm bleibt und sich Ihr Angehöriger wohler fühlt.
    3. Lenken Sie während der Körperpflege das Gespräch auf allgemeine Themen – das lockert die Situation auf und lenkt ab.
    4. Beginnen Sie bei der Körperpflege stets mit Gesicht, Hals und Ohren und arbeiten Sie sich dann am Körper weiter von oben nach unten vor.
  1. Lassen Sie den Pflegebedürftigen beim Waschen mithelfen und ermutigen Sie ihn, kleine Teilaufgaben selbst zu übernehmen. Damit fördern Sie seine noch vorhandenen Fähigkeiten (Aktivierende Pflege) und stärken sein Selbstwertgefühl. Besonders gut gelingt das bei Mundpflege und Zahnpflege, indem Sie ihm z. B. die Zahnpasta auf die Zahnbürste geben und ihn dann anleiten, selbst zu putzen.
    Tipp: In dieser Zeit können Sie als Pflegeperson gut andere Aufgaben erledigen, wie z. B. das Aufschütteln des Bettes oder die Auswahl der Kleidung aus dem Schrank. So fühlt sich Ihr Angehöriger auch weniger kontrolliert und nicht beobachtet und freut sich, dass er Sie unterstützen kann.
  2. Entfernen Sie Seifenrückstände nach der Körperwäsche stets vollständig und trocknen Sie den Pflegebedürftigen stets gut ab, auch in Hautfalten und zwischen den Fingern und Zehen.Schauen Sie dazu genau hin und fragen Sie Ihren Angehörigen auch mal, ob er gerne noch irgendwo abgetrocknet werden möchte, ob ihm das Gesäß oder etwas anderes weh tut.
  3. Achten Sie auf Druckstellen (z. B. an Fersen, Hüfte, Steiß, etc.) und Rötungen bei der Körperpflege. Dies könnten erste Hinweise auf einen beginnenden Dekubitus sein. In diesem Fall sollten Sie unbedingt einen Arzt informieren, da schnell entsprechende Maßnahmen ergriffen werden müssen.
  4. Nehmen Sie sich Zeit für die Körperpflege Ihres Angehörigen, setzen Sie aber auch Prioritäten. Das entlastet sowohl Ihren Pflegebedürftigen als auch Sie als pflegenden Angehörigen und spart Zeit.
    Beispiel: Müssen die Füße wirklich täglich gewaschen werden oder reicht auch jeder zweite Tag? Wenn Rücken und Gesäß aufgrund einer Inkontinenz vor zwei Stunden gerade erst gereinigt wurden, müssen Sie sie nicht erneut waschen. Überlegen Sie sich auch, welche Prioritäten der Pflegebedürftige früher gesetzt hat.
    Expertenmeinung
    Irina Beckedorf
    Irina Beckedorf
    Dozentin für Pflege

    Mein Praxistipp für pflegende Angehörige:
    Bei der Körperwaschung setzt man morgens auf eine andere Technik an als beim Zubettgehen. Während man morgens gegen den Haarwuchs wäscht und eher aktivierende Materialien wie einen raueren Waschlappen benutzt, ist es abends wichtig, in Richtung des Haarwuchses zu waschen und eher weichere Materialien zu verwenden.

  5. Berücksichtigen Sie immer die persönlichen Vorlieben und Abneigungen von Ihrem Angehörigen, aber auch von Ihnen selbst. Wenn sie wissen, dass es Ihrer Mutter z. B. sehr wichtig ist, dass jeden Tag die Haare gewaschen werden, dann sollten Sie diesen Wunsch respektieren. Das ist wichtig für das Wohlbefinden Ihres Pflegebedürftigen. Genauso sollten Sie aber auch offen äußern, wenn Ihnen persönlich etwas widerstrebt. Können Sie z. B. keine nassen Haare anderer anfassen, dann tragen Sie bei der Haarwäsche einfach Handschuhe und erklären Sie es Ihrem Angehörigen, damit er nicht irritiert ist.
  6. Lassen Sie sich z. B. in einem Pflegekurs zeigen, wie Sie rückenschonend arbeiten. Wenn Sie merken, dass die Körperpflege Sie zu sehr anstrengt, sollten Sie ggf. einen ambulanten Pflegedienst mit der Grundpflege beauftragen.
  7. Jede Körperpflege ist ein Angebot an den Pflegebedürftigen, aktiv zu werden. Machen Sie sich doch einmal mit dem Konzept der Basalen Stimulation vertraut.
Expertenmeinung
Irina Beckedorf
Irina Beckedorf

Mein Praxistipp für pflegende Angehörige:
Basale Stimulation ist ein wichtiger Bestandteil in der täglichen Körperpflege und mit bestimmten Handgriffen lässt sich das auch bei pflegenden Angehörigen gut unterbringen. Basale Stimulation ist ein Handlungskonzept zur Aktivierung von Patienten. Eingesetzt wird es oft bei Menschen mit Bewegungs- und Wahrnehmungsstörungen. Eines der Prinzipien der Basalen Stimulation ist, die Berührungen stets aus der Körpermitte heraus zu den Gliedmaßen und dem Kopf hindurchzuführen. Wichtig ist außerdem ein kontinuierlicher Kontakt. Daher setzt man bei einer Prozedur den Kontakt nicht ab, sondern wechselt die Hände bei der Berührung ab. 

Die tägliche Körperpflege bei Pflegebedürftigen ist mehr als nur ein Akt der Hygiene: Sie ist liebevolle Zuwendung und achtsame Begutachtung. Zudem bringt die Körperpflege den Kreislauf in Schwung, kann gut mit der Thrombose- und Pneumonieprophylaxe kombiniert werden und eine Waschung kann zugleich als fiebersenkende Maßnahme erachtet werden.

Tipp

Wenn Sie sich bei manchen Handgriffen unsicher oder unwohl fühlen, sprechen Sie professionelle Pflegende oder den behandelnden Arzt darauf an und fragen Sie nach konkreten Tipps, die Ihnen die Pflege erleichtern kann. Das können spezielle Handgriffe, eine bestimmte Lagerungstechnik oder Elemente der basalen Stimulation sein. Die Basics für die Körperpflege von Pflegebedürftigen lernen Sie auch in einem Pflegekurs – die Teilnahme ist für Sie als pflegender Angehöriger kostenlos.

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Pflegewissen für pflegende Angehörige

Haarwäsche & Rasur bei Pflegebedürftigen

Zur Körperpflege gehören auch die Haarwäsche oder eine Rasur. Im Liegen können Haare verknoten und viele Personen schätzen eine kleine Kopfmassage oder das Bürsten der Haare sehr.

Es kann erleichternd sein, wenn Ihr pflegebedürftiger Angehöriger eine praktische Kurzhaarfrisur bzw. keinen Bart trägt. Dennoch mag nicht jeder kurze Haare und möchte nicht jeder Mann auf seinen Bart verzichten. Achten Sie also nicht nur auf praktische Aspekte, sondern auch darauf, dass sich Ihr Angehöriger wohl fühlt.

  • Haarwäsche

Das Waschen der Haare können Sie im Zuge der Körperpflege selbst übernehmen. Verbinden Sie die Haarwäsche doch ab und zu mit einer angenehmen Kopfmassage und kämmen Sie die Haare danach gut durch. Zudem sollten Sie die Haare nach dem Waschen föhnen, damit sich Ihr Angehöriger nicht erkältet.

Viele ältere Damen schätzen einen Friseurbesuch auch im hohen Alter noch sehr – mit einer netten Frisur und einem schönen Haarschnitt fühlen sich viele wohler. Daher könnten Sie – sofern möglich – Ihrem Angehörigen auch regelmäßig einen Besuch beim Friseur organisieren.

  • Rasur

Viele ältere Männer schätzen auch im hohen Alter noch die tägliche Rasur. Sofern Ihr Angehöriger einzelne Arbeitsschritte noch selbst ausführen kann, sollten Sie ihn dazu motivieren und ihn animieren, diese weiterhin zu übernehmen. So erhalten Sie seine Ressourcen und er freut sich auf dieses Ritual, an dem er selbst noch mitwirken kann.

Tipp

Erfahrungsgemäß genießen es bettlägerige Menschen sehr, wenn sie sauber gewaschen und mit frischer Kleidung in einem sauberen, gelüfteten Bett liegen. Daher könnten Sie die Körper- und Hautpflege auch immer mit dem Bettenmachen verbinden. Wenn Ihr Angehöriger stark bettlägerig ist und das Bett nicht mehr verlassen kann, können Sie in einem Pflegekurs praktische Tipps erhalten, wie Sie die Bettwäsche wechseln, ohne dass Ihr Angehöriger dazu das Bett verlassen muss. 

Ganzkörperwäsche in der Dusche oder Badewanne

Dusche oder Badewanne? Das ist für viele Menschen – auch Pflegebedürftige – mehr als eine Glaubensfrage. Mancher Mensch badet gern und das lässt sich auch bei einer Pflegebedürftigkeit durchaus organisieren. Grundsätzlich ist das Duschen gesünder als das Baden, da Vollbäder den Kreislauf belasten und die Haut strapazieren können. Eine Dusche statt eines ausgiebigen Vollbads spart auch aus Sicht des pflegenden Angehörigen Zeit, wenn diese einmal knapp ist. Ab und zu ist aber nichts gegen ein Vollbad einzuwenden.

Es gibt eine ganze Reihe von Hilfsmitteln für Senioren, die das Baden in der Badewanne einfacher und sicherer machen wie Badewannensitze, Badewanneneinsätze, Badewannenlifter oder Sitzbadewannen. Wenn ein Wannenbad für Ihren pflegebedürftigen Angehörigen ein wichtiges Element für sein Wohlbefinden ist, sollten Sie ihm das vielleicht hin und wieder ermöglichen – sofern möglich. Vielleicht können Sie ein Wannenbad ja auch als Ritual am Wochenende einführen – so dass sich Ihr Angehöriger darauf freut und Sie dafür Unterstützung von einer zweiten Person erhalten.

Grundsätzlich ist die Körperpflege in der Dusche wesentlich einfach als das Wannenbad. Durch eine Anti-Rutsch-Matte, einen Duschhocker und einen Haltegriff machen Sie eine herkömmliche Dusche behindertengerecht. Sollte nur eine Badewanne vorhanden sein, lässt sich diese heutzutage schnell und kostengünstig zu einer Dusche umbauen.

Info

Zuschuss zum Umbau Wanne zu Dusche

Sollten Sie bzw. Ihr Angehöriger nur eine Badewanne haben, die Ihnen die Körperpflege stark erschwert oder zu gefährlich erscheint, können Sie die Wanne zur Dusche umbauen lassen. Diese Maßnahme wird bei anerkanntem Pflegegrad im Rahmen der Wohnraumanpassung mit bis zu 4.000 Euro von der Pflegekasse gefördert und Sie erhalten in wenigen Stunden eine barrierefreie Dusche. Die kann sowohl Ihnen die Körperpflege erleichtern als auch Ihrem Angehörigen Sicherheit und Wohlbefinden bei der Körperpflege zurückgeben. Eine bodengleiche Dusche kann sogar mit dem Rollstuhl oder Rollator genutzt werden.

 

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Anleitung & Tipps: Ganzkörperwasche in der Dusche oder Badewanne

  1. Legen Sie alle Utensilien (Seife, Badewannenzusätze, Handtücher, Waschlappen etc.) griffbereit.
  2. Achten Sie darauf, dass Anti-Rutsch-Matten, Duschhocker, Duschsitz etc. in der Badewanne bzw. in der Dusche sicher befestigt sind.
  3. Schützen Sie sich bei Bedarf selbst (Einmalhandschuhe, Schutzschürze etc.) und achten Sie stets auf einen sicheren Stand.
  4. Stellen Sie eine angenehme Wassertemperatur ein und halten Sie sie konstant. Fragen Sie Ihren Angehörigen, welche Temperatur er als angenehm empfindet.
  5. Lassen Sie sich bei der Körperpflege Zeit und geben Sie dem Pflegebedürftigen Gelegenheit, mitzuhelfen. So kann er vielleicht einzelne Teilaufgaben übernehmen und fühlt sich so unabhängiger und erhält ein Stück seiner Selbstständigkeit.
  6. Verwenden Sie die richtigen Reinigungs- und Pflegeprodukte, die der behandelnde Arzt empfiehlt. Im Falle einer Inkontinenz oder eines Dekubitus gelten dabei besondere Empfehlungen, die Sie sich unbedingt vom Arzt holen sollten.
  7. Lassen Sie Ihren Angehörigen nicht unbeaufsichtigt, da er in der Dusche oder beim Ausstieg aus der Wanne stürzen könnte.
  8. Wichtiger Tipp für Sie als Pflegenden: Bevor Sie mit der Ganzkörperwäsche starten, sollten Sie selbst etwas gegessen und getrunken haben. Die körperliche Anstrengung und die feuchte, warme Luft im Badezimmer kann sonst zu Kreislaufbeschwerden führen.
Tipp

Nutzen Sie die Handbrause, um Ihren Angehörigen zu waschen. Das erleichtert Ihnen die Körperpflege und Sie können gezielt einzelne Körperpartien (ggf. zusätzlich mit einem Waschlappen) säubern. Das gilt auch für die Bereiche unterhalb der Brüste oder des Bauches.

 

Spülen Sie Seifenreste nach dem Wannenbad oder der Dusche gründlich ab und trocknen Sie Ihren Angehörigen gut ab. Mit einem Handtuch sorgen Sie nicht nur dafür, dass alle Hautstellen trocken sind (das reduziert die Keimbelastung), sondern aktivieren auch den Kreislauf des Pflegebedürftigen.

Körperpflege am Waschbecken

Viele ältere Menschen waschen sich gerne am Waschbecken und scheuen den Einstieg in die Badewanne oder die Duschwanne. Sofern Ihr Angehöriger noch selbstständig ist und nur wenig Unterstützung bei der Körperpflege braucht, können Sie ihm am besten einen Stuhl unters Waschbecken stellen, so dass er sich zwischendurch setzen kann. Ist er auf einen Rollstuhl angewiesen, sollten Sie – sofern noch nicht geschehen – das Waschbecken rollstuhlgerecht umsetzen lassen, sodass es unterfahrbar ist. So erhalten Sie die Selbstständigkeit Ihres Angehörigen und lassen ihm seine Privatsphäre.

Anleitung & Tipps: Körperpflege am Waschbecken

  1. Achten Sie darauf, dass die Wassertemperatur für Ihren Angehörigen angenehm ist und er die Armatur nicht aus Versehen zu heiß einstellt.
  2. Legen Sie alle Utensilien, die er für die Körperwäsche benötigt, in seine Griffweite hin.
  3. Helfen Sie nur bei den Handlungen mit, die Ihr Angehöriger nicht mehr selbst erledigen kann (z. B. Reinigung des Rückens).
  4. Achten Sie bei Menschen mit Demenz darauf, dass Sie dabei bleiben und ggf. die Wäsche mit Aufforderungen unterstützen.
  5. Wenn Ihr Angehöriger nicht mehr sitzen kann, erfolgt die Körperpflege im Bett (s. u.).

Ganzkörperwäsche im Bett

Sofern Ihr Angehöriger bettlägerig ist, müssen Sie die Körperpflege im Bett durchführen. Auch das ist möglich, wenn man weiß, wie es geht.

Tipp

Sofern Ihr Angehöriger jedoch noch eingeschränkt beweglich ist und in den Rollstuhl gesetzt werden kann, sollten Sie die Körperwäsche im Rollstuhl in jedem Fall vorziehen. So kann einfach eine bessere Hygiene erreicht werden und auch das Gefühl von Sauberkeit ist bei Ihrem Angehörigen deutlich angenehmer. Zudem werden durch die Ganzkörperwäsche im Bett häufig auch Bettlaken nass, die dann wiederum unter dem Bettlägerigen gewechselt werden müssen.

 

Ist Ihr pflegebedürftiger Angehöriger bewegungseingeschränkt, müssen Sie ihn bei der Ganzkörperwäsche im Bett unterstützen. Die Körperwäsche folgt dabei dem bekannten Muster: Beginnen Sie am Kopf und im Gesicht und arbeiten Sie sich langsam zu den Füßen hinab. Zudem ist es hilfreich, wenn Sie neben das Bett einen kleinen Tisch stellen, auf dem Sie die Schüssel mit Wasser, Handtücher und Reinigungsmittel ablegen können. So können Sie permanent am Bett bleiben und müssen nicht zwischendurch ins Bad laufen.

Die Körperpflege im Bett ist eng mit dem Wissen über Lagerungstechniken verknüpft. Denn nur wenn Sie wissen, wie man bettlägerige Personen richtig umlagert, kommen Sie auch an schwierige Stellen des Körpers für das Waschen. Zudem erleichtern einige Handgriffe die Körperpflege und machen sie sowohl für den Pflegebedürftigen angenehmer als auch für Sie als Pflegeperson rückenschonender.

Anleitung & Tipps: Ganzkörperwäsche im Bett

  1. Schützen Sie das Bett und die nähere Umgebung durch Unterlagen usw. vor Wasser. Legen Sie ausreichend Handtücher bereit – sowohl um Ihren Angehörigen nach dem Waschen abzutrocknen als auch damit Körperteile, die gerade nicht gewaschen werden, zuzudecken, damit er nicht auskühlt.
  2. Sorgen Sie bei der Körperpflege im Bett für Ruhe und Privatsphäre und schließen Sie Fenster sowie Türen.
  3. Achten Sie darauf, dass Sonden, Katheter etc. bei der Körperwäsche nicht verrutschen oder herausgerissen werden.
  4. Achten Sie auf die richtige Arbeitshöhe des Bettes, damit Sie selbst rückenschonend arbeiten.
  5. Sofern Ihr Angehöriger Wunden hat: Pflegen und Säubern Sie um die Wunden herum.
  6. Achten Sie ganz besonders bei bettlägerigen Personen auf Hautveränderungen und Druckstellen am Fersen, Hüfte und Steiß. Beobachten Sie zudem Hautpartien, die wenig Luft bekommen wie die Achselhöhlen, Nabel und die Haut unter den Brüsten.

Ein weiteres Risiko für Druckstellen stellen Katheter und Sonden dar. Die sind zwar klein, aber bergen dennoch ein hohes Risiko für Druckstellen und Entzündungen.

Wenn Sie die Reihenfolge – vom Kopf zu den Füßen – einhalten, brauchen Sie das Wasser in der Schüssel zwischendurch nicht zu wechseln. Vor und nach der Intimhygiene sollten Sie aber in jedem Falle immer frisches Wasser verwenden.

Tipp

Legen Sie zwischen aufeinanderliegende Hautpartien, wie z. B. in der Bauchfalte oder unter die Brüste, trockene Kompressen. Dadurch wird die Bildung eines feucht-warmen Milieus verhindert und somit auch die Bildung eines Hautpilzes.

Info

Fallbeispiel von pflege.de-Lesern

Horst und Renate B. haben während der letzten Monate jede Art der Körperpflege geübt: „Bis aufs Baden, da haben wir uns für den Umbau Wanne zu Dusche entschieden. Die bodentiefe Dusche ist eine wirkliche Erleichterung.“ Horst B.‘s wichtigste Empfehlung: „Zeit nehmen und alle Utensilien in Griffnähe parat legen.“

Ekel oder Scham ist für Horst B. kein Thema. „Vom Pflegekurs kenne ich das auch anders – wenn da eine Tochter erzählt, dass sie ihren Vater waschen sollte, haben wir uns alle innerlich verkrampft. Die beste Lösung: Die Körperwäsche oder Teilbereiche den Profis, z. B. dem Pflegedienst, überlassen – aber vielleicht die Hautpflege übernehmen.“

Hautpflege

Neben der regelmäßigen und gründlichen Körperpflege ist eine gute Hautpflege der krönende Abschluss und ganz wichtig für das Wohlbefinden Ihres Angehörigen.

Anleitung & Tipps: Hautpflege bei Pflegebedürftigen

  1. Verwenden Sie Cremes und Pflegeprodukte, die der Pflegebedürftige als angenehm empfindet und vielleicht früher selbst gerne verwendet hat. Das betrifft auch den Duft und die Konsistenz der Cremes.
    Tipp bei Bettlägerigkeit: Wenn Ihr Angehöriger bettlägerig ist, sollten Sie jedoch auf parfümierte Cremes verzichten, da die Haut bei Bettlägerigkeit ohnehin stark gereizt ist. In diesem Fall kann vielleicht ein leichtes Parfum auf der Kleidung oder Bettdecke zum Wohlbefinden Ihres Angehörigen beitragen.
  2. Alle Pflegeprodukte sollten dem Hautzustand angemessen sein. Fragen Sie daher unbedingt den Arzt oder die professionelle Pflegekraft, welche Salben, Cremes etc. Sie verwenden sollten.
  3. Verwenden Sie bei offenen Wunden keine Cremes, sondern lassen Sie die Wunden „atmen“ und cremen Sie um die Wunden herum. Wunden müssen unbedingt in regelmäßigen Abständen von einem Arzt begutachtet und beobachtet werden.
  4. Vermeiden Sie Produkte wie Melkfett, Vaseline oder Zinksalbe, denn sie verstopfen die Poren und lassen die Haut nicht atmen.
  5. Achten Sie darauf, bereits geschädigte Hautstellen (z. B. Pergamenthaut) nicht durch Ziehen oder Quetschen weiter zu verletzen. Pergamenthaut kann sonst schnell einreißen, v. a. in der Po-Falte. Die Folge wäre eine weitere Infektionsquelle und eine möglicherweise verzögerte Wundheilung.
Expertenmeinung
Irina Beckedorf
Irina Beckedorf

Mein Tipp:
Eine gute Hautpflege führt nicht nur zu mehr Wohlbefinden. Sie vermeidet auch die häufigsten Hautprobleme, die bei Pflegebedürftigen auftreten können: trockene Haut, Reibungen von Hautfalten aneinander (Intertrigo), Entzündungen der Haut durch Kot/Urin und Druckgeschwüre (Dekubitus).

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Erstelldatum: 8102.10.11|Zuletzt geändert: 9102.01.2
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