Trockene und juckende Haut im Alter

Trockene und juckende Haut

Die Haut ist mit ca. zwei Quadratmetern das größte menschliche Organ. Sie verändert sich durch genetische sowie äußere Einflüsse mit fortschreitender Lebenszeit und hat daher im Alter andere Bedürfnisse als in der Jugend. pflege.de erklärt, wie der Alterungsprozess die Haut verändert und was Pflegebedürftige und die sie pflegenden Angehörigen gegen trockene und juckende Haut im Alter tun können.

Inhaltsverzeichnis

Durch eine verlangsamte Zellteilung nimmt die Fähigkeit zur Regeneration der Haut im Alter stetig ab und der Pflegebedarf steigt. Das Ergebnis: Die Haut wird anspruchsvoller und empfindlicher. Kommt man den neuen Bedürfnissen der älteren Haut nicht nach, trocknet sie aus und fängt an zu spannen und zu jucken. Gerade in der Pflege ist eine bedachte Hautpflege und die regelmäßige Nutzung der richtigen Hautpflegeprodukten sehr wichtig.

Altershaut: Definition

Unter Altershaut versteht man empfindliche und (extrem) trockene Haut, die aufgrund von Alterungsprozessen an Elastizität, Feuchtigkeit und Schutz verliert. Durch den Feuchtigkeitsverlust kommt es oftmals zur Bildung von Schuppen und juckender Haut. Es gibt kein festes Alter, ab dem von einer sog. Altershaut gesprochen werden kann, da die Entwicklung der Haut individuell und abhängig von genetischen und äußeren Einflüssen ist.

Hautveränderungen im Alter und Ursachen von trockener Haut

Um die Ursachen für die Veränderung der Haut zu verstehen, muss man sich den Aufbau der Haut ansehen. Die Haut besteht aus drei Schichten:

  1. Oberhaut (Epidermis)
  2. Lederhaut (Dermis)
  3. Unterhaut (Subkutis)

Mit dem Alter verändern sich diese Hautschichten. Bereits ab dem 20. Lebensjahr erneuern sich die Hautzellen bereits langsamer. Ab dem 30. Lebensjahr nimmt die Produktion von Schweiß- und Talgdrüsen ab, welche als natürliche Feuchthaltefaktoren die Haut vor Austrocknung schützen.

Somit entstehen im Alter zunehmend trockene Hautstellen, was die Haut sensibler macht. Auch die Barrierefunktion des Säureschutzmantels wird schwächer, sodass Umweltfaktoren stärkeren Einfluss auf die Haut im Alter nehmen können.

Vor allem in der Lederhaut, der sog. Dermis, macht sich das fortschreitende Alter bemerkbar.

Ursachen von Hautalterung

Körpereigene Bestandteile des Bindegewebes sowie bestimmte Proteine, die zum schnellen Wachstum von Gewebe beitragen, nehmen mit dem Älterwerden ab.

Weniger Kollagen: Kollagen, welches zur Stützung und „Aufpolsterung“ der Haut dient, wird schon ab dem 30. Lebensjahr immer weniger gebildet. Dadurch werden im Alter zunehmend Fältchen auf der vormals glatten Haut sichtbar.

Weniger Hyaluronsäure: Zu Fältchen führt auch der abnehmende Anteil an Hyaluronsäure in der Lederhaut. Diese bindet besonders stark Wasser und schützt normalerweise vor einem Feuchtigkeitsverlust.

Weniger Elastin: Durch den Alterungsprozess sinkt außerdem der Anteil an Elastin in der Haut. Wie der Name bereits besagt, sorgt er für die Elastizität der Haut, welche mit fortschreitendem Alter abnimmt.

Umgebungstemperatur: Zu heiße oder zu kalte Luft

Gerade die heiße und kalte Jahreszeit macht der Haut zu schaffen: Kälte und trockene Heizungsluft trocknen die Haut aus, während UV-Strahlen die Haut langfristig schädigen. Verwenden Sie daher einen ausreichenden Sonnenschutz mit UV-A- und UV-B-Filter, der am besten chemische und mineralische UV-Filter miteinander verbindet. Es gibt allerdings kein Patentrezept: Lassen Sie sich von einem Dermatologen über die Bedürfnisse Ihrer Haut beraten und eine entsprechende Creme für trockene oder juckende Haut empfehlen.

Nicht zu vergessen sind auch die Auswirkungen von Umwelteinflüssen. Vor allem UV-Strahlung hat einen wesentlichen Einfluss auf die Haut und führt zu einer stark voranschreitenden Hautalterung. Auch extreme Kälte kann zu Hautschäden im Alter und zu Spannungsgefühl sowie Trockenheit führen. Der Einfluss von Umweltgiften wie bspw. freien Radikalen kann zu erheblichen Zellschäden und fortzeitiger Hautalterung führen.

Tipp
Schützen Sie Ihre Haut aktiv vor Schäden

Das geht ganz einfach: Vermeiden Sie lange Sonnenbäder und führen Sie einen gesunden Lebensstil – Ihre Haut wird es Ihnen danken.

Ungesunder Lebensstil als Faktor von Hautveränderungen

Neben den genetischen bzw. biologischen Aspekten beeinflusst eine Reihe von äußeren Faktoren ganz wesentlich den Alterungsprozess und führt verstärkt zu trockener Haut. Der individuelle Lebensstil ist hierbei entscheidend. Zu einer Altershaut führen zum Beispiel:

  • unausgewogene Ernährung
  • Nikotinkonsum
  • Stress
  • Schlafmangel
  • Flüssigkeitsmangel
  • bestimmte Medikamente, z. B. Entwässerungsmittel oder Betablocker

Symptome einer Altershaut

Hautalterung zeigt sich oft frühzeitig in Form von Alters- und Pigmentflecken, welche z. B. durch UV-Schäden entstehen. Zudem können Alterswarzen, erweitere Äderchen oder Blutschwämme im fortgeschrittenen Lebensalter sichtbar werden.

Aufgrund der abnehmenden „Aufpolsterung“ der Haut zeigen sich vermehrt tiefe Furchen. Durch den Flüssigkeitsverlust kann es zu trockener und schuppiger Haut kommen, die zu starkem Juckreiz führt (Pruritus senilis). Unangenehm wird es, wenn durch das Kratzen gegen das Hautjucken kleine Wunden auf der meist sehr dünnen und leicht rissigen Haut entstehen. Durch das schwächer werdende Immunsystem im Alter können sich diese Wunden zusätzlich viel leichter entzünden. Im schlimmsten Fall besteht das Risiko einer chronischen Wunde oder eines Dekubitus.

Präventive Hautpflege bei Dekubitus

Trockene und ungepflegte Haut kann durch Druck, z. B. durch andauerndes Liegen, zum Wundliegen (sog. Dekubitus) führen. Wesentlich ist beim Vorkommen eines Dekubitus die Pflege der Haut. Empfohlen werden u. a. folgende Maßnahmen:

  1. Entlastung: Vermeiden Sie die Positionierung auf geröteten und gereizten Stellen der Haut.
  2. Sauberkeit: Sorgen Sie dafür, dass die Haut sauber und trocken bleibt und verwenden Sie PH-neutrales Hautreinigungsmittel.
  3. keine Strapazen: Vermeiden Sie Massagen und Reiben betroffener Hautstellen.
  4. Inkontinenzmanagement: Stellen Sie ein Inkontinenzmanagement sicher, z. B. sollte die Haut nach einer Inkontinenzepisode umgehend gereinigt werden.
  5. Schutz: Schützen Sie die Haut vor zu viel Feuchtigkeit, aber auch vor dem Austrocknen.
Info

Lassen Sie die Ursachen juckender Haut ärztlich abklären!

Anhaltender Juckreiz im Alter kann sehr schwerwiegend sein und ist nicht zu verharmlosen. Daher sollte er in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden. Er kann z. B. das Symptom einer organischen Schädigung wie einer Leber- oder Nierenerkrankungen sein.

Hautpflege im Alter: Was hilft gegen trockene Haut?

Um vorzeitiger Hautalterung vorzubeugen und Schäden trockener Haut zu behandeln, ist es wichtig, dass Sie auf eine reichhaltige Hautpflege im Alter achten. Das A und O sind dabei Feuchtigkeitsfaktoren und Fette (Lipide). Feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe sind vor allem in Lotionen mit zwei bis zehn Prozent Urea oder Glyzerin vorhanden. Sie helfen der Haut, die Feuchtigkeit zu halten und verhindern das Austrocknen sowie den daraus folgenden Juckreiz.

Hautpflege am Morgen: Für die trockene Gesichtshaut verwenden Sie morgens am besten sog. Öl-in-Wasser-Lotionen, die der Haut Feuchtigkeit spenden.

Hautpflege am Abend: Für die abendliche Pflege trockener Haut empfiehlt es sich, lipidhaltige Cremes oder Öle zu verwenden (sog. Wasser-in-Öl-Cremes), da sie reichhaltiger sind und über Nacht einwirken können. Hierzu bieten sich insbesondere Produkte mit Mandel-, Jojoba- oder Avacodoöl an, welche ausreichend rückfetten.

Hautpflege bei Pflegebedürftigen

Gerade bei der Pflege Angehöriger meinen es viele Pflegepersonen nur gut, wenn sie besonders fetthaltige Cremes auftragen, um die Haut ihres Pflegebedürftigen ausreichend mit Feuchtigkeit zu versorgen. Dabei sollten allerdings Produkte wie Melkfett, Vaseline und Zinksalbe bei der Hautpflege von Pflegebedürftigen eher vermieden werden, da sie die Poren verstopfen können und die Haut dann nicht mehr atmen kann. Da der Einsatz bspw. von Desinfektionsmitteln in der Pflege von Angehörigen oftmals unausweichlich ist, sollten pflegende Angehörige darauf achten, stets Qualitätsprodukte zu verwenden und bspw. nicht beliebige Hautcremes, die man ggf. selbst verwendet.

Tipp
Nutzen Sie hochwertige Desinfektionsmittel in der Pflege von Angehörigen!

Gerade in der Pflege zuhause kommen Desinfektionsmittel oft täglich zum Einsatz. Pflegende Angehörige sollten darauf achten, ausschließlich hochwertige Desinfektionsmittel zu verwenden, die die Haut möglichst wenig reizen.

Info

Erhalten Sie kostenlose Pflegehilfsmittel mit der curabox nach Hause geschickt

Wussten Sie, dass Sie als Pflegebedürftiger mit anerkanntem Pflegegrad Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch im Wert von bis zu 40 Euro monatlich haben? Voraussetzung ist, dass die Pflege zuhause stattfindet. Mundschutz, Einmalhandschuhe, aber auch medizinische Desinfektionsmittel wie rückfettende Hände-Desinfektionsmittel, bekommen Sie damit kostenlos. Mit der curabox von pflege.de erhalten Sie Ihre persönlich zusammengestellte Box mit Pflegehilfsmitteln jeden Monat bequem nach Hause geschickt.

Tipps zur Hautpflege im Alter

Sie können den Alterungsprozess der Haut nicht aufhalten. Unnötige Beanspruchung und Reizungen der Haut lassen sich aber vermeiden:

Auf tägliches Duschen verzichten: Sofern möglich sollten sich Betroffene mit bereits schuppiger und juckender Haut bevorzugt mit einem Waschlappen waschen und lediglich jeden zweiten Tag duschen.

Info

Umbau zum barrierefreien Badezimmer

Personen mit anerkannter Pflegebedürftigkeit haben Anspruch auf finanzielle Unterstützung zur Bewältigung Ihres Alltags. Dazu zählt ein ganzer Maßnahmenkatalog, wie bspw. der Umbau des Badezimmers in ein barrierefreies Bad (bspw. Wanne zur Dusche), um körperliche Anstrengungen zu reduzieren. Voraussetzung dafür ist, dass Sie von der Pflegekasse einen Pflegegrad bekommen haben.

Sanfte Waschlotion verwenden: Bei der Körperpflege können Sie auf sanfte Waschlotionen zurückgreifen, da diese im Gegensatz zu herkömmlichen Seifen den Hautschutzmantel nicht angreifen.

Besser abtupfen, statt abreiben: Ebenso gilt es, die dünne und trockene Haut im Alter zu schonen und diese nach dem Waschen besser abzutupfen, statt abzureiben. Nach dem Duschen sollten Sie zu rückfettenden und pH-hautneutralen Hautpflegemitteln greifen, die keine Konservierungsmittel und keine Farb- oder Duftstoffe enthalten.

Produkte ohne Alkohol verwenden: Von Produkten mit Alkohol gilt es Abstand zu nehmen, da diese die Haut unnötig austrocknen und reizen. Hierzu zählt u. a. auch der beliebte Franzbranntwein, der mit seinen ätherischen Ölen die Haut reizen und zu allergischen Reaktionen führen kann. Personen, die alkoholhaltige Desinfektionsmittel verwenden müssen, sollten auf die Verwendung von Qualitätsprodukten achten.

Gesunde Ernährung als Teil der Hautpflege

Fast genauso wichtig wie die Hautpflege im Alter und die Vermeidung von schädlichen Einflüssen ist die Ernährung im Alter. Antioxidantien wie Vitamin A, C und E binden freie Radikale und reduzieren somit die schädlichen Auswirkungen von Umwelteinflüssen. Eines ist jedoch besonders wichtig: Trinken Sie ausreichend Wasser oder achten Sie besonders auch bei Ihren Angehörigen darauf! Die Aufnahme von Flüssigkeit ist sehr wichtig, um Hautaustrocknung vorzubeugen.

Info

Hautpflege ist auch für pflegende Angehörige ein Muss!

Auch für pflegende Angehörige ist eine reichhaltige Hautpflege unabkömmlich. Gerade die Arbeit mit Handschuhen und Desinfektionsmittel erfordert eine gute und regelmäßige Pflege. Achten Sie daher z. B. darauf, rückfettende und hautverträgliche Desinfektionsmittel (wie bspw. aus der curabox) zu verwenden.

Hautpflege im Alter: Das Wichtigste in Kürze

  • Minimieren Sie negative Einflussfaktoren wie Nikotin und Stress.
  • Benutzen Sie Sonnenschutz zur Vorbeugung von UV-Schäden.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung.
  • Sorgen Sie für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
  • Nutzen Sie milde Waschlotionen statt Kernseifen.
  • Duschen Sie kurz und nicht zu heiß, anstatt ausgiebige heiße Bäder zu nehmen.
  • Verwenden Sie lipid- und feuchtigkeitshaltige Cremes statt ätherischer Öle und alkoholhaltige Substanzen.
  • Lassen Sie sich gut beraten und bauen Sie die Hautpflege in eine Tagesroutine ein.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

/ 5 Bewertungen

Sie haben bereits bewertet.
Vielen Dank! Haben Sie noch Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge?
Vielen Dank für Ihre Anmerkungen!
Erstelldatum: 9102.01.2|Zuletzt geändert: 0202.60.71
National Pressure Ulcer Advisory Panel, European Pressure Ulcer Advisory Panel und Pan Pacific Pressure Injury Alliance (2014)
http://www.epuap.org/wp-content/uploads/2016/10/german_quick-reference-guide.pdf
Bildquelle
©Halfpoint – stock.adobe.com
Pflegegradrechner
Services
Einfach, schnell und kostenlos zum persönlichen Ergebnis
Kostenlose Pflegehilfsmittel small
Services
Kostenlose Pflegehilfsmittel monatlich nach Hause
Pflegeberatung Paragraph 37.3
Services
Kostenlose Pflegeberatung - Pflicht bei Pflegegeld-Bezug!
Notruflotse Serviceteaser
Services
Der Notruflotse - Geräte, Anbieter & Preise vergleichen!
Dekubitusprophylaxe
Ratgeber
Dekubitusprophylaxe - So geht's
Körperpflege
Ratgeber
Körperpflege & Hautpflege bei Pflegebedürftigen
Abbildung
Services
Kostenlos individuelle Pflegeschulung erhalten
Ernährung im Alter
Ratgeber
Ernährung im Alter – richtig und gesund ernähren
Das könnte Sie auch interessieren