Wohnraumanpassung – Das zahlt die Pflegeversicherung

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Wohnraumanpassung

Mit dem Alter und zunehmenden körperlichen Beschwerden muss der Wohnraum anderen Anforderungen genügen als noch in jungen Jahren. Die Wohnräume sollten weitgehend barrierefrei sein und sollen es Senioren ermöglichen, möglichst lange selbstständig im eigenen Zuhause zu wohnen. Häufig lauern vor allem im Bad und an Treppen Gefahren, so dass insbesondere Umbauten im Badezimmer und Treppenlifte den Bewohnern viel Selbstständigkeit und Sicherheit zurückgeben oder – im Pflegefall – Angehörigen die Pflege erleichtern.

Inhaltsverzeichnis

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Die Pflegekasse bezuschusst sog. „wohnumfeldverbessernde Maßnahmen“ im Einzelfall mit bis zu 4.000 Euro. pflege.de beschreibt, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen und welche Umbauten von der Pflegekasse gefördert werden.

Wohnraumanpassung im Alter

Eine Wohnraumanpassung, so beschreibt es die Pflegeversicherung, soll Bewohnern das selbstständige Leben in ihrem Zuhause erleichtern, wenn sie älter werden. In vielen Fällen wird die ambulante Pflege durch Umbauten überhaupt erst ermöglicht bzw. pflegerische Tätigkeiten werden durch geeignete Maßnahmen erleichtert. Sie oder Ihr pflegebedürftiger Angehöriger sollen ja so weit wie möglich selbstständig bleiben, auch im Alter, bei Behinderung oder Pflegebedürftigkeit.

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Wichtiger Hinweis

In diesem Beitrag werden häusliche Umbaumaßnahmen im Rahmen der Pflegeleistungen beschrieben, d. h. in welchem Umfang und unter welchen Bedingungen die Pflegekasse Modernisierungsmaßnahmen im privaten Umfeld bezuschusst. Detaillierte Informationen und Lösungen für einzelne Umbaumaßnahmen zugunsten der Barrierefreiheit können Sie hingegen in der Rubrik Barrierefreies Wohnen und Bauen auf pflege.de nachlesen.

Wohnraumanpassung (§ 40 SGB XI) über die Pflegekasse

Pflegekassen bezuschussen im Rahmen der Pflegeleistungen eine Wohnraumanpassung für Pflegebedürftige mit maximal 4.000 Euro einmalig für alle Maßnahmen der Barrierefreiheit pro Pflegebedürftigen. Ändert sich der Pflegebedarf und werden weitere Umbauten benötigt, kann die Pflegekasse unter Umständen erneut Zuschüsse gewähren.

Grundsätzlich müssen wohnumfeldverbessernde Maßnahmen eines von drei Kriterien erfüllen:

  1. Die Maßnahmen ermöglichen die häusliche Pflege überhaupt erst.
  2. Die Umbauten erleichtern die häusliche Pflege erheblich und verringern die Belastung für den Pflegebedürftigen bzw. die Pflegepersonen.
  3. Die Umbaumaßnahmen ermöglichen eine selbstständigere Lebensführung.

 

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Was ist eine Maßnahme?

Unter „einer“ Maßnahme versteht die Pflegeversicherung alle Maßnahmen, die zum selben Zeitpunkt beantragt werden. Es kann insofern unter Umständen sinnvoll sein, mehrere notwendige Maßnahmen zu getrennten Zeitpunkten durchzuführen, um wiederholt Fördermittel in Anspruch nehmen zu können.

Beispiele für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen sind:

  • Installation eines Treppenlifts
  • Rutschsichere Ausstattung der Stufen im Treppenhaus
  • Anbringen eines beidseitigen Geländers im Treppenhaus
  • Verlegung von rutschfesten Bodenbelägen
  • Einbau gut erreichbarer Lichtschalter
  • Einbau einer barrierefreien Dusche
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Alternativen zum Umbau zur barrierefreien Wohnung

Wenn auch der beste Umbau nicht zu mehr Barrierefreiheit im Zuhause führt, sollten Sie einmal über eine neue Wohnung nachdenken. Auch der Seniorenumzug in eine barrierefreie Wohnung wird von der Pflegeversicherung als Maßnahme der „Wohnraumanpassung für Senioren“ bezuschusst.

Antrag auf Zuschuss zur Wohnraumanpassung stellen

Bevor Sie mit den Umbaumaßnahmen bei Ihnen oder Ihrem Angehörigen beginnen, müssen Sie bei der Pflegekasse einen Zuschuss für die wohnumfeldverbessernden Maßnahmen beantragen. Nur wenn die Maßnahme bewilligt wurde, fließen später auch die Zuschüsse. Dazu genügt ein formloses Schreiben, in dem Sie die notwendigen Umbauarbeiten beschreiben und Ihr Anliegen darlegen.

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Zuschuss der Pflegekasse – Wie oft?

Tipp

Leben Sie oder Ihr pflegebedürftiger Angehöriger mit anderen Pflegebedürftigen in einer Wohngemeinschaft, können Sie die Zuschüsse zusammenrechnen. Allerdings werden pro WG maximal 16.000 Euro pro Maßnahme bewilligt.

Wenn sich im Verlauf der Pflege die Situation des Pflegebedürftigen so verändert, dass neue Maßnahmen notwendig werden, können diese wieder mit bis zu 4.000 Euro von der Pflegekasse bezuschusst werden. So wäre etwa eine barrierefreie Wohnung zunächst eine gute Wohnraumanpassung bei Demenz. Wenn die Demenz fortschreitet, kann es sein, dass neue Maßnahmen nötig werden, etwa eine neue Treppe (weil die alte zu steil ist) oder ein anderer Bodenbelag (um die Orientierung zu erleichtern).

Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Ihr Angehöriger lebt in einem zweistöckigen Haus. In die Duschkabine mit Sockel kann er noch ohne Probleme steigen, aber die Treppenstufen schafft er nicht mehr ohne Hilfe. Sie denken über den Einbau eines Sitzlifts nach und stellen einen Antrag. Nach individueller Prüfung gewährt die Pflegekasse eine Unterstützung von bis zu 4.000 Euro für die Treppenlift-Kosten. Später (Zeitraum ist nicht entscheidend) verschlechtert sich die Mobilität Ihres Angehörigen weiter und er kann den Sockel zur Duschkabine nicht mehr überwinden. Sie stellen erneut einen Antrag bei der Pflegekasse auf eine bodenebene Dusche und die Pflegekasse gewährt erneut einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro. Die Bezuschussung ist jedoch immer eine Einzelfallentscheidung und hängt von der individuellen Situation Ihres Angehörigen ab.

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Was ist der Eigenanteil?

Der Eigenanteil ist das, was über den 4.000 Euro-Förderzuschuss der Pflegekassen hinaus privat gezahlt werden muss. Kostet ein Umbau bspw. 5.000 Euro, so beträgt der Eigenanteil 1.000 Euro.

Wohnraumanpassung: Kosten im Überblick

Vielleicht stehen Sie gerade vor der Entscheidung, Ihre Wohnung bzw. die Wohnung Ihres Angehörigen für sich oder Ihren Angehörigen rollstuhlgerecht umzugestalten. Das folgende Beispiel veranschaulicht mögliche Kosten und einen möglichen Zuschuss durch die Pflegeversicherung:

Maßnahme Kosten
Türenverbreiterung: 1.000 Euro
Einbau einer Rollstuhlrampe: 5.000 Euro
Absenken der Hängeschränke: 800 Euro
Gesamtkosten: 6.800 Euro
Zuschuss der Pflegekasse: 4.000 Euro
Eigenanteil des Pflegebedürftigen: 2.800 Euro

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Erstelldatum: .03.606102|Zuletzt geändert: .31.609102
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