Themenwelt Parkinson

Parkinson zählt neben Alzheimer zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems, von der überwiegend Menschen zwischen 55 und 80 Jahren betroffen sind. In Deutschland sind derzeit rund 300.000 Menschen am sogenannten Morbus Parkinson Syndrom erkrankt. pflege.de gibt einen Überblick zu Ursachen und Symptomen des Syndroms und stellt praktische Hilfsmittel für den Alltag mit Parkinson vor.

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Parkinson: Das Morbus Parkinson Syndrom

Inhaltsverzeichnis

Definition: Morbus Parkinson

Morbus Parkinson (auch: Parkinson Krankheit, Parkinson Syndrom oder Parkinson) gilt als eine der häufigsten Krankheiten im Alter und ist eine chronische Erkrankung des Nervensystems, bei der Nervenzellen im Mittelhirn sukzessive absterben. Als typische Symptome von Parkinson gelten Muskelzittern (Tremor), Bewegungsarmut (Akinese) und Muskelstarre (Rigor).

Parkinson zählt zu den Krankheiten, die überwiegend im Alter auftreten, besonders betroffen sind Personen zwischen dem 55. und 80. Lebensjahr. Im Gegensatz zu vielen anderen Krankheiten, die im Alter auftreten, sind von Parkinson mehr Männer als Frauen betroffen. Die Ursachen der Krankheit können nicht immer geklärt werden, jedoch gibt es heutzutage zahlreiche Therapien und Medikamente zur Behandlung von Parkinson. Dadurch können Betroffene weitgehend beschwerdefrei mit der Krankheit zurechtkommen und ihr Leben im Alter dennoch weitestgehend genießen.

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Morbus Parkinson, benannt nach James Parkinson

Morbus Parkinson (übersetzt: „Parkinson-Krankheit“) wurde vor rund 200 Jahren, im Jahr 1817, von James Parkinson, einem britischen Arzt, erstmals beschrieben und nach ihm benannt. Er hielt folgende Symptome fest: Muskelzittern (Tremor) und Bewegungsarmut (Akinese). 50 Jahre später, im Jahr 1867, beschrieb der französische Neurologe Jean Marie Charcot ein weiteres Symptom: Muskelstarre (Rigor). Diese drei Symptome gelten seitdem als typische Symptome des Parkinson-Syndroms.

3 Formen des Parkinson-Syndroms

Die Medizin unterscheidet zwischen unterschiedlichen Parkinson-Syndromen:

  1. Idiopathisches Parkinson-Syndrom (IPS)
  2. Symptomatisches oder sekundäres Parkinson-Syndrom
  3. Atypisches Parkinson-Syndrom (Parkinson-Plus-Syndrom)

 

1) IPS – Idiopathisches Parkinson-Syndrom / Primäres Parkinson-Syndrom

Das Idiopathische Parkinson-Syndrom ist mit rund 75% bis 80% die häufigste Form aller Parkinson-Erkrankungen. „Idiopathisch“ bedeutet übersetzt so viel wie „ohne erkennbare Ursachen auftretend“. Beim Parkinson-Syndrom trifft das zu, denn noch weiß niemand, warum die Nervenzellen in der substantia nigra im Mittelhirn mit solcher Heftigkeit absterben, dass es zu einem Dopamin-Mangel kommt (s. „Ursachen“). Von einem idiopathischen Parkinson-Syndrom sprechen Mediziner immer dann, wenn feststeht, dass es keine anderen Auslöser für die Symptome gibt.

2) Symptomatisches Parkinson-Syndrom / Sekundäres Parkinson-Syndrom

Die Ursache für ein Sekundäres Parkinson-Syndrom liegt in Umwelteinflüssen (z. B. Giftstoffe), Erkrankungen (wie Durchblutungsstörungen oder Tumore im Gehirn) oder Medikamenten (z. B. Neuroleptika) begründet.

3) Atypisches Parkinson-Syndrom / Parkinson-Plus-Syndrom

Beim idiopathischen Parkinson-Syndrom liegt die Ursache der Erkrankung u. a. in der substantia nigra und dem damit einhergehenden Dopamin-Mangel. Doch es gibt atypische Parkinson-Syndrome, bei denen gleich mehrere Systeme im Gehirn betroffen sind.

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  • Multisystem-Atrophie (kurz: MSA): Zellveränderungen in mehreren Gehirnregionen
  • Progressive supranukleäre Blickparese (kurz: PSP): Veränderungen in der substantia nigra und anderen Gehirnregionen
  • Lewy-Körperchen-Demenz
  • Corticobasale Degeneration (kurz: CBD)

Neben den klassischen Parkinson-Symptomen leiden Betroffene bei dieser Form von Parkinson unter zusätzlichen Beschwerden. Daher ist das atypische Parkinson-Sydrom auch manchmal als „Parkinson Plus-Syndrom“ bekannt.

Parkinson-Demenz

Speziell Parkinson-Patienten haben ein hohes Risiko, neben Einschränkungen ihrer Bewegungsfähigkeit (Parkinson-Syndrom) zusätzlich unter einer Störung der geistigen Fähigkeiten zu leiden. Das heißt: Sie erkranken neben dem Parkinson-Syndrom zusätzlich an einer Demenz. Das Risiko aller Parkinson-Erkrankten liegt dabei bei 30 Prozent. Experten gehen zudem davon aus, dass das Demenz-Risiko von Menschen mit Parkinson rund sechsmal höher als bei gesunden Menschen ist. Mehr über die Besonderheiten, Ursachen und mögliche Prävention erfahren Sie im Beitrag zur Parkinson-Demenz.

Tipp

Ein Zittern kann ein Symptom des Parkinson-Syndroms sein – muss es aber nicht. Dahinter können sich auch Erkrankungen der Schilddrüse, der Niere oder Schädigungen des Gehirns verbergen. Nur eine genaue medizinische Diagnose kann hier weiterhelfen.

Symptome des Parkinson-Syndroms

Wenn die Medizin von einem „Syndrom“ spricht, so meint sie damit, dass ein Krankheitsbild aus mehreren Symptomen besteht. Bei Parkinson trifft das zu, denn die Symptome sind vielfältig:

  1. Zittern (Tremor)
  2. Bewegungsarmut (Akinese)
  3. Muskelsteifheit (Rigor)
  4. Geh- und Haltungsstörungen

Dies sind die vier sogenannten „Hauptsymptome“ eines Parkinson-Syndroms, zu denen noch eine ganze Reihe von Nebensymptomen treten kann.

Weitere Einzelheiten zu den Symptomen der Krankheit erfahren Sie im Beitrag zu den Parkinson Symptomen.

Ursachen für Morbus Parkinson

Bislang ist die Ursache für Parkinson nicht bis ins letzte Detail geklärt. Was die Medizin mit Gewissheit weiß, ist, dass das Parkinson-Syndrom durch ein Absterben von Nervenzellen in der substantia nigra, einer Region im Mittelhirn, ausgelöst wird. Warum diese Nervenzellen jedoch absterben, ist bisher nicht final geklärt.

Nervenzellen im Gehirn leiten mit Hilfe von Botenstoffen Impulse weiter. Bei Parkinson sterben die Nervenzellen im Gehirn ab, welche für die Produktion des Botenstoffs Dopamin verantwortlich sind und die in einer dunkel gefärbten Region im Mittelhirn (sog. substantia nigra; „nigra“=schwarz) sitzen. Die substantia nigra ist der Ort im Gehirn, in dem Körperbewegungen geplant und koordiniert werden. Das Dopamin in diesen Nervenzellen ist speziell dafür verantwortlich, dass Bewegungen störungsfrei ablaufen und fein aufeinander abgestimmt werden. Sterben diese Nervenzellen ab, die den Botenstoff Dopamin enthalten, so kommt es zu einem Mangel an Dopamin, was wiederum zur Folge hat, dass Bewegungen nicht mehr so gut und fein koordiniert werden können wie bei gesunden Menschen.

Die Folge des Zellenabbaus und damit die Folge des Dopamin-Mangels ist ein Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn. Zu wenig Dopamin führt also zu den bekannten Symptomen von Morbus Parkinson: Zittern, Bewegungseinschränkungen und Muskelsteifheit.

 

Was die Medizin jahrelang nicht wusste: Die Nervenzellen in der substantia nigra sterben auch bei gesunden Menschen im Lauf des Lebens ab, aber nicht in einem so dramatischen Ausmaß und einer so hohen Geschwindigkeit wie bei Parkinson. Wenn die ersten Anzeichen der Parkinson-Erkrankung auftreten, ist fast die Hälfte der rund 400.000 Nervenzellen in der substantia nigra bereits abgestorben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vorkommen: Parkinson ist eine der häufigsten Krankheiten im Alter. Betroffen sind v. a. Menschen zwischen 55 und 80 Jahren. Rund 20.000 Menschen erkranken allein in Deutschland jedes Jahr neu an Morbus Parkinson.
  • Ursachen: Parkinson ist eine Erkrankung des Nervensystems, bei der Nervenzellen im Mittelhirn absterben, wodurch ein Mangel des Botenstoffs Dopamin entsteht. Durch den Mangel an Dopamin können Körperbewegungen nicht mehr fein koordiniert werden.
  • Symptome: Muskelzittern (Tremor), Muskelsteifheit (Rigor) und Bewegungsarmut (Akinese)
  • Behandlung: Die Behandlung besteht in der Regel in einer Kombination von Medikamenten und unterschiedlichen begleitenden Therapien wie z. B. Krankengymnastik, Sprach- und Ergotherapie.
  • Prävention: Eine Vorbeugung gegen das Parkinson-Syndrom gibt es ebenso wenig wie eine vollständige Heilung.
  • Ist Parkinson vererbbar? Eine Parkinson-Erkrankung ist nicht ansteckend und es gibt nur wenige Formen, die vererbbar sind.

Therapie bei Parkinson

Um die Symptome des Parkinson-Syndroms zu behandeln, gibt es unterschiedliche Therapiemöglichkeiten: von der medikamentösen Therapie über physikalische Verfahren wie Physio- oder Ergotherapie bis hin zu alternativen Therapien wie Kunsttherapien oder Massage. In seltenen Fällen kommt auch eine Operation in Frage. Lesen Sie mehr über die Therapieansätze und Möglichkeiten im Artikel Parkinson: Verlauf, Lebenserwartung und Therapie.

Parkinson-Verlauf
Ratgeber
Parkinson: Verlauf, Lebenserwartung und Therapie

Hilfsmittel bei Parkinson

Neben medikamentösen, physikalischen und alternativen Therapien können auch schon einfache Hilfsmittel im eigenen Haushalt Betroffenen das Leben mit der Krankheit Parkinson erleichtern. Damit können sich Betroffene ihre Selbstständigkeit erhalten und Bewegungsabläufe trainieren.

  • Mobilitäts- und Gehhilfen

Bei den typischen Gangstörungen durch Parkinson können Mobilitäts- und Gehhilfen im Alltag unterstützen und die Bewegungsroutine trainieren.

  • Schlüsselhilfe / Aufsperrhilfe

Parkinson-Patienten mit starkem Muskelzittern in der Hand haben oft Probleme, den Schlüssel ins Schlüsselloch zu treffen. Zur Unterstützung gibt es kleine Schlüsselaufsätze, die die Position fixieren und das Einstecken des Schlüssels wesentlich erleichtern.

  • Hilfsmittel für das Essen, Trinken und Kochen

Spezielles Essbesteck aus dickem Edelstahl liegt besonders gut in der Hand und kann Parkinson-Patienten dabei unterstützen, trotz starkem Muskelzittern in der Hand weiterhin selbstständig zu essen. Es gibt auch spezielle Gabeln und Löffel für Parkinson-Patienten (sog. Stabilisationsbesteck), die das Zittern kompensieren, so dass Betroffene Mahlzeiten problemloser und selbstständig einnehmen können.

Tipp

Sofern eine ärztliche Verordnung vorliegt, kann die Krankenkasse die Kosten für die Hilfsmittel erstatten.

Spezielle Teller und Schneidebrettchen für Parkinson-Patienten sind zusätzlich mit einem Kunststoffrand ausgestattet, damit sie einhändig essen können und Mahlzeiten nicht über den Rand schwappen.

  • Hilfsmittel zum Anziehen

Gerade feinmotorische Handgriffe wie das Anziehen von Strümpfen, Schuhen oder das Zuknöpfen von Kleidungsstücken stellt Parkinson-Patienten vor Herausforderungen. Spezielle Hilfsmittel erleichtern die alltäglichen Handgriffe beim Anziehen wesentlich und erhalten dem Betroffenen mehr Selbstständigkeit und Privatsphäre.

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Erstelldatum: .72.107102|Zuletzt geändert: .31.609102
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