Alzheimer – Definition, Symptome & mehr

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Alzheimer

In Deutschland leben rund 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Gut zwei Drittel von ihnen leiden an einer Demenz vom Typ Alzheimer. Alzheimer ist damit die häufigste Demenzerkrankung. Prognosen zufolge wird die Zahl der Erkrankten weiter steigen. Die Ursachen von Alzheimer sind bis heute nicht vollständig geklärt. pflege.de klärt über die häufigste Form von Demenz auf und gibt Tipps zur Früherkennung und Behandlung von Alzheimer.

Inhaltsverzeichnis

Alzheimer-Demenz: Definition

Nicht jede Demenz ist Alzheimer, aber Alzheimer ist die häufigste Demenz, also eine Erkrankung, die die geistige Leistungsfähigkeit eines Menschen beeinträchtigt.

Alzheimer ist eine bislang unheilbare, fortschreitende Gehirnerkrankung. Die Kennzeichen von Alzheimer sind eine stetige Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit und Veränderungen der Persönlichkeit, die weit über das normale Maß einer normalen Alterung hinausgehen.

Korrekt wird die Alzheimer-Krankheit als „Demenz vom Alzheimer Typ“ oder „Morbus (= Krankheit) Alzheimer“ bezeichnet. Man spricht aber auch von einer Alzheimer-Erkrankung oder einer Alzheimer-Demenz. Ihren Namen erhielt die Alzheimer-Krankheit von Alois Alzheimer, einem Oberarzt am psychiatrischen Universitätsklinikum in Frankfurt. Er beschrieb 1906 als erster eine „eigenartige Erkrankung der Hirnrinde“.

Demenz - Demenzformen
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Auf die Frage: „Was ist der Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz?“ kann die Antwort also nur lauten: Demenz ist ein Oberbegriff für rund 50 verschiedene Erkrankungen des Gehirns. Eine davon ist die Demenz vom Typ Alzheimer.

Alzheimer: Vorkommen nach Geschlecht und Alter

Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz. Mehr als zwei Drittel aller Demenz-Patienten erkranken daran, vor allem ältere Menschen (ab 65 Jahren).In Deutschland gibt es rund 1,7 Millionen Menschen mit Demenz. Mehr als 1,1 Millionen davon haben Alzheimer.

Tipp
Häufigkeit von Alzheimer könnte zunehmen

Mit mehr als 300.000 neuen Alzheimer-Patienten pro Jahr ist Alzheimer eine der typischen Krankheiten im Alter. Durch den demografischen Wandel nimmt die Häufigkeit von Alzheimer zu. 2018 schätzte die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft, dass im Jahr 2050 rund drei Millionen Deutsche an Alzheimer erkrankt sein werden, sofern kein Durchbruch in der Therapie und Behandlung von Alzheimer erzielt wird. 

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Häufigkeit von Alzheimer könnte zunehmen

Mit mehr als 300.000 neuen Alzheimer-Patienten pro Jahr ist Alzheimer eine der typischen Krankheiten im Alter. Durch den demografischen Wandel nimmt die Häufigkeit von Alzheimer zu. 2018 schätzte die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft, dass im Jahr 2050 rund drei Millionen Deutsche an Alzheimer erkrankt sein werden, sofern kein Durchbruch in der Therapie und Behandlung von Alzheimer erzielt wird. 

Alzheimer: Symptome

Die Symptome bei Alzheimer sind vielfältig. So gehören u.a. dazu:

  • Gedächtnisstörungen
  • Orientierungsstörungen
  • Sprachstörungen
  • Störungen des Urteilsvermögens
  • Persönlichkeitsveränderungen

Alle Symptome kennzeichnet, dass sie sich im Verlauf der Erkrankung verschlimmern. Die Betroffenen, die anfangs noch recht selbstständig sind, werden im Verlauf der Erkrankung zumindest hilfs- und pflegebedürftig. Allerdings ist der Hilfs- und Pflegebedarf stark abhängig von der individuellen Ausprägung der Erkrankung. Manche Betroffene brauchen sehr schnell Hilfe, weil sie im Alltag nicht mehr allein zurechtkommen; andere können sich noch sehr lange selbst versorgen und beschäftigen.

Wie macht sich Alzheimer bemerkbar? Um diese Frage zu beantworten, muss man wissen, dass bei Alzheimer vor allem Nervenzellen in der Hirnrinde (Cortex) verloren gehen – also in jenen Bereichen, die für das Gedächtnis, die Sprache und die räumliche Orientierung zuständig sind. Erste Anzeichen von Alzheimer können also Gedächtnis-, Orientierungs- und Sprachstörungen sein.

Eine Alzheimer-Früherkennung ist schwierig, denn die Erkrankung läuft nicht nach „Schema F“ ab. Dennoch gibt es eine Liste von Frühwarn-Faktoren, die Sie ernst nehmen sollten, sofern Aspekte auf Sie bzw. Ihren Angehörigen zutreffen.

Checkliste: Woran erkenne ich Alzheimer?

  1. Vergesslichkeit, die das Alltagsleben beeinträchtigt
    Beispiel: Das Kurzzeitgedächtnis geht verloren, der Betroffene kann sich nicht an kurz zurückliegende Ereignisse erinnern.
  2. Schwierigkeiten bei der Planung von Alltagstätigkeiten und der Problemlösung
    Der Betroffene kann z. B. nicht mehr nach Rezept kochen.
  3. Schwierigkeiten bei gewohnten Tätigkeiten zu Hause, im Büro oder in der Freizeit
    Beispiel: Der Betroffene findet den Weg zum Supermarkt nicht mehr, obwohl er diesen eigentlich seit Jahren kennt.
  4. Probleme bei der zeitlichen und örtlichen Orientierung
    Beispiel: Alzheimer-Patienten haben Schwierigkeiten mit der Uhrzeit, der Jahreszeit oder der zeitlichen Einordnung wie gestern, heute oder morgen.
  5. Schwierigkeiten mit Bildern und räumlicher Wahrnehmung
    Beispiel: Entfernungen werden nicht mehr richtig eingeschätzt und auch das Lesen fällt schwer.
  6. Sprachprobleme
    Beispiel: Betroffenen fällt das richtige Wort nicht ein oder Dinge werden anders benannt wie bspw. „Hand-Uhr“ statt „Armbanduhr“.
  7. Verlegen von Gegenständen und das Wiederauffinden an eher ungewöhnlichen Orten
    Beispiel: Wenn Betroffene den Haustürschlüssel im Kühlschrank oder der Spülmaschine aufbewahren.
  8. Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen
    Das kann auch der Fall sein, wenn Betroffene ihre Körperpflege oder Kleidung vernachlässigen.
  9. Rückzug aus dem sozialen Leben
    Betroffene ziehen sich immer mehr aus dem sozialen Leben zurück, wenn sie merken, dass sie mit den anderen nicht mehr mithalten können und weil sie fürchten, unangenehm aufzufallen.
  10. Veränderung der Stimmung und der Persönlichkeit
    Je nach Veranlagung können z. B. Verwirrtheit, Depressionen, Ängste oder Misstrauen auftreten – auch in gewohnten Situationen mit vertrauten Menschen.
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Achten Sie frühestmöglich auf Anzeichen

Die amerikanische Alzheimer Gesellschaft „Alzheimer’s Association“ empfiehlt, jedes dieser Anzeichen als „Früherkennung Alzheimer“ zu nutzen und zügig einen Arzt aufzusuchen.

 

Alzheimer: Diagnose

Eine frühe Diagnose bei Alzheimer ist wichtig, auch wenn die Krankheit an sich nicht heilbar ist. Es gibt jedoch v. a. für die frühen Stadien der Erkrankung Medikamente, die gut wirken und Symptome lindern können.

Zur Diagnose von Alzheimer gehören:

  • Anamnese (Erfassung der persönlichen Krankheitsgeschichte)
  • Körperliche Untersuchung (Blutdruck, Tast- und Klopfuntersuchung, Abhorchen)
  • Labordiagnostik (v. a. Blut und Urin, um andere körperliche Erkrankungen auszuschließen bzw. zu entdecken und zu behandeln)
  • Psychometrische Tests bzw. Demenz-Tests (kleine Aufgaben und Fragen an den Patienten, wie z. B. Uhrentest, DemTect-Test oder Mini-Mental-Status Test)
  • Liquordiagnostik (Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit, um Alzheimer zu bestätigen oder auszuschließen; gesucht wird dabei nach einer Vorstufe von Amyloidfibrillen und -plaques)
  • Gentests (um herauszufinden, ob die seltene, vererbbare Form von Alzheimer vorliegt)
  • Bildgebende Verfahren (v. a. die Positronen-Emissions-Tomografie (PET), um Amyloid-Ablagerungen aufzuspüren)

Alzheimer: Ursachen

Die Alzheimer-Ursachen sind nur teilweise bekannt. Sicher ist aber, dass Alzheimer – ähnlich wie andere Demenzen (z. B. Lewy-Körperchen-Demenz) – eine neurodegenerative Erkrankung ist. Es kommt zum Absterben von Nervenzellen im Gehirn. Bei Alzheimer sind vor allem Nervenzellen in der Hirnrinde, sog. Cortex, aber auch in tiefer liegenden Hirnbereichen betroffen.

Die Nervenzellen unseres Gehirns tauschen sich ständig miteinander aus. Sie „feuern“, sagt der Experte und meint damit, dass jede Zelle elektrische Impulse zu ihren Nachbarzellen schickt. Damit die Nachbarzelle die Information aufnehmen kann, wird der elektrische Impuls in einen chemischen Botenstoff umgewandelt. In unseren Gehirnen gibt es verschiedenste Botenstoffe (sog. Neurotransmitter). Bei Alzheimer sind vor allem jene Nervenzellen betroffen, die den Botenstoff „Acetylcholin“ herstellen. Acetylcholin ist jener Stoff, der Erinnerungen, Denk- und Lernvorgänge, aber auch die Orientierung durch unser Gehirn transportiert.

Bei Alzheimer kommt es zum Absterben jener Nervenzellen, die Acetylcholin herstellen. Das ist eine Ursache für all die Störungen, die eine Alzheimer-Demenz hervorruft. Die andere Ursache ist, dass nicht nur die Nervenzellen absterben, sondern dass sich außerhalb dieser Nervenzellen noch Eiweiß ablagert, das „Amyloid“ oder „Plaques“ genannt wird.

Diese Plaques bestehen aus einem Kern (sog. Amyloid-Kern), krankhaft veränderten Nervenzellfortsätzen und weiteren Zellen (sog. Stützzellen). Vereinfacht spricht man auch von Amyloid. Bei vielen Alzheimer-Betroffenen findet sich solches Amyloid nicht nur zwischen Nervenzellen, sondern auch in kleineren Blutgefäßen des Gehirns. Deshalb leiden einige Alzheimer-Betroffene (ca. 16-20 % aller Erkrankten) nicht nur an einer Demenz vom Alzheimer-Typ, sondern zugleich auch an einer vaskulären Demenz: Die kleinen Blutgefäße im Gehirn sind bei ihnen mit Amyloid verengt oder gar verstopft, was wiederum Schlaganfällen auslösen kann.

Alzheimer und Parkinson ist eine weitere Krankheitskombination, die parallel auftreten kann. Bei der Parkinson-Demenz kommt es ebenfalls zu einem Mangel an Acetylcholin. Deshalb wirken auch Medikamente wie Antidementiva bei der Demenz vom Typ Morbus Parkinson.

Ist Alzheimer vererbbar?

Tatsächlich vermuten Forscher, dass das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, höher ist, wenn ein Verwandter ersten Grades erkrankt ist. Experten gehen davon aus, dass es bei rund 30 % der Alzheimer-Patienten weitere Betroffene in der engeren Verwandtschaft gibt. Für Verwandte ersten Grades (z. B. Kinder oder Geschwister) besteht eine Wahrscheinlichkeit von 20 %, später an Alzheimer zu erkranken; für Verwandte zweiten Grades (z. B. Neffen oder Nichten) liegt die Wahrscheinlichkeit bei 10 %. Zum Vergleich: In der übrigen Bevölkerung liegt die Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer zu erkranken bei 5 %.

Eine Form der Alzheimer-Krankheit ist die „familiäre Alzheimer-Krankheit (FAD)“, die allerdings nur ca. 5 % aller Fälle umfasst. Inzwischen sind zumindest drei Gene identifiziert worden, die dazu führen, dass Menschen bereits im jüngeren Alter (unter 60 Jahren) an Alzheimer erkranken. Bei einer vererbbaren Alzheimer-Demenz weisen die Gene Präsenilin 1 und 2 sowie das Gen für das Amyloid-Vorläufer-Molekül bestimmte Veränderungen (Mutationen) auf.

Info

Familiäre Alzheimer-Krankheit (FAD)

Wenn in einer Familie Alzheimer aufgetreten ist und die Erkrankten noch relativ jung waren (unter 60 Jahren), besteht ein höheres Risiko, dass in der Familie die Alzheimer-Krankheit (FAD) vererbt wird. Anhand einer Blutuntersuchung des Betroffenen bzw. seiner Kinder kann festgestellt werden, ob eine genetische Mutation vorliegt. Medizinisch ist das durchaus machbar. Ethisch ist es bedenklich, denn eine Heilung gibt es für Alzheimer nicht. Insofern kann das Wissen um eine zukünftige Erkrankung nicht für die Vorbeugung genutzt werden.

Alzheimer: Verlauf & Stadien

Wie jede Demenz verläuft auch Alzheimer in Stadien, die in

  1. leicht (Anfangsstadium Alzheimer)
  2. mittelschwer (Fortschreitende Alzheimer-Demenz)
  3. schwer (Fortgeschrittene Alzheimer-Demenz)

eingestuft werden. Welches Stadium konkret vorliegt, ermitteln Ärzte anhand von Tests, z. B. dem MMST – Mini-Mental-Status-Test: ein Interview mit neun Aufgabenkomplexen. Je weniger Punkte bei diesem Test erreicht werden, desto gravierender ist die Alzheimer-Demenz.

Zunächst ist bei Alzheimer das Kurzzeitgedächtnis betroffen, erst später das Langzeitgedächtnis. Anfangs sind gerade erlebte Situationen wie ausgelöscht und manche Bezeichnungen für banale Dinge wie „Schuhe“ fallen einem nicht mehr ein. Im weiteren Verlauf der Erkrankung verschwinden die Erinnerungen und auch die Fähigkeiten, z. B. zum Umgang mit Besteck oder zur Körperpflege.

Zu 1) Anfangsstadium Alzheimer („leichte Alzheimer-Demenz“)

Auch wenn das erste Stadium als „leicht“ bezeichnet wird, ist es häufig für alle Beteiligten – pflegende Angehörige wie Betroffene – das schwerste Stadium. Auf einmal müssen sie alle akzeptieren, dass sich eine Krankheit eingestellt hat, vor der es kein Entrinnen gibt. Im Gegenteil: Alzheimer wird bleiben und immer schlimmer werden. So ist es kein Wunder, dass emotionale Reaktionen wie Angst, Wut, Aggression, Verzweiflung, aber auch Rückzug, Verstummen oder Antriebslosigkeit in dieser ersten Phase auftreten.

Pflegende Angehörige
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Pflegewissen für pflegende Angehörige

Dabei sind die Störungen im leichten Stadium von Alzheimer noch gering: Noch ist nur das Kurzzeitgedächtnis betroffen. Es fällt den Betroffenen schwer, Gesprächen zu folgen. Dinge werden verlegt, Informationen nicht behalten. Das verwirrt – nicht nur den Betroffenen, sondern auch seine Angehörigen.

Tipp

Wenn Sie oder ein Angehöriger an einer Demenz erkrankt ist – und die Diagnose „Demenz vom Typ Alzheimer“ erfolgt ist, ist vor allem eines wichtig: Setzen Sie sich zusammen und besprechen Sie, was jetzt geregelt werden muss. Noch ist es Zeit, eine Vorsorgevollmacht oder eine Betreuungsverfügung aufzusetzen, evtl. bereits mit Hilfe eines Notars, der die Geschäftsfähigkeit des Betroffenen attestieren kann. Ganz wichtig ist auch, einen Behandlungsplan mit den Ärzten aufzustellen und sich über Hilfsmittel wie Ortungssystemen für Demenzkranke und spezielle Betreuungsangebote zu informieren.

Zu 2) Fortschreitende Alzheimer-Demenz („mittelschwere Alzheimer-Krankheit“)

Im mittelschweren Stadium verstärken sich die Symptome so sehr, dass eine selbstständige Lebensführung kaum mehr möglich ist. Als Angehöriger werden Sie feststellen müssen, dass der Betroffene sich nicht mehr allein anziehen kann, sein Essen vielleicht nicht mehr allein zu sich nehmen, geschweige denn zubereiten kann. Häufig stellt sich im mittelschweren Stadium auch eine massive Unruhe ein. Der Betroffene neigt dazu, aus der Wohnung zu laufen (sog. Lauftendenz), ist auf der Suche nach etwas – und kann es einfach nicht finden.

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Besonders schwierig ist es für viele Angehörige – vielleicht auch für Sie – dass der Erkrankte Sie nicht mehr erkennt, Ihren Namen nicht mehr weiß oder Sie für jemand anderen hält, manchmal sogar für jemanden, den er fürchtet.

Tipp

Wenn Ihr demenzkranker Angehöriger Sie beschimpft oder fürchtet, so meint er oft gar nicht Sie. Er ist in einem Wahn befangen und in dieser wahnhaften Welt erscheinen Sie ihm beängstigend oder bedrohlich. Doch es hat gar nichts mit Ihnen zu tun. Machen Sie sich das immer wieder klar, damit Sie nicht zu sehr darunter leiden müssen. Diese wahnhafte Verkennung ist nicht persönlich gemeint.

Zu 3) Fortgeschrittene Alzheimer-Demenz („schwere Alzheimer-Krankheit“)

Bei dem schweren Stadium der Demenz vom Alzheimer Typ ist der Betroffene vollständig hilflos. Er kann allein weder essen noch trinken, leidet häufig unter Schluckstörungen und in Folge dessen häufig auch an einer Mangelernährung. Er kann nicht mehr sprechen, Schmerzen nicht mehr verbal äußern, keine Wünsche mehr konkret nennen. Selbstständiges Gehen ist nicht mehr möglich, deshalb sind viele Betroffene im Endstadium einer Demenz vom Alzheimer-Typ bettlägerig.

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Kann man an Alzheimer sterben?

Zwar kann man nicht an Alzheimer sterben, aber tatsächlich erhöht sich im schweren Stadium einer Demenz – und eben auch bei Alzheimer – die Anfälligkeit für Infektionen. Insofern sterben viele Alzheimer-Betroffene an Infektionskrankheiten wie z. B. einer Lungenentzündung.

Durchschnittlich dauert eine Alzheimer-Erkrankung acht Jahre nach der Diagnose. Aber das ist von Patient zu Patient unterschiedlich. So gibt es durchaus Patienten, die 20 Jahre mit ihrer Erkrankung lebten. Dennoch führt Alzheimer im letzten Stadium zum Tod. Der Grund dafür ist, dass sich das Immunsystem der Patienten immer weiter abschwächt, sodass Infektionen häufiger werden. Die Patienten erkranken schneller an Lungenentzündungen und anderen Infektionen. Da die Patienten im letzten Stadium zumeist schon in einem hohen Alter sind, kommen bei vielen noch andere körperliche Erkrankungen hinzu, die ebenfalls zum Tode führen können.

Alzheimer: Risikofaktoren

Ein höheres Lebensalter ist der größte Risikofaktor für Alzheimer. Alzheimer mit 20, 30 oder 40 Jahren zu bekommen, ist eher unwahrscheinlich. Nur in wenigen Fällen – etwa bei der vererbbaren Form der Alzheimer-Erkrankung (weniger als 3 % der Fälle) – kann es auch Menschen treffen, die weit jünger als 50 Jahre sind.

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Krankheiten im Alter

Wenn auch die Ursache von Alzheimer nicht wirklich geklärt ist, so gibt es durchaus einige Risikofaktoren, die den Ausbruch einer Alzheimer-Demenz begünstigen können:

  • Übergewicht, Bluthochdruck, zu hoher Cholesterinspiegel, zu hohe Blutzuckerwerte
  • Diabetes mellitus Typ 2: Wer im mittleren Lebensalter an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt, hat ein höheres Risiko, im Alter an Alzheimer zu erkranken. Eine gute Diabetes-Therapie ist also enorm wichtig.
  • „Freie Radikale“ vermeiden: Diese sauerstoffhaltigen Verbindungen stören die routinierten Arbeiten in den Zellen und schädigen sie. Freie Radikale sollten also möglichst wenig in unserem Körper zirkulieren, zumal die Plaques, die bei Alzheimer auftreten, auch noch zusätzlich freie Radikale produzieren.
  • Kopfverletzungen, Gehirninfektionen durch Viren (z. B. Herpesviren)
  • Langanhaltender Stress kann die Anfälligkeit für Alzheimer erhöhen.
  • Alkoholmissbrauch über lange Zeit kann eine Demenz zur Folge haben, z. B. das sog. Wernicke-Korsakow-Syndrom. Dies ist jedoch keine Demenz vom Alzheimer-Typ, sondern eine andere Demenzform.
  • Geschlecht: Frauen erkranken häufiger an Alzheimer. Das kann daran liegen, dass Männer im Durchschnitt nicht so alt werden und deshalb ihr Risiko einfach kleiner ist. Fakt ist jedoch, dass die Anzahl der Neuerkrankungen bei Frauen insgesamt höher ist als bei Männern.
  • Ob Aluminium wirklich das Risiko einer Alzheimer-Erkrankung verstärkt, ist bislang unbewiesen.

Alzheimer: Behandlung

Eine wirksame Alzheimer-Therapie oder heilende Alzheimer-Medikamente gibt es noch nicht. Aber es gibt Medikamente, die bei Alzheimer eingesetzt werden und die auf zwei Symptome der Alzheimer-Demenz wirken:

  1. auf die Kernsymptome der Demenz (z. B. die kognitiven Störungen), sog. Antidementiva
  2. die Behandlung von psychischen und Verhaltenssymptomen (z. B. Wahn, Depression, Halluzinationen), sog. Antipsychotika

Zu 1: Antidementiva

Was die Kernsymptome angeht, so gibt es vier Alzheimer-Medikamente, die wahrscheinlich den kognitiven Verfall bremsen können: drei Acetylcholinerase-Hemmer und einen sog. NMDA-Rezeptor-Antagonist.

Die Herausforderung besteht darin, die wirksamste Kombination dieser vier Medikamente zu finden, denn die ist – je nach Patient und Krankheitsstadium – unterschiedlich. Die vier Medikamente können Alzheimer nicht heilen und sie können zum Teil schwere Nebenwirkungen haben (z. B. Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Appetitlosigkeit), sodass ihr Einsatz stets wohl abgewogen sein muss.

Info

Gingko Biloba

Gingko Biloba war bislang umstritten. Doch jetzt gibt es eine klarere Linie: Die Experten der aktuellen Leitlinie Demenzen sagen: „Es gibt Hinweise für die Wirksamkeit von Ginkgo Biloba EGb 761 auf Kognition bei Patienten mit leichter bis mittelgradiger Alzheimer-Demenz […]. Eine Behandlung kann erwogen werden.“ Auch andere Nahrungsergänzungsmittel können ersten Studien nach zu einer Verbesserung der Hirnaktivität führen.

Zu 2: Antipsychotika

Die zweite Medikamentengruppe, die auf die psychische und Verhaltenssymptome wirkt, wird unter dem Namen „Antipsychotika“ zusammengefasst. Experten haben jedoch nachgewiesen, dass solche Medikamente mit einer erhöhten Sterblichkeit einhergehen. Außerdem hat sich in Studien gezeigt, dass Antipsychotika die kognitive Verschlechterung beschleunigen können. Deshalb wird die Behandlung mit Antipsychotika nur kurzzeitig in geringstmöglicher Dosis und unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle empfohlen.

Ganz wichtig: Die nichtmedikamentöse Therapie bei Alzheimer

Es gibt eine ganze Reihe von nichtmedikamentösen Therapien, die Alzheimer-Patienten (und auch ihren Angehörigen) gut helfen können. Sie zielen vor allem auf eine Teilnahme am sozialen Leben, auf das Training noch vorhandener kognitiver Möglichkeiten und generell auf eine lebenswerte, abwechslungsreiche und interessante Alltaggestaltung ab:

  • Verhaltens-, Ergo- und Physiotherapie, um die Selbstständigkeit zu schulen, Fähigkeiten zu trainieren und den Alltag möglichst selbstständig zu bewältigen.
  • Gedächtnistrainings- und Biografiearbeit
  • Realitäts-Orientierungs-Training (sog. „ROT“), um dem Patienten die Orientierung in Zeit und Raum zu erleichtern.
  • Musik- und Tiertherapie
  • Aromatherapie (mit Aromaölen) und Snoezelen (sensorische Stimulation durch Licht, Klänge, Berührungen, Geschmack etc.)

Alzheimer: Vorbeugen

Gibt es eine Alzheimer-Prävention? Lässt sich Alzheimer vorbeugen? Die neue „Leitlinie Demenzen“, die im Januar 2016 in Berlin vorgestellt wurde, macht Hoffnung. „Die Hinweise verdichten sich, dass eine Alzheimer-Demenz nicht allein Schicksal ist,“ sagt Professor Frank Jessen aus Köln, der die Leitlinie koordinierte. Er glaubt, dass es ein paar Möglichkeiten gibt, einer Alzheimer-Demenz vorzubeugen. Seine Faustregel: „Was dem Herzen gut tut, hilft auch dem Gehirn.“ Und das ist schnell aufgezählt:

  • Prävention bzw. Behandlung von Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht
  • Ein aktiver Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung und ausgewogener Ernährung.
  • Die Pflege von Beziehungen zu Familie und Freunden.
  • Kein Tabak- oder Alkoholgenuss, auch wenn manche Studien positive Effekte eines mäßigen Alkoholkonsums nachweisen – die Forscher sind skeptisch: zu groß ist die Gefahr der Abhängigkeit.
  • Stressprävention

Welche Rolle spielt die Ernährung bei Demenz vom Typ Alzheimer? Eine wichtige, aber keine zentrale Frage, denn eine sog. „Anti-Demenz-Diät“ gibt es nicht. Experten empfehlen eine ausgewogene Ernährung: mehr Fisch, weniger Fleisch, mehr Mittelmeer und weniger „typisch deutsch“, also gemäß den allgemeinen Tipps für die Ernährung im Alter. Die berühmten Omega-3-Fettsäuren, die gern als Nahrungsergänzung genommen werden, sollten sich lieber im Fisch befinden als in einer Kapsel.

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Ernährung im Alter – richtig und gesund ernähren

Was noch zu beachten ist: Durch die demenzielle Veränderung wird oftmals auch die Nahrungsaufnahme erschwert, so dass Mangelernährung und Dysphagie (Schluckstörungen) eine häufige Konsequenz von Demenz sind. Dem können Betroffene aber durch die bewusste Nahrungsergänzung vorbeugen.

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Erstelldatum: .82.016102|Zuletzt geändert: .03.709102
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© Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI)
Studie
https://www.deutsche-alzheimer.de/fileadmin/alz/pdf/factsheets/infoblatt1_haeufigkeit_demenzerkrankungen_dalzg.pdf
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