Demenzgerechte Raumgestaltung

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Demenzgerechte Raumgestaltung

Personen mit Demenz fällt es mit dem Voranschreiten der Erkrankung zunehmend schwerer, Gefahren zuhause und im Freien richtig einzuschätzen. Demnach ist es wichtig, Betroffene im Verlauf der Demenz zu schützen und sie vor Gefahren zu bewahren. Dies gelingt zum einen durch eine demenzgerechte Gestaltung der Wohnräume sowie den Einsatz passender Hilfsmittel.

Inhaltsverzeichnis

 

Studien und Modellprojekte belegen, dass die individuelle Anpassung der Wohnumgebung Unsicherheiten minimieren und negative Gefühle wie Wut und Frustration bei Personen mit Demenz reduzieren kann. Hilfsmittel erhöhen die Sicherheit in der Häuslichkeit und sorgen so für eine psychische Entlastung bei Angehörigen. pflege.de gibt Ihnen Hilfestellungen zur demenzgerechten Raumgestaltung an die Hand und erklärt, welche Hilfsmittel Ihnen und Ihrem Angehörigen mit Demenz helfen können.

Demenzgerechte Raumgestaltung: räumliche und zeitliche Orientierung

Die oberste Grundregel bei der Raumgestaltung für Demenzerkrankte ist die übersichtliche und einfache Einrichtung des Wohnraums. Viele Sinneseindrücke können den Betroffenen schnell überfordern und es ihm erschweren, sich im Raum zu orientieren. Daher sollten Sie Möbel und Wohngegenstände auf ein Minimum reduzieren, so dass diese vorrangig den Ansprüchen und Bedürfnissen des Erkrankten entsprechen. Somit findet er möglichst schnell, was er sucht, und ist nicht unnötig frustriert. Gleiches gilt ebenso für das Nutzen und Finden von Räumen. Betroffene mit Demenz haben im Verlauf der Krankheit zunehmend Schwierigkeiten, sich in ihrer Wohnung zurechtzufinden und vergessen bspw., wo das Badezimmer ist. Daher empfiehlt es sich, sofern möglich, Türen offen zu lassen oder sogar auszuhängen, um Barrieren, die die räumliche Orientierung beeinflussen, zu reduzieren. Eine praktische Orientierungshilfe können Aufkleber mit einem Symbol für den entsprechenden Raum an den Türen sein wie z. B. das Symbol einer Badewanne und Toilette für das Badezimmer. Personen mit Demenz können Bilder in der Regel einfacher deuten als mögliche beschriftete Türschilder.

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Auch die zeitliche Orientierung des Betroffenen können Angehörige mit einfachen, jedoch effektiven Hilfsmitteln für eine demenzgerechte Raumgestaltung stärken. Ein Kalender mit extra großen Zahlen und ausgeschriebenem Monat und Jahr sowie Symbol für die jeweilige Jahreszeit erleichtert Betroffenen, sich zeitlich zu orientieren und sich der Jahreszeit entsprechend zu kleiden. Als weitere Möglichkeit gibt es Telefone mit Bildtasten. Darauf ist jeder Taste das Bild einer Person bzw. ein Symbol einer Einrichtung, wie bspw. einer Arztpraxis, zugeordnet. Damit kann der Bewohner mit Demenz den entsprechenden Kontakt ohne die Eingabe von Ziffern anrufen. Hilfsmittel dieser Art können auch Sie als pflegender Angehöriger psychisch entlasten, da Sie damit wissen, dass sich Ihr Angehöriger mit Demenz in den eigenen Wohnräumen besser zurechtfindet und auch Sie jederzeit telefonisch kontaktieren kann.

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4 Tipps für eine bessere Orientierung in der Häuslichkeit

  1. Organisieren Sie für Ihren Angehörigen ein Telefon mit Bildtasten.
    Damit gehen Sie sicher, dass er Sie jederzeit anrufen kann.
  2. Bringen Sie an den Türen Symbolaufkleber an oder hängen Sie die Türen ganz aus.
    Damit beseitigen Sie Barrieren und können die Orientierung Ihres Angehörigen mit Demenz in der Häuslichkeit stärken.
  3. Reduzieren Sie die Anzahl der Gegenstände in den Wohnräumen auf ein Minimum.
    Das erleichtert die räumliche Orientierung Ihres Angehörigen mit Demenz und räumt zudem Stolperfallen aus dem Weg.
  4. Sorgen Sie für eine umfassende Beleuchtung.
    Das erleichtert es Ihrem Angehörigen, sich in den Wohnräumen besser zu orientieren.

Demenzgerechte Gestaltung: Wandflächen, Bodenbeläge und Türen

Personen mit Demenz nehmen die Atmosphäre in einem Raum intensiv wahr. Umso wichtiger ist es, dass die Wohnräume eines Betroffenen freundlich gestaltet werden. Das gelingt durch helle Wandfarben oder Tapeten sowie eine Deckenbeleuchtung mit warmem Licht. Eher weniger geeignet sind hingegen aufgeregte Mustertapeten, weil sie bei Menschen mit Demenz optische Illusionen verursachen können. Gleiches gilt für wechselnde Bodenstrukturen oder reflektierende Böden, wie etwa Linoleum, die durch ihren spiegelnden Effekt Betroffene verunsichern und Ängste verstärken können.

Die Raumgestaltung bei Demenz kann elementar zur räumlichen Orientierung des Betroffenen beitragen. Für Menschen mit Demenz im fortgeschrittenen Stadium sind Wohn- oder Gebrauchsgegenstände teilweise sehr schwer auffindbar. Daher kann man Betroffene durch eine kontrastreiche Gestaltung der Wohnräume unterstützen. Durch die farbige Hervorhebung von wichtigen Alltagsgegenständen wie z. B. Lichtschalter oder der Toilettenbrille können sie Betroffene schneller finden und wahrnehmen. Weil dementiell veränderte Personen sehr sensibel auf Farben reagieren, gilt es Farbakzente richtig einzusetzen. Insbesondere dunkle Töne sollte man nur gezielt und ausgewählt verwenden, da sie negative Gefühle auslösen können. Eine dunkle Fußmatte oder ein dunkler Teppich können im fortgeschrittenen Stadium der Demenz bspw. als nicht überwindbares Loch im Boden gedeutet werden. Dies kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass Bewohner mit Demenz bestimmte Areale des Hauses oder der Wohnung nicht mehr betreten, weil sie Angst davor haben. Wählen Sie zur Einrichtung von Wohnräumen daher besser sanfte Farben wie z. B. eine cremefarbene Fußmatte!

Diese „Angst“ vor dunklen Farben kann man aber auch bei der Wohnraumgestaltung von Demenzkranken verwenden. Menschen mit Demenz haben oftmals eine Lauftendenz und leiden aufgrund dessen unter einer starken inneren Unruhe. Wenn man verschlossene Türen (z. B. Haus- oder Wohnungstüre) mit einem dunklen Vorhang verhängt, verliert sie für Personen mit Demenz ihren Aufforderungscharakter und damit mindert sich sein Interesse, durch die Tür gehen zu wollen. So ist es unter Umständen möglich, eine Lauftendenz zu mindern, was Angehörige psychisch entlastet.

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4 Tipps für die farbige Gestaltung einer demenzgerechten Wohnung

  1. Gestalten Sie die Wände hell und freundlich.
    So nimmt Ihr Angehöriger mit Demenz eine positive Atmosphäre wahr und negative Gefühle können dadurch minimiert werden.
  2. Verzichten Sie auf auffällige Mustertapeten.
    Zu unruhige Muster können bei Personen mit Demenz optische Illusionen auslösen.
  3. Arbeiten Sie mit Kontrasten.
    Heben Sie z. B. Lichtschalter und Toilettenbrille mit einem starken Kontrast vom Rest der Wohnumgebung ab. Das hilft Betroffenen bei der Orientierung.
  4. Decken Sie Türen mit Aufforderungscharakter mit dunklen Vorhängen ab.
    Damit verlieren Türen ihren Reiz und man kann die Lauftendenz von Personen mit Demenz abschwächen.

Hilfsmittel zur Stärkung der Sicherheit bei Personen mit Demenz

Die zunehmende Desorientierung und Vergesslichkeit bei einer Demenzerkrankung birgt viele Risiken im Alltag. Sie als pflegender Angehöriger sind möglicherweise besorgt, dass sich Ihr Verwandter in Ihrer Abwesenheit verletzen könnte und möchten seinen Wohnraum so sicher wie möglich gestalten. Hierzu gibt es eine Vielzahl von nützlichen Hilfsmitteln, die Sie bei der Raumgestaltung bei Demenz unterstützen kann.

Im Allgemeinen empfiehlt es sich zur Sturzprophylaxe Stolperfallen wie lose Kabel oder Teppiche zu entfernen. Achten Sie zudem darauf, den Wohnraum gut auszuleuchten und ein Nachtlicht zur besseren Orientierung in der Dunkelheit zu installieren. Auch im Badezimmer erleichtern einfache Hilfsmittel wie z. B. Haltegriffe und Anti-Rutsch-Matten den Alltag des Betroffenen und erleichtern die Körperpflege. Sollte es jedoch zu einem Sturz Ihres Angehörigen kommen, ist ein Schloss mit einer sog. Not- und Gefahrenfunktion hilfreich. Damit können Sie jede Tür öffnen, auch wenn im Zylinder bereits ein Schlüssel steckt.

Sturzprophylaxe / Sturzprävention
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Sturzprophylaxe: für mehr Sicherheit im Alter

Eine große Gefahr im Haushalt stellen auch elektronische Geräte für Personen mit Demenz dar. Daher können am Herd sog. Herdschutzknöpfe/Schutzknöpfe installiert werden, die das Einschalten des Herds verhindern. Das gibt vor allem Angehörigen ein gutes und beruhigendes Gefühl! Als weitere Sicherheitsmaßnahme sollten in Wohnungen von Personen mit Demenz in allen Räumen Rauchmelder installiert werden, um im Falle eines Brands schnell alarmiert zu werden. Weitere Sicherheit in der Küche bietet ein Schubladenschutz, der das Öffnen nur mit Hilfe eines Mechanismus zulässt.

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5 Tipps für mehr Sicherheit im Haushalt von Personen mit Demenz

  1. Schließen Sie Reinigungsmittel und andere giftige Substanzen sicher weg.
    Dies gelingt durch einen Schubladenschutz oder abschließbare Schränke.
  2. Kleben Sie Ecken und Kanten ab, um das Verletzungsrisikos zu reduzieren.
    Bei einer räumlichen Desorientierung kann sich Ihr Angehöriger mit Demenz ansonsten bei einem Sturz verletzen.
  3. Nutzen Sie Schutzkappen, um Steckdosen abzudecken.
    Steckdosen-Klappen verhindern, dass Ihr Angehöriger versucht, in die Steckdose zu greifen oder mit einem Gegenstand hineindrückt.
  4. Installieren Sie Rauchmelder in allen Räumen.
    Sie dienen der allgemeinen Sicherheit und schnellen Alarmierung im Fall eines Brands.
  5. Verwenden Sie Schutzknöpfe für den Herd, damit dieser nicht ungewollt angeschaltet wird.
    Um sicherzugehen, dass Ihr Angehöriger mit Demenz nicht vergisst, den Herd abzuschalten, leisten Herdschutzknöpfe wertvolle Hilfe.
Tipp

Seien Sie sensibel für die Gefühle und Fähigkeiten Ihres Angehörigen. Die umgesetzten Maßnahmen sollen nicht dafür sorgen, den Menschen mit Demenz zu entmündigen, sondern ihn vor sich oder Gefahrenquellen zu schützen.

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Erstelldatum: 8102.70.81|Zuletzt geändert: 0202.30.03
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