Themenwelt Pflegeleistungen

Das Ziel der Pflegeversicherung ist es, allen pflegebedürftigen Personen mit körperlichen und kognitiven Einschränkungen durch umfangreiche Leistungen gerecht zu werden. pflege.de beschreibt in einem umfassenden Überblick die einzelnen Leistungen, die Pflegebedürftigen mit anerkanntem Pflegegrad zustehen.

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Pflegeleistungen

Inhaltsverzeichnis

Was sind Pflegeleistungen?

Unter Pflegeleistungen versteht man alle Leistungen, auf die Pflegeversicherte nach Überprüfung des tatsächlichen Bedarfs und bei Anerkennung eines Pflegegrads Anspruch haben. Die Pflegeversicherung als eine Teilkasko-Versicherung trägt grundlegende Pflege- und Betreuungsleistungen von Angehörigen, Betreuungskräften und professionellen Pflegekräften.

Anspruch auf Pflegeleistungen haben anerkannt Pflegebedürftige, die zu Hause oder in Pflegeeinrichtungen versorgt werden. Für Kosten, die auch ohne Pflegebedürftigkeit aufkommen, also insbesondere Wohnen und Essen, kommt die Pflegeversicherung nicht auf.

Die Zuschüsse der gesetzlichen und privaten Pflegekassen für die notwendige Betreuung und Pflege sind begrenzt bzw. gedeckelt. Das gilt auch für Pflegehilfsmittel und vieles Notwendige, was die Pflege und Betreuung der Betroffenen erleichtert und ihre Selbstständigkeit und Lebensqualität fördert.

Pflegegeld
Ratgeber
Pflegegeld – Voraussetzungen & Leistungsumfang

Katalog und Übersicht der wichtigsten Pflegeleistungen

Alle anerkannt Pflegebedürftigen mit den Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 und Pflegegrad 5  haben Ansprüche auf viele Leistungen ihrer Pflegekassen.

1. Pflegegeld

Pflegebedürftige erhalten je nach Pflegegrad monatliches Pflegegeld, wenn sie von ihren Angehörigen, Freunden oder anderen Privatbetreuern zu Hause gepflegt und betreut werden. Das Pflegegeld muss übrigens nicht versteuert werden.

Info

Pflegegeld nur für Pflege zuhause

Wissen für Einsteiger: Das Pflegegeld wird nur im Rahmen der häuslichen Pflege gewährt. Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen erhalten kein Pflegegeld, da sich dort professionelle Kräfte der stationären Pflegeeinrichtung rund um die Uhr um sie kümmern.

2. Pflegesachleistung

Sachleistungen oder Pflegesachleistungen können Pflegebedürftige monatlich in Höhe ihres jeweiligen  Pflegegrads beanspruchen, wenn sie sich durch einen ambulanten Pflegedienst zu Hause pflegen und betreuen lassen. Diese Sachleistungen zur Vergütung seiner Dienstleistungen rechnet der Pflegedienst dann direkt mit der Pflegekasse ab.

Info

Wichtiger Hinweis: Beratungsangebot unbedingt wahrnehmen!

  • Pflegegeld-Empfänger haben Anspruch auf zwei kostenlose Beratungsbesuche von geschulten Fachkräften pro Jahr. Dabei geben Fachkräfte auf Wunsch auch in der Wohnung der Pflegebedürftigen wertvolle praktische Tipps, wie die Pflege und Betreuung zu Hause erleichtert und verbessert werden kann. Die Pflegeexperten geben zudem Anregungen für mögliche Wohnraumanpassungen. Denn auch bauliche Veränderungen können die Pflege erleichtern und die Lebensqualität des Pflegebedürftigen oder Demenzkranken erhöhen.
  • Für alle Pflegegeld-Empfänger mit den Pflegegraden 2, 3, 4 und 5 (vgl. § 37.3 SGB XI) sind diese Beratungsbesuche sogar vorgeschrieben und daher verpflichtend wahrzunehmen.

 

3. Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen

Haben z. B. Pflegebedürftige mit anerkanntem Pflegegrad ihren monatlichen Anspruch auf Pflegesachleistungen nicht ausgeschöpft, können Sie bis zu 40 Prozent des Anspruchs auf Pflegesachleistungen alternativ für Betreuungs- und Entlastungsleistungen gem. § 45 b Sozialgesetzbuch Elf (SGB XI) ausgeben. Dies sind z. B. haushaltsnahe Dienstleistungen, Alltagsbegleitung, Betreuung bei Demenz o. ä. Die Voraussetzung ist, dass der Anbieter dieser Dienstleistungen dafür von der Pflegekasse zugelassen ist. Dies sollten Sie als pflegender Angehöriger im Vorfeld überprüfen.

4. Kombinationsleistung aus Pflegegeld und Pflegesachleistungen

Eine Kombinationsleistung aus Pflegegeld und Sachleistungen können Pflegebedürftige beziehen, wenn sie sowohl von Angehörigen oder Freunden als auch von einem professionellen Pflegedienst bzw. in einer Tages- oder Nachtpflegeeinrichtung versorgt werden und zu Hause leben. Wenn also bspw. nur 20 Prozent der Pflegesachleistungen des ambulanten Dienstes z. B. für medizinische Behandlungspflege benötigt werden, weil Grundpflege und Haushaltsführung durch Freunde und Angehörige erledigt werden, erhält der Pflegebedürftige noch 80 Prozent Pflegegeld.

5. Tages- und Nachtpflege

Auch für die Tagespflege und Nachtpflege bekommen Pflegebedürftige (ab Pflegegrad 2) die ambulanten Pflegesachleistungen je nach ihrem Pflegegrad.

6. Verhinderungspflege

Bei Krankheit oder Urlaub pflegender Angehöriger gewährt die Pflegekasse Zuschüsse für die Verhinderungspflege. Dafür stehen Pflegebedürftigen pro Jahr 1.612 Euro für bis zu sechs Wochen zur Verfügung. Bei Nichtnutzung von Kurzzeitpflege steigt der Anspruch für Verhinderungspflege sogar auf bis zu 2.412 Euro für bis zu 42 Tage im Jahr an.

7. Kurzzeitpflege

Beispielweise nach Klinikaufenthalten kann die Kurzzeitpflege von Pflegebedürftigen vorübergehend Entlastung schaffen. Dafür stehen Pflegebedürftigen pro Jahr 1.612 Euro für bis zu acht Wochen zur Verfügung. Bei Nichtnutzung von Verhinderungspflege erhöhen sich die jährlichen Zuschüsse für Kurzzeitpflege sogar auf bis zu 3.224 Euro für bis zu 56 Tage.

8. Hilfsmittel

Bei Bedarf und medizinischer Notwendigkeit gewährt die Pflegekasse die Erstattung für Hilfsmittel wie Gehhilfen, Rollatoren oder Rollstühle sowie weitere im Hilfsmittelverzeichnis aufgelistete erstattungsfähige Hilfsmittel. Eine Sonderrolle nehmen die zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel ein.

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9. Zuschüsse für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel

Für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel gewährt die Pflegekasse monatlich 40 Euro. Dazu gehören Artikel wie beispielsweise Desinfektionsmittel, Handschuhe und Bettschutzunterlagen. Anders als bei den „normalen“ Hilfsmitteln wird kein Rezept benötigt. Es genügt ein Antrag bei der Pflegekasse.

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10. Zuschüsse zum Hausnotruf

Für einen Hausnotruf bezahlt die Pflegekasse ab Pflegegrad 1 monatlich 23 Euro für den laufenden Betrieb.

11. Zuschüsse für Wohnraumanpassung

Falls die Wohnung des Pflegebedürftigen barrierearm oder barrierefrei umgebaut wird, gewährt die Pflegekasse einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro einmalig für alle Maßnahmen der Barrierereduzierung in Form der Wohnraumanpassung. Wenn sich der Hilfebedarf, also z. B. der Grad der Pflegebedürftigkeit des Versicherten ändert, gewährt die Kasse diesen Zuschuss u. U. erneut bzw. mehrmals.

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12. Förderung selbstorganisierter, ambulant betreuter Wohngruppen

Wird der Pflegebedürftige in einer ambulant betreuten Wohngruppe wie einer Senioren-WG versorgt, so zahlt die Pflegekasse für bis zu vier Bewohner einen Einrichtungszuschuss von einmalig jeweils 2.500 Euro (Höchstförderung pro WG: 10.000 Euro). Zusätzlich können ebenfalls höchstens vier Bewohner monatlich je 214 Euro Zuschuss zur Beschäftigung einer gemeinsamen Organisationskraft sowie einmalig jeweils 4.000 Euro für den barrierefreien Umbau ihrer Wohnung (Höchstförderung pro WG: 16.000 Euro) beanspruchen.

13. Zuschüsse für Versorgung in einer stationären Einrichtung

Werden Pflegebedürftige stationär in einem Altenheim versorgt, so gewährt die Pflegekasse je nach anerkanntem Pflegegrad unterschiedlich hohe Zuschüsse.

14. Kostenlose Pflegekurse für Angehörige

Jeder pflegende Angehörige oder ehreamtlicher Pfleger hat gemäß § 45 SGB XI Anspruch auf kostenlose Pflegekurse. Die vollständigen Kosten hierfür trägt die Pflegeversicherung. In diesen Kursen werden Grundlagen des Pflegewissens für pflegende Angehörige vermittelt und es besteht die Möglichkeit zum Austausch mit anderen pflegenden Angehörige, was für viele sehr wertvoll ist.

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Übersicht der Pflegeleistungen nach Pflegegrad

Pflegeleistungen bei Pflegegrad 1

  • Entlastungsbeitrag in Höhe von 125 Euro pro Monat, der für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen genutzt werden kann.
  • Zuschüsse zum Hausnotruf in Höhe von 23 Euro für die monatlichen Betriebskosten sowie einmalig 10,49 Euro für die Installation.
  • Pflegehilfsmittel zum Verbrauch in Höhe von 40 Euro pro Monat.
  • Zuschüsse zur Wohnraumanpassung von bis zu 4.000 Euro.
  • Wohngruppenförderung sowie Pflegeunterstützungsgeld für Angehörige.
Info

Als Betreuungs- und Entlastungsleistung erkennen Pflegekassen u.a. folgende Dienste an:

  • Betreuung in niedrigschwelligen Betreuungsgruppen für Demenzkranke, durch familienentlastende Dienste oder gerontopsychiatrischen Zentren
  • Betreuungs- und Entlastungsleistungen eines ambulanten Pflegedienstes
  • Betreuung in der Tages- und Nachtpflege, wenn die Höchstbeträge bereits verbraucht sind
  • Betreuung in einer Kurzzeitpflege-Einrichtung zum Beispiel, um die Kosten für Unterkunft und Verpflegung zu decken
  • Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer Pflegekasse, welche Angebote erstattet werden.

Pflegeleistungen bei Pflegegrad 2

  • Pflegegeld in Höhe von 316 Euro pro Monat bei alleiniger häuslicher Pflege und Betreuung durch Angehörige, Freunde oder Bekannte.
  • Pflegesachleistungen von monatlich 689 Euro bei Pflege durch einen professionellen Pflegedienst.
  • Leistungen für die Tages- und Nachtpflege in Höhe von 689 Euro pro Monat.
  • Leistungen für die vollstationäre Pflege im Pflegeheim in Höhe von 770 Euro pro Monat.
  • Entlastungsbeitrag in Höhe von 125 Euro pro Monat für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen.
  • Verhinderungspflege: 1.612 Euro pro Jahr plus 50 Prozent des nicht genutzten Budgets der Kurzzeitpflege.
  • Kurzzeitpflege: 1.612 Euro pro Jahr plus 100 Prozent des nicht genutzten Budgets der Verhinderungspflege.
  • Zuschüsse zur Wohnraumanpassung: bis zu 4.000 Euro.
  • Zuschüsse zum Hausnotruf (18,36 Euro monatlich für den Betrieb sowie einmalig 10,49 Euro für die Installation).
  • Pflegehilfsmittel zum Verbrauch in Höhe von 40 Euro pro Monat.
  • Wohngruppenförderung für ambulant betreute Wohngruppen sowie Pflegeunterstützungsgeld für pflegende Angehörige.
Tipp

Schöpfen Pflegebedürftige den gesamten Anspruch für Pflegesachleistungen nicht ganz aus, können Sie bis zu 40 Prozent dieses Betrags für Betreuungs- und Entlastungsleistungen verwenden.

Pflegeleistungen bei Pflegegrad 3

  • Pflegegeld: 545 Euro pro Monat, wenn Pflegebedürftige durch Angehörige, Freunde oder Bekannte zuhause versorgt werden.
  • Pflegesachleistungen: 1.298 Euro pro Monat, wenn Pflegebedürftige durch einen professionellen Pflegedienst versorgt werden.
  • Leistungen für die Tages- und Nachtpflege in Höhe von 1.298 Euro pro Monat.
  • Leistungen für die stationäre Pflege im Pflegeheim: 1.262 Euro pro Monat.
  • Entlastungsbeitrag in Höhe von 125 Euro pro Monat für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen.
  • Verhinderungspflege: 1.612 Euro pro Jahr plus 50 Prozent des nicht genutzten Budgets der Kurzzeitpflege.
  • Kurzzeitpflege: 1.612 Euro pro Jahr plus 100 Prozent des nicht genutzten Budgets der Verhinderungspflege.
  • Zuschüsse zur Wohnraumanpassung: einmalig bis zu 4.000 Euro.
  • Zuschüsse zum Hausnotruf (18,36 Euro monatlich für den Betrieb sowie einmalig 10,49 Euro für die Installation).
  • Pflegehilfsmittel zum Verbrauch in Höhe von 40 Euro pro Monat.
  • Wohngruppenförderung für ambulant betreute Wohngruppen sowie Pflegeunterstützungsgeld für pflegende Angehörige.

Pflegeleistungen bei Pflegegrad 4

  • Pflegegeld in Höhe von 728 Euro pro Monat, sofern Pflegebedürftige zuhause durch Angehörige, Freunde oder Bekannte versorgt werden.
  • Pflegesachleistungen in Höhe von 1.612 Euro pro Monat, sofern Pflegebedürftige in der Häuslichkeit durch einen professionellen Pflegedienst versorgt werden.
  • Leistungen für die stationäre Versorgung im Pflegeheim: 1.775 Euro pro Monat.
  • Leistungen für die Tages- und Nachtpflege in Höhe von 1.612 Euro pro Monat.
  • Entlastungsbeitrag in Höhe von 125 Euro pro Monat, der für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen genutzt werden kann.
  • Verhinderungspflege in Höhe von 1.612 Euro pro Jahr plus 50 Prozent des nicht genutzten Budgets der Kurzzeitpflege.
  • Kurzzeitpflege in Höhe von  1.612 Euro pro Jahr plus 100 Prozent des nicht genutzten Budgets der Verhinderungspflege.
  • Bis zu 4.000 Euro für Maßnahmen der Wohnraumanpassung.
  • Zuschüsse zum Hausnotruf in Höhe von 18,36 Euro monatlich für den Betrieb sowie einmalig 10,49 Euro für die Anschlusskosten.
  • Pflegehilfsmittel zum Verbrauch in Höhe von 40 Euro pro Monat.
  • Wohngruppenförderung für ambulant betreute Wohngruppen sowie Pflegeunterstützungsgeld für pflegende Angehörige.

Pflegeleistungen bei Pflegegrad 5

  • 901 Euro Pflegegeld pro Monat bei der häuslichen Pflege durch Angehörige, Freunde oder Bekannte.
  • 1.995 Euro Pflegesachleistungen pro Monat für die ambulante Pflege durch einen professionellen Pflegedienst.
  • 2.005 Euro pro Monat für die stationäre Versorgung im Pflegeheim.
  • 1.612 Euro pro Monat für die Betreuung und Pflege in Einrichtungen der Tages- und Nachtpflege.
  • 125 Euro pro Monat als Entlastungsbeitrag für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen.
  • 1.612 Euro pro Jahr für die Verhinderungspflege plus 50 Prozent des nicht genutzten Budgets der Kurzzeitpflege.
  • 1.612 Euro pro Jahr für die Kurzzeitpflege plus 100 Prozent des nicht genutzten Budgets der Verhinderungspflege.
  • Bis zu 4.000 Euro für Maßnahmen der Wohnraumanpassung.
  • Zuschüsse zum Hausnotruf: 18,36 Euro monatlich für den Betrieb sowie einmalig 10,49 Euro für die Anschlusskosten.
  • Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: 40 Euro pro Monat.
  • Wohngruppenförderung für ambulant betreute Wohngruppen sowie Pflegeunterstützungsgeld für pflegende Angehörige.

Kosten und Preise für Pflegeleistungen

In Deutschland gibt es über 13.000 ambulante Pflegedienste und über 13.000 Alten- und Pflegeheime. Die Preise variieren je nach ihrer Ausstattung, dem Service-Standard, allgemeinen oder besonderen Angeboten stark, so dass sich keine pauschalen Angaben machen lassen.

Altenheim Kosten
Ratgeber
Pflegeheimkosten: Was kostet ein Platz im Pflegeheim?

Da die Pflegeversicherung nur eine Teilkasko-Versicherung ist, haben Pflegebedürftige für ihre Versorgung in Alten- und Pflegeheimen sowie in Tages- und Nachtpflege-Einrichtungen Eigenanteile für Unterkunft, Verpflegung und anteilige Investitionskosten zu tragen. Eine gute finanzielle Pflegevorsorge macht sich daher im Alter bezahlt – egal ob im Rahmen von privaten Pflegezusatzversicherungen oder Pflege-Bahr.

Für Hartz-IV-Empfänger übernimmt diese Eigenanteile das zuständige Sozialamt. In Wohngruppen und Wohngemeinschaften fallen Bruttomiete, eine Pauschale für Verpflegung, häufig Pauschalen für die 24-Stunden-Versorgung und Eigenanteile an den Pflegekosten des gewählten ambulanten Pflegedienstes an.

pflege.de verzichtet bewusst darauf, Ihnen konkrete Preisübersichten zu präsentieren. Denn die Preise von ambulanten Pflegediensten sowie die Eigenanteile für Bewohner von Wohngruppen, Tages- und Nachtpflegen sowie Alten- bzw. Pflegeheimen unterscheiden sich erheblich voneinander je nach Bundesland, Region und Ausstattung der Einrichtung.

Info

Preisorientierungen für Wohneinrichtungen im Alter

  • Vergleichen Sie auf jeden Fall die Preise der geeigneten Pflegeeinrichtungen in Ihrer Region sowie die Höhe der Zuzahlungen für den Betroffenen ausführlich, bevor Sie sich im Einvernehmen mit ihrem pflegebedürftigen Familienmitglied entscheiden. Gute Wohngruppen, Tagespflege-Einrichtungen und Pflegeheime bieten Interessenten ein kostenloses oder vergünstigtes Probewohnen an, damit sie die Einrichtung selbst kennenlernen und entscheiden können, ob sich der Pflegebedürftige darin wohlfühlen wird.
  • Gäste von Tages- oder Nachtpflege-Einrichtungen zahlen im Vergleich zu WG- oder Heim-Bewohnern die geringsten Eigenanteile, da sie dort nur für einige Stunden versorgt werden, ansonsten aber zu Hause leben.

Antrag auf Pflegeleistungen: nur mit anerkanntem Pflegegrad

Wer Leistungen der Pflegeversicherung beziehen will, muss zunächst bei der Pflegekasse einen Antrag auf Pflegegrad stellen.

Nach Antragstellung kommt ein Gutachter des Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK; bei gesetzlich Versicherten) bzw. von MEDICPROOF (bei privat Versicherten) zu Besuch, um sich ein Bild über den Zustand des Pflegebedürftigen zu machen. Er entscheidet dabei über die Anerkennung von Pflegebedürftigkeit im Sinne der Pflegeversicherung über die Zuteilung eines Pflegegrads und die damit verbundene Bewilligung von Pflegeleistungen.

Besonderheiten der Beihilfe – Infos für Beamte

Für beihilfeberechtigte Personen, in der Regel Beamte und deren Angehörige, gelten im Pflegefall besondere Bedingungen, die sich aus den Versorgungsansprüchen gegenüber dem Dienstherrn ergeben. Denn der Dienstherr bezahlt für diese Beamten keinen Beitrag zur Krankenversicherung, sondern er leistet finanzielle Unterstützung im Rahmen der sog. Beihilfe und beteiligt sich damit direkt an den Kosten im Krankheits- und Pflegefall.

Daher müssen beihilfeberechtigte Personen im Pflegefall die benötigten Pflegeleistungen immer bei der Pflegeversicherung und zusätzlich auch bei der zuständigen Beihilfestelle beantragen. Die Pflegeversicherung der Beamten und Versorgungsempfänger trägt immer nur einen Teil der Pflegekosten, unabhängig davon, ob die Person gesetzlich oder privat versichert ist. Der Rest wird über die Beihilfe gedeckt.

Dazu kommt, dass die Pflegeleistungen für Beamte und deren beihilfeberechtigte Angehörige sich nicht nur nach dem SGB XI richten, sondern zusätzlich auch nach dem jeweils anzuwendenden Beihilferecht. Beihilferecht ist Länderrecht und kann je nach Bundesland des Dienstherrn unterschiedliche Leistungskataloge vorsehen. Bundesbeamte, Eisenbahner und Postbeamte haben ebenfalls eigene Rechtsgrundlagen für ihren Beihilfeanspruch. Die Leistungskataloge berücksichtigen die Fürsorgepflicht des Dienstherrn gegenüber seinen Bediensteten und variieren nicht nur bei den Erstattungssätzen, es finden sich dort mitunter auch eigene Hilfsmittelkataloge und besondere Regelungen für die stationäre Pflege.

Pflegegrad Widerspruch
Ratgeber
Pflegegrad abgelehnt? Widerspruch einlegen!

Bezieher von Witwenrenten sollten unbedingt prüfen, ob sie einen Beihilfeanspruch haben. Auch in diesem Falle ist ein Teil der Leistungen bei der Beihilfestelle zu beantragen, denn die Pflegeversicherung erbringt nur ihren Teil der Leistungen.

Beamte kennen in der Regel ihre Ansprüche gegenüber dem Dienstherrn. Wer sich in den einzelnen Regelungen seines Beihilferechts nicht bis ins Detail auskennt, kann sich der Hilfe eines Beihilfeberaters versichern. Dieser hilft auch Angehörigen, die sich mit dem Beihilferecht nicht auskennen und erstmalig mit dem Thema Beihilfe konfrontiert werden.

Mehr Leistungen durch Widerspruch gegen Pflegeeinstufung

Wer mehr Leistungen der Pflegeversicherung erhalten will als ihm seine Pflegekasse durch Genehmigung eines Pflegegrads zugestanden hat, muss  gegen diesen Bescheid der Kasse Widerspruch einlegen:

Mit einer guten Begründung und einem ärztlichen Gutachten kann es ihm gelingen, einen höheren Pflegegrad und damit mehr Leistungen genehmigt zu bekommen, als ihm seine Pflegekasse zunächst zubilligen wollte.

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Gut zu wissen: Eine gute Begründung des Widerspruchs ist entscheidend, ob der Antrag auf höhere Pflegeleistungen doch noch durchgesetzt werden kann. Erfahrene Experten bieten Versicherten und ihren Familien den Service, diese Begründung für sie zu übernehmen und den Widerspruch durchzusetzen. Die Erfolgsquote ist dabei nach guter Ausgangslage sehr hoch.

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Interview

Beihilfe für Beamte – 7 Fragen an Bruno Hohn

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Bruno Hohn
Im Interview
Bruno Hohn
Beihilfeberater
Bruno Hohn ist Beihilfeberater und Dozent für Beihilfethemen aus Berlin. Seit mehr als 30 Jahren vertritt er mit seiner Kanzlei MEDIRENTA die Interessen seiner Mandanten gegenüber allen Kostenträgern im Gesundheitswesen und hält Experten-Seminare zu beihilferelevanten Themen.

pflege.de hat mit dem Beihilfeberater Bruno Hohn über die besonderen Bedingungen im Alter bei Beamten gesprochen. Wer übernimmt die Kosten bei Pflege und Krankheit und wie werden sie abgerechnet? Bruno Hohn berichtet von seinem Arbeitsalltag als Beihilfeberater und gibt Einblick in die täglichen Herausforderungen bei pflegebedürftigen Beamten.

Herr Hohn, bevor wir in Details einsteigen: Was ist Beihilfe eigentlich?

Beihilfe ist eine finanzielle Unterstützung in Geburts-, Krankheits-, Pflege- und Todesfällen für Beamte, Versorgungsempfänger und deren Angehörige. Denn der Dienstherr zahlt für seine Beamten keinen Beitrag zur Krankenversicherung, wie bei Arbeitnehmern üblich, sondern er beteiligt sich direkt an den entstandenen Krankheits- und Pflegekosten.

Beihilfe ist die finanzielle Unterstützung im Geburts-, Krankheits-, Pflege- und Todesfall für Beamte, Versorgungsempfänger und deren Angehörige.
Bruno Hohn

Der Anteil, mit dem sich der Dienstherr beteiligt, liegt dabei zwischen 50 und 80 Prozent der Aufwendungen – je nach Familiensituation und anzuwendendem Beihilferecht. Dabei werden nur „beihilfefähige“ Aufwendungen berücksichtigt und Selbstbehalte abgezogen. Die Details hierzu werden in den Beihilferechten der Bundesländer geregelt, aber auch der Bund verfügt als Dienstherr über ein eigenes Beihilferecht. Für die verbleibenden Kosten ist der Beamte dann verpflichtet, eine Restkostenversicherung bei einer privaten Krankenversicherung abzuschließen.

Beamte haben einerseits also einen Beihilfeanspruch und sind zu einem anderen Teil privat versichert?

Richtig, in den allermeisten Fällen ist das so. Und als Privatversicherter erhält der Beamte für die in Anspruch genommenen Leistungen, z. B. beim Arzt oder Apotheker, eine Rechnung, die er auch vorab bezahlen muss. Anschließend kann der die Kosten zur Erstattung bei seinen Kostenträgern – Krankenversicherung und Beihilfestelle – geltend machen. Das heißt, dass er im Krankheitsfall immer mindestens zwei Ansprechpartner für seine Ansprüche hat.

Im Pflegefall kommt dann die Pflegekasse als dritter Kostenträger hinzu. Dort machen Beamte die Leistungen nach SGB XI geltend, wenn sie z. B. Rechnungen vom ambulanten Pflegedienst, Rechnungen für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch erhalten oder ihr Pflegegeld erhalten möchten. Bei den Beihilfestellen gibt es zumeist eigene Abteilungen für die Pflegeleistungen, so dass Beamte hierfür einen separaten Antrag stellen müssen.

Wie wirkt sich das im Pflegefall aus?

Das ist eine sehr wichtige Frage, denn das Antragsverfahren bei Pflegekassen wird ja normalerweise vom Beamten persönlich geführt. Bei gesundheitlichen Einschränkungen fällt es beihilfeberechtigten Personen aber erfahrungsgemäß oft schwer, hier den Überblick über Einnahmen und Ausgaben zu wahren. Dann sind zunächst einmal die Angehörigen gefragt.

Und das kann dann knifflig werden?

Im Beihilferecht muss man schnell sein. Sind die Fristen verstrichen, erlischt auch der Anspruch auf Kostenerstattung!
Bruno Hohn

Ja, insbesondere, wenn sich die Angehörigen im Beihilferecht nicht auskennen, sollten sie sich unbedingt erkundigen, damit die Ansprüche des Beamten rechtzeitig und vollständig geltend gemacht werden. Gerade gesetzlich versicherte Angehörige sind mit den Regularien der Beihilfe meist nicht vertraut.

Die Erfahrung zeigt auch, dass sich bei pflegebedürftigen Personen häufig schon eine Menge von unbearbeiteten Rechnungen angestaut hat. Wenn die Angehörigen diesen Umstand erkennen, ist zügiges Handeln angesagt, denn die Rechnungssteller erwarten natürlich die pünktliche Bezahlung der Rechnung. Auf der anderen Seite sieht das Beihilferecht immer auch eine Verjährungsfrist vor. Ist diese Frist verstrichen, sind die Ansprüche verwirkt, die Rechnung ist aber gleichwohl zu bezahlen.

Also müssen Angehörige schnell sein, um die Erstattung von Kosten rechtzeitig zu beantragen?

Korrekt! Und durch die Abrechnungsvorgänge ergibt sich für pflegende Angehörige eine zusätzliche Belastung neben der Pflege. Sie müssen den Überblick über anfallende Kosten und Rechnungen behalten und letztere immer fristgerecht überweisen und nachträglich einreichen. Dabei könnte z. B. ein Beihilfeberater die Angehörigen entlasten.

Der Beihilfeberater könnte also die Organisation und Abrechnung der Kranken- und Pflegekosten übernehmen und Angehörige damit entlasten?

Ein Beihilfeberater nimmt Familien Arbeit ab und schenkt ihnen damit Zeit für die wichtigen Dinge.
Bruno Hohn

Ja, genau. Auch wenn ein Beihilfeberater grundsätzlich nicht nur für pflegebedürftige Personen tätig ist, sondern auch für alle anderen Beamten, die ihre Krankenkostenabrechnung nicht selbst durchführen können oder wollen. Im Falle der Pflegebedürftigkeit kann dieser Service Betroffene bzw. deren Angehörige, die ja oft stark ausgelastet sind, spürbar entlasten und im Alltag unterstützen. Damit sie mehr Zeit für die wichtigeren Dinge mit ihrem pflegebedürftigen Familienmitglied haben.

Neben der Entlastung für Angehörige ist aber auch die Sicherheit ein wichtiger Aspekt. Schließlich soll alles im Sinne des Pflegebedürftigen sein, um seine Ansprüche gegenüber der Kostenträger rechtzeitig und vollständig geltend zu machen. Aus Abrechnungssicherheit erwächst Rechtssicherheit. Die Tätigkeit des Beihilfeberaters unterliegt den Regelungen des Rechtsdienstleistungsgesetzes und darf nur von Erlaubnisinhabern ausgeübt werden.

Und was macht ein Beihilfeberater genau?

Der Beihilfeberater übernimmt für seine Mandanten alle Aufgaben rund um die Abrechnung der Kranken- und Pflegekosten. Von der Rechnungsprüfung über die Antragstellung bis zur fristgerechten Bezahlung werden alle Aufgaben von ihm erledigt. Der Pflegebedürftige bzw. sein Angehöriger müsste dazu nur seine Rechnungen regelmäßig an den Beihilfeberater schicken, der sich anschließend um die Korrespondenz mit Ärzten und Kostenträgern und die Antragstellung auf Kostenübernahme kümmert.

Das klingt in der Tat nach einem komfortablen Service, den es aber bestimmt nicht zum Nulltarif gibt, oder? Welche Kosten kommen auf Beamte zu, die eine Beihilfeberatung in Anspruch nehmen möchten?

Genau, eine so umfassende Rechtsdienstleistung kann natürlich kein Beihilfeberater zum Nulltarif anbieten. Die Kosten errechnen sich jedoch immer nach der individuellen Situation des Betroffenen, weshalb ich hier keine allgemeine Kosteneinschätzung geben kann.

Der Beihilfeberater erstellt auf Grund der Informationen eines Interessenten ein individuelles Angebot. Ausgangspunkt der Berechnung ist das Lebensalter und die Anzahl beihilfeberechtigter Personen, auch Vorerkrankungen und chronische Erkrankungen werden bei der Kalkulation berücksichtigt. Die Verträge umfassen prinzipiell ein Kalenderjahr, während der Laufzeit ist eine Erhöhung ausgeschlossen, auch bei einer deutlichen Verschlechterung der Gesundheit. Bei Eintritt einer Pflegebedürftigkeit kommt ein gesonderter Pflegetarif zum Tragen.

Welche 3 Tipps möchten Sie unseren Lesern von pflege.de abschließend geben?

  1. Besonders wichtig ist, dass Sie sich über das für Sie oder Ihren pflegebedürftigen Angehörigen geltende Beihilferecht informieren! Ansprechpartner hierfür kann zum Beispiel die zuständige Beihilfestelle sein. Aber auch das Lesen des Gesetzestextes kann helfen, die bestehenden Ansprüche zu erkennen.
  2. Zögern Sie nicht zu handeln, denn die im Beihilferecht geltenden Fristen sind unerbittlich. Es gibt fast keine Möglichkeit, eine verstrichene Frist ungeschehen zu machen.
  3. Bei Bezug eines Witwengeldes sollten auch gesetzlich versicherte Personen unbedingt prüfen, ob sie einen Beihilfeanspruch haben. In diesem Falle werden die gesetzlichen Kassen zu Recht nur einen Teil der Pflegeleistungen erbringen. Der aus einer Beihilfeberechtigung resultierende Anspruch ist bei der Beihilfestelle zu beantragen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Erstelldatum: .7.807102|Zuletzt geändert: .82.509102
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