Beantragen von Pflegegeld: Wo und wie stelle ich den Antrag?

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Pflegegeld beantragen

Sie haben sich dafür entschieden, Ihren Angehörigen, Freund oder Nachbarn selbst zu Hause zu pflegen? Damit sind Sie nicht alleine, denn mehr als zwei Drittel der 2,63 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden zu Hause gepflegt. Auch der Gesetzgeber unterstützt dieses Engagement von Angehörigen und Ehrenamtlichen in Form des Pflegegeldes. pflege.de erklärt, wie Sie einen Antrag auf Pflegegeld stellen und was Sie dabei beachten müssen.

Inhaltsverzeichnis

Pflegegeldantrag – die Voraussetzungen

Die Pflegeversicherung unterstützt Sie als Pflegeperson in Ihrem täglichen Bemühen um den Pflegebedürftigen in Form des Pflegegeldes. Dabei macht es keinen Unterschied, ob Sie einen nahen Angehörigen, einen Bekannten oder Nachbarn pflegen. Welche Voraussetzungen gelten beim Pflegegeldantrag?

Für einen Antrag auf Pflegegeld müssen Sie bzw. der Pflegebedürftige folgende Voraussetzungen erfüllen:

Ist der Antrag auf Pflegegeld bewilligt, überweist die Pflegekasse des Pflegebedürftigen den entsprechenden Betrag direkt auf sein Konto. Der Pflegebedürftige kann damit z. B. Sie, seine Pflegeperson, ein wenig für Ihre Leistungen und Bemühungen entschädigen.

Die Höhe des Pflegegeldes variiert dabei je nach Pflegegrad:

Pflegegrad Pflegegeld pro Monat
Pflegegrad 1 0 Euro
Pflegegrad 2 316 Euro
Pflegegrad 3 545 Euro
Pflegegrad 4 728 Euro
Pflegegrad 5 901 Euro

Dieses Pflegegeld wird auch für bis zu vier Wochen weiterhin gezahlt, wenn der Pflegebedürftige zeitweise im Krankenhaus oder in einer Rehabilitationsklinik versorgt wird. Eine Fortzahlung des Pflegegeldes für bis zu vier Wochen ist auch dann gewährleistet, wenn der Pflegebedürftige zusätzlich professionelle häusliche Krankenpflege in Anspruch nimmt, weil er dadurch einen Krankenhausaufenthalt verhindern kann.

Dauert der stationäre Aufenthalt in einer Einrichtung länger als vier Wochen an, so ruht der Anspruch auf Pflegegeld, bis der Pflegebedürftige wieder in seiner Wohnung ist bzw. bis die häusliche Krankenpflege beendet ist.

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Kurz- oder Verhinderungspflege

Nimmt der Pflegebedürftige eine Kurzzeit- oder Verhinderungspflege in Anspruch, kann er für maximal sechs (Verhinderungspflege) bzw. acht Wochen (Kurzzeitpflege) im Kalenderjahr trotzdem weiterhin die Hälfte des Pflegegeldes beanspruchen.

Antrag auf Pflegegeld stellen: So geht’s

  • Wo beantrage ich Pflegegeld?

Nicht Sie als Pflegeperson beantragen das Pflegegeld, sondern der Pflegebedürftige selbst muss den Antrag bei seiner zuständigen Pflegekasse stellen. Wenn er dazu nicht in der Lage ist, kann er jemanden dazu schriftlich bevollmächtigen. Die Pflegekasse ist immer der Krankenkasse des Pflegebedürftigen angegliedert.

  • Wie beantrage ich Pflegegeld?

Tipp

Antrag auf Pflegegeld zügig stellen! Stellen Sie den Pflegegeldantrag nicht später als vier Wochen nach Feststellung der Pflegebedürftigkeit. Das Pflegegeld wird nämlich nicht rückwirkend gewährt, sondern erst ab dem Tag der Antragstellung.

Tatsächlich kann der Antrag auf Pflegegeld ganz formlos geschehen, etwa durch einen Anruf bei der Pflegeversicherung oder einen kurzen Brief. Danach wird die Pflegekasse dem Pflegebedürftigen ein Formular zuschicken, das er bzw. ein von ihm schriftlich Bevollmächtigter ausfüllt und an die Pflegekasse zurückschickt.

Pflegegeldantrag bewilligt – So geht es jetzt weiter

Genehmigt die Pflegekasse den Antrag auf Pflegegeld des Versicherten, so erhält er eine weitere Auswahlmöglichkeit: Er kann neben pflegenden Angehörigen auch die professionelle Pflege von Pflegekräften in Anspruch nehmen. Vielleicht steht das auch bei Ihrem Angehörigen zur Auswahl, um die häusliche Pflege durch Angehörige zu flankieren. Der Gesetzgeber bzw. die Pflegekassen sind auf dieses Szenario vorbereitet und gewähren die Möglichkeit, Pflegegeld (für Pflege durch Angehörige) und Pflegesachleistungen (für die Pflege durch einen ambulanten Dienst) zu kombinieren. In diesem Fall spricht man von der sog. Kombinationsleistung.

Die Höhe des Pflegegeldes und der Pflegesachleistung werden in Kombination nicht mehr in vollem Maße ausgezahlt, sondern anteilig aufeinander abgestimmt. Dabei gilt folgender Grundsatz: Der Anspruch auf Pflegegeld verringert sich um den Prozentsatz der genutzten Sachleistungen.

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Beispiel für die Berechnung der Kombinationsleistung aus Pflegegeld und Pflegesachleistungen

Ein Pflegebedürftiger mit Pflegegrad 2 hat einen Anspruch auf Pflegesachleistungen in Höhe von monatlich 689 Euro. Davon nimmt er 80 Prozent, also 551,20 Euro, für Leistungen eines ambulanten Dienstes in Anspruch. Nun besteht noch ein Anspruch auf Pflegegeld in Höhe von 20 Prozent. Das Pflegegeld bei Pflegegrad 2 beträgt 316 Euro, 20 Prozent davon sind 63,20 Euro. Diesen Betrag erhält der Pflegebedürftige zur freien Verfügung direkt auf sein Konto. Das Geld für die Pflegesachleistungen erhält dagegen der ambulante Pflegedienst, der direkt mit der Pflegekasse abrechnet.

Pflegegeld beantragen ohne Pflegegrad?

Nicht selten erleben Sie mit, wie ein Nachbar oder Angehöriger hilfsbedürftiger wird. Erst fällt nur das Treppensteigen schwer, dann das Einkaufen, und plötzlich sind auch Arztbesuche nicht mehr ohne fremde Hilfe möglich. Vielleicht springen Sie ein, begleiten ihn und helfen so gut wie Sie können. Das kostet Sie Zeit, Mühe, gute Planung und viel Engagement. Und es ist auch der Punkt, an dem Sie über einen Antrag auf Pflegegeld nachdenken bzw. mit dem Betroffenen darüber sprechen sollten.

Info

Schneller Wechsel ist nicht möglich

Hat sich der Pflegebedürftige für eine Leistungsart entschieden (Geld-, Sach- oder Kombinationsleistung), gilt diese Entscheidung für mindestens sechs Monate. Ein schnellerer Wechsel ist nicht möglich. Daher gilt: Bitte überlegen Sie gemeinsam mit dem Pflegebedürftigen, welche Leistungsart für Ihre konkrete Situation die beste ist.

MDK der medizinische Dienst der Krankenversicherung
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MDK – Der medizinische Dienst der Krankenversicherung

Auch wenn noch kein Pflegegrad vorliegt, kann der Pflegebedürftige bereits jetzt einen Antrag auf Pflegegeld bei seiner Pflegeversicherung stellen. Das gleicht dem normalen Antrag auf Pflegegrad. Es folgen der Besuch und das Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK; bei gesetzlich Versicherten) oder MEDICPROOF (bei privat Versicherten). Auf dieser Basis wird die Pflegekasse des Pflegebedürftigen entscheiden, ob und welchen Pflegegrad sie ihm anerkennt.

Info

Beratung vor Gutachter-Termin

Bevor der MDK-Gutachter kommt, sollten Sie bzw. der Pflegebedürftige eine Pflegeberatung in Anspruch nehmen, vielleicht auch einen Pflegestützpunkt besuchen. Der Besuch des Gutachters ist bares Geld wert, denn die Empfehlung des Experten wird den Pflegegrad – und damit auch die Leistungen der Pflegeversicherung – maßgeblich beeinflussen. Deshalb empfiehlt sich eine gute Vorbereitung, damit die Zuweisung eines Pflegegrads auch wirklich klappt. Zur Vorbereitung auf den Besuch des Gutachters von MDK oder MEDICPROOF empfiehlt sich die Auseinandersetzung mit dem Neuen Begutachtungsassessment sowie die Nutzung des Pflegegradrechners.

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Erstelldatum: .2.506102|Zuletzt geändert: .5.609102
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