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Trinknahrung (Astronautennahrung)

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Trinknahrung

Mit Trinknahrung können akut kranke sowie mangel- und unterernährte Menschen ihre Ernährungsdefizite gezielt ausgleichen. Gebrauchsfertige Trinknahrung ist reich an Energie, Eiweiß und Nährstoffen und kann dadurch gerade bei allgemein geschwächten Menschen oder nach akuter Krankheit einen entscheidenden Beitrag zum gesamtheitlichen Gesundheitszustand leisten. Zudem ist Trinknahrung bei Patienten mit Schluckstörungen (Dysphagie), Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Demenz oder entzündlichen Darmerkrankungen eine große Hilfe. Trinknahrung kann die Vitalität bei unausgewogener Ernährungsweise oder bei Krankheiten im Alter erhalten. Bei starker Unterernährung kann speziell hochkalorische Trinknahrung gezielt als Therapie eingesetzt werden.

Erfahren Sie im großen Überblick von pflege.de, in welchen Fällen die proteinreiche Zusatznahrung im Alter sinnvoll ist, wie sie sich gut in eine gesunde Ernährung im Alter integrieren lässt und bei welchen Krankheitsbildern eine ausschließliche Diät mit Trinknahrung ratsam ist.

Inhaltsverzeichnis

Definition: Trinknahrung / Astronautennahrung

Trinknahrung (auch „Astronautennahrung“ genannt und als normokalorische oder hochkalorische Variante erhältlich) ist ein gebrauchsfertiges Getränk mit einem hohen Gehalt an Vitaminen, Kalorien, Mineralstoffen und Eiweißen. Sie enthält alle Nährstoffe, die bei einem vitalen Gesundheitszustand über normale Lebensmittel aufgenommen werden können. Trinknahrung dient vor allem im Alter, bei Krankheit oder nach einer Operation dazu, den Nährstoffbedarf des Körpers zu decken und einer Unter- oder Mangelernährung vorzubeugen.

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Gerade im hohen Lebensalter kann die Nahrungsaufnahme durch körperliche oder krankheitsbedingte Einschränkungen (z. B. Schluckstörungen oder Kauprobleme) erschwert sein, so dass eine abwechslungsreiche, ausbalancierte Kost wie in jungen Jahren für viele Betroffene nicht mehr ohne Weiteres umsetzbar ist. Trinknahrung hilft diesen Menschen, ihren Körper weiterhin mit allen lebensnotwendigen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen zu versorgen sowie den Grundbedarf an Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten auf unkomplizierte Weise zu decken. Bei starker Unter- oder Mangelernährung kann hochkalorische Trinknahrung für eine schnelle Gewichtszunahme sorgen.

Info

Astronautenkost als Ursprung für Trinknahrung

Der Ursprung pulverisierter Trinknahrung liegt in der Astronautenkost, die in den 1960er Jahren für die bemannte Raumfahrt entwickelt wurde. Ziel war eine Ernährungsmöglichkeit, die möglichst frei von Ballaststoffen für optimale Vitalfunktionen des Menschen sorgte. Das Trockenessen der Astronauten, damals noch in Tuben- und Würfelform, hat heute in Form von pulverisierter Trinknahrung für Senioren und Kranke einen weiteren, wichtigen Einsatzbereich gefunden.

Darreichungsformen von Trinknahrung

Inzwischen gibt es unterschiedliche Darreichungsformen von Trinknahrung bzw. von hochkalorischer Trinknahrung:

  • Gebrauchsfertige Trinknahrung in Fläschchen
  • Trinknahrung-Pulver zum Anrühren
  • Gelier- und Andickungsmittel
  • Brei und Cremes,

die z. B. bei Demenz, Dysphagien (Schluckstörungen) und generell im Alter als ergänzende und unterstützende Maßnahme zur Ernährungstherapie einen wertvollen Beitrag leisten.

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Trinknahrung als Möglichkeit der enteralen Ernährung

Die Versorgung mit Trinknahrung setzt voraus, dass der Verdauungstrakt des Betroffenen gesund funktioniert und der Patient seine Nahrung weiterhin über den Magen-Darm-Trakt verarbeiten kann (enterale Ernährung). Trinknahrung kann sowohl als flüssige Trinkform, als Brei oder als angedickte Speise für die orale Nahrungsaufnahme aufbereitet werden. Wenn die Nahrungsaufnahme nicht oder nur unzureichend möglich ist, kann Trinknahrung auch über eine künstliche Sonde direkt in den Magen geleitet werden. Letztere nennt sich Sondennahrung. In letzter Zeit wird allerdings zunehmend auf Sondennahrung verzichtet und der Einsatz von Trinknahrung per os (über den Mund) von Ärzten und Pflegekräften bevorzugt.

Davon abgegrenzt werden muss die parenterale Ernährung, bei der die lebenswichtigen Nährstoffe, Energie, Eiweiß und Fette per Infusion direkt in den Blutkreislauf gebracht werden.

Die Vorzüge von Trinknahrung
  • optimal gedeckter Nährstoff- und Energiebedarf möglich
  • leicht verzehrbar und beschwerdefrei verdaulich
  • schnelle Gewichtszunahme möglich
  • viele unterschiedliche Geschmacksrichtungen sorgen für Abwechslung im Speiseplan
  • fehlende Ballaststoffe können zugeführt werden
  • flüssige Darreichungsform auch bei Schluckbeschwerden möglich
  • positiver Beitrag zum gesamtheitlichen Gesundheitszustand
  • kann Ernährungs-Mängel durch Krankheiten, bei Mangelernährung oder nach Operationen gezielt ausgleichen

Bilanzierte und vollbilanzierte Trinknahrung

Grundsätzlich kann Trinkpulver als Nahrungsergänzungsmittel zusätzlich zur normalen Ernährung eingesetzt werden („bilanzierte Diät“). Genauso gut kann Trinknahrung aber auch als alleinige, vollwertige Nahrungsquelle dienen („vollbilanzierte Diät“) bei denjenigen, deren gewohnte Nahrungsaufnahme auf Grund von Schwäche, Krankheiten oder Funktionsstörungen wie z. B. Schluckstörungen (Dysphagien) schwierig oder unmöglich ist.

Die Zuführung erfolgt bei einer bilanzierten Diät immer oral, bei einer vollbilanzierten Ernährung je nach Zustand oral oder per Magensonde.

Info

Bilanzierte & vollbilanzierte Diät

  • Bilanzierte Diät: Einsatz von Trinknahrung als Zugabe zur normalen Ernährung; oral
  • Vollbilanzierte Diät: Trinknahrung als ausschließliches Nahrungsmittel; oral oder via Sonde

Ob Trinknahrung als ergänzende Zusatznahrung oder Vollernährung eingesetzt wird, entscheidet die individuelle Ausgangssituation. In beiden Fällen ist es möglich, mit Trinknahrung / Astronautennahrung auf spezifische, nährstoffphysiologische Bedürfnisse und Anforderungen durch Erkrankungen wie Diabetes, Demenz, Tumorleiden oder Unterernährung einzugehen und so eine optimale Energie- und Nährstoffversorgung im Alter sicherzustellen. Trinknahrung kann dem Körper insbesondere einen hohen Gehalt an Eiweiß zuführen, wenn der Körper es in großer Menge benötigt.

Anwendungsgebiete: Wo Trinknahrung überall eingesetzt wird

  • In der Altenpflege (v. a. bei Unterernährung/Kachexie)

Trinknahrung wird vor allem in der Geriatrie und Altenpflege eingesetzt, häufig im Rahmen einer Ernährungstherapie, und zwar bei ganz unterschiedlichen Ausgangssituationen und Krankheitsbildern: von der Mangelernährung bis hin zur Krebstherapie.

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Die wohl häufigste Verwendung findet die proteinreiche, hochkalorische Trinknahrung beim alters- oder krankheitsbedingten Gewichtsverlust, der sogenannten Kachexie. Die geregelte Energie- und Nährstoffzufuhr wirkt dem Teufelskreis der Mangelernährung entgegen, kann diesen im Idealfall sogar stoppen und zu einer Gewichtszunahme beitragen.

  • Bei Krankheit oder Operationen

Doch nicht nur bei Unterernährung, sondern auch zur Vorbereitung akuter Operationen sowie zur schnelleren Genesung bei Infektionen und Krankheiten im Alter ist Trinknahrung eine wirksame Ernährungsmaßnahme. Zudem kann Trinknahrung auf Rezept durch ärztliche Anweisung bestenfalls auch auf krankheitsspezifische Anforderungen wie z. B. bei Stoffwechsel- oder Fettverwertungsstörungen oder einen erhöhten Bedarf an Eiweiß oder spezielle Mineralstoffe reagieren.

  • In der Palliativpflege

Auch in der Palliativpflege, insbesondere bei Krebsleiden, kommt (hochkalorische) Trinknahrung im Rahmen der Ernährungstherapie zum Einsatz: Sie kann die Energieversorgung und Lebensqualität der Betroffenen verbessern, Gewichtsverlust vorbeugen und ist auch bei typischen krankheitsbedingten oder medikamentösen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Appetitlosigkeit sehr gut einsetzbar. Weiterhin können Palliativmediziner mit dieser Ernährungsmöglichkeit den Körperabbau durch geringe Nahrungsaufnahme in Folge von Entzündungen im Mund- und Rachenraum, Geschmacks- und Schluckstörungen bestmöglich eindämmen.

Info

Wie lange werden Patienten im Schnitt mit Trinknahrung versorgt?

Die Dauer der Trinknahrung-Versorgung ist so unterschiedlich wie die Ursachen. Manche Patienten benötigen nach oder vor einer Operation eine vorübergehende Versorgung mit Trinknahrung für zwei bis drei Monate, andere Patienten ernähren sich langfristig über Jahre hinweg supportiv (bilanzierte Diät) oder ausschließlich mit Trinknahrung (vollbilanzierte Diät).

Info

Mögliche Einsatzgebiete für Trinknahrung im Alter

Trinknahrung wird z. B. eingesetzt bei

  • Unter- und Mangelernährung im Alter allgemein
  • vor oder nach Operationen
  • Gewichtsverlust (Kachexie)
  • Tumorkachexie (Abmagerung durch Krebsleiden)
  • Schluckstörungen (Dysphagien)
  • Geschmacksstörungen
  • Kauproblemen
  • Entzündungen der Mundschleimhäute und des Rachens
  • Demenz
  • Darmerkrankungen wie Morbus Crohn
  • Diabetes mellitus
  • Appetitlosigkeit durch Krankheit oder medikamentöse Nebenwirkungen

Trinknahrung – Inhaltsstoffe und Zusammensetzung

In Trinknahrung sind alle lebensnotwendigen Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, aber auch Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette in der richtigen Dosierung enthalten. Damit kann Trinknahrung den Energie- und Nährstoffbedarf des Körpers vollständig decken. Mitunter können der Trinknahrung auch Ballaststoffe zur Anregung der Verdauung beigemischt werden.

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Entsprechend der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) setzt sich eine Trinknahrung hierzulande genauso zusammen wie eine gesunde, ausgewogene Ernährung, bei der Kohlenhydrate rund 50 Prozent, Fette maximal 30 Prozent und Eiweiß 10 bis 20 Prozent ausmachen. Als eiweißreich ist solche Trinknahrung gekennzeichnet, die mehr als 20 Prozent Eiweiß enthält.

Soll Trinknahrung bei Stoffwechselerkrankungen wie z. B. Diabetes, Morbus Crohn, Nierenschwäche und Leberzirrhose eingesetzt werden, ist Vorsicht geboten: Die Zusammensetzung der Trinknahrung muss dann unbedingt auf Krankheitsspezifika abgestimmt werden. Auskunft hierzu erteilt der zuständige Facharzt, die Apotheke oder ein ausgebildeter Ernährungsberater.

  • Gebrauchsfertige Trinknahrung in Fläschchen

Gebrauchsfertige Trinknahrung ist von den meisten Herstellern in kleinen Fläschchen mit rund 200 ml Trinknahrung erhältlich. Darin sind in konzentrierter Form alle wichtigen Nährstoffe wie Eiweiß, Kohlenhydrate, Vitamine und Fette enthalten. 200 ml dieser gebrauchsfertigen Trinknahrung enthalten rund 300 kcal, hochkalorische Trinknahrung-Varianten enthalten bis zu 1.000 kcal pro 200 ml.

Sofern Betroffene eine bilanzierte Trinknahrung-Diät benötigen, empfehlen Ärzte oftmals 1 bis 3 Flaschen zusätzlich zur normalen Ernährung. Bei einer vollbilanzierten Diät entsprechen zwischen 5 und 8 Fläschchen dem Nährstoffbedarf eines gesunden Erwachsenen.

  • Trinknahrung als Pulver

Trinknahrung ist auch in Pulverform erhältlich. Häufig sind die Pulver in diversen Geschmacksrichtungen wie Vanille, Schokolade, Himbeere oder bestimmten Fruchtmischungen erhältlich, es gibt aber auch geschmacksneutrale Varianten. Für eine Portion von 200 ml werden z. B. acht Messlöffel des Trinknahrung-Pulvers in ein Glas Wasser eingerührt. Bei einer vollbilanzierten Diät erhält der Patient rund sieben bis acht Portionen dieser Größenordnung pro Tag.

  • Trinknahrung bei Laktoseintoleranz

Da das Eiweiß in Trinknahrung häufig aus Milcheiweiß gewonnen wird, benötigen Menschen mit Milcheiweißallergie ein laktosefreies Präparat: In laktosearmer bzw. laktosefreier Trinknahrung kommt z. B. Sojaeiweiß zum Einsatz. Wichtig ist, auf den genauen Laktosegehalt auf dem Etikett zu achten.

  • Weitere Formen von Trinknahrung

Trinknahrung lässt sich nicht nur trinken, sondern auch abwechslungsreich beim Kochen und Essen einsetzen: Für eine abwechslungsreiche Ernährung bietet es sich an, geschmacksneutrale Trinknahrung in Suppen, Joghurts und Puddings einzurühren. Ebenso existieren hochkalorische Andickungsmittel, um pürierte Speisen aus Energie- und Nährstoffsicht aufzupeppen und appetitlich in Form zu bringen.

Info

Schluckbarkeit verbessern

Um die Schluckbarkeit von Flüssigkeiten zu verbessern, sind Verdicken und Gelieren bewährte Methoden.

  • Verdickungsmittel: Es gibt eine Reihe von Verdickungsmitteln, mit denen sich Flüssigkeiten und Suppen besser und bequem schlucken lassen. Dadurch soll nicht nur das Aspirationsrisiko gesenkt werden, sondern vor allem Genuss und Mundgefühl gefördert werden.
  • Geliermittel: Durch Gelees können Lebensmittel in die Form gebracht werden, in der sie Personen am besten greifen und zum Mund führen können. Durch Geliermittel können auch frische Lebensmittel mundgerecht eingeschlossen werden, so dass sie einfach mit den Fingern gegessen werden können ohne weiteres Besteck zu benötigen.

Trinknahrung kaufen – Worauf sollte man achten?

Info

Gehen Sie zum Arzt

Sofern Sie einen Ernährungsmangel bei sich bzw. Ihrem pflegenden Angehörigen beobachten, empfiehlt pflege.de unbedingt den Besuch eines Arztes. Er kann mittels eines Screenings die individuellen Bedürfnisse und Ernährungsdefizite identifizieren und das passende Trinknahrung-Produkt empfehlen bzw. per Rezept verordnen. In Apotheken sind viele Produkte auch frei verkäuflich, jedoch kann der maximale Behandlungserfolg nur dann erreicht werden, sofern das Produkt wirklich auf den Patienten abgestimmt ist.

Bekannte Hersteller von Trinknahrung sind beispielsweise Nutricia, Hipp, Nestlé, TransCare, Fresenius und Abbott. In Apotheken erhältlich sind sowohl freie als auch verordnungspflichtige Produkte. Der Preis für Trinknahrungspulver bewegt sich zwischen 7 bis 10 Euro pro 400-Gramm-Dose; geschmacksneutrale Andickungspulver sind geringfügig teurer. Gebrauchsfertige Trinknahrung in Fläschchen (meist 200 ml) ist oftmals in 24-er Packs erhältlich. Die Kosten für ein solches Paket liegen zwischen 30 und 50 Euro.

Insbesondere bei Vorerkrankungen wie Diabetes oder Nierenschäden empfiehlt sich der Arztbesuch dringend – Trinknahrung auf Rezept, die von den Kassen auch übernommen wird, erhalten Sie dort genau abgestimmt für Ihren spezifischen Bedarf.

Trinknahrung auf Rezept – Ist Trinknahrung verordnungsfähig?

In der Arzneimittelrichtlinie (AM-RL Abschnitt I, §§ 18-26) ist die Verordnungsfähigkeit von medizinischer Trinknahrung gesetzlich geregelt.

  • Welche Voraussetzungen gelten für die Verordnungsfähigkeit von Trinknahrung?

Voraussetzung für die Verordnungsfähigkeit ist die „fehlende oder eingeschränkte Fähigkeit zur ausreichenden normalen Ernährung, wenn sonstige Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungssituation nicht ausreichen.“

  • Wie erhalte ich Trinknahrung auf Rezept?

Trinknahrung wird von einem Arzt wie ein Arzneimittel verordnet: Patienten erhalten dafür ein Rezept, mit dem sie in der Apotheke die empfohlenen Trinknahrungs-Produkte erhalten können.

  • Welche Produkte sind verordnungsfähig?

    • Diätetische Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (bilanzierte Diät).
    • Produkte, die zur ausschließlichen Ernährung geeignet sind (vollbilanzierte Diät).
    • Produkte, die einen Energiegehalt von mindestens 1 kcal/ml aufweisen.
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4 Tipps bei Mangelernährung und Untergewicht

Trinknahrung als Bestandteil des täglichen Speiseplans (bilanzierte Diät)

  1. Reichen Sie morgens, abends und zwischen den Mahlzeiten ein Glas Trinknahrung (150 ml).
  2. Dicken Sie Suppen, Soßen und Joghurt mit geschmacksneutralem Pulver an.
  3. Rühren Sie einige Esslöffel Trinkpulver in Desserts.
  4. Verwenden Sie immer die fettreichste Variante bei Milch, Sahne, Joghurt und Quark.

Trinknahrung für Diabetiker

Trinknahrung für Diabetiker nimmt Rücksicht auf die unzureichende Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse. Sie enthält in erhöhtem Maße ungesättigte Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen, Antioxidantien aus Vitamin C und E sowie komplexe Kohlenhydrate als Ballaststoff für eine langsame Verstoffwechselung. Diabetikergeeignete Trinknahrung kann nicht nur bei bestehendem Diabetes und reduzierter Glukose-Toleranz, sondern auch bereits im Vorfeld zur Vorbeugung angewendet werden. Diabetikergeeignete Trinkpulver gibt es in der Apotheke sowie vom Arzt als verordnungsfähige Trinknahrung auf Rezept.

Trinknahrung bei Krebs

Häufig hat die Chemotherapie bei einer Krebserkrankung Appetitlosigkeit und in weiterer Konsequenz eine Mangelernährung zur Folge. Hochkalorische Trinknahrung kann dann einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau der körperlichen Vitalität leisten und dafür sorgen, dass der Betroffene wieder zu Kräften kommt. Auch werden Krebstherapien durch die Zugabe von hochkalorischer Trinknahrung nachweislich insgesamt besser vertragen und verhindern ein Auszehren des Körpers.

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Trinknahrung bei Demenz

Die abnehmende Gedächtnisleistung bei Demenz im Alter geht häufig mit einer Mangelernährung und allgemeinem Flüssigkeitsmangel einher: Wenn Betroffene Mahlzeiten vergessen, nicht mehr richtig kauen bzw. schlucken können, Mahlzeiten nicht mehr selbst zubereiten können oder die Nahrungszufuhr verweigern, kann die ausreichende Versorgung des Körpers mit Nährstoffen und Kalorien nicht mehr sichergestellt werden. Zudem kann eine Schluckstörung die Nahrungszufuhr erschweren bzw. verhindern. Trinknahrung unterstützt Demenzkranke, indem sie den benötigten Energie- und Nährstoffbedarf deckt und dazu leicht verzehrbar und leicht verdaulich ist.

Trinknahrung bei Morbus Crohn

Bei der Darmerkrankung Morbus Crohn liegt eine chronisch-entzündete Darmschleimhaut vor. Die charakteristischen Symptome Durchfall und Bauchschmerzen werden häufig von Gewichtsverlust, Appetitmangel, Erbrechen und Übelkeit begleitet. Um Betroffenen mit einem entzündeten Verdauungsapparat zu helfen, sind spezielle Trinknahrungen das Mittel der Wahl, die je nach individuellem Bedarf ballaststofffrei sind und in Akutfällen auch als Sondennahrung verabreicht werden können.

3 Tipps für Angehörige: Wie können Sie Ihrem Angehörigen die Trinknahrung dauerhaft schmackhaft machen?

Sofern Patienten auf die dauerhafte Versorgung mit Trinknahrung angewiesen sind, kann der Geschmack für sie auf Dauer eintönig werden. Viele Patienten wünschen sich oft eine herzhafte Alternative, da Trinknahrung meistens süß schmeckt.

  1. Durch unterschiedliche Zubereitungsarten und Darreichungsformen von Trinknahrung kann der Speiseplan varriert werden. Reichen Sie die (hochkalorische) Trinknahrung mal als Getränk, mal als Suppe, Pudding oder Pürree.
  2. Manche Patienten verlieren den Appetit, wenn sie allzu große Portionen an Essen sehen. Reichen Sie lieber kleinere Mengen, die dafür hochkalorisch sind und wichtige Nährstoffe, Proteine und Kalorien in hoher Dosierung enthalten.
  3. Vielen Patienten schmeckt Trinknahrung gekühlt am besten. Das macht sie weniger süß und kann eine willkommene Erfrischung für zwischendurch sein.
Expertenmeinung
Margitta Bolz-Wewetzer
Margitta Bolz-Wewetzer
Fachkrankenschwester für klinische Ernährung

Meine Alltags-Tipps für die Verwendung von Trinknahrung

  1. Tauschen Sie beim Kaffee einfach die Kaffeesahne durch eine neutrale Trinknahrung aus oder mischen Sie Trinknahrung mit Cappucino-Geschmack unter. Aus meiner Erfahrung freuen sich viele Patienten über eine solche Abwechslung!
  2. Bereiten Sie leckere Nachspeisen zu, indem Sie gebrauchsfertige Trinknahrung aus Fläschchen mit Quark mischen und nach Belieben mit Vanillezucker oder Agavendicksaft verfeinern. Wer mag, kann auch noch Fruchtmus oder frische Früchte beimengen.
  3. Im Sommer freuen sich viele Patienten über eine kleine Erfrischung. Dazu kann man gebrauchsfertige Trinknahrung in Portionsgefäße wie einen Eiswürfelbehälter füllen, einfrieren und dann als Eis servieren.
  4. Wem Trinknahrung geschmacklich zu süß ist, der kann auch etwas Buttermilch hinzufügen und der gebrauchsfertigen Trinknahrung so eine erfrischende Note verleihen.

 

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Erstelldatum: .32.307102|Zuletzt geändert: .5.609102
BildquellenBild 1: ©istock.com/iprogressman, Bild 2: ©istock.com/brianbalster
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Trinknahrung schmackhaft zubereiten – So geht‘s

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Gabi Kunert
 
Gabi Kunert
Ernährungswissenschaftlerin
Gabi Kunert ist Diplom-Ökotrophologin. Heute arbeitet sie als Ernährungswissenschaftlerin in der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung bei Nutricia in Erlangen.

Bei einem vitalen Gesundheitszustand nehmen wir die Nährstoffe, die wir täglich brauchen, in Form von Lebensmitteln und Getränken durch unsere normale Ernährung auf. Sofern Krankheiten vorliegen, die die Nahrungsaufnahme und/oder den Appetit beeinträchtigen oder auch den Nährstoffbedarf erhöhen, ist die normale Ernährung oft nicht mehr ausreichend und das kann zu einer Mangelernährung führen.

Trinknahrung kann als Ergänzung zur normalen Ernährung helfen, um einen erhöhten Nährstoffbedarf im Alter, aufgrund von Krankheiten oder Operationen zu decken und sein Körpergewicht schnell wieder zu stabilisieren. So kann man einer Mangelernährung früh entgegenwirken.

Medizinische Trinknahrung

Medizinische Trinknahrungen sind Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (sog. „Bilanzierte Diäten“), die immer dann zum Einsatz kommen sollten, wenn der notwendige Energie- und Nährstoffbedarf nicht über die normale Nahrung gedeckt werden kann.

Trinknahrungen enthalten alle lebensnotwendigen Nährstoffe wie Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Sie sind schmackhaft und in verschiedenen Konsistenzen und Darreichungsformen erhältlich. Es gibt sie z. B. gebrauchsfertig in der praktischen Trinkflasche, als Pulvernahrung zum Anrühren oder im Portionsbecher zum Löffeln. Zudem sind Trinknahrungen auch in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen (wie z. B. Vanille, Cappuccino, Schokolade, Erdbeere und Waldfrucht) verfügbar und bieten somit eine große Vielfalt und Abwechslung. Auch joghurt-frische Varianten von Trinknahrung sind erhältlich.

Trinknahrung in den Speiseplan integrieren

Mit den richtigen Maßnahmen und praktischen Tipps können Sie Trinknahrung gut für sich selbst oder Ihren Angehörigen in den Alltag integrieren. Neutrale Trinknahrungsvarianten (ohne Geschmack) sind auch zum Anreichern von herzhaften Speisen hervorragend geeignet und liefern besonders viele Nährstoffe in konzentrierter Form.

Expertenmeinung
Gabi Kunert
Gabi Kunert

 

Sie können Trinknahrung auch leicht gekühlt anbieten oder im Sommer mit einer Kugel Eis als Zugabe eine herrliche energiereiche Erfrischung zaubern. Oder Sie übergießen frisches Obst nach Belieben mit gekühlter Trinknahrung – auch das schmeckt gut und sorgt für die notwendige Nährstoffzufuhr. Im Winter können Sie z. B. die Geschmacksvariante Schokolade auch einmal als Warmgetränk mit Sahnehäubchen verzehren bzw. anbieten.

Lassen Sie sich inspirieren und probieren Sie die unterschiedlichen Darreichungsformen aus, um so etwas Abwechslung in Ihren Speiseplan bzw. den Ihres Angehörigen zu bringen.

Die Zubereitung von Speisen mit Trinknahrung muss nicht aufwändig sein und nicht lange dauern. Wir liefern Ihnen zwei Rezeptideen zum Nachkochen: eine Zucchinicremesuppe als pikantes Gericht und einen Vanille-Milchreis als Süßspeise oder Dessert.

Rezepte Trinknahrung
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Trinknahrung als Pulver verwenden – Tipps & Tricks

Neben der gebrauchsfertigen, flüssigen Trinknahrung in Fläschchen sind neutrale Varianten auch als Trinknahrung-Pulver erhältlich. Das Pulver kann in essfertige Speisen und Getränke wie z. B. Suppen, Saucen, Eintöpfe, Püree, Kompott, Mus, Kakao oder Säfte einfach eingerührt werden. Der Geschmack wird dadurch nicht verändert, der Nährstoffgehalt der Speise kann dadurch aber deutlich erhöht werden. Das bedeutet: Die Lieblingsspeise schmeckt so gut wie immer – obwohl sie mit wichtigen Nährstoffen angereichert ist, die der Körper braucht!

Tipp: Nehmen Sie die Trinknahrung zwischen den Mahlzeiten ein

Neben der normalen Nahrung können Sie bzw. Ihr Angehöriger auch zwischen den Mahlzeiten nach Möglichkeit Trinknahrung verzehren. Durch die Anwendung als Zwischenmahlzeit verhindern Sie, dass Ihr Appetit bzw. der Ihres Angehörigen beeinträchtigt wird und Sie können dem Gewichtsverlust und Nährstoffmangel gezielt entgegenwirken.

Meine 6 Tipps zum Kochen mit Trinknahrung:

  1. Verwenden Sie antihaftbeschichtetes Kochgeschirr.
  2. Rühren Sie immer gut um, damit ein Ansetzen (ähnlich wie beim Kochen mit Milch) vermieden wird.
  3. Würzen Sie nach Geschmack mit Kräutern und Gewürzen, verwenden Sie aber wenn möglich wenig Salz.
  4. Gleichen Sie den etwas süßlichen Geschmack von Trinkpulver wahlweise mit etwas Sauerrahm/saurer Sahne und auch Essig oder Zitronensaft aus.
    Achtung: Sofern Sie mehr als 1 Teelöffel Essig oder Zitronensaft zur Trinknahrung hinzuführen, kann die Trinknahrung durch die Säure gerinnen.
  5. Etwas Abwechslung in den Speisplan bringen Sie, indem Sie statt Gemüsebrühe auch mal Fleischbrühe verwenden.
  6. Fügen Sie Trinknahrung am besten erst zum Ende der Zubereitung von Speisen hinzu, damit die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

Das Wichtigste in Kürze: Trinknahrung

  • Aufbewahrung: Kühlen Sie gebrauchsfertige Trinknahrung vor Gebrauch und schütteln Sie das Fläschchen gut durch.
  • Anwendung: Oft ist es hilfreich, Trinknahrung regelmäßig über den Tag verteilt zu sich zu nehmen. Trinken Sie die Trinknahrung langsam und in kleinen Schlucken.
  • Verzehrempfehlung: Soweit nicht anders verordnet, empfehle ich zur ausschließlichen Ernährung („vollbilanzierte Diät“) fünf bis sieben Flaschen pro Tag, zur ergänzenden Ernährung („bilanzierte Diät“) ein bis drei Flaschen pro Tag.
  • Ernährungstherapie: Sprechen Sie sich für Ihre individuelle Ernährungstherapie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt bzw. dem Arzt Ihres Angehörigen ab.
  • Zuschüsse & Kosten: Trinknahrung ist laut Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL 2009 Kapitel I, §§ 18 – 26) verordnungsfähig und kann von einem Arzt per Rezept verordnet werden. Trinknahrung ist in allen öffentlichen Apotheken und Sanitätshäusern erhältlich.

 

Erstelldatum: .62.017102|Zuletzt geändert: .82.509102
Bildquelle© carsten.kattau@windfall.tv
Bildquelle© JPC-PROD / Fotolia.com
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