Themenwelt Diabetes mellitus

„Honigsüßer Durchfluss“ – so lautet die wortwörtliche Übersetzung von „Diabetes mellitus“. Das liegt daran, dass der Urin von Diabetes-Patienten tatsächlich süß ist, da er eine erhöhte Glukosekonzentration hat. Die Folgen der Erkrankung können gravierend sein. Ein unbehandelter Diabetes ist lebensgefährlich! Dabei gibt schon ein einfacher Diabetes-Test beim Arzt eine ziemlich sichere Auskunft darüber, ob ein Diabetes vorliegt oder nicht. Das Problem: Vielen (älteren) Menschen ist ihr Diabetes-Risiko gar nicht bewusst. pflege.de klärt über die Krankheit auf, stellt Risikofaktoren vor und gibt Tipps, wie man das persönliche Diabetes-Risiko möglichst früh erkennen kann.

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Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) - Symptome / Anzeichen & Definition

Inhaltsverzeichnis

Viele Menschen fragen sich: „Was ist Diabetes mellitus?“. Diabetes mellitus oder umgangssprachlich „Zuckerkrankheit“ ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Störungen des Stoffwechsels.

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit): Definition

Die Gemeinsamkeit der Diabetes-Krankheit: Aus unterschiedlichen Gründen kommt es zu einer Hyperglykämie ( = zu viel Glukose im Blut). Normalerweise wird Glukose mit der Nahrung aufgenommen und aus dem Blut in die Körperzellen gepumpt. Dafür ist das Hormon Insulin notwendig. Fehlt das Hormon oder ist nur wenig Insulin vorhanden, unterbleibt der Transport von Glukose in die Körperzellen. Die Glukose bleibt im Blut und gelangt in die Nieren – die bemühen sich nach Kräften, die überschüssige Glukose mit dem Urin aus dem Körper abzutransportieren, sodass sich bei einem Test erhöhte Zuckerwerte im Urin zeigen.

Unterschieden wird in drei Diabetes-Typen (Typ 1, Typ 2 und Typ 3) sowie den sog. Schwangerschaftsdiabetes.

Diabetes: Symptome

Was sind die Symptome einer Zuckerkrankheit? Durstgefühl und häufiger Harndrang sind die zwei auffälligsten Anzeichen, die an eine Zuckerkrankheit denken lassen. Leider sind Diabetes-Symptome im Allgemeinen recht unspezifisch.

Wie merkt man Diabetes?

Häufig auftretende Symptome von Diabetes mellitus sind:

  • Ständiger Harndrang
  • Durstgefühl
  • Mattigkeit
  • Trockene Haut
  • Gewichtsverlust
  • Menstruations-/Potenzstörungen
  • Sehstörungen
  • Muskelkrämpfe
  • Harnwegsinfekte

Weil Diabetes-Anzeichen so unspezifisch sind und manchmal auch gänzlich fehlen, werden diese Symptome oft ignoriert und auf das Wetter, eine Erschöpfung nach Anstrengung oder einfach „das Alter“ geschoben. Daher wird die Diagnose Diabetes oftmals erst nach einer akuten Hypoglykämie (= Unterzuckerung) gestellt. Achten Sie daher auch auf Warnsignale einer Unterzuckerung:

  • Kaltschweißigkeit
  • Herzrasen
  • Schwindelgefühl
  • Zittern
  • Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • Heißhunger

In diesem Fall handelt es sich um einen akuten Notfall, bei dem Sie sofort handeln sollten! Hierzu ist z. B. die sofortige Aufnahme von Zucker, z. B. in Form von Traubenzuckerplättchen, notwendig. Suchen Sie in jedem Fall einen Arzt zur Abklärung ihrer Symptome auf. Sollten Sie eine bewusstlose Person auffinden, verständigen Sie einen Notarzt, drehen Sie die Person in die stabile Seitenlage und verabreichen Sie dieser keine Nahrung oder Getränke, da Erstickungsgefahr droht!

Info

Info: Aceton-Geruch im Atem deutet auf Diabetes hin

Der typische Aceton (Nagellack-Entferner)-Geruch im Atem kann bei Typ-1-Diabetikern auftreten. Er zeigt einen starken Insulinmangel an, der lebensgefährliche Folgen haben kann. Hier gilt es, sofort einen Notarzt zu informieren und den Betroffenen keinesfalls allein zu lassen – er kann in ein diabetisches Koma fallen.

Diabetes Test / „Screening“ – Werte & Diagnose

Es gibt verschiedene Diagnose- und Kontrollverfahren und Diabetes-Tests. Wenn Sie Ihr Risiko für Diabetes mellitus ermitteln wollen, hilft Ihnen der Diabetes-Risiko-Test zur Früherkennung eines Typ-2-Diabetes.

Sollten bei Ihnen mehrere der obengenannten Symptome auftreten oder Sie andere Warnsignale wahrnehmen, sollten Sie dringend Ihren Hausarzt kontaktieren. Dieser wird nach einem Gespräch mit Hilfe einer Blutuntersuchung den sog. Langzeitblutzuckerwert, den HbA1c-Wert, bestimmen. Der Wert gibt darüber Auskunft, wie hoch Ihr Blutzucker in den letzten drei Monaten im Durchschnitt war. Zudem erfolgt je nach der Bestimmung des HbA1c-Werts oftmals ein oraler Glukosetoleranztest, bei dem gemessen wird, ob Ihr Körper Glukose normal abbauen kann oder eine Störung des Stoffwechsels vorliegt. Je nach Diagnose wird es dann erforderlich, dass Sie selbst mehrmals täglich Ihren Blutzuckerwert kontrollieren.

Info

So könnte eine Diabetes-Erkrankung entdeckt werden

Im Sommer vor zwei Jahren litt Gudrun B. viel mehr als früher unter der Hitze. „Ich war ständig durstig“, erinnert sich die 63-Jährige, „und ich musste auch dauernd zur Toilette. Aber es war ja Sommer und sehr heiß. Da muss man doch auch viel trinken!“ Gudrun B. gewöhnte es sich an, stets eine Flasche Wasser mit sich herumzutragen. Doch der Durst und die häufigen Toilettengänge begleiteten sie auch noch im Herbst und sogar im folgenden Winter. Zudem fühlte sie sich müde und abgeschlagen. Erst bei ihrem jährlichen Checkup im nächsten Frühling kam die Wahrheit an den Tag. „Der Arzt machte einen Zuckertest – und meine Werte waren auffällig.“ Weitere Untersuchungen folgten und am Ende stand das Ergebnis fest: Typ-2-Diabetes. Oder, wie Gudrun B. sagt: „Ich habe jetzt Zucker.“ (ausgedachter Fall)

Typen von Diabetes mellitus

Bei der Diagnostik wird der Arzt ebenfalls prüfen, von welcher Art der Zuckerkrankheit Sie betroffen sind, da die Erkrankung Diabetes mellitus in verschiedene Diabetes-Typen unterschieden werden kann:

Diabetes mellitus Typ 1

Typ-1-Diabetes betrifft nur rund 5 Prozent der Erkrankten. Die Ursachen dieser Form sind weitestgehend unklar, jedoch zählt man eine familiäre Häufung der Erkrankung sowie Umwelteinflüsse und bestimmte Infektionen z.B. der Bauchspeicheldrüse zu den Risikofaktoren. Bei Diabetes mellitus Typ 1 besteht ein absoluter Insulinmangel. Die insulinproduzierenden Zellen, die Betazellen, werden vom eigenen Körper meist über Jahre zerstört, sodass langfristig kein Insulin mehr produziert wird. Damit kann die Glukose nicht mehr in die Zellen gelangen und verbleibt im Blut. Typ-1-Diabetes tritt vor allem bei jungen Menschen zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr auf (sog. juveniler, also jugendlicher Diabetes). Erkrankte brauchen in der Regel Insulinspritzen, um den Mangel auszugleichen.

Diabetes mellitus Typ 2

Typ-2-Diabetes betrifft rund 95 % der Erkrankten. Er wird u. a. begünstigt durch Übergewicht, unausgewogene Ernährung und eine familiäre Tendenz. Bei Typ-2-Diabetes besteht ein relativer Insulinmangel, da der Zucker aus dem Blut nicht mehr in die Zellen gelangt, weil zu wenig oder gar kein Insulin vorhanden ist bzw. die Zellen nicht mehr aufs Insulin reagieren (Insulinresistenz). Stattdessen bleibt dieser im Blut und führt zu einer Hyperglykämie (erhöhter Blutzucker). Typ-2-Diabetes tritt oft erst nach dem 40. Lebensjahr auf (sog. Altersdiabetes). Sobald die Blutzuckerwerte trotz eines gesunden Lebensstils unter einem bestimmten Wert liegen, muss mit einer Insulintherapie begonnen werden.

Diabetes mellitus Typ 3

Dieser Diabetes-Typ ist eine eher seltene Sonderform, denn seine Ursachen liegen in anderen Grunderkrankungen oder sind Folge von Therapien. So können Virusinfektionen, eine chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder fortgesetzter Alkoholmissbrauch Ursachen dieser Erkrankungsform sein.

Schwangerschaftsdiabetes

Der sog. Gestationsdiabetes, der während der Schwangerschaft auftreten kann, bildet eine eigene Diabetesform. Bei diesem tritt eine vorübergehende Störung des Blutzuckerspiegels auf. Kurz gesagt bedeutet Diabetes mellitus, dass ein zu hoher Blutzuckerspiegel vorhanden ist, der auf Dauer den Körper schädigt. Zuckerkrank zu sein bedeutet, eine behandlungsbedürftige Erkrankung zu haben.

 

Info

Schwangerschaftsdiabetes erhöht Diabetes-Risiko

Der sog. Schwangerschafts-Diabetes verschwindet im Normalfall nach der Schwangerschaft. Er erhöht aber das Risiko für einen späteren Diabetes Typ 1 oder 2.

 

Diabetes in Deutschland / Statistisches zur Zuckerkrankheit

In Deutschland leben rund 6,7 Millionen Diabetiker. Jedes Jahr kommen rund 300.000 Patienten hinzu.

Experten gehen abseits dieser Diabetes-Statistik von einer Dunkelziffer von rund zwei Millionen Menschen aus, deren Symptome darauf schließen lassen, dass sie ebenfalls an einem Typ-2-Diabetes leiden. Die Diabetes-Statistik zeigt, dass rund eine Million Menschen über 80 Jahre einen Typ-2-Diabetes haben, das sind 24 % dieser Altersgruppe.

Die Landkarte von Diabetes-Deutschland ist übrigens sehr uneinheitlich. So gibt es regional deutliche Unterschiede an Diabetikern. Im Nordosten Deutschlands (rund um Halle in Sachsen-Anhalt und in Vorpommern) sind doppelt so viele Menschen an Typ-2-Diabetes erkrankt wie im Süden. Die Ursachen hierfür liegen noch im Dunkeln. Vermutlich gibt es neben dem persönlichen Risiko-(verhalten) auch andere Einflüsse, wie z. B. Umweltfaktoren.

Info

Zahl der Diabetes-Erkrankten steigt

Die Diabetes-Erkrankungen sind weltweit auf dem Vormarsch. Litten im Jahr 2015 rund 415 Millionen Menschen Diabetes, so sollen es 2040 noch deutlich mehr sein (ca. 642 Millionen).

Diabetischer Fuß

Eine weitere Folge der Erkrankung mit erheblichem Ausmaß ist das diabetische Fußsyndrom. Denn ein schlecht oder gar nicht behandelter Diabetes kann zu Wunden u. a. an den Füßen führen, dem sog. diabetischen Fuß. Durch den Diabetes ist die Schmerzempfindung an den Füßen herabgesetzt, sodass Wunden zunächst gar nicht wehtun und deshalb auch nicht erkannt, geschweige denn behandelt werden. Das Fatale ist: Ein Diabetes löst nicht nur – unbemerkt – Wunden aus. Er verzögert auch die anschließende Wundheilung. Chronische Wunden werden somit häufig durch Diabetes begünstigt.

Tipp
Umbauarbeiten

Als Person mit Pflegebedürftigkeit haben Sie Anspruch auf finanzielle Unterstützung zur Bewältigung Ihres Alltags. Dazu zählen z. B. viele Maßnahmen wie der Umbau des Badezimmers in ein barrierefreies Bad (bspw. Wanne zur Dusche), um körperliche Anstrengungen zu reduzieren. Voraussetzung dafür ist, dass Ihnen ein Pflegegrad von der Pflegekasse zuerkannt wurde.

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Erstelldatum: .03.709102|Zuletzt geändert: .4.909102
Informationsquelle
https://www.diabetesde.org/system/files/documents/gesundheitsbericht_2018.pdf
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