Diabetes Typen: Diabetes Typ 1, 2 & 3 im Detail

Diabetes Typen

Diabetes mellitus kann jeden Menschen treffen. Manche haben ein erhöhtes Risiko, weil ihre Eltern Diabetes haben oder einem ungesunden Lebensstil nachgehen. Andere hingegen erkranken von heute auf morgen ohne erkennbare Ursache daran. Je nach Ursachen unterscheiden sich dann verschiedene Diabetes-Typen. Doch unabhängig vom jeweiligen Typen kann die heutige Medizin jeden Diabetes-Typen sehr gut behandeln. pflege.de informiert Sie in diesem Ratgeber zu den unterschiedlichen Diabetes-Typen.

Inhaltsverzeichnis

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Die Diabetes-Typen

Wenn bei Ihnen der Verdacht auf Diabetes mellitus besteht oder Sie die Diagnose erhalten, führen die Ärzte weitere Untersuchungen durch. Nur so können sie den Diabetes-Typen bestimmen und mit Ihnen die richtige Therapie abstimmen, damit Ihre Blutzuckerwerte künftig nicht entgleisen. Hierbei beraten Sie Fachärzte aus der Endokrinologie, die auf Stoffwechselkrankheiten spezialisiert sind, und aus der Diabetologie.

Die Medizin unterscheidet folgende Diabetes-Typen:(1)

  1. Diabetes Typ 1 betrifft unter anderem Kinder und Jugendliche.
  2. Diabetes Typ 2 zählt zu den typischen Krankheiten im Alter und betrifft tendenziell erwachsene und ältere Menschen. Heute tritt er aber auch schon bei jüngeren auf.
  3. Diabetes Typ 3 tritt in Folge von anderen Erkrankungen oder Therapien auf.
  4. Ein Gestationsdiabetes (=Schwangerschaftsdiabetes) kann bei Schwangeren auftreten, jedoch hält dieser Diabetes-Typ oftmals nur bis zur Geburt an.
Info
Schwangerschaftsdiabetes und Typ-2-Diabetes

Mit einem Schwangerschaftsdiabetes besteht das Risiko, dass Betroffene womöglich später im Leben einen Typ-2-Diabetes entwickeln.(2)

Typ-1-Diabetes

Bei knapp fünf Prozent aller Diabeteserkrankungen handelt es sich um Diabetes mellitus Typ 1. Insbesondere Kinder und Jugendliche erkranken daran, weswegen Typ-1-Diabetes als jugendlicher Diabetes bezeichnet wird.(3)

Info
Typ-1-Diabetes LADA

Latent Autoimmune Diabetes in Adults, kurz LADA, heißt übersetzt „versteckter Autoimmundiabetes bei Erwachsenen“. Hierbei handelt es sich um einen Typ-1-Diabetes, der im Erwachsenenalter auftritt und fälschlicherweise mit einem Typ-2-Diabetes verwechselt werden kann. Für eine genaue Diagnose bedarf es Antikörper-Tests, die Aufschluss über einen Typ-1-Diabetes geben.(4)

Diabetes mellitus Typ 1: Ursachen

Einem Typ-1-Diabetes liegt fast immer eine Autoimmunreaktion zugrunde. Eigentlich schützt das Immunsystem den Körper vor Erkrankungen, aber hierbei richtet es sich gegen die Bauchspeicheldrüse und attackiert die insulinbildenden Zellen. Sobald mehr als 90 Prozent der Zellen zerstört sind, kann sich die Bauchspeicheldrüse nicht mehr erholen. Es kommt zu einem absoluten Insulinmangel. Deswegen handelt es sich bei Typ-1-Diabetes um eine chronische Erkrankung, die nicht heilbar ist.

Info
Vererbung Typ-1-Diabetes

Lebt ein Elternteil oder leben gar beide Eltern mit Diabetes, so steigt auch das Erkrankungsrisiko bei ihrem Kind. Auch Virusinfektionen und Umweltfaktoren können bei der Entstehung von Typ-1-Diabetes eine Rolle spielen. Einige Studien untersuchen, ob ein Vitamin-D-Mangel ebenfalls eine Ursache sein könnte. Jedoch fehlen hier weitere Untersuchungen.(1)

Diabetes mellitus Typ 1: Symptome

Im Blut liefern Zuckermoleküle, die aus den Kohlenhydraten aus Lebensmitteln stammen, Energie an sämtliche Zellen. Insulin spielt in der Energieversorgung eine Schlüsselrolle. Indem das Hormon die Zellen öffnet, strömen die Zuckermoleküle aus dem Blut in die Zelle hinein. Da bei einem Diabetes ein Insulinmangel vorliegt, bleiben die Zuckermoleküle im Blut.

Infolgedessen steigt der Blutzuckerspiegel, der mit möglichen Symptomen einhergeht:(1)

  • Starkes Durstgefühl
  • Häufiger Harndrang
  • Ungewollter Gewichtsabnahme
  • Muskelschwäche
  • Müdigkeit
  • Schlecht heilende Wunden
  • Trockene Haut
  • Sehstörungen
  • Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen
Tipp
Kontrollieren Sie Ihren Blutzucker

Lassen Sie Ihren Blutzuckerspiegel durch Diabetes-Tests im Blut regelmäßig kontrollieren, wenn in Ihrer Familie bereits Diabetes aufgetreten ist oder Sie einen Verdacht bei den genannten Symptomen haben. Um einen Typ-1-Diabetes zu diagnostizieren, bestimmen Ärzte den Langzeitblutzucker (HbA1c) und bestimmte Antikörper. Der HbA1c-Wert gibt einen Überblick über die Blutzuckerwerte der letzten drei Monate.(1)

Diabetes Typ 1: Behandlung / Therapie

In allererster Linie sollen Menschen mit Diabetes trotz fehlendem Insulin keine Lebensqualität verlieren. Dazu müssen sie sich Insulin über Spritzen, Insulinpens oder Insulinpumpen zuführen. Gemeinsam mit Diabetologen und Diabetesberatern lernen Menschen mit Diabetes in der Therapie, die richtige Insulindosis zu bestimmen und so mit der Erkrankung in ihrem Alltag umzugehen.

Grundsätzlich bestimmen die Fachkräfte die Insulindosis, die von verschiedenen Faktoren abhängt:(5)

  • Körpergewicht
  • Ernährung
  • Körperliche Aktivität
  • Bestehende Erkrankungen (Infektionskrankheiten)
  • Vorliegende Schwangerschaft
  • Stress
  • Operationen
Info
Insulingabe nach dem Basis-Bolus-Konzept

Heutzutage erfolgt die Behandlung mittels der intensivierten Insulintherapie, auch Basis-Bolus-Konzept genannt. Der Betroffene injiziert sich das sogenannte Basalinsulin, das die Insulinversorgung bis zu 24 Stunden decken kann. Dieses spritzt er sich in den Bauch, Oberschenkel oder in die Pobacke – je nach Insulin-Hersteller bis zu dreimal am Tag Zusätzlich spritzt er sich vor oder nach jeder Mahlzeit kurzwirksames Insulin (Bolus), um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. 

Insulinpumpen funktionieren mit kurzwirksamem Insulin, welches dann die Insulinversorgung die ganze Zeit gewährleistet. Den Katheter oder den Pod können Betroffene alle zwei bis drei Tage eigenständig wechseln.(6)

Diabetes Typ 1: Ernährung

Wenn Sie mit Typ-1-Diabetes leben, müssen Sie Ihren Insulinbedarf unter anderem nach Ihrer Ernährung richten. Kohlenhydrate aus Ihrer Ernährung erhöhen nämlich den Blutzuckerspiegel, den Insulin beim gesunden Menschen automatisch senkt. Demnach lernen Sie in Diabetes-Schulungen, wie viel Gramm eines Lebensmittels wie viele Kohlenhydrate enthält. Ihr Diabetologe legt bestimmte Faktoren fest, mit denen Sie die Menge an Kohlenhydraten multiplizieren und so den Insulinbedarf berechnen.

Die Menge an Kohlenhydraten fassen Sie in Broteinheiten (BE) und Kohlenhydrateinheiten (KE) zusammen. Während 12 Gramm Kohlenhydrate 1 BE entsprechen, sind 10 Gramm Kohlenhydrate 1 KE. Sie können selbst entscheiden, welche Maßeinheit Sie nehmen. Wichtig ist nur, dass Sie das mit Ihrem Diabetologen festlegen, da Sie beide die Faktoren dementsprechend anpassen müssen.

Welche Lebensmittel entsprechen einer Broteinheit? (Schätzwerte, die je nach Herstellungsart und Referenzwert abweichen können)

Lebensmittel Broteinheit (BE)
1 Brötchen (Semmel) circa 2 BE
2 Scheiben Roggenbrot circa 3 BE
100 Gramm Kartoffeln (gekocht) circa 1,5 BE
100 ml Orangen-Direktsaft circa 1 BE
1 Tiefkühlpizza circa 8 BE
0,33 l Bier circa 1 BE
1 mittelgroßer Pfirsich circa 1 BE
1 Banane circa 1,5 BE

Typ-1-Diabetes: Folgeerkrankungen

Wenn Sie mit Diabetes leben, müssen Sie regelmäßig Ihre Blutzuckerwerte kontrollieren und dokumentieren. In ihren Quartalsuntersuchungen prüft Ihr Diabetologe, ob bestimmte Muster bei Über- und Unterzuckerungen zu verzeichnen sind. Je nachdem passt er Ihre Insulindosis an. Denn die Therapie zielt darauf ab, dass Sie im Laufe Ihres Lebens keine Folgeerkrankungen durch erhöhte Blutzuckerwerte entwickeln oder in gefährliche Unterzuckerungen geraten. Die Folgeerkrankungen betreffen vor allem das Herz, die Augen, die Nieren oder das Nervensystem. Auch der sogenannte diabetische Fuß ist eine häufige Folge von Diabetes mellitus.(6)

Tipp
Achten Sie auf Symptome an Ihrem Fuß

Leiden Sie bereits an milden Symptomen wie trockener Haut und Hornhautbildung am Fuß, kann das auf ein diabetisches Fußsyndrom hindeuten. In dem Fall sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen und klären, ob eine medizinische Fußpflege zur Prävention in Frage kommt. Wenn Ihr Arzt tatsächlich krankhafte Veränderungen feststellt, werden die Kosten der Behandlung in der Regel von der Krankenkasse übernommen.

Typ-2-Diabetes

Knapp 85 bis 95 Prozent aller Betroffenen leben mit Typ-2-Diabetes – insbesondere erwachsene und ältere Menschen. Daher heißt dieser Diabetes-Typ umgangssprachlich auch Altersdiabetes, obwohl mittlerweile auch zunehmend jüngere Menschen daran erkranken.
Häufig geht ein ungesunder Lebensstil mit einem Typ-2-Diabetes einher. Ständiges Sitzen im Büro, wenig Sport sowie Mehrgewicht erhöhen das Risiko. Mit steigendem Körpergewicht droht, die Insulinwirkung nachzulassen und der Blutzucker schleichend anzusteigen.(7)(8)

Typ-2-Diabetes: Ursachen

Im Gegensatz zu einem Typ-1-Diabetes bildet die Bauchspeicheldrüse bei Diabetes mellitus Typ 2 noch geringe Mengen Insulin. Bei diesem Typ liegt eine sogenannte Insulinresistenz vor. Zwar setzt die Bauchspeicheldrüse Insulin frei, jedoch kann dieses nicht an den Zellen wirken. Demzufolge gelangt der Blutzucker nicht in die Zellen und der Blutzucker steigt. Das wiederum spornt die Bauchspeicheldrüse an, mehr Insulin zu produzieren, bis sie letztlich erschöpft.

Wenn in Ihrer Familie Verwandte ersten Grades an Typ-2-Diabets erkrankt sind oder waren, haben Sie ein erhöhtes Diabetes-Risiko. Ebenfalls können folgende Faktoren eine Insulinresistenz begünstigen:(9)(10)

  • Erhöhtes Körpergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Ungesunde Ernährung
  • Übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum
  • Chronischer Stress

Typ-2-Diabetes: Symptome

Anfangs kann ein Typ-2-Diabetes ohne Auffälligkeit verlaufen, da unspezifische Symptome auftreten und bei älteren Menschen beispielsweise auf das Älterwerden geschoben werden. Sollten Sie folgende Symptome bei sich oder Ihren Angehörigen bemerken, suchen Sie bitten Ihren Hausarzt auf – vor allem, wenn die obigen Ursachen zutreffen:(1)(11)

  • Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwäche
  • Starkes Durstgefühl, häufiger Harndrang
  • Vergesslichkeit
  • Juckreiz, trockene Haut
  • Schlecht heilende Wunden

Typ-2-Diabetes: Behandlung / Therapie

Die Therapie bei Typ-2-Diabetes setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen – mit dem Ziel, die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern:(12)

  • Regelmäßige Blutzuckerkontrolle
  • Gewichtsreduktion bei Mehrgewicht
  • Ernährungsumstellung
  • Regelmäßige sportliche Aktivität
  • Medikamentöse Therapie

Wichtig hierbei ist ebenfalls die Therapiezufriedenheit. Die jeweiligen Zielsetzungen müssen sich individuell an den Betroffenen orientieren. Ältere Patienten sollten besonders darauf achten, ihre Gesundheit im Alter zu fördern.

Info
Tabletten oder Spritzen bei Typ-2-Diabetes?

In den Anfängen der Therapie bei Typ-2-Diabetes verschreibt der Arzt Tabletten, auch orale Antidiabetika genannt. Diese haben unterschiedliche Wirkungen. Sie können die Insulinproduktion ankurbeln, die Insulinwirkung verbessern oder den Blutzuckeranstieg drosseln. Sollte der Blutzucker dennoch erhöht bleiben, erfolgt die Therapie mit Spritzen oder einer Insulinpumpe.  

Remission bei Typ-2-Diabetes
Mithilfe der richtigen medikamentösen Therapie sowie einer konsequenten Lebensstiländerung können Menschen mit Typ-2-Diabetes ihre Blutzuckerwerte langfristig normalisieren. Die Möglichkeit besteht, dass sie nicht nur die Dosis der Medikamente reduzieren, sondern sie auch für eine gewisse Zeit absetzen können. In diesem Fall spricht die Medizin von einer Remission. Jedoch tritt dieser Effekt nicht bei allen Betroffenen ein. Einer britischen Studie zufolge hält eine Remission bei vielen Menschen mit Typ-2-Diabetes ungefähr zwei Jahre, bis sie wieder Medikamente benötigen. In einer Remission ist es von essenzieller Bedeutung, einen gesunden Lebensstil weiterhin beizubehalten.(13)

Diabetes Typ 2: Ernährung

Eine Zeit lang fanden sogenannte „Diabetiker-Lebensmittel“ besonders an Beliebtheit. Das sind Lebensmittel, die kalorien- sowie zuckerreduziert und mit Süßstoffen angereichert sind. Grundsätzlich ist eine gesunde Ernährung bei Typ-2-Diabetes unerlässlich, aber spezielle Diabetiker-Lebensmittel sind dabei nicht von Nöten. Gemeinsam mit einer Fachkraft können Menschen mit Typ-2-Diabetes ihre Ernährung optimieren. In einer Ernährungsberatung arbeiten sie daran, die nachfolgenden Punkte im Alltag umzusetzen:

  • Sie essen nicht über ihren individuellen Kalorienbedarf hinaus und entwickeln ein besseres Gespür für das Sättigungsgefühl.
  • Die Mahlzeiten enthalten das richtige Nährstoffverhältnis aus Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten sowie Vitaminen und Mineralstoffen.
  • Sie tauschen ungesunde Lebensmittel gegen gesunde aus, beispielsweise Weißmehlprodukte gegen Vollkornprodukte, die mehr Ballaststoffe
  • Sie lernen, mehr Obst und Gemüse in den Tag einzubauen.
  • Sie lernen, Genussmittel wie Alkohol, Zigaretten sowie Süßigkeiten und süße Getränke stark zu reduzieren.
Tipp
Kochen Sie selbst

Wer selbst kocht, weiß auch genau, was im Essen steckt. Verzichten Sie möglichst auf industriell hergestellte Fertigprodukte und achten Sie auch als Senior auf Ihre Ernährung im Alter. So können Sie viel besser abschätzen, was Sie genau zu sich nehmen. Die Hinweise „Diät-Produkt“ oder „fettfrei“ sind oft irreführend. Viele „fettfreie“ Produkte enthalten viel Zucker – und „zuckerfreie“ Produkte umgekehrt viel Fett. 

Diabetes Typ 2: Folgen

Ein unbehandelter Typ-2-Diabetes führt zu Erkrankungen, denn Blutgefäße und Nervenzellen können auf Dauer Schäden. Typische Folgeerkrankungen oder Spätfolgen eines unbehandelten Typ-2-Diabetes sind:(1)

  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Augenerkrankungen (Netzhautablösungen, sogenannte diabetische Retinopathie)
  • Nervenschäden (zum Beispiel Taubheit an den Füßen mit der Gefahr des „diabetischen Fußes“)
  • Nierenschwäche oder – versagen (diabetische Nephropathie)
  • Chronische Wunden

Die Diagnose eines Typ-2-Diabetes ist schnell gestellt. Deshalb sollten Sie keine Scheu haben, bei einem Verdacht zum Arzt zu gehen. Je eher Sie Ihren Blutzuckerspiegel kontrollieren lassen, desto schneller und gezielter können Behandlungserfolge erzielt werden.

Info
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Typ-3-Diabetes

Nicht jeder Diabetes lässt sich klar dem Typ 1 oder Typ 2 zuordnen. Neben diesen zwei Typen gibt es eine Sonderform, und zwar den Typ-3-Diabetes.

Typ-3-Diabetes: Ursachen

Störungen im Immunsystem sowie ein ungesunder Lebensstil können zu einem Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 führen. Bei einem Diabetes mellitus Typ 3 spielen andere Ursachen eine mögliche Rolle:

  • Gendefekte
  • Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder des Hormonsystems
  • Chemikalien (Gifte gegen Nagetiere und Parasiten)
  • Medikamente (zum Beispiel Schilddrüsenmedikamente)
  • Virusinfektionen

Je nach Ursache unterscheidet die Medizin acht Untergruppen des Diabetes Typ 3.(1)

Info
Symptome bei Typ-3-Diabetes

Die Symptome eines unentdeckten Typ-3-Diabetes ähneln denen der anderen beiden Typen. Bei einem Diabetes ist der Blutzuckerspiegel erhöht, sodass Betroffene ein ständiges Durstgefühl und Müdigkeit verspüren, sich schlechter konzentrieren und an Gewicht verlieren können.(1)

Behandlung und Therapie eines Diabetes Typ 3

Zur Behandlung eines Typ-3-Diabetes gehören unter anderem blutzuckersenkende Medikamente oder Insulin, gesunde Ernährung und Bewegung.

[Infobox]: Schulungen für Diabetes
In Deutschland werden spezielle Schulungs- und Behandlungsprogramme nach § 137f angeboten. Diese orientieren sich an Anforderungsrichtlinien, die der Gemeinsame Bundesausschuss festgelegt hat. Die Lehrer dieser Schulungen sind ausgebildete Diabetesberater und -assistenten. Solche Programme (Disease-Management-Programme, kurz: DMP) haben das Ziel, die Behandlung und Versorgung von Diabetes Patienten verbessern und ihre Eigenständigkeit fördern.(14)

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2?

Typ-1-Diabetes ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr bildet. Hier liegt ein absoluter Insulinmangel vor. Die meisten Erkrankungen sind bedingt durch eine genetische Veranlagung. Dahingegen bildet bei einem Typ-2-Diabetes die Bauchspeicheldrüse geringe Mengen Insulin, die nicht den Blutzucker senken können. Oder die Zellen reagieren nicht mehr auf das Insulin, weswegen sie den Blutzucker nicht aufnehmen. Ein Typ-2-Diabetes ist ein relativer Insulinmangel.

Wie bekommt man Diabetes Typ 1?

Es besteht ein erhöhtes Diabetes-Typ-1-Risiko, wenn mindestens ein Elternteil an Diabetes erkrankt ist. Abgesehen davon können Umwelteinflüsse und Virusinfektionen einen Typ-1-Diabetes begünstigen. Eine Autoimmunreaktion findet statt, bei der Abwehrzellen die insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse dauerhaft zerstören. Als Folge dessen bildet sie kein Insulin mehr, das den Blutzucker reguliert.

Wie bekommt man Diabetes Typ 2?

Besonders Menschen, die mehrgewichtig sind, sich ungesund ernähren, viel Alkohol oder Nikotin konsumieren, haben ein erhöhtes Diabetes-Typ-2-Risiko. Darüber hinaus kann die Ursache in einer genetischen Veranlagung liegen. In der Schwangerschaft können Frauen einen Schwangerschaftsdiabetes entwickeln. Dieser bleibt meistens bis zur Geburt, jedoch erkranken viele im späteren Leben an Typ-2-Diabetes.

Wie viele und welche Diabetes-Typen gibt es?

Die Medizin unterscheidet zwischen vier Diabetes-Typen: Typ 1, Typ 2, Typ 3 und Schwangerschafts-/Gestationsdiabetes. Neben diesen gibt es zwei weitere Sonderformen. Der LADA-Typ, der einem Typ-1-Diabetes ähnelt und bei Erwachsenen auftritt, und der MODY-Typ, der einem Typ-2-Diabetes ähnelt und Kinder sowie Jugendliche betrifft.

Ist ein Typ-2-Diabetes heilbar?

Eine medikamentöse Therapie mit einem Lebensstiländerung kann den Blutzucker auf lange Sicht normalisieren. Im besten Fall können Menschen mit Typ-2-Diabetes ihre Medikamente reduzieren oder sogar absetzen. Allerdings sprechen Mediziner in diesem Fall von einer Remission und nicht von einer Heilung. In den meisten Fällen beginnt der Blutzucker, nach knapp zwei Jahren wieder zu schwanken. Das heißt, Betroffene benötigen unter Umständen wieder Medikamente.

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Erstelldatum: 9102.70.03|Zuletzt geändert: 2202.21.6
(1)
Pschyrembel Online | Diabetes mellitus
https://www.pschyrembel.de/Diabetes%20mellitus/K05U4/doc/ (Letzter Zugriff: 07.11.2022)
(2)
S3-Leitlinie Gestationsdiabetes mellitus (GDM), Diagnostik, Therapie und Nachsorge, 2. Auflage. Praxisempfehlung
(Letzter Zugriff: 07.11.2022)
(3)
Bundesministerium für Gesundheit: Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/gesundheitsgefahren/diabetes.html (Letzter Zugriff: 07.11.2022)
(4)
Das Diabetesinformationsportal: LADA - der spät einsetzende Typ-1-Diabetes
https://www.diabinfo.de/leben/typ-1-diabetes/grundlagen/lada.html (Letzter Zugriff: 07.11.2022)
(5)
S3-Leitlinie Therapie des Typ-1-Diabetes, 2. Auflage
(Letzter Zugriff: 07.11.2022)
(6)
S3-Leitlinie Therapie des Typ-1-Diabetes, 2. Auflage
(Letzter Zugriff: 07.11.2022)
(7)
Bundesministerium für Gesundheit: Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/gesundheitsgefahren/diabetes.html (Letzter Zugriff: 07.11.2022)
(8)
Deutsche Diabetes Hilfe: Diabetes in Zahlen
https://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/was_ist_diabetes_/diabetes_in_zahlen (Letzter Zugriff: 07.11.2022)
(9)
Das Diabetesinformationsportal: Was ist eine Insulinresistenz?
https://www.diabinfo.de/vorbeugen/faktencheck/was-ist-eine-insulinresistenz.html (Letzter Zugriff: 07.11.2022)
(10)
Deutsche Diabetes Hilfe: Kann Stress zu Diabetes führen
https://www.diabetesde.org/gesund_leben_mit_diabetes/koerper_und_seele_im_einklang/stress_und_diabetes (Letzter Zugriff: 07.11.2022)
(11)
Deutsche Diabetes Hilfe: Mit Typ-2-Diabetes umgehen lernen
https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/wissen/mit-diabetes-typ-2-umgehen-lernen/hintergrund (Letzter Zugriff: 07.11.2022)
(12)
Leitlinien Typ-2-Diabetes
https://www.leitlinien.de/themen/diabetes (Letzter Zugriff: 07.11.2022)
(13)
The BMJ: Nutritional basis of type 2 diabetes remission
https://www.bmj.com/content/374/bmj.n1449 (Letzter Zugriff: 07.11.2022)
(14)
§ 137f SGB 5 - Einzelnorm
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__137f.html (zugegriffen 7. November 2022)
(15)
Bildquelle
©Proxima Studio | Adobe Stock: 276205639
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