Diabetes: Ursachen, Behandlung / Therapie & Ernährung

Weiterleiten
Diabetes Ursachen

Die Diagnose Diabetes mellitus ist für viele erst einmal schwer zu verdauen. Es verunsichert, eine Erkrankung zu haben, die das ganze Leben verändern kann. Doch Diabetes ist sehr gut behandelbar und je nach Diabetesform sogar heilbar. Erfahren Sie mehr über die Ursachen und Behandlungsmethoden von Diabetes in diesem Ratgeber.

Inhaltsverzeichnis

So berechnen Sie kostenfrei Ihren Pflegegrad
Pflegegrad berechnen

Diabetes: Ursachen

Bei jedem Typ von Diabetes mellitus ist der Blutzuckerspiegel unbehandelt stark erhöht. Die Diagnose für einen Diabetes stellt der Arzt mittels eines Diabetes-Tests. Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 haben dabei unterschiedliche Ursachen:

  1. Ursachen für Diabetes Typ 1
    Fortschreitende Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen durch eine Autoimmunerkrankung oder andauernder Insulinmangel aufgrund unbekannter Ursachen.
  2. Ursachen für Diabetes Typ 2
    Insulinresistenz des Körpers, d. h. die Körperzellen reagieren immer weniger auf das Insulin und werden schließlich unempfindlich dagegen.

Diabetes: Risikofaktoren

Viele Menschen fragen sich: Wie wird man zuckerkrank? Wann bekommt man Diabetes? Hierfür spielen je nach Diabetes-Typ bzw. Erkrankungsform unterschiedliche Risikofaktoren eine Rolle.

Diabetes Typ 1

Bei einem Typ-1-Diabetes sind die Risikofaktoren weitestgehend ungeklärt und unbeeinflussbar. Eine Veranlagung innerhalb der Familie spielt jedoch vermutlich eine wichtige Rolle.

Diabetes Typ 2

Beim Typ-2-Diabetes ist die familiäre Vererbung ebenso relevant wie beim Typ 1. Hinzu kommen Risikofaktoren wie ein ungesunder Lebensstil und ein höheres Lebensalter. Damit zählt Diabetes Typ 2 zu den typischen Krankheiten im Alter.

Ein weiterer wesentlicher Risikofaktor für Diabetes Typ 2 ist das sog. metabolische Syndrom. Betroffene haben meist krankhaftes Übergewicht, leiden unter Bluthochdruck, haben erhöhte Blutfettwerte und sind resistent gegen Insulin. Der Diabetes Typ 2 wurde früher wegen dieser Risikofaktoren als „Alterszucker“ bezeichnet, tritt aber aufgrund der erhöhten Anzahl von übergewichtigen jungen Erwachsenen heutzutage immer früher auf.

Tipp
Zwei effektive Präventionsmaßnahmen

Zwei einfache und effektive Präventionsmaßnahmen gegen Diabetes und viele weitere Alterskrankheiten wie Thrombose, Herzinfarkt, Arthritis oder Schlaganfall sind eine gesunde und ausgewogene Ernährung im Alter sowie regemäßige Bewegung und Seniorensport.

Der Typ-2-Diabetes kann auch auf bestimmte Medikamente oder Hormon- und Stoffwechselerkrankungen zurückzuführen sein. Der behandelnde Arzt wird daher für die Feststellung der Diabetesform die Krankengeschichte im Detail erfragen.

Diabetes: Behandlung & Therapie

Jede Diabetes-Behandlung bzw. Diabetes-Therapie verfolgt vor allem ein Ziel: den Blutzucker des Patienten dauerhaft zu stabilisieren. Mit Hilfe der Therapie soll sowohl einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) als auch einer Überzuckerung (Hyperglykämie) vorgebeugt werden. Zudem sollen durch einen Blutzuckerwert im Normbereich negative Folgen der Erkrankung vermieden werden.

  • Behandlung Diabetes Typ 1
    Bei einem Typ-1-Diabetes kann dieses Ziel i. d. R. ohne die Zufuhr von Insulin nicht gelingen.
  • Behandlung Diabetes Typ 2
    Bei einem Typ-2-Diabetes kann dagegen durchaus auf Insulin verzichtet werden, vorausgesetzt, die Betroffenen achten auf ihre Ernährung, passen ihren Lebensstil dem Diabetes an und sind bei Bedarf zur Einnahme anderer Medikamente bereit. Andernfalls verschlimmert sich die Erkrankung – mit möglicherweise fatalen Folgen.

Behandlung von Typ-1-Diabetes

Zur Behandlung von Diabetes Typ 1 ist vor allem ein Medikament wichtig: Insulin. Wenn dieses wie bei Typ 1 nur wenig oder gar nicht im Körper vorhanden ist, muss es von außen zugeführt werden. Insulin ist ein Hormon, das dafür sorgt, dass Glukose aus dem Blut in die Körperzellen gelangt.

 

Info

Insulin: Was ist das?

Insulin ist ein Hormon, das in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Insulin wird vermehrt produziert, wenn wir Kohlenhydrate mit der Nahrung zu uns nehmen. Mithilfe des Hormons wird der Zucker im Blut von Leber und Muskeln aufgenommen, verwertet oder gespeichert. Damit ist das Hormon ein unverzichtbarer Bestandteil des Stoffwechsels.

Typ-1-Diabetiker brauchen von Anfang an Insulin. Zwei Insuline lassen sich unterscheiden:

  1. Kurzwirksame Insuline
    Sie senken den Blutzucker (sehr) schnell, wirken aber je nach Art nur maximal vier bis acht Stunden. Diese Insuline werden oft vor oder nach den Mahlzeiten eingesetzt, um den Blutzuckerspiegel zu senken.
  2. Langwirksame Insuline
    Die sog. Basalinsuline wirken einen Tag oder sogar länger und gelangen über diesen Zeitraum in kleinen Mengen in die Blutbahn. So halten sie den Blutzuckerspiegel stabil.
Info

Analoginsulin oder Humaninsulin

Zudem unterscheidet man Insuline nach ihrem Aufbau. Insulinanaloga sind chemisch hergestellte Wirkstoffe, die ähnlich wie Insulin aufgebaut sind, aber eine künstliche Abwandlung des Hormons darstellen. Humaninsulin wird ebenfalls synthetisch hergestellt, aber entspricht vom Aufbau dem natürlich produzierten Insulin des Menschen.

 

Diabetes-Therapie: Intensivierte Insulintherapie ICT

Die individuelle Kombination von schnell und langsam wirkenden Insulinen ist als intensivierte Insulintherapie (ICT, was für Intensified Conventional Therapy steht) das Standard-Behandlungsschema bei Diabetes Typ 1. Dabei verabreichen sich Diabetiker mindestens drei Mal am Tag Insulin. Den Grundbedarf (Basis) decken Diabetiker in diesem Fall mit einem sogenannten Basalinsulin. Zusätzlich wird zu den Mahlzeiten eine bestimmte Menge kurzwirksames Insulin (Bolus) verabreicht. Diese Dosis richtet sich nach dem aktuell gemessenen Blutzuckerwert sowie der Art und Menge der Mahlzeit. Die Therapie wird dann nach dem sog. Basal-Bolus-Prinzip durchgeführt. Dabei wird das Insulin überwiegend mithilfe eines Pens verabreicht.

Diabetes-Therapie: Konventionelle Insulintherapie

Bei Menschen, die mit der ICT nicht zurechtkommen, z. B. Pflegebedürftige mit Demenz, kann eine konventionelle Insulintherapie eingesetzt werden. Dabei wird lediglich zweimal täglich eine Mischung aus schnell und langsam wirkendem Insulin gespritzt. Die Ernährung muss dann aber ganz genau passen: in berechneter Menge und zu festen Tageszeiten. Außerdem wird zur Kontrolle drei bis vier Mal täglich der Blutzuckerwert gemessen.

Die Insulin-Pumpe

Die intensivierte Insulintherapie muss nicht immer über eine Spritze (einen Pen) erfolgen, sondern kann auch mit einer Pumpe (sog. Insulin-Pumpe) gewährleistet werden. Diese Pumpe wird direkt am Körper getragen und gibt laufend (entsprechend dem grundsätzlichen Bedarf) Insulin ab. Nach den Mahlzeiten löst der Träger der Pumpe per Knopfdruck die Abgabe einer bestimmten Menge an Insulin (sog. Insulinbolus) aus.

Info

Was ist ein sog. Insulin-Pen?

Ein Insulin-Pen dient als Hilfsmittel, um Insulin zu verabreichen und ersetzt damit sog. Einmalspritzen. In den Pen wird eine Patrone mit dem verordneten Insulin eingeschoben. Vor der Gabe des Insulins wird dann eine kleine Nadel zum einmaligen Gebrauch auf den Pen aufgesetzt. Anschließend stellt der Diabetiker ein, wie viele Einheiten Insulin bei der Gabe verabreicht werden sollen.

Tipp
Unverträglichkeit beachten

In einigen Fällen kann auch das Insulin eine Unverträglichkeit auslösen. Wenn also Schmerzen auftauchen: Gehen Sie zu Ihrem Arzt und holen Sie sich Rat!

Wo & wie wird Insulin gespritzt?

In speziellen Diabetes-Schulungen wird Diabetikern beigebracht, an welcher Stelle sie das Insulin spritzen können

  • In das Unterhautfettgewebe
  • Für die Applikation sollte eine Hautfalte gebildet und währenddessen festgehalten werden
  • Am Bauch (mind. drei cm Abstand zum Bauchnabel / nicht zu weit außen Richtung Becken)
  • An den Oberschenkelaußenseiten
  • Stelle schematisch wechseln, um Verhärtungen zu vermeiden

Grundsätzlich sollte man sich entweder für den Bauch oder Oberschenkel entscheiden, das Insulin an verschiedenen Körperstellen unterschiedlich aufgenommen wird.

Behandlung von Diabetes Typ 2

Diabetes Typ 2 muss im Gegensatz zu Typ 1 nicht unbedingt mit Insulin behandelt werden. Bei Typ-2-Diabetikern wird zunächst eine nicht-medikamentöse Basistherapie angestrebt. Dafür vereinbart der Arzt mit Betroffenen Typ-2-Diabetikern Therapieziele für das Gewicht, die Blutfettwerte und den Blutdruck. Außerdem legt er einen Zielkorridor für den Langzeitblutzuckerwert, den HbA1c-Wert, sowie für den Glukosewert im Blut fest.

Um die Ziele zu erreichen, erhält der Patient bestimmte Schulungen z. B.

  • zur Ernährungsumstellung
  • Rauchentwöhnung oder
  • Steigerung seiner körperlichen Aktivität.

Greift die Basistherapie nicht, wird in der zweiten Stufe zusätzlich medikamentös behandelt. Dabei ist die erste Wahl laut den Behandlungsleitlinien der Wirkstoff Metformin. Er hemmt die Neubildung von Glukose in der Leber und senkt den Blutzuckerspiegel. Bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation ( = ein Faktor, der gegen die Einnahme eines Wirkstoffes oder eine Therapiemaßnahme spricht, wie bspw. Schwangerschaft) stehen weitere Wirkstoffe zur Verfügung, die zunächst einzeln und in späteren Therapiestufen zum Teil kombiniert eingesetzt werden:

  • Alpha-Glukosidasehemmer (bremsen die Aufnahme von Zucker ins Blut)
  • DPP-4-Hemmer (Gliptine) (hemmen den Abbau eines Darmhormons, das den Blutzucker senkt)
  • Glinide (fördern die Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse)
  • Glitazone (sensibilisieren die Körperzellen für die Aufnahme von Blutzucker)
  • Inkretin-Analoga/-Verstärker (regen die Insulinproduktion an)
  • Insulin (schleust Blutzucker von der Blutbahn in die Zelle)
  • SGLT-2-Hemmer (Gliflozine) (fördern die Glukoseausscheidung über den Urin)
  • Sulfonylharnstoffe (steigern die Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse)

Diabetes-Zubehör

Als Diabetiker sollten Sie immer das richtige Equipment dabeihaben, um Ihren Blutzuckerspiegel kontrollieren und ggfs. rasch eingreifen zu können, wenn sich etwas ändert. Diabetikertaschen gibt es in unterschiedlichen Ausstattungen und Preislagen (rund 11 Euro für einfache und ab 60 Euro für die teureren Exemplare).

Achten Sie beim Kauf darauf, dass Sie genug Platz haben für folgende Utensilien:

  • Teststreifen
  • Blutzuckermessgerät
  • Stechhilfe
  • Insulinpens
  • Fach für Traubenzucker
  • Kühltasche für die Insulinaufbewahrung

Diabetes heilen

Ist Diabetes heilbar? Diese Frage stellt sich wohl jeder, der an Diabetes erkrankt ist. Beim Typ-2-Diabetes mehren sich die Anzeichen, dass er unter Umständen heilbar ist. Eine Heilung von Diabetes könnte durch eine spezielle Diät erzielt werden, die aber unter ärztlicher Begleitung durchgeführt werden muss.

Anders ist es beim Typ-1-Diabetes. Dieser gilt derzeit als nicht heilbar. Hier müssten dazu die Attacken des körpereigenen Abwehrsystems auf die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse verhindert werden. Dafür fehlt der Medizin allerdings noch die geeignete Strategie.

Bei einem Typ-2-Diabetes gibt es zumindest die Aussicht auf eine Heilung auf Zeit. Zwei Erfolgsfaktoren können einen Typ-2-Diabetes im besten Fall positiv beeinflussen:

  1. Eine Ernährungsumstellung, die den Blutzuckerspiegel dauerhaft senkt.
  2. Ein Bewegungsprogramm, damit Muskeln aufgebaut werden und das Gewicht langfristig reduziert wird.

Helfen Homöopathie & Zimt bei Diabetes?

In den Versorgungsleitlinien zur Therapie eines Typ-2-Diabetes wird darauf hingewiesen, dass ein Wirksamkeitsnachweis fehlt: „Homöopathika oder andere ´alternativmedizinische Mittel´ (z. B. Zimt oder Zink) spielen in der Therapie des Diabetes mellitus keine Rolle. Vereinzelte klinische Untersuchungen können aufgrund mangelhafter Dokumentation und Methodik nicht als Beleg der Wirksamkeit von Homöopathika angesehen werden.“

Info

Bei Diabetes Diät machen?

Eine Diät bei Diabetes sollten Sie niemals beginnen, ohne vorher Ihren Arzt gefragt zu haben. Eine ärztliche Begleitung ist dabei sehr wichtig. Typ-1-Diabetiker sollten prinzipiell keine extreme Diät machen!

Diabetes vorbeugen

Gegen seine genetische Veranlagung kommt niemand von uns an. Einem Typ-1-Diabetes können Sie nicht vorbeugen. Und auch ein Typ-2-Diabetes lässt sich nicht immer verhindern. Aber wer sich viel bewegt, auf sein Gewicht achtet und sich gesund ernährt, kann eine Diabetes-Erkrankung (beim Typ-2-Diabetes) durchaus lange hinauszögern.

Ernährung bei Diabetes

Ernährung spielt bei einem Diabetes immer eine Rolle. Generell kann eine eiweißreiche und kohlenhydratarme Ernährung bei einem Typ-2-Diabetes gesundheitsfördernd sein:

  • Gesunde Ernährung: Eine gesunde Ernährung kann das Risiko eines Diabetes mindern oder den Ausbruch der Krankheit zumindest hinauszögern
  • Eiweißreiche und kohlenhydratarme Ernährung bei Diabetes senkt den Blutzuckerspiegel und den Blutdruck
  • Ausgewogene Erbährung: Eine ausgewogene Ernährung vermindert das Körpergewicht und beugt einer erneuten Gewichtszunahme vor
  • An Diabetes angepasste Ernährungsweisen verhindern Folgeerkrankungen wie z. B. das diabetische Fußsyndrom oder zögern sie zumindest weiter hinaus

Sie dürfen bei einer Diabetes-Erkrankung durchaus noch Zucker zu sich nehmen. Wichtig ist bei der Diabetes-Ernährung vielmehr, dass sie zu ca. 50 % aus Kohlenhydraten besteht. Vollkornprodukte sind besonders wichtig, denn sie lassen den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen.

Das sollte auf dem Essensplan von Diabetikern stehen

Ihr Essensplan bei Diabetes sollte deshalb ein paar wichtige Elemente enthalten:

  • Kalorienarme Nahrung
  • Ballaststoffe wie Vollkorn und Hülsenfrüchte, die länger sättigen
  • Viel Wasser und ungesüßte Getränke, eher keinen Alkohol.
  • Mehr pflanzliche als tierische Fette.
  • Möglichst nur drei Hauptmahlzeiten und als Zwischenmahlzeiten Obst oder Rohkost.
  • Süßigkeiten nur in Maßen

Diabetes & Diät

Eine Diät kann durchaus sinnvoll sein, um abzunehmen, denn die Gewichtsreduktion steht gerade beim Typ-2-Diabetes ganz oben auf der Wunschliste. Von Crash-Diäten ist allerdings abzuraten. Sie belasten den Körper sehr stark und führen auch nicht dauerhaft zu Erfolgen. Eine gesunde Ernährung ist viel wichtiger – und führt auch zu einem langsamen, aber nachhaltigen Erfolg beim Abnehmen.

Diabetes & Obst

Auch Fruchtzucker ist Zucker! Achten Sie bei Ihren täglichen Obstportionen möglichst darauf, nicht nur Weintrauben oder Bananen zu essen – die enthalten viel Fruchtzucker und lassen den Blutzuckerspiegel rapide ansteigen. Günstiger sind Beeren, Papaya, Melone oder Aprikose.

Diabetes & Zimt

Zimt senkt den Blutzucker – sagen die Hersteller von Zimtpräparaten. Denn laut diesen konnten einzelne Studien solche blutzuckersenkenden Effekte zeigen. Fachexperten kritisieren jedoch, dass bei diesen Studien kein wissenschaftlicher Standard eingehalten und somit kein Wirksamkeitsnachweis erbracht wurde. Zimt ist daher nach aktueller Behandlungsleitlinie ungeeignet zur Diabetestherapie.

Diabetes & Stevia

Stevia ist eine Pflanze, die mehr als 200- bis 300-fach süßer ist als Zucker – und praktisch keine Kalorien enthält. Insofern ist Stevia kein Wundermittel, sondern einfach ein Zuckerersatzstoff. Sie können es also genauso nutzen wie jeden anderen Süßstoff.

Info

Was machen Kohlenhydrate in unserem Körper?

Die Kohlenhydrate sind jene Nahrungsbestandteile, die bei der Verdauung in Zucker verwandelt werden und den Blutzucker erhöhen. Deshalb müssen Diabetiker, die Insulin spritzen, wissen, wie viele Kohlenhydrate sie zu sich genommen haben, damit sie die tägliche Insulinmenge darauf abstimmen können.

Info

Umrechnung in Broteinheiten (Beispiele)

Jedes Lebensmittel hat einen bestimmten Anteil an Kohlenhydraten und damit auch einen bestimmten Wert an Brot- bzw. Kohlenhydrateinheiten.

  • Ein Glas Milch verfügt über eine Broteinheit (BE).
  • Ein Apfel hat zwei Broteinheiten (2 BE).
  • 30 Gramm Fruchtgummi haben zwei Broteinheiten (2 BE).

Wenn Sie wissen, welche Nahrungsmittel wie viele Broteinheiten enthalten, können Sie diese auch austauschen.

Ernährungsplan bei Diabetes

Mit Ernährung lässt sich vieles regeln, auch ein Typ-2-Diabetes. Der Typ-1-Diabetes ist zwar nicht durch die Ernährung zu beeinflussen, aber wenn Sie betroffen sind, müssen Sie auch darauf achten, wie viele Kohlenhydrate in Ihrer Ernährung stecken.

 

Info

Kohlenhydrate bestimmen Insulinwert

Besonders für Typ-1-Diabetiker ist die Menge an Kohlenhydraten, die in ihrem Essen steckt, relevant. Sie bestimmt maßgeblich, wie viel Insulin verabreicht werden muss, damit die Blutzuckerwerte im Normbereich bleiben. Die Faustformel lautet: Eine Brot- oder Kohlenhydrateinheit lässt den Blutzuckerspiegel um 25 – 40 mg/dl ansteigen.

 

Auch wenn Sie keine Brot- oder Kohlenhydrateinheiten berechnen müssen, weil Sie kein Insulin brauchen, sollten Sie streng auf Ihre Ernährung achten: Essen Sie stets gesund, abwechslungsreich und nicht zu kalorienreich. Dies wird Ihnen jeder Arzt empfehlen, wenn er bei Ihnen einen Typ-2-Diabetes festgestellt hat. Doch was heißt das konkret?

Diabetes-Schulung

Bei jeder Diabetiker-Schulung steht das Thema „Gesunde Ernährung“ ganz weit oben. Sie sollten deshalb gleich nach der Diabetes-Typ-2-Diagnose eine Ernährungsberatung aufsuchen. Ihr Arzt wird Ihnen mit Sicherheit eine Ernährungsschulung vermitteln können.

Diabetes-Tagebuch

Wenn Sie täglich Ihren Blutzuckerwert bestimmen, vielleicht auch noch den Blutdruck messen und ohnehin Broteinheiten berechnen, kommen ganz schön viele Daten zusammen. Daten, die Sie zur eigenen Kontrolle brauchen und auch für das nächste Arztgespräch. Diese Daten können/sollten Sie erheben:

  • Blutzuckerwert
  • Blutdruck
  • Insulinmenge
  • Brot- bzw. Kohlenhydrateinheiten
Info

Seien Sie Ihr eigener Diabetes-Experte

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Werte Sie wie oft feststellen sollten. So haben Sie eine gute Grundlage für gemeinsame Gespräche und Therapiewahlmöglichkeiten. Schließlich sind Sie selbst der wichtigste Experte für Ihren Diabetes. Nehmen Sie diese Rolle aktiv an und gestalten Sie sie.

Im Internet gibt es kostenlose Vordrucke für Diabetes-Tagebücher. Noch innovativer und vielleicht für Sie richtig komfortabel, sind Apps für Diabetiker. So werden am Bochumer Zentrum für Telematik und Telemedizin inzwischen Diabetes-Apps überprüft und zertifiziert. Mit diesem Gütesiegel sind Sie als Diabetiker dann auf der sicheren Seite. So gibt es von der Firma Braun aus Melsungen das „Omnitest Diabetes Tagebuch“. Es richtet sich an Diabetiker, die mit Diät, Tabletten und/oder Insulintherapie behandelt werden.

Eine weitere Tagebuch-App ist SiDiary von der Sinovo GmbH. Nähere Informationen über diese und weitere Apps gibt es im Internet unter https://www.diadigital.de/apps-mit-siegel/

Leben mit der Diagnose Diabetes

Das Leben mit Diabetes muss keinesfalls eingeschränkter sein als das Leben ohne. Dank moderner Therapien können Diabetiker ein weitgehend normales Leben führen. Es gibt auch eine Fülle von Hilfen für Diabetiker – und Sie sollten nicht zögern, diese anzunehmen:

  • Diabetes-Selbsthilfegruppen: gibt es in jeder größeren Stadt. Fragen Sie einfach einmal Ihren Arzt.
  • Kuren für Diabetiker: Kuren werden u.a. in speziellen Rehakliniken angeboten.
  • Diabetes-Schulung: Erkundigen Sie sich nach einer Schulung, die von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft zertifiziert wurde.
Info

Diabetes-Leitlinien

Diabetes ist ein wachsendes Problem in unserer Gesellschaft. Die Forschung setzt sich intensiv mit dem Verständnis und den Heilungs- bzw. Therapiemöglichkeiten auseinander. Aktuelles Wissen rund um Diagnostik, Prophylaxe, Therapie, Klassifikationen etc. enthalten die Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft: https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/leitlinien.html

Sport bei Diabetes

Bewegung, auch Sport, ist ein wesentlicher Therapiebestandteil bei Diabetes. Allerdings müssen Sie ein paar Dinge beachten, wenn Sie Sport treiben:

  • Beraten Sie sich mit Ihrem Arzt, welcher Sport für Sie in Frage kommt.
  • Beginnen Sie nicht gleich mit einem olympiareifen Trainingsprogramm, sondern lassen Sie es langsam angehen.
  • Erkundigen Sie sich, ob es in Ihrer Stadt Diabetes-Sportgruppen gibt.
Info

Blutwerte beim Sport beobachten

Jede körperliche Anstrengung wirkt auch auf den Blutzuckerspiegel. Deshalb sollten Sie Ihre Werte gerade beim Sport sehr genau beobachten. Evtl. müssen Sie das Insulin oder die Kohlenhydratmengen anders dosieren als sonst.

Reisen mit Diabetes

Reisen können Sie auch als Diabetiker – so lange und so oft Sie wollen. Wichtig ist allerdings, dass Sie immer alles zur Hand haben, was Sie für Ihre Diabetes-Behandlung brauchen.

Beachten Sie folgende Vorsichtsmaßnahmen:

 

  • Bei Reisen in ferne Länder vorher Impfmöglichkeiten in Betracht ziehen
  • Auslands-Krankenversicherung abschließen
  • Zeitverschiebungen bei Fernreisen beachten und die Insulinmenge darauf abstimmen
  • Thrombose-Prophylaxe während langer Auto- bzw. Flugreisen
  • Blutzuckerwerte häufiger als daheim kontrollieren
  • Genügend Insulin und andere Medikamente mitnehmen und die Möglichkeit des Kühllagerns sicherstellen

Diabetes & Schwerbehinderung

Als Diabetiker haben Sie Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis, wenn Sie einen GdB (Grad der Behinderung) von 50 aufweisen können. Dies ist der Fall, wenn Sie

  • mindestens vier Insulininjektionen pro Tag brauchen;
  • die Insulindosis selbstständig anpassen können;
  • wegen des Diabetes gravierend und erheblich in Ihrer Lebensführung eingeschränkt sind.
Info

Was sind gravierende Einschnitte in der Lebensführung?

„Gravierende und erhebliche Einschnitte in der Lebensführung“ sind z. B. eine Unterschenkel-Amputation oder wiederkehrende schwere Unterzuckerungen, die Sie berufsunfähig machen.

Tipp
Nutzen Sie den Pflegegradrechner von pflege.de

Menschen mit körperlicher Einschränkung wissen oft nicht, dass sie einen gesetzlichen Anspruch auf Unterstützung bspw. bei der Wohnraumanpassung haben (etwa beim Umbau Wanne zur Dusche oder Einbau eines Treppenlifts). Dazu benötigen sie einen Pflegegrad. Nutzen Sie den kostenfreien Pflegegradrechner von pflege.de und gelangen Sie in nur wenigen Schritten zu Ihrem persönlichen Ergebnis.

 

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

/ 5 Bewertungen

Sie haben bereits bewertet.
Vielen Dank! Haben Sie noch Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge?
Vielen Dank für Ihre Anmerkungen!
Erstelldatum: .03.709102|Zuletzt geändert: .5.809102
Bildquelle©istock.com/Dissoid
Quellehttp://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Evidenzbasierte_Leitlinien/NVL_Typ-2_Therapie-lang_Apr_2014.pdf
Abbildung
Services
Einfach, schnell und kostenlos zum persönlichen Ergebnis
Treppenlift Vergleich
Services
Treppenlift-Angebote vergleichen & bis zu 30% sparen
Abbildung
Services
Barrierefreie Dusche in wenigen Stunden. So einfach geht es!
Diabetes Ursachen
Ratgeber
Ursachen & Behandlungsmöglichkeiten von Diabetes mellitus
Notruflotse Serviceteaser
Services
Der Notruflotse - Geräte, Anbieter & Preise vergleichen!
Alltagsbegleiter / Betreuungsassistent
Ratgeber
Alltagsbegleiter und Betreuungsassistent
Das macht Seniorenassistentin
Interview
Das macht eine Senioren-Assistentin
Pflegeberatung Paragraph 37.3
Services
Kostenlose Pflegeberatung - Pflicht bei Pflegegeld-Bezug!
Abbildung
Services
Vergleiche, Beratung & mehr. Alle Services im Überblick.
Diabetischer Fuß
Ratgeber
Was ist ein diabetischer Fuß und was kann man dagegen tun?
Abbildung
Services
Liebevolle 24-Stunden-Pflege für zu Hause
Das könnte Sie auch interessieren