Definition: Oberschenkelhalsbruch
Ein Oberschenkelhalsbruch, auch Schenkelhalsfraktur oder Femurhalsfraktur, ist eine sogenannte hüftgelenknahe Fraktur im Bereich des Oberschenkelhalses. Dieser liegt direkt unterhalb des Hüftgelenkkopfes und ist – wie auch der Gelenkkopf selbst – von einer festen Bindegewebsschicht umschlossen, der Gelenkkapsel.
Vor allem ältere Menschen laufen Gefahr, im Bereich des Hüftgelenkes einen Bruch zuzuziehen, weil sie zum einen aufgrund abnehmender Mobilität und schlechter werdender Balance häufiger stürzen. Zum anderen nimmt die Knochendichte mit dem Alter ab, was das Risiko für einen Bruch erhöht.
Oberschenkelhalsbruch versus Oberschenkelbruch
Bei einem Oberschenkelhalsbruch bricht das kurze Knochenstück zwischen dem kugeligen Oberschenkelkopf und dem großen Rollhügel. Dieser Bereich wird auch Femurhals genannt. Liegt der Bruch darunter, ist es ein Oberschenkelbruch – also ohne „hals“ – medizinisch Femurfraktur. Alle Brüche in der Nähe des Hüftgelenks werden in der Gruppe der hüftgelenknahen Frakturen zusammengefasst.
Aufbau vom Oberschenkelknochen
Der Oberschenkelknochen (Femur) ist der längste und stärkste Knochen des menschlichen Skeletts. Er besteht aus einem Oberschenkelkopf oder auch Hüftkopf (1), der zusammen mit dem Beckenknochen das Hüftgelenk bildet.
Umschlossen wird das Gelenk von der Gelenkkapsel (2), die es stabilisiert und schützt. Innerhalb der Kapsel liegt der Gelenkspalt mit Gelenkflüssigkeit (3). Diese Flüssigkeit versorgt den Gelenkknorpel mit Nährstoffen und sorgt dafür, dass Hüftkopf und Hüftpfanne reibungsarm aneinander gleiten können.
Direkt unter dem Hüftkopf liegt der schmalere, leicht abgewinkelte Oberschenkelhals (4). Am Übergang zum Schaft setzt seitlich der große Rollhügel an (5), an der Innenseite der kleine Rollhügel (6). Beide dienen als Ansatzpunkte wichtiger Hüftmuskeln.
Der Schenkelhals (7) selbst verbindet Hüftkopf und Oberschenkelschaft und ist genau die Stelle, die bei einem Oberschenkelhalsbruch typischerweise betroffen ist.(1)

Aufbau des Hüftgelenks und Oberschenkelhalses
Oberschenkelhalsbruch: Formen
Je nachdem wo der Oberschenkelhalsknochen gebrochen ist, unterscheiden Fachleute zwischen zwei Formen der Femurhalsfraktur:
- Mediale Oberschenkelhalsfraktur, dann befindet sich der Bruch im Bereich der Gelenkkapsel.
- Laterale Oberschenkelhalsfraktur, hier ist der Knochen außerhalb der Gelenkkapsel gebrochen.
Tritt die laterale Oberschenkelhalsfraktur weiter unten auf, wird diese Form auch als pertrochantäre Femurfraktur bezeichnet, also im Bereich des Rollhügels. Unterhalb des großen und kleinen Rollhügels heißt der Bruch subtrochantäre Femurfraktur.
Die Lage des Bruches ist entscheidend, weil es sich maßgeblich auf die therapeutischen Maßnahmen auswirkt.

Formen von hüftnahen Brüchen
Symptome bei Oberschenkelhalsbruch
Ein Oberschenkelhalsbruch wird in der Regel von starken Schmerzen in Hüfte und Leiste begleitet. Der Schmerz kann auch bis ins Bein oder Becken ausstrahlen. Meist können die Betroffenen das Bein nicht bewegen, ohne dass es noch mehr weh tut.
Weitere mögliche Symptome eines Oberschenkelhalsbruchs sind:(2)
- Verkürzung des betroffenen Beines
- Nach außen verdrehtes Bein
- Blutergüsse und Schwellungen im Bereich der Hüfte
Oberschenkelhalsbruch ohne Schmerzen?
Unter bestimmten Umständen kann ein Oberschenkelhalsbruch zunächst nahezu schmerzfrei bleiben.
Dafür gibt es folgende Gründe:
- Es liegt ein eingestauchter Bruch vor, bei dem die Knochenteile fest ineinander verkeilt sind und deshalb kaum Schmerzreize aussenden.
- Manchmal haben ältere Patienten – insbesondere mit Demenz oder kognitiven Einschränkungen – eine eingeschränkte Schmerzwahrnehmung.
- Bei Erkrankungen wie einem fortgeschrittenen Diabetes mellitus können Nervenschädigungen (Polyneuropathie) das Schmerzempfinden unterdrücken.
Eine verzögerte Behandlung erhöht das Risiko für schwere Komplikationen und Todesfälle. Achten Sie deshalb als Angehöriger auf Anzeichen, wie Schwellungen und Blutergüsse im Hüftbereich, Gangunsicherheiten, leichtes Hinken oder die betroffene Person es vermeidet, das Bein zu belasten.(3)
Was tun bei Verdacht auf Oberschenkelhalsbruch?
Bei einem Oberschenkelhalsbruch heißt es vor allem: schnell handeln. Je eher die betroffene Person behandelt wird, desto geringer ist das Risiko für Folgeschäden. Deshalb legt der Gemeinsame Bundesausschusses (G-BA) in einer Richtlinie fest, dass innerhalb von 24 Stunden operiert werden muss, wenn es der Gesundheitszustand des Patienten zulässt.(4)
So verhalten Sie sich im Ernstfall:
- Wählen Sie den Notruf (112) und schildern Sie die Situation.
- Sorgen Sie dafür, dass sich die Person möglichst nicht bewegt.
- Legen Sie ihr ein Kissen oder eine andere geeignete Polsterung unter den Kopf und decken Sie sie gegebenenfalls zu, damit sie nicht auskühlt.
- Wirken Sie beruhigend auf sie ein bis der Notarzt kommt.
- Beobachten Sie Bewusstsein und Atmung der Person.
- Geben Sie ihr außerdem weder zu essen oder zu trinken noch irgendwelche Schmerzmittel, da bei fast allen Fällen zeitnah operiert wird.
Gehen Sie immer zum Arzt
Auch wenn die betroffene Person nach einem Sturz keine starken Schmerzen verspürt, sollten Sie mit ihr einen Arzt aufsuchen. Manchmal spielen insbesondere Senioren ihre Schmerzen herunter, um mögliche Konsequenzen wie etwa eine Operation zu vermeiden. Viele haben Angst, danach in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt zu sein. Auch wollen viele nicht ihr Zuhause verlassen.
Betonen Sie als Angehöriger daher im Gespräch, wie wichtig es ist, dass die verletzte Stelle schnell untersucht wird, um eine unkomplizierte Heilung zu ermöglichen.
Ursachen und Risiken für einen Oberschenkelhalsbruch
Hauptverantwortlich für einen Oberschenkelhalsbruch sind Stürze auf die Hüfte. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko sowohl für Stürze als auch für Knochenbrüche. Dafür gibt es verschiedene Gründe.
Risikofaktoren im Alter
Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die einen Oberschenkelhalsbruch insbesondere bei älteren Menschen begünstigen:
- Abnehmende Kraft, Balance und Koordination
- Nebenwirkungen beziehungsweise Wechselwirkungen von Medikamenten
- Stolperfallen im Wohnraum
- Schlechtes Wetter (erhöhte Rutschgefahr bei Kälte und Nässe)
- Krankheiten im Alter oder gesundheitliche Einschränkungen, wie etwa Sehstörungen, Schwindel, Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Neurologische Störungen wie Multiple Sklerose oder Parkinson
- Stoffwechselstörungen wie Osteoporose oder Diabetes mellitus
Diagnose eines Oberschenkelhalsbruchs
In den meisten Fällen handelt es sich bei einer Schenkelhalsfraktur um einen Notfall. Die Diagnose erfolgt deshalb im Krankenhaus nach einem festen und schnellen Ablauf:(5)
- Anamnese: Wann und wie ist die Person gestürzt? Wo tut es weh und wie stark sind die Schmerzen? Gibt es Vorerkrankungen und welche Medikamente muss sie einnehmen?
- Körperliche Untersuchung: Unter anderem werden neben den Vitalzeichen Fehlstellung, Druck- und Bewegungsschmerz sowie Blutergüsse und Schwellungen abgeklärt.
- Bildgebende Diagnostik: Ein Röntgenbild zeigt, ob tatsächlich eine Fraktur vorliegt, wo genau sie liegt und ob es sich um einen komplizierten Bruch handelt.
- Zusätzliche Bildgebung: Eine Computertomografie (CT) gibt Aufschluss über Art und genauen Ort der Fraktur. Selten wird auf eine Magnetresonanztomografie (MRT) zurückgegriffen.
Therapie eines Oberschenkelhalsbruchs
Ziel der Behandlung eines Oberschenkelhalsbruchs ist, die Lebensqualität der betroffenen Person zu erhalten. Gleichzeitig sollen Komplikationen sowie funktionelle Einschränkungen möglichst geringgehalten werden.
Es gibt zwei Wege der Therapie bei einer Schenkelhalsfraktur: Die konservative Behandlung ohne Operation, und eine Operation.
Die OP am Oberschenkelhals gehört zum medizinischen Alltag. Die konservative Behandlung ist dagegen eher die Ausnahme. Sie kommt nur in speziellen Fällen zum Einsatz, etwa wenn schwere Vorerkrankungen eine Narkose unmöglich machen.
Ohne Operation kann es bis zu sechs Wochen dauern, bis der Bruch verheilt ist. In dieser Zeit drohen älteren Patienten körperlicher Abbau und ein erhöhtes Sterberisiko. Deshalb raten Fachleute fast immer zur Operation.
Operation eines Oberschenkelhalsbruchs
Je nachdem, an welcher Stelle der Oberschenkel nahe der Hüfte gebrochen ist, kommen zwei Operationstechniken zum Einsatz:
- Hüftkopferhaltende Methode (Osteosynthese)
- Hüftkopfersetzende Methode (Endoprothese)
Bei beiden Methoden gilt, dass die betroffene Person innerhalb von 24 Stunden nach dem Bruch operiert werden muss, um das Risiko für Komplikationen zu minimieren.(4)
Osteosynthese
Bei einer Osteosynthese wird der Bruch mit Platten, Schrauben, Dynamischen Hüftschraube (DHS) oder einem Nagel, dem sogenannten Marknagel, stabilisiert. Dabei bleibt der eigene Knochen erhalten.
Diese Operationstechnik kommt in der Regel zum Einsatz, wenn die hüftgelenknahe Fraktur außerhalb der Gelenkkapsel liegt (laterale Oberschenkelhalsfraktur). Denn dann ist die Blutversorgung zum Hüftkopf meist noch intakt und die Gefahr gering, dass der Knochen abstirbt.
Endoprothese
Besteht ein hohes Risiko, dass der Hüftkopf abstirbt, erfolgt eine Endoprothese. Das ist meist der Fall, wenn der Bruch innerhalb der Gelenkkapsel liegt (mediale Oberschenkelhalsfraktur).
Bei der Endoprothese ersetzt das Operationsteam den kaputten Hüftkopf entweder durch eine Hüft-Totalendoprothese, kurz Hüft-TEP, oder durch eine Teilprothese. Die Teilprothese ersetzt lediglich den kaputten Hüftkopf, die Hüftpfanne bleibt erhalten.
Geriatrische Mitbetreuung
Die meisten Menschen mit einem hüftnahen Bruch sind über 70 Jahre alt. Deshalb schreibt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) vor, dass Altersmediziner (Geriater) bei der Behandlung mit einbezogen werden müssen.(4)
Der Grund: Ältere Patienten haben häufig noch weitere Erkrankungen, die berücksichtigt werden müssen. Während der Unfallchirurg sich um die Oberschenkelhals-OP kümmert, hat der Geriater beispielsweise die Schmerztherapie, das Flüssigkeits-, Ernährungs- und Medikamentenmanagement sowie die Mobilisation im Blick.
Oberschenkelhalsbruch: Dauer
Wie lange ein Patient braucht, um sich von einem Oberschenkelhalsbruch zu erholen, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Dazu gehören:
- Art und Lage des Bruches
- Behandlungsmethode
- Alter
- Körperliche Aktivität
Bei ansonsten gesunden Erwachsenen unter 65 Jahren geht man bei einer hüftkopferhaltenden Therapie von einer Heilungsdauer von etwa 4 bis 6 Monaten aus. Nach einer hüftkopfersetzenden Operation können die Betroffenen oft bereits nach 6 bis 12 Wochen wieder ohne Gehhilfe gehen.
Mit zunehmendem Alter und damit einhergehenden Erkrankungen, wie beispielsweise Osteoporose, kann sich die vollständige Behandlungs- und Rehabilitationsdauer auf über ein Jahr strecken.
Mögliche Komplikationen bei einem Oberschenkelhalsbruch
„Komplikation“ bedeutet im medizinischen Kontext eine unerwünschte Folge oder ein zusätzliches Problem, das im Verlauf einer Erkrankung, Verletzung oder Behandlung auftritt und den Heilungsprozess erschwert oder verzögert.
Allgemein gilt: Je gebrechlicher ein Patient, desto höher ist das Risiko für Komplikationen.
Ein großes Problem bei älteren Menschen ist, dass sie sich nach einer Oberschenkelhals-OP zu lange schonen. Je weniger sie sich aber bewegen, desto mehr baut der Körper nicht nur Muskelmasse ab.
Auch bestimmte Erkrankungen können bei längerer Bettlägerigkeit entstehen, zum Beispiel:
- Dekubitus (Wundliegen)
- Thrombose (Blutgerinnsel)
- Embolie (Verstopfung von Blutgefäßen)
- Pneumonie (Lungenentzündung)
Komplikationen bei Osteosynthese
Bei hüftkopferhaltenden Operationen (Osteosynthese) kann es sein, dass der Knochen nicht ausreichend durchblutet wird und mit der Zeit abstirbt (Hüftkopfnekrose). Dann muss nachträglich doch eine Prothese eingesetzt werden.
Komplikationen bei Endoprothese
Wurde eine Endoprothese durchgeführt, können dagegen folgende Komplikationen auftreten:
- Nachblutungen
- Wundheilungsstörungen
- Nervenverletzung
- Gefäßverletzungen
- Infektion des künstlichen Gelenks und Knochens mit Bakterien
Sterblichkeit bei Oberschenkelhalsbruch
Innerhalb eines Jahres nach einem hüftnahen Bruch sterben etwa 11 bis 29 Prozent der älteren Betroffenen. Grund dafür ist in der Regel nicht die Fraktur selbst, sondern Komplikationen, die nach der Operation auftreten, wie zum Beispiel eine Lungenentzündung.(3)
Wird die Operation verzögert, steigt das Sterberisiko zusätzlich. Deshalb gilt die 24-Stunden-Regel: zwischen Sturz und Operation dürfen nicht mehr als 24 Stunden liegen.(4)
Auch Frühmobilisation nach der OP, idealerweise schon nach einem Tag, kann die Überlebenschancen erhöhen. Dadurch bleiben die Muskeln erhalten, der Kreislauf wird angeregt und die Beweglichkeit gefördert.
Reha und Verhalten nach einem Oberschenkelhalsbruch
Die Rehabilitation nach einer Femurhals-OP bei älteren Menschen gliedert sich in drei aufeinanderfolgende Phasen:
- Geriatrische Frührehabilitation
- Anschlussheilbehandlung (AHB)
- Nachsorge
Geriatrische Frührehabilitation
Diese Phase beginnt bereits an Tag 1 nach der OP im Krankenhaus. Sie reicht von der ersten Mobilisation an der Bettkante über Stehversuche bis hin zu den ersten Schritten.
Auch Übungen zur Stärkung der Alltagskompetenzen, wie das selbstständige Waschen oder das Aufstehen aus dem Bett, sind Teile der Frühreha.
Anschlussheilbehandlung
Die Anschlussheilbehandlung, kurz AHB, erfolgt, nachdem der Patient aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Sie kann stationär in einer Reha-Klinik oder ambulant in einer Tagesklinik stattfinden und dauert in der Regel drei Wochen.
Hier absolviert der Patient intensives physiotherapeutisch begleitetes Training, wie etwa Einzel- und Gruppengymnastik, Gangschulung sowie gezielten Muskelaufbau. Darüber hinaus erarbeiten Ergotherapeuten mit ihm, wie er weiterhin sicher durch den Alltag kommt.
Nachsorge
Zurück zu Hause ist der Heilungsprozess noch nicht abgeschlossen. Weitere Physio- und Ergotherapie stehen dann ebenso auf dem Programm wie eine Wohnraumanpassung vor allem zur Sturzprophylaxe.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Oberschenkelhalsbruch?
Ein Oberschenkelhalsbruch, auch Schenkelhalsfraktur oder Femurhalsfraktur, gehört zu den hüftgelenknahen Frakturen. Der Oberschenkelhals liegt direkt unterhalb des Hüftgelenkkopfes.
Was ist der Unterschied zwischen einem Oberschenkelhalsbruch und einer Femurfraktur?
Eine Femurfraktur beschreibt allgemein einen Bruch des Oberschenkels (medizinisch Femur). Der Oberschenkelhalsbruch betrifft ausschließlich den Bereich des Oberschenkelhalses, also den schmaleren Knochen zwischen Hüftkopf und großem Rollhügel.
Wo tut es weh bei einem Oberschenkelhalsbruch?
Ein Oberschenkelhalsbruch wird meist von starken Schmerzen in Hüfte und Leiste begleitet, die bis ins Bein oder Becken ausstrahlen können. Dabei kann der Betroffene das Bein nicht bewegen, ohne dass die Schmerzen noch schlimmer werden.
Kann man mit einem Oberschenkelhalsbruch noch laufen?
Nein, in den meisten Fällen verhindern die starken Schmerzen, die ein Oberschenkelhalsbruch verursachen, dass Sie mit dem betroffenen Bein noch auftreten können. Lediglich ein stark eingestauchter Bruch, bei dem die Knochenteile fest ineinander verkeilt sind, tut das Laufen nicht so sehr weh.
Wie wird ein Oberschenkelhalsbruch versorgt?
In den meisten Fällen wird ein Oberschenkelhalsbruch innerhalb von 24 Stunden nach dem Bruch operiert. Wenn der Oberschenkelkopf noch gut durchblutet ist, führen die Chirurgen die hüftkopferhaltende Methode (Osteosynthese) durch. Dabei wird der Hüftkopf mit Schrauben und Platten fixiert. Ist die Durchblutung vermindert, wird der Hüftkopf durch eine Total- oder Teilprothese ersetzt (Endoprothese).
Warum muss ein Oberschenkelhalsbruch sofort operiert werden?
Wird ein Oberschenkelhalsbruch nicht innerhalb der nächsten 24 Stunden operiert, können schwerwiegende Liegekomplikationen auftreten, wie beispielsweise eine Thrombose oder Lungenentzündung. Sie erhöhen die Sterblichkeitsrate. Deshalb hat der Gemeinsame Bundesausschuss, kurz GBA, diese Regel in einer Richtlinie festgeschrieben.
Wie lange ist man nach einem Oberschenkelhalsbruch im Krankenhaus?
Nach einer Operation einer hüftnahen Oberschenkelfraktur müssen Sie 7 bis 14 Tage im Krankenhaus bleiben. Die tatsächliche Dauer hängt von Ihrem individuellen Heilungsprozess und Ihrer allgemeinen Konstitution ab. Im Anschluss erfolgt dann in der Regel direkt die dreiwöchige Rehabilitation.
Wie lange dauert die Reha bei einem Oberschenkelhalsbruch?
Nach dem Krankenhausaufenthalt aufgrund einer hüftnahen Femurfraktur erfolgt eine stationäre oder ambulante Reha. Sie dauert mindestens drei Wochen, kann aber verlängert werden, wenn es medizinisch notwendig ist.
Wie lange dauert es, bis man nach einem Oberschenkelhalsbruch wieder laufen kann?
Im Rahmen der Frühmobilisation werden Sie bereits am ersten Tag nach der Operation die ersten Schritte an Gehstützen oder dem Rollator machen. Wann Sie wieder ohne Gehhilfe laufen können, hängt davon ab, ob Sie eine Prothese (Endoprothese) erhalten haben oder der Bruch mit Platten oder Schrauben fixiert wurde (Osteosynthese). Nach einer Endoprothese können Sie oft bereits nach 6 bis 12 Wochen wieder normal laufen, nach einer Osteosynthese kann es 3 bis 6 Monate dauern.
Wie hoch ist die Sterblichkeitsrate bei einem Oberschenkelhalsbruch?
Bei älteren Menschen liegt die 1-Jahres-Sterblichkeit nach einem Oberschenkelhalsbruch bei 11 bis 29 Prozent. Dabei versterben die Menschen nicht an dem Bruch selbst, sondern an Komplikationen, die nach einer Operation auftreten können, wie beispielsweise eine Lungenentzündung oder Thrombose.





