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Themenwelt Inkontinenzmaterial

Inkontinente Personen leben ständig in der Scham, sich unterwegs einzunässen, ziehen sich daher immer mehr zurück und versuchen sich mit Tricks und ungeeigneten Mitteln selbst zu helfen. Doch das muss nicht sein. Neben modernen Therapieverfahren helfen Inkontinenzprodukte unterschiedlicher Art dabei, das Leben mit Inkontinenz besser zu meistern und Folgeerkrankungen zu vermeiden. pflege.de stellt unterschiedliche Inkontinenzartikel vor und erklärt, welches Hilfsmittel bei Inkontinenz im individuellen Fall das richtige sein kann.

Inkontinenzmaterial: Artikel & Produkte zur Inkontinenzversorgung

Inhaltsverzeichnis

WICHTIGER HINWEIS: Bedenken Sie bitte, dass Inkontinenzhilfsmittel eine Behandlung nur ergänzen und niemals ersetzen sollten.

Das richtige Hilfsmittel für jeden Zweck

Trotz vielfältiger Therapien dauert es bei manchen Menschen etwas länger, die Inkontinenz zu behandeln – und für diese Behandlungsphase brauchen sie das richtige Inkontinenzmaterial. Für jede Form und jede Ursache von Inkontinenz gibt es die passenden Inkontinenzartikel, die dafür sorgen, dass die Betroffenen ihr Leben unbeschwert genießen können und auf gesellschaftliche Ereignisse nicht verzichten müssen.

Dabei sollte sich nicht der Betroffene in seinem Tagesablauf an der Leistungsfähigkeit eines Inkontinenzprodukts orientieren, sondern er sollte ein Hilfsmittel wählen, das am besten zu seinen Aktivitäten im Alltag passt.

Welche Inkontinenzhilfsmittel sich am besten eignen, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Wie viel Sicherheit wünscht sich der Betroffene?
  • Welche Art der Inkontinenz liegt vor: Harninkontinenz und/oder Stuhlinkontinenz?
  • Wieviel Harn wird unkontrolliert ausgeschieden?
  • Wann tritt die Inkontinenz auf (z. B. nur nachts)?
  • Ist der Betroffene noch mobil und beweglich?
  • Kann der Betroffene aufgrund seiner geistigen und körperlichen Verfassung die Inkontinenzversorgung selbst vornehmen?
  • Wie empfindlich sind die umliegenden Hautpartien (Hautreizungen, Wunden, Druckstellen)?
Info

Welche Inkontinenzhilfsmittel gibt es?

  • Windeln oder Einlagen saugen den Harn auf und binden ihn in ihrem Gewebe.
  • Funktionell-anatomische Hilfsmittel unterstützen die natürliche Haltefunktion.
  • Für eingeschränkt bewegliche Menschen eignen sich Toilettenhilfen.
  • Ableitende Hilfsmittel leiten den Harn aus den Harnwegen in einen Behälter.
  • Hygiene- und Qualitätshilfsmittel schützen die Haut und vermeiden Infektionen.
  • Hygiene-Hilfsmittel für pflegende Angehörige: Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sind zwar keine unmittelbaren Inkontinenzhilfen, jedoch unterstützen sie pflegende Angehörige dabei, die Konsequenzen von Harnverlust zu behandeln.

Hilfsmittel bei Inkontinenz im Überblick

Manche Personen kommen mit funktionell-anatomischen Inkontinenz-Hilfsmitteln gut zurecht, die das natürliche Haltevermögen des Harn- und Geschlechtstrakts verbessern, andere wiederum profitieren von Toilettenhilfen wie Toilettensitzen oder Urinflaschen, wenn sie für konventionelle Toiletten nicht mehr beweglich genug sind und nur deswegen etwas daneben geht. Betroffene, die keine Kontrolle mehr über ihre Harnfunktion haben, sind eventuell mit ableitenden Hilfsmitteln, wie einem Katheterverfahren, besser bedient.

Folgende Anforderungen sollten Inkontinenzprodukte erfüllen:

  • Inkontinenzprodukte dürfen nicht rutschen.
  • Inkontinenz-Hilfsmittel sollten gut hautverträglich sein.
  • Inkontinenzprodukte sollten die Selbstständigkeit des Betroffenen erhalten und eine einfache Handhabung erlauben.
  • Hilfsmittel sollten keine Geräusche wie etwas ein Rascheln erzeugen.
  • Inkontinenzartikel sollten sich nicht unter der Kleidung abzeichnen und Gerüche sicher verschließen.
Tipp

Ein Produkt allein wird nur selten allen Ansprüchen des Alltags gleichermaßen gerecht werden. Legen Sie sich daher besser ein Sortiment aus verschiedenen Inkontinenzartikeln zu. So stehen eventuell tagsüber im Büro Faktoren wie Geruchssicherheit und Tragekomfort im Vordergrund, während nachts Einlagen mit größerer Saugkraft nötig sind.

 

Grundsätzlich kann man zwischen folgenden Inkontinenz-Hilfsmitteln unterscheiden:

  1. Aufsaugende Hilfsmittel
  2. Funktionell-anatomische Hilfsmittel
  3. Toilettenhilfen
  4. Ableitende Hilfsmittel
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1. Aufsaugende Hilfsmittel bei Inkontinenz

Am weit verbreitetsten sind aufsaugende Hilfsmittel. Dazu gehören:

Man unterteilt diese Produkte außerdem in einteilige Systeme, also Inkontinenzschutzhosen oder -slips, und zweiteilige Systeme, bestehend aus Vorlage und Netzhose. Außerdem kann zwischen Einweg- oder Mehrwegprodukten gewählt werden. All diese Hilfsmittel saugen dank moderner Inkontinenzmaterialien nicht nur Feuchtigkeit auf, sondern verhindern auch unangenehme Gerüche und Hautreizungen. Als weitere Unterstützung zur Versorgung einer Inkontinenz können neben Windeln, Einlagen und Vorlagen nachts Inkontinenzauflagen für die Matratze eine hilfreiche Ergänzung sein.

  • Aufbau von aufsaugenden Hilfsmitteln bei Inkontinenz

Alle aufsaugenden Inkontinenzhilfsmittel sind ähnlich aufgebaut und bieten Hilfe bei Inkontinenz:

Auf der körperabgewandten Seite besitzen sie in der Regel eine Außenfolie, zum Beispiel aus Polyethylen, die Wäsche und Kleidung vor Verschmutzung schützt. Auf der körperzugewandten Seite sorgt ein weiches Oberflächenvlies für ein angenehmes Hautgefühl und leitet die Flüssigkeit rasch an den Saugkern weiter. Dieser besteht aus einem Gemisch aus Zellstoff und einem speziellen Flüssigkeitsbinder, dem Superabsorber. Ihm ist es zu verdanken, dass Windeln seit Anfang der 80iger Jahre um mehr als die Hälfte dünner und leichter wurden. Denn der Superabsorber, der den Urin in Gel verwandelt, kann ein Vielfaches seines eigenen Volumens an Flüssigkeit binden und gibt sie auch bei Druck nicht wieder ab. Eltern werden das Wirkprinzip von Babywindeln kennen. Bei Inkontinenzslips oder -hosen verhindern zusätzlich elastische und nässeabweisende Bündchen an Bein- und Hüftabschluss das Auslaufen.

Info

Der Superabsorber

Der Superabsorber hat aber noch eine weitere Aufgabe: Er stoppt die Zersetzung des Harnstoffs durch Bakterien. Dadurch unterdrückt er nicht nur die Geruchsbildung, sondern schont auch den Säureschutzmantel der Haut. Hautirritationen oder -erkrankungen lassen sich auf diese Weise vermeiden. Dies macht die Anwendung aufsaugender Hilfsmittel für die Betroffenen deutlich angenehmer und weniger belastend und ermöglicht ihnen, weiterhin am sozialen Leben teilzuhaben.

Tipp

Aufsaugende Hilfsmittel eignen sich auch für das Toilettentraining: Ermuntern Sie sich oder Ihren inkontinenten Angehörigen doch, auf den Harndrang zu achten und in regelmäßigen Abständen zur Toilette zu gehen. Geht es doch einmal schief, ist es nicht schlimm, da der Urin zuverlässig aufgenommen wird.

  • Aufsaugende Hilfsmittel richtig einsetzen: das richtige Produkt für den richtigen Zweck

Oft reichen schon dünne Einlagen aus. In anderen Fällen empfehlen sich saugstärkere Produkte bis hin zu den dickeren und größeren Inkontinenzvorlagen mit Netzhosen / Fixierhosen sowie spezielle Slips und Inkontinenzhosen je nach Schweregrad der Inkontinenz. Die Windelhosen sind für die Nacht sowie für bettlägerige oder besonders unruhige Patienten, etwa bei Demenz, ideal. Speziell an den Männerkörper angepasst sind zum Beispiel verschiedene Penistaschen oder V-förmige Einlagen.

Bei Stuhlinkontinenz eignen sich die größeren Inkontinenzprodukte und vor allem die umschließenden Systeme wie Windeln oder Pants.

Tipp

Sie sind unsicher, welches Inkontinenzprodukt das richtige ist? Dann kann Ihnen sicher ein kostenloses Testpaket mit individuell für Sie, beziehungsweise Ihren Angehörigen, ausgewählten Produkten bei der Auswahl weiterhelfen.

  • Wichtiger Hinweis: Monatsbinden sind keine Alternative zu Inkontinenzartikeln

Manche Frauen versuchen, ihr Inkontinenzproblem mithilfe von Monatsbinden in den Griff zu bekommen. Obwohl Artikel zur Menstruationshygiene grundsätzlich ähnlich aufgebaut sind wie Inkontinenzprodukte, sollten Sie von dieser Lösung Abstand nehmen. Denn Monatsbinden sind für die Aufnahme von wenigen Millilitern Blut optimiert. Für Urin ist ihre Saugleistung daher zu gering. Damit sind sie keine verlässliche Hilfe bei Inkontinenz.

2. Funktionell-anatomische Hilfsmittel bei Inkontinenz

Manche Betroffene spüren ihren Harndrang zwar noch selbst, können den Urin aber nicht mehr zuverlässig einhalten. Als möglicher Grund hierfür kommt zum Beispiel eine schwache Beckenbodenmuskulatur, bei Frauen auch eine durch Schwangerschaft abgesenkte Gebärmutter in Frage. Auch bestimmte Krankheiten oder Operationen im Unterleib können dazu führen, dass Blasenschließmuskel oder Harnröhre nicht mehr optimal funktionieren. Für diese Fälle stehen verschiedene funktionell-anatomische Hilfsmittel zur Verfügung, welche die normale Blasenfunktion unterstützen.

  • Für Frauen mit Belastungsinkontinenz

Für Frauen mit Stressinkontinenz / Belastungsinkontinenz werden neben Inkontinenztampons aus speziellem Kunststoffschaum auch Ringpessare aus Silikon angeboten, welche unter dem Blasenhals liegen. Diese können maximal 29 Tage getragen, anschließend gereinigt und erneut verwendet werden. Eine weitere Möglichkeit bieten Harnröhren-Plugs („Harnröhrenstöpsel“). Bei diesem Einwegartikel wird ein individuell angepasster Schlauch aus Silikon mit einer Einführhilfe in die Harnröhre eingebracht. An seinem Ende befindet sich ein Ballon, der sich über die Einführhilfe entfalten lässt, um die Entleerung der Blase zu verhindern.

 

  • Für Männer mit leichter bis mittelschwerer Inkontinenz

Betroffenen Männern hilft ein Penisbändchen gegen ungewollten Harnverlust. Es besteht aus einem schmalen Klettband, welches durch einen kleinen Ballon leichten Druck auf die Harnröhre ausübt und diese dadurch verschließt. Zum Wasserlassen wird der Ballon vorsichtig entleert um den Druck wieder abzubauen.

  • Für Männer mit milder bis moderater Inkontinenz

Das Inkontinenzprodukt Penisklemme ist speziell für Männer mit leichter bis moderater Inkontinenz entwickelt. Dabei wird ungewollter Harnverlust verhindert ohne jedoch die Durchblutung im Penis zu beeinträchtigen. Die Penisklemme besteht aus einem flexiblen Kunststoffring, der ein elastisches Klettband in Position hält und auf die Harnröhre drückt.

3. Toilettenhilfen bei Inkontinenz

Nicht alle Patienten mit Inkontinenz sind noch so mobil, dass sie alleine eine gewöhnliche Toilette aufsuchen können. In diesem Fall kann eine Toilettenhilfe von Vorteil sein, für die Betroffene meist die Unterstützung ihrer Angehörigen brauchen.

Je nachdem, ob die Betroffenen noch in der Lage sind, das Bett zu verlassen und ihren Harndrang zu spüren oder zu kontrollieren, können hierbei Hilfsmittel wie Toilettenstühle, Urinflaschen, Steckbecken oder eine einfache Toilettensitzerhöhung zum Einsatz kommen.

4. Ableitende Hilfsmittel bei Inkontinenz

Wenn Betroffene die Kontrolle über ihren Harndrang vollständig verloren haben, bieten Toilettenhilfen oder funktionell-anatomische Hilfsmittel keine Entlastung mehr. Wenn zudem saugende Hilfsmittel nicht ausreichen oder aus anderen Gründen nicht infrage kommen, sind harnableitende Hilfsmittel eine mögliche Alternative. Es gibt invasive Systeme, die in den Körper eingeführt werden müssen, aber auch nicht-invasive Hilfsmittel, die von außen am Körper getragen werden. Beliebt sind insbesondere Katheter, denn sie stellen sicher, dass die Blase vollständig entleert wird. Mit einer leeren Blase trauen sich viele Menschen endlich wieder aus dem Haus, weil sie nicht Gefahr laufen, dass unterwegs etwas schiefgeht.

  • Katheter

Katheter gibt es sowohl als Einmal- wie auch als Dauerkatheter, der längerfristig in der Harnröhre und -blase verbleibt oder durch die Bauchdecke den Harn ableitet. Letzterer kann bei pflegebedürftigen und bettlägerigen Menschen mit Inkontinenz zum Einsatz kommen, deren Blasenentleerung dauerhaft von außen gesteuert werden soll. Wegen der Infektionsgefahr eignen sich Dauerkatheter allerdings nur für den zeitlich begrenzten Einsatz und sind bei Inkontinenz nur dann sinnvoll, wenn andere Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

  • Kondomurinal

Das Kondomurinal stellt eine nicht-invasive Option für Männer mit Inkontinenz ohne Kontrolle über ihren Harndrang dar. Hierbei wird ein kondomartiger Überzieher über den Penis gestreift und mit einem hautfreundlichen Kleber fixiert. Das Kondomurinal ist am Ende mit einem Schlauch versehen, welcher den ablaufenden Urin in einen Beutel leitet. Moderne Produkte können bis zu 48 Stunden getragen werden, ohne Hautirritationen zu verursachen.

  • Urinbeutel

Er dient als Auffangbehältnis, wenn bei der Anwendung eines Katheters oder eines Kondomurinals der Urin nicht in die Toilette abgeleitet wird. Der Urinbeutel wird meist mit einer Manschette um den Oberschenkel oder an der Hüfte unter der Kleidung getragen. Es gibt aber auch Bettbeutel mit Tropfkammer für Bettlägerige. Je nach Produkt sind unterschiedliche maximale Tragezeiten zu beachten (24 Stunden bis 14 Tage).

Kosten und Kostenübernahme von Inkontinenzmaterial

Kostenträger von Inkontinenzmaterial: Krankenkasse statt Pflegekasse

Für die Kostenübernahme von Inkontinenzmaterial ist nicht die Pflegekasse, sondern die Krankenkasse zuständig.

Voraussetzungen für die Kostenübernahme durch die Krankenkasse:

Versicherte mit Inkontinenz können einen Zuschuss Ihrer Krankenkasse für Inkontinenzmaterial erhalten. Dazu benötigen sie ein ärztliches Attest mit folgenden Informationen:

  • Die Diagnose einer mindestens mittleren Harn- und/oder Stuhlinkontinenz. Dabei muss die Inkontinenz Folge einer anderen Erkrankung (wie z. B. Schlaganfall oder Demenz) oder Folge einer Operation sein. Eine Inkontinenz alleine ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann (z. B. Krankheit oder Folgeschäden einer Operation).
  • Der monatliche Bedarf an Inkontinenzmaterial.
  • Die Art der Inkontinenzartikel. Diese müssen im Hilfsmittelverzeichnis & Hilfsmittelkatalog gelistet sein.
  • Der voraussichtliche Behandlungszeitraum mit Inkontinenzmaterial.
  • Die medizinische Notwendigkeit der Verwendung von Inkontinenzhilfen.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse – So funktioniert‘s

  1. Der behandelnde Arzt verordnet in einem Rezept die Versorgung mit aufsaugenden Hilfsmitteln. Darauf müssen wie oben beschrieben Art und Schweregrad der Inkontinenz, der voraussichtliche Behandlungszeitraum, der monatliche Bedarf sowie die Art des Inkontinenzmaterials vermerkt sein.
  2. Versicherte reichen das Rezept in der Apotheke, einem Sanitätshaus oder einem Vertragspartner ihrer Krankenkasse ein. Fragen Sie vorab unbedingt bei Ihrer Krankenkasse nach, ob es Vertragspartner gibt, bei denen das Rezept eingelöst werden muss. Andernfalls kann die Kasse den Zuschuss verweigern.
  3. Versicherte erhalten das Inkontinenzmaterial entweder direkt in Apotheke oder Sanitätshaus oder bekommen es nach Bestellung nach Hause geliefert. Dabei leistet der Versicherte seine gesetzliche Zuzahlung direkt an den Versorger, den Rest der Kosten übernimmt die Krankenkasse.
Expertentipp
Franziska Baur
Franziska Baur

Mein Praxistipp
Inkontinenz ist leider immer noch ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Wenn sich Betroffene einem Arzt anvertrauen, können sie sich ein Rezept für Inkontinenzmaterial ausstellen lassen. Die Materialkosten übernimmt die Krankenkasse, wodurch Betroffene finanziell entlastet werden. Gegebenenfalls fällt dann lediglich die gesetzliche Zuzahlung an. Wenn ein komfortableres Produkt gewünscht wird, muss der Patient aufzahlen. Es wissen relativ wenige Betroffene von der Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung, weil sie auch nicht mit ihren Familien oder einem Arzt über ihre Inkontinenz sprechen.

Die Kontinenzberaterin Franziska Baur hat im Interview mit pflege.de über Inkontinenzmaterial auf Rezept gesprochen.

Zuzahlung

  • Inkontinenzartikel zählen zu den sog. Verbrauchshilfsmitteln. Daher erhalten Versicherte medizinisch erforderliche Inkontinenzhilfen grundsätzlich von der Krankenkasse erstattet.
  • Versicherte ab 18 Jahren müssen jedoch eine gesetzlich vorgeschriebene Zuzahlung leisten. Das bedeutet: Versicherte müssen zehn Prozent der Kosten für Inkontinenzmaterialien selbst tragen, jedoch maximal 10 Euro pro Monat.
  • Bei einer Bestellung über das notwendige Maß hinaus (ob aufgrund einer größeren Menge oder besseren Qualität als verordnet) tragen Versicherte die entsprechenden Mehrkosten selbst.

Zuzahlungsbefreiung

  • Grundsätzlich müssen alle Versicherte ab 18 Jahren diese Zuzahlung leisten. Kinder und Jugendliche sind von der Zuzahlung befreit.
  • Für Erwachsene gibt es die Möglichkeit, im laufenden Jahr von der Zuzahlung befreit zu werden, sofern sie ihre persönliche Belastungsgrenze überschritten haben.
    Diese Belastungsgrenze liegt bei zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens abzüglich der Freibeträge für Kinder und Ehe- oder Lebenspartner. Für Patienten mit einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung liegt die Belastungsgrenze bei einem Prozent.
  • Eine Befreiung von gesetzlichen Zuzahlungen muss schriftlich bei der Krankenkasse beantragt werden. In der Regel sind dazu Belege der bisher geleisteten Zuzahlungen, Kopien der Einkommensnachweise sowie eine Bescheinigung des Arztes über eine chronische Erkrankung erforderlich. Details erhalten Sie auf Nachfrage bei Ihrer Krankenkasse.
Info

Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz sichert Beratungsanspruch für Versicherte

Gemäß Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) haben Versicherte neben der Kostenerstattung durch die Krankenkasse die Möglichkeit,

  • dass Inkontinenzhilfen auf den jeweiligen Schweregrad der Inkontinenz angepasst werden.
  • mindestens solange eine telefonische Beratung und die kostenlose Erprobung unterschiedlicher Einzelprodukte zu erhalten, bis die Inkontinenzartikel gefunden sind, die perfekt zur individuellen Situation des Versicherten passen.
  • persönliche Einweisung und Beratung zum Inkontinenzmaterial zu erhalten, auf Wunsch auch im Rahmen eines Hausbesuchs in der Häuslichkeit des Versicherten.

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Erstelldatum: 6102.70.82|Zuletzt geändert: 0202.50.82
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Interview

Inkontinenzmaterial auf Rezept

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Franziska Baur
Im Interview
Franziska Baur
Examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin

Als Fachberaterin für Kontinenz berät und betreut sie seit mehreren Jahren die Kunden der PAUL HARTMANN AG zum Thema Inkontinenz und hilft Betroffenen, das optimale Produkt für ihre Inkontinenzversorgung zu finden.

Für viele Menschen ist das Sprechen über Inkontinenz ein Tabuthema. Leider führt das dazu, dass Betroffene nicht wissen, wie sie mit der Krankheit umgehen sollen und viele Tricks zum Umgang mit Inkontinenz nicht kennen. Im Gespräch mit pflege.de verrät Kontinenzberaterin Franziska Baur, wie Betroffene ihre Situation verbessern können.

Frau Baur, Inkontinenz kann sich in unterschiedlichen Arten äußern. Wann genau spricht man eigentlich von einer Harninkontinenz?

Harninkontinenz ist der medizinische Ausdruck für eine Blasenschwäche. Eine Blasenschwäche besteht, wenn Urin unwillkürlich austritt – unabhängig von der Menge. Der Schweregrad der Erkrankung kann von ein paar Tropfen bis hin zu permanentem Harnverlust reichen.

Viele Menschen im höheren Alter haben Probleme damit, den Stuhl zu halten. Wie äußert sich das?

Genau. Die zweite Inkontinenzform ist die Stuhlinkontinenz. Betroffene können bei dieser Form Stuhl und Gase nicht voneinander unterscheiden und diese nur schwer zurückhalten und kontrolliert ausscheiden.

Viele inkontinente Menschen versuchen, ihre Inkontinenz zu verheimlichen, weil sie sich schämen. Wieso sollten sich Betroffene einem Arzt anvertrauen?

Zum einen ist das ganz klar ein gesundheitlicher Aspekt: Durch das Gespräch und ggf. eine Untersuchung kann der Arzt die Ursachen ausfindig machen und ggf. behandeln. So kann Inkontinenz als Symptom gelindert werden oder sogar ganz verschwinden. Beispielsweise dann, wenn sich bei Männern mit zunehmendem Alter die Prostata vergrößert, was eine sog. Dranginkontinenz hervorruft.

Und bei Stressinkontinenz kann fachgerecht angeleitetes Beckenbodentraining helfen, wieder kontinenter zu werden.

Und damit wird sicher auch die Lebensqualität von Betroffenen verbessert, nicht wahr?

Richtig. Eine erfolgreiche Therapie steigert maßgeblich die Lebensqualität. Wir haben 2019 eine „Breaking the Silence“-Studie zu Inkontinenz durchgeführt und herausgefunden, dass Betroffene viele Situationen meiden – wie Schwimmen, Sport, Reisen oder Ausgehen. Damit es gar nicht erst soweit kommt, sollten sich Betroffene frühzeitig einem Arzt anvertrauen.

Der Besuch beim Arzt lohnt sich: Neben dem gesundheitlichen Faktor, der mit der Lebensqualität einhergeht, gibt es außerdem eine finanzielle Entlastung.
Franziska Baur

Denn Betroffene, die an Inkontinenz leiden, können sich vom Arzt Inkontinenzmaterial auf Rezept verordnen lassen und so, je nach Versorgung, Geld sparen.

Insbesondere zu Beginn versorgen sich viele Betroffene mit Inkontinenzmaterial aus dem Drogeriemarkt. Warum raten Sie von dieser Selbstinitiative ab?

Im Drogeriemarkt gibt es keine fachkundige und individuelle Beratung. Besonders zu Beginn haben Betroffene keinen Überblick über die große Bandbreite an Versorgungsmöglichkeiten. Es gibt viele verschiedene Arten, von Vorlagen bis zu Pull-Up-Hosen. Das fehlende Wissen um die Möglichkeiten führt häufig zu einer Unter- oder Überversorgung. Bei der Unterversorgung fühlt man sich unterwegs nicht ausreichend sicher und bei der Überversorgung gibt man tendenziell zu viel Geld aus.

Neben der optimalen Produktauswahl ist die Hautpflege besonders wichtig, um Folgeerkrankungen wie bspw. Hautrötungen und Hautreizungen zu vermeiden. Auch die Beratung zu Hautpflege und Hautgesundheit fehlt im Drogeriemarkt.

Worauf sollten Betroffene bei der Auswahl von Inkontinenzmaterial achten?

Die Produktwahl hängt von ganz vielen Faktoren ab:

  • Für welche Anwendung benötige ich ein Produkt, wie bspw. zuhause, unterwegs, beim Sport, im Büro?
  • Wie häufig möchte ich das Produkt wechseln?
  • Mit welcher Produktart – also bspw. Einlagen, Slips, Pants – komme ich am besten zurecht?

Grundsätzlich ist es ratsam, dass Betroffene verschiedene Produkte ausprobieren. Nur so können sie die Lösung finden, die zu ihren persönlichen Bedürfnissen und Anforderungen passt. Aus diesem Grund bieten viele Hersteller von Inkontinenzmaterial, so wie wir bei MoliCare, Gratisproben an.

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Wissen Ihrer Erfahrung nach viele Menschen nicht darüber Bescheid, dass die Krankenkasse die Kosten für eine Inkontinenzversorgung übernimmt?

Ja, viele Betroffene bzw. deren Angehörige wissen es tatsächlich nicht oder scheuen den Aufwand, die Krankenkasse danach zu fragen.

Welche Produkte werden durch die Krankenkasse übernommen? Wonach richtet sich die Verordnung?

Die Krankenkasse übernimmt eine sog. wirtschaftliche, medizinisch notwendige und zweckmäßige Versorgung. Das bedeutet, die Krankenkasse zahlt für den Patienten zweckmäßige, wirtschaftliche und ausreichende Produkte. Die zweckmäßige Versorgung ist u.a. vom Schweregrad und der Inkontinenzart abhängig.

Wird eine höherwertigere Versorgung oder eine Mehrmenge gewünscht, so fällt eine sog. wirtschaftliche Aufzahlung für den Versicherten an.

Wie sieht die Zahlung dann konkret aus?

Gesetzlich Versicherte zahlen die sog. gesetzliche Zuzahlung, die 10 % der Pauschale und max. 10 Euro pro Monat beträgt. Das heißt, dass sie mit einem Rezept pro Monat max. 10 Euro für Inkontinenzversorgung zahlen. Abhängig vom Einkommen ist eine Befreiung von der gesetzlichen Zuzahlung bei der Krankenkasse möglich.

Die wirtschaftliche Aufzahlung sind Mehrkosten, die aus eigener Tasche gezahlt werden müssen. Mehrkosten können nicht an die gesetzliche Krankenkasse weitergegeben oder an einer Befreiung der gesetzlichen Zuzahlung angerechnet werden.

Sie haben die finanzielle Entlastung als Vorteil genannt. Wie viel Geld können Betroffene monatlich sparen, wenn sie sich ein Rezept vom Arzt ausstellen lassen?

Das kommt auf die konkrete Versorgung an. Reicht das medizinisch notwendige Material aus und ist der Versicherte von der Zuzahlung befreit, bezahlt er im günstigsten Fall nichts für die Versorgung.

Angenommen, ein Patient hat den Entschluss gefasst und geht wegen der Inkontinenz zum Arzt. Zu welchem Arzt geht er typischerweise?

Üblicherweise geht ein Betroffener zum Hausarzt. Aber auch der Besuch beim Gynäkologen oder Urologen ist nicht untypisch.

Ob Hausarzt, Gynäkologe oder Urologe – per se kann jeder der genannten Ärzte die Hilfsmittelverordnung ausstellen.
Franziska Baur

Worauf kann sich ein Patient bei diesem Arztbesuch einstellen? Wird er vom Arzt auf Inkontinenz untersucht?

Um eine Inkontinenz erfolgreich behandeln zu können, ist eine genaue Diagnose erforderlich. Dafür sollten Betroffene offen über ihre Beschwerden sprechen und Krankheitssymptome genau beschreiben. Beispielsweise ist es wichtig zu wissen, ob es Vorerkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Schilddrüsenerkrankungen gibt, ob Medikamente eingenommen werden und wann der Harnverlust auftritt bzw. wie stark er ist. Wenn der Arzt es als zielführend erachtet, wird er den Patienten je nach Diagnose im Anschluss untersuchen.

Ist es sinnvoll, dass Betroffene ihren Harnverlust dokumentieren?

Ja. Möglicherweise wird der Arzt empfehlen, ein sog. Miktionstagebuch zu führen. Darin notiert der Patient, wann er wie viel getrunken bzw. anderweitig Flüssigkeit (z. B. Suppe) zu sich genommen hat, wann er Harndrang gespürt und wie oft die Toilette besucht hat. Mit dieser Dokumentation kann der Arzt rückschließen, ob eine individuelle Trink- oder Toilettengewohnheit die Inkontinenz hervorruft.

Welche Voraussetzungen muss ein Patient mitbringen, damit er ein Rezept für Inkontinenzmaterial vom Arzt erhält?

Viele denken, Inkontinenz ist eine „Alte-Leute-Krankheit“. Das stimmt nicht. Auch jüngere Menschen können an Inkontinenz leiden und zum Arzt gehen. Es gibt also keine Voraussetzung in Bezug auf das Alter. Ebenso wenig z. B. auf einen Pflegegrad.

Jeder, der unkontrolliert Urin oder Stuhl verliert, kann sich ein Rezept für Inkontinenzmaterial vom Arzt ausstellen lassen.
Franziska Baur

Was steht auf dem Rezept, das der Arzt ausstellt?

Das Rezept enthält die Diagnose „Stuhl- und/oder Urininkontinenz“ und den Vermerk „Inkontinenzversorgung“. Im Idealfall steht allgemein „aufsaugendes Inkontinenzprodukt“ auf dem Rezept. Zusätzlich muss der Zeitraum der Versorgung festgehalten werden. In vielen Fällen ist eine Dauerversorgung sinnvoll. Patienten sollten unbedingt im Kopf behalten, dass Rezepte bei Ausstellung ihre Gültigkeit verlieren, wenn sie älter als 28 Tage sind.

Musterrezept für Inkontinenzmaterial
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Musterrezept für Inkontinenzmaterial

Auf dem Rezept wird kein Produkt oder Hersteller genannt. Wer entscheidet darüber, welches Material der Patient erhält?

Das entscheidet der Patient mehr oder weniger selbst. Ich rate jedem gesetzlich Versicherten, sich als erstes an seine Krankenkasse zu wenden. Dort erhält er eine Liste mit sog. Leistungserbringern seiner Krankenkasse. Das können Apotheken, Sanitätshäuser oder Hersteller sein. Er kann sich auch gegen die gelisteten Leistungsträger entscheiden, muss das Material dann aber privat zahlen.

Wir notieren z. B. beim telefonischen Erstgespräch die Daten des Patienten. Anhand dieser Daten verschicken wir dann ein Musterpaket mit Produktproben. Das sind Produkte mit und ohne wirtschaftliche Aufzahlung, damit er den Vergleich hat. Und am Ende entscheidet der Patient, welches Produkt er wünscht.

Nehmen wir an, der Patient hat sich für ein Produkt entschieden. Muss er sich jedes Mal, wenn er neues Material braucht, ein neues Rezept ausstellen lassen?

Ich rate dazu, sich eine Dauerverordnung ausstellen zu lassen. Die tatsächliche Dauer variiert – je nach Krankenkasse – zwischen sechs und 36 Monaten. In diesem Zeitraum kann der Versicherte seine Produkte bedarfsgerecht bestellen.

Wie häufig muss ein Patient oder ein Angehöriger damit rechnen, neues Inkontinenzmaterial zu organisieren?

Das lässt sich kaum pauschalisieren, weil der Bedarf unterschiedlich sein kann. Leidet eine Person mit Stuhlinkontinenz für eine Woche an Durchfall, wird er in dieser Zeit mehr Inkontinenzmaterial benötigen.

Sollten Betroffene Inkontinenzmaterialien auf Vorrat zuhause haben?

Generell ist meine Empfehlung, eine Woche, bevor das Material zu Ende geht, nachzubestellen. Liegt eine Verordnung für einen längeren Zeitraum vor, kann das Material für zwei oder drei Monate abgerufen werden, z. B. auch als automatische Belieferung. Das ist für die Angehörigen eine Entlastung, weil sie sich über die Beschaffung der Inkontinenz-Versorgung keine Gedanken machen müssen. Diese automatische Belieferung erfolgt nach vorheriger Abstimmung mit dem Versicherten bzw. deren Angehörigen.

Welche Tipps haben Sie, worauf Patienten bei der Beschaffung achten sollten?

Tipp 1: Betroffene sollten sich am besten zu Inkontinenzmaterial beraten lassen und im Beratungsgespräch offen über ihre Symptome sprechen. Ich frage z. B. nach der Art der Inkontinenz. Handelt es sich um Urin- und/oder Stuhlinkontinenz? Wie groß sind die Mengen an unkontrolliert verlorenem Urin? Ist die Inkontinenz immer gleich, bspw. während der Einnahme von Medikamenten? Ist der Patient mobil und selbständig oder von einer Pflegeperson abhängig? Ich frage auch danach, welche Erkrankungen vorliegen. Mit diesem Hintergrund kann ich Produktempfehlungen machen, die dann individuell passen.

Tipp 2: Betroffene sollten ihren Bedarf kennen: Für leichte Inkontinenz, z. B. bei einer Stressinkontinenz, reichen kleinere bis mittlere Einlagen völlig aus. Bei Männern sind Einlagen in vielen Fällen ausreichend, bspw. nach einer Prostata-OP.

Tipp 3: Um die Haut zu schonen, sollten Betroffene darauf achten, pH-hautneutrale Produkte zu verwenden. Sie verhindern, dass es zu Folgeerkrankungen wie Hautschädigungen oder Harnwegsinfekte kommt.

Wie unterscheiden sich Inkontinenzmaterialien für Männer von denen für Frauen? Warum gibt es auch unisex-Produkte?

Der größte Teil der Produkte ist für beide Geschlechter konzipiert. Am Ende ist es sozusagen eine Frage des persönlichen Geschmacks. Männerprodukte sind auf die männliche Anatomie abgestimmt und haben eine erhöhte Saugkapazität im vorderen Bereich. Die Einlagen und Vorlagen für Männer haben höher geschnittene Innenbündchen, die Penis und Hoden fixieren und somit unangenehmes Verrutschen vermeiden.

Wenn sich der Bedarf eines Patienten ändert, was muss er dann machen? Geht er dafür erneut zum Arzt, um ein neues Rezept zu erhalten?

Nein, das braucht er nicht zu machen. Die meisten Krankenkasse rechnen über Pauschalen ab. Deshalb wird bei Veränderungen kein neues Rezept benötigt, solange das vorliegende Rezept noch gültig ist. Wenn sich der Bedarf ändert, sollte sich der gesetzlich Versicherte zur Beratung an seinen Leistungserbringer wenden.

Danke für das Gespräch, Frau Baur.

Erstelldatum: 0202.10.6|Zuletzt geändert: 0202.50.52
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