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Miktionsprotokoll / Trinkprotokoll / Miktionstagebuch

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Miktionsprotokoll Trinkprotokoll

Wenn Sie oder Ihr Angehöriger unter einer Form der Harninkontinenz leiden, ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie die richtige Diagnose durch den Arzt. Dabei können Sie ihn unterstützen, indem Sie ein Miktionsprotokoll führen und darin Trinkgewohnheiten und Harnabgang dokumentieren. pflege.de informiert, welche Rolle ein Miktionsprotokoll bei der Behandlung von Inkontinenz spielt, wie Sie es im Alltag nutzen können und liefert Ihnen eine kostenlose Miktionsprotokoll-Vorlage für die einfache Dokumentation.

Inhaltsverzeichnis

Trink- und Miktionsprotokoll: Definition

Als Miktion wird die Entleerung der Harnblase bezeichnet. Unter einem Miktionsprotokoll oder auch Miktionstagebuch versteht man folglich eine detaillierte Aufzeichnung über das Ausscheiden von Flüssigkeiten. Ein Miktionsprotokoll umfasst in den meisten Fällen auch ein Trinkprotokoll, in dem Sie über einen längeren Zeitraum festhalten, wie viel Flüssigkeit Sie oder Ihr Angehöriger zu welcher Uhrzeit zu sich genommen haben. Der Begriff Miktionsprotokoll wird häufig als Synonym für ein Trinkprotokoll verwendet.

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Häufig kommt ein Miktionstagebuch zum Einsatz, wenn Betroffene an einer Inkontinenz leiden. Das Miktionstagebuch ist eine wichtige Grundlage für die Diagnose und Therapie der Inkontinenz. Im Pflegeheim wird ein Trinkprotokoll außerdem genutzt, um einem Flüssigkeitsmangel der Bewohner vorzubeugen.

Tipp

Ein Miktionsprotokoll sollten Sie über einen Zeitraum von mindestens sieben bis 14 Tagen führen. Sinnvollerweise wählen Sie dafür eine Phase, in der Sie oder Ihr Angehöriger in gewohnter Umgebung sind und der Alltag in üblichen Bahnen verläuft. In der Phase des Protokollierens sollte man die Aufnahme und das Abführen von Flüssigkeit bewusst wahrnehmen und sich auf diese Vorgänge gezielt konzentrieren können.

Inkontinenz im Seniorenalter

Gerade Frauen und Männer im Seniorenalter sind überdurchschnittlich häufig von Inkontinenz und Fehlfunktionen der Blase betroffen. Denn das Leben im Alter bringt auch eine höhere Wahrscheinlichkeit von Krankheiten mit sich, die Ursache für eine Inkontinenz sein können. Dabei können z. B. sowohl Harnwegsentzündungen, Operationen, eine vergrößerte Prostata bei Herren und ein geschwächter Beckenboden bei Frauen die Ursache für eine Inkontinenz im Seniorenalter sein. Frauen sind eher von einer sog. Belastungsinkontinenz betroffen, Männer leiden im Seniorenalter häufiger unter der sog.  Dranginkontinenz.

Info

Miktiosprotokoll bei Dranginkontinenz

Einige Tage lang ein Miktionstagebuch zu führen, ist in besonderem Maße für Menschen mit Dranginkontinenz sinnvoll. Denn viele Betroffene überschätzen die Zahl ihrer Toilettengänge während eines Tages deutlich. Das Miktionsprotokoll hilft, die Abläufe pragmatisch und nüchtern zu betrachten.

Trinkprotokoll für Senioren

Unabhängig von der Art der Inkontinenz ist das Trinkprotokoll für Senioren ein wichtiger Bestandteil eines Miktionstagebuchs. In der stationären Altenpflege ist ein Trinkprotokoll selbstverständlich in den Tagesablauf eingebunden. Denn weil das Durstgefühl im zunehmenden Alter erfahrungsgemäß nachlässt, führen Mitarbeiter im Altenheim häufig ein Trinkprotokoll für die Bewohner. Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist gerade bei älteren Menschen wichtig für eine gesunde Ernährung im Alter. Denn eine Mangelernährung und besonders ein Mangel an Flüssigkeit kann verschiedene Störungen, z. B. Verwirrtheit oder Fehlfunktionen im Stoffwechsel, zur Folge haben. So selbstverständlich wie im Altenheim ist das Trinkprotokoll bei der ambulanten Pflege nicht – in vielen Fällen ist es jedoch auch hier sinnvoll. Nicht nur, wenn bei Ihnen oder Ihrem Angehörigen eine Harninkontinenz vorliegt, sondern z. B. auch, um sich das Trinkverhalten einmal bewusst zu machen. Auch für pflegende Angehörige ist ein Trinkprotokoll – meist integriert im Miktionsprotokoll – für Senioren deshalb eine wichtige Unterstützung bei der Pflege.

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Tipp

Um den Trinkmenge besser einschätzen zu können, können Sie einen Becher mit Mess-Skala nutzen. So können Sie Schluck für Schluck ablesen, wie viel Flüssigkeit Sie oder Ihr Angehöriger getrunken haben.

Trink- und Miktionsprotokoll: Vorlage, Muster & Beispiel

Um den Flüssigkeitshaushalt sachgerecht zu dokumentieren, können Sie auf eine Vorlage für ein Trinkprotokoll / Miktionsprotokoll zurückgreifen. Dabei handelt es sich um ein Dokument in Tabellenform. Sie tragen in ein solches Miktionsprotokoll-Formular ein, zu welcher Uhrzeit Sie oder Ihr Angehöriger wieviel getrunken haben, ob ein Harndrang zu verspüren war und wieviel Wasser Sie oder Ihr Angehöriger – gewollt und ungewollt – gelassen haben. Meist sind folgende Angaben in der Tabelle erforderlich:

  • Uhrzeiten
  • Trinkmenge
  • Harnmenge
  • Harndrang
  • ungewollter Urinverlust

Sie ergänzen dann etwa in der jeweiligen Zeile bzw. Spalte, wann Sie bzw. Ihr Angehöriger wieviel getrunken hat. In den jeweiligen Protokollen gibt es meist Hinweise zu Kürzeln, die beim Einschätzen und Eintragen der jeweiligen Flüssigkeitsmengen helfen.

pflege.de hat für Sie eine kostenlose Vorlage für ein Trink- und Miktionsprotokoll erarbeitet – das PDF können Sie gerne herunterladen, ausdrucken und ausfüllen.

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Trink- und Miktionsprotokoll: So füllen Sie es aus!

Tipp

Füllen Sie das Protokoll am besten gleich nach dem Trinken oder Harnlassen aus. Wenn Sie die Daten nur einmal am Tag gesammelt eintragen, besteht die Gefahr, dass Sie etwas vergessen oder ungenaue Angaben machen.

  1. Die Trinkmenge wird meist in Milliliter (ml) eingetragen. Sollten Sie oder Ihr Angehöriger keinen Becher mit Mess-Skala nutzen, können Sie auch Angaben wie „halbe Tasse“ einfügen – jedoch sollten Sie dann immer die gleiche Tasse verwenden.
  2. Wenn Sie die Harnmenge beim Toilettengang ganz genau messen wollen, ist auch dabei ein Messbecher nützlich. Es hilft schon, wenn Sie nur in den ersten Tagen einen Messbecher benutzen, damit Sie ungefähr einschätzen können, wieviel Urin ausgeschieden wird. In den folgenden Tagen können Sie sich dann ungefähr an diesen Mengen orientieren. Ansonsten gilt es zu schätzen, wieviel Urin Sie oder Ihr Angehöriger gelassen haben. Damit das einfach einzutragen ist, können Sie Kürzel nutzen: Zum Beispiel Tropfen = x, kleine Pfütze = xx oder große Pfütze = xxx. Zum Vergleich: Im Durchschnitt scheidet ein Erwachsener etwa ein 1,5 bis zwei Liter pro Tag aus, pro Blasenentleerung etwa 200 bis 400 Milliliter.
  3. Bei der Kategorie Harndrang tragen Sie ein, ob vor dem Urinieren ein Drang zu verspüren war oder nicht. Wie stark der ausgeprägt war, können Sie ebenfalls mit Hilfe von entsprechenden Kürzeln eintragen:  x = schwach, xx = mittel, xxx = stark
  4. Bei einem ungewollten Urinverlust gilt es ebenfalls die Menge einzutragen – das können Sie z. B. daran ablesen, wie feucht die Wäsche oder das Inkontinenzmaterial war (x = Tropfen, xx = sehr feucht oder xxx = sehr nass). Wenn Sie den Grund benennen können –wenn z. B. ein Husten der Auslöser für das ungewollte Wasserlassen war –, ist dies für den Arzt ebenfalls sehr hilfreich.

Trink- und Miktionsprotokoll: Auswertung durch Facharzt

Die Auswertung des Miktionstagebuchs sollte ausschließlich durch einen Facharzt erfolgen. Er kann anhand der aufgeführten Daten über das Trinkverhalten und das Ausscheiden von Urin eine erste Diagnose stellen. Denn die Daten über die Trinkmenge, Toilettengänge und unkontrolliertes Wasserlassen erlauben häufig Rückschlüsse auf Verhaltensweisen, die eine Inkontinenz begünstigen können. In manchen Fällen trägt deshalb schon eine Umstellung der Trinkgewohnheiten zur Linderung der Beschwerden – etwa einem unkontrollierten Harnverlust – bei. Im Laufe einer Behandlung kann es erforderlich werden, dass Sie wiederholt ein Miktionsprotokoll erstellen. Denn durch solche eine Dokumentation lassen sich mögliche Behandlungserfolge leichter ablesen.

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Ratgeber
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In der Regel wird der Facharzt parallel zur Auswertung des Miktionsprotokolls weitere klinische Untersuchungen bei Ihnen oder Ihrem Angehörigen vornehmen, um Fehlfunktionen der Blase auf den Grund zu gehen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Blasenspiegelung
  • Laboruntersuchungen
  • Urinuntersuchungen
  • Sonografie oder andere bildgebende Verfahren
  • neurologische Untersuchungen
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Miktionsprotokoll-App: Damit sind Sie immer mobil

Zuweilen kann es schon einmal lästig sein, das Trink- und Miktionsprotokoll in Papierform immer mit sich herumzutragen. Einfacher wird es für Sie mit einer Miktionsprotokoll-App. Auf dem Markt finden Sie verschiedene Apps, die zum Teil sowohl für Betroffene als auch für Pflegepersonen entwickelt wurden. Die App ist ähnlich aufgebaut wie ein analoges Miktionsprotokoll: Sie tragen ebenso Trinkgewohnheiten, Toilettengänge, Urinverlust und Harndrang ein. Dabei bietet die Miktionsprotokoll-App je nach Ausführung die Möglichkeit, zusätzliche Informationen festzuhalten. Im Gegensatz zum Miktionsprotokoll-Formular erlaubt das Miktionsprotokoll als App eine schnellere und unkompliziertere Auswertung der Daten. Eine Berührung auf dem Handy – und schon verschaffen Sie sich einen guten Überblick über Unregelmäßigkeiten beim Trinkverhalten. So können Sie Blasenfunktionsstörungen noch leichter überwachen. Je nach Miktionsprotokoll-App stehen weitere Funktionen wie nützliche Tipps zur richtigen Ernährung bei Blasenschwäche oder Anleitungen zum Beckenbodentraining zur Verfügung.

Mögliche Apps sind etwa SeniControl oder LoFric für Android oder iPhone, sowie Mictionary (Android) oder Mic Chart (iPhone).

Trink- und Miktionsprotokoll: Expertenstandard

Auch das Deutsche Netzwerk für Qualitätssicherung in der Pflege widmet sich ausführlich dem Thema Harninkontinenz. Das Netzwerk zur Sicherung von Qualitätsstandards in der Pflege hat in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Pflegerat bisher sieben sog.  Expertenstandards zu bestimmten Themen in der Pflege entwickelt. Im Expertenstandard „Förderung der Harnkontinenz in der Pflege“ finden sich auch Vorgaben für das Miktionsprotokoll. Mithilfe des „Miktionsprotokolls-Expertenstandard“ erstellen Mitarbeiter in der Altenpflege individuelle Kontinenzprofile von Betroffenen. Auf der Grundlage der gesammelten Daten können sie schließlich ablesen, welche Faktoren eine Inkontinenz verstärken oder zur Linderung beitragen.

Info

Expertenstandard

Ein Nationaler Expertenstandard ist ein Instrument der Qualitätsentwicklung und-sicherung. Er trifft Aussagen zu bestimmten Pflegeproblemen, die das aktuelle Wissen in Pflegewissenschaft und Pflegepraxis berücksichtigen, und enthält Handlungsrichtlinien, auf die sich ausgewählte Vertreter der Berufsgruppe geeinigt haben.

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Erstelldatum: 7102.80.1|Zuletzt geändert: 0202.30.03
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