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Miktionsprotokoll & Trinkprotokoll

Miktionsprotokoll Trinkprotokoll

Wenn Sie oder Ihr Angehöriger unter einer Form der Harninkontinenz leiden, ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie: die richtige Diagnose durch einen Arzt. Dabei können Sie ihn unterstützen, indem Sie ein sogenanntes Miktionsprotokoll führen und darin die Trinkgewohnheiten sowie den Harnabgang dokumentieren.

pflege.de informiert Sie, welche Rolle ein Trink- und Miktionsprotokoll bei der Behandlung von Harninkontinenz spielt und wie Sie es im Alltag nutzen können. Zusätzlich stellen wir Ihnen eine kostenlose Miktionsprotokoll-Vorlage zur einfachen Dokumentation bereit.

Inhaltsverzeichnis

Miktionsprotokoll und Trinkprotokoll: Definition

Der Begriff Miktionsprotokoll wird häufig als Synonym für ein Trinkprotokoll verwendet. Genau genommen ist dies aber nicht ganz richtig. Miktion bezeichnet die Entleerung der Harnblase, daher nennen es manche auch Urinprotokoll. In einem Miktionsprotokoll oder auch Miktionstagebuch dokumentieren Sie detailliert Ihren Harnabgang. Ein Miktionsprotokoll umfasst meistens auch ein Trinkprotokoll. Hier drin halten Sie fest, wie viel Flüssigkeit Sie oder Ihr Angehöriger zu welcher Uhrzeit zu sich genommen haben.

Das Miktionstagebuch ist eine wichtige Grundlage für die Diagnose und Therapie der Inkontinenz, insbesondere der Harninkontinenz.

Trinkprotokoll und Miktionsprotokoll: Kostenlose Muster-Vorlage

Üblich in einem Miktionsprotokoll sind folgende Angaben:

  • Uhrzeit: Zu welcher Uhrzeit wurde getrunken?
  • Trinkmenge: Wie viel wurde getrunken?
  • Harnmenge: Wie viel Urin wurde gelassen?
  • Harndrang: Wurde vor dem Wasserlassen ein Harndrang verspürt?
  • Urinverlust: Kam es zu einem gewollten oder ungewollten Urinverlust?
Tipp
Kostenlose Miktionsprotokoll-Vorlage als PDF zum Ausdrucken

Greifen Sie am besten auf eine Vorlage für ein Miktionsprotokoll (inklusive Trinkprotokoll) zurück, wenn Sie den Flüssigkeitshaushalt vernünftig dokumentieren möchten. Wir haben für Sie eine kostenlose PDF-Vorlage für ein Trink- und Miktionsprotokoll zum Ausdrucken erstellt, die Sie gerne nutzen können.

Bonus
Ihr Miktions- und Trinkprotokoll
  • Das kostenlose 7-Tage-Protokoll
  • Ihre Grundlage für Diagnose und Therapie
  • Ausfüllen und Zeit beim Facharzt sparen

Anleitung für Ihr Trink- und Miktionsprotokoll mit Tipps zum Ausfüllen

Damit Sie mit der Dokumentation direkt beginnen können, geben wir Ihnen eine kleine Anleitung zum Ausfüllen an die Hand. Dazu vorab noch zwei grundlegende Protokoll-Tipps:

  1. Wann Sie am besten protokollieren:
    Füllen Sie das Miktionsprotokoll am besten gleich nach dem Trinken beziehungsweise Harnlassen aus. Wenn Sie die Daten nur einmal am Tag gesammelt eintragen, besteht die Gefahr, dass Sie etwas vergessen oder ungenaue Angaben machen.
  2. Wie lange Sie am besten protokollieren:
    Ein Miktionsprotokoll sollten Sie über einen Zeitraum von mindestens drei bis 14 Tagen führen. Sinnvollerweise wählen Sie dafür eine Phase, in der Sie oder Ihr Angehöriger in gewohnter Umgebung sind und der Alltag in üblichen Bahnen verläuft. In der Phase des Protokollierens ist es wichtig, dass Sie die Flüssigkeitsaufnahme sowie Flüssigkeitsabgabe bewusst wahrnehmen und sich auf diese Vorgänge gezielt konzentrieren können.

Die Trinkmenge bestimmen

Die Trinkmenge tragen Sie in Milliliter ein. Sollten Sie keinen Becher mit Mess-Skala nutzen, können Sie auch Angaben wie „halbe Tasse“ einfügen. Jedoch sollten Sie möglichst immer dieselbe Tasse verwenden beziehungsweise eine Tasse mit derselben Füllmenge.

Die Harnmenge bestimmen

Um die Harnmenge beim Toilettengang ganz genau zu messen, ist ein Messbecher hilfreich. Hier reicht ein einfacher Messbecher aus dem Supermarkt (Kostenpunkt: circa 1 Euro). Nur grobe Schätzungen führen zu Fehleinschätzungen. Inkontinenzvorlagen können Sie ebenfalls wiegen und damit das Protokoll führen.

Protokollieren Sie die Harnmenge am besten mit folgenden Kürzeln:

  • X steht für sehr wenig (Tropfen)
  • XX steht für wenig
  • XXX steht für viel

Ein Beispiel zum Vergleich: Im Durchschnitt scheidet ein Erwachsener etwa ein 1,5 bis zwei Liter pro Tag aus. Pro Blasenentleerung sind das etwa 200 bis 400 Milliliter.

Harndrang protokollieren

In der Spalte zum Harndrang tragen Sie ein, ob vor dem Wasserlassen ein Drang beziehungsweise Blasendruck zu verspüren war oder nicht.

Wie stark der ausgeprägt war, können Sie mithilfe von folgenden Kürzeln eintragen:

  • X steht für schwach
  • XX steht für mittel
  • XXX steht für stark

Ungewollten Urinverlust eintragen

Bei einem ungewollten Urinverlust dokumentieren Sie ebenfalls die Harnmenge. Diese können Sie zum Beispiel daran ablesen, wie feucht die Wäsche oder das Inkontinenzmaterial war:

  • X steht für Tropfen
  • XX steht für sehr feucht
  • XXX steht für sehr nass

Für das Arztgespräch ist es sehr hilfreich, wenn Sie den Grund für das ungewollte Wasserlassen benennen können. Das geht natürlich nur, wenn Sie den Grund auch kennen. Bei einer Stressinkontinenz (eine Form der Harninkontinenz) verlieren Betroffene beispielsweise ungewollt Urin bei körperlicher Belastung. Etwa beim Husten oder Heben.

Tipp
Achten Sie auf Infektionsschutz bei der Pflege zuhause

Wenn Sie eine pflegebedürftige Person zuhause unterstützen, achten Sie zum Infektionsschutz aller Beteiligten auf gewisse Hygieneregeln. Die sogenannten Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sind eine von mehreren Leistungen der Pflegeversicherung und dienen dem häuslichen Infektionsschutz. Dazu zählen Hygieneprodukte wie unter anderem Einmalhandschuhe, Mundschutz, Desinfektionsmittel und Bettschutzeinlagen. Die Produkte sollten Sie beispielsweise beim Inkontinenzmaterial-Wechsel oder bei unterstützten Toilettengängen nutzen. Bei anerkanntem Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse für diese Pflegehilfsmittel bis zu 40 Euro im Monat.

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Trink- und Miktionsprotokoll: Auswertung

Die Auswertung des Miktionstagebuchs sollte ein Facharzt der Urologie oder Gynäkologie oder eine Kontinenzfachkraft im Beckenbodenzentrum übernehmen. Mithilfe der Notizen über das Trinkverhalten und Wasserlassen ist eine erste Diagnose möglich. Denn die Informationen über die Trinkmenge, Toilettengänge und unkontrolliertes Wasserlassen erlauben häufig Rückschlüsse auf Verhaltensweisen, die eine Inkontinenz begünstigen können. In manchen Fällen trägt deshalb schon eine Umstellung der Trinkgewohnheiten zur Linderung der Beschwerden bei.

Im Laufe einer Behandlung kann es erforderlich werden, dass Sie wiederholt ein Miktionsprotokoll erstellen. Denn durch solche eine Dokumentation lassen sich mögliche Behandlungserfolge leichter ablesen.

In der Regel wird der Facharzt parallel zur Auswertung des Miktionsprotokolls weitere klinische Untersuchungen bei Ihnen oder Ihrem Angehörigen vornehmen, um Fehlfunktionen der Blase auf den Grund zu gehen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Blasenspiegelung
  • Laboruntersuchungen
  • Urinuntersuchungen
  • Sonografie oder andere bildgebende Verfahren
  • Neurologische Untersuchungen
Info
Miktionsprotokoll bei einer Dranginkontinenz

Einige Tage lang ein Miktionstagebuch zu führen, ist in besonderem Maße für Menschen mit Dranginkontinenz sinnvoll. Denn viele Betroffene überschätzen die Zahl ihrer Toilettengänge während eines Tages deutlich. Das Miktionsprotokoll hilft, die Abläufe pragmatisch und nüchtern zu betrachten.

Trinkprotokoll für Senioren

Besonders im Alter ist es wichtig, auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme zu achten. Denn ältere Menschen können weniger Durst verspüren und mehr Flüssigkeit am Tag ausscheiden. Wenn über eine längere Zeit wenig getrunken wird, können diese Beschwerden auftreten:

  • Verwirrung, Schwindel und Schwäche
  • Kreislaufprobleme
  • Mundtrockenheit
  • Verstopfung

In der stationären Altenpflege gehört ein Trinkprotokoll daher zum festen Tagesablauf. Die Dokumentation übernehmen Mitarbeitende des Pflegeheims.

In der ambulanten Pflege wird ein Trinkprotokoll seltener geführt. Pflegende Angehörige gehen einer Menge an unerlässlichen Aufgaben nach. So bleibt unter Umständen wenig Zeit, das Trinkverhalten der pflegebedürftigen Person zu dokumentieren. Wenn Sie bisher noch kein Trinkprotokoll geführt haben, starten Sie doch mal den Versuch.

Tipp
Ausreichend Flüssigkeit in den Tag einbauen

Damit Ihre Angehörigen ausreichend Flüssigkeit trinken, können Sie darauf achten, dass das Getränk immer in ihrer Sicht- und Reichweite ist. Im besten Fall trinken sie zu festgelegten Zeitpunkten, wie vor dem Essen oder nach dem Aufstehen. Neben Trinkritualen sollten auch Trinkanreize über den Tag geboten werden, beispielsweise bunte Obstsäfte zur Abwechslung.

Miktionsprotokoll-Apps: Damit sind Sie immer mobil

Je nach Pflegesituation kann es lästig werden, das Trink- und Miktionsprotokoll in Papierform auszufüllen und immer mit sich herumzutragen.

Noch einfacher gelingt die Dokumentation mithilfe einer digitalen Anwendung beziehungsweise App. Auf dem Markt finden Sie verschiedene Digitale Apps für die Pflege & Gesundheit, die zum Teil sowohl für Betroffene als auch für Pflegepersonen entwickelt wurden.

Derzeit gehören zu möglichen Apps etwa „SeniControl“ oder „Mic Chart“ sowie „Uroli“ für Android oder iPhone (Stand: 2022).

Vorteile einer Miktionsprotokoll-App

Eine digitale Miktionsprotokoll-App ist ähnlich aufgebaut wie ein analoges Miktionsprotokoll, nur bietet ein digitales Protokoll per App gewisse Vorteile:

  • Sie haben alles digital und müssen nichts drucken.
  • Sie führen die Informationen mobil mit sich und können diese auch bei spontanen Arztbesuchen mitteilen.
  • Ein Miktionsprotokoll als App erlaubt eine schnelle und unkomplizierte Auswertung der Daten.
  • Je nach Miktionsprotokoll-App stehen weitere Funktionen wie nützliche Tipps zur richtigen Ernährung bei Blasenschwäche oder Anleitungen zum Beckenbodentraining zur Verfügung.

Trink- und Miktionsprotokoll: Expertenstandard

Auch das Deutsche Netzwerk für Qualitätssicherung in der Pflege (DNQP) widmet sich ausführlich dem Thema Harninkontinenz. Das DNQP hat in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Pflegerat bisher sieben sogenannte Expertenstandards zu bestimmten Themen in der stationären sowie ambulanten Pflege entwickelt.

Im Expertenstandard „Förderung der Harnkontinenz in der Pflege“ stehen auch Vorgaben für das Miktionsprotokoll. Mithilfe des „Miktionsprotokolls-Expertenstandard“ erstellen Mitarbeitende in der professionellen Altenpflege individuelle Kontinenzprofile von Betroffenen. Auf der Grundlage der gesammelten Daten können sie schließlich ablesen, welche Faktoren eine Inkontinenz verstärken oder zur Linderung beitragen.(1)

Info
Expertenstandard: Definition

Ein Nationaler Expertenstandard ist ein Instrument der Qualitätsentwicklung und -sicherung. Er trifft Aussagen zu bestimmten Pflegeproblemen, die das aktuelle Wissen in Pflegewissenschaft und Pflegepraxis berücksichtigen, und enthält Handlungsrichtlinien, auf die sich ausgewählte Vertreter der Berufsgruppe geeinigt haben. Der Expertenstandard zur Förderung der Harnkontinenz wird zurzeit (2022/2023) von einem Expertengremium aus Praxis und Pflegewissenschaft aktualisiert.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Miktionsprotokoll?

In einem Miktionsprotokoll dokumentieren Sie Ihren Harnabgang sowie Ihr Trinkverhalten. Miktion steht für die Blasenentleerung.

Was trage ich in einem Miktionsprotokoll ein?

Üblich in einem Miktionsprotokoll sind folgende Angaben:

  • Uhrzeit: Zu welcher Uhrzeit wurde getrunken?
  • Trinkmenge: Wie viel wurde getrunken?
  • Harnmenge: Wie viel Wasser wurde gelassen?
  • Harndrang: Wurde vor dem Wasserlassen ein Harndrang verspürt?
  • Urinverlust: Kam es zu einem gewollten oder ungewollten Urinverlust?

Wann dokumentiere ich am besten bei einem Miktionsprotokoll?

Füllen Sie das Miktionsprotokoll am besten gleich nach dem Trinken oder Harnlassen aus. Wenn Sie die Daten nur einmal am Tag gesammelt eintragen, besteht die Gefahr, dass Sie etwas vergessen oder ungenaue Angaben machen.

Wie lange führe ich am besten das Miktionsprotokoll?

Ein Miktionsprotokoll sollten Sie über einen Zeitraum von mindestens drei bis 14 Tagen führen.

Welche Werte sind normal in einem Miktionsprotokoll?

Das lässt sich so pauschal nicht beantworten, da das Trink- und Harnverhalten ganz individuell ist. Am besten nehmen Sie Ihr Protokoll beim nächsten Arztbesuch mit und besprechen Ihre Notizen vor Ort. Ihr Arzt kann Sie ganzheitlich betrachten und weiß, welche Werte in Ihrem speziellen Fall im normalen beziehungsweise gesunden Bereich liegen.

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Erstelldatum: 7102.80.1|Zuletzt geändert: 2202.21.5
(1)
Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege
www.dnqp.de/expertenstandards-und-auditinstrumente/#c18458 (letzter Abruf am 01.12.2022)
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