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Stuhlinkontinenz / Darminkontinenz

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Stuhlinkontinenz

Kaum eine andere Krankheit im Alter ist mit so viel Schamgefühl und Diskretion verbunden wie eine Stuhlinkontinenz. Dabei sind von Stuhlinkontinenz mehr Menschen betroffen als viele glauben: Laut Deutscher Kontinenz Gesellschaft leiden rund fünf Prozent aller Deutschen an einer Stuhlinkontinenz, das sind rund fünf Millionen Menschen.

Zum Vergleich: An einer Harninkontinenz leiden sechs bis acht Millionen Deutsche. pflege.de klärt im Folgenden über diese Form der Inkontinenz auf, beschreibt Ursachen und Symptome der Stuhlinkontinenz und stellt mögliche Therapieansätze vor.

Inhaltsverzeichnis

Stuhlinkontinenz / Darminkontinenz: Definition

Eine Stuhlinkontinenz oder auch Darminkontinenz liegt vor, wenn Darmgase, flüssiger oder fester Stuhl unkontrolliert entweichen und der Zeitpunkt der Entleerung nicht mehr zuverlässig selbst bestimmt werden kann. In vielen Fällen liegt bei einer bestehenden Stuhlinkontinenz zusätzlich auch eine Harninkontinenz vor. Beide Krankheiten lassen sich aber gut behandeln.

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Darminkontinenz: Symptome

Erste Symptome einer Darminkontinenz liegen vor, wenn immer wieder Darmgase entweichen, ohne dass Betroffene dies bemerken und sie den Abgang der Winde nicht mehr beeinflussen können. Typisches Symptom einer angehenden leichten Darminkontinenz ist, wenn regelmäßig Verschmutzungen der Unterwäsche beobachtet werden, weil kleine Mengen an Darmschleim oder Stuhl unkontrolliert austreten. Besonders deutlich zeigt sich eine Darminkontinenz, wenn flüssiger Stuhl nicht mehr zurückgehalten werden kann. In schweren Fällen von Stuhlinkontinenz kann selbst geformter Stuhl nicht mehr gehalten werden.

Stuhlinkontinenz: Unterschiedliche Schweregrade

Je nachdem, wie stark die Darminkontinenz ausgeprägt ist und welche Symptome auftreten, wird die Stuhlinkontinenz in drei unterschiedliche Schweregrade eingeteilt:

  • Stuhlinkontinenz Grad 1:
    Unkontrollierter Abgang von Winden und Darmschleim mit leichter Wäscheverschmutzung.
  • Stuhlinkontinenz Grad 2:
    Unkontrollierter Abgang von flüssigem Stuhl und von Winden.
  • Stuhlinkontinenz Grad 3:
    Völlig unkontrollierter Abgang von festem Stuhl, flüssigem Stuhl und von Winden.

Stuhlinkontinenz: Ursachen

Da die kontrollierte Ausscheidung von Stuhl ein komplexer Vorgang ist, an dem viele Faktoren beteiligt sind, können ganz unterschiedliche Störungen in diesem Ablauf als Ursache für eine Darminkontinenz in Frage kommen:

  • Muskuläre Störungen:
    Schwächung der Muskulatur, die an der Stuhlspeicherung und -ausscheidung beteiligt ist.
    Mögliche Ursachen: Schädigung des Schließmuskels z. B. durch Dammriss, nachlassende Gewebeelastizität im Alter, Beckenbodenschwäche oder Verstopfung.
  • Neurologische Störungen:
    Fehlende oder unzureichende Übertragung der Nervenimpulse aus dem Darm über den aktuellen Füllzustand des Darms.
    Mögliche Ursachen: Alzheimer, Multiple Sklerose, Schlaganfall, Diabetes oder Querschnittlähmung.
  • Sensorische Störungen:
    Störung der sensiblen Wahrnehmung der Schleimhaut des Analkanals.
    Mögliche Ursachen: Hämorrhoiden, Darmoperationen, Vorfall von Analkanal oder Enddarmanteilen.
  • Störung der rektalen Speicherfunktion:
    Störung der Speicherfunktion der Rektumampulle.
    Mögliche Ursachen: Chronisch-entzündliche Darmkrankheiten wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa und Darmoperationen.

Stuhlinkontinenz bei Männer & Frauen

Darminkontinenz kommt bei Frauen, laut Deutscher Kontinenz Gesellschaft, etwa vier bis fünf Mal häufiger vor, als bei Männern. Schuld an der ungleichen Verteilung von Darminkontinenz bei Männern und Frauen sind die unterschiedlichen anatomischen Gegebenheiten im Beckenraum sowie die Belastung durch Schwangerschaften und Geburten, die Ursache für eine Stuhlinkontinenz sein können.

Stuhlinkontinenz nach der Geburt

Bei Frauen kann es vor allem nach der Schwangerschaft und einer vaginalen Geburt neben einer Stressinkontinenz auch zu einer späteren Stuhlinkontinenz kommen. Beim Durchtritt des kindlichen Köpfchens kann es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Dammriss, d. h. einer Verletzung des Gewebes unterhalb der Scheide, kommen, bei dem auch der nahegelegene Anal-Schließmuskel verletzt werden kann. Eine Darminkontinenz nach Geburt kann aber auch aufgrund des stark geschwächten Beckenbodens auftreten. Der Beckenboden bildet als Muskelgeflecht den Abschluss des Beckens nach unten und trägt die Bauchorgane; der Schließmuskel im Beckenboden dichtet Blase und Anus nach unten ab. Schwangerschaften und Geburten, aber auch Operationen und nachlassende Gewebeelastizität im Alter, schwächen den Beckenboden. Sinkt der Beckenboden ab, wird auch der Ringmuskel um den Anus nicht mehr in seiner vorgesehenen Position gehalten. Der Schließmuskel kann folglich seine Funktion nicht mehr ausreichend erfüllen und dichtet nicht mehr zuverlässig ab. Die Folge ist der unkontrollierte Austritt von Darmschleim und festem Stuhl.

Darminkontinenz nach OP

Auch nach Operationen am Enddarm kann es zu einer Darminkontinenz kommen. Chirurgische Eingriffe in diesem Bereich können zum Beispiel nötig werden, wenn Darmtumore entfernt werden müssen oder auch, wenn sich Analfisteln gebildet haben. Das sind schmerzhafte röhrenförmige Verbindungen, die infolge von Entzündungen, insbesondere bei chronisch-entzündlich Darmerkrankungen, wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, auftreten können. Zwar werden in den letzten Jahren zunehmend schonende Operationsverfahren angewandt, bei denen der Schließmuskel erhalten bleibt. Trotzdem können Vernarbungen in der nahen Umgebung sowie der Verlust von Darmanteilen, die für die Stuhlspeicherung zuständig sind, nach der Operation zu einer Darminkontinenz führen.

Darminkontinenz: Behandlung & Therapie

Zur Behandlung einer Darminkontinenz stehen eine ganze Reihe an Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. Stuhlgangsregulierung bei Darminkontinenz
  2. Beckenbodentraining gegen Darminkontinenz
  3. Elektrostimulation und Biofeedback
  4. Operationen bei Darminkontinenz
  5. Sakrale Nervenstimulation
  6. Operationen am Schließmuskel

In den meisten Fällen bringen konservative Therapien bereits sehr gute Erfolge, bei bestehenden Grunderkrankungen müssen zunächst diese entsprechend therapiert werden. In besonders schweren Fällen können auch operative Eingriffe infrage kommen.

1. Stuhlgangsregulierung bei Darminkontinenz

  • Ernährung

Ein wichtiger Schritt bei der Behandlung von Darminkontinenz ist die Regulierung eines geschmeidigen Stuhlgangs, d. h. nicht zu festem und nicht zu weichem Stuhl, und die Regulierung eines regelmäßigen Stuhlgangs. Dazu sollten Betroffene auf eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung im Alter achten und mindestens zwei Liter Flüssigkeit täglich zu sich nehmen. Darmreizende Lebensmittel wie Kaffee, Alkohol und alle blähenden Speisen (Bohnen, Kohl, etc.) sollten gemieden werden. Hilfreich ist außerdem regelmäßige Bewegung, wie z. B. Spazierengehen. Stark quellende Getreideschalen oder Saaten, wie etwa indische Flohsamen, sorgen zusätzlich für ein höheres Stuhlvolumen und normalisieren dadurch die Stuhlkonsistenz. Ein Stuhltagebuch kann Betroffenen dabei helfen, die eigenen Toilettengewohnheiten besser kennenzulernen und ein genaueres Gespür dafür zu entwickeln, welche Speisen und Gewohnheiten die Kontinenz fördern bzw. die Beschwerden verschlimmern.

3. Elektrostimulation

Patienten, die sich schwertun, den eigenen Beckenboden und insbesondere die Schließmuskelspannung selbst bewusst wahrzunehmen, können mit einem Biofeedbackgerät üben. Dazu wird ein kleiner Ballon im Analkanal platziert, der gezielt zusammengedrückt werden muss. Über ein Signal wird angezeigt, wie hoch der jeweilige Kneifdruck ist. Darüber hinaus kann Elektrostimulation auch dabei helfen, die Schließmuskelfunktion wieder zu verbessern. Hierbei wird der Schließmuskel durch Reizstrom passiv angespannt.

4. Operationen bei Darminkontinenz

Wenn konservative Therapien keine ausreichende Verbesserung bringen, können bei Darminkontinenz auch Operationen wieder zu Kontinenz verhelfen.

5. Sakrale Nervenstimulation (sog. „Darm- bzw. Blasenschrittmacher“)

Bei Nervenschäden im Beckenbereich kann die sakrale Nervenstimulation zum Erfolg führen. Bei diesem relativ neuen Verfahren wird ein kleiner Schrittmacher ins Gesäß implantiert, der schwache elektrische Impulse an die sog. Sakralnerven abgibt. Die Sakralnerven sind die Nerven, die Beckenboden, Darm und Blase steuern. Das führt in der Regel wieder zur Kontinenz bei Darmschwäche, kann aber auch bei Blasenschwäche positive Auswirkungen haben. Deshalb spricht man in diesem Zusammenhang auch vom Darm- bzw. Blasenschrittmacher. Zur Stuhlentleerung wird der Schrittmacher einfach abgeschaltet.

6. Operationen am Schließmuskel

Sind Verletzungen am Schließmuskel für die Darminkontinenz verantwortlich, kann man versuchen, den Schließmuskel aus einem körpereigenen Implantat, in der Regel aus einem Muskel des Oberschenkels, zu rekonstruieren. Ist das nicht möglich, kann auch ein künstlicher Schließmuskel eingesetzt werden. Beide Verfahren sind allerdings ziemlich aufwendig und können zu Komplikationen führen.

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Inkontinenz: Erfahrungsbericht aus der Beratung

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Franziska Baur
Im Interview
Franziska Baur
Examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin

Als Fachberaterin für Kontinenz berät und betreut sie seit mehreren Jahren die Kunden der PAUL HARTMANN AG zum Thema Inkontinenz und hilft Betroffenen, das optimale Produkt für ihre Inkontinenzversorgung zu finden.

Im Gespräch mit pflege.de erzählt die Kontinenzberaterin Franziska Baur von ihrer Erfahrung aus der Beratung. Sie teilt häufig gestellte Fragen und Tipps rund ums Thema Inkontinenz.

Frau Baur, Sie sind Beraterin für Kontinenz. Zu welcher Form von Inkontinenz beraten Sie am häufigsten?

Ich führe jeden Tag viele Beratungsgespräche. Am meisten berate ich ab der mittleren bis schweren Urininkontinenz.

Beraten Sie nur Menschen, die gerade erst inkontinent geworden sind oder auch Menschen mit langjähriger Inkontinenz?

Ich spreche sowohl mit Inkontinenz-Neulingen als auch langjährigen Inkontinenten.

Wozu müssen Sie in der Beratung am meisten aufklären? Was sind häufig gestellte Fragen von Betroffenen?

Häufig sprechen wir über die richtige Anwendung der Produkte. Aber auch Produktauswahl und die finanzielle Frage, welche Kosten die Krankenkasse übernimmt, werden häufig besprochen. Ich erkläre häufig den Unterschied zwischen der gesetzlichen Zuzahlung und der wirtschaftlichen Aufzahlung.

Inkontinenz ist noch immer ein gesellschaftliches Tabu-Thema. Was sind aus Ihrer Erfahrung heraus die Gründe dafür?

Im Beratungsgespräch höre ich oft heraus, dass sich die Betroffenen schämen und deshalb ihre Erkrankung verschweigen. In ihren Köpfen herrscht das Bild „Nur kleine Kinder machen in die Hose“. Im Kindesalter haben wir Kontinenz als Fähigkeit erlernt, sie dann zu verlieren fühlt sich nach einem plötzlichen Kontrollverlust an. Vor allem Männer fühlen sich nicht mehr als Mann, wenn sie inkontinent werden.

Wir sollten als Gesellschaft einfach viel mehr über das Thema Inkontinenz sprechen, weil es sehr viele Menschen betrifft.
Franziska Baur

Hat sich dahingehend etwas in den letzten Jahren getan?

Ja, ich denke, dass das Thema Inkontinenz in den letzten Jahren durch Werbung und Kommunikation vor allem präsenter geworden ist. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass Inkontinenz gesellschaftstauglicher wird. Trotzdem bleibt das Schamgefühl bestehen.

Wieso unterscheidet sich der gesellschaftliche Umgang von Inkontinenz bei Männern von dem bei Frauen?

Weil Frauen Monatshygiene nutzen oder genutzt haben, sind sie es gewohnt, entsprechende Produkte zu verwenden. Männer haben größere Hemmungen darüber zu sprechen und nach Hilfe zu fragen. Viele denken, dass das nicht zum starken Geschlecht bzw. zur Männlichkeit passt.

Welchen Tipp haben Sie für Angehörige, die z. B. ihre Eltern sensibel auf das Thema ansprechen möchten?

Das ist eine gute Frage, die sich sicherlich nicht pauschal beantworten lässt. Ich halte es für wichtig, in dem Gespräch hervorzuheben, dass sie nicht allein in dieser Situation sind. Viele Menschen – besonders im höheren Alter – sind von Inkontinenz betroffen.

Hilfreich kann aber auch sein, konkrete Lösungsvorschläge zu liefern. Zum Beispiel eine Inkontinenzversorgung auf Rezept: Sie bietet Sicherheit im Alltag, so aktiv dieser auch sein mag. Auch finanzielle Vorteile können hier genannt werden. Zeigen Sie Ihren Eltern Produkte, die sie testen können. Die richtige Versorgung oder auch Behandlung ermöglicht ein normales, gesellschaftliches Leben.

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Wer klärt über die Behandlungsmöglichkeiten von Inkontinenz auf?

Im Regelfall macht das der behandelnde Arzt. Die Therapie richtet sich nämlich immer nach der Diagnose, weil es viele Ursachen für Inkontinenz gibt. Wichtig ist dafür, dass der Patient offen über seine Symptome spricht.

Ursachen von Inkontinenz sind vielfältig. Welche Therapieansätze gibt es?

Bei leichter bis mäßiger Stressinkontinenz ist regelmäßige Beckenbodengymnastik in jedem Alter erfolgsversprechend. Am Anfang sollte ein Physiotherapeut die Übungen erklären. Eine unterstützende Therapiemöglichkeit ist die Elektrostimulation. Elektrische Impulse stimulieren die Beckenbodenmuskulatur und stärken sie so.

Zu den Ursachen gehört manchmal auch Übergewicht. In diesem Fall kann hilfreich sein, durch eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung gesund abzunehmen. Auch chronische Verstopfungen können Inkontinenz hervorrufen. Heftiges Pressen kann die Beckenbodenmuskulatur beeinflussen. Gegen Verstopfungen kann der Arzt bspw. stuhlregulierende Maßnahmen verschreiben.

Welche alltäglichen Ängste haben Menschen mit Inkontinenz?

Es gibt vielerlei Ängste, die oftmals mit dem Alltag außerhalb der eigenen Wohnung zusammenhängen. Zum Beispiel besteht die Sorge eines zu saugschwachen Inkontinenzproduktes oder der Geruchsentwicklung. Diskretion ist vor allem außerhalb der Wohnung ein großes Thema.

In der Studie „Breaking the Silence“ haben wir Folgendes herausgefunden:

40 % der Betroffenen meiden gesellschaftliche Anlässe, um ihre Inkontinenz zu verstecken. Das geht allerdings mit der Gefahr einher, zuhause zu vereinsamen.
Franziska Baur

Welche Tipps haben Sie für Betroffene, die ihren Alltag draußen verbringen und sich sicher fühlen wollen?

Betroffene sollten sich mit ihrer Inkontinenz auseinandersetzen und verschiedene Möglichkeiten für sich persönlich durchtesten. Nur so können sie letztlich ein Produkt wählen, welches genügend Saugleistung hat. Unterwegs ist es grundsätzlich hilfreich, Produkte zu verwenden, die leicht gewechselt werden können, z. B. in einer engen Kabine.

Da in vielen Herren-Toiletten noch keine Hygiene-Mülleimer stehen, kann es nützlich sein, eine kleine Plastiktüte für die Entsorgung mitzunehmen.

Zu welchen Pflegemaßnahmen raten Sie? Welche Pflegetipps geben Sie Betroffenen mit an die Hand?

Wenn über Inkontinenz gesprochen wird, sollte auch immer an eine gute und regelmäßige Intimhygiene mit passenden Produkten gedacht werden. Dazu gehört, die Haut zu beobachten. Die richtige Hautpflege ist wichtig, z. B. mit Hautschutzcremes, die speziell für Inkontinenzprodukte konzipiert sind.

Welche Fehler sind vermeidbar?

Ich höre im Gespräch leider immer wieder, dass viele Betroffene Babypflegeprodukte aus dem Drogeriemarkt verwenden. Diese Produkte sind nicht für die Bedürfnisse von reifer Haut konzipiert.

Außerdem wird oft die falsche und zu viel Creme im Intimbereich aufgetragen. Diese dichtet das Vlies des Inkontinenzmaterials ab und die Flüssigkeit kann nicht aufgenommen werden. Somit kommt es zu Ausläufen. Cremes zu verwenden ist zwar grundsätzlich wichtig, sie sollten aber sparsam aufgetragen werden.

Wie und wo sollten Betroffene am besten ihr Inkontinenzmaterial wechseln und entsorgen (lassen)? Wie regelmäßig muss das Material gewechselt werden?

Erstelldatum: 0202.10.6|Zuletzt geändert: 0202.50.52
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