Barrierefreie Türen / Eingang

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Barrierefreie Türen

Wer nicht mehr ganz sicher auf den Beinen ist oder sogar einen Rollator, einen Rollstuhl oder ein Elektromobil nutzt, weiß, wie viel leichter der Alltag zu bewältigen ist, wenn das Umfeld barrierefrei oder barrierearm gestaltet ist. Dazu gehört auch, dass Eingangstüren und Türen im Wohnbereich barrierefrei und schwellenfrei sein müssen – sonst können sie für gehbehinderte Bewohner zu unüberwindbaren Hindernissen werden. pflege.de klärt auf, was barrierefreie Türen und Eingänge ausmacht, was beim Einbau und Umbau zu beachten ist und welche Fördermittel für barrierefreie Türen zur Verfügung stehen.

Inhaltsverzeichnis

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Definition: Barrierefreie Türen / Eingang

Barrierefreie Türen und Eingänge müssen für alle Nutzer, auch solche mit körperlichen Einschränkungen, eindeutig als Türen und Eingänge zu identifizieren, leicht zu öffnen und zu schließen und einfach und sicher zu passieren sein.

Eine barrierefreie Tür ist

  • einfach in der Bedienung, z. B. durch gut erreichbare Klinken oder elektrische Türöffner
  • sicher zu durchqueren, d. h. ohne hohe Stufen und Schwellen
  • ausreichend breit, d. h. auch für Menschen mit Rollator oder Elektromobil zu durchqueren
  • als Tür / Eingang gut zu erkennen, z. B. durch optisch eindeutige Merkmale und /oder taktil erfassbare Bodenstrukturen, die auch von Menschen mit eingeschränkter Sehkraft erfasst werden
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Im privaten Wohnbereich sind zwei Typen von Türen üblich, die nach Öffnungsart unterschieden werden:

  • Drehflügeltüren besitzen einen Flügel, der um eine vertikale Achse drehbar ist. Es gibt sie in Form von Anschlagtüren, bei denen das Türblatt gegen einen Widerstand stößt oder als Pendeltüren/Schwingtüren, bei denen das Türblatt durchschwingt. Solche Pendeltüren/Schwingtüren gibt es auch mit zwei Flügeln, die nach dem Öffnen in die geschlossene Stellung zurückfedern.
  • Schiebetüren werden durch horizontales Schieben und nicht durch eine Drehbewegung geöffnet. Bei Schwenkschiebetüren oder Schiebe-Schwenk-Türen wird der Türflügel aus der Wandebene herausbewegt und beiseitegeschoben.

Folgende Türen sind häufiger in öffentlichen Bereichen zu finden:

  • Falttüren bestehen aus mehreren Teilen, die sich zum Öffnen und Schließen falten lassen.
  • Drehtüren/Karusselldrehtüren sind häufig als Eingang zu Einkaufszentren zu finden.
  • Automatiktüren werden durch einen elektrischen Antrieb geöffnet und geschlossen.
Tipp

Karusselltüren und Pendeltüren sind für mobilitätseingeschränkte Menschen nur schwer passierbar und damit grundsätzlich für eine barrierefreie Umgebung ungeeignet.

 

Barrierefrei: Türen, Eingang & Zuwege nach DIN-Norm 18040-2

Die DIN-Norm 18040-2 dient als Planungsgrundlage für barrierefreies Wohnen und Bauen. Sie regelt die Grundlagen für die barrierefreie Gestaltung und Ausstattung von Wohnungen, Wohngebäuden und Außenanlagen. Grundsätzlich unterscheidet die DIN 18040-2 zwischen barrierefreien Wohnungen und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbarem Wohnraum. Letzterer berücksichtigt alle Merkmale von Barrierefreiheit, weist darüber hinaus aber noch weitere für Rollstuhlfahrer wichtige Eigenschaften auf.

DIN-Norm 18040-2: Zugangsbereiche und Eingangsbereiche

Die barrierefreie Gestaltung des Wohnumfeldes beginnt schon vor der Haustür oder Wohnungstür. Denn Zugänge zu Häusern und Wohnungen müssen, damit sie die Bezeichnung „barrierefrei“ verdienen, ohne Hindernisse zu erreichen sein. Das bedeutet, dass die Zuwege ausreichend breit sein müssen, und das auch, wenn sich zwei Rollstuhlfahrer begegnen. Die Zugangsbereiche müssen außerdem stufenlose gestaltet sein. Sind doch Treppen oder Stufen vorhanden, sollten sie durch Rollstuhlrampen oder Rampensysteme zu überwinden sein. Eine Alternative können Treppenlifte sein. So bietet z. B. ein Plattformlift auch Rollstuhlfahrern und Nutzern von Rollatoren die Möglichkeit, Höhenunterschiede mit wenig Kraftaufwand zu überwinden.

Weitere Merkmale von Zugangsbereichen und Eingangsbereichen nach DIN-Norm 18040-2:

  • Gehwege müssen gut auffindbar und Tag und Nacht beleuchtet sein.
  • Sichere Orientierung muss für Menschen mit sensorischen Einschränkungen gewährleistet sein: Durch visuell kontrastreiche Gestaltung und taktil erfassbare unterschiedliche Bodenstrukturen, durch Bodenindikatoren oder Kantensteine als Wegbegrenzung und/oder durch akustische bzw. elektronische Informationen.
  • Es muss ein Schutz vor Witterung vorhanden sein.
  • Ausreichend große Bewegungsflächen vor Türen müssen vorhanden sein.
  • Eingänge und Türen müssen stufenlos erreichbar sein, z. B. über Rampe oder Aufzug.
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  • Haustüren sind vorzugsweise automatisch zu öffnen und zu schließen, eventuell sind Schließverzögerungen erforderlich.
  • Als Drückergarnituren für motorisch eingeschränkte oder sehbehinderte Menschen eigenen sich bogenförmige, u-förmige odersenkrechte Bügel.
  • Der Eingangsbereich sollte mit Briefanlage, Klingelanlage, Gegensprechanlage oder Videoanlage ausgestattet sein.

Die hier dargestellten Merkmale sind wesentlich für ein barrierefreies Umfeld, geben jedoch nicht alle Anforderungen der DIN 18040-2 wieder und ersetzen diese nicht.

DIN-Norm 18040-2: barrierefreie Türen

Türen müssen deutlich wahrnehmbar, leicht zu öffnen und zu schließen sowie einfach und sicher zu passieren sein. Die DIN-Norm 18040-2 unterscheidet in Wohngebäuden zwischen Türen außerhalb von Wohnungen, etwa in Fluren und Eingangsbereichen, und Türen innerhalb von Wohnungen:

Barrierefreie Eingänge und Türen außerhalb von Wohnungen:

  • Eingänge und Türen außerhalb von Wohnungen müssen eine lichte Breite von mind. 90 cm und eine lichte Höhe von mind. 205 cm haben. Die Leibung muss eine Tiefe von 26 cm aufweisen.
  • Vor Drehflügeltüren und Türen mit gegenüberliegender Wand müssen Bewegungsflächen von 150 x 150 cm vorhanden sein.
  • Drücker und Griffe müssen in 85 cm Höhe angebracht sein (in Ausnahmefällen 105 cm), der Abstand zu Bauteilen, Ausstattungselementen muss mind. 50 cm betragen.
  • Beschilderung muss auf 120 bis140 cm Höhe angebracht sein.
  • Ein Spion für Rollstuhlfahrer ist in 120 cm Höhe anzubringen.
  • Untere Türanschläge und Schwellen sind nicht zulässig. Sind Schwellen aus technischen Gründen nicht zu vermeiden, dürfen sie nicht höher als 2 cm sein.

Barrierefreie Türen innerhalb von Wohnungen:

  • Wohnungstüren müssen eine lichte Durchgangsbreite von mindestens 80 cm und eine lichte Durchgangshöhe von mindestens 205 cm aufweisen.
  • Das Öffnen und Schließen muss mit geringem Kraftaufwand möglich sein.

Die hier dargestellten Merkmale sind wesentlich für ein barrierefreies Umfeld, geben jedoch nicht alle Anforderungen der DIN 18040-2 wieder und ersetzen diese nicht.

Info

Barrierefreies Wohnen/Bauen – Türbreiten

An die Türbreite stellt die DIN 18040-2 unterschiedliche Anforderungen, abhängig davon, wo sich die Tür befindet und ob sie barrierefrei oder zusätzlich auch rollstuhlgerecht sein soll.

  • Außerhalb von Wohnungen müssen Türen grundsätzlich eine Breite von mind. 90 cm aufweisen.
  • Innerhalb von Wohnungen gilt eine Breite von 80 cm als „barrierefrei“ und eine Breite von 90 cm als „für Rollstuhlfahrer nutzbar“.

Barrierefreie Terrassentür

Auch auf dem Weg zu Terrasse, Balkon oder Garten sollten mobilitätseingeschränkte Menschen in einer barrierefreien Umgebung keine Hürden vorfinden. Einige Hersteller bieten spezielle Terrassentüren ohne bzw. nur mit geringer Schwelle an. Grundsätzlich sind zwei Varianten möglich: Konstruktionen, bei denen eine kleine Schwelle von max. zwei cm besteht oder solche, bei denen größere Schwellen in den Boden eingelassen sind, so dass der Übergang niveaugleich ausfällt. Solch eine schwellenfreie Terrassentür kann jedoch auch ein Problem darstellen: Nämlich dann, wenn sich bei Regen Wasser im Türbereich sammelt, das beim Öffnen der Terrassentür in die Wohnung fließt. Um diesem Problem zu begegnen, können sog. Drainrosten oder Drainrinnen im Übergang vom Innenraum zur Terrasse eingesetzt werden, die speziell für barrierefreie Übergänge entwickelt wurden. Sie sorgen für eine rückstaufreie Entwässerung im unmittelbaren Umfeld der Terrassentür.

Tipp

Eine Alternative zu Drainagesystemen im Bereich der Terrassentür bietet ein geeignetes Gefälle bei der Gestaltung des Terrassenbodens. Dank einer leichten Neigung wird anfallendes Regenwasser von der Tür abgeleitet und kann an den Seiten abfließen.

Kosten & Preise: Barrierefreie Türen und Eingänge

Welche Kosten für Türen und Eingänge bei einem barrierefreien Umbau anfallen können, ist immer abhängig von den individuellen baulichen Gegebenheiten und Nutzer-Anforderungen. Deshalb liefert erst ein Kostenvoranschlag eines Fachunternehmens eine verlässige Kostenübersicht. Dabei prüft das Unternehmen vor Ort, welche Maßnahmen im Einzelnen erforderlich sind und ermittelt detailliert sämtliche Kosten.

Folgende Übersicht bietet Richtwerte für Kosten, die beim barrierefreien Umbau von Türen anfallen können:

Türverbreiterung Preis
Verbreiterung einer Tür in Mauerwerk, einschließlich Sturz ca. 750 Euro
Verbreiterung einer Tür in Leichtbauwänden ca. 400 Euro
Verbreiterung einer Tür in Betonwänden ca. 600 Euro
Veränderung des Türanschlags ca. 110 Euro
Elektrischer Türantrieb mit Sensor ca. 1.800 Euro

 

Schiebetür Preis
Einbau einer Schiebetür in Mauerwerk ca. 950 Euro
Einbau einer Schiebetür in Leichtbauwänden ca. 600 Euro
Einbau einer Schiebetür in Betonwänden ca. 800 Euro
Einbau einer Schiebetür mit elektrischem Antrieb ca. 2.200 Euro

 

Türschwellen Preis
Beseitigung von Türschwellen ca. 140 Euro

Barrierefreie Türen: Förderungen & Zuschüsse

Der Staat fördert barrierefreies Wohnen und Bauen mit Zuschüssen und Krediten. So hat die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bank) Förderprogramme ins Leben gerufen, mit deren Hilfe das Wohnumfeld barrierefrei gestaltet werden kann. Gefördert werden z. B. barrierefreie Badezimmer, die Umgestaltung von Wanne zu Dusche, der Einbau von Treppenliften oder auch der Einbau von barrierefreien Türen.

  • Mit dem Investitionszuschuss 455 „Altersgerecht Umbauen“ fördert die KfW-Bank verschiedene Umbauten, die dazu beitragen, ein barrierefreies oder teilweise barrierefreies Wohnumfeld zu schaffen –  darunter auch Einzelmaßnahmen wie barrierefrei Türen.
  • Alternativ zum Investitionszuschuss gewährt die KfW-Bank mit dem Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen – Kredit“ eine weitere Förderung für barrierefreies Wohnen. Dabei stellt die KfW je Wohnung einen Kredit zu günstigen Konditionen in Höhe von bis zu 50.000 Euro bereit. Mit Hilfe des Kredits „Altersgerecht Umbauen“ können auch barrierefreie Türen und Eingänge geschaffen werden. Erfahren Sie mehr im Beitrag Altersgerecht Umbauen -KfW-Zuschuss.
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Altersgerecht Umbauen – KFW-Zuschuss 
Tipp

Die Pflegekasse zahlt unter Umständen bis zu 4.000 Euro für erforderliche Wohnraumanpassungen. Voraussetzung ist, dass die Einstufung in einen Pflegegrad vorliegt und die geplante Maßnahme die Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen fördert oder die Pflege erleichtert.

 

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Erstelldatum: .61.117102|Zuletzt geändert: .02.609102
Bildquelle
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