Themenwelt Arthritis

Schmerzende, geschwollene und steife Gelenke sind eine Pein – und ein Alarmzeichen. Dahinter kann eine Arthritis stecken und die muss schnell behandelt werden, um schwere Schäden zu vermeiden. Die Medizin kennt viele Wege, Ihnen Leid zu ersparen. Reagieren Sie, wenn Sie erste Anzeichen einer Arthritis bei sich bemerken. pflege.de erklärt Ihnen, welche Formen und Ursachen für eine Arthritis es gibt und zeigt Übungen zur Schmerzlinderung.

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Arthritis (Gelenkentzündung)

Inhaltsverzeichnis

Definitionen: Was ist Arthritis?

Der Begriff „Arthritis“ stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus „Arthron“ (= Gelenk) und der typischen medizinischen Endung „-itis“ für eine Entzündung zusammen. Die Arthritis ist also eine Entzündung der Gelenke. Arthtritische Beschwerden sind eine typische Alterserscheinung. Symptomatisch für die Arthritis sind Schmerzen, Rötungen und eine eingeschränkte Funktionsfähigkeit der Bewegungsabläufe.

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Arthritis: Symptome

Jede Gelenkentzündung weist eine oder mehrere klar erkennbare Anzeichen auf. Die Mediziner sprechen von sog. „Kardinalszeichen“. Es sind fünf an der Zahl und eine Arthritis zeigt sie alle: Eine Arthritis liegt vor, wenn die betroffenen Gelenke

  1. schmerzen,
  2. gerötet sind,
  3. sich heiß (Überwärmung) und
  4. geschwollen anfühlen und
  5. nicht richtig bewegt werden können (Funktionsbeeinträchtigung).

Arthritis: Formen je nach Anzahl der entzündeten Gelenke

Je nachdem, ob ein (mono), wenige (oligo) oder viele (poly) Gelenke betroffen sind, erhält die Arthritis ihren Zusatz:

  • Monoarthritis: Form der Arthritis, bei der ein Gelenk von der Entzündung betroffen ist.
  • Oligoarthritis: Form der Arthritis, bei der wenige Gelenke (meist zwei bis drei Gelenke) betroffen sind.
  • Polyarthritis: Form der Arthritis, bei der viele Gelenke (meist: Finger, Hände, Zehen) entzündet sind.

Verlauf der Arthritis

Eine Arthritis kann rasch (akut) auftreten oder aber länger andauern und schubweise (chronisch) verlaufen, wobei sich die Beschwerden immer wieder mal bessern. Eine Erkrankung ist dann chronisch, wenn die Beschwerden länger als sechs Wochen anhalten.

Arthritis und Rheuma

Viele Arthritis-Krankheiten werden als „rheumatisch“ bezeichnet. Der volkstümliche Begriff Rheuma stammt aus dem Griechischen und wird ins Deutsche mit „Strömung“ oder „Fluss“ übersetzt. Rheuma beschreibt Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat. Schmerzen, die dabei entstehen, werden als

  • fließend
  • reißend und
  • ziehend

beschrieben. Rheumatische Beschwerden gehen oft mit funktionellen Einschränkungen betroffener Körperteile einher. Die medizinisch korrekte Bezeichnung für Rheuma ist „Krankheit des rheumatischen Formenkreises“.

Rheumatoide Arthritis / Polyarthritis
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Rheumatoide Arthritis / Chronische Polyarthritis

Von den über 400 von der Weltgesundheitsorganisation aufgelisteten Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis ist die rheumatoide Arthritis (auch „chronische Polyarthritis“ genannt) die häufigste.

Info

Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis

Im Deutschen wird im Gegensatz zu anderen Sprachen (z. B. Englisch) die durch Gelenkabrieb entstandenen Gelenkentzündungen nicht als Arthritis, sondern als Arthrose bezeichnet. Die Arthrose ist also eine Arthritis-Form.

Arthritis: Ursachen

Eine Gelenkentzündung kann mehrere Ursachen haben. Nach der Klassifikation der ICD (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) unterscheidet man folgende systematische Hauptgruppen:

  • Degenerative („verschleißbedingte“) rheumatische Erkrankung:
    Arthrose
  • Infektiöse (durch Bakterien und/oder andere Erreger bedingte) rheumatische Erkrankung:
    z. B. Infektiöse Arthritis (Gelenkinfektion)
  • Stoffwechselstörungen, die mit rheumatischen Beschwerden einhergehen, u.a.
    Gicht
    Eisenspeicherkrankheit
  • Entzündliche (autoimmunbedingte) rheumatische Erkrankungen, z. B.:
    rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis)
    Morbus Bechterew
    Schuppenflechte (Psoriasis-Arthritis)
    Reaktive Arthritis (u. a. Morbus Reiter)
    Kinderrheuma (Juvenile idiopathische Arthritis)
    Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen)
    Gefäßentzündungen (Vaskulitiden)

Arthritis: Diagnose – Wie diagnostiziert man eine Arthritis?

Eine bewährte Methode zur Diagnose einer infektiösen Arthritis, aber auch einer nicht-infektiösen Arthritis ist das Abtasten. Dabei tastet der Arzt die schmerzenden Gelenke ab. Ist ein Erguss spürbar, kann dies einen Hinweis darauf geben, dass sich Flüssigkeit im Gelenk abgelagert hat.

Ein weiterer Hinweis auf eine rheumatoide Arthritis kann ein symmetrisches Verteilungsmuster der Entzündungen auf beiden Körperhälften sein. Ein Ultraschall- oder ein Röntgenbild kann Aufschluss darüber geben, wie es um das Gelenk bestellt ist.

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Außerdem wird Ihr Arzt immer eine umfassende Anamnese machen. Bei einer Anamnese werden relevante Informationen durch das Befragen und Untersuchen des Patienten gesammelt. Dabei wird der Arzt

  • alle Gelenke untersuchen („Haben Sie Schmerzen, Schwellungen, Steifigkeiten?“),
  • Sie nach Ihrer Krankengeschichte befragen und
  • die Rheumafaktoren (verschiedene Antikörper) in Ihrem Blut bestimmen.

Was hilft gegen Arthritis?

3 Übungen zur Schmerzlinderung bei Arthritis in den Händen

  1. Strecken Sie Ihre Hand aus und bewegen Sie den Daumen an der Handfläche in Richtung des kleinen Fingers. Halten Sie die Position für einige Sekunden. Wiederholen Sie die Übung mit beiden Händen zehn Mal.
  2. Strecken Sie den Arm aus und formen Sie die Hand langsam zu einer Faust. Legen Sie den Daum oben auf den Zeigefinger auf. Üben Sie nicht zu viel Druck aus, dadurch könnte sich der Schmerz verschlimmern. Wiederholen Sie die Übung zehn Mal.
  3. Halten Sie die flache Hand nach oben. Führen Sie die Fingerspitzen langsam zum Daumen, so dass Sie eine Art „O“ bilden. Wiederholen Sie zehn Mal.
Info

Gelenkschmerzen: Bewegung tut gut

Solange es Ihre individuelle Schmerzsituation zulässt, sollten Sie keinesfalls auf ein gezieltes Bewegungsprogramm verzichten. Radfahren, Schwimmen oder Walken sind gelenkschonende Aktivitäten. Auch Qi Gong oder Tai-Chi können Ihnen helfen, Ihre Beweglichkeit trotz einer Arthritis zu erhalten. Regelmäßige Bewegung ist zudem ein wichtiger Bestandteil der Sturzprophylaxe.

Hilfsmittel
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Das zählt zu den Hilfsmitteln für Senioren: Ein Überblick

Arthritis: Behandlung und Therapie

Was tun bei Arthritis? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Die Behandlung bzw. Therapie einer Arthritis ist immer abhängig von der Diagnose. Bestandteile der Behandlung einer Arthritis können sein:

  • Bewegungs- und Physiotherapie
  • Medikamentengabe (z. B. Antibiotika, Kortison)
  • Spülung und Drainage (Ableitung von Flüssigkeiten durch ein Röhrchen oder einen Schlauch)
  • Ernährungsumstellung

Medikamente gegen Arthritis

Das wichtigste Ziel ist zunächst, die heftigen Schmerzen unter Kontrolle zu bekommen, die Entzündung im Gelenk zu stoppen sowie die Ursachen (etwa eine bakterielle Infektion) einer Arthritis mit einer Antibiotika-Gabe zu bekämpfen.

Zu den Mitteln gegen Arthritis gehören entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente, aber auch neue Medikamente wie Biologicals. Biologicals sind medizinische Präparate, die mit körpereigenen Proteinen nahezu oder völlig identisch sind.

Expertenmeinung
Prof. Dr. Med. Robert Hierner
Prof. Dr. Med. Robert Hierner
Facharzt für Plastische Chirurgie/Handchirurgie und Berater der medizinischen Abteilung bei Frontida.

Mein Praxistipp für pflegende Angehörige
Betrachtet man die Vielzahl der verschiedenen Gelenkentzündungen und -veränderungen in allen Regionen des Körpers und dementsprechend die Vielzahl der möglichen Therapien, so wird schnell klar, dass eine einzelne Disziplin nicht das ganze Spektrum der modernen und umfassenden Arthritis-Therapie anbieten kann. Die Arthritis benötigt ein Therapiekonzept aus unterschiedlichen Fachgebieten, z. B. Rheumatologie, Orthopädie, Strahlentherapie und alternativer Medizin bzw. Homöopathie. Es ist zudem wichtig, dass möglichst viele Berufsgruppen beteiligt werden, also z. B. Physiotherapie, Ernährungsberatung und auch das Orthopädiefachgeschäfte.

Arthritis & Ernährung

Es gibt zwar keine spezielle Arthritis-Diät, doch ein paar Empfehlungen lassen sich zur Ernährung bei Arthritis geben.

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Ernährung im Alter – richtig und gesund ernähren

3 Tipps zur Ernährung bei einer Arthritis:

  1. Bevorzugen Sie mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die bspw. in Pflanzenölen und in Kaltwasserfischen vorkommen.
  2. Nehmen Sie mehr pflanzliche, weniger tierische Produkte zu sich.
  3. Achten Sie auf eine vollwertige Kost wie bspw. Vollkornbrot und naturbelassene Öle.
Info

Fasten bei Rheuma?

Gefastet wird seit Menschengedenken, sei es aus traditionellen, kulturellen oder religiösen Gründen. Studien belegen, dass ärztlich begleitetes Fasten und eine anschließende vegetarische Ernährung eine wirksame Methode bei der Behandlung rheumatischer Erkrankungen sein kann. Bei einer Fastenkur wird in einem Zeitraum von 7 bis 21 Tagen weitestgehend keine feste Nahrung zu sich genommen. Wichtig ist, dass Sie als Rheumapatient das Fasten nicht ohne ärztliche Begleitung durchführen.

Arthritis und Pflegegrad

Wenn Sie die Arthritis so stark einschränkt, dass Sie Ihren Alltag nicht mehr richtig bewältigen können, sollten Sie sich Hilfe holen. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für viele Hilfsmittel aus dem Hilfsmittelverzeichnis. Diese können Sie bei der Aufrechterhaltung Ihrer Selbständigkeit unterstützen.

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Haltegriffe im Badezimmer oder der Umbau in ein barrierefreies Bad werden ebenso gefördert wie die Anschaffung einer Gehhilfe wie eines Rollators. Wer seinen Haushalt nicht mehr alleine bewältigen kann, sollte zudem die Möglichkeit einer Haushaltshilfe oder anderer Dienstleistungen für Senioren in Betracht ziehen.

Die Voraussetzung für die (anteilige) Übernahme der Kosten ist, dass Ihnen ein Pflegegrad zuerkannt wird. Es lohnt sich auf jeden Fall, mit dem Pflegegradrechner einmal zu testen, ob die Beantragung eines Pflegegrades für Sie in Frage kommt.

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Arthritis: Formen

Nach der Klassifikation der ICD (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) unterscheidet man vier systematische Hauptgruppen von rheumatischen Erkrankungen, unter die verschiedene arthritische Beschwerden eingeordnet werden:

  • Die degenerativen (Arthrose),
  • die infektiösen,
  • die stoffwechselbedingten und
  • die entzündlichen (autoimmunbedingten)

rheumatischen Erkrankungen. Im Folgenden werden typische Krankheiten und Besonderheiten der Hauptgruppen erklärt.

1. Arthrose

Zu den degenerativen („verschleißbedingten“) rheumatischen Erkrankungen zählt die Arthrose. Die Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung. Sie betrifft jeden.

Arthrose: Ursache

Durch den Alterungsprozess kommt es bei einer Arthrose durch äußere und innere Einflüsse zu einer Abnutzung der Knorpeloberfläche an den Gelenken. Dieser Prozess wird im Allgemeinen in vier Stadien eingeteilt:

  1. Wenn die Knorpeloberfläche aufgebraucht ist, reibt Knochen an Knochen.
  2. Dies führt zu einer Reizung des Gelenkes.
  3. Dadurch wird eine Entzündungsreaktion hervorgerufen
  4. Die typischen Kardinalsymptome einer jeden Gelenkentzündung treten auf.

Als Risikofaktoren einer Arthrose gelten u. a. Übergewicht, Rauchen und unausgewogene Ernährung.

Arthrose: Häufigkeit

Bei Patienten, die älter als 50 Jahre alt sind, treten Arthrose-Beschwerden an unterschiedlichen Gelenken unterschiedlich häufig auf. Frauen sind wesentlich häufiger von einer Arthrose betroffen als Männer, was auf den hormonellen Einfluss zurückgeführt wird.

Arthrose: Diagnose

Die Beschwerden einer Arthrose sind belastungsabhängig und verlaufen schubartig. Charakteristisch ist, dass Betroffene stärkere Beschwerden haben, wenn sich das Klima von kalt zu warm (Frühling) und von warm zu kalt (Herbst) ändert. Patienten mit Arthrose-Beschwerden leben in den kalten Monaten gerne in wärmeren Ländern.

Je stärker die Symptome einer Arthrose sind, desto größer ist die funktionelle Beeinträchtigung des Körpers. Anfangs zeigt sich diese durch Morgensteifigkeit, später durch zunehmenden Kräfteverlust und Ungeschicklichkeit. Schließlich kommt es auch zu einer ästhetischen Beeinträchtigung, die sich vor allem im Handbereich besonders deutlich zeigen kann, bspw. durch

  • Gelenkverdickungen
  • Gelenkfehlstellungen („krumme Finger“).

Arthrose: Therapie

Eine Arthrose kann viele verschiedene degenerative Veränderungen in allen Regionen des Körpers verursachen. Dementsprechend muss eine umfassende Arthrose-Therapie von vielen verschiedenen Fachärzten durchgeführt werden.

Arthrose-Prävention

Die Vermeidung der Arthrose ist die beste Therapie. Bewährt haben sich vor allem Bewegung („wer rastet, der rostet“), eine gesunde Ernährung und die Schonung der Gelenke. Jeder Mensch sollte darauf achten, seine Gelenke nicht durch Sport oder den Beruf zu überlasten und dadurch abzunutzen. Bei bereits eingetretener Arthrose haben sich folgende Therapieprinzipien bewährt:

  • Bewegungserhalt
  • Knorpelerhalt
  • Schmerztherapie
  • nicht-operative (konservative) Therapie
  • operative Arthrose-Therapie

2. Infektiöse Arthritis

Die infektiöse Arthritis zählt zu den infektiösen rheumatischen Erkrankungen. Sie werden durch Bakterien und/oder andere Erreger bedingt.

Infektiöse Arthritis: Ursache

Bei der Form der infektiösen Arthritis wird eine Infektion z. B. durch Bakterien oder andere Erreger ausgelöst, die direkt ins Gelenk gelangen. Das passiert etwa durch eine offene Wunde, z. B. durch einen Sturz. Aber auch eine Gelenkinjektion oder eine Operation am Gelenk bergen die Gefahr, dass Bakterien (z. B. Staphylokokken oder Streptokokken) in den Körper eindringen und damit zu einer Gelenkentzündung führen. Vorbestehende Gelenkerkrankungen machen Patienten anfälliger. Eine infektiöse Arthritis tritt meist plötzlich auf (= akut). Schleichende Verläufe (subakute oder chronische Arthritiden) sind sehr selten.

Bei einer akuten Gelenkinfektion kann der Knorpel sehr schnell geschädigt werden. Damit gerät auch die Gelenkfunktion in Gefahr und eine schwere Infektion (Sepsis) kann die Folge sein.

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Der Pflegebedürftigkeitsbegriff
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Akute Gelenkinfektion ist ein Notfall

Eine akute Gelenkinfektion hat eine Letalitätsrate von 11 Prozent und wird daher als orthopädischer Notfall angesehen. Schon bei Verdacht müssen die Patienten ins Krankenhaus.

Infektiöse Arthritis: Häufigkeit

Die bakterielle Arthritis kommt in jedem Lebensalter vor. Es bestehen zwei Altersgipfel, bei sehr jungen Patienten und bei Patienten mit fortgeschrittenem Alter. Die infektiöse Arthritis zählt zu den typischen Krankheiten im Alter.

Infektiöse Arthritis: Diagnostik

Bei einer akuten infektiösen Arthritis ist die Diagnose relativ einfach. Sie besteht aus

  • der Anamnese (Befragung nach Vorgeschichte)
  • der körperlichen Untersuchung (auch „klinische Untersuchung“ genannt)
  • Laboruntersuchungen (ggf. sonographisch)
  • Gelenkpunktion
  • Röntgen

Die Symptome geben Ihrem Arzt wichtige Hinweise. Außerdem wird er Sie auf die sog. Entzündungsparameter in Ihrem Blut untersuchen. Hinweise auf einen Befund können sein:

  • Mehr weiße Blutkörperchen (Leukozytose)
  • Hoher Anteil an C-reaktivem Protein (CRP) – CRP sind Eiweißstoffe, die bei einer Entzündung im Körper ins Blut abgegeben werden, um das Immunsystem zu unterstützen
  • Hohe Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BKS)
Info

Was machen Blutkörperchen?

Blutkörperchen sind Zellen, die sich in unserem Blut befinden. Sie übernehmen viele überlebenswichtige Funktionen in unserem Körper. Blutkörperchen bilden unser Immunsystem zur Vernichtung schädlicher Fremdkörper, transportieren Sauerstoff oder sorgen dafür, dass sich Wunden wieder verschließen.

Die wichtigste Untersuchung bei Verdacht auf eine bakterielle Gelenkentzündung ist die Gelenkpunktion zur Gewinnung von Gelenkflüssigkeit.

Infektiöse Arthritis: Therapie

Die notfallmäßige Therapie kann aus einem kleinen Eingriff am Gelenk bestehen. In Frage kommt außerdem eine Wundreinigung (Debridement) mit Spülung und Drainage, kombiniert mit einer systemischen Antibiotikatherapie.

3. Gicht

Einige Stoffwechselstörungen führen zu Gelenkentzündungen. Die bekannteste stellt die Gicht dar.

Gicht: Ursache

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich zu viel Harnsäure im Blut ansammelt, so dass Harnsäure-Ablagerungen entstehen. Diese Ablagerungen können entstehen

  • in den Gelenken („Gicht-Kristallopathie“)
  • in den inneren Organen
  • in den Schleimbeuteln
  • in den Sehnen
  • in der Haut
  • im Ohrknorpel

Ein typisches Symptom des ersten Gichtanfalls sind heftige Gelenkschmerzen, meist im großen Zeh.

Gicht: Häufigkeit

Etwa 80 Prozent der Gichtpatienten sind Männer. Die Krankheit trifft sie meist zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr, selten in jüngeren Jahren. Frauen bekommen eine Gicht üblicherweise nicht vor Einsetzen der Wechseljahre. Offenbar bieten die weiblichen Geschlechtshormone bis zu diesem Zeitpunkt einen gewissen Schutz.

Gicht: Diagnose

Kristalle in der Gelenkpunktion gelten als Nachweis für eine Gicht.

Gicht: Therapie

Bezüglich der Gicht-Therapie unterscheidet man in:

  • Vermeidung eines Gichtanfalls
    Das Ziel ist die Reduzierung des erhöhten Harnsäurespiegels. Dies geschieht durch Ernährungsveränderungen und die Gabe von Medikamenten.
  • Therapie des akuten Gichtanfalls
    Durch Gabe von Medikamenten wie Kortison kann ein akuter Gichtanfall aufgehalten bzw. unterdrückt werden.

4. Entzündliche Arthritis

Die entzündliche Arthritis zählt zu den entzündlichen (autoimmunbedingten) rheumatischen Erkrankungen. Die häufigste Form ist die rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis).

Ursache entzündlicher rheumatischer Erkrankungen

Durch eine fehlgesteuerte Immunreaktion kommt es bei einer entzündlichen (autoimmunbedingten) rheumatischen Erkrankungen zu Veränderungen der Gelenkhaut und zu einem Gelenkerguss. Dieser überdehnt die Kapseln und den Bandapparat der Gelenke und führt letztlich dazu, dass die Gelenke instabil werden. Durch die wuchernde Gelenkhaut (Synovia) wird der Gelenkknorpel geschädigt und entzündungsfördernde Stoffe (Zytokinen) freigesetzt.

Allein in Deutschland sind mehr als eine halbe Million Menschen betroffen. Es gibt eine Reihe von Autoimmunerkrankungen, die bei manchen Menschen eine Arthritis auslösen. Formen entzündlicher (autoimmunbedingter) rheumatischer Erkrankungen sind Morbus Bechterew, Schuppenflechte (Psoriasis)-Arthritis, Kinderrheuma (Juvenile idiopathische Arthritis), Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen) und Gefäßentzündungen (Vaskulitiden). Die häufigste Form ist die rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis).

Entzündliche rheumatische Erkrankungen: Diagnostik

Neben den allgemeinen Untersuchungsmethoden bei Gelenkentzündung (s. o.) können zur Diagnose der chronischen rheumatoiden Arthritis Untersuchungen des Blutes durchgeführt werden.

Bei den sog. Sero-positiven rheumatischen Erkrankungen können bestimmte Antikörper in typischer Verteilung und Konzentration Aufschluss über das Krankheitsbild geben. Dabei werden die Werte bestimmter Antikörper wie CCP-Antikörper (cyclisch citrullinierte Peptide) oder MCV-Antikörper (Antikörper gegen mutiertes citrunilliertes Vimentin) analysiert. Diese Methode eignet sich besonders im frühen Stadium der Arthritis-Diagnose.

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Normalerweise sollte der Rheumafaktor im Blut unter 14 IU/ml liegen. IU ist die Abkürzung für „International Units“. Die Rheumafaktoren sind allerdings nur bedingt aussagekräftig:

  • Die meisten Erkrankungen aus dem Rheumatischen Formenkreis sind Sero-negativ, d. h. sie zeigen keine spezifischen Antikörper im Blut.
  • Manche ältere Menschen, die einen hohen Wert haben (über 10 bis 20 IU/ml), leiden keineswegs an Rheuma – und andere, deren Wert normal ist, haben Rheuma.
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Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis)

Die rheumatoide Arthritis beginnt eher langsam und bleibt oft lange unerkannt. Symptome der rheumatoiden Arthritis sind z. B.

  • Die Gelenke schmerzen in der Nacht und am Morgen.
  • Finger und andere Gelenke sind morgens steif und schwer beweglich.
  • An den Fingern und anderen Gelenken treten Schwellungen auf.

Entzündliche Arthritis: Der Rheuma-Schub

Bei einer chronischen (Poly)-Arthritis gibt es bessere und schlechtere Zeiten. Wenn der Zustand von Arthritis-Patienten plötzlich sehr schlecht wird und die Symptome besonders stark sind, spricht man von einem Schub. Die Entzündung in den Gelenken flammt dann auf und flaut mitunter erst nach Wochen oder sogar Monaten wieder ab.

Entzündliche Arthritis: Therapie

Die Therapie einer chronischen (rheumatoiden) Arthritis zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern, die Entzündungsprozesse in den Gelenken zu bekämpfen und so massive Schäden möglichst zu verhindern. Neben der medikamentösen Therapie bei einer Arthritis gibt es weitere Möglichkeiten:

  • Physiotherapie
  • Bewegungsprogramme
  • Ergotherapie
  • Psychologische Begleitung

Sonderform der entzündlichen Arthritis: Reaktive Arthritis

Eine weitere Form der entzündlichen (autoimmunbedingten) rheumatischen Erkrankungen ist die reaktive Arthritis. Die reaktive Arthritis ist eine Gelenkentzündung, die im Anschluss an eine bakterielle Infektion auftreten kann.

Wenn unser Immunsystem Bakterien oder Viren nach einer Infektion der Harnwege, des Darms oder der Atemwege als fremd einstuft und versucht, diese zu bekämpfen, kann es auch zu einer temporären Gelenkentzündung kommen. Man geht dann von einer überschießenden Immunreaktion nach bestimmten Bakterieninfekten aus. Die Neigung zu dieser überschießenden Reaktion ist genetisch bedingt.

Reaktive Arthritis: Ursachen

Eine reaktive Arthritis kann als Spätfolge einer Infektion z. B. durch Salmonellen oder Chlamydien auftreten. Die reaktive Arthritis wird auch als parainfektiöse (gleichzeitig auftretende) Arthritis oder postinfektiöse (nachfolgend auftretend) Arthritis bezeichnet.

Typische Krankheitsbilder der Reaktiven Arthritis sind:

  • Lyme-Arthritis: nach einer unbehandelten oder unentdeckten Borreliose, die durch Zeckenbisse übertragen werden kann, kann eine Lyme-Arthritis entstehen
  • Rheumatisches Fieber: z. B. nach Rachenentzündungen
  • Virusbedingte Arthritis: z. B. als Folge von Virusinfektionen wie Röteln
  • Reiter-Syndrom: als Folge einer bakteriellen Infektion des Darms oder der Harnwege

Reaktive Arthritis: Symptome

Die Symptome treten erst Tage oder Wochen nach einer Infektion auf. Betroffen sind meist einzelne große Gelenke der unteren Extremität auf nur einer Körperseite.

Reaktive Arthritis: Therapie

In der Regel heilt eine reaktive Arthritis vollständig aus. Im akuten Stadium besteht die Behandlung aus physikalischen Maßnahmen. Dazu zählen

  • Kältetherapie (Kaltluft, Kühlpacks)
  • Ultraschall oder
  • kurzzeitige Ruhigstellung.

Für die medikamentöse Therapie kommen in erster Linie nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen in Frage. Zur Therapie der reaktiven Arthritis gehört auch ein gezieltes Bewegungsprogramm. Bei Chlamydien muss auch der Partner prophylaktisch behandelt werden, um eine erneute Infektion durch Sexualkontakte zu vermeiden. Wenn die Augen in Mitleidenschaft gezogen werden (z. B. durch eine Regenbogenhautentzündung), sollten Sie einen Augenarzt hinzuziehen.

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