Schlaganfall im Überblick
Inhaltsverzeichnis
Schlaganfall: Definition
Ob Hirnschlag, Hirninfarkt, Apoplex oder Schlaganfall – alle Bezeichnungen meinen dasselbe: Bei einem Schlaganfall fallen Hirnfunktionen plötzlich aus.(1)
Schlaganfall: Ursachen und Risikofaktoren
Die Ausfälle bei einem Schlaganfall entstehen durch eine akute Unterversorgung von Teilen des Gehirns mit Blut und damit Sauerstoff.
Ein Schlaganfall kann zwei mögliche Ursachen haben:(2)
- Eine Durchblutungsstörung im Gehirn
- Eine Hirnblutung
Begünstigt werden beide Ursachen durch verschiedene Risikofaktoren. Manche davon lassen sich nicht beeinflussen, andere hingegen schon. Tatsächlich gelten etwa 80 % aller Schlaganfälle als vermeidbar.(3)
Was Sie tun können, um Ihr persönliches Schlaganfall-Risiko zu senken, erfahren Sie in unserem Ratgeber Schlaganfall vorbeugen.
Auch junge Menschen leiden zunehmend an Erkrankungen, die mit einem erhöhten Schlaganfall-Risiko einhergehen, wie Nikotinsucht, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen.

Schlaganfall-Arten
Man unterscheidet zwei Arten:(4)
- Ischämische Schlaganfälle werden ausgelöst durch ein Blutgerinnsel oder eine Arterienverkalkung, die ein Gefäß im Gehirn verschließt.
- Hämorrhagische Schlaganfälle werden ausgelöst durch eine Hirnblutung, häufig infolge von Bluthochdruck oder blutverdünnenden Medikamenten.
Ischämischer Schlaganfall

Ischämischer Schlaganfall
In den meisten Fällen lösen Durchblutungsstörungen im Gehirn einen Schlaganfall aus (ischämischer Schlaganfall).
Eine Durchblutungsstörung entsteht aufgrund eines Blutgerinnsels oder aufgrund einer Arterienverkalkung (fachsprachlich Arteriosklerose).
Durch Veränderungen kleiner Gefäße im Gehirn, Verengungen hirnversorgender Gefäße oder Vorhofflimmern im Herzen kann es zu einem Gefäßverschluss im Gehirn kommen.
In der Folge werden manche Hirnareale unzureichend mit Sauerstoff versorgt. Schlaganfälle aufgrund einer Mangeldurchblutung machen etwa 80 % aller Schlaganfälle aus.(4)
Hämorrhagischer Schlaganfall bei Hirnblutung

Hämorrhagischer Schlaganfall
Rund 20 % aller Schlaganfälle werden durch Hirnblutungen hervorgerufen (hämorrhagischer Schlaganfall), beispielsweise im Rahmen einer Hypertonie oder durch die Einnahme blutverdünnender Medikamente.
Es gibt zwei Arten von Hirnblutungen: Entweder blutet es direkt ins Gehirngewebe, oder eine geplatzte Ader sorgt dafür, dass Blut zwischen die Hirnhäute läuft. Letzteres macht sich häufig durch einen plötzlichen, heftigen Kopfschmerz bemerkbar.
Eine Hirnblutung schädigt den von ihr betroffenen Teil des Gehirns unmittelbar.
Der Bluterguss kann zudem auf gesundes Gehirngewebe drücken und es schädigen.(4)
Schlaganfall: Symptome und Schweregrade
Ein Schlaganfall tritt meist ohne Vorwarnung auf.
Da sich die Nervenbahnen im Körper kreuzen, zeigen sich die Symptome in der Regel auf der gegenüberliegenden Körperseite. Ein Kribbeln in der linken Hand kann beispielsweise auf einen Schlaganfall in der rechten Hirnhälfte hindeuten.
Man unterscheidet drei Schweregrade:
- Leichter Schlaganfall (kurz TIA): Symptome bilden sich innerhalb von 24 Stunden zurück, gelten aber als Warnzeichen für einen schweren Schlaganfall.
- Stiller Schlaganfall: Bleibt oft unbemerkt, da unauffällige Hirnareale betroffen sind.
- Schwerer Schlaganfall: Größere und relevante Hirnareale sind betroffen, die Folgen sind oft gravierend und nicht immer vollständig rückbildbar.
Da jede Minute zählt, ist es wichtig, dass Sie die typischen Warnzeichen eines Schlaganfalls kennen und im Zweifel sofort handeln. In unserem Ratgeber Schlaganfall-Symptome erkennen erfahren Sie, worauf Sie konkret achten sollten.
Schlaganfall: Test und Diagnose
Ein Schlaganfall ist nicht immer sofort als solcher erkennbar.
Bei jedem Verdacht gilt: Sofort die 112 rufen. Im Krankenhaus wird zunächst geklärt, ob eine Durchblutungsstörung oder eine Blutung die Ursache ist.
Nur wenn diese Frage schnell beantwortet ist, kann gezielt behandelt werden. Idealerweise auf einer spezialisierten Stroke Unit.
In unserem Ratgeber Tests und Diagnose bei Schlaganfall erfahren Sie, welche Untersuchungen im Detail durchgeführt werden und was Sie im Akutfall beachten sollten.
Therapie und Reha nach einem Schlaganfall
Die Behandlungschancen sind am besten, wenn Schlaganfall-Patienten innerhalb der ersten Stunden versorgt werden.
Je nach Ursache kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz:
- Medikamentöse Behandlung zur Auflösung der Durchblutungsstörung.
- Operative Verfahren, etwa zum Stoppen einer Hirnblutung oder zur Wiedereröffnung eines verschlossenen Gefäßes.
Nach der Akutbehandlung beginnt für viele Betroffene eine intensive Reha-Phase, in der verlorene Fähigkeiten wie Sprechen, Gehen oder Greifen wieder trainiert werden.
In unserem Ratgeber Schlaganfall-Behandlung & Reha erfahren Sie, welche Therapie-Formen es gibt und wie der Weg zurück in den Alltag gelingen kann.
Folgen nach einem Schlaganfall
Je nachdem, welcher Hirnbereich betroffen ist, können die Folgen eines Schlaganfalls sehr unterschiedlich ausfallen. Von kaum spürbaren Einschränkungen bis hin zu schweren, bleibenden Beeinträchtigungen.
Viele Betroffene sind nach einem Hirninfarkt auf Unterstützung im Alltag angewiesen. Etwa ein Viertel bleibt nach einem Schlaganfall dauerhaft pflegebedürftig.(3)(5)
In unserem Ratgeber Folgen eines Schlaganfalls erfahren Sie, welche Beeinträchtigungen je nach betroffener Hirnregion typisch sind und welche Mittel und Wege es gibt, um den Pflegealltag zu erleichtern.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Schlaganfall? Einfach erklärt!
Ein Schlaganfall ist eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung im Gehirn (ischämischer Schlaganfall) oder Blutung in das Gehirn (hämorrhagischer Schlaganfall). Bei rund 80 Prozent aller Schlaganfall-Patienten kommt es zu einer plötzlichen Durchblutungsstörung im Gehirn. Je nach Bereich kann eine andere Funktion dabei in Mitleidenschaft gezogen werden. Rund 70 Prozent der Schlaganfall-Patienten leiden unter Langzeitfolgen wie zum Beispiel Sprachstörungen oder halbseitiger Lähmung.
Was ist ein Apoplex?
Ein Apoplex ist der medizinische Fachausdruck für Schlaganfall.
Was passiert bei einem Schlaganfall?
In 80 Prozent aller Schlaganfälle wird ein Blutgefäß im Gehirn durch ein Blutgerinnsel verschlossen. In der Folge wird das Gehirngewebe nur noch wenig oder gar nicht mehr durchblutet. In diesen Fällen kommt weniger oder kein Sauerstoff mehr ins Gehirn, wodurch die betroffenen Zellen im Gehirn absterben.
Welche Arten von Schlaganfall gibt es?
Es gibt zwei Arten von Schlaganfall: den ischämischen Schlaganfall und den hämorrhagischen Schlaganfall.
Was ist ein ischämischer Schlaganfall?
Ein ischämischer Schlaganfall tritt in 80 Prozent aller Schlaganfälle auf und ist die Folge einer Durchblutungsstörung des Gehirns.
Was ist ein hämorrhagischer Schlaganfall?
Ein hämorrhagischer Schlaganfall tritt in 20 Prozent aller Schlaganfälle auf und ist die Folge einer Blutung in das Gehirn.
Was ist ein Hirninfarkt?
Ein Hirninfarkt (auch Hirnschlag) ist ein anderes Wort für ischämischer Schlaganfall. Hier ist die Ursache eine Durchblutungsstörung des Gehirns durch Arteriosklerose (Arterienverkalkung).
Was ist ein Gehirnschlag?
Ein Gehirnschlag (auch Hirnschlag) ist ein anderes Wort für ischämischer Schlaganfall. Hier ist die Ursache eine gestörte Durchblutung des Gehirns durch Arteriosklerose (Arterienverkalkung).
Was ist eine Hirnblutung?
Eine Hirnblutung ist ein anderes Wort für hämorrhagischer Schlaganfall. Hier ist die Ursache eine Blutung in das Gehirn.
Was ist ein stiller/stummer Schlaganfall?
Ein stiller oder auch stummer Schlaganfall wird vom Betroffenen kaum bis gar nicht bemerkt. Dies kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn der Schlaganfall einen Bereich im Gehirn trifft, in dem keine kritischen Funktionen (wie zum Beispiel Sprechen oder Sehen) angesiedelt sind.






