Pneumonie: Definition
Pneumonie ist der Fachbegriff für eine Lungenentzündung. Die Infektionskrankheit ist gekennzeichnet durch Entzündungen der Lungenbläschen (Alveolen) und des umliegenden Lungengewebes. Viele Betroffene fühlen sich sehr krank. Einige müssen sogar ins Krankenhaus. Meist ist die Ursache dafür eine bakterielle Infektion, aber auch Viren oder Pilze können eine Pneumonie auslösen.(1)
Für Risikogruppen – dazu gehören alte und kranke Menschen sowie Säuglinge – kann eine Pneumonie lebensbedrohlich sein.(2)
Wie bekommt man eine Lungenentzündung?
Meist entsteht eine Lungenentzündung infolge einer Infektion durch Krankheitserreger. Bakterien, Viren oder Pilze gelangen in die Atemwege, die Immunabwehr kommt gegen die Invasion nicht an und die Lunge reagiert mit Entzündungsreaktionen.
Das Gewebe schwillt an und Flüssigkeit in den Lungenbläschen (Alveolen) vermindert die Sauerstoffaufnahme in der Lunge.(1)
Wie wird eine Lungenentzündung übertragen?
Für eine Ansteckung sind vor allem folgende Infektionswege verantwortlich:
- Die Tröpfcheninfektion ist der Hauptübertragungsweg. Speicheltröpfchen gelangen beim Sprechen, Husten oder Niesen in die Luft und mit Ihnen die Krankheitserreger. Andere atmen diese Tröpfchen ein und stecken sich an.
- Bei der Kontakt- oder Schmierinfektion werden die Erreger über das Händeschütteln oder das Berühren etwa von Türklinken übertragen. Von der Hand erreichen sie dann schnell die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen.
- Selbstinfektion ist insbesondere bei Lungenentzündungen ein Thema, weil Pneumokokken häufig permanent unseren Nasen-Rachenraum besiedeln. Krank machen sie aber erst, wenn das Immunsystem geschwächt ist.
- Bei der Aspiration (Verschlucken) gelangen Bakterien aus dem Mundraum, Speisereste oder Mageninhalt versehentlich in die Luftröhre und darüber in die Lunge, wo sie zu einer Entzündung führen können.
Pneumonie-Ursachen im Überblick
Es gibt infektiöse und nicht-infektiöse Ursachen für eine Pneumonie.(1)
Infektiöse Ursachen sind in den meisten Fällen Bakterien, vor allem sogenannte Pneumokokken, die eine Lungenentzündung hervorrufen. Aber auch Viren, beispielsweise Grippeviren, können Auslöser der Krankheit sein. Seltener sind Pilze schuld an der Infektion.
Nicht-infektiöse Ursachen kommen nicht so häufig vor. Dazu gehören:
- Aspiration
- Einatmen von Giftstoffen
- Eine Strahlentherapie
- Bestimmte Medikamente
- Eine Minderbelüftung oder ungenügende Durchblutung bestimmter Lungenbereiche
Risikofaktoren für Pneumonie
Jeder Mensch kann eine Lungenentzündung bekommen. Doch die Gefahr – auch für einen schweren Verlauf der Krankheit – wächst, je schwächer das Immunsystem ist.
Deshalb sind Lungenentzündungen bei Kleinkindern und alten Menschen so gefährlich. Ihre Immunabwehr ist noch nicht ausgereift beziehungsweise altersbedingt geschwächt. Bakterien und Viren können sich also schneller im Körper ausbreiten.
Außerdem begünstigen verschiedene Risikofaktoren eine Pneumonie:
- Chronische Lungenkrankheiten: Die Lungen von Menschen mit COPD, Mukoviszidose oder Asthma verlieren zunehmend ihre natürlichen Reinigungsmechanismen, wie etwa die Funktion der Flimmerhärchen oder das Abhusten von Fremdstoffen und Schleim.
- Neurologische Störungen: Die Folge von Krankheiten wie einer Demenz, Parkinson, Schlaganfall und Multiple Sklerose (MS) kann eine Schluckstörung und damit Aspiration sein.
- Rauchen: Nikotin schädigt unter anderem die Flimmerhärchen in den Bronchien, wodurch Erreger schlechter abtransportiert werden können.
- Operationen: Nach operativen Eingriffen steigt das Risiko für Pneumonie, zum Beispiel weil die Patienten flacher atmen, so dass sich Viren und Bakterien besser festsetzen können.
- Krebserkrankungen: Sowohl der Krebs selbst als auch Bestrahlung und Chemotherapie schwächen das Immunsystem.
- Influenza: Pneumonie kann eine Komplikation der Virus-Grippe sein.
- Corona: Eine Infektion mit dem Covid-19-Virus kann ebenfalls zu einer schweren Form der viralen Lungenentzündung führen.
Pneumonie-Arten im Überblick
Je nachdem, wo ein Mensch sich eine Lungenentzündung zuzieht, unterscheiden Mediziner zunächst zwischen einer ambulant und der im Krankenhaus erworbenen nosokomialen Pneumonie.(1)
Abgesehen davon können Lungenentzündungen noch weiter differenziert werden.
Unterscheidung nach Krankheitserreger
Nimmt man den Krankheitserreger genauer unter die Lupe, lassen sich Lungenentzündungen in verschiedene Kategorien einteilen:
- Bakterielle Lungenentzündungen sind die häufigsten Pneumonie-Arten. Typische Erreger sind die Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae), die oft ohne Vorwarnung sehr schwere Symptome hervorrufen.(2)
- Die Mykoplasmen-Pneumonie wird dagegen vom Bakterium Mycoplasma pneumoniae verursacht und ist durch einen meist schleichenden Krankheitsverlauf gekennzeichnet.(1)
- Die Legionellen-Pneumonie oder Legionärskrankheit ist oft schwerwiegender als andere Lungenentzündungen. Die namensgebenden Verursacher lauern in warmem Süßwasser, beispielsweise in Whirlpools.
Virale Lungenentzündungen kommen vor allem in den Wintermonaten vor, etwa verursacht durch Grippeviren.
Eine Organisierende Pneumonie ist dagegen weder auf Bakterien noch auf Viren zurückzuführen.
Unterscheidung nach Symptomatik, Ort und Ausprägung
Pneumonie-Formen können auch nach Symptomatik, Ort und Ausprägung unterschieden werden:
- Die kalte Lungenentzündung (atypische Pneumonie) ist schwerer zu diagnostizieren, weil sie oft ohne die typischen Warnsignale verläuft.(3)
- Bei der interstitiellen Pneumonie sind nicht die Lungenbläschen betroffen, sondern das dazwischen liegende Gewebe.
- Je nachdem, ob sich die Entzündung auf einen oder beide Lungenflügel ausgebreitet hat, liegt eine einseitige oder doppelseitige Lungenentzündung vor.
- Eine verschleppte Lungenentzündung kommt besonders bei einer atypischen Pneumonie vor und kann mit schweren Komplikationen einhergehen.
- Eine chronische Lungenentzündung kehrt entweder immer wieder zurück oder dauert länger als sechs Wochen an. Gründe sind eine Dauerreizung des Lungengewebes oder die nicht vollständige Beseitigung der Ursache.
Lungenentzündung: Symptome und erste Anzeichen
Typische Symptome einer Lungenentzündung sind:(2)
- Hohes Fieber und Schüttelfrost
- Husten mit und ohne Auswurf
- Atemnot und schnelle Atmung
- Schmerzen im Brustkorb
- Schneller Puls
Dass es sich um eine Lungenentzündung handelt, merkt man vor allem an der allgemeinen Schwäche und dem starken Krankheitsgefühl. Außerdem treten die Anzeichen in der Regel sehr plötzlich auf.
Unspezifische Symptome bei kalter Lungenentzündung
Lediglich bei der kalten Lungenentzündung haben die Betroffenen eher moderates Fieber und trockenen Husten, oft auch verbunden mit einem Hautausschlag. Es kann daher passieren, dass die Anzeichen zunächst nicht als Pneumonie erkannt werden.(3)
Lungenentzündung: Symptome bei Kindern und alten Menschen
Bei Kindern und älteren Menschen können Anzeichen für eine Lungenentzündung schwächer sein, anders ausfallen oder sogar fehlen.(2)
So klagen Kinder häufig über Bauchschmerzen. Durchfall, Übelkeit und Erbrechen können auftreten. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann es sein, dass sie das Trinken verweigern. Sie wirken blass, ihr Puls geht schnell und beim Atmen bewegen sich ihre Nasenflügel deutlich mit.
Auch bei älteren Menschen kann Durchfall ein Pneumonie-Symptom sein. Außerdem wirken sie manchmal verwirrt und orientierungslos.
Diagnose: Lungenentzündung
Fieber, Husten, Atemnot – meist kommen die Symptome einer Lungenentzündung plötzlich. Entsprechend sollten Sie schnell handeln und möglichst sofort Ihre Hausarztpraxis aufsuchen.
Wird es kompliziert oder ist der Verlauf chronisch, übernimmt der Lungenfacharzt (Pneumologe).
Bei einer Lungenentzündung kann der Zustand schnell kritisch werden. Bei akuter Atemnot, blauen Lippen und anhaltend hohem Fieber führt daher kein Weg an der Arztpraxis oder – wenn diese geschlossen ist – der Notaufnahme vorbei.
So läuft die Diagnostik ab
Die Diagnostik beginnt wie gewohnt mit einem Anamnesegespräch. Dabei achtet das Behandlungsteam besonders auf Pneumonie-typische Symptome und mögliche Risikofaktoren.
Die anschließende körperliche Untersuchung liefert meist bereits weitere Anhaltspunkte für eine Lungenentzündung, vor allem wenn der Arzt mit dem Stethoskop die Lunge abhorcht und die charakteristischen Atemgeräusche vernimmt.(2)
Sicherheit liefert dann eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs – und wenn das nicht reicht, eine Computertomographie, kurz CT. Auch Komplikationen wie etwa Wasser in der Lunge können dadurch ausgeschlossen werden.(4)
Lungenentzündung im Labor feststellen
Darüber hinaus wird dem Patienten Blut abgenommen. Im Labor werden dann die Blutwerte, vor allem die Entzündungsmarker, ermittelt.
Den Sauerstoffgehalt im Blut kann man mit einem Pulsoxymeter messen. Er wird mit einem Clip mit Lichtsensor auf den Finger gesteckt, wo er den Sauerstoffgehalt optisch ermittelt.
Die mikrobielle Diagnostik – also zu ermitteln, um welchen Erreger es sich konkret handelt – ist in den meisten Fällen nicht notwendig.
Einteilung des Schweregrades
Handelt es sich um eine leichte oder schwere Lungenentzündung? Um zu erwägen, ob der Patient zuhause oder im Krankenhaus behandelt werden muss, ist es wichtig, den Schweregrad der Lungenentzündung zu ermitteln.
Das geschieht vor allem auf Basis einer ärztlichen Einschätzung des Behandlungsteams. Ergänzend kann der sogenannte CRB-65 Score zur Anwendung kommen, um zu überprüfen, wie gefährlich die Lungenentzündung für den Patienten ist.
Dabei werden folgende Kriterien geprüft:(4)
- Die Atemfrequenz darf nicht mehr als 30 Atemzüge pro Minute betragen.
- Der diastolische Blutdruck sollte nicht höher als 60 oder der systolische Blutdruck kleiner als 90 sein.
- Liegt eine Bewusstseinstrübung vor?
- Ist der Patient älter als 64 Jahre?
Selbsttest auf Lungenentzündung?
Es gibt keinen medizinisch anerkannten Selbsttest, den Sie zuhause durchführen können, um eine Lungenentzündung sicher zu diagnostizieren.
Allerdings sind diese klassischen vier Warnzeichen auch ganz ohne Test ein deutlicher Hinweis darauf, dass Sie eine Pneumonie haben könnten:
- Hohes Fieber und Schüttelfrost
- Husten mit und ohne Auswurf
- Atemnot
- Schmerzen im Brustkorb
Darüber hinaus gibt es in der Apotheke einen sogenannten Pulsoximeter. Damit können Sie ganz einfach an Ihrem Finger die Sauerstoffsättigung in Ihrem Blut messen. Liegt er unter 94 Prozent kann das ein Hinweis auf eine Beeinträchtigung der Lungenfunktion sein.
Lungenentzündung: Verlauf, Dauer und Folgen
Eine Lungenentzündung ist eine gefährliche Krankheit, die aber für ansonsten gesunde Menschen bei rechtzeitiger Behandlung nicht lebensbedrohlich ist. Eine leichte Lungenentzündung kann in der Regel zuhause auskuriert werden.
Die Dauer einer Pneumonie ist stark abhängig vom Schweregrad, dem Alter und allgemeinen Gesundheitszustand.
Bei einer leichten Lungenentzündung sinkt nach Therapiebeginn zunächst das Fieber innerhalb einer Woche auf die normale Körpertemperatur. Während der folgenden sechs Wochen klingen dann nach und nach auch die restlichen Symptome ab. Trotzdem fühlen sich viele Betroffenen noch lange etwas müde und schlapp. Die komplette Heilung kann bis zu sechs Monate dauern.(5)
Eine mittelschwere und schwere Lungenentzündung dauert meist länger und macht immer auch einen Krankenhausaufenthalt notwendig.
Komplikationen bei einer Pneumonie
Insbesondere für Säuglinge und Kleinkinder, ältere Menschen sowie Personen mit einer chronischen Erkrankung kann eine Pneumonie schwere gesundheitliche Folgen mit sich bringen.
Folgende Komplikationen können bei einer Lungenentzündung auftreten:(1)
- Mittelohrentzündung
- Entzündung der Nasennebenhöhlen
- Entzündung der Hirnhaut
- Entzündung des Herzbeutels
- Entzündung der Herzklappen
- Brustfellentzündung
- Wasseransammlung zwischen Lunge und Brustfell
- Eiteransammlungen (Abszesse) in der Lunge
- Multiorganversagen durch eine Sepsis
Im Endstadium einer Lungenentzündung müssen die Patienten intensivmedizinisch versorgt werden, da dann häufig eine maschinelle Beatmung notwendig wird.
In Deutschland sterben rund 20.000 Menschen pro Jahr an einer Pneumonie.
Lungenentzündung: Behandlung
Eine Lungenentzündung muss vor allem schnell behandelt werden, um schwere Folgen zu vermeiden. Sobald das Röntgenbild die Pneumonie bestätigt, sieht die Leitlinie daher eine sofortige Antibiotikatherapie vor.(4)
Dafür steht eine ganze Palette an Präparaten zur Verfügung, die das Behandlungsteam je nach Schwere der Pneumonie einzeln oder in Kombination einsetzen kann. Sobald der Erreger bekannt ist, kann die Therapie wenn nötig angepasst werden.(2)
Pneumonie-Behandlung zuhause oder im Krankenhaus?
Für die Behandlung zuhause bekommen Sie hochdosierte Antibiotikum-Tabletten. Ab einer mittelschweren Pneumonie werden Sie allerdings im Krankenhaus behandelt.
Dann erhalten Sie die für Sie ausgewählten Antibiotika in der Regel über den Tropf. Auf diese Weise können sie noch schneller wirken. Später wird manchmal auf die orale Gabe gewechselt.(4)
Für den Fall, dass Sie Antibiotika nicht vertragen, weil Sie zum Beispiel eine Penizillin-Allergie haben, sieht die Leitlinie für jeden Schweregrad alternative Präparate vor.
Kombinationstherapie bei Pneumonie
Haben Sie eine oder mehrere Vorerkrankungen, wie etwa COPD, wird Ihr Behandlungsteam möglicherweise auf eine Kombinationstherapie aus mehreren Präparaten setzen. Auch bei bestimmten Erregern macht das Sinn.(4)
Behandlung bei viraler Pneumonie
Sind Viren, beispielsweise Grippe- oder Corona-Viren, die Ursache für die Lungenentzündung, kommen sogenannte Virostatika zum Einsatz. Das sind Medikamente, die gegen Viren wirken.
Weitere Therapiemöglichkeiten bei Lungenentzündung
Neben der medikamentösen Therapie sind für Menschen mit Lungenentzündung vor allem zwei Dinge wichtig: Ruhe und viel trinken.(2)
Darüber hinaus kann die Gabe von Sauerstoff den Betroffenen Linderung verschaffen. Bei einer Lungenentzündung ist der Gasaustausch in den Lungenbläschen nur eingeschränkt möglich. Deshalb erhalten Menschen mit leichter und mittelschwerer Pneumonie manchmal Sauerstoff über eine Nasensonde oder eine Maske.
Bei einer schweren Pneumonie kann es außerdem notwendig sein, den Patienten ins künstliche Koma zu versetzen und künstlich zu beatmen. Dafür wird ein Schlauch (Tubus) über den Mund in die Luftröhre eingeführt. Ein Beatmungsgerät übernimmt dann die Atmung.(4)
Was können Sie selbst tun bei Lungenentzündung?
Es gibt verschiedene bewährte Hausmittel und unterstützende Maßnahmen, die Ihnen bei der Genesung von einer Lungenentzündung helfen können.
So kann das Inhalieren mit einer Kochsalzlösung sehr wohltuend sein. Das gilt auch für Dampfbäder mit Kräutern – beispielsweise Kamillenblüten oder Thymian.
Das Fieber kann dagegen durch regelmäßige kalte Wadenwickel etwas gesenkt werden.(2)
Positionierung bei Lungenentzündung
Auf starke Probleme mit der Atmung oder akuter Atemnot können Sie mit Ihrer Körperhaltung positiv einwirken:
- Wenn Sie Ihren Oberkörper hoch lagern, drückt das Zwerchfell weniger auf die Lunge.
- In Seitenlage entlasten Sie Ihren Rücken und belüften den oberen Bereich der Lunge.
- Wenn Sie sehr schlecht Luft bekommen, können Sie sich im Sitzen leicht nach vorne beugen und die Arme auf den Knien abstützen, um Ihre Atemmuskulatur zu unterstützen.
Lesen Sie mehr zum Thema Positionierungstechniken in unserem Ratgeber Positionierung & Transfer in der häuslichen Pflege.
Atemübungen bei Lungenentzündung
Mit gezielten Atemtechniken können Sie Ihre Atmung in die tiefen entzündeten Abschnitte Ihrer Lunge lenken.
Auch für das Abhusten von festsitzendem Schleim gibt es Techniken, wie beispielsweise das Huffing. Dabei husten Sie nicht, sondern hauchen den Schleim eher kräftig aus.
Fragen Sie Ihren Arzt oder Physiotherapeuten nach hilfreichen Atemübungen.
Ernährung bei Lungenentzündung
Wer eine Lungenentzündung hat, fühlt sich oft sehr krank. Das schlägt sich leider auch auf den Appetit nieder. Dabei können Sie Ihrem Körper bei der Genesung helfen, indem Sie auf einige wenige Regeln für Ihre Ernährung achten:
- Trinken Sie 2 bis 3 Liter pro Tag. Flüssigkeit hilft, den Schleim in Ihrer Lunge zu lösen.
- Helfen Sie Ihrer Immunabwehr mit Vitaminen und Antioxidantien.
- Liefern Sie Ihrem Körper ausreichend Kalorien und Eiweiß.
Auch wenn Sie nicht viel essen können, sollten Sie versuchen, mehrere kleine, aber gehaltvolle Mahlzeiten pro Tag zu sich zu nehmen. Quark, Eier, Fisch und Hülsenfrüchte sind gute Eiweißlieferanten, während Beerenobst, Zitrusfrüchte, Paprika und Haferflocken reich an Vitamin C und Zink sind.
Ein Ernährungstagebuch kann Ihnen helfen, den Überblick zu behalten. Nutzen Sie gerne unsere kostenlose Vorlage.
Pflegemaßnahmen bei Pneumonie
Wenn Sie zuhause einen Menschen mit Lungenentzündung betreuen, gibt es diverse Möglichkeiten, ihm Erleichterung zu verschaffen und Komplikationen zu vermeiden.
Dazu gehören vor allem folgende Maßnahmen:(6)
- Unterstützung der Atmung: Hierzu zählt eine atemerleichternde Positionierung ebenso wie regelmäßige Frischluftzufuhr durch Stoßlüften.
- Sekretmanagement: Flüssigkeitszufuhr, Inhalation und Hustentechniken helfen dabei, Sekret zu verflüssigen und leichter aus der Lunge zu transportieren.
- Infektionsschutz: Weitere Keime sollten den kranken Menschen nicht zusätzlich schwächen – Stichwort Infektionsprophylaxe.
- Beobachtung und Überwachung: Behalten Sie die Vitalzeichen im Blick. Atmung, Sauerstoffsättigung und Bewusstseinslage liefern wichtige Hinweise auf den Krankheitsverlauf.
- Frühmobilisation: Sobald möglich, helfen Sie Ihrem Angehörigen dabei, sich auf die Bettkante zu setzen und vielleicht sogar ein paar Schritte zu gehen.
Pneumonieprophylaxe: Lungenentzündung vorbeugen
Ein wichtiges Thema in der Pflege ist, dass pflegebedürftige Menschen gar nicht erst an einer Lungenentzündung erkranken. In unserem Ratgeber Pneumonieprophylaxe erfahren Sie, mit welchen pflegerischen Maßnahmen Sie einer Lungenentzündung (Pneumonie) vorbeugen können.
Impfung gegen Lungenentzündung
Die beste Art, einer Pneumonie vorzubeugen, ist die Schutzimpfung. So empfiehlt die Ständige Impfkommission, kurz STIKO, bestimmten Risikogruppen, sich gegen den hauptsächlichen Verursacher für Lungenentzündungen, den Pneumokokken, impfen zu lassen.
Dazu zählen folgende Personenkreise:(7)
- Menschen ab 60 Jahren
- Säuglinge und Kleinkinder
- Personen mit Vorerkrankungen
Häufig gestellte Fragen
Was ist Pneumonie?
Pneumonie ist der medizinische Begriff für eine Lungenentzündung. Die meist von Bakterien verursachte Krankheit führt zu Entzündungen in den für den Gasaustausch zuständigen Alveolen. Die Folge ist Atemnot, meist begleitet von Schmerzen in der Brust, hohem Fieber und Husten. Insbesondere für Säuglinge und Kleinkinder, Senioren und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann eine Pneumonie lebensbedrohlich sein.
Ist eine Lungenentzündung gefährlich?
Ja, eine Lungenentzündung (Pneumonie) kann gefährlich sein. Besonders bei älteren Menschen, Kleinkindern, chronisch Kranken oder Personen mit geschwächtem Immunsystem kann eine Pneumonie schwere Komplikationen mit sich bringen, beispielsweise einem schweren Verlauf mit akuter Atemnot oder Sepsis.
Wie bekommt man eine Lungenentzündung?
Eine Lungenentzündung ist eine Infektionskrankheit. Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder seltener auch Pilzen gelangen in die Atemwege und verursacht eine Entzündung. Das kann auf verschiedenen Übertragungswegen geschehen, und zwar meist über Speicheltröpfchen, aber auch über die Kontakt- oder Schmierinfektion, Selbstinfektion sowie durch das Einatmen von Speichel oder Speiseresten (Aspiration).
Wie merkt man eine Lungenentzündung?
Eine Lungenentzündung macht sich meist durch hohes Fieber, Husten mit und ohne Auswurf, Brustschmerzen und Atemnot bemerkbar. Auch der Puls ist in der Regel erhöht. Außerdem fühlen sich die Betroffenen sehr krank. Bei Kleinkindern und älteren Menschen können die Symptome etwas anders ausfallen. Sie können Bauchweh, Durchfall und Erbrechen haben, Senioren sind zusätzlich oft verwirrt und orientierungslos.
Ist eine Lungenentzündung ansteckend?
Ja, eine Lungenentzündung wird vor allem von Bakterien und Viren verursacht, mit denen man sich über Speicheltröpfchen in der Luft oder durch Kontakt beispielsweise über die Türklinke anstecken kann
Was tun bei einer Lungenentzündung?
Sobald Sie Anzeichen einer Lungenentzündung spüren, sollten Sie umgehend eine Arztpraxis aufsuchen. Denn nach einer gesicherten Diagnose sollte so schnell wie möglich mit der Therapie begonnen werden, um Komplikationen zu vermeiden. Außerdem gilt bei Pneumonie immer, dem Körper Ruhe zu gönnen, ihm viel Flüssigkeit zuzuführen und sich gesund zu ernähren.
Wie lange muss man sich bei einer Lungenentzündung schonen?
Das hängt von der Schwere der Lungenentzündung ab. Nach der Antibiotika-Behandlung, die im Durchschnitt fünf Tage dauert, sinkt zwar das Fieber. Viele Betroffene fühlen sich aber noch bis zu sechs Wochen lang krank. Es kann sogar bis zu sechs Monate dauern, bis eine Pneumonie komplett auskuriert ist.
Wie lange dauert eine Lungenentzündung?
Eine Lungenentzündung dauert in der Regel bis zu sechs Wochen. Je schwerer sie ist, desto länger braucht sie, um auszuheilen. Es kann sogar bis zu sechs Monate dauern, bis man sich wieder vollkommen gesund fühlt.
Was darf man bei einer Lungenentzündung nicht machen?
Unter anderem folgende Dinge sollten Sie nicht tun, wenn Sie eine Lungenentzündung haben: Rauchen oder Passivrauchen, körperliche Anstrengung oder Sport, Alkohol trinken und ohne ärztliche Empfehlung Antibiotika oder andere Medikamente einnehmen.
Wie schnell stirbt man bei einer Lungenentzündung?
Menschen ohne Vorerkrankungen sterben in der Regel nicht an einer Lungenentzündung, wenn sie rechtzeitig behandelt wird. Allerdings kann sie für Säuglinge und Kleinkinder, Senioren und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem durchaus lebensbedrohlich sein. Wie schnell sie daran versterben, hängt maßgeblich vom Alter, Vorerkrankungen wie etwa COPD, Herzprobleme oder Diabetes, dem gesundheitlichen Allgemeinzustand, dem Erregertyp und einer frühzeitigen medizinischer Behandlung ab.
Wie oft wird eine Impfung gegen Lungenentzündung empfohlen?
Die Ständige Impfkommission, kurz STIKO, empfiehlt bestimmten Risikogruppen, sich gegen den hauptsächlichen Verursacher für Lungenentzündungen, den Pneumokokken, impfen zu lassen. Dazu gehören Menschen ab 60 Jahren, Säuglinge und Kleinkinder sowie Personen mit Vorerkrankungen. Für Senioren reicht eine einmalige Impfdosis, Säuglinge erhalten meist drei Dosen und Menschen mit einem besonders hohen Risiko wird manchmal geraten, die Pneumokokken-Impfung nach sechs Jahren zu wiederholen.





