Bettlägerigkeit

Bettlägerigkeit

Im Laufe einer Pflegebedürftigkeit können Betroffene früher oder später bettlägerig werden. Die Bettlägerigkeit entsteht dabei nicht von heute auf morgen. Sie ist meist das Endergebnis eines langen, zunächst unbewusst ablaufenden Prozesses: Mangelnde Bewegung, Sturzangst, Unfälle oder psychische Faktoren begünstigen das Leben im Bett. Wenn das Bett zum Lebensmittelpunkt oder eine vorübergehend verordnete Bettruhe zum Dauerzustand wird, werden Betroffene in der Folge bettlägerig.

pflege.de erklärt, was Ursachen und Gegenmaßnahmen von Bettlägerigkeit sind, informiert Sie über die einzelnen Phasen sowie Folgen und gibt Ihnen Tipps an die Hand, die Sie im bettlägerigen Pflegealltag nutzen können.

Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet Bettlägerigkeit?

Die Pflegewissenschaftlerin Angelika Zegelin hat sich als eine der ersten Wissenschaftlerinnen überhaupt mit dem Phänomen der Bettlägerigkeit beschäftigt. Sie sagt:

Bettlägerigkeit bedeutet, dass Menschen dauerhaft die meiste Zeit des Tages im Bett liegen. Sie können gar nicht mehr aufstehen, selbst wenn sie es wollten (s. Quelle 1).

Info

Bettruhe meint nicht dasselbe wie Bettlägerigkeit

Bettlägerigkeit ist nicht zu verwechseln mit Bettruhe. Bettruhe meint die zeitliche befristete Verordnung eines Arztes, sich im Bett aufzuhalten – etwa nach einer Operation. Hier liegt der Betroffene mehr oder weniger freiwillig zum Zwecke seiner Genesung im Bett. Bettlägerigkeit meint hingegen einen längerfristigen Zustand, in dem es dem Betroffenen nicht möglich ist, sich aus seinem Bett zu begeben – etwa in Folge eines Unfalls oder einer schweren Erkrankung.

Häufige Gründe für eine Bettlägerigkeit

Bettlägerig sein ist kein plötzliches Ereignis, sondern vielmehr der Endpunkt eines schleichenden Verlaufs. Die Gründe hierfür sind verschieden. Geradezu im Alter ist das Risiko hoch, über einen längeren Zeitraum an das Bett gebunden zu sein. Einschneidende Ereignisse oder auch besondere Lebensumstände können dabei wesentliche Treibkräfte für eine spätere Bettlägerigkeit sein.

Unfälle als Auslöser für eine langfristige Bettlägerigkeit

Einer der häufigsten Gründe für die Bettlägerigkeit ist ein (schwerer) Sturz – bzw. dessen mögliche Folgen, wie etwa der Oberschenkelhalsbruch. Um das erhöhte Sturzrisiko im Alter zu senken, eignen sich verschiedene Maßnahmen zur Sturzprophylaxe.

Erkrankungen als Ursache für Bettlägerigkeit

Im Zuge verschiedener Erkrankungen und körperlicher Beeinträchtigungen kann sich eine Bettlägerigkeit über die Zeit anbahnen. Etwa dann, wenn die Symptomatik eine (vorübergehend) verordnete Bettruhe erfordert. Erkrankungen können den Betroffenen auch körperlich schwächen und/oder dessen Bewegungsfähigkeit stark beeinträchtigen.

Mögliche Erkrankungen und Beeinträchtigungen, die die Bewegung auf Dauer einschränken können, sind bspw.:

  • Erkrankungen des Nervensystems (wie z. B. Multiple Sklerose, Parkinson)
  • Erkrankungen der Atemwege (wie z. B. COPD)
  • Herzerkrankungen (wie z. B. Herzinsuffizienz)
  • Infektionskrankheiten
  • Erkrankungen mit starken Behandlungsnebenwirkungen (wie z. B. bei einer Krebstherapie)
  • altersbedingte Erkrankungen sowie Beeinträchtigungen (wie z. B. Inkontinenz, Knochenschwund (Osteoporose), Blutdruckstörungen, regelmäßiger Schwindel, Atemnot oder eine verschlechterte Sehleistung)
  • psychische Erkrankungen (wie z. B. Demenz oder Altersdepression)

Psychische Faktoren und Bettlägerigkeit

Neben körperlichen Einschränkungen können auch psychische Faktoren eine Bettlägerigkeit begünstigen. So können bspw. verändernde Lebensbedingungen wie etwa der Umzug in ein Pflegeheim oder der langfristige Verlust von sozialen Kontakten bestimmend sein.

Auch können gesellschaftliche Rollenwechsel sehr belastend sein und zum sozialen Rückzug führen – etwa der Wechsel vom Rentner zum Pflegebedürftigen oder von der Ehefrau zur Witwe. Betroffene zieht es dann häufig ins Bett.

Die Angst, nach einem Sturz erneut zu fallen, kann Betroffene unsicher stimmen. In der Folge scheuen sie oftmals Bewegung, um Stürze von vornherein zu vermeiden. Allerdings sollten sich Betroffene klar machen, dass gerade ein Bewegungsmangel das Sturzrisiko erhöht.

Wenn Menschen im Alter das Gefühl bekommen, die Dinge aus eigenen Kräften nicht mehr steuern zu können, kann sich dies negativ auf das eigene Selbstwertgefühl auswirken. Doch gerade im Alter ist die eigene Überzeugung, die Lebensumstände um sich herum kontrollieren zu können, enorm wichtig. Ein positives Selbstbild und optimistische Sichtweisen sind wesentlich für die Bewältigung kritischer Lebensereignisse, wie bspw. die Rückkehr ins geregelte Alltagsleben nach einer längeren Bettlägerigkeit.

Experten-Info
Fabienne Helms
Fabienne Helms
Gesundheitswissenschaftlerin

Vor allem im Alter können unkontrollierbare Erlebnisse, wie etwa ein Sturz oder eine belastende Diagnose, einen Zustand von Gleichgültigkeit bei Betroffenen auslösen. Dieser Zustand wird i. d. R. durch positive Erfahrungen wieder entschärft und ist somit nicht von längerer Dauer. Ist eine Person jedoch labil und erfährt über einen längeren Zeitraum keine Erfolge, kann dieser Gemütszustand in einen mentalen Dauerzustand übergehen. In diesem Zusammenhang stoßen pflegende Angehörige oft auf Aussagen wie „Ich kann jetzt doch sowieso nichts mehr daran ändern!“ oder „Ich verstehe das eh nicht!“. Dieses Phänomen wird als „erlernte Hilflosigkeit“ bezeichnet.

Dabei werden im Extremfall die eigenen Entscheidungen und Handlungen von Betroffenen als unbedeutsam eingeschätzt. Betroffene verfallen einer passiven Rolle, in der sie die Gegebenheiten um sich herum widerstandslos hinnehmen. Erlernte Hilflosigkeit kann sich auf vielen Ebenen äußern: Sie kann sich durch Antriebslosigkeit bemerkbar machen. Sie zeigt sich auch in der schwindenden Fähigkeit, erkennen zu können, welche Ereignisse Betroffene durch ihr eigenes Verhalten tatsächlich noch beeinflussen können. Hier ist es also besonders wichtig, Betroffene „ins Geschehen zurückzuholen“. Sorgen Sie für kleine Erfolgserlebnisse und geben Sie Ihrem bettlägerigen Angehörigen positiven Zuspruch.

Die 5 Phasen der Bettlägerigkeit

Den Weg zur Bettlägerigkeit unterscheiden Wissenschaftler nach fünf wesentlichen Phasen.

1. Phase: Instabilität

In der ersten Phase fühlt sich die betroffene Person zunehmend unsicher auf den Beinen. Mit unterstützenden Gehhilfen wie bspw. einem Stock oder Rollator kann sie diese Unsicherheit unter Umständen noch kompensieren. Doch viele ältere Menschen verzichten Stück für Stück auf ihre Bewegungsfreiheit. Sie verlassen ihre Wohnung kaum noch, weil sie befürchten, sie könnten stürzen.

2. Phase: Ereignis

In der zweiten Phase ist die betroffene Person bereits überwiegend unsicher auf den Beinen. Ausbleibende Bewegungstrainings und die Angst vor einem Sturz führen in vielen Fällen tatsächlich zum Sturz. In der Folge entsteht meist noch mehr Angst und die Person bewegt sich umso weniger. Auch der Umzug in ein Pflegeheim kann dazu führen, dass die Mobilität immer mehr abnimmt. Insbesondere dann, wenn dem Bewohner vermehrt Tätigkeiten abgenommen werden, obwohl er noch körperlich in der Lage wäre, diese auszuführen. Auch ein überschaubares Freizeitangebot kann dazu führen, dass die Person ihre meiste Zeit auf dem eigenen Zimmer verbringt und den Weg ins Bett sucht.

3. Phase: Immobilität

In der dritten Phase führt die Angst vor einem weiteren Sturz dazu, dass die betroffene Person am liebsten nur noch sitzt oder liegt. Zur Fortbewegung nutzt sie den Rollstuhl. Das selbstständige Aufstehen aus dem Bett oder der Wechsel in den Rollstuhl kann nur noch mit Hilfe einer anderen Person bewältigt werden.

4. Phase: Örtliche Fixierung

In der vierten Phase braucht die betroffene Person nun vermehrt Hilfe durch andere, da sie das Bett nicht mehr selbstständig verlassen kann. Dadurch wird die Mobilität noch weiter eingeschränkt.

5. Phase: Vollständige Immobilität

In der fünften und letzten Phase wird das Bett für die betroffene Person zum Lebensmittelpunkt. Sie verlässt das Bett nur noch für wenige Stunden am Tag und ist vollkommen auf die Hilfe anderer angewiesen. Sie braucht eine alltägliche Rund-um-Unterstützung (s. Quelle 2).

Folgen & Komplikationen der Bettlägerigkeit

Wenn das Leben überwiegend oder nur noch im Bett erfolgt, werden die Muskeln immer weniger beansprucht. Es kommt zu einem massiven Muskelabbau. Selbst wenn der Betroffene aufstehen möchte, fehlt ihm dazu die Kraft. Eine zusätzliche Mangelernährung kann diesen Prozess sogar noch beschleunigen bzw. verstärken.

Darunter kann das eigene Selbstvertrauen stark leiden. Der Verlust der eigenen Selbstständigkeit und die damit verbundene Abhängigkeit von anderen können sehr belastend sein. Auf lange Sicht können diese Umstände schwere Depressionen auslösen. Die depressiven Stimmungen verstärken dann meist noch den Drang, im Bett liegen zu bleiben. In dieser Phase befindet sich der Betroffene sozusagen in einem Kreislauf, dem er sich nur noch schwer entziehen kann.

Das andauernde Liegen hat noch weitere Folgen:

  • Die Knochendichte nimmt ab – das Risiko für Knochenschwund (Osteoporose) steigt.
  • Die Gelenke verlieren zunehmend ihre Beweglichkeit – der Bewegungsapparat wird steifer.
  • Durch ausbleibende Bewegung wird der gesunde Stoffwechsel gebremst – Gewichtszunahme, Appetitmangel und Verstopfung können mögliche Folgen sein.
  • Die Lunge wird im Liegen nicht richtig durchlüftet – das Risiko für eine Lungenentzündung steigt.
  • Die Herzleistung verringert sich – das Risiko für eine Herzinsuffizienz steigt.
  • Die Urinausscheidung erhöht sich, wodurch der Körper wichtige Mineralien verliert – dies kann den Säure-Basen-Haushalt sowie Wasserhaushalt aus dem Gleichgewicht bringen und sämtliche Nerven- und Muskelfunktionen beeinträchtigen.
  • Das andauernde Liegen ohne selbstständige Bewegung kann zu schmerzhaften Druckgeschwüren (Dekubitus) führen, und das wiederum zu chronischen Wunden.
  • Die mangelnde Bewegung verhindert auch, dass das Blut kräftig durch die Venen strömt. Das Risiko für eine Thrombose steigt.
Tipp
Muskelaufbau nach langer Bettlägerigkeit

Ist die Bettlägerigkeit nur vorübergehend, bspw. nach einem schweren Unfall oder einer Erkrankung, sind kontinuierliche Maßnahmen zum Muskelaufbau unbedingt erforderlich. Das gilt während und nach der Bettlägerigkeit. Im Vordergrund steht dabei die Mobilisation des Patienten – also die ständige Bewegungsaktivierung, damit Muskeln und Knochen sowie die natürlichen Körperfunktionen möglichst aufrecht erhalten bleiben. Umso früher das Training beginnt, desto leichter gelingt die Rückkehr in den selbstständigen Alltag nach einer längeren Bettlägerigkeit. Sprechen Sie mit dem behandelnden Arzt über professionelle Unterstützungsmöglichkeiten, etwa durch Physiotherapeuten.

Pflegegrad bei Bettlägerigkeit

Bettlägerige Menschen sind in ihrer Selbstständigkeit überwiegend in einem hohen Maß eingeschränkt. In der Folge sind sie meist pflegebedürftig und nicht selten auf eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung angewiesen.

Bettlägerige, bei denen dies der Fall ist, erhalten im Rahmen von Pflegebegutachtungen in aller Regel einen höheren Pflegegrad. Mit dem anerkannten Pflegegrad stehen dem pflegebedürftigen Versicherten umfangreiche Sach- und Geldleistungen zur Verfügung, die im Bedarfsfall bei der zuständigen Pflegekasse beantragt werden können.

Falls noch kein Pflegegrad beantragt wurde, können Sie sich mit dem kostenlosen Pflegegradrechner von pflege.de auf die Begutachtung durch den MDK oder MEDICPROOF vorbereiten und den voraussichtlichen Pflegegrad schon vorab berechnen.

Welche Pflegeform ist die richtige?

Zusätzlich unterscheiden sich viele Abläufe in der Pflege bettlägeriger Personen von denen mobiler Pflegebedürftiger. Der Betreuungsbedarf wird im Einzelfall ermittelt und richtet sich nach der Lebenssituation des Bettlägerigen.

  • Pflege durch pflegende Angehörige: Oftmals übernehmen auch Angehörige die pflegerischen Aufgaben im Zuhause. Die Pflege durch einen nahestehenden Menschen kann die Scham des Pflegebedürftigen mindern und eine große Erleichterung für ihn darstellen.
  • Pflege durch ambulanten Pflegedienst: Ist die Pflege durch einen Angehörigen nicht gewünscht oder realisierbar, können Betroffene auch die Dienstleistungen eines ambulanten Pflegedienstes oder einer 24-Stunden-Betreuung in Anspruch nehmen. So kann der bettlägerige Patient weiterhin in seiner gewohnten Umgebung bleiben.
  • Pflege im Pflegeheim: Sehen es die Begebenheiten im eigenen Zuhause oder die individuelle Lebenssituation nicht vor, dass die Pflege von zuhause stattfinden kann, zählt die Unterbringung in einer stationären Pflegeeinrichtung auch zu den Betreuungsmöglichkeiten.

Tipps für pflegende Angehörige: Die richtige Pflege von Bettlägerigen

Wenn das Bett zum Lebensmittelpunkt wird und die Pflege von zuhause stattfindet, sollten gezielte Maßnahmen getroffen werden, um die Pflegesituation zu erleichtern – nicht nur für den Pflegebedürftigen selbst, sondern auch seinen pflegenden Angehörigen.

Während sich nämlich der bettlägerige Patient nicht mehr eigenständig versorgen kann, kommen auf seinen pflegenden Angehörigen umso mehr Pflichten zu. Bettlägerige müssen mehrmals am Tag umgesetzt bzw. umgelagert werden, damit die grundlegende Versorgung sichergestellt und u. a. auch schmerzhaften Druckgeschwüren (Dekubitus) vorgebeugt werden können. Körperpflege, Zahnpflege, Harn- und Stuhlabgänge, Kleidung wechseln, Mahlzeiten, Thromboseprophylaxe, Bewegungsübungen – all das fällt darunter und kann nur mit der Unterstützung der Pflegeperson gelingen.

Pflegekurse für den geübten Umgang mit Bettlägerigen

Die Pflege einer bettlägerigen Person erfordert oftmals einen hohen Kraftaufwand vom pflegenden Angehörigen und kann ihm – bei falscher Ausführung – auf Dauer körperlich schaden. Es ist daher besonders wichtig, dass Sie sich als Pflegeperson ausreichend Wissen und Techniken zur Bewältigung dieser besonderen Situation aneignen. Dafür gibt es Pflegekurse, die Sie entsprechend zu Ihrer Pflegesituation auswählen können. Diese Kurse sind für Sie kostenlos, weil die Pflegekasse die Kosten übernimmt.

Tipp
Nutzen Sie das Konzept der Bewegungsförderung durch kinästhetische Mobilisation

Bestimmte Erkrankungen erfordern es, über einen längeren Zeitraum eine strikte Bettruhe einzuhalten. Insbesondere dann ist es wichtig, den (vorübergehend) bettlägerigen Patienten regelmäßig zu mobilisieren, damit wesentliche körperliche Fähigkeiten erhalten bleiben. Das Konzept der Bewegungsförderung durch kinästhetische Mobilisation hält einfache Techniken bereit, mit denen Mobilisation & Kinästhetik in der Pflege gelingen kann. Ziel dabei ist es, mit Hilfe körperschonender Maßnahmen für die Pflegeperson die eigenständigen Bewegungsabläufe bei der bewegungseingeschränkten Person zu aktivieren.

Geeignete Hilfsmittel bei Bettlägerigkeit

Hilfsmittel können Ihren Pflegealltag zusätzlich erleichtern. Im Hilfsmittelverzeichnis bzw. -katalog sind alle anerkannten Hilfsmittel gelistet, die Ihnen der Arzt im Bedarfsfall verschreiben kann. Hier finden Sie u. a.

  • Lagerungshilfen (z. B. spezielle Kissen oder Spezialbetten zur Dekubitusprophylaxe)
  • Umsetz- und Hebehilfen (z. B. Hebe- und Haltegurte)
  • Mobilitätshilfen (z. B. Rollstuhl)
  • Pflegehilfsmittel zur Körperpflege/ Hygiene (z. B. Urinflaschen)
  • Geräte zur Überwachung von Körperfunktionen (z. B. Blutdruckmessgerät)

Bei ärztlicher Verordnung beteiligen sich die Pflegekassen und/oder Krankenkassen an den Kosten für anerkannte Hilfsmittel und tragen diese sogar anteilig oder vollständig.

Pflegehilfsmittel von der Pflegkasse bei Bettlägerigkeit

Hat Ihr bettlägeriger Angehöriger einen anerkannten Pflegegrad und Sie pflegen ihn zuhause, stehen Ihnen monatlich sog. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch zu. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sollen die Hygienebedingungen in der häuslichen Pflege verbessern und dadurch das Infektionsrisiko aller Beteiligten minimieren. Dabei handelt es sich i. d. R. um Einwegprodukte für den täglichen Gebrauch wie z. B. Bettschutzunterlagen und Desinfektionsmittel. Die Kosten für diese Hygieneprodukte übernehmen die Pflegekassen bis zu einem Betrag von 40 Euro pro Monat (bis Ende Dezember 2020 max. 60 Euro).

Umgebung & Beschäftigung für Bettlägerige

Auch wenn Ihr Angehöriger im Bett liegen muss, weil er selbst nicht mehr aufstehen kann, können Sie dafür sorgen, dass er sich immer noch als Person mit eigenen Wünschen wahrnimmt:

  • Lassen Sie ihm das Mitspracherecht bei der Kleidung. Warum soll das gute Kleidungsstück nicht auch im Bett getragen werden?
  • Sorgen Sie dafür, dass die Körperpflege nach den Wünschen des Bettlägerigen stattfindet. Dazu gehört auch eine schöne Frisur, Kosmetik etc.
  • Berücksichtigen Sie die Wünsche hinsichtlich der Mahlzeiten. Vielleicht lockt der Duft des Lieblingsgerichtes den Bettlägerigen zumindest bis an die Bettkante?
  • Die besondere Ernährung im Alter sollte reich an Eiweiß sein, um dem Muskelabbau entgegen zu wirken. Tierisches Eiweiß ist vor allem in Fleisch, Eiern oder Milchprodukten enthalten, pflanzliches Eiweiß in Hülsenfrüchten wie Linsen, Erbsen oder Nüssen und Kernen.
  • Nutzen Sie Aktivierungsideen wie gemeinsames Zeitunglesen, um das Interesse an der Umwelt wachzuhalten oder neu zu entdecken.
  • Es gibt viele Bewegungsübungen, die sich auch im Bett durchführen lassen. Das macht nicht nur Spaß, sondern hält auch die Muskeln und Gelenke geschmeidig. Außerdem fördert es die Atmung und das Herz-Kreislauf-System. So fällt der Muskelaufbau nach einer längeren Bettlägerigkeit entsprechend leichter.

Versuchen Sie, Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen das Leben im Bett so leicht und angenehm wie möglich zu gestalten. Schaffen Sie dafür eine komfortable Umgebung, in der er sich wohlfühlt. Gemeinsame Gespräche über Wünsche und Vorlieben können hierbei äußerst wertvoll sein. Wenn körperliche Beschäftigung nicht mehr möglich ist, versuchen Sie den Weg über die Sinne zu gehen. Seien Sie hier ruhig kreativ und sorgen Sie für Abwechslung, indem Sie zu unterschiedlichen Mitteln greifen:

  • Arbeiten Sie mit frischen Düften.
  • Lassen Sie beruhigende Klänge oder die Lieblingsmusik Ihres Angehörigen laufen.
  • Sorgen Sie für eine abwechslungsreiche Beleuchtung (z. B. auch durch farbwechselnde Leuchtmittel).
  • Stellen Sie das Bett so, dass der Bettlägerige aus dem Fenster schauen kann.
  • Hängen Sie Bilder an die Wand und wechseln Sie sie regelmäßig nach den Vorlieben und Interessen Ihres Angehörigen.
  • Versuchen Sie seine Greif-Motorik anzusprechen, indem Sie Ihrem Angehörigen etwas zum Anfassen geben (z. B. ein Stofftier).

Das Bett bei Bettlägerigkeit: Die richtige Ausstattung

Zwickt es hier, reibt es da – bei bettlägerigen Patienten dreht sich im Grunde genommen alles um die richtige Position im richtigen Bett. Es sollte daher immer den Bedürfnissen des bettlägerigen Patienten optimal angepasst werden.

Ein pflegeerleichterndes Bett

Ein professionelles Pflegebett stellt hierbei nicht nur für den Pflegebedürftigen selbst eine unverzichtbare Erleichterung dar, sondern auch für sein pflegerisches Umfeld. Ein Pflegebett verfügt i. d. R. über eine Liegefläche von 90 x 200 cm und ist in den meisten Fällen höhenverstellbar. Zudem ermöglichen feststellbare Rollen unter dem Pflegebett einen flexiblen Positionswechsel im Raum. Auch die pflegeleichte Oberflächenbeschaffenheit von Pflegebetten ermöglicht eine gründliche, regelmäßige, hygienische Reinigung des Möbelstückes.

Pflege- bzw. Krankenbetten zählen zu den sog. technischen Hilfsmitteln. Kostenträger hier sind i. d. R. die Krankenkassen. Für ein von der Krankenkasse bezahltes Krankenbett ist zunächst kein Pflegegrad erforderlich. Erst im Falle der Kostenablehnung durch die Krankenkasse, kommt die Pflegekasse als alternativer Kostenträger für das Pflegebett in Frage. Für die Antragstellung auf Kostenübernahme durch die Pflegekasse ist dann ein anerkannter Pflegegrad notwendig.

Neben dem Bett selbst sollten Sie auch die geeignete Ausstattung wählen. Dazu zählen:

1. Geeignete Kissen und Bettdecken

  • Achten Sie darauf, dass Ihr Angehöriger immer in einer ergonomischen Position liegt. So können Sie Verspannungen verhindern und die Durchblutung unterstützen. Spezielle Nackenstützkissen können die Halswirbelsäule gut stabilisieren.
  • Achten Sie beim Kissen und der Bettdecke möglichst auf ein Inlett aus Kunstfaser. Es schützt in großen Teilen vor Milben, wirkt hygienisch und beugt Allergien vor.
  • Sowohl Decken als auch Kissen sollten Sie immer bei 90 Grad waschen.

2. Eine geeignete Bettwäsche

  • Bevorzugen Sie beim Kauf der geeigneten Bettwäsche Baumwolle als Material. Sie ist atmungsaktiv, kochfest und saugt Feuchtigkeit auf. Diese Eigenschaften sorgen für ein angenehmes Klima im Bett und unterstützen die hygienischen Verhältnisse.
  • Beziehen Sie das Bett je nach Jahreszeit: Im Sommer empfiehlt sich eine glatte, kühlende Bettwäsche (z. B. aus Baumwoll-Satin). Im Winter können Sie zu einer wärmeren Bettwäsche greifen (z. B. aus Baumwoll-Flanell).
  • Die Bettwäsche ummantelt den Bettlägerigen zum überwiegenden Teil seines Alltags. Motive und Farben sollten daher in gemeinsamer Absprache gewählt werden.
  • Die Bettwäsche sollten Sie immer bei mind. 60 Grad waschen und mind. alle zwei Wochen wechseln.
  • Für Dekubitus-Patienten gibt es spezielle Kunstfaser-Bettlaken, die der Entwicklung von Druckstellen entgegenwirken sollen.

3. Eine geeignete Matratze

Je nach Pflegebedarf oder Erkrankung gibt es unterschiedliche Pflege-Matratzen:

  • Sog. Weichlagerungsmatratzen sind besonders weich, beugen Liegebeschwerden vor und wirken schmerzlindernd.
  • Sog. Dekubitus-Matratzen sind mit Luft gefüllt und können in ihrem Druck verändert werden. Sie bestehen aus zwei Luftzellen, die mit Hilfe einer elektrischen Pumpe gleichmäßig auf- und abgepumpt werden. Dadurch können einzelne Hautpartien bei Bedarf entlastet werden.
  • Sog. Demenz-Matratzen haben eine besondere Füllung, die das Liegegefühl festigt. Dadurch liegen bettlägerige Demenzkranke fixierter und ergonomischer im Bett.

Die Kosten für bestimmte Pflege-Matratzen werden im Bedarfsfall als Hilfsmittel von den Pflegekassen bzw. Krankenkassen anteilig übernommen.

Info

Zusätzliche Bettschutzunterlagen bei Inkontinenzproblemen

Bei Inkontinenz können zusätzlich saugende Bettschutzunterlagen zum Einsatz kommen. Sie schützen nicht nur die Matratze vor austretender Flüssigkeit, sondern ermöglichen dem Bettlägerigen gleichzeitig auch einen höheren Liegekomfort und Trockenheit. Bettschutzunterlagen gehören zu den anerkannten Pflegehilfsmitteln und werden im Bedarfsfall von den Pflegekassen gezahlt.

Besondere Pflege bei Bettlägerigen mit Demenz

Gerade in der Endphase einer Demenz ist eine Bettlägerigkeit oft unausweichlich. Der Betroffene kann nicht mehr dazu animiert werden, sein Bett zu verlassen. Doch das einsame Liegen im Bett ohne viel Ansprache von außen führt zu einem Mangel an Sinnesreizen, einer sog. Deprivation (von deprivare = entbehren, rauben). Betroffene leiden dann unter Verwirrtheit, Denkstörungen oder Halluzinationen.

Tipp
Lesen Sie auch zwischen den Zeilen

Wenn Ihr demenzkranker bettlägeriger Angehöriger viel ruft, an seiner Bettdecke herumzerrt, sich kratzt oder scheinbar Stimmen hört, kann es sein, dass er an einer Deprivation leidet. Er braucht dann dringend Ihre Zuwendung – nämlich Ansprache und Ablenkung. Beschäftigung bei Demenz reicht von lesen und vorlesen – über Ansprache der Sinne – bis hin zu Erinnerungspflege.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet Bettlägerigkeit?

Bettlägerigkeit beschreibt einen Zustand, in dem der Betroffene einen Großteil der Zeit in seinem Bett verbringt. Selbst wenn der Bettlägerige es wollte, ist es ihm nicht mehr möglich, aus eigener Kraft aus dem Bett aufzustehen.

Was sind die Gründe für Bettlägerigkeit?

Die Gründe für Bettlägerigkeit sind verschieden. Gerade im Alter ist das Risiko hoch, bettlägerig zu werden. Zu den häufigsten Ursachen zählen Unfälle oder Erkrankungen, die die Bewegungsfähigkeit stark beeinträchtigen.

Neben körperlichen Einschränkungen können auch psychische Belastungen eine Bettlägerigkeit begünstigen. Hierunter fallen etwa:

1. einschneidende Ereignisse (z. B. schwerer Sturz mit anschließender Sturzangst)

2. oder verändernde Lebensbedingungen (z. B. Verlust einer nahestehenden Person mit anschließender Altersdepression), 

Welche Formen der Bettlägerigkeit gibt es?

Da es sich bei der Bettlägerigkeit i. d. R. weniger um ein plötzliches Ereignis, sondern mehr um einen Prozess handelt, unterscheiden Wissenschaftler zwischen den verschiedenen Phasen einer Bettlägerigkeit. Dieser Prozess gliedert sich in fünf Phasen:

1. Phase – Instabilität: Der Betroffene fühlt sich zunehmend unsicher auf den Beinen und verzichtet immer mehr auf seine Bewegungsfreiheit.

2. Phase – Ereignis: Die betroffene Person ist bereits sehr unsicher und bewegt sich aufgrund der Angst vor einem Sturz zunehmend weniger. Der Person werden mehr und mehr Tätigkeiten abgenommen.

3. Phase – Immobilität: Der Patient liegt oder sitzt am liebsten. Das Aufstehen aus dem Bett oder der Wechsel in den Rollstuhl kann nur noch mit Hilfe einer anderen Person bewältigt werden.

4. Phase – Örtliche Fixierung: Der Betroffene benötigt vermehrt Hilfe durch andere, da er das Bett nicht mehr eigenständig verlassen kann.

5. Phase – Vollständige Immobilität: Die Mobilität ist so eingeschränkt, dass die betroffene Person eine alltägliche Rund-um-Unterstützung braucht. Das Bett wird zum Lebensmittelpunkt.

Was kann ich gegen Bettlägerigkeit tun?

Oftmals werden Senioren mit steigendem Alter zunehmend unsicher auf den Beinen. Die Angst vor einem Sturz lassen den Betroffenen im Alltag immer immobiler werden. Um für mehr Sicherheit auf den Beinen zu sorgen und die Sturzgefahr zu verringern, eignen sich verschiedene Maßnahmen zur Sturzprophylaxe. Dazu zählen Mobilitätshilfen, Bewegungsübungen zur Verbesserung der Kraft und des Gleichgewichts oder die Beseitigung von möglichen Gefahren im Alltag (z. B. rutschige Teppiche, freiliegende Kabel etc.).

Kommt es doch zu einem Unfall oder wird die Person aus einem anderen Grund bettlägerig, bedarf es in erster Linie positiven Zuspruch. Der Betroffene muss davon überzeugt werden, dass es sich lohnt, wieder aufzustehen. Um dafür die nötige Kraft und den Mut zu entwickeln, sollte bei der Pflege die Mobilisation des Patienten im Vordergrund stehen. Regelmäßige Mobilisation hilft nicht nur dabei, die Muskeln und Knochen, sondern auch die wesentlichen Körperfunktionen aufrecht zu erhalten. Das erleichtert die Rückkehr in einen mobileren und selbstständigeren Alltag.

Welche Pflegestufe steht mir zu, wenn ich bettlägerig bin?

Grundsätzlich entscheidet hier der MDK (bei gesetzlich Versicherten) oder MEDICPROOF (bei privat Versicherten) nach dem neuen Begutachtungsverfahren (NBA). Da Bettlägerige weitestgehend unselbstständig und folglich auf einen außergewöhnlich hohen Pflegeaufwand angewiesen sind, werden sie nicht selten einem höheren Pflegegrad zugeordnet.

Welche Betreuungsangebote gibt es für bettlägerige Patienten?

Je nach Lebenssituation kann die Pflege eines Bettlägerigen organisiert werden. Grundsätzlich benötigen bettlägerige Patienten jedoch eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Hierzu gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

– Pflege durch pflegende Angehörige: Die Pflege findet von zuhause statt. Dabei ist ausreichendes Pflegewissen enorm wichtig. Dieses Wissen wird bspw. im Rahmen von kostenlosen Pflegekursen vermittelt.

– Ambulante Pflegedienste oder 24-Stunden-Betreuung: Die Pflege findet durch speziell ausgebildete Pflegekräfte von zuhause statt.

– Pflegeheim: Ist die Pflege von zuhause nicht möglich, kann auch eine stationäre Unterbringung in einem Pflegeheim in Frage kommen. Hierzu muss der pflegebedürftige Bettlägerige jedoch aus seiner gewohnten Umgebung ausziehen.

 

Welche Risikofaktoren gibt es für Bettlägerigkeit?

Bettlägerige sind einem hohen Risiko für Folgekrankheiten ausgesetzt. Das andauernde Liegen kann bspw. folgende körperliche Schäden verursachen:

  • Knochenschwund (Osteoporose)
  • Gewichtszunahme, Appetitmangel und Verstopfung
  • Lungenentzündung
  • Herzinsuffizienz
  • Beeinträchtigung der Nerven-und Muskelfunktionen
  • Druckgeschwüre (Dekubitus)
  • Thrombose

Neben körperlichen Schäden, sind Bettlägerige aber auch in besonderem Maße gefährdet, psychische Folgekrankheiten zu erleiden. Der Verlust der eigenen Selbstständigkeit kann auf lange Sicht z. B. Depressionen auslösen.

Welche Therapiemaßnahmen eignen sich beim bettlägerigen Patienten?

Bettlägerigkeit lässt sich nur bedingt therapieren. Um Folgeerkrankungen zu vermeiden und die Pflegesituation zu erleichtern, sollten aber verschiedene Maßnahmen getroffen werden. Bei der Pflege eines bettlägerigen Patienten spielt die Mobilisation eine entscheidende Rolle. Um die Muskeln zu erhalten und den Kreislauf und Stoffwechsel in Schwung zu bringen, muss die pflegebedürftige Person mehrmals am Tag umgesetzt bzw. umgelagert werden. Hier gilt es, mit dem behandelnden Arzt über professionelle Unterstützungsmöglichkeiten, wie etwa durch einen Physiotherapeuten, zu sprechen.

Des Weiteren stehen zahlreiche Hilfsmittel zur Verfügung, um die Bettlägerigkeit für alle Beteiligten so angenehm wie möglich zu gestalten und Folgeschäden zu lindern. Dazu gehören z. B. Lagerungshilfen oder Pflegehilfsmittel zur Körperpflege. Auch ein professionelles Pflegebett stellt nicht nur für den Pflegebedürftigen, sondern auch für sein pflegerisches Umfeld selbst eine unverzichtbare Erleichterung dar.

Ist der Zustand der Bettlägerigkeit dauerhaft oder endgültig, sollte dem Patienten das Leben im Bett so angenehm wie möglich gestaltet werden. Wie bei allen Pflegedürftigen sollte sich die Pflege auch bei bettlägerigen Menschen nach dem gewohnten Rhythmus und den individuellen Wünschen der Betroffenen richten. Das trägt zum psychischen und seelischen Wohlbefinden bei.

Welche Beschäftigung gibt es für Bettlägerige?

Auch wenn der Betroffene im Bett liegen muss, lässt sich der Tag abwechslungsreich gestalten. Es gibt verschiedene Aktivitäten, um das Leben im Bett so angenehm wie möglich zu gestalten und depressiven Stimmungen entgegenzuwirken.

  • Lesen und Gedächtnis-Spiele fördern die geistigen Fähigkeiten des Betroffenen. Zeitunglesen hilft dabei, das Interesse an der Umwelt zu bewahren oder neu zu entdecken.
  • Spezielle Bewegungsübungen helfen dabei, den Kreislauf in Schwung zu bringen und die Muskeln und Gelenke geschmeidig zu halten. Außerdem fördern sie die Atmung und das Herz-Kreislauf-System. So fällt der Muskelaufbau nach einer längeren Bettlägerigkeit entsprechend leichter.
  • Wenn eine körperliche Beschäftigung nicht mehr möglich ist, sollten Pflegepersonen bestenfalls die Sinne des Patienten ansprechen. Die Lieblingsmusik, farbwechselnde Leuchtmittel oder Wandbilder sorgen für eine positive Stimmung. 

Wie hoch ist der Kalorienbedarf bei Bettlägerigen?

Wie hoch der Kalorienbedarf ist, ist auch bei Bettlägerigen individuell. Er richtet sich u. a. nach der Größe, dem Gewicht, dem gesundheitlichen Zustand und dem Geschlecht. Prinzipiell sollte bei Bettlägerigkeit die Kalorienaufnahme reduziert werden, um eine Gewichtszunahme zu vermeiden. Der Grund dafür ist, dass der Körper des Patienten aufgrund von Bewegungsmangel generell weniger Energie benötigt. 

Nichtsdestotrotz ist der Körper auf eine ausreichende Menge an Nährstoffen und Vitaminen angewiesen. Auch auf eine ausreichende Zufuhr von tierischem oder pflanzlichem Eiweiß sollte bei der Ernährungsanpassung geachtet werden. Proteine können positiv zum Erhalt der Muskelmasse beitragen.

Wird man bei Parkinson bettlägerig?

Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Die gestörten Bewegungsabläufe von Parkinson-Erkrankten haben zur Folge, dass die Patienten eine verstärkte Fallneigung aufweisen. Das kann eine Bettlägerigkeit begünstigen. Grundsätzlich muss Parkinson aber nicht zwingend zur Bettlägerigkeit führen. Neben dem individuellen Erkrankungsverlauf kommt es auch darauf an, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist. Eine langfristige Bindung an das Bett ist meist im Endstadium unumgänglich.

Wird man mit Multiple Sklerose (MS) bettlägerig?

Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Das ist nicht nur von dem individuellen Erkrankungsverlauf abhängig, sondern auch davon, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist. Multiple Sklerose lässt sich zwar nicht heilen, aber durch eine konsequente Behandlung in ihrem Verlauf positiv beeinflussen. Folglich muss Multiple Sklerose nicht zwingend zur Bettlägerigkeit führen. Meist werden Patienten erst im Endstadium so immobil, dass eine Bettlägerigkeit eintritt.

Ist man bettlägerig, wenn man krankgeschrieben ist?

Nein, krankgeschrieben bedeutet nicht zwangsläufig bettlägerig. In vielen Fällen verordnet der Arzt bspw. Bettruhe. Dann liegt der Betroffene für eine bestimmte Zeit zum Zwecke seiner Genesung im Bett. Das kommt z. B. häufig nach einer Operation vor. Der Zustand der Bettruhe ist aber nicht mit Bettlägerigkeit zu verwechseln.

Was darf ich, wenn ich krankgeschrieben bin, aber nicht bettlägerig?

Eine pauschale Antwort darauf, was Sie tun dürfen und was nicht, gibt es nicht. Es handelt sich hier immer um eine Einzelfallentscheidung. Grundsätzlich sollten Sie nur das tun, was Ihre eigene Genesung nicht beeinträchtigt. Der Arbeitgeber verlässt sich darauf, dass Sie sich so verhalten, dass Sie schnellstmöglich wieder einsatzfähig sind. Unternehmen Sie also Aktivitäten, die einer Genesung entgegenwirken, kann Ihr Arbeitgeber Ihnen ggf. eine Abmahnung erteilen.

 

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Erstelldatum: 0202.11.6|Zuletzt geändert: 0202.11.42
Bildquelle
©istock.com/KatarzynaBialasiewicz
Quelle 1: Prof. Dr. Angelika Zegelin in Das KlinikumMagazin online (2016)
www.klinikum-nuernberg.de/DE/aktuelles/knzeitung/2016/201601/Bettlaegerigkeit.html (letzter Abruf 06.11.2020)
Quelle 2: Prof. Dr. Angelika Zegelin in Die Schwester | Der Pfleger (2016)
www.bibliomed.de/die-schwester-der-pfleger (letzter Abruf 06.11.2020)
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