Infektionskrankheiten / Infektionsprophylaxe

Infektionskrankheiten

Mit jedem Händedruck tauschen Menschen nicht nur Nettigkeiten aus, sondern auch Krankheitserreger: Viren, Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen leben mitten unter uns. Im Normalfall kommt das Immunsystem gut damit zurecht. Manchmal ist der Körper jedoch schlichtweg überfordert und der Mensch wird ernstlich krank. Doch was sind Infektionskrankheiten eigentlich und wie können wir uns im Alter vor ihnen schützen? pflege.de klärt auf über Anzeichen und Ansteckungsgefahren von Infektionskrankheiten und gibt nützliche Tipps zur Vorbeugung an die Hand.

Inhaltsverzeichnis

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Infektionskrankheiten: Definition

Eine Infektionskrankheit ist eine Krankheit, die entsteht, weil der Körper mit bestimmten Krankheitserregern infiziert wurde. Die Infektionen können lokal beschränkt sein (etwa bei einer Wundinfektion) oder aber den ganzen Körper betreffen (zum Beispiel Masern). Infektionskrankheiten treten häufig in Epidemien auf – viele Menschen sind dann zur gleichen Zeit betroffen. Nach der Genesung besteht bei vielen Infektionskrankheiten eine Immunität: Dieselbe Krankheit kann beim selben Menschen also nicht mehrfach auftreten (zum Beispiel Windpocken).

Infektionskrankheiten: Viele Menschen erkranken unbemerkt

Das Tückische an den Erregern von Infektionskrankheiten ist, dass sie eine gewisse Zeit (Stunden, Tage oder Monate) unbemerkt im Körper schlummern. Der Betroffene merkt noch gar nicht, dass sein Immunsystem auf Hochtouren läuft. Evtl. ist er auch nur infiziert, ohne selbst krank geworden zu sein. Dennoch ist der Betroffene bereits ansteckend und kann andere infizieren.

Zu den häufigsten Infektionskrankheiten zählen die Influenza (Grippe), Magen-Darm-Infektionen sowie Augen- und Ohrenentzündungen. Und natürlich gibt es die sog. Kinderkrankheiten wie Masern, Röteln, Mumps oder Windpocken, die auch für Erwachsene gefährlich sein können. Viele Senioren fragen sich deshalb: Wie gefährlich sind Infektionskrankheiten für das Leben im Alter?

Gerade bei geschwächten Immunsystemen haben Erreger leichtes Spiel. So stehen die Krankenhausinfektionen (sog. nosokomiale Infektionen) seit einigen Jahren im Blickpunkt. Vor allem Viren gefährden ohnehin schon geschwächte Körper. Aber auch multiresistente Bakterien (zum Beispiel MRSA) stellen ein – im wahrsten Sinne des Wortes – wachsendes Problem dar.

In Krankenhäusern oder Seniorenheimen sorgen Noroviren immer wieder für Ausbrüche heftiger Magen-Darm-Infektionen, die für ältere Menschen sehr gefährlich sein können.

Infektion: Symptome & Anzeichen

Fieber ist eines der häufigsten Symptome bei Infektionskrankheiten. Doch je nach Erreger und Infektion kommt es zu einer Fülle von weiteren, höchst unterschiedlichen Symptomen. Um Infektionen schneller zu erkennen und einordnen zu können, sollten Betroffene mögliche Zeichen einer Infektion kennen.

Anzeichen einer Infektion können sein:

  • Rötungen, Schwellungen, Juckreiz, Schmerzen (zum Beispiel bei Hautinfektionen)
  • Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen (zum Beispiel bei einer Grippe)
  • Durchfall, Erbrechen, Übelkeit (zum Beispiel bei Magen-Darm-Infektionen)
  • Schmerzen, Rötungen, Lichtempfindlichkeit (zum Beispiel bei einer Augen-Infektion)
  • Ausschlag, Jucken (zum Beispiel bei Windpocken)
  • Fieber, brennende Schmerzen (zum Beispiel bei Harnweginfektionen, oft eine Folge von Inkontinenz)

Anzeichen einer Infektion können ganz unterschiedlich aussehen. Menschen, die die typischen Symptome einer Infektionskrankheit an sich bemerken, sollten einen Arzt aufzusuchen. Denn jede Infektionskrankheit ist – neben all den Beschwerden, die sie verursacht – vor allem eines: höchst ansteckend.

Ansteckungsgefahr: 3 Tipps zur Vorbeugung

Wer an einer Infektion erkrankt ist, muss sich seiner Ansteckungsgefahr bewusst sein. Eine Infektion kann für Menschen mit einem schwachen Immunsystem lebensbedrohlich sein. Gehen Sie deshalb verantwortungsvoll mit sich und Ihren Mitmenschen um:

  1. Vermeiden Sie Menschenansammlungen.
  2. Waschen Sie sich ausgiebig und gründlich die Hände.
  3. Beachten Sie, dass Sie auch nach überstandener Krankheit einige Tage ansteckend sein können.

Ursachen von Infektionskrankheiten

Die Ursachen oder Auslöser von Infektionskrankheiten sind unterschiedlich. Die häufigsten Auslöser für Infektionskrankheiten sind

  • Bakterien (zum Beispiel bei Tuberkulose, Keuchhusten, Scharlach, Lungenentzündung)
  • Viren (zum Beispiel bei Magen-Darm-Infektionen oder Hepatitis, Windpocken, Masern, Röteln)
  • Pilze (zum Beispiel bei Haut-, Nagel- oder Schleimhautinfektionen)
  • Parasiten (zum Beispiel bei Malaria, Borreliose)

Oft hören Ärzte die Frage: „Ist eine bakterielle Infektion ansteckend?“. Das ist schnell beantwortet. Ob es sich um virale oder eine bakterielle Infektion handelt, spielt für die Ansteckungsgefahr von Infektionskrankheiten keine Rolle. Sie ist immer gegeben. Jede Infektionskrankheit muss behandelt werden. Zum einen, um andere Menschen vor einer Infektion zu schützen und zum anderen natürlich, um den Erkrankten selbst zu heilen.

Ohne Behandlung können sich die Erreger immer weiter im Körper vermehren und schwerste Reaktionen, etwa eine Blutvergiftung (Sepsis) oder aber auch eine Herzmuskelentzündung, hervorrufen. Auch offene Wunden, zum Beispiel bei Dekubitus-Patienten, bergen die Gefahr von Infektionen. Eine gute Dekubitusprophylaxe geht mit dem Wissen über Dekubitus-Grade und -Stadien einher.

Info

Primär- und Sekundärinfektionen

Mediziner unterscheiden zwischen Primär- und Sekundärinfektionen. Bei einer Primärinfektion kommt der Körper zum ersten Mal mit einem bestimmten Erreger in Kontakt. Bei einer Sekundärinfektion gesellt sich zu einer Infektion noch eine weitere hinzu, ausgelöst von einem weiteren Erreger. Das geschieht zum Beispiel, wenn zu einer Virusinfektion noch eine bakterielle Infektion hinzukommt.

Übertragungswege von Infektionskrankheiten

Viren, Bakterien und andere Auslöser für Infektionskrankheiten finden viele Wege, über die sie zum Menschen gelangen:

  • Tröpfcheninfektion: Die Erreger gehen beim Husten, Niesen, Sprechen, Küssen oder Händeschütteln von einem Erkrankten auf einen anderen Menschen über. Bereits eine geringe Menge an Viren reicht aus, um über die Atemwege in den Körper zu gelangen und sich dort zu vermehren, zum Beispiel bei einer Grippe.
  • Schmierinfektion: Die Erreger können an Händen oder Gegenständen (zum Beispiel an Türklinken, Haltegriffen wie Toilettengriffen) haften und gelangen über Hautkontakt von einem Menschen zum nächsten. Dies geschieht oft bei Grippe, Durchfallerkrankungen, Windpocken, Scharlach oder Gürtelrose.
  • Lebensmittelinfektion: Bakterien und Viren haften auch an Lebensmitteln und können sogar im Wasser überleben. In Lebensmitteln können sie manchmal sogar Giftstoffe bilden (sogenannte Toxine). Durchfallerkrankungen werden häufig auf befallene Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser zurückgeführt. Verantwortlich dafür sind dann meist Bakterien wie Salmonellen oder Listerien oder Viren wie Noro- oder Rotaviren.
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Infektionskrankheiten: Diagnose & Therapie

Bei der Behandlung von Infektionskrankheiten gilt es zunächst, den Erreger zu identifizieren, zum Beispiel durch eine Blutuntersuchung. Erst dann können beispielsweise Antibiotika (bei bakteriellen Infektionen) oder Virostatika (bei Virus-Infektionen) oder Antimykotika (bei Infektionen durch Pilze) verabreicht werden. Manchmal müssen Betroffene mit hochansteckenden Erregern auch isoliert werden, um weitere Ansteckungen zu verhindern.

Infektionskrankheiten – Prophylaxe durch Impfung

In vielen Fällen ist eine Impfung das beste Mittel, um sich vor Infektionskrankheiten zu schützen. So sollte die jährliche Grippeimpfung für ältere oder immungeschwächte Menschen zum Standardprogramm gehören. Diese Infektionsprophylaxe kann vielleicht nicht unbedingt die Grippe verhindern, aber sie kann den Verlauf deutlich abschwächen.

Neben der Influenza-Impfung empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) auch die Pneumokokken-Impfung für ältere Menschen ab 60 Jahren. Pneumokokken lösen unterschiedliche Erkrankungen aus, wie beispielsweise Nasennebenhöhlen-, Mittelohr- oder Hirnhautentzündung und Lungenentzündungen (Pneumonien).

Diese Schutzimpfungen gegen Infektionen sollten sich im Impfpass eines jedes Erwachsenen finden:

  • Diphterie-Impfung (wenn im Kindesalter keine Grundimmunisierung stattgefunden hat): bei der Auffrischung oft in Kombination mit der Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis) und Tetanus.
  • Polio (wenn im Kindesalter keine Grundimmunisierung stattgefunden hat): auch als Auffrischungsimpfung bei Reisen in gefährdete Gebiete.
  • FSME-Impfung a. für Menschen, die in Zecken-Risikogebieten, zum Beispiel in Süddeutschland, leben und sich oft im Freien aufhalten.
  • Masern (oft in Kombination mit einer Impfung gegen Mumps und Röteln)
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Kinderkrankheiten können auch Erwachsene bekommen

Gerade ältere Menschen, die viel mit kleineren Kindern zusammen sind, sollten ihren Impfpass gründlich prüfen und sich gegegebenenfalls noch einmal impfen lassen. Viele Kinderkrankheiten wie zum Beispiel Masern verlaufen im Erwachsenenalter deutlich schwerer.

So schützen Sie sich vor Infektionskrankheiten

Wer die Übertragungswege von Infektions-Erregern kennt, kann jeden Tag etwas für die Infektionsprophylaxe tun:

  • Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände.
  • Drehen Sie sich weg und halten Sie Abstand, wenn andere Personen niesen.
  • Benutzen Sie Einwegtaschentücher und entsorgen Sie diese in einem Mülleimer mit Deckel.
  • Niesen Sie in die Armbeuge, nicht in die hohle Hand, wenn Sie kein Taschentuch zur Hand haben.
  • Trinken Sie ausreichend, um Ihre Schleimhäute feucht zu halten. Das macht es den Erregern schwer, ins Körperinnere zu gelangen.
  • Benutzen Sie die Toilette richtig!
    1. Verwenden Sie Toilettenpapier
    2. Schließen Sie beim Spülen den WC-Deckel
    3. Waschen Sie sich anschließend gründlich die Hände.
Info

Von der Hand in den Mund

Viele Infektionserreger leben „von der Hand in den Mund“. Sprich: Sie haften an den Händen und werden unbemerkt in den Mund-/Rachenraum befördert. Rund 16 Mal pro Stunde fassen wir uns ins Gesicht. Zwischendurch greifen wir zu Türklinken, Armaturen oder auf die Knöpfe am Fahrstuhl — Orte, an denen sich die Infektionserreger wohl fühlen.

6 Regeln zum Umgang mit Infektionskranken

Wenn Sie zum Beispiel als pflegender Angehöriger eine Person mit Pflegebedürftigkeit versorgen, die an einer Infektion erkrankt ist, dann sollten Sie diese Regeln beachten:

  1. Isolieren Sie den Erkrankten (eigenes Zimmer, gegebenenfalls sogar eigene Toilette) und rufen Sie den Arzt.
  2. Vermeiden Sie den Kontakt mit Ausscheidungen des Erkrankten, zum Beispiel bei Magen-Darm-Infektionen.
  3. Waschen Sie sich die Hände nach jedem Kontakt mit dem Erkrankten.
  4. Tragen Sie ggf. Mundschutz und Einmalhandschuhe während pflegerischer Tätigkeiten.
  5. Waschen Sie regelmäßig die persönliche Wäsche des Erkrankten sowie Bettwäsche, Handtücher und Waschlappen bei mindestens 60 Grad.
  6. Warten Sie nach dem Abklingen der akuten Beschwerden noch ein paar Tage, bis der Erkrankte wieder in Kontakt zu anderen Menschen tritt.
Tipp
Wissen ist Vorsorge

Um sich und Ihren pflegebedürftigen Angehörigen nicht nur vor typischen Krankheiten im Alter zu schützen, sondern ihm auch sonst nur die beste Versorgung und Pflege angedeihen zu lassen, sollten Sie sich ein umfassendes Pflegewissen aneignen. pflege.de fasst wichtige Themen in einfacher Sprache zusammen und gibt Ihnen hilfreiche Tipps und Tricks an die Hand.

Infektionsprophylaxe im Alltag

Das Risiko von Infektionserkrankungen kann durch vorausschauendes und kluges Handeln reduziert werden. Achten Sie neben den richtigen Hygienemaßnahmen in der häuslichen Pflege auch darauf, die verschiedenen Bereiche ihres Zuhauses sauber zu halten.

Haushaltshygiene: Verwenden Sie für Küche, Bad und Toilette jeweils separate Putztücher. Putztücher etc. nach dem Gebrauch zum Trocknen aufhängen, häufig wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen. Lassen Sie Ihre Schuhe draußen im Flur stehen. So vermeiden Sie es, dass Erreger in die Wohnung gelangen können.

Küchenhygiene: Tiefgefrorene Ware nicht vorzeitig (und auch nur im Kühlschrank) auftauen lassen. Fleisch und Eier im Kühlschrank getrennt aufbewahren. Speisen richtig durchgaren, damit die meisten Keime abgetötet werden. Rohe Produkte (etwa Fleisch oder Geflügel) auf separaten Tellern zerlegen und die Küchenutensilien danach gründlich reinigen. Vergessen Sie auch hier nicht, auf gute Händehygiene achten!

Tiere im Haushalt: Halten Sie Futter- und Trinknäpfe sauber und waschen Sie Decken regelmäßig. Achten Sie darauf, dass Ihre Haustiere vom Tierarzt regelmäßig entwurmt werden. Tiere dürfen nicht über offene Wunden lecken. Erlauben Sie es Ihrem Haustier, mit zu Ihnen ins Bett zu kommen, sollten Sie die Bettwäsche regelmäßig und häufig wechseln (gegebenenfalls einmal pro Woche) und bei mindestens 60 Grad waschen.

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Erstelldatum: 8102.21.71|Zuletzt geändert: 1202.60.42
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