Sepsis (Blutvergiftung): Symptome, Ursachen und Behandlung

Sepsis

Sepsis ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Dabei ist sie in vielen Fällen vermeidbar. Impfungen, Hygienemaßnahmen, Früherkennung und eine schnelle Behandlung können verhindern, dass aus einer Infektion eine lebensbedrohliche Blutvergiftung wird. Besonders für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen ist das Thema wichtig: Wer die Warnsignale kennt und schnell handelt, kann Leben retten.

pflege.de erklärt, wie eine Blutvergiftung entsteht, welche Folgen sie haben kann und wie sie behandelt wird.

Inhaltsverzeichnis

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Sepsis: Definition

Eine Sepsis ist eine extreme Reaktion auf eine Infektion, die zu lebensbedrohlichen Organschäden führen kann. Dabei breiten sich die Krankheitserreger über die Blutbahnen im gesamten Körper aus. Daher kommt der umgangssprachliche Begriff Blutvergiftung.(1)

Die Immunabwehr gerät daraufhin außer Kontrolle und schädigt Gewebe und Organe. Bis zu drei Viertel der Betroffenen tragen Langzeitfolgen nach einer Sepsis. Bei etwa einem Drittel verläuft sie tödlich.(2)(3)

Tipp
Prüfen Sie Ihren Anspruch auf Pflegeleistungen

Wer eine Sepsis überstanden hat, ist oft noch längere Zeit auf Unterstützung angewiesen, manchmal auch dauerhaft. In diesem Fall sollten Sie prüfen, ob Sie Anspruch auf einen Pflegegrad haben. Denn die damit verbundenen Leistungen der Pflegeversicherung können Ihren Alltag erleichtern.

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Was ist ein septischer Schock?

Ein septischer Schock ist eine gefährliche Steigerung der Sepsis mit einer noch höheren Sterblichkeitsrate.

Beim septischen Schock bleibt der Blutdruck, trotz Behandlung der Blutvergiftung, sehr niedrig. Der Körper wird also nicht mehr ausreichend mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Weitere Organe können versagen.(4)

Sepsis: Ursachen für eine Blutvergiftung

Eine Sepsis entsteht immer, wenn eine Infektion im Körper außer Kontrolle gerät.

Ausgehend von einer Wunde oder einer Entzündung im Körper gelangen Krankheitserreger – meist Bakterien, aber auch Viren, Pilze ober seltener sogar Parasiten – in den Blutkreislauf und breiten sich aus.

Das Immunsystem antwortet mit einer Überreaktion, die starke Entzündungsgeschehen im gesamten Körper auslöst und damit schließlich zu Gewebe- und Organschäden führt.

Die häufigsten zu einer Sepsis führenden Krankheiten sind:(2)

  • Atemwegserkrankungen wie etwa eine Lungenentzündung (Pneumonie)
  • Harnwegsinfekte
  • Infektionen des Bauchraumes (zum Beispiel an Darm oder Gallenblase)
  • Infizierte Wunden

Darüber hinaus können folgende Infektionen Ursache für eine Blutvergiftung sein:

  • Infektion der Herzklappen
  • Infektion des zentralen Nervensystems
  • Infektion von Knochen
  • Infektion von Weichteilen

In gut 17 Prozent der Fälle bleibt der Auslöser einer Sepsis, trotz umfangreicher Diagnostik, unbekannt.(4)

Info
Blutvergiftung nach Insektenstich oder durch Dellwarzen?

Ein Insektenstich selbst verursacht ebenso wenig eine Sepsis wie Dellwarzen. Allerdings können in seltenen Fällen durch das Aufkratzen Bakterien in die entstandene Wunde geraten und so eine Blutvergiftung auslösen.

Risikofaktoren für eine Sepsis

Jeder Mensch mit einer Infektion kann eine Sepsis bekommen. Allerdings gibt es Faktoren, die schneller die Kettenreaktion einer Blutvergiftung in Gang setzen können.

Dazu gehören:(4)

Weil nach einer Operation oft gleich mehrere dieser Faktoren vorliegen, ist das Risiko für eine Sepsis nach so einem Eingriff besonders hoch.

Info
Erhöhtes Sepsis-Risiko bei Pflegebedürftigkeit

Auch pflegebedürftige Menschen gehören zur Risikogruppe. Eine sorgfältige Infektionsprophylaxe gehört daher zum Pflegealltag. Sogenannte Pflegehilfsmittel zum Verbrauch haben an dieser Stelle einen wichtigen Schutzauftrag.

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Sepsis bei Kindern

Kinder, gerade Säuglinge, sind besonders gefährdet, an einer Sepsis zu erkranken.

Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen ist ihr Immunsystem noch nicht ausgereift. Zum anderen werden die Symptome bei Kindern oft nicht sofort erkannt oder verwechselt.(5)

Das kann dazu führen, dass die Sepsis zu spät behandelt wird.

Weil sich Kinder noch in der körperlichen und geistigen Entwicklung befinden, können die Auswirkungen weitreichend sein und je nach Schwere sogar dazu führen, dass das Kind langfristig pflegebedürftig ist.

Sepsis: Symptome und Anzeichen erkennen

Eine beginnende Sepsis kündigt sich oft durch unspezifische Beschwerden an, die meist gemeinsam auftreten. Häufig wird die akute Blutvergiftung von einem besonders starken Krankheitsgefühl begleitet.

Zu den häufigsten Sepsis- Symptomen gehören:(4)(6)

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Herzrasen
  • Niedriger Blutdruck
  • Verwirrtheit
  • Atembeschwerden
  • Feucht-kalte oder marmorierte Haut (sogenannte Sepsis-Flecken)
  • Extreme Schmerzen

Die Anzeichen einer Blutvergiftung können sich von Mensch zu Mensch stark unterscheiden.

Info
Sepsis-Symptom: Blauer Strich

Ein blauer oder roter Strich, der von einer Wunde ausgeht und Richtung Herzen fortläuft, ist kein Anzeichen für eine Blutvergiftung. Das ist ein Irrglaube. Es handelt sich dabei vielmehr um eine Entzündung in einer Lymphbahn. Allerdings kann sich daraus unbehandelt ebenfalls eine Sepsis entwickeln.

Frühsymptome der Blutvergiftung erkennen

Bei einer Sepsis muss schnell gehandelt werden, um zu verhindern, dass sie sich weiter im Körper ausbreitet und bleibende Schäden hinterlässt.

Egal, ob die Blutvergiftung im Körper, am Finger, Fuß, Arm oder Bein beginnt – es ist wichtig, die Frühzeichen einer Blutvergiftung zu kennen, um schnell genug reagieren zu können.

Dazu zählen vor allem:

  • Bewusstseinsveränderung,
  • beschleunigte Atmung und
  • ein sehr niedriger Blutdruck.

Besteht der Verdacht einer Infektion und treten mindestens zwei dieser Symptome auf, sollten Sie das so schnell wie möglich ärztlich abchecken lassen.(3)

Wichtiger Hinweis
Eine Sepsis ist ein Notfall

Wie Herzinfarkt und Schlaganfall ist eine Sepsis ein akuter Notfall. Sobald Sie typische Anzeichen einer Sepsis bemerken, zögern Sie bitte nicht: Wählen Sie sofort den Notruf (112) oder fahren Sie in die nächste Notaufnahme.

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Diagnose: Sepsis

Je früher eine Blutvergiftung erkannt wird, desto besser stehen die Chancen für einen milderen Krankheitsverlauf und vor allem fürs Überleben.

Egal ob bei Ihrem Hausarzt oder in der Notaufnahme eines Krankenhauses – am Anfang der Untersuchung steht immer die Frage: Liegt eine Infektion vor? Und wenn ja, wo im Körper?

Bildgebende Verfahren

Ist die Infektion von außen nicht sichtbar, kommen je nach Art der vermuteten Infektion Röntgen- oder Computertomografie-Aufnahmen (CT), Ultraschall oder eine Laparoskopie (Untersuchung der Bauchhöhle) zum Einsatz.(4)

Laboruntersuchungen

Parallel werden im Labor Blutkulturen und möglichst ein mikrobiologischer Abstrich vom Infektionsort auf die Erreger der Infektion untersucht. Das ist wichtig, um eine wirksame Antibiotika-Therapie festzulegen.

Zusätzlich gibt der Laktatwert im Blut Aufschluss darüber, ob eine Blutvergiftung vorliegt. Denn Laktat sammelt sich im Körpergewebe an, wenn es nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Ein erhöhter Laktatwert ist auch ein Indiz für einen septischen Schock.

Körperliche Untersuchungen

Darüber hinaus geben Vitalzeichen wie Körpertemperatur und Herzfrequenz sowie Entzündungswerte im Blut weitere Hinweise auf eine Infektion.(4)

Screening-Tools

Für Krankenhäuser empfiehlt die Sepsis-Leitlinie (eine wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlung) ein regelmäßiges Screening für alle Patienten, die eine Infektion haben. Dazu stehen verschiedene Testverfahren zur Auswahl. Wenn möglich sollten mehrere kombiniert werden.(3)

SOFA-Score

Für eine schnelle Diagnose eignet sich am besten der sogenannte Quick-SOFA-Score, kurz qSOFA.

Wenn jemand mit Verdacht auf Sepsis mindestens zwei dieser drei Warnsignale zeigt, liegt wahrscheinlich eine Sepsis vor:

  • Verwirrtheit oder Bewusstseinstrübung (Bewusstseins- und Hirnfunktionsstörungen)
  • Schnelle Atmung (mehr als 22 Atemzüge pro Minute)
  • Sehr niedriger Blutdruck (der obere Wert liegt bei 100 mmHg oder darunter)
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Behandlung bei Blutvergiftung

Nach der Diagnose „Sepsis“ heißt es vor allem: keine Zeit zu verlieren und sofort mit der Therapie beginnen.(3)

Die Behandlung einer Sepsis zielt zum einen darauf ab, die Infektion einzudämmen, die zur Sepsis geführt hat. Zum anderen geht es darum, den Zustand des Patienten zu stabilisieren.

Infektion bekämpfen

Solange noch unklar ist, welcher Erreger die Infektion verursacht hat, geben Ärzte per Infusion ein Antibiotikum, das gegen die wahrscheinlichsten Erreger wirken soll. Sobald das Labor zeigt, welcher Erreger tatsächlich dahintersteckt, kann das Medikament gezielt angepasst werden.

Manchmal ist auch eine Operation notwendig, um die Ursache für die Infektion zu beseitigen, beispielsweise bei einem Darmdurchbruch.

Patienten stabilisieren

Der erste Schritt zur Stabilisierung des Kreislaufes bei einer Sepsis oder einem septischen Schock ist die Gabe von Flüssigkeit.

Konkret empfiehlt die Sepsis-Leitlinie bestimmte Infusionslösungen, die Elektrolyten enthalten, die in ihrer Zusammensetzung dem menschlichen Blutplasma sehr ähnlich sind.

Außerdem gilt es, die Funktion der durch die Sepsis beeinträchtigten Organe zu stabilisieren und wenn nötig zu unterstützen, zum Beispiel durch:

  • Sauerstoffgabe oder künstliche Beatmung bei eingeschränkter Atemfunktion.
  • Flüssigkeit und kreislaufunterstützende Medikamente, um den Blutdruck anzuheben.
  • Dialyse bei stark eingeschränkter Nierenfunktion.

In manchen Fällen ist es auch notwendig, den Patienten in ein künstliches Koma zu versetzen.(4)

Neben der Stabilisierung der Patienten gehören auch die Thromboseprophylaxe und eine Schmerztherapie zur Behandlung.

Gegebenenfalls müssen die Patienten künstlich ernährt werden, dann erhalten sie eine enterale Ernährung oder parenterale Ernährung.

Tipp
Wer entscheidet, wenn Sie es nicht können?

Künstliche Beatmung, Koma, Wiederbelebung: Eine Patientenverfügung stellt sicher, dass Ihr Wille zählt – auch wenn Sie ihn nicht mehr äußern können. Darin legen Sie fest, welchen medizinischen Maßnahmen Sie zustimmen und welche Sie ablehnen.

Bonus
Formular Patientenverfügung
  • PDF-Formular als Vorlage für Ihre Patientenverfügung
  • Online ausfüllen oder ausdrucken
  • Mit den Textbausteinen vom Justizministerium

Sepsis: Verlauf

Der Verlauf einer Blutvergiftung ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Sie hängen stark vom Auslöser sowie dem Alter und Gesundheitszustand der betroffenen Person ab.

Im schlimmsten Fall kann eine Sepsis innerhalb weniger Stunden zum Tod führen. Aus diesem Grund werden viele Patienten mit einer akuten Sepsis erst einmal auf der Intensivstation überwacht. Dort müssen sie je nach Krankheitsverlauf einige Tage bis mehrere Wochen bleiben.

Sobald die Blutvergiftung überstanden ist (Patient ist außer akuter Lebensgefahr und seine Organfunktionen sind stabil), kommt die Person auf die normale Station, nach Hause oder in die Reha.(4)

Dauer einer Sepsis

Insgesamt lässt sich eine Blutvergiftung in drei Phasen unterteilen:(2)(4)

  1. Ende der Akutphase: Bis die Infektion unter Kontrolle und der Kreislauf stabil ist können bis zu 24 Tage vergehen.
  2. Rekonvaleszenz: Der Körper braucht Wochen bis Monate, um sich vollständig zu erholen.
  3. Langzeitfolgen: Viele Sepsis-Betroffene sind noch Jahre nach der Erkrankung beeinträchtigt. Bei einigen bleiben Folgeschäden ihr Leben lang.
Info
Dauer bis zum Sepsis-Ausbruch

Eine Blutvergiftung ist keine eigenständige Krankheit, sondern eine Komplikation einer anderen Erkrankung. Deshalb ist es schwer, die Dauer bis zum Ausbruch festzulegen. Der Zeitraum der Infektion bis zur Sepsis ist sehr unterschiedlich. Es kann wenige Stunden bis zu einigen Tagen dauern.

Folgen einer Blutvergiftung

Die Überlebenschancen nach einer Sepsis hängen stark vom Zeitpunkt der Behandlung und dem Schweregrad ab. In Deutschland stirbt etwa ein Drittel der Betroffenen an einer Sepsis. Nach einem septischen Schock liegt die Sterberate sogar bei über 50 Prozent.(4)

Wer eine Sepsis überlebt, den begleiten oft noch jahrelange Folgen.

Zu den Spätfolgen gehören vor allem:(2)(4)

  • Nerven- und Muskelschäden
  • Chronische Schmerzen
  • Kognitive Beeinträchtigungen
  • Eine geringere Belastbarkeit
  • Psychische Störungen, wie beispielsweise das Posttraumatischen Belastungssyndrom (PTBS)

Auch hier hängen die Lebenserwartung und Lebensqualität von der Schwere der Sepsis und ihrer Folgen ab. Oft müssen die Betroffenen viel Geduld haben, denn der Körper braucht Zeit, um sich von einer Sepsis komplett zu erholen.

Einige sind nach einer überstandenen Blutvergiftung auch längere Zeit auf Pflege angewiesen.

Das alles kann sehr belastend sein. Es ist wichtig, dass Sie wissen: Sie müssen das nicht allein bewältigen.

Tipp
Nehmen Sie Unterstützung an

Im plötzlichen Pflegefall stehen pflegende Angehörige häufig vor der Frage, wie sie Beruf, Alltag und Pflege miteinander vereinbaren können. Verschiedene Leistungen der Pflegeversicherung können in dieser Situation eine wichtige Entlastung bieten.

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Pflegemaßnahmen nach einer Sepsis

Die Genesung nach einer Blutvergiftung kann sich über Monate oder sogar Jahre hinziehen. Viele Betroffene arbeiten sich Schritt für Schritt zurück ins Leben – und schaffen das auch mit der richtigen Unterstützung.

Verschiedene Pflegemaßnahmen können sie dabei unterstützen.

Tipp
Antrag auf Pflegegrad oder Höherstufung

Mit einem Pflegegrad stehen Ihnen verschiedene Leistungen der Pflegeversicherung zu, die Ihren Pflegealltag erleichtern sollen. Liegt bereits ein Pflegegrad vor, aber die Pflegesituation hat sich in Folge der Sepsis verschlechtert, können Sie auch eine Höherstufung beantragen.

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Spezielle Pflegetechniken

Die frühzeitige Mobilisation durch Physio- und Ergotherapie kann die Genesung nach einer Sepsis unterstützen. Das beginnt idealerweise bereits im Krankenhaus und wird zu Hause im Alltag konsequent fortgeführt.

Die aktivierende Pflege bezieht den pflegebedürftigen Menschen aktiv in Alltagsaufgaben, Entscheidungsprozesse und Bewegungsübungen ein. Im Gegensatz zur passiven Pflege fördert man so gezielt seine Fähigkeiten und stärkt die Selbstwirksamkeit.

Hat das zentrale Nervensystem durch die Sepsis Schaden genommen, kann das sogenannte Bobath-Konzept helfen, motorische Fähigkeiten zurückzugewinnen.

Dekubitusprophylaxe

In der Zeit, in der ein Sepsis-Patient bettlägerig ist, gilt es unbedingt, ein Wundliegen (Dekubitus) zu vermeiden. Die sogenannte Dekubitusprophylaxe sieht dafür gezielte pflegerische Maßnahmen vor.

Sepsis vorbeugen

Sie können aktiv dazu beitragen, eine Sepsis zu verhindern, indem Sie Infektionen aller Art vorbeugen.

Insbesondere für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, wie etwa bei chronischen Erkrankungen und bei Pflegebedürftigkeit, ist Infektionsprophylaxe ein wichtiges Thema.

Folgende Maßnahmen gehören zu den wichtigsten Bausteinen des Infektionsschutzes:(7)

  • Impfungen, zum Beispiel gegen die für Lungenentzündung verantwortliche Pneumokokken und Influenza (empfohlen für Säuglinge und ältere Menschen ab 60 Jahre) sowie COVID-19
  • Hygienemaßnahmen, allem voran das gründliche Händewaschen
  • Wunden vorbeugen und richtig versorgen (Wundmanagement)
  • Gute ärztliche Versorgung chronischer Erkrankungen
  • Gesunder Lebensstil
  • Infektionen ernst nehmen und rechtzeitig behandeln
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Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Sepsis?

Eine Sepsis, umgangssprachlich auch Blutvergiftung, ist eine lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion. Dabei führt eine Überreaktion der körpereigenen Immunabwehr zu Organschäden.

Wie entsteht eine Sepsis?

Eine Sepsis entsteht, wenn Krankheitserreger in die Blutbahnen gelangen und sich so im gesamten Körper verteilen. Das Immunsystem antwortet mit starken Entzündungsreaktionen, die Körpergewebe und Organe stark schädigen können.

Wie kündigt sich eine Blutvergiftung an?

Eine Blutvergiftung wird immer durch eine Infektion ausgelöst. Sie kündigt sich dann meist durch unspezifische Symptome an, wie Fieber, Schüttelfrost, Herzrasen, niedriger Blutdruck, Verwirrtheit, Atembeschwerden, feucht-kalte oder marmorierte Haut („Sepsis-Flecken“) oder extreme Schmerzen. Die Anzeichen können sich von Mensch zu Mensch stark unterscheiden.

Wie erkenne ich eine Blutvergiftung nach einem Insektenstich?

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Sie nach einem Insektenstich eine Blutvergiftung bekommen. Wenn Sie den Stich allerdings aufkratzen, können Krankheitserreger in die Wunde gelangen und eine Entzündung auslösen. Wenn dann unspezifische Symptome wie etwa Fieber, Schüttelfrost, Herzrasen, niedriger Blutdruck und Verwirrtheit auftreten, können das mögliche Anzeichen für eine Sepsis sein.

Wie sieht eine Sepsis aus?

Sehen kann man eine Sepsis nicht, da sie sich innerhalb des Körpers abspielt. Allerdings können einige Symptome nach außen hin sichtbar werden, wie etwa die sogenannten Sepsis-Flecken, bei der die Haut sich marmoriert zeigt. Darüber hinaus weisen Fieber, Schüttelfrost, Herzrasen, niedriger Blutdruck und Verwirrtheit auf eine Sepsis hin, wenn Sie gleichzeitig eine Infektion haben.

Blutvergiftung – was tun?

Wenn Sie den Verdacht haben, eine Blutvergiftung zu haben, müssen Sie sofort zu Ihrem Arzt oder direkt in die Notaufnahme. Denn eine Sepsis kann innerhalb weniger Stunden tödlich verlaufen.

Wie lange dauert eine Sepsis?

Das hängt von der Schwere der Sepsis ab. Die Akutphase, also der Zeitraum bis die Infektion unter Kontrolle und der Kreislauf stabil ist, kann bis zu 24 Tage andauern. Danach braucht der Körper Wochen bis Monate, um sich vollständig zu erholen. Noch Jahre nach der akuten Sepsis können Folgeschäden auftreten.

Wie lange ist man mit einer Sepsis im Krankenhaus?

Je nachdem, wie schwer die Sepsis ist und wie sie bei Ihnen verläuft, müssen Sie einige Tage bis mehrere Wochen im Krankenhaus bleiben.

Wann ist eine schwere Sepsis überstanden?

Eine schwere Sepsis ist überstanden, wenn sich Ihr Körper von den Folgen vollständig erholt hat. Das kann mehrere Monate bis Jahre dauern.

Wie hoch ist die Lebenserwartung nach einer Sepsis?

Die Lebenserwartung nach einer Sepsis ist sehr unterschiedlich. Sie hängt von vielen Faktoren ab, wie etwa dem Alter, Begleiterkrankungen, der Schwere der Sepsis, ob sie frühzeitig behandelt wurde oder Komplikationen auftraten. Etwa ein Drittel der Patienten mit einer Sepsis in Deutschland versterben noch im Krankenhaus.

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Erstelldatum: 6202.70.6|Zuletzt geändert: 6202.70.6
(1)
Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (ohne Jahr): Glossar: Sepsis
www.gesundheitsinformation.de/glossar/sepsis.html (letzter Abruf am 06.07.2026)
(2)
Sepsis-Stiftung (ohne Jahr): Sepsis kennen und erkennen
www.sepsiswissen.de/infozentrale/sepsis-erkennen (letzter Abruf am 06.07.2026)
(3)
Deutsche Sepsis-Gesellschaft e.V. (DSG) (2025): S3-Leitlinie Sepsis - Prävention, Diagnose, Therapie und Nachsorge
https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/079-001 (letzter Abruf am 06.07.2026)
(4)
Deutsche Sepsis-Hilfe e.V. (2020): Sepsis – Informationen für Patienten und Angehörige
https://sepsis-hilfe.org/files/Inhalte/Dokumente/DSH_Infoheft_VIEW_Doppelseiten_20201103.pdf (letzter Abruf am 06.07.2026)
(5)
Sepsis-Stiftung (2026): Sepsis Symptome bei Kindern
https://sepsis-stiftung.de/sepsis-bei-kindern (letzter Abruf am 06.07.2026)
(6)
Sepsis-Stiftung (2026): Sepsis Symptome frühzeitig erkennen
https://sepsis-stiftung.de/koennte-es-sepsis-sein (letzter Abruf am 06.07.2026)
(7)
AOK (2026): PfiFf-Themenblatt Nr. 10 – Sepsis Vorbeugung
https://aok-pfiff.de/themenblaetter/pfiff-themenblatt-nr-10-sepsis-vorbeugung (letzter Abruf am 06.07.2026)
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