Pflegeunterstützungsgeld: Lohnersatzleistung berechnen und beantragen

Pflegeunterstuetzungsgeld

Sie sind berufstätig und müssen sich nebenher um einen akuten Pflegefall in Ihrer Familie kümmern? Durch das Pflegezeitgesetz können nahe Angehörige kurzfristig unbezahlt bis zu zehn Tage von der Arbeit fernbleiben, um die Pflege ihres Angehörigen zu organisieren. In dieser Zeit sind sie finanziell durch das Pflegeunterstützungsgeld abgesichert. Dieser Anspruch gilt, sofern keine Entgeltfortzahlung aus tariflichen oder betrieblichen Regelungen gewährleistet ist.

Das Pflegeunterstützungsgeld soll pflegende Angehörige finanziell entlasten und die drängende Pflegeorganisation erleichtern. pflege.de klärt Angehörige auf über ihren Anspruch, geltende Voraussetzungen, die Höhe und den Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld.

Inhaltsverzeichnis

Info

Aktuelle Corona-Sonderregelungen für das Pflegeunterstützungsgeld

Für das Pflegeunterstützungsgeld gelten im Zuge der Corona-Pandemie zeitlich begrenzte Sonderregelungen. In unserem Corona-FAQ halten wir Sie dazu auf dem neuesten Stand.

Pflegeunterstützungsgeld: Was ist das?

Das Pflegeunterstützungsgeld ist eine Lohnersatzleistung der Pflegeversicherung für entgangenes Arbeitsentgelt während einer Pflegezeit von bis zu zehn Tagen. Es steht all jenen Beschäftigten zu, die kurzfristig die Pflege eines nahen Angehörigen organisieren müssen.

Pflegeunterstützungsgeld nach dem Pflegezeitgesetz

Der Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld ist in § 44a SGB XI (s. Quelle 1) gesetzlich verankert. Berufstätige Familienmitglieder sollen Zeit für die kurzfristige Organisation der Pflege eines Angehörigen gewinnen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde 2015 das Pflegezeitgesetz (PflegeZG, s. Quelle 2) verabschiedet. Es soll helfen, Pflege und Beruf besser zu vereinbaren.

Das Pflegezeitgesetz räumt Beschäftigten das Recht ein, in familiären Krisensituationen, wie einem akuten Pflegefall, bis zu zehn Arbeitstage der Arbeit fernzubleiben. In dieser Zeit sollten sie die pflegerische Versorgung eines nahen Familienmitglieds sicherstellen bzw. die Pflege organisieren. Wer die kurzzeitige Arbeitsverhinderung in Anspruch nimmt, erhält ein auf bis zu zehn Tage begrenztes Pflegeunterstützungsgeld.

Auf diese Weise können Arbeitnehmer akuten Pflegesituationen im Kreise naher Angehöriger nachgehen, Maßnahmen organisieren und müssen dabei nicht gänzlich auf Einnahmen verzichten. So wie Eltern Krankengeld bekommen, wenn sie sich um ihr krankes Kind kümmern, erhalten nahe Angehörige diese Lohnersatzleistung von der Pflegekasse der pflegebedürftigen Person.

Info

Wozu dient das Pflegezeitgesetz?

Die kurzzeitige Arbeitsverhinderung nach dem Pflegezeitgesetz (s. Quelle 2) ist für die Organisation von akuten Pflegemaßnahmen naher Angehöriger gedacht. Sie bietet Ihnen als Arbeitnehmer die Möglichkeit, bis zu zehn Arbeitstage frei zu nehmen, um die ersten Vorkehrungen im Pflegefall innerhalb der Familie zu treffen. Mehr Voraussetzungen und Details können Sie im Beitrag zum Pflegezeitgesetz nachlesen.

Voraussetzungen für Pflegeunterstützungsgeld

Um Pflegeunterstützungsgeld zu erhalten, müssen Versicherte einen Antrag bei der zuständigen Pflegekasse stellen. Dabei müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Die Pflegesituation ist akut, also unvorhersehbar und unerwartet, eingetreten.
  • Der betroffene Angehörige wurde bereits als pflegebedürftig eingestuft bzw. der Eintritt einer baldigen Pflegebedürftigkeit ist mit Blick auf die Tatsachenlage sehr wahrscheinlich.
  • Der Antragsteller auf Pflegeunterstützungsgeld ist naher Angehöriger der pflegebedürftigen Person nach § 7 des Pflegezeitgesetzes.
  • Der berufstätige Angehörige beansprucht eine kurzzeitige Arbeitsverhinderung nach § 2 des Pflegezeitgesetzes.
  • Er erhält keine Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber während dieser Auszeit.
  • Der berufstätige Angehörige hat nach Absehbarkeit der Pflegesituation unverzüglich einen Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld bei der Pflegekasse bzw. dem Pflegeversicherungsunternehmen (angeschlossen an die Krankenkasse) seines Angehörigen gestellt.
  • Zusammen mit dem Antrag hat der nahe Angehörige eine ärztliche Bescheinigung eingereicht, die die (absehbare) Pflegebedürftigkeit seines pflegebedürftigen Angehörigen sowie die Erforderlichkeit der Maßnahme deutlich macht.
  • Der nahe Angehörige befindet sich im beantragten Zeitraum weder in Pflegezeit nach § 3 Pflegezeitgesetz noch in Familienpflegezeit nach §§ 2 und 3 Familienpflegezeitgesetz (FPflZG).
  • Auch wenn der zu pflegende Angehörige im Ausland lebt, ist er bei einer deutschen Pflegeversicherung versichert.
  • Bei Erkrankung oder Unfall eines Kindes: Nahe Familienmitglieder erhalten kein Kranken- oder Verletztengeld nach § 45 SGB V oder § 45 Absatz 4 SGB VII.

Pflegeunterstützungsgeld berechnen

Die Höhe des Pflegeunterstützungsgeldes richtet sich ganz nach den Regularien für die Kinder-Krankengeld-Berechnung. Diese sind in § 45 Abs. 2 des SGB V (s. Quelle 3) etwas sperrig erläutert. Als Faustregel können folgende Bestimmungen festgehalten werden:

Pflegeunterstützungsgeld Höhe

  • 90 % des tatsächlich ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts aus beitragspflichtigem Arbeitsentgelt der Versicherten (ohne Einmalzahlung in den letzten 12 Monaten wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld)
  • 100 % des tatsächlich ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts aus beitragspflichtigem Arbeitsentgelt der Versicherten (mit Einmalzahlung in den letzten 12 Monaten wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld). Die 100 % des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts werden unabhängig von der Höhe der Einmalzahlung gezahlt.

Das Pflegeunterstützungsgeld darf pro Kalendertrag 70 % der Beitragsbemessungsgrenze nach § 233 Abs. 3 in der Krankenversicherung (SGB V) nicht überschreiten.

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Praxisbeispiel: Pflegeunterstützungsgeld berechnen

Ein Arbeitnehmer nimmt zur Organisation der Pflege seiner Mutter insgesamt für zehn Tage die kurzzeitige Arbeitsverhinderung in Anspruch. Für diesen Zeitraum ergibt sich für ihn ein Nettoverdienstausfall in Höhe von 670 Euro. Daraus ergibt sich ein Brutto-Pflegeunterstützungsgeld von 60,03 Euro pro Kalendertag (90% von 670 Euro geteilt durch 10 Tage).

Abweichungen, Sonderregelungen und Spezifikationen sind im Gesetzestext (§ 45 Abs.2, SGB V) verankert. Bei Fragen und Unklarheiten können sich Angehörige an die Pflegeversicherung der pflegebedürftigen Person wenden und die individuelle Höhe ihres Pflegeunterstützungsgeldes berechnen lassen.

Pflegeunterstützungsgeld: Antrag stellen

Das Pflegeunterstützungsgeld ist eine sogenannte Antragsleistung. Das heißt: Angehörige müssen zunächst einen Antrag bei der Pflegekasse des Pflegebedürftigen stellen, um Pflegeunterstützungsgeld zu erhalten.

Wo muss der Antrag gestellt werden?

Der Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld muss bei der Pflegekasse bzw. dem privaten Versicherungsunternehmen der pflegebedürftigen Person gestellt werden – je nachdem, ob der Pflegebedürftige gesetzlich oder privat versichert ist. Erforderlich ist ein ärztliches Attest.

Info

Ärztliches Attest für den Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld

Wer einen Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld bei der Pflegekasse der pflegebedürftigen Person stellt, muss ein ärztliches Attest beilegen, das den Hilfebedarf und die akute Notsituation des nahen Angehörigen bestätigt. Dieses Attest kann allerdings auch nachgereicht werden.

Im Attest müssen folgende Angaben enthalten sein:

  • Name des pflegebedürftigen Angehörigen
  • Zeitraum der kurzzeitigen Arbeitsverhinderung
  • Ärztliche Bestätigung der Notwendigkeit zur Sicherstellung oder Organisation der Pflege für den nahen Angehörigen

Wann muss der Antrag gestellt werden?

Der Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld muss so schnell wie möglich gestellt werden, d. h. sobald sich die akute Pflegesituation abzeichnet.

Wie muss der Antrag gestellt werden?

Angehörige können ein Formular für den Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld bei der zuständigen Pflegekasse der pflegebedürftigen Person herunterladen oder es telefonisch bei der Pflegekasse anfordern.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Pflegeunterstützungsgeld?

Pflegeunterstützungsgeld erhalten Beschäftigte, die bis zu zehn Tage von ihrer Arbeit fernbleiben müssen, um die Pflege ihres nahen Angehörigen in akuten Pflegesituationen zu organisieren. Damit pflegende Angehörige in der Zeit der unentgeltlichen Freistellung trotzdem finanziell abgesichert sind, haben sie nach § 2 des Pflegezeitgesetzes Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld. Für diese Lohnersatzleistung müssen Arbeitnehmer einen Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld bei der jeweiligen Pflegekasse ihres pflegebedürftigen Angehörigen stellen.

Wer kann Pflegeunterstützungsgeld beantragen?

Pflegeunterstützungsgeld können Arbeitnehmer unter den folgenden Voraussetzungen beantragen:

  • Die Pflegesituation ihres betroffenen Angehörigen ist akut, also plötzlich, eingetreten.
  • Ihr betroffener Angehöriger wurde bereits bzw. wird sehr wahrscheinlich bald als pflegebedürftig eingestuft.
  • Sie sind nahe Angehörige des Pflegebedürftigen.
  • Sie nehmen eine kurzzeitige Arbeitsverhinderung in Anspruch.
  • Sie erhalten während der Auszeit keine Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber.
  • Sie können eine ärztliche Bescheinigung vorlegen, die die (absehbare) Pflegebedürftigkeit des pflegebedürftigen Angehörigen sowie die erforderliche Maßnahme bestätigt.
  • Sie befinden sich im beantragten Zeitraum weder in Pflegezeit noch in Familienpflegezeit.
  • Ihr betroffener Angehöriger ist bei einer deutschen Pflegeversicherung versichert, auch wenn er im Ausland lebt.
  • Sie erhalten auch bei Erkrankung oder Unfall eines Kindes kein Kranken- oder Verletztengeld.

Wie hoch ist das Pflegeunterstützungsgeld?

Die Höhe des Pflegeunterstützungsgeldes richtet sich nach dem individuellen Verdienst des pflegenden Angehörigen (Erwerbstätiger). Grundsätzlich fängt die Pflegeversicherung den Verdienstausfall zu einem Großteil auf. So zahlt die Pflegekasse dem pflegenden Angehörigen bis zu 90 % seines tatsächlich ausgefallenen Nettolohns. Falls dem Versicherten im letzten Kalenderjahr Einmalzahlungen (z. B. Urlaubs- oder Weihnachtsgeld) gezahlt wurden, beträgt das Brutto-Pflegeunterstützungsgeld sogar 100 % des Nettoarbeitsentgelts. Die 100 % sind dabei unabhängig von der Höhe der Einmalzahlungen.

Jedoch darf das kalendertägliche Brutto-Pflegeunterstützungsgeld nicht über 70 % der Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung liegen. Folglich liegt der der Höchstbetrag, bis zu dem das Pflegeunterstützungsgeld 2020 kalendertäglich gezahlt werden kann, bei 109,38 Euro. Zur Verdeutlichung dient das folgende Rechenbeispiel:

Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt derzeit

  • 56.250 Euro pro Jahr,
  • 4.687,50 Euro pro Monat,
  • und 156,25 Euro pro Tag.

70 % von 156,25 Euro sind 109,38 Euro.

Wie kann man das Pflegeunterstützungsgeld berechnen?

Der finanzielle Unterstützungsbeitrag wird anhand des Nettoverdienstes des Beschäftigten ermittelt. Außerdem gelten folgende Bestimmungen:

Die Pflegekasse zahlt

  • 90 % des tatsächlich ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts aus beitragspflichtigem Arbeitsentgelt der Versicherten (ohne Einmalzahlung in den letzten 12 Monaten wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld)
  • 100 % des tatsächlich ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts aus beitragspflichtigem Arbeitsentgelt der Versicherten (mit Einmalzahlung in den letzten 12 Monaten wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld). Die 100 % des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts werden unabhängig von der Höhe der Einmalzahlung gezahlt.

Zur besseren Verständlichkeit noch ein Beispiel:

Ein Beschäftigter muss eine plötzliche Pflegesituation für seinen Angehörigen kurzfristig organisieren und dafür zehn Tage am Stück von der Arbeit fernbleiben. Für den Zeitraum ergibt sich in seinem Fall ein Nettoverdienstausfall in Höhe von 520 Euro. Zudem wurden ihm im letzten Kalenderjahr von seinem Arbeitgeber Einmalzahlungen als Urlaubs- und Weihnachtsgeld gezahlt. Folglich beträgt sein Anspruch auf das Brutto-Pflegeunterstützungsgeld 52,00 Euro pro Kalendertag (520 Euro geteilt durch zehn Tage). Hätte der Arbeitnehmer keine Einmalzahlungen erhalten, ergäbe sich kalendertäglich ein Brutto-Pflegeunterstützungsgeld in Höhe von 46,80 Euro (90 % von 520 Euro geteilt durch zehn Tage).

Wer zahlt Pflegeunterstützungsgeld?

Das Pflegeunterstützungsgeld wird von der Pflegekasse bzw. dem privaten Versicherungsunternehmen des Pflegebedürftigen gezahlt. Die Pflegekasse ist an die jeweilige Krankenkasse angeschlossen, bei der der pflegebedürftige Angehörige krankenversichert ist.

Wie lange bekommt man Pflegeunterstützungsgeld?

Die Zahlungsbefristung des Pflegeunterstützungsgeldes beträgt zehn Arbeitstage pro Jahr. Die finanzielle Unterstützung muss dabei nicht am Stück in Anspruch genommen werden. Demnach kann die Lohnersatzleistung auch für weniger als zehn Tage beantragt werden.

Wie oft bekommt man Pflegeunterstützungsgeld?

Plötzliche Pflegesituationen, die bspw. durch einen unvorhersehbaren Sturz oder Schlaganfall verursacht werden, können mehrmals auftreten. Aus diesem Grund können beschäftigte Angehörige die Lohnersatzleistung prinzipiell mehrmals pro Jahr beziehen. Allerdings ist zu beachten, dass die finanzielle Unterstützung auf maximal zehn Arbeitstage pro Jahr begrenzt ist.

Zur besseren Verständlichkeit noch ein Beispiel:

Nimmt der beschäftigte Angehörige die Lohnersatzleistung also für weniger als zehn Tage in Anspruch, kann er im Falle einer erneuten Pflegesituation wieder einen Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld einreichen. Wird plötzlich ein weiterer Angehöriger pflegebedürftig, hat er auch für die Person Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld für bis zu zehn Arbeitstage pro Jahr.

Braucht man eine ärztliche Bescheinigung für Pflegeunterstützungsgeld?

Ja, wer einen Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld stellt, muss ein ärztliches Attest beilegen. Die ärztliche Bescheinigung muss den Hilfebedarf sowie die akute Notsituation des Pflegebedürftigen bestätigen. Außerdem müssen der Name des Pflegebedürftigen und der Zeitraum der Arbeitsverhinderung darin enthalten sein.

Braucht man die Entgeltbescheinigung zur Berechnung von Pflegeunterstützungsgeld?

Ja, zur Berechnung des Pflegeunterstützungsbeitrags benötigt die Pflegekasse bzw. das private Versicherungsunternehmen die Entgeltbescheinigung. Auf dieser Grundlage wird die Höhe des Pflegeunterstützungsgeldes ermittelt.

Kann der Arbeitgeber Pflegeunterstützungsgeld ablehnen?

Nein, der Arbeitgeber kann weder die kurzzeitige Freistellung noch das Pflegeunterstützungsgeld ablehnen. Das Pflegeunterstützungsgeld wird von der Pflegekasse bzw. dem privaten Versicherungsunternehmen der pflegebedürftigen Person gezahlt. Zu beachten ist, dass der Arbeitnehmer keine Entgeltfortzahlung von seinem Arbeitgeber erhält. In dem Fall verliert der Arbeitnehmer seinen Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld. Der Arbeitgeber kann allerdings einen Nachweis über die Pflegebedürftigkeit des nahen Angehörigen verlangen (wie etwa ein ärztliches Attest).

Kann ich als pflegender Angehöriger mehrmals Pflegeunterstützungsgeld für dieselbe pflegebedürftige Person beantragen?

Der Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld steht Ihnen zur Sicherstellung der pflegerischen Versorgung Ihres pflegebedürftigen Familienmitglieds für insgesamt bis zu zehn Arbeitstage pro Jahr zu. Falls Sie das Pflegeunterstützungsgeld für weniger als zehn Arbeitstage bezogen haben, können Sie im Falle einer nächsten akuten Pflegesituation derselben Person erneut Pflegeunterstützungsgeld beantragen.

Können die kurzzeitige Arbeitsverhinderung und das Pflegeunterstützungsgeld auf mehrere Angehörige aufgeteilt werden?

Ja, sowohl die kurzzeitige Arbeitsverhinderung als auch das Pflegeunterstützungsgeld kann auf mehrere Personen aufgeteilt werden. Voraussetzung ist, dass die Pflege eines gemeinsamen Angehörigen organisiert wird, der sich in einer akuten Ausnahme-Situation befindet. In diesem Fall ist die Arbeitsverhinderung in Abschnitte aufzuteilen und den jeweiligen Pflegepersonen zuzuordnen.

Zur besseren Verständlichkeit noch ein Beispiel:

Eine Aufteilung zwischen zwei Personen könnte z. B. bedeuten, dass eine Person die ersten vier Tage übernimmt und die andere Person die darauffolgenden sechs Tage. Der Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld gilt für insgesamt zehn Arbeitstage und ist zu gerechten Teilen unter den Pflegepersonen aufzuteilen. Grundlage hierfür sind die jeweils geleisteten Pflegetage bzw. die Tage des Verdienstausfalls.

Wenn ich auf das Pflegeunterstützungsgeld verzichte, kann ich dann die kurzzeitige Arbeitsverhinderung mehrmals in Anspruch nehmen?

In der Regel ist die kurzzeitige Arbeitsverhinderung auf eine konkrete akute Pflegesituation begrenzt. Das kann beispielsweise ein schwerer Sturz Ihres nahen Angehörigen sein, dessen Pflegesituation Sie nun schnell abklären müssen. Zieht dies allerdings eine weitere akute Situation nach sich, kann für Sie gegebenenfalls ein erneuter Anspruch auf Arbeitsbefreiung entstehen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die zuvor organisierte Pflegeleistung nicht direkt in Anspruch genommen werden kann und es überschaubare Wartezeiten zu überbrücken gilt.

Wie beantrage ich Pflegeurlaub?

Grundsätzlich kann kein „Pflegeurlaub“ bzw. eine Pflegefreistellung beantragt werden. Da es sich um eine unbezahlte Freistellung handelt, haben Sie für die Zeit der Arbeitsverhinderung aber einen Anspruch auf das Pflegeunterstützungsgeld für bis zu zehn Arbeitstage. Um diesen Lohnersatz zu erhalten, müssen Sie als pflegender Angehöriger zunächst einen Antrag bei der Pflegekasse bzw. dem privaten Versicherungsunternehmen Ihres pflegebedürftigen Angehörigen stellen. Wie genau das Antragsverfahren abläuft, ist von der jeweiligen Pflegekasse bzw. dem privaten Versicherungsunternehmen Ihres pflegebedürftigen Angehörigen abhängig. Um die finanzielle Unterstützung im Falle einer unentgeltlichen Freistellung zu erhalten, benötigt die Versicherung eine ärztliche Dringlichkeits-Bescheinigung. Das Attest muss den Hilfebedarf und die akute Notsituation Ihres pflegebedürftigen Angehörigen bestätigen.

Wo trägt man das Pflegeunterstützungsgeld bei der Steuererklärung ein?

Das Pflegeunterstützungsgeld wird in der Steuererklärung nicht angegeben, da es steuerfrei und auch nicht im Katalog des Einkommensteuergesetzes aufgeführt ist.

Wie hoch ist das Pflegeunterstützungsgeld für Beamte?

Ob Beamte Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld haben und wie hoch dieses ausfällt, hängt von den unterschiedlichen Regularien innerhalb der einzelnen Bundesländer ab.

Wie beantrage ich Pflegeunterstützungsgeld bei der AOK?

Ist Ihr pflegebedürftiges Familienmitglied bei der AOK versichert, können Sie den Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld telefonisch bei der AOK-Pflegekasse stellen. Halten Sie dazu am besten die Versichertennummer Ihres pflegebedürftigen Angehörigen bereit. Diese finden Sie auf der Versichertenkarte.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite der AOK.

Wie beantrage ich Pflegeunterstützungsgeld bei der Barmer?

Ist Ihr pflegebedürftiges Familienmitglied bei der Barmer versichert, können Sie den Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld telefonisch bei der Barmer Pflegekasse stellen. Halten Sie dazu am besten die Versichertennummer Ihres pflegebedürftigen Angehörigen bereit. Diese finden Sie auf der Versichertenkarte.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite der Barmer.

Wie beantrage ich Pflegeunterstützungsgeld bei der DAK?

Ist Ihr pflegebedürftiges Familienmitglied bei der DAK versichert, können Sie den Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld telefonisch bei der DAK-Pflegekasse stellen. Halten Sie dazu am besten die Versichertennummer Ihres pflegebedürftigen Angehörigen bereit. Diese finden Sie auf der Versichertenkarte. Die DAK hat speziell für Angehörige und Pflegebedürftige eine eigene kostenfreie Pflege-Hotline eingerichtet.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite der DAK.

Wie beantrage ich Pflegeunterstützungsgeld bei der TK?

Ist Ihr pflegebedürftiges Familienmitglied bei der Techniker Krankenkasse versichert, können Sie den Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld telefonisch bei der TK-Pflegeversicherung stellen. Halten Sie dazu am besten die Versichertennummer Ihres pflegebedürftigen Angehörigen bereit. Diese finden Sie auf der Versichertenkarte.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite der TK.

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Erstelldatum: 7102.20.41|Zuletzt geändert: 0202.11.62
Quelle 1: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__44a.html (letzter Aufruf am 15.07.2020)
Quelle 2: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
https://www.gesetze-im-internet.de/pflegezg/ (letzter Aufruf am 15.07.2020)
Quelle 3: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__45.html (letzter Aufruf am 15.07.2020)
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