FAST-Test: Schnelltest auf Schlaganfall
Der sogenannte FAST-Test hilft Ihnen, typische Warnzeichen eines Schlaganfalls schnell zu erkennen. Er besteht aus drei kurzen Aufgaben, die Sie unmittelbar testen können:(1)
- Face (Gesicht)
Aufgabe: Versuchen Sie zu lächeln. - Arms (Arme)
Aufgabe: Strecken Sie die Arme nach vorne und drehen Sie die Hände. - Speech (Sprache)
Aufgabe: Wiederholen Sie den Satz: „Der Himmel ist blau.“ - Time (Zeit)
Bewertung: Können die drei Aufgaben ausgeführt werden? Falls nein: Ist die Störung bereits bekannt? Wenn die Störung nicht bekannt ist, könnte es sich um einen Schlaganfall handeln – rufen Sie schnellstmöglich einen Notarzt unter der 112.
Dieser Test ist einfach und kann jederzeit von jeder Person durchgeführt werden. Er ersetzt zwar keine medizinische Untersuchung, kann aber helfen, im Ernstfall schnell zu reagieren.
FAST-Test auf Schlaganfall
FAST-Test als App für unterwegs
Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hat eine App entwickelt, in der Sie den FAST-Test auch unterwegs schnell und einfach durchführen können. Über den Begriff „schlaganfallhilfe“ können Sie die App in den bekannten Stores (Google Play Store oder Apple Store) kostenlos herunterladen.(2)
Wenn Sie mit Ihrem Smartphone nicht so vertraut sind, bitten Sie einfach Personen aus Ihrem Umfeld um Hilfe.
Zungentest
Ein weiterer einfacher Test, der Ihnen bei Schlaganfall-Verdacht helfen kann, ist der sogenannte Zungentest: Bitten Sie die betroffene Person, ihre Zunge so weit wie möglich auszustrecken.
Wenn die Zunge zu einer Seite gebogen oder verdreht ist, kann dies auf einen Schlaganfall hinweisen. In diesem Fall gilt: sofort den Notruf unter der 112 wählen.(3)
Erste Hilfe nach einem Schlaganfall
Treten typische Anzeichen eines Schlaganfalls auf, zögern Sie nicht: Rufen Sie umgehend den Notruf unter der 112. Sagen Sie ausdrücklich, dass Sie einen Schlaganfall befürchten.
Bis der Rettungsdienst eintrifft sollten Sie folgende Maßnahmen ergreifen:(4)
- Kontrollieren Sie die Atmung der Person. Hat sie ausgesetzt, beginnen Sie sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen.
- Bleiben Sie beim Betroffenen und lassen Sie ihn nicht allein. Sprechen Sie mit ihm und beruhigen Sie ihn.
- Setzen Sie den Betroffenen hin. Wenn möglich, positionieren Sie den Oberkörper etwa 30 Grad hoch.
- Geben Sie dem Betroffenen nichts zu essen oder zu trinken. Es kann eine Schluckstörung vorliegen, außerdem sollte die betroffene Person für die Behandlung im Krankenhaus nüchtern bleiben.
- Lockern Sie beengende Bekleidung der Personen und entfernen Sie gegebenenfalls Zahnprothesen.
- Legen Sie den Betroffenen in die stabile Seitenlage, wenn er bewusstlos ist oder erbricht.
- Überprüfen Sie regelmäßig Atmung und Puls der betroffenen Person.
Wenn der Notarzt eintrifft, sind für ihn drei Dinge besonders wichtig. Diese sollten Sie ihm genaustens schildern: Die genauen Symptome. Die Uhrzeit, zu der die Symptome erstmals auftraten – oder die Zeit, zu der der Patient das letzte Mal gesund gesehen wurde. Werden Blutverdünner eingenommen? Diese Informationen sind relevant für die Auswahl der richtigen Therapie nach einem Schlaganfall.

Bei Schlaganfall-Verdacht sofort ins Krankenhaus mit Stroke Unit
Der Rettungsdienst stabilisiert die Vitalfunktionen und bringt den Patienten sofort in eine geeignete Klinik mit Stroke Unit.
Die Stroke Unit ist eine Station im Krankenhaus, die auf die medizinische Versorgung von Schlaganfall-Patienten oder Patienten mit entsprechendem Verdacht spezialisiert ist.(5)
Zunächst geht es darum, die Ursache des Schlaganfalls zu klären:(6)
- Handelt es sich um einen Hirninfarkt (ischämischer Schlaganfall)
- oder um eine Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall)?
Nur mit speziellen Verfahren können Ärztinnen und Ärzte die genaue Ursache erkennen und die passende Behandlung einleiten. So lässt sich die bestmögliche Genesung unterstützen.
So läuft die Schlaganfall-Diagnostik ab
In der Notaufnahme geht es zunächst darum, schnell zu klären, ob tatsächlich ein Schlaganfall vorliegt oder sicher ausgeschlossen werden kann. Diese rasche Abklärung ist entscheidend, um die richtige Behandlung sofort einzuleiten.
Verschiedene Tests und Untersuchungen kommen zum Einsatz:(6)
- Klinisch-neurologische Untersuchung
- Bildgebende Verfahren
- Weitere Untersuchungen
Klinisch-neurologische Untersuchung
Wenn der Patient nach einem Schlaganfall ansprechbar und orientiert ist, führen Ärzte zunächst eine klinisch-neurologische Untersuchung durch – das bedeutet: ohne technische Hilfsmittel wird überprüft, wie Gehirn, Nerven und Muskeln funktionieren.
Mediziner kontrollieren unter anderem
- die Bewusstseinslage des Patienten
- seine Sinnesempfindungen (Sehen, Sprechen, Berührungsempfindungen, Reflexe),
- seine Koordination und
- Motorik.
Diese Untersuchung liefert erste wichtige Hinweise, ob tatsächlich ein Schlaganfall vorliegt.
Bestätigt sich der Verdacht, folgt sofort die Bildgebung, um Ursache und Ausmaß der Schädigung zu klären und die passende Behandlung einzuleiten.(6)
Bildgebende Verfahren: CT und MRT
Bei starkem Verdacht auf einen Schlaganfall erfolgt unmittelbar eine Bildgebung des Gehirns – mittels CT oder MRT.
Sie ist entscheidend, um zwischen einem Hirninfarkt (ischämischer Schlaganfall) und einer Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall) zu unterscheiden.(6)
Schlaganfall-CT: schnell und einfach
Bei einem sofort erkannten Schlaganfall ist das CT das wichtigste bildgebende Verfahren. Es zeigt schnell die Ursache: Handelt es sich um eine Durchblutungsstörung oder eine Hirnblutung?(6)
Der Ablauf ist einfach:
- Der Patient wird liegend unter den CT-Bogen geschoben.
- Die Untersuchung dauert nur 2 bis 10 Minuten.
Mithilfe von Röntgenstrahlen entsteht ein Bild des Gehirns. Am Ende liegt eine dreidimensionale Darstellung vor, die dem Ärzte-Team hilft, die passende Behandlung sofort einzuleiten.
Häufig wird mithilfe einer Kontrastmittelgabe die Durchblutung des Gehirns gemessen. Hierbei wird gezielt geprüft, ob ein großer Gefäßverschluss vorliegt. Auf diese Weise kann die Akutbehandlung besser gesteuert werden.

Schlaganfall-MRT vom Kopf: sehr präzise, allerdings aufwendiger
Das MRT (Magnetresonanztomographie oder Kernspintomografie) nutzt kein Röntgen, sondern ein starkes Magnetfeld, um Bilder des Gehirns zu erstellen.
Für Personen mit Metallimplantaten, wie zum Beispiel Herzschrittmachern ist ein MRT daher nicht geeignet.(6)
Der Untersuchung dauert deutlich länger als ein CT:
- Der Patient wird liegend in eine Röhre geschoben.
- Die Untersuchung dauert etwa 15 bis 30 Minuten, daher muss die Person in der Lage sein, ruhig zu liegen.
- Das Gerät ist sehr laut, daher erhalten viele Patienten auf Wunsch einen Gehörschutz.
Mit dem MRT lassen sich Lage, Ausdehnung und das Ausmaß des Schlaganfalls sehr genau bestimmen. Auch der ungefähre Zeitpunkt des Schlaganfalls kann abgeschätzt werden.
Das MRT bietet eine präzise Diagnose und hilft den Ärztinnen und Ärzten, die bestmögliche Behandlung schnell zu planen.
Weitere Untersuchungen nach Schlaganfall
Um die Ursache des Schlaganfalls genauer zu klären und das Risiko für weitere Ereignisse einzuschätzen, können in den nächsten Tagen zusätzliche Untersuchungen notwendig sein.
Dazu gehören:(6)
- Gefäßuntersuchungen (mittels Ultraschall, Angiografie)
- Blutuntersuchungen (mittels Blutabnahme)
- Herzuntersuchungen (mittels EKG, Langzeit-EKG, Herzultraschall)
Gefäßultraschall nach Schlaganfall
Mit einem schmerzfreien Ultraschall (Doppler- und Duplexsonografie) werden die hirnversorgenden Blutgefäße untersucht.(6)
Dabei lässt sich erkennen, ob:
- Gefäße verengt oder verkalkt sind,
- Aussackungen (Aneurysmen) vorliegen oder
- Einrisse in der Gefäßwand (Dissektionen) bestehen.
Ultraschallbild und farbige Darstellung des Blutflusses werden dabei kombiniert.
Angiografie nach Schlaganfall
Bei der Angiografie werden die Blutgefäße mithilfe eines Kontrastmittels und Röntgenaufnahmen dargestellt.(6)
Ein dünner Katheter wird dafür unter örtlicher Betäubung in eine große Schlagader eingeführt. Die Untersuchung liefert sehr genaue Informationen über den Zustand der Gefäße.
Labordiagnostik nach Schlaganfall
Bluttests helfen, Risikofaktoren für einen Schlaganfall zu erkennen, zum Beispiel:(6)
- Erhöhte Cholesterin- oder Blutzuckerwerte
- Störungen der Blutgerinnung
Besonders wichtig sind dabei die Blutplättchen (Thrombozyten), da sie an der Bildung von Blutgerinnseln beteiligt sind – einer häufigen Ursache für ischämische Schlaganfälle.
Herzuntersuchungen nach Schlaganfall
Herzerkrankungen – besonders Vorhofflimmern – zählen zu den häufigen Auslösern von Schlaganfällen. Deshalb wird das Herz gezielt untersucht:(6)
- EKG oder Langzeit-EKG (über 24 Stunden) zur Erkennung von Herzrhythmusstörungen
- Herzultraschall, entweder von außen über den Brustkorb oder von innen über die Speiseröhre
Diese Untersuchungen helfen, mögliche Ursachen zu erkennen und zukünftigen Schlaganfällen vorzubeugen.
Häufig gestellte Fragen
Wie erkennt man einen Schlaganfall?
Wenn Sie entweder bei sich selbst oder einer Person in Ihrer Umgebung erste Symptome eines Schlaganfalls bemerken, sich aber noch nicht sicher sind, ob die Anzeichen wirklich auf einen Apoplex hindeuten, können bestimmte Tests weiterhelfen. Ein weit verbreiteter „Schnelltest auf Schlaganfall“ ist der sogenannte FAST-Test.
Wie stellt man einen Schlaganfall fest?
Bei einem eindeutigen Schlaganfall ist die Computertomografie (CT) das wichtigste bildgebende Verfahren. Es liefert eine sichere Aussage, ob und welcher Schlaganfall vorliegt. Zur weiteren Schlaganfall-Diagnose können zusätzliche Verfahren eingesetzt werden.
Wie kann man testen, ob man einen Schlaganfall hat?
Je nach Schweregrad des Schlaganfalls kann es vorkommen, dass Betroffene keine Symptome bemerken. Wenn Sie bei sich selbst erste Anzeichen eines Schlaganfalls bemerken, sich aber unsicher sind, können Sie eine Person in der Nähe bitten, mit Ihnen den schnellen sogenannten FAST-Test zu machen. Ist kein Mensch in Ihrer Nähe, sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt rufen. Denn bei einem Schlaganfall zählt jede Minute.
Wie wird ein Schlaganfall diagnostiziert?
Ist der Patient nach einem Schlaganfall ansprechbar und orientiert, wird zunächst eine klinisch-neurologische Untersuchung durchgeführt. Hierbei überprüfen Mediziner unter anderem den Bewusstseinszustand des Patienten, die Sinnesempfindungen (Sehen, Sprechen, Berührungsempfindungen, Reflexe) sowie seine Koordination und Motorik. Bestätigt sich die Verdachtsdiagnose Apoplex (Schlaganfall), erfolgen weitere diagnostische Verfahren. Wichtig hierbei sind vor allem die bildgebenden Verfahren: Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT).
Wie lange ist ein Schlaganfall im MRT nachweisbar?
Mit einer Magnetresonanztomografie (MRT) lässt sich das Alter eines ischämischen Schlaganfalls nachweisen und in sechs Stadien einteilen: Sofort, Hyperakut (4 bis 6 Stunden alt), Akut (7 bis 72 Stunden alt), Früh subakut (4 bis 7 Tage alt), Spät subakut (1 bis 4 Wochen), Chronisch (Monate bis Jahre).






