Haltegriffe: Badewannengriff, Duschgriff & mehr

Haltegriffe Badezimmer

Wo Wasser fließt, kann es rutschig und gefährlich werden. Durch glatte Fliesen, Wasserlachen oder Seifenreste auf dem Boden wird das Badezimmer für viele Senioren zur Gefahrenzone. Viele ältere Menschen werden unsicher und haben Angst vor einem Sturz in der Dusche oder beim Ausstieg aus der Badewanne. Haltegriffe schaffen Abhilfe! Sie geben älteren Menschen ein sicheres Gefühl, erhalten ihre Eigenständigkeit und beugen Stürzen im Badezimmer vor. pflege.de gibt Tipps für mehr Sicherheit im Badezimmer und stellt unterschiedliche Haltegriffe für die Badewanne, die Dusche und die Toilette vor.

Inhaltsverzeichnis

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Haltegriffe

Ob Dusche, Badewanne, Toilette oder Waschbecken – überall da, wo es auf sicheren Stand und Halt im Badezimmer ankommt, bewähren sich Haltegriffe. Haltegriffe für das Badezimmer sind aus Edelstahl, Aluminium oder mit Kunststoff ummantelt und können entweder angebohrt, aufgeklebt oder mit Saugnäpfen befestigt werden (zum Beispiel für den mobilen Einsatz im Urlaub). Einige Haltegriffe lassen sich per Teleskopstange ausziehen, andere kommen in unterschiedlichen Größen daher. Im Design können Haltegriffe ganz auf das jeweilige Badezimmer abgestimmt werden. An erster Stelle sollten jedoch immer Sicherheit und Funktion stehen. Die unterschiedlichen Haltegriffe wie der Badewannengriff, Duschgriff, Stützgriff und Toilettengriff sind auf die unterschiedlichen Stationen im Badezimmer zugeschnitten und sollen Senioren bestmöglich unterstützen und ihnen ein sicheres Gefühl geben.

Für wen sind Haltegriffe besonders geeignet?

Haltegriffe eignen sich im Grunde für jeden, der ein Badezimmer nutzt. Auf rutschigen Fliesen hat wohl jeder manchmal ein mulmiges Gefühl und fühlt sich sicherer, wenn er sich an einem Griff festhalten kann.

Wenn die Haltegriffe im Alter oder bei vorhandener Pflegebedürftigkeit für mehr Sicherheit sorgen sollen, gilt es Folgendes zu beachten:

  1. Der Betroffene hat noch so viel Kraft in den Armen, dass er sich genügend festhalten oder abstützen kann.
  2. Die Haltegriffe sind so angebracht, dass sie gut erreicht werden können – sowohl mit Rollstuhl oder Gehhilfe als auch ohne.
  3. Die Haltegriffe selbst geben auch bei kräftigem Griff nicht nach.
  4. Die Haltegriffe sind für eine maximale Gewichtsbelastung ausgelegt.
Tipp
Darauf sollten Sie bei der Position von Haltegriffen achten:

Sie sind noch unentschieden, wo Haltegriffe die bestmögliche Sicherheit und Unterstützung leisten können? Achten Sie einmal genau darauf, wo Ihr Angehöriger sich eigentlich festhalten möchte, wenn er die Toilette, Badewanne oder Dusche nutzt. Dort, wo der Griff jetzt noch ins Leere geht, ist ein Haltegriff ideal platziert. Ein Haltegriff, dessen Position den Betroffenen dazu zwingt, sich anders als normal zu bewegen, kann eher einen Sturz heraufbeschwören, als dass er Sicherheit gibt.

Grundsätzlich sollten Haltegriffe oder Haltestangen einen ausreichenden Abstand von der Wand haben, damit Betroffene den Griff gut greifen können (etwa fünf Zentimeter Abstand von der Wand). Der Griff sollte einen Durchmesser von drei bis fünf Zentimeter haben und auch bei Nässe genügend Halt bieten.

Badewannengriff

Als Badewannengriff eignen sich zwei verschiedene Formen von Haltegriffen: Badewannengriffe für die Wand und Badewannen-Einstieghilfen.

Badewannengriff für die Wand:

Es gibt Haltegriff-Varianten, die fest an der Wand montiert werden, und jene, die sich mittels Saugnäpfen flexibel montieren und demontieren lassen. Die Haltegriffe sollten dabei so positioniert werden, dass sie Betroffene sowohl beim Einstieg und Hinsetzen in die Wanne als auch beim Ausstieg aus der Wanne unterstützen. Dazu können mehrere einzelne Haltegriffe an der Wand angebracht werden oder eine Haltegriff-Stange, die an der Wand rund um die Badewanne führt. Abgewinkelte Griffe (sogenannte L-förmige Haltegriffe) unterstützen mit dem waagrechten Griff zunächst Aufwärtsbewegungen, das senkrechte Griffteil erleichtert das Aufstehen und Hochziehen aus der Wanne.

Badewannen-Einstieghilfe:

Für den Einstieg in die Wanne bietet eine Badewannen-Einstieghilfe größtmöglichen Komfort und Sicherheit. Sie wird auf dem Wannenrand montiert und gibt genau da Halt, wo ältere Menschen beim Einstieg Unterstützung benötigen. Ein zusätzlicher Griff an der gegenüberliegenden Wand gibt den Extra-Halt beim Ein- und Ausstieg.

Info

Hilfsmittel für noch mehr Sicherheit im Bad

Neben Haltegriffen sorgen auch Duschhocker oder Badewannensitze für mehr Sicherheit während des Duschens und Antirutschbeschichtungen für einen sicheren Stand. Um die Rutschgefahr in Dusche und Wanne zu mindern, werden häufig Anti-Rutsch-Matten oder rutschhemmende Aufkleber gekauft. Nicht nur, dass diese die Optik zerstören, sie sind auch schwer zu reinigende Bakterienherde. Eine Anti-Rutsch-Beschichtung ist durch ihre transparente Körnung absolut rutschsicher, ohne sich dabei unangenehm anzufühlen. Das Produkt ist langlebig und leicht zu reinigen. Durch die Transparenz bleibt die Optik der Dusche oder Wanne unverändert und erhält sogar einen neuwertigen Glanz. Bei Bedarf kann die Anti-Rutsch-Beschichtung mit einem Remover wiederrückstandslos entfernt werden.

Und falls trotz Antirutschmatte oder Duschhocker doch einmal etwas passiert, kann der Betroffene mittels wasserfester Handsender von Hausnotrufgeräten zu jeder Zeit schnelle Hilfe rufen.

Duschgriff

Für die Dusche sind fast alle Griffe ideal, die sich an der Wand montieren lassen: sowohl horizontale, vertikale als auch schräge Haltegriffe. Haltegriffe in der Dusche sorgen für ein sicheres Gefühl beim Ein- und Aussteigen, beim Stehen während des Duschens und beim Erheben vom Duschhocker.

Besonders praktisch sind Systeme, bei denen die Brausehaltestange gleichzeitig als Stütz- und Haltegriff genutzt werden kann. Manche Modelle lassen sich auch durch eine Vorrichtung zur Montage eines Klappsitzes erweitern.

Duschgriffe sollten auf einer Höhe von rund 85 Zentimeter angebracht werden, für das Aufstehen von einem Duschhocker oder Klappsitz sollte ein zusätzlicher Haltegriff auf einer Höhe von rund 28 Zentimeter über der Sitzfläche (siehe DIN 18040-2) angebracht werden.

Stützgriff

Stützgriffe sollen das volle Körpergewicht des Betroffenen abstützen können und müssen daher stabil und sicher im Boden oder in der Wand verankert werden.

Stützgriffe erfüllen vor allem neben dem Waschbecken und neben der Toilette ihren Zweck. Modelle, die sich auch wegklappen lassen (sogenannte Stützklappgriffe) sind absolut empfehlenswert; bei Personen, die auf einen Rollstuhl angefordert sind, ist diese Klappfunktion zwingend erforderlich. Denn indem der Stützgriff auf einer Seite weggeklappt werden kann, kann der Betroffene mit dem Rollstuhl oder Rollator neben die Toilette fahren, sich umsetzen und den Stützgriff wieder herunterklappen. Wenn die Stützgriffe gerade nicht benötigt werden, können sie einfach weggeklappt werden und verschaffen so mehr Bewegungsfläche im Badezimmer.

Die Stützgriffe müssen an der richtigen Stelle angebracht werden, damit sie ideal genutzt werden können. Die DIN 18040-2 empfiehlt für die Oberkante des Stützklappgriffs eine Höhe von 28 Zentimeter über der Sitzhöhe. Die Stützgriffe müssen fest mit Schrauben und Dübeln in einer tragfähigen Wand montiert werden, eine flexible Montage mittels Saugnäpfen ist nicht möglich.

Toilettengriff

Damit ältere Menschen selbstständig und sicher zur Toilette gehen können, haben sich Toilettengriffe als Hilfsmittel erwiesen. Dazu eignen sich sowohl Haltegriffe für die Wand als auch Stützgriffe oder Stützklappgriffe (siehe oben). Als Haltegriffe für die Wand eignen sich abgewinkelte Griffe (L-förmig) gut, da sie mit ihrem waagrechten Griff die Aufstehbewegung fördern und sich der Betroffene am senkrechten Griffteil vereinfacht hochziehen und aufrichten kann. Toilettengriffe für die Wand eignen sich nur, wenn das WC in Greifnähe zur Wand montiert ist. Dabei werden 23,5 Zentimeter als Distanz zwischen der Sitzfläche und dem Griff empfohlen.

Wenn neben der Toilette Stützgriffe montiert werden, sollte mindestens einer davon klappbar sein. Bei Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, ist das zwingend erforderlich.

Tipp
Welches Notrufsystem passt zu mir? Nutzen Sie den kostenlosen Notruflotsen

Um das Sicherheitsgefühl zu erhöhen, legen sich viele ältere Menschen ein mobiles Notrufsystem zu. Im Gegensatz zum klassischen Hausnotruf können sie die mobile Variante nämlich auch außerhalb ihres Wohnbereichs nutzen. Mittlerweile gibt es viele Notruflösungen auf dem Markt. Welches Notrufsystem am besten zu Ihrer persönlichen Situation passt, erfahren Sie in nur vier Minuten über den kostenlosen Notruflosten von pflege.de 

Kosten von Haltegriffen

Es gibt von günstigen Einsteigermodellen ab 15 Euro bis hin zu hochwertigen Haltegriffen in edler Optik im Wert von mehreren hundert Euro eine große Auswahl. In erster Linie sollte die Qualität und Funktion entscheiden, damit Haltegriffe ihren Zweck erfüllen und älteren Menschen im Badezimmer ein sicheres Gefühl geben.

Wer neben Haltegriffen auch Haltestangen und Duschhocker oder Ähnliches plant, für den können sich Haltegriff-Systeme mit integrierten Vorrichtungen für Klappsitze anbieten.

Kostenübernahme / Zuschuss der Krankenkasse

Die Antwort lautet: ja und nein. Sogenannte Sicherheitsgriffe sind im Hilfsmittelverzeichnis & Hilfsmittelkatalog gelistet.(1) Handelsübliche Handgriffe sind jedoch vielmehr den Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens zuzuordnen und werden daher nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst.

In der Produktgruppe 04 im Hilfsmittelverzeichnis sind die Sicherheitsgriffe unter den Badhilfen wie folgt definiert:

Sicherheitsgriffe (…) kommen in verschiedenen Ausführungen für Personen in Betracht, deren physische Funktionseinschränkungen die tägliche Körperpflege in der Badewanne oder unter der Dusche ohne weitere Anwendung von Hilfsmitteln nicht mehr erlauben. Sie sind dann indiziert, wenn die Standsicherheit und/oder die Muskelfunktion der unteren Extremitäten eingeschränkt ist. Das gilt auch für Griffe, die im Bereich der Toilette oder des Waschbeckens angebracht werden.

Informieren Sie sich also entweder bei Ihrer Krankenkasse, welche Haltegriff-Lösungen bezuschusst werden, oder schauen Sie gezielt im Hilfsmittelverzeichnis nach, welche Lösungen indiziert sind und damit von den Kassen bezuschusst werden.

Tipp
Sprechen Sie mit Ihrem Gutachter über Hilfsmittel

Sie können bereits mit dem Gutachter des Medizinischen Dienstes (kurz: MD, früher bekannt als MDK) über die Notwendigkeit von Hilfsmitteln wie Haltegriffen im Badezimmer sprechen. Sofern er die Hilfsmittel als notwendig erachtet, kann er eine Empfehlung dafür in sein Gutachten aufnehmen. Seit 01.01.2017 gelten all jene Hilfsmittel, die der Gutachter empfiehlt, bei der Pflegekasse gleichzeitig als beantragt und genehmigt – sofern die Pflegekasse einen Pflegegrad anerkannt. Das heißt: Sie müssen keine separaten Anträge bei der Kasse stellen, sondern erhalten Informationen dazu bereits im Schreiben von der Pflegekasse mit der Genehmigung eines Pflegegrads.

Checkliste für Haltegriffe

Bevor Sie sich für Haltegriffe entscheiden, sollten Sie noch einmal auf Nummer sichergehen und folgende Aspekte überprüfen:

  • Stimmt das Körpergewicht des Betroffenen mit der maximalen Belastbarkeit des Griffs überein?
  • Kann der Betroffene den Griff gut fassen und passt er gut an die gewünschte Position im Badezimmer?
  • Ist der Griff rutschfest und bietet auch im feuchten Zustand ausreichend Halt?
  • Wird zusammen mit dem Haltegriff auch notwendiges Befestigungsmaterial geliefert?

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Erstelldatum: 7102.30.51|Zuletzt geändert: 1202.70.12
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https://hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de/home/verzeichnis/dd6db62d-b295-44a3-9941-c2cd3cac1351 (letzter Abruf am 21.07.2021)
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