Badewanneneinsatz für die Pflege

Symbolbild Badewanneneinsatz

Vom Vollbad bis zur kurzen Wäsche: Ein Badewanneneinsatz kann bei der Pflege von älteren oder pflegebedürftigen Personen eine unentbehrliche Entlastung für die tägliche Hygiene sein. Er verspricht Stabilität und Komfort. Doch welcher Einsatz für die Badewanne ist der richtige? Ein Badewannenverkürzer, der den Abstand in der Wanne verkleinert? Oder eine Badeliege, die der betroffenen Person die nötige Stabilität beim Baden verleiht? Oder reicht bereits eine Rückenstütze, die einen aufrechten Sitz erleichtert?

Pflege.de stellt die verschiedenen Badewanneneinsätze vor, nennt die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten, beleuchtet Vor- und Nachteile und sagt Ihnen, ob der Badewanneneinsatz von der Krankenkasse übernommen wird.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Badewanneneinsätze?

Für die Pflege von bedürftigen Personen gibt es nicht den einen richtigen Badewanneneinsatz. Vielmehr gibt es unterschiedliche Badewanneneinsätze, die Pflegende je nach Bedarf einsetzen können. Badewanneneinsätze lassen sich übergeordnet in zwei Kategorien einteilen:

1. Badewanneneinsätze, die den Sitz der badenden Person stabilisieren und dafür sorgen, dass sie mit dem Oberkörper nicht ins Wasser rutscht. Dazu zählen beispielsweise Badewannenliegen und Rückenstützen.

2. Badewanneneinsätze, welche die Entfernung zum Fußende der Badewanne verkürzen. Diese Badewannenverkürzer sorgen dafür, dass sich die badende Person mit den Beinen abstützen kann, auch wenn sie kleiner sein sollte.

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Badewanneneinsätze: Modelle im Überblick

Für die Pflege ist ein Einsatz für die Badewanne dann nötig, wenn die zu pflegende Person nicht mehr allein baden oder sich waschen kann. Sei es, weil sie ihren Oberkörper nicht aufrecht halten kann oder weil die Badewanne zu lang ist und die badende Person keine Möglichkeit hat, sich während der Wäsche vernünftig abzustützen. Die zwei bereits genannten, übergeordneten Kategorien können jeweils noch einmal in zwei unterschiedliche Modellarten unterteilt werden.

Badewanneneinsätze:

  • Rückenstützen / Badewannenkissen
  • Badeliegen

Badewannenverkürzer:

  • Fußstützen
  • Wanne in Wanne

Fußstützen

Fußstützen gibt es in verschiedenen Ausführungen, massiv aus Kunststoff oder aus Aluminium mit verstellbarem Gestänge. Letztere können Sie variabel auf verschiedene Größen einstellen.

Die Fußstütze wird in der Regel mit Saugnäpfen am Fußende der Badewanne befestigt. So bleibt sie zuverlässig an der richtigen Stelle und verkürzt zuverlässig Ihre Badewanne.

Rückenstützen / Badewannenkissen

Für den Rücken ziehen viele eine weichere Rückenstütze vor. Sie dient quasi als Sitzschale und sorgt nicht nur dafür, dass man nicht wegrutscht. Sondern man sitzt auch bequem.

Die Möglichkeiten reichen von einfachen Kopfteilen aus Polyester über ergonomisch geformte Badewannenkissen bis hin zu komfortablen Polstern für die Badewanne, die Nacken, Rücken und Gesäß stützen.

Badeliegen

Ist die Körperkraft der pflegebedürftige Person so stark eingeschränkt, dass sie sich gar nicht mehr selbstständig in der Badewanne halten kann, kann eine Badeliege die geeignete Lösung sein. Sie ist deutlich stabiler und bietet der Person deshalb noch mehr Halt.

Sie kommen besonders häufig bei pflegebedürftigen Kindern zum Einsatz.

Wanne in Wanne

Das System Wanne in Wanne kann genutzt werden, um die eigentliche Wanne zu verkleinern und bietet so die Möglichkeit, sich an den Rändern abzustützen. Meist wird in die alte Badewanne ein Badewanneneinsatz aus Acryl gesetzt, der die Wanne verkürzt.

Wichtig: Die Wanne in Wanne bildet keine generell zuverlässige Methode für einen sicheren Halt oder Sitz in einer Badewanne. Es kommt stark auf den Einsatz an. Besonders geeignet sind Wannen mit integrierter Sitzfläche.

Tipp
Weitere Hilfsmittel für noch mehr Sicherheit im Bad

Möchten Sie oder Ihr Angehöriger nicht auf ein Vollbad verzichten? Es gibt viele verschiedene Hilfsmittel, die Sie dabei unterstützen können. So geben etwa Haltegriffe zusätzlich ein sicheres Gefühl. Oder Sie schaffen gleich einen Badewannenlift an. Auch speziell für Senioren entwickelte Sitzbadewanne mit Türeinstieg sind eine sinnvolle Alternative zur herkömmlichen Badewanne.

Badewanneneinsatz: Vor- und Nachteile

Ein Badewanneneinsatz bietet viele Vorteile, aber auch einige Nachteile sowohl für die pflegebedürftige Person als auch für die Familienmitglieder, die das Bad ebenfalls benutzen:

  • Die badende Person fühlt sich sicher und kann sich gut abstützen.
  • Die Haare der badenden Person werden nicht unbedingt nass.
  • Viele Badewanneneinsätze sind variabel und lassen sich an unterschiedliche Wannen anpassen.
  • Der finanzielle Aufwand ist gering.
  • Die Badewanne bleibt für alle Familienmitglieder nutzbar.
  • Nicht jedes Modell passt in jede Wanne (Wannenform beachten).
  • Badeöl oder -schaum können die Haftfähigkeit von Saugnäpfen beeinträchtigen.
  • Das System „Wanne in Wanne“ verhindert nicht unbedingt das Wegrutschen

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Bevor Sie sich einen Badewanneneinsatz zulegen, sollten Sie sich umfassend darüber informieren, welches Hilfsmittel für Ihre Situation das richtige ist. Beraten Sie sich mit Ihrem Hausarzt und einer professionellen Pflegekraft. Auch im Sanitätshaus wissen die Mitarbeiter, welcher Badewanneneinsatz sich gut für die häusliche Pflege eignet.

Besonders wichtig ist die Sicherheit. Deshalb achten Sie außerdem darauf, dass der gewählte Badewanneneinsatz auch das TÜV/GS-Siegel aufweist.

Tipp
Pflegegrad beantragen

Prüfen Sie, ob für Sie oder Ihr Angehöriger ein Pflegegrad in Frage kommt. Die Vorteile eines Pflegegrades liegen auf der Hand: So haben Sie etwa Anrecht auf Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Pflegehilfsmittel sowie Leistungen zur Verbesserung der eigenen Wohnumfeldes.

 

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Badewanneneinsatz von der Krankenkasse: Kostenübernahme

Badewanneneinsätze, die im Hilfsmittelverzeichnis und Hilfsmittelkatalog gelistet sind, werden in der Regel problemlos von der Krankenkasse bezuschusst.(1) Dazu muss der behandelnde Arzt lediglich die Notwendigkeit dazu bestätigen. Der Versicherte selbst muss dann höchstens zehn Euro dazuzahlen.(2)

Ein Badewannenverkürzer kann dann notwendig sein und bezuschusst werden, wenn

  • die Person das Wannenende nicht mehr erreicht,
  • die Funktion der unteren Extremitäten (Knie-, Hüftgelenk, Beinverkürzung) eingeschränkt oder ausgefallen ist und
  • die Person kleinwüchsig ist und das Baden in Liegendhaltung nicht möglich ist, ohne abzurutschen.

Möchten Sie einen Badewanneneinsatz von der Krankenkasse bezuschusst bekommen, ist es hilfreich, die entsprechende Produktnummer im Hilfsmittelverzeichnis & Hilfsmittelkatalog zu kennen. Folgende Nummern entsprechen den jeweiligen Einsätzen für die Badewanne:

  •  Badewannensitze: Produktnummern 04.40.02.0 bis 04.40.02.3.
  • Badewanneneinsätze: Produktnummer 04.40.04.
  • Sicherheitsgriffe und Aufrichthilfen: Produktnummern 04.40.05.0 bis 04.40.05.2.
Bonus
Checkliste: Hilfsmittel-Verordnung
  • Worauf es bei der Verordnung ankommt
  • Vollständigkeit selbst prüfen: So geht`s
  • Ohne Umwege zur Kostenübernahme
Info
Ohne Rezept: Badewanneneinsatz als Pflegehilfsmittel

Ein Badewanneneinsatz ist ein doppelfunktionales Hilfsmittel und kann daher auch als Pflegehilfsmittel beantragt werden. Für Pflegehilfsmittel benötigen Sie kein ärztliches Rezept, aber einen Pflegegrad. Weitere Informationen finden Sie im pflege.de Ratgeber Pflegehilfsmittel / Kostenübernahme.

Ist ein spezielles Hilfsmittel nicht im Verzeichnis zu finden, sollten Sie trotzdem vor der Anschaffung bei Ihrer Krankenkasse nachfragen, ob es bezuschusst wird. Sie prüft dann, ob es sich um einen allgemeinen Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens handelt – dann gibt es keinen Zuschuss – und entscheidet gegebenenfalls individuell.

 

Häufig gestellte Fragen

Was tun, wenn die Badewanne zu groß ist?

Wenn eine pflegebedürftige Person gern badet, die Badewanne aber zu groß für ihre individuelle Körpergröße ist, kann ein Badewanneneinsatz Abhilfe schaffen.

Was tun, wenn die Badewanne zu lang ist?

Wenn Sie in Ihrer Badewanne nicht mit Ihren Füßen ans andere Ende reichen, kann ein Badewanneneinsatz Ihnen besseren Halt bieten.

Welche Badewanneneinsätze gibt es?

Es gibt verschiedene Badewanneneinsätze, die Ihre Badewanne verkleinern können oder dafür sorgen, dass die badende Person sicheren Halt findet:

  • Fußstützen
  • Rückenstützen / Badewannenkissen
  • Badeliegen
  • Wanne in Wanne

Wird ein Badewanneneinsatz von der Krankenkasse bezahlt?

Die meisten Badewanneneinsätze und Badewannenverkürzer sind im Hilfsmittelverzeichnis & Hilfsmittelkatalog gelistet. Verordnet Ihr Arzt Ihnen einen Badewanneneinsatz, der im Hilfsmittelverzeichnis & Hilfsmittelkatalog gelistet sind, können Sie einen Zuschuss bei Ihrer Krankenkasse beantragen. Doch auch, wenn ein spezielles Hilfsmittel nicht im Verzeichnis zu finden ist, sollten Sie bei Ihrer Krankenkasse nachfragen, ob es bezuschusst wird. Dann prüft sie, ob es sich um einen allgemeinen Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens handelt und entscheidet individuell über eine Kostenübernahme.

Zu welcher Produktgruppe gehören Badewanneneinsätze?

Das kommt darauf an. Badewannensitze fallen in die Produktgruppe 04.40.02.0 – 04.40.02.3. Badewanneneinsätze fallen in die Gruppe 04.40.04. Zuletzt gibt es noch die Untergruppe Sicherheitsgriffe und Aufrichthilfen mit der Nummer 04.40.05.0 – 04.40.05.2.

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Erstelldatum: 7102.30.6|Zuletzt geändert: 6202.50.6
(1)
Hilfsmittelverzeichnis des GKV Spitzenverbandes (2022): Übersicht über die Produktgruppen des Hilfsmittelverzeichnis
https://hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de/home/verzeichnis/dd6db62d-b295-44a3-9941-c2cd3cac1351 (letzter Abruf am 21.04.2026)
(2)
Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) - Gesetzliche Krankenversicherung - § 61 Zuzahlungen
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__61.html (letzter Abruf am 21.04.2026)
(3)
Bildquelle
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