Thrombose - Symptome / Anzeichen erkennen

Thrombose: Symptome und Anzeichen

Die Wade schwillt an, im Arm ist ein merkwürdiges Ziehen zu verspüren und die Haut der Wade verfärbt sich blau: Dies sind ernstzunehmende Anzeichen einer Thrombose. Die Thrombose zählt zu den typischen Krankheiten im Alter, die Wahrscheinlichkeit für ein Blutgerinnsel nimmt mit den Lebensjahren zu. Das bedeutet für Sie, dass Sie die typischen Thrombose-Anzeichen kennen müssen. Doch wie erkennt man eine Thrombose eigentlich? pflege.de listet für Sie die typischen Thrombosezeichen auf und erklärt, wie sich eine Thrombose bemerkbar machen kann. Letztlich gilt für alle, die eine Thrombose befürchten: Warten Sie nicht ab, auch nicht in der Nacht! Greifen Sie zum Telefon und rufen Sie Ihren Arzt an.

Inhaltsverzeichnis

Thrombose – so könnte sie auftreten
„Richard R. schreckte aus dem Schlaf hoch und fasste sich ans Bein. Woher kam dieser Krampf? Als er Licht machte, sah er erstaunt auf sein Bein: Die Haut glänzte wie ein Spiegel, das Bein war geschwollen, die Haut spannte unangenehm. Richard R. verlor keine Zeit und rief den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Diese Reaktion war richtig, denn die Ärzte diagnostizierten eine tiefe Beinvenenthrombose.“

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Notarzt oder Bereitschaftsdienst?

Gerade nachts oder am Wochenende ist Ihr Hausarzt eher selten verfügbar. Natürlich können Sie die 112 anrufen und sich in eine Klinik bringen lassen. Möglich ist aber auch, dass Sie zunächst den ärztlichen Bereitschaftsdienst anrufen, der immer dann hilft, wenn Ihr Hausarzt nicht zur Verfügung steht. Die Telefonnummer ist einfach zu merken: 116 117. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist immer dann zuständig, wenn eine Erkrankung nicht lebensbedrohlich ist.

Thrombose: Symptome — Wie erkennt man eine Thrombose?

Eine Thrombose erkennen ist gar nicht so einfach. Die Krankheit verläuft zu Beginn oft vollkommen unbemerkt. Außer einem kleinen Druckgefühl bemerken Betroffene oft gar nicht, dass sich ein Blutgerinnsel bildet. „Wie fühlt sich eine Thrombose an?“, wollen viele Betroffene wissen. Ein Indikator für eine Thrombose ist der Schmerz.

Folgende Schmerz-Symptome können bei einer Thrombose auftreten:

  • Bei einer arteriellen Thrombose kommt es sehr plötzlich zu Schmerzen in der betroffenen Körperregion.
  • Bei einer venösen Thrombose sind die Schmerzen zu Beginn eher weniger ausgeprägt.

Hinzu kommen weitere Symptome einer Thrombose:

  • Druckgefühl in der betroffenen Extremität
  • Hautveränderungen (Verfärbungen, Glänzen)
  • Schwellungen
  • Spannungsgefühle der Haut

Doch hinter all diesen Beschwerden können auch ganz andere Ursachen stecken. Die Anzeichen von Thrombose sind – in der Sprache der Mediziner– „unspezifisch“. Eine Thrombose ist selbst für Ärzte auf den ersten Blick nicht unbedingt zu erkennen. Nicht jeder Schmerz, nicht jede Hautveränderung oder Schwellung ist gleich eine Thrombose. Doch Sie sind gut beraten, wenn Sie bei solchen Symptomen immer auch an eine Thrombose denken.

 

Woran erkenne ich eine Thrombose und wie macht sich eine Thrombose bemerkbar?

Die häufigste Thrombose ist eine Beinvenenthrombose. Wenn Sie gerade eine Operation hinter sich haben, einen Gipsverband tragen müssen, eine lange Reise im Sitzen gemacht oder eine große Anstrengung (z. B. Wanderung) getätigt haben und dann folgende Symptome auftauchen, müssen Sie an eine Beinvenenthrombose denken.

Typische Symptome einer Beinvenenthrombose:

  • Schmerzen in der Wade (oft plötzlich und stärker werdend)
  • Schwellungen am Unter- oder Oberschenkel, die sich über Nacht eher bessern
  • Leichte Verfärbung des Beines (bläulich), gut vor dem Spiegel zu erkennen (die Haut wirkt dunkler)
  • Deutlich hervortretende Venen unter der Hautoberfläche
  • Schweregefühl im Bein
  • Wärmegefühl im Bein
  • Spannungsgefühl im Bein
  • Leichte Mattigkeit, Unwohlsein
  • Atembeschwerden
  • Sobald Sie aufstehen und gehen, bessern sich die Beschwerden, verschwinden vielleicht sogar ganz.

Typische Symptome einer Armvenenthrombose:
Bei einer Armvenenthrombose treten die o. g. Anzeichen am Arm auf. Bei Thrombosen im Schulter- oder Halsbereich kann es sogar zu neurologischen Ausfällen (z. B. Lähmungen) kommen, weil die gestaute Vene auf Nervenbahnen drückt.

Typische Symptome einer Thrombose im Knie:
Eine Thrombose im Knie entsteht häufig durch langes Stillsitzen (etwa im Auto oder im Flugzeug). Vor allem Menschen mit einer genetischen Vorbelastung oder mit Venenverletzungen bzw. -entzündungen sind hier gefährdet. Auch eine längere Bettlägerigkeit kann das Risiko einer Thrombose im Knie erhöhen.

Nicht bei jeder Thrombose treten all diese Beschwerden und Symptome auf. Aber auch wenn Sie nur den Verdacht auf Thrombose haben, sollten Sie möglichst zügig einen Arzt aufsuchen oder sich in die Notfallaufnahme einer Klinik bzw. zum ärztlichen Bereitschaftsdienst begeben. Eine tiefe Beinvenenthrombose ist immer ein Notfall!

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Lungenembolie

Wenn Sie die Anzeichen einer Thrombose bemerken und zugleich unter Atembeschwerden leiden, sollten Sie immer den Notarzt rufen. Hier besteht möglicherweise eine Lungenembolie – und die ist sofort zu behandeln! Lagern Sie bis zum Eintreffen des Notarztes den Oberkörper hoch, um das Atmen zu erleichtern.

Eine besondere Komplikation einer Beinvenenthrombose ist das sog. post-thrombotische Syndrom (PTS): Das betroffene Bein schwillt an, Krampfadern entstehen, die Haut rund um den Knöchel kann sich entzünden oder bräunlich verfärben. Ein PTS kann zu einem Geschwür (Ulcus cruris) führen.

Thrombose: Erste Anzeichen — das sollten Sie jetzt tun

Sie müssen nicht unbedingt befürchten, dass Sie in den nächsten Minuten einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erleiden. Deshalb sind diese beiden Ratschläge die wichtigsten:

  1. Bleiben Sie ruhig.
  2. Rufen Sie einen Arzt.

Wenn Sie den Arzt verständigt haben, sprechen Sie mit ihm ab, ob Sie noch selbst zu ihm gehen können oder ob Sie einen Rettungswagen brauchen. Bis zu dessen Eintreffen können Sie nur wenig tun, aber das Wenige ist wichtig!

Erste Hilfe bei einer Thrombose:

  • Lagern Sie die betroffene Extremität hoch. So unterstützen Sie den Rückfluss des Blutes in den Venen.
  • Bewegen Sie die betroffene Extremität möglichst wenig.
  • Schlagen Sie die Beine nicht übereinander.
  • Vermeiden Sie Anstrengungen.
  • Wenn Sie bereits Erfahrung mit Thrombosen haben, können Sie jetzt noch Folgendes tun (nur in Absprache mit Ihrem Arzt):
  • Sie können Ihre individuell angepassten Kompressions-Verbände oder -Strümpfe anlegen bzw. anziehen.
  • Haben Sie Heparin-Spritzen vorrätig, weil Sie sie wegen Thrombose-Gefahr verordnet bekamen, so spritzen Sie sich das Medikament in die Bauchdecke.
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Kompressionsverband

Sie sollten die betroffene Extremität niemals wickeln, wenn Sie nicht genau wissen, wie das geht. Das Anlegen eines sog. Kompressionsverbandes ist kompliziert und folgt bestimmten Richtlinien, was die Wickelrichtung und den Druck angeht. Verzichten Sie auch darauf, sich einen Kompressionsstrumpf auszuleihen. Thrombose-Strümpfe sind individuell angepasst und immer nur für jenen Menschen geeignet, der sie verordnet bekam.

Thrombose-Test und Thrombose-Diagnose

Bei einem Verdacht auf Thrombose wird Ihr Arzt immer eine Reihe von Untersuchungen machen bzw. Sie dazu an einen Facharzt überweisen, um eine sichere Thrombose-Diagnose zu stellen.

Es gibt eine Reihe von Fragen, die der Arzt Ihnen stellen wird. Im folgenden Beispiel wird die klinische Wahrscheinlichkeit (KW) einer tiefen Beinvenenthrombose erhoben: Dabei wird für die folgenden Aussagen jeweils ein Punkt vergeben.

  • Der Patient leidet an einer akuten Krebserkrankung.
  • Die Beine sind oder waren kürzlich gelähmt bzw. immobil.
  • Der Patient lag länger als drei Tage im Bett und/oder hatte eine Operation (vor nicht länger als drei Monaten)
  • Es zeigen sich Schwellungen bzw. Verhärtungen entlang der tiefen Venen.
  • Das ganze Bein ist geschwollen.
  • Es gibt eine Unterschenkel-Schwellung von mehr als drei Zentimetern gegenüber dem nicht betroffenen Bein.
  • Es zeigt sich ein eindrückbares Ödem (Schwellung) am betroffenen Bein.
  • Es haben sich Kollateralvenen (Umgehungsvenen) gebildet.
  • Der Patient hatte schon früher tiefe Venenthrombosen.

Maximal wären bei diesem Test also neun Punkte möglich. Zum Schluss stellt sich der Arzt die Frage, wie wahrscheinlich eine andere Erklärung für die vorliegenden Symptome ist. Findet sich etwas, so zieht er zwei Punkte ab. Liegt das Endergebnis des Tests dann unter zwei Punkten, ist die Wahrscheinlichkeit für eine tiefe Beinvenenthrombose (TVT) eher gering. Liegt das Ergebnis aber bei bzw. über zwei Punkten, muss davon ausgegangen werden, dass eine tiefe Beinvenenthrombose vorliegt.

Nach dieser Befragung und einem möglicherweise sich erhärtenden Verdacht auf eine Thrombose wird Ihr Arzt eventuell noch eine Blutuntersuchung anordnen. Dabei werden die sog. D-Dimere bestimmt. Diese Stoffe entstehen und zeigen sich im Blut, wenn irgendwo in den Blutgefäßen eine Gerinnung stattgefunden hat. D-Dimere sind sog. Biomarker, ihre Konzentration im Blut gibt Hinweise auf eine Thrombose. Ein normaler Erwachsener hat D-Dimer-Werte von unter 500 Nanogramm pro Milliliter im Blutplasma. Bei einer Thrombose liegen die Werte darüber.

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D-Dimer-Test

Der D-Dimer-Test wird im Alter ab 50 Jahre immer weniger aussagekräftig, weil sich bei älteren Menschen ohnehin höhere D-Dimer-Werte finden. Die Mediziner haben aber eine Formel entwickelt, mit der sich die diagnostische Sicherheit auch bei älteren Menschen erhöhen lässt.

Ein hoher Wert der klinischen Wahrscheinlichkeit (KW-Wert über zwei Punkte) wird immer eine weitere Diagnostik nach sich ziehen. Dazu werden Ultraschalluntersuchungen (Kompressions-Sonografien) und Gefäßdarstellungen (Phlebografien) genutzt.

Wenn sich der Verdacht auf eine Thrombose bestätigt, wird Ihnen Ihr Arzt sofort Medikamente verordnen, die die Gerinnung hemmen, Ihr Blut also flüssiger machen und die Entstehung weiterer Thromben verhindert. Außerdem wird er die betroffene Extremität mit einem Kompressionsverband versehen, um den äußeren Druck auf die Venen zu erhöhen. Anschließend erfolgen ggf. weitere Maßnahmen, um den Thrombus aufzulösen oder operativ zu entfernen.

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Thrombose und Gerinnungshemmer

Die Gabe von Gerinnungshemmern ist im Normalfall unkritisch, da Heparin ein körpereigener Stoff ist, der in der Regel sehr gut verträglich ist. Leidet ein Patient jedoch unter Bluthochdruck oder unter einer Gerinnungsstörung, muss der Arzt immer abwägen, ob und in welcher Dosierung er Heparin verabreichen kann. Eine Überwachung der Blutwerte ist immer nötig, um zu überprüfen, inwieweit der Körper die gerinnungshemmenden Medikamente toleriert.

 

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Erstelldatum: 8102.01.52|Zuletzt geändert: 0202.11.6
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